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f nr. 52
Erscheint tägltd), «mH« Sonn» und Feiertag«, tritt berSamslagsbeilage: GiebenerFamrlienbiätl« Monatliche Bejngspreife: 2850 Mark und IbOMark Trägerlohn,durch dieDost 3000Mark,auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höher« Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: für dieSchrift- leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Druhtnach. richten: Lnreiger Siehea.
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Erster Blatt 175. Zayrgang Srettag,
SietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
vrvS und Verla-: VrLhl'fche UnlverfilStr-vuch- vnd Steinöruderei H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftrstelle: Schulftratze 7.
2. Marz 1925 Annahme oon Ünjetgen für die Tagesnummer oi« zum Nachmiltag vorher obnejebe verdindUchkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o 27 mm Breit» örtlich 70 Mk., auswärts 80 Mk.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 300 MK.Dei Platz» Vorschrift 20'/. Aufichlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für ben übrigen Teil; Ernst Blum>chein;für ben Anzeigenteti: Han» Beck, sämtlich in Giehen.
lange zu unterbrechen, wird I e b e n s l ä n g- lick es Zuchthaus oder eine Zrchthais-oder .rnintP »ich i Gefängnisstrafe nicht unter zehn Jahren e.ntreten.
Fahrlässige Gefährdung von Eisenbahntranspor- . . I ff soll mit GcfängniS bis fünf Jahren und
Geldstrafen bis fünf Millionen oder mit eurer dieser Strafen geahndet werden. Zeder Eh es eines Dienst zwei ges. innerhalb dessen irgend welche Akte der Transportgefährdung vorgenommen worden sind, soll dieselben Strafen er» halten wie der Täter selbst, wenn er nicht alles letan hat, was in seinerMacht.stand'- u«
Die Stabilisierung des Silberwertes.
Paris, 1. März. (Wolff.) Nach einer Havasmeldung aus Washington hat der Senat eine Resolution ratifiziert und an das Repräsentantenhaus verwiesen, auf gründ deren der Präsident der Vereinigten Staaten ermächtigt wird, mit den übrigen Regierungen Verhandlungen über die Stabilisierung des Silbers und eine weitgehende Verwendung dieses Metalls im Austausch aufzunehmen.
Eine Schreckensverordnung.
Drohung mit Todesstrafe.
Berlin, 1. März. (WTB.) Die Rheinland- kornmissionn hat eine neue Verordnung Ar. 147 erlassen, die in drakonischer Str enge alles bisher von ihr auf diesem Gebiete Geleistete in den (Tratten stellt. Sie bezweckt, die heat- scken Eisenbahner unter allen Umstanden za Dienstleistungen für das französische Militär zu zwingen.
Unter anderem wird jeder, der durch eine freiwillige Handlung oder Enthaltung denEisen- bahntransport gefährdet, wenn dadurch em tödlicher Unfall verursacht wird oder
Es ist den bürgerlichen Parteien 'nicht leicht gefallen, dem G.s.-tz im Aills Huh die Zustimmung geben. 3n einem Augenblick, in dem auf d.e Wirtschaft so viel einstürmt, in dem wir uns cn> schliehen zu einer weitgehenden Kredilaklion, in dem plönlick nach den Gsetz Ein'vrnm'M' und iKö p rschastssteuer für das letzteVera lagu igsjahü unä das neue als Voraus. a.>lung so,o-- g fu i>< rt werden. in dem man gleichzeitig an die Industrie h rcmgeht, Devisen berützustellen für d.e Gvld- cmleihe, in einem solchen Augenblick neben der Vermögenssteuer auch die Zwang lanleihe zu erheben. erscheint fast absurd. W nn sich die Bürger- lichen Parteien t o dem enlschlvssen, tem w t e e.i Anziehen der Steuerschraube in diesem kritischen Moment zuzustimmen, so war die Erwägung dafür mastgebend, dah jedermann Opfer bringen must, und es zur Reinigung der politischen Atmosphäre beitragen wird, wenn man brausten im Lande sieht, dah die das Kabinett Cuno stützenden Parteien auch tatsächlich entschlossen sind, die erforderlichen Opfer vom Besch zu verlangen.
strafen von über fünf Zähren nicht inDeut schlank, sondern in den Gefängni s sen deS Heimat st aates des betreffenden Mi- i i i ä l g e r i dB 16 zu verbüßen sind, ^herbem hat jeder Armeebefehlshaber zu bestimmen, w a n n und wo die Todesstrafen zu vollst reckensind.
Anscheinend behält sich Frankreich das Recht vor, die unsterbliche Erfindung , der französische Revolution, die G u i l l ot i n e, imRömnlmcknur in den Fällen anzuwend^i, die ihr eurer dewn deren Wilde toürbig erscheinen, in d^i anderst Fällen aber die Beförderung vom Leben »um 5at>c bei den Delinguenten durch mittelalterliche
Das Geldentwertungsgesetz.
Don Universität-Professor Dr. Woldenhauer, M. d. R, Köln.
Der SteuerauSschust hat am 28. Februar tn zweiter Lesung die Beratung des Gesetzes über die Berücksichtigung der Geldentwertung in den Steuergesehen beendet. Das Gesetz will die Steuergesetzgebung der Geldentwertung anpassen, und zwar hinsichtlich der Tarife und Befreiungs- Vorschriften. hinsichtlich der Dewertungsvorschrif- ten und hinsichtlich der Zahlung der Steuern. Gleichzeitig wird eine Vereinfachung unseres übermäßig komplizierten Veranlagungs- und Steuer- eiuzugsverfahrenS, wenn auch zunächst in bescheidenem Umfange, angestrebt. 3n diese Richtung fällt besonders die vorläufige Ausheb mg des Kapitalertragssteuergesetzes. Soweit Dividenden tn Frage kommen, wird der Fortfall des Gesetzes durch die Erhöhung der Körperschaf teste^er auf DividCTden von 15 auf 25 v. H. ausgeglichen. Ohne Ausgleichung dagegen fällt die bisher auf den Einkommen aus Hypothekenzinsen, Dankzinsen, sonstigen Geldschulden ruhende Kapitalertragsleuer von 10 v. H fort Ihre Einziehung hat auster- ordentliche Arbeiten und Kosten verursacht, die in keinem Verhältnis zu dem Ertrag gestanden haben. Dazu kommt, dah den vielen Kleinrentnern zunächst diese Steuer abgezogen wurde, die sie erst m einem besonderen Verfahren zurückerstattet erhielten. Von diesem Recht auf Rückerstattung haben viele Kleinrentner keinen Gebrauch gemacht, teils, weil sie überhaupt davon nichts wustten, teils, weil die Auswwendungen, die sie machen muhten, Fahrten zum Finanzamt und dergleichen mehr, schließlich gröber waren als der rückerstattete Betrag. Die bürgerlichen Parteim haben vorbehaltlos der Lösung zugestimmt, die Sozialdemokraten sich zunächst der Stimme enthalten, weil sie dem Gedanken, eine Kapitalertragssteuer aufzuheben, selbst wenn sie sich nicht als ertvagsreich herausgestellt hatte Im innersten Herzen widerstreben.
42 Raubüb^rsälle in Essen.
Bochum. 2. März. (WTB.) Dis zum heutigen Tag sind beim Polizeiamt in Essen 42 Raubüberfälle durch französische Soldaten bekanntgeworden. Heber leben Fall ist ein Protvko11 auf genommen worden. Die Angaben sind jedesmal durch Zeugen bestätigt worden. Aus dem Geschäftshause „Merkur" und der Tabakhandl mg Weiden w irden heute je ein Oluto mit Waren von den Franzosen weggenommen. Rachdem die Franzosen am 27 Februar die seit acht Tagen festgehaltenen 173 Insassen des Obdachlosenasyls in Essen tn einem Lastkraftwagen ins unbesetzte Gebiet nach Olpe abgeschoben haben, nahmen sie das Asyl für ihre Zwecke in Desih. Am 27. F^ bruar, abends 9 Uhr, ist festgestellt wori^n. dah ein Offizier in Recklinghausen in? Strahen ab» sperren liest. Die Gleise der Strahenbahn wurden durch Soldaten mit einer Laterne und dteStrayen- zugange durch zwei Soldaten abgesperrt. Die Insassen eines Wagens sind von einem Offizier und einem Soldaten durchsucht worden. 3am Teil anirbe ihnen das Geld und die Wertsachen abge- nommen, ebenso dem Schaffner bie Tageseinnahme. Der Soldat trug die Ar. 221. 2lm Mittwoch nachmittag wurde der Schulrat Schiefer von' einem französischen Kommando in feiner Wohnung in Recklinghausen verhaftet und nach dem Zuchthaus in Werden abgefuhrt. Er ist vom Kriegsgericht in Werden zu einem Jahr Gefängnis und einer Million Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die Gründe für seine Verurteilung sind noch nicht bekannt. 3n Gelsenkirchen wurden der Kommanditgesellschaft
Drei-Ring-Werke" gestern 100 Kisten Seife im I -Werte von 21 Millionen Mark an der Auhrbrucke in Steele weggenvmmen. 3n Steele Baben bie Franzosen gestern erneut Personen- und Lastkraftwagen, sowie sonstige Fuhrwerk? angehalten und sich den Inhalt derselben, insbesondere Fettwaren und andere Lebensmittel angeeignet. 3n mehreren Fällen wurden die Kraftwagen nicht freigegeben.
Der Oberbürgermeister von Gladbeck verhaftet.
Köln, 1. März. (WB.) Die „Kölnische Zei- tung“ meldet: Der Oberbürgermeister von G la> bed Dr. JovH, ist heute morgen aus dem Dell heraus verhaftet worden. Er wurde bmtn in einem Lastauto fortgefahren.
Offizier seine Pistole zog erschallten aus Oct Menge die sich vor dem Hause angefamrtieU batte; Pfuirufe: verschiedene Leute stimmten das Deutschlandlied an. Als der Oberburger- meister am Auto angekommen war, winkte er der Menschenmenge mit dem Hut zu, worauf das Volk mit Hurra- und Abschiedsrufen erwiderte. In- zwischen war die belgisch? QBadje alarmiert worden und ging mit aufgepflanztem Daionett gegen bte Menge vor. Es entstand ein Gedränge, bei dem
I viele Schulkinder zu Boden fielen.
Französische „Heldentaten".
Oberstein, 1. März. (WTD.) Frcmzösische Heldentaten" werden hier von Tag zu Tag begangen. Am Sonntag abend vergriffen sich mehrere Angehörige der Desatzungstruppen in unsittlicher Weise an einer hiesigen Hun. Der ME. der Mitglied eine» Athleten-
Französische MiMärverstärkung im Ruhrgebiet?
Paris, 1. März. (WTD.) 3n seinem Leitartikel weist heute das „Journal des DS- batS" darauf hin, dah, wenn der deutsche Widerstand sich verlängere, im Ruhrgebiet eine Verstärkung der Militärstreit- kräfte notwendig werden könnte. ES werde dann unter Umständen notwendig sein, die IahreSklasse, die demnächst enllassen werden solle, unter Waffen zu halten. Die öffentliche Meinung werde diese Mahnahme natürlich finden. Wenn daS Land in einen so wichtigen Konflikt verwickelt sei, müsse man auch die Opfer bringen, die der Sieg erfordere. Schonend weist alsdann das Dlatt darauf hin, dah es nützlich sein könnte, sich der Kolonialtruppen zu bedienen. Wenn es auch natürlich sei, dah die französische Regierung dabei nichts gewonnen habe, könne eS verständlich sein, daß man hierzu die Zuflucht nimmt.
Der verschärfte Belagerungszustand in Bochum.
D o ch u m, 1. März. (WTB.) 3n bai Bestimmungen über ben verschärften Delage- rungszustanbinDochumiit seit heute eine neue Verschärfung eingetreten insofern, als Oie Stunde des GeschästefchlusieZ und Inkrafttretens der Verkrhrsspcire auf 4 Uhr nachmiwigs festgesetzt ist. Gestern abend sind zahlreiche Zwil- pevfenen, die angeblich die französische Derk^irs- fperrenvrdnung hinsichtlich der Zeit Übertritten haben, verhaft?' und in der tobe ft en Weise unter den Aug?n französischer Offiziere mib handelt. Von d n g ftern feftgenomme.en Polizeibeamten sind heute nachmittag 90 m Olfen cutegesetzt worden. Mit ben wenigen nicht verhafteten Polizeibeamten wirb ein notdürftiger Poli- zeidienst auftechtzuerhalten versucht. AuS Linen werben Auss Leitungen neu eingetroffener französischer Truppen gegen die Bevölkerung gemeldet. In Stockum wurde am 27. Februar ein französischer Soldat aus hier unbekannten Gründen auf dem Schulhofe standv'chllich erschossen.
und Gehalt sofort, also in relativ gutem Geld erfolgt, während die Veranlagungspflichtigen erst Monate oder Zähre später ihre Steuer zahlen und infolgedessen den Vorteil der Geldentwertung ha- । ben. Er sieht deshalb vor, dah in Zukunft | die Einkommensteuer, wie sie sich nach der eigenen Einschätzung ergibt, spätestens bis zum 15. des auf die ©teuererHäring folgenden Monats zu zahlen ist. Sollte später bei der Veranlagung Der festgesetzte Betrag den eingeschähten um mehr als 100 000 Mark übersteigen, so ist zu diesem Tell der Abschlustzahlung für jeden an gefangenen Monat ein Zuschlag von 5 vom Hundert zi zahlen. Ferner sieht das Gesetz überhaupt für die Steuerzahlung vor, dast, wenn ein? Ste ier nicht rechtzeitig entrißet wird, in den ersten drei Monaden Verzug zi::s?n tn Höhe von 10 vom Hundert, m ben folgenden von 20 vom Hundert zu zahlen sind. 3m Ausschuß sind mit den Stimmen des Zentrums und der Sozialdemokraten diese Zahlen auf 15 bzw. 30 erhöht worden.
Zu der Frage des Dankgeheimnisies hat sich schliehlich die bürgerliche Mehrheit aus politischen Erwägungen mit der Regierungsvorlage begnügt, die die Aufhebung des Depotzwangs und den Fortfall des Kundenverzeichnifses vorsieht, obgleich die Ausfühminaen des Reichsbank- Präsidenten Havenstein im Ausschuß die ^HDt- wendigkeit der Wiederherstellung des vollen Bankgeheimnisses überzeugend dargetan haben.
Ausweisungen.
KünigSwinler, 1. März. (WB; AuS dem besetzten Gebiet sind mit sofortiger Wirkung ausgewiesen worden etwa 30 staatliche und kommunale Beamte aus T'sier. Duisburg Bleialf, Dernkastel, Höchst, Wiesbaden und Duneburg. Fünf Zollsekretäre wurden auSgewiesen. nachdem das gegen sie schwebende Gerichtsverfahren beendet und die Strafe verbüht fein wird. Die Familien all dieser Personen müssen innerhalb 4 Tagen das besetzte ©ebiet verlasen. — Auch der hiesige Dahnhos ist von ben Franzosen besetzt worden: der Zugverkehr liegt still.
Die Eisenbahnbetriebslage.
K b l n, 1. März. (WTD.) 3n D o n n haben die Franzosen die Statt onSka s se überfallen, die Bediensteten verhaftet und die Gelder weggenommen.
Von den von den Franzosen betriebenen Strecken ist noch folgendes zu melden: Am 28. Februar zerriß auf der Strecke Koblenz- Mainz ein Güterzug am liebergang Schützenhof. Sin Teil des Zuges lief über die Drücke zurück. Einige Wagen wurden zertrümmert. Die Lokomotive wurde stark beschädigt. Zwei Tote sind die Opfer des Unfalls. Die Franzosen dehnen zwischen Koblenz und Mainz die Besatzung nach Osten aus. SS wurde festgestellt, dah die Franzosen auf den militarisierten Strecken im Ruhrgebiet in und außer Dienst Sachen tragen, die sie sich bei den Ueberfällen der Bahnhöfe angeeignet haben. — Auf dem Bahnhof Ohligs wird von den Engländern eine scharfe Ueberwachung der Lokomotiven ausgeübt. Alle Lokomotiven von oder nach Vohwinkel müssen an der Kontrvll- stelle zur Aufzeichuung der Dummern^llen.
Frankfurt a. M^ 1. Marz. (WTB.) Entgegen einer hiesigen Blättermeldung ist der Pendelverkehr zwischen Limburg und Kristel auf der Strecke Höchst—Limburg nicht gestört. Durch die Besetzung von Kirberg durch die Franzosen ist eine Behinderung des Verkehrs auf der Strecke Limburg—Kristel nicht eingetteten.
Writere Verkehrsstille im Mainzer Hauptbahnhos.
Mainz, 1. März. (WD.) Heute vormittag fuhren mehrere f ra n z ö s i f ch e Kriminalpolizisten Im Auto vor dem Metallarbeiter- Heim vor, in dem u. a. auch die Verwaltung des Deutschen Eisenbahnerverbanbes unter- gebrächt ist, brangen in bas Gebäube ein und nahmen eineDurchsuchung sowie ein Verhör ber anwe- senben Personen vor. Gegen 12 Uhr verliehen bie Kriminalisten bas Haus wieder, nachdem iie im Auto von Zeit zu Zeit mehrere augenscheinlich Fest genommene sowie verf chiedene Pakete mit sich geführt hatten. , t
Bekanntlich sollte heute abend der angekün- bigte beschränkte Eisenbahnverkehr Bezirk Mainz beginnen, unb zwar sollen vom - Mainzer Hauptbahnhof aus täglich 29 Zuge ver- I kehren. Jedoch liegt der Hauptbahnhof noch vollkommen öde da: nur einige Lokomotiven rangieren. unb ausländische Arbeiter prüfen die Schte-
klub« ist, verprügelte die Franzosen ganz gehörig, so dah diese mit verbundenen Gesichtern und blauen Flecken abzvgen. Bild darauf erschien eine ganze Kompagnie Franzosen, die das Haus umstellten. Sie suchten den Athleten zu ergreifen: dieser hatte aber inzwischen das Weile gesucht.
Der Oberkellner deS Hotels zur »Post- ist von den Franzosen ausgewiesen worden, weil er auf die Worte eines französischen Offiziers: .Die Deutschen sind alle Schweines erwiltert hatte: »Sie aber daS gröhtel' Auch der Besitzer des Hotels soll ausgewiesen werden.
Bochum, 1. März. (WTD.) Der Dahnhos Oberhausen-West, der seit 23. Januar von den Franzosen besetzt war, ist nunmehr wieder geräumt. Die Franzosen hauste» in den Anlagen ganz furchtbar, sämtliche Sellwerke sind zertrümmert. Die Hebel, Weichen usw. wurden mit schweren Hämmern abgeschlagen, das ganze Mobiliar, die Telephone, Bilder Usw. sind zerstört unb keine Scheibe ist mehr ganz. Bon ben Verwüstungen sind bereits photographische Ausnahmen gemacht, die dem Auslande ein Bild von dem Treiben der Franzosen geben sollen.
Berlin, 1. März. Di« »Dossische Zeitung meldet folgende Einzelheiten über die Besetzung des sogenannten »Flaschenhalses" zwischen den Brückenköpfen Koblenz und Mainz:
3n Lorch erschien ein französischer Oftizrer mit 90 Mann beim Bürgermeister, dem er erklärte, dah er Lorch Im Auftrage der französischen Regierung besehen müsse. Von 5 Uhr nachmittags an dürfe niemand mehr die ©trabe betreten. Auf Grund dieser Verfügung holte man sogar Leute aus der Kirche heraus, die dort zum Gottesdienst versammelt waren.
Rach einer weiteren Meldung des Blattes haben bie Franzosen heute unter Hinzuziehung von farbigen Truppen in E h r e n b r e i t st e l n bieDahnhofskassebeschlagna h m t. Dre Beschlagnahme erfolgte in dem 2lugenblick, alS gerade bie Auszahlung der Ruhegehälter an pensionierte Sisenbahnbeamte ober Witwen begonnen hatte. Di« meisten von ihnen muhten, ohne einen Pfennig erhallen zu haben, tmeder nach Hause gehen. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine lebhafte Erregung.
Am stärksten umstritten wirb die Frage ber Tarife unb Dewertungsvvrschriften für die Vermögenssteuer und bie Zwangsanleihe. Für die Zwangsanleihe gelten im wesentlichen bie Bestimmungen für bie erste Veranlagung zur Vermögenssteuer. Das Reichsfinanzministeriilm hat für bie Bewertung der Vermögen Richtlintetr auf gestellt nach denen eine schnelle Deranlagurrg möglich sein sollte. Das Zwangsanleihegefetz sah ursprünglich nur für Wertpapiere eine feste Grundlage vor. In ben Richtlinien war mm eine solche auch für bas lanbwirtfchaf tliche Vermögen unb das Anlagekapital im Gewerbe vorgesehen sollte für die Bewertung des lanbwirtschaftllchen | Vermögens der zehnfache Wert zugimnde gelegt werden, nach dem der Wehrbeitrag semerzert veranlagt worb n war, während für das Anlagekapr- tal des Gewerbes im wesentlichen der sechsfache Wert der dem Rotopfer zugrunde gelegen hat, in Frage kommen sollte. Der Entwurf hatte ursprünglich keine Vorschriften über die Aenderung der Dewertungsgrundlage der Dermogens- steuer und der Zwangsanlerhe vorgesehen. Erst als die Sozialdemokratte das Zehn» fache der in den Richtlinien ^vorgesehenen Bewertung beantragte wurde dte WSe spruchreif. In ber ersten Lesung würbe die In ben Richtlinien vorgesehenen VA>CTtungs- grunbtagen Gefeteskraft haben sollten. Das würbe also bedeutet haben, bafi bte Zf^^^riebs^ landwirtschaftlichen unb f * ZLK vermöaens nach bem Vielfachen des aveyroer Iraas-Wertes b?,to. Rotopfer-Wertes erfolgen fonte ohne bah bem Steuerpflichtigen nach- adaffen üxrben sollte, zu beweisen bah drese Veranlagung weit über !>en Wert hinwisgrug ^JClnİ5W » MÄ Streit. In ber ersten Lesung war beschlossen worden, bas Dreifache bei Wertpapteren ang . yurcy em rovucyer -uhiuil —
das Zweifache bei ben fonsllgen D-rm 9 • hätte verursacht werden können, mit bem To de
geschlossen von dem KsHlage sollten msb^o £^lraft Wenn die Handlungen nicht geignet
bere bebaute Grunbstucke^ die Wvynzwecken einen tödlichen Unfall zu ^rursach^,
dienen, festverzinsliche .^Äpapieie 0YP tomn fie abcr ,ur Folge hätten haben tonnen, im
theken und dergleichen se-n- ^ach wiederhollen ^j^^^erkchr in schwerer Weise oder für
5tlaB<6 geÄ ---------------
in dieser Frage zu erzielen. Man einigte sich
!xn vierfachen Zuschlag, I" baft Jür -^tWiere ber vierfach? Wert bti nach Um letzten Zwangsanleif^geseh vorn Dezember 1922 test gelegten Steuerkurses m ^^e komnll,
"ran »«g, gE1OT w m -
nach diesen Grundlagen stimmen, dah die von den mtCTall iierten Militär
sfÄrs-SÄgs - ös Oppcfitton für baS Plemim an8.ef?>"E,l£etDertunfl
Sins sehr wichtige L d<° der sogenannten eisernen Destarche M kommensteuer unb ber bisher in ^luck
Weise nach § 59a geregelten ^^S^k^bte hier ist ein Kompromiß gefunden taaen
Veranlagung für 1922, von bem man nidjtjaflen E Xr Wön ten Wünschen von Handel unb Industrie ermgr ____________
maßen Rechnung tragt ©aäExekutionSarten zu vollziehen. Llnrecht auszugleichen, dah der Abzug vom


