Cmrtv und Kleinhändler, die ihre Stände in der Zentralhalle gestern früh nicht geöffnet hatten, beträgt ungefähr 2000.
Aus Hessen.
Zur Krisis la der 'Regierung.
rm. Darmstadt. 2. Jan. Oberbürger- tneister Dr. Külb » Mainz, der das Finanzministerium auf Wunsch des Staatspräsidenten übernehmen sollte, hat abaelehnt. — Die Streitigkeiten über Die Besetzung der Stelle des verstorbenen Ministerialrates Dr. Bach hat, nachdem eine Einigung zwischen Zentrum und Sozialdemokratie nicht erzielt werden konnte, ihre vorläufige Erledigung dahin gefunden, dah Ministerialdirektor Dr. U r st a d t das Referat mitversieht. dah der Seminar- lehrer und Landtagsabaeordnete Hofmann- Alzey (Zentrum) und der BolkSschullehrer K. Friedrich. Vorsitzender des Darmstädter Lehrervereins (Soz.), Je eine Hilfsreferenten- stelle für das Volksschulwesen tm ÜandeSbll- dungsamt erhielten.
Landtagsvorlagen.
Dem Landtag find wieder etm Anzahl Vorlagen, Anträge ufw zugeoangen Don besonderem Onterefft ist eine Jtejleninatoortage bett, den Oninniil etnrt Gesetze« übef die Schutzpolizei, der m 57 Artikeln auf Grund des .ReichSgesetzeS über die Schutzpolizei" vom Zull 1922 die Rechtsverhältnisse der Schuhpolizeibe unten regelt. 3n dem Aetchsrahmengeietz i l n. a. seslaelegt, bah die Angehörigen der Schutzpolizei nach einer bestimmten Reihe von Zähren auS dem DollzugSdienst dieser Dolrzei auÄ|d><iDen müssen. Die Ausgaben der Schutzpolizei können mir bei voller körperlicher Leist unassÄtgkett erfüllt werden. Die organische äleoerführung aller AuS» fcheidenden in lebenslängliche Beamtenslellen ist unmöglich, sie aus Warlegelb zu setzen, verbieten die Finanzen. E« kommt also nur eine Anstellung auf eine begrenzte Zeit (12 Zähre) In Frage. Die weitere Versorgung geschieht aber durch moa- llchste Ueberführung in den übrigen Polizeidtenst.
Sine Abfrage des Abg Dr Büchners Dem.) regt bei der Regierung energische Matznahmen gegen daS ich ><nIx-ndnehmen der Metalldiebstähle aller Art an
Aus dem besetzten Gebiet.
Die unbequemen Veröffentlichungen
* Lloyd Georges.
Köln 2 3an. (Wolfs ) Die Rhcinlandkom- mlssion ordnete die Entsernungder Zeitung S a n s chl ä g e an. die die Auseinandersetzung Lloyd Georges mit der französischen Rhein- landpolitik wiedttgeben DeZgleichm vierten weitere Ansch äge von bet Rheinlandkommisfion nicht geduldet Da» Verbot wird damit begründet, bah Die unter tendenziösen Ueberschriften tnicberqe- aebencr Erklärungen etneS aewilsen Politikers Der Alliierten geeignet seien. Die öffentliche Ordnung zu ftören.
Din Dreugelobnli be< Kölner DrzbischvfS.
Köln. 2 Ian. (Dolfs) Der Erzbischof von Köln, Kardinal Dr. S ch u l t e, schlotz eine an daS Domkapitel gerichtete Ansprache mit folgenden Dorten. .Laut und feierlich soll schlietzlich in dieser Stunde wiederholt sein daS in unser aller Herzen lebende deutsche GelöbniS; Dir. der Erzbischof, bet KleruS von Köln-Stadt und der KleniS ^'r ganzen Diözese bekeirnen unS tn unverbrüchlicher Treue bereit zu der grössten ObleifreubtflMt für unsere rheinische Heimatbevölkerung. die keine Treulosigkeit gegen Staat und Reich kennt, die deutsch sein und deutsch bleiben wird, mag kommen, wa« da will!"
tob. Mainz, 2. Zan. 3n der Silvesternacht schlugen die jünger deS rheinischen Sonderbündlers SmeetS an die LitsaSsäulen der Stadl Plakate mit einem Sui ruf an daS rheinische Volk an. In dem besonders auch aus die Vorteile der .Rheinischen Franken" hingewiesen wurde. Roch ehe der Tag graule, touren die Plakate bereit- von der Polizei entfernt und beschlagnahmt.
Das Jahr 1922 in Hessen.
Die Geschichte deS Hessen lande« während deS -bgelaufenen ZahreS lässt sich ungefähr mit sol- ?enden Daten in die Erinnerung xurüctrufen.
4. 3an. 3n Darmstadt fand im StändehauS eine Reich-kvnscrenz der Referenten für 'Beamten- fragen statt.
18. Zan Die Millionenverluste der Landwlrl- schaftSkarnmer werden b.kaimt
5 Febr. S.öfsming der Hesslschea Kunstausstellung 1922 in Mainz
11. Febr Gehetmerm Dr. 11 finger, Rrnrnz. Prv- vinzialdirettor der Provinz Rchrinhelfen, wird zum LandeSkvmmissar für da- besetzte Gebiet bestellt
16. Febr Heber gäbe des Kleinen HauleS deS He^fifchM' LanbeSchtaterS üi Darmstadt
8. März Der Evang Landeskirche tag tritt in Darmstadt zur Beratung deS BersastongS- entemrf«* zusammen
15. Mär> Die Ge chlftSleitung der . Darmftäbter Doche hat ihre Remter niedergelegt und die Ausschüsse ausgelöst.
19. März Gründung emer Kommunalen Landesbank in Darmstadt
23. Mürz. Zusammentritt deS Landtages
26. März. Der Svang. SatdeSttrchmtug nimmt dis De:Wfung an Dir Tagung ist beendet.
30. März Der Landtag beschieß die Umlage zur Tilgung der Millionenschuld der Landwirt schaltS kammer
6. April Beratung und Ab'.inmmng über die Getreideumlage bn Landtage
18. Mai Der StaatSvoransch ag 1922 23 ist Cem Landtage znaegangen Der Stand der Hess Schulden wird mit Btainn deS neue t R ch- nunaSjahres mit 1<O Millionen Mark nach- aewielen
20. Äai Eröffnung der Ausstellung Deutschs Kunst 1922 und einet Eugen-Bracht-Ausstellung in Darmstadt
27 xhini. Blutige .^alammenstöhe und Ausschreitungen bei der Xachenau-Trauettundgebung in Darmstadt
12. 3uli Tumultszenen im Hessischm Landtag.
18. 3nIL Groh» politische Aussprache Im Landtage
4. Aug. Besich igungSteife deS Landtage- inS be'e^te Gebiet nach RüssclShetm und Bingen.
10. Aug Der Landtag beschiesst die Gesetze zum Schutze der Republik und genehmigt den StaatSvoranschag
11. Aug VerfassungSseier u. d Schuhtagung deS Landtages
13. Aug Dritter Zugendtag de- Vogelsberger HöhencludS in Gietzrn
31. Aug Der Landtag crlützt eine Verordnung gegen den Ausverkauf durch die Ausländer.
15. Sept. Grotzfeutr in der Ehemilchrn Fabrik Merck in Darmflabt.
21. Sept Der .Da mstädtcr Täglich' Anzeiger '. Organ der Deutsche VofkSpartri, gUg in Deutschnationale« Besitz über
24. Sept Eröffnung ter hessischen Wanderausstellung in Offenbach
15. Oft. Prof. Dr W Müller vom LanbeS- austragSamt Berlin Dritte zur Aufnahme von Ve Handlungen mit Vertretern der hessische In)u!>ir sür Wiederauf baulitserungrn in Daimflabt.
16. Ott. Der parlamentarisch? V ivat beS Lanb- tages beschoss die Sichet ! e lang von 1 Kit ? Zucker monatlich ab 1. Dezember pro Kops btt Bevölkerung.
5. Rov. 3m LanbtagSgebäudc icnitbc zur Linderung der Rot die ,'Rochilse Hessen" gegründet.
13. Rov DaS Ministerium des Innern hat die Beziehungen zu dem Verband der Polizeibeamten Hessens abgebrochen
19. Rov. Die Wahlen zum Provinzial». Kreistag, zur 6 ta bttxroebnetentx -<ammlung und zum GemeinderQt fanden (falt.
22 Rov Beginn der St allammervcrHandlungen wegen bet Ausschreitung.i in Darmstadt am 27. Rovernber
1. Dez. Regierung und Ge'etzgebungSauSschast protestieren gegen ble französisch? Drohung betreff« beS de letzten Gebietes
12. Dez. Der Landtag trat zu einer kürzen Tagung Mfammen Der Präsident gab eine Erklärung ab. batz baS besetzte Gebiet dem Deutschen Reiche treu bleiben wolle.
16. Dez 3m Landtage wurde da« Urfunben- stcmpclgeseh a-st e omrnen und die Fahrrad- ftcuci abgelehnt. Vertagung bis März.
18. Dez. Finanzmintster Henrich ist von feinem Amte 8urü(fgetreten.
Giehen im Jahre 1922.
111.
Das Handwerk.
Die Lage deS Handwerk» war Im Zähre 1922 keine günstige Dtc mellten Hanbwerkszweige bntten bet der sorlfchveite tden Teuerung über zunehmenden Mangel an Arbeit und Aufträgen zu Nagen. U. 4. waren eS da» Scholler- u ib das .^tiseuraewerbe, die stark unter dem toirt- fürstlichen Druck litten. Die mc’.Rex ihrer Gelitten suchten lohnende.e Beschäl ti^ung in der 3ndustrie. Qilur da» 6d>!Ttncrqe,.;v hatte voll« Beschistigung, da Itrm MöbelUe'e u rgen suc die DefanungStruppen tm besetzten Gebiet durch Bcrrnfttlung der hrMfche« Handtreller* zentralgenolsenschast übertrafen wurden Das Tapcziergewerde hatte bi» Mitte beS Zahres
leidllch xu tun Durch bce austerorveTirlrche Steigerung Der TapekeTrpreis« trxirbe seine Lage aber immer schlechter Rur dadurch bat bie Polster- ai beiten zu nahmen, konnte ein gewisser 2Lus- werde Das B.?u-.werbe war mir insoweit beschäftigt, al» e» 2U träge ron Staat, Stabt und Isuge-e'f-'nschiften erhielt.
Alle Hand werk-'wäge hatei über g roste SdXDKiigfntm bet de. Geldbeschaffung «i Hagen, da wegen der bobon Ma e nalk?sken gegen früher austerordentlich . jbc Betr e »smittel nötig waren. Während beim Einkamf kurchreg Bartzahlang ton ihnen verlangt wurde, konnte» fie nicht immer rechtzeitige Be ah'ung ihrer Arbeiten erlangen. Die Fo berung nach be'ch cunigter Beza^ lang, bk He an Br^ord^n and Primate rscheten. Dar beS'nld berechigt. toenn auch noch nicht immer von Erfolg begleitet.
Eine allgemeine Äla-e beS getarnten Hanb- wrrks richtete sich ae^e i bk Pfufch- oder lieben- arbeiten, b h die Arbeitet, bie nach Beendigung der achtstündigen TageSarbeit rv? manchen Gehilfen noch für ihre eigene Rechnung geleistet werben Auch hierüber batte bas Frifcargewerbe besonberS zu klagen. Die Forde u rg nach einem behörblichen Verbot bie er Reberwirbeit nxrb schon seil Zahlen erbos«, allerdings DU jeat ohne Erfolg
Betrachtungen über die vage de« Handwerk» hn verslottenen Zahr führen zu bem Ergebnis, bah es mit unserem gewerblichen Mittelstand fehr rasch tzu Ende g<*u'_ wenn nicht Mittel und Wege durch Staat und Gemeinde gefunden werden, diese für unter Ceamticben ’o wichttg« BerufSkreise zu teuer Richt Worte können helletr, eS müssen Taten folgen. An die Stelle engherziger, slnanzpotttifcher Erwägungen must die Einsicht treten, bat) mit dem Zusammei- imch eines so wichtigen TellS unsere» Win- schLslSkörperS gleich^ikia ein seither stiller Träger writgrchrnker steuerlicher vasten verschwindet.
Dct Einzelhandel.
3ntolge der fangen - Kriegsiahre und der Schwierigkeiten in der Te chasmng von Waren nach dem sogen. Jriedeneschlust waren die Laaer bei Beginn beS abgeiau e ien Zatzrces nur mähig gefüllt.
3m Anfang bas Zahres 1922 wurde von einem Teil der Konsum« uen Zurückitzaltung fcm Kaufen geübt, w?il man vielfach auf ein Herab- gc^en der damals immerhin unfewohnt hohen Preise rechne « AIS aber die Mark immer mrchr entwertet wurde, und gejen Mitte des ZahreS ein fönnllcher 3ufamm<?nbru4 unk.er Währung erfolgte, setzte ehre schr lebhafte Kauflust ein, to.U nunmehr die Hvf nung auf ein Fallen der Preise nicht mchr bestand, vielmebr auf eine ei^bebltche Ölei c ung aller Preise mit Sicherheit gerechnet werden muhte.
Wrnn daS Lager nicht in kurzer Zeit auS- verkauft werden sollte, mu'tte damals vielfach zu einer beschränkten Abgabe der Warenmengen an bie einzelnen Kunken übergegangen werben.
Für die Geschäfisi.chaber entstand jetzt eine grobe Gefahr Bei groben Umsätzen und schrin- ir gutem Verdienst sah man da» Warenlager, also den eigentliche Dermögensdefiand, von Tag au Tag immer mehr zusammenschmelzen, ohne ble Möglichkeit zu besitzen, mit dem vereinnahmte« GeDr die gleichr Menge neuer Waren beschissen zu könne« Ez trat damit drr eigrntümllch? Zustand ein, bah trotz flotten Geschift4ganzeS und scheinbar guten 2kriH.it m3 da» im Warenlager fe gelegte De möaen vollständig zu verschwinden drohte Die Forderung, dem Geschäftsmann zu gestatten, für seine vorhandenen Waren die Wiebe r beschaff ungs preise zu forbem, wurde von ben Behörden abgelehnt, und wenn diese Forderung immer wieder von neuem erhoben wird, so gescheht die» keineswegs in der Absicht, unberoch igte Vortrile zu erzielen, sondern nur, um die BeiirebSsähigkeit Letz Einzelhandel» zu er- baltcn Sollte andererseits tm Lause der Zeit die langer hoffte Besserung der Mark ein treten, so ist natittlih der Kleinhändler gezwungen, da» Her abaletten b?r Prise mitzurnachm. da er sich sonst Der Gefahr auSfeht, mit seinen zu hohen Pre.scn erworbenen llvaren sitzenzubleiben
Die Lage deS Ei t;elhanbel» am Schüsse beS Zahle» 1922 ist mithin eine recht schwertge Die heute errechn?ten Papiergewinne ßitnen sich am Ende seich' al» Trugoilb erweisen
Aus Stabt und Canb.
Dieben den 3. Zanuar 1923.
Erhöhung des (^inkausS^cldesk für CrtdbÜrflcr.
Da» KreiSamt gibt tm neuesten AmtSver- kündiaungSblatt bekannt, dah e» vom Ministerium des 3nnem ermächtigt ist. mit Rücksicht auf die inzwtfchen weiter nngelte eie Geldentwertung einer Erhöhung de» Einkaus-geldeS für Ortsbürger (Art. 30 LGO.). fowtc des FeuereimergeldeS bi» zum Hundertfachen
de» FriedenSderrages gaiufttrnmen, tpera. nicht auS der Gemeinde betau» gegen die beabsichtigte Erhöhung Widerspruch erhoben wvide» ist Bei bet Borfag« von Anträgen auf Erhöhung deS Einkaufs- ober Feuernmergeides haben bü Bürgermeisterei« zu bericht««, ob Widerfpruch erhoben würben
** Amtliche Personaknachrichte« Durch Snckch iestung de» Ministerium« des Inner» vom 29 Dezember 1922 wurden bie Referendare Dr Otto Freund au» Offenbart a. M. Dr. Hugo Loy auS Giehen. Dr Ferdinand Meyer auS Bad-Rauheim, Dr Richard D o l tz auS 'Darmstadt zu RegierungSafse'svlea ernannt Der SttuerbetricbSdiätar ZohanoeS Scheer zu Lauterbach i Finanzamt) wurde zum flauer» dettiebSafsistenten ernannt
• • Der Unterricht an sämtlichen Schulen detStadt beginnt, em Brennstoff zr fpuren, erst am Dienstag der kommenden Woche.
•• DaS Betreten des Reuen Friedhofs ist von heute ab für die Dauer her Ausqrabungsarbetten nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Friedhofsvenvalmng gestattet. Beschädigungen von Gräbern und Anlagen durch Reugierige Haden bie Behärde zv dieser Anordnung veranlaht.
- Sin Verkauf von Brennholz für HauShaltSzwecke findet festens des ftädttfchen Brennstoffamtes statt. Tkahere Angaben sind aus der Bekanntmachung im (ieu- tigen Anzeigenteil ersichtlich.
• * 'S) V e Gebühr s ü r Revision der Bierdruckapparate ist vom Krei»au»schuh mit Wirkung vorn 1. September v. Z ab aus 5 Mark sür jede Kontrolle erhöht worden. Dies« Festsetzung gilt auch für die Stadt Giehen.
•• Stadttheater-Abonnement. Es sei astch hier darauf hingewiesen, dah morgen, Donnerstag, und übermorgen. Frei- tag. von 10—1 Uhr und von 3—5 Uhr ölt Ausgabe des Mittwoch-Abonnements für das Skahltheater erfolgt. Die noch nicht abgeholtea Karten her anderen Abonnements tage könne« zu derselben Zelt abgeholt werden.
F. 25 Zahre tm Dienste de» Obstbaues Der derzritiae Obstdauinfvektor des LandwirtschastSkammei-AusschusfeS für die Provinz Obelhessen, Herr Wiesner zu Giehen. war an Reu fahr 25 Zähre tm Dienste deS Obstbaues tätig Er begann feine praktisch? Wirksam» somkeit — ausgerüstet mit reich.-n Erlohrunge» auS den Obstlänbern Württemberg und Rhein» land — 1893 al» Obstbautechiivor deS damals im Aufblühen begriffenen Oberhefsischm Obfl- bauvereinS In Fciedb ra D eichyestig toui be ihm an ber bortigen Obstbaufchale die selbständige Bewirtschaftung deS Öpallei garten« In ber Baumschule übertragen 3n biefer Siellunj blieb er Awöls Zahre und trat auS. weil sich die Verhältnisse dort änberten. 3n den nacholgvrben Zahlen hat Wiesner von Bab-2lauheim auS in selb- ständigei Arbeit fortgesetzt lehrend und fördernd weiter in Oberbesten gewirkt 1917 wurde er ie die VecwaltungSabteilung der vmdeSobflstelle nach Darmstadt berufen und nach Auflöfung dieser als Ob^bau beamtet für die Provinz Ober Hesse» von der Landwirlschastskarnmer angeflelU.
• • Das Fest der silbernen Hochzeit begingen gestern der Badeanstalt deslyer Dhillpp Müller und Frau, Üahnsrrahe 9, Hierselbst, wohnhaft.
• • Eine WetiervorauSs a g e Ist wegen technischer Störungen in ber Wetterdienststelle heute nicht möglich.
Vornotizen.
— TageSkalender für Mittwoch. Stahttheater. 7 Uhr: „Rain". — Lichtspielhaus. Bahnhofstrahe: .Die Beichte der Mörberln". — Palast-Lichtspiele: nö3 leuchtet meine Liebe" und „Ehaplin als DursimaIe".
Landkreis Gichen.
d. LIch, 1. Zan. Das Kriegerdenkmal ist jetzt nach langem Warten endlich Im Rohbau aufgestellt. Leider hat es sich jetzt nachträgl:ch herauSgesiellt, bah der Platz vor der Stiftskirche sehr wenig dafür geeignet Ift Denn die Hinterbliebenen der Gefallenen hätten gerne zur Erinnerung an ihre Krieger ein stillere» Plätzchen, als es der laute Klrchenplah Ist. Um das Denkmal vor Kindern und Hunden zu schützen, muh es mit einem Gitter umgeben und dadurch besonders auch
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittags.
Berlin 7200, Frankfurt a. 1 7300.
Unter dem Zreiheilrbaum.
Roman von Elara Viebig.
6. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Ein eitle- Lächeln erschien aus seinem hübschen Gesicht .Ei ja, sie kennen mich wohl. Der Zv- banneS Duichdenwald schreibt ein Mein Brieschen nur, unb sie tragen ihm t Gelb in ben Wald, wohin er sich st hat bestellt Aber web dem, ber ihn angibt T Drvhenb sagte er's unb sah sie scharf an
.Za. bu bist sürchterlichl" Sie lachte schelmisch Dann neigte sie sich zu ihm hinüber und legte ben Arm um leinen HalS .Rimmst bu mich au dir? Mein' Dai ter Hal man gehängt auf ber rechnen Rheinseil, meinen Bruoec getoppt aus her Unken Rdeinselt. von meiner Mutter weist ich ntt, ist die auch tot ober sitzt sie Im Skinnhau« HanneS. du Lieber, pah ich nü zu bk?“ Sie schmeichelte ft4) an ihn
Er füfttc Ile entbrannt. 3hre Pferde gingen dicht nebeneinander, fo dicht, dah btt Leiber lieb «meinember rieben So ritten fie. langsam, ohne Furcht, bk ganze Rächt
3
War baS nicht unerhört, eine Frechheit gam vhnegle.chen? Ein französischer Bursche ber, auf feinen Herrn wartend, mit dellen Pferd an der (?ulener Flur hielt, war heruntcrgerifsen worden von dem Begleitpserd, geschlagen, malträtiert: betäubt hatten bie Räuber ben Armen Hegen lassen am Weg. waren mit beiden Pferden entflohen
l Der Zude MoyseS Mohnsarn aus Bridel war der wichtigste Seuae. btr war in der Rahe ootbei-
aekommen, hatte die Räuber noch rtUcn sehen.
er .zu Hlls“ und .Diebe'' schrie, hatte noch einer sich umgeOreht, fein Pistol nach ihm ab» gefchoNen Dec Schutz batte de» Zuden Kops dicht gestieift Run bekam Rlvyfe» Mohnsarn die für ttbe Rachnchl über den Täter auSgesetzte Belohnung
Die Belohnung toar koch der französische Präsett war in Wut über ben an kan.zö'ttch7M ®ut unb an einem sranztzkischrn Svlbalen be» gangenen Frevel Auch bic bentfch: Zustir wrrde au,gerüttelt, etwa» weniger lässig war Ne bieS- nml als sonst SS wutzte ja kein Beamter mehr, ob er lange noch aus feinem Posten verblieb OLer kurz, nur ein Zwinkern, ein Dort, vielleicht an sich harmlos, genügte, um mihfällig iu machen: ber Posten wurde anderweitig heirat. Das machte lahm
Zetzt erlietz dir Justiz ein Umschreiben. Alle .7i>eben»rich«er wurden ersucht, strengste Aufstcht zu führen in ihren Kantonen Da« herrenlose Gesindel witsche bchenb au» einem Kanton u ben anderen, an bei Grenze eine» leben hatte btt Polizei bisher hattmochen müssen, bal Dilb nicht herfolgen bürftn auf fremdem Jagdrevier Ran aber sollte einheitlich Dorgtgangen werden, alle Kantone unter ein* Poli^igtwall gestellt fem Die Banden wurde« zu frech e« tonnte sich niemand mehr über Lanb getrauen DHaiobeQrt. dem He.rcsdienst entwischt, malten bie Liratz« unNchrr mit Ihrem Hunger holten be.- Bäuerin ble Eier aus Dem Statt unb Me Hühner dazu Sic tranken der Kuh aus der Weide das Euter leer, und wurde ihn.n am einsamen Haus keine Gabt gsependet, fe schreckten tft mit Drohungen die Bewohner.
Riemand durst« ohne Patz mehr beherbergt werden Dir Taa- und Rachtwächter waren zu ve« doppeln Die Polizei zu verstärken Der Erlatz lautete ferner;
.Ein grober Streifzug wird unternommen. Die Teilnehmer haben sich zu versammeln am Duvd«, dem 2 Brumaic« be» Zahres V. ber Republik" — dahinter stand in Klammern für die, bk ben Kalender der Republik noch nicht Inne- hätten; (am 23. Oktober 96 alter Rechnung) — .auf dem Domfreiboi, morgen» 7 Uhr Der sich beteiligen will kann sich einftnben, Zäger uaD frühere Militärs find besonder» willkommen Schiekfaeweht und Munition werden von der sran.-öllschon Di.itärvh.rbehörde den dafür Haftbaren zur Verfügung gestellt."
Ach'. Tage vor dem sestgrsetzlen Termin war die Belanntmachmg de» ^tr^ifzuae^ fchon an der Somtür angelet agen gew.se« auch »>k> am Roten Ffau» und an ben Straheneckrn L^er e» tanbea f»ch au her der Polizei nur wenige dämme Jungen ein. die tl nach Iben teuer« gelüstet« Eine geheime Angst hielt den Bürger zurück.
Bürger Mohr tagte zu Bürger Rentenbach: .3d) holen kein Schief'In die Hand Denn wer IS bat arötzic liebel t Der Anaer könnt «Inem am Hahnen zuck.n bat Gewehr rtiem loS- aeben am unrechten Platz “ V.-rgrämt fahen fich beide Männer verständnisinnig in die Augen Ach ja, die Zeit war vorbei, in der der Wahl- spruch de» biedere«. Trierer» au feinem Recht kam .Eich äNe gäre aut, eich drirckr gäre aut, an dahingegen will Ich mein Ruh hon " Man atz nicht mehr gut — eS war alles au teuer Man trank nicht mehr aut — die yran^fen hatten allen Wem auSgefühtt Uxb Rude formte
man auch nicht mehr. Di« Zett toar toll, es stand alles auf dem Kopf, man war seiber mit au» den Fugen gegangen wie ein aller Schrank dec das Herumrücken nicht verträgt —
Aus der Eulenpütz, dem heimlichen Gätzchen hinter den gewaltlgen Dommauern, kam eine geschlichen Sie trug ein bunlleS Tuch überm Haar unb hatte ba» noch tief üi bie Stirn gezogen. Dem Anzug nach schien fie alt, bem Gang nach jung, ber febembe Tritt lieh fich burch alle ab- llchUiche Verlangsamung nicht verbergen Sie stanb an btr Domtüre ft UI unS stubierie lange bie Bekanntmachung Dann ging 1k wieder, wie ein geducktes Bettelweib an ben Häusern entlang sich brückend
3n der Eulenpütz standen nur ein paar armselige HäuSch.m. Leute von gutem Ruf wohnte« nicht hier Dk Gaffe toar verrufen, die Wacht, ble burchratrouUltrle, hatte vor nicht allzu langt btln einen Bürgerfodn au» gutem Hau» gestochen gesunden Wie ba» gekommen, bal war niemals recht taut geworben, man munkelte nut allerlei: ble ülntersuchung war niebergefchlage» worden auf Wunsch Der einflutzrelchen Familie, und der jung« Mann hatte, kaum genesen, ble Stadt verlassen Ob eS wirklich die Franzosen gewesen waren, die Ihn überfallen batten? Es wurde etwas verbreitet von einem Zusammenstotz.
3n der Eulenpütz. In dem niedrigsten Haus ganz im Schatten beS Dornt», wohnte ein altes Dt'b mit ihrer Tochter Da» Hau» hatte jahrelang leer gestanden. Mäuse unb Ratten nur hatte« darin berumgefegt. unb Fitdermäuft wie axllt Lappen im Sparrenwerk deS Dach« gebangt«.
(Fortsetzung folgt.)


