Gießener Strafkammer.
sdorf
mütt<
„Olein!“ . . .
Die Augen der Fremden fragten: Wer bist bu T*
„Unb Lenes Augen erwiderten. „Was fucfrft du hier?''
Dann zerrann das Bild.
Das fremde Fräulein mit dem schwarzen Hirt bewegte sich, und em Duft von unsagbarer Zartheit quoll aus ihren Gewändern, aus dem groben weichen Muff, der so mächtig war dab sie aam hätte hineinschlüpfen können '
Ein kurzer Gruß, sehr flüchtig, sehr kühl - und Lene war allein.
Sie /tarrte die Tür an. Hatte sie das alles geträumt ?
Krers Wetzlar.
dr. Ahbach, 24. Aug. Mitte der 90er Hahre wurde von der Gemeinde Dutenhofen eine Lahnbrücke unweit der Haltestelle gebaut. Dem Bau einer festen Straße von hier nach dem 20 Min. entfernten Nachbarorte stellten sich damals erhebliche Schwierigkeiten in den Weg. Nun hat unsere Gemeinde in diesem Frühjahre einen Teil des Weges ausgebaut. Die letzte Strecke in der Ah- bacher Gemarkung wird augenblicklich gedeckt Vielleicht folgt die Gemeinde Dutenhofen diesem Beispiel und baut auch In ihrer Gemarkung die kurze Sttecke von der Brücke bis zum „Damnf' aus.
Hessen-Nassau.
Auswirkungen der Teuerung.
fpd. Frankfurt a. M., 28. Aug. Die Arbeiter der Ligawerke verlangten am Samstag von der Verwaltung eine Beihilfe von 3000 Mk. für die Deckung des Win- terbedarfs. 800 Mk. wurden ihnen zugestanden, womit sich die Arbeiterschaft aber nicht zufrieden gab. Als die Leute heute nach der Fabrik kamen, gab man ihnen bekannt, daß sie aus gesperrt seien. Sie machten darauf Miene, die Fabrik zu stürmen, wurden aber im letzten Augenblick von besonnenen Kameraden zuruckgehalten. Polizeiaufgebote sind jetzt tn der Fabrik zum Schutze der Werke aufgestellt. 3n der Schnurgasse verkauft»' heute ein Geschäft das Pfund Mehl für 9 0 Mark. Darüber empörten sich Hunderte von Frauen derart, daß die Polizei, um Aer- aeres zu verhüten, die vorläufige Schließung des Geschäftes veranlaßte. Ein Teil der Poli
zei steht in Bereitschaft.
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uns folgender Bericht zu: „Am letzten Sams tag kam ein Bäuerchen aus der Amgegend auf den hiesigen Wochenmarkt mit Butter. Da der Preis ein hoher war, glaubte der Mann I noch einen viel höheren zu erzielen und weigerte sich, seine Butter an die an ihn heran- getrefcnen Käufer abzugeben. Auf Einschreiten der Polizei wurde er gegen diese sehr renitent und äußerte zu dem Beamten: ,Du hast mir gar nichts zu sagen, ich kann mit meiner Butter machen, was ich will.' Durch dieses Verhalten entstand ein Auflauf, so daß der Beamte gezwungen war, den Mann zur Polizeiwache zu bringen, wohin die Käufer gefolgt waren und wo er die Butter zu einem angemessenen Preis an diese abgeben mußte."
"Damen - Fünfzigervereinigung 1 8 7 2— 1922. Die Damen Gießens haben sich in diesem Jahre, dem Beispiel der Herren folgend, zur Fünfzigerfeier zu- | sammengefunden. Gestern hatte sich eine stattliche Zahl zur Karlsruhe begeben, wo bei einer guten Tasse Kaffee einige vergnügte Stunden verlebt wurden. Der Vorsitzende der diesjährigen Herren-Fünfziger hatte seinen „AlterSgenvssinnen" zu ihrer Freude einen riesigen Blumenstrauß gesandt. Dieser schön verlaufenen Veranstaltung sollen noch einige weitere folgen.
*.* Die Hühnerjagd ist gestern in sämtlichen Kreisen des Landes aufgegangen.
der Regatta bei. Don den gemeldeten Vereines war infolge äußerer Umstände Weilburg nicht erschienen. 3n sportlicher Hinsicht stand die Regatta auf ber Höhe. Am Samstagnachmittaa und am Sonntagvornnttag wurden die Vor - rennen ausgefahren. Der Limburger Klub und ber Limburger Verein gewannen je 4 öicqe Dem Wetzlarer Klub gelang es, in 2 Rennen zu siegen. Der gleiche Erfolg war auch dein Verein Rudersport Gießen beschieden. Die (Siebener Rubergesellschaft und bie Limburger R. G. gingen leer aus.
Der Verlauf ber Rennen war folgen ber:
1. Zungmann-Einer: 1. Limburger B.-V. 7:35,8. 2. Gießener R.-G. (Willi Amenb) 8: 18. Limburg gewinnt bas Rennen in gan* überlegener Weife, ohne besondere Anstrengung Gießen lag vom ersten Startschlag an im Hinter^ treffen.
I ** Der Schlofsermeistertag bes Kreises Gießen fand am vergangenen Sonntag im Hotel Felsenkeller statt. Stabtrat Krai - l i n g begrüßte bie Anwesenden. Alsdann sprach Schlossermeister Heinrich Schön über Organisation, Kalkulation, private und behördliche Arbeiten. Die Versammlung beschloß einstimmig, eine Kommission, deren Obmann Architekt Burg wurde, zu ernennen, die einen Organisationsplan entwerfen soll. Dieser Entwurf soll in einigen Wochen .giner größeren Versammlung vorge^gt werden.
Turnen, Sport und Spiel.
Regatta in Gießen.
Zum zweiten Male hat sich ber Lahn- Negatta-Derbanb entschlossen, mit Rück- fidjt auf bie guten wörtlichen Erfolge im vergangenen Jahre eine Regatta abzuhalten. Mit der Durchführung würbe abermals ber Verein Rubersport Gießen 1913 betraut Durch baS wunderschöne Wetter nach den vielen Regen- wgen war eine große Zufchauermenge an ten Ufern ber Lahn erschienen, bie mit sichtlichem Interesse an ben friedlichen Wettkämpfen teil- nahmen. Die gute Vorbereitung durch ben feft« gebenden Verein trug wesentlich zum Gelingen
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sf. * rieb berg, 28. Aug. Auf der Tagesordnung der letzten Stadtverorbnetensitzung stand ein Punkt der geeignet ist, auch das Interesse weiterer Kreise zu erregen, nämlich die Grrich- am städtischen Xer ®?ctoa£ter des Gaswerkes Beigeordnete Langsdorf haben verschiedene bereits bestehende dwartige Oena und Darmstadt, besichtigt und darüber berichtet. Danach können aus 1 Kubik- Aramm Benzol gewonnen wer- AX der Preis des Liters gegenwärtig dü. ^tragt so ist damit zu rechnen, bajj 2In ^9C bereits in einem bis zwei viS11 Aedeckt werden. Der Gas- und Wasser» ^rkskommission wurde es überlassen, mit einer ^rma in Verbindung zu treten; die floften werden auf eine halbe Million berechnet.
" Die Astor ia-Licht spie le haben sich an den ersten beiden Tagen dieser Woche einer Vorführung zur Verfügung gestellt, deren unterhaltender und belehrender Charakter gleich hoch M werten ist. Dr. K a l b u s beginnt in feinem Ertrage „mit ber Geschichte des Hypnotismus als Wlssenscyaft bis zu ihrem heutigen Stande und geht bann an Hand von Beispielen, die der H y p. nosefilm illustriert, zur Darlegung der ver- yptwe. e.. Eifchrinungsarten über. Ausgehend von bec Tierhypnose, die an mehreren Gattungen bewiesen wird, schildert der Vortragende bann Ex- I berimente an menschlichen Medien unter eingehender Erläuterung ber Technik ber Hypnose ! E _ter verschiedenen Erscheinungsgrade und Ichlleyt mit ber Vorführung abnormer (Seelen- £uftanbe bei Geistesgestörten seine Ausführungen
Bedeutung vor allem in der begrüßenswer- I tcn. Aufklärung dieser vielfach von Schwindlern ^«^udten Vorgänge zu erblicken ist. Um jede Möglichkeit derartiger Mißbräuche zu untevbtn- S rstes SU wünschen, daß von dieser Gelegen» ^lebrung zu erhalten, möglichst Gebrauch gemacht wird. 4,1
rnotizcn.
nr,. "7 ^?Lk^^Enber für Dienstag. Astvria-Llchtsprele, ab heute: „Du sollst nicht begehren ..." und „Das grinsende Gesicht": abends 8Vz Ahr: Der Hhpnosefilm: „Dom Iensetts der Seele . - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die kleine Midinette". — Palast- Lichtspiele, ab heute: „Das Mädchen vom Mvorhof und „Knoppchen und seine Schwiegermutter". v
Kreis Friedberg.
lab, war ein schwarzer Hut, flach wie eine Scheibe, die leise wippte, ein Stück Dacht mitten am ~ em so aufregender Hut mit seinen Schatten und Lichtern, seiner ihm innewohnenden wellenförmigen Bewegung, seiner weichen Trau- vas weihe Gesicht barunter trotz seiner blühenden Zugend den leidenschaftlichen Schimmer spaterer Zahre von ihm lieh.
Lene verging alles Denken. Jene schlanke Gestalt, eng von einem schwarzen Samtmantel umspannt, rührte sich nicht.
Beide sahen einander lange schweigend ins Gesicht.
Lene setzte ihren Dickkopf auf. „So, bann aeb' troht? fic' -2ch taB mir Vn <wpn nicht sieben, wenn jemanb dabei ist. Unb r“ «auch.noch gar nicht angezogen. Unb ich fann keine Mrnut mehr warten 1'^
<5ic war schon an der Tür.
~ ”.2C5'e5.ben 3abn bringft du mit!“ rief ihr die SfaTter t6n , in wickeln."
2111' der Straße angelangt, begann bie Lene zu rennen, wie verfolgt.
battet? *?’ 5)0 lohnte Heinz. Dorthin
hatte sie alle bie zahmen, etwas kindischen Briefe rlC-Iie ^utc mit 3orn dachte Aber heute wollte sie ihm beweisen, baß sie auch anders .Ebrltcher, freier, aus der verlogenen Schüchternheit, bie ihr künstlich angeklebt word^, ,^usw«chknd »um OBJ», 1umn8eXn Ä M'Ä“ tt>CirCn ,Onnle ,ie da« iMä ^in ich, Heinz! Run laß uns einander ins Auge schauen, bis wir einanber wieder er- fennen und lieb haben, wie einst." So wollte Ne sprechen. Unb keine Tanf kam. sie zu stören Mo Weg war weit. Heinz wohnte in der ?^iabt draußen, unb bie Gärten starrten mür- Ö€n grauen, schneeschweren Himmel Im hier lieblich fein; jetzt
mikhf ®(&?n!nCTot>t,n Ö€n suchten Gründen ge° Di^le Zeit vor dem Schnee, zwischen Herbstflamme unb Winterpracht, ist bie tröst» Labres. Es ist Zeit, die manche Menschen m die Vergnügungsstätten treibt um diese graue Zwtschenperiote totzuschlagen
^aus leicht. Die Adern ihres bcnn sie war ein wenig "bleich- fuchtig und aufgeregt; als sie die Glocke läutet U>r ^mut. als trenne sie sich durch diese Handlung auf ewige Zeiten von ihrem frühe-
Eine freundliche Frau öffnete ihr.
, Vuldetvin fei nicht zu Haufe; aber er a>cvbe gleich toieberlommen, fei nur mal ins
2. Zungmann-Vierer (Heraüsfvrde- rungspreis): Hermann Happel-Gedachtnispreis- I Limburger R.-D. 6:22,6. 2. Limburger R- ÄI. 6:30. 3. Verein Rudersport Gießen 6:59 Rach wechseknder Führung zwischen-Limburger Verein unb Gesellschaft mit 2’/2 Langen gewonnen
3. Gast - Vie rer: 1. L i m b u r g e r R -Kk 6:17. 2. Gießener R.-G. 6:23. Limburg nimmt nach gut gelungenem Ablauf sofort die S^tze unb hält biefe sicher über die ganze Strecke « L Schüler-Vierer (1200 Meter, fliegen- der Start): 1. Limburger R.-V 6. 39 2 Verein Rudersport Gießen 6:40,6 3 Gießener R-G 6: 43. Rudersport Gießen schien schon nach fteter FuhEg bas Rennen in der Hanb zu haben als Limburg in prächtigen Einschlägen energisch an das Spitzenboot herangeht und mit Luftkastenlänge zu siegen vermag.
5. Lahn-Einer: 1. Limburger R-V ?4764ao* ^adersport Gießen J^uHer) 7: Muller kommt am besten ad, wird aber schon nach den ersten Schlägen von Kruper ei.igeholt, ber stetig vorgeht unb bald mne Gange Vorsprung hrrausgerudert hat Beide Smller spurten nun fortwährend, und sie liefern 19 ein heißes Rennen, das Kruper mit l1/, Gangen zu seinen Gunsten entscheiden kann
Erster-Vierer: 1 Gimburger 0L- ÄT. 6:14,4. 2. Giehener R.-G. 6:20. Die gleichen Gegner wie im Gast-Vierer durchruderten in schönem Stil die Bahn, wobei sich wieder bie Limburger Mannschaft als am besten durchtrainiert &■ §ie vermag das Rennen mit !>/, Gängen 2lbstand für sich zu entscheiden
^Oungmann-Achter: 1. Gimburger R.-Kl. 5:50,6. 2. Gimburger R -V 5 52 Ein scharfes Rennen,- das einen schönen ' fairen Kampf zwischen den beiden Limburger Mannschaften brachte.
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ÜH10&' dienst in taj katholischen Sem Stadtkirche lvml Orchesters, der Mc sangverein Ganger lenswerten künstle Verschönerung der Pfarrer Schmld Stadt im Gebet u dankenreiche Dew et den Brief Pa M 33-36 zu mhnte die Glaub gute deutsche 6taa fürchtiges Leben x es dem Deiche und Geist der Fröinn Achtung vor den Obrigkeit müsse I feit, Treue, Fleib fahren grob gei Mauern eine trm Aorfahren der 6 ligion und ihre 0 taten, um das ft’ des Einzelnen zu hin bleiben. Äar allem auch die . durch deren recht Md OtaaMrge ddMsvick sei. ] lischen Gemeinde ab, der im ßinb Lagos den Gott Übung der jSeelj
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8. Alter-Herren-Vierer (1200 Mtr. fliegenber Start): 1. Verein Rudersport ließen (PH. Schira, L. Schmalz, O. Schäfer G. Hoos, 0t: H. Schmitz 3:58,6. 2. Gießener R.-G. 4:00,8. 3. Wetzlarer R.-Kl. 4:21,6. — Die beiden Gießener Boote liegen über die ganze Vahn hart aneinander unb ringen erbittert „Rudersport" konnte sich einen kleinen Vorsprung herausrudern unb hielt biefen Abstand trotz heftigem Gndvvrstoß der „Gesellschaft" bis ins Ziel bei.
a» 2; ?"sönger-Dierer: 1. Wetzlare, 6:36. 2. Gimburger R.-G. 7:05 9.
10. Zu ngmann-Vierer. 1. Wetz- A.'Kl 6,32. Gimburger R-Kl. 6:32,8. ®ie beiden gleichwertigen Mannschaften führen einen erbitterten Kampf, angefeuert durch Zu- rufe ber zahlreichen Wetzlarer und Gimburger Zuschauer.
11. Ermunterungs-Vierer: 1. Ber- em Rudersport Gießen (E. G. v. Grvl- man, K. Krug, E. Henkel, A. Hermann, St • W. Eisenhardt) 6:27,6. 2. Limburger R.-G 6:31,8. 3. Wetzlarer R.-KI. 7:00. — Unter Führung von Gießen gehen die Boote auf die Strecke. Wetzlar bleibt stark zurück. Gießen gewinnt ben Kampf mit guter Lange.
12. Großer Lahnachter. 1. Gimburger A.-Kl. 5:52,8. 2. Verein Rudersport Gießen 5: 0. ~ Rudersport, aus dessen Achtermannschaft vier Mann 20 Minuten vorher ein hartes Vierer-Rennen (Rennen 11) gefahren hatten, hielt sich gegen Limburg, bas einen guten Ächter ins Feld steltt, sehr gut
DiePreisverteilung erfolgte burch ben Vorsitzenden des Lahn-Regatta-Derbandes Bürgermeister Dr. K ü h n - Wetzlar. Mit aus-' gezeichneten Worten gedachte er des hohen Wertes unseres Sportes, insbesondere des gesunden' Rudersportes für unser heran wachsendes Geschlecht sowie für den Wiederaufbau des Vaterlandes.
Die nächste Herbsttegatte wird der Ruderklub Wetzlar übernehmen.
Gießen, 22. Aug. 1922.
Der Gärtner Ludwig G. aus Gießen war vom Schöffengericht Gießen wegen schw e r en Diebstahls im Rückfalle zu einer Gesamt- zuchthauösttafe von 4 Jahren 3 Monaten verurteilt worden, weil er 14 Hühner aus nnem verschlossenen Hühnerstall und wertvollen Bronzeschmuck von einem Grabmal des neuen Friedhofes entwendet hatte. Die Strafkammer würdigte den ersten Fall in derselben Weise wie die erste Onstanz; bezl. des zweiten Falles erachtete sie eine Auchthaussttafe von kur angebracht (die Borinstanz hatte 3 Jahre angesetzt) und zog beide Stra- ,en zu einer Gesamt zu chthaus st rase von 4 Jahren zusammen.
Der 20jährige Gelegenheitsarbeiter Jakob G. aus Lampertheim und sein löjähriqer Bruder Balentin begaben sich, erstgenannter mit einer Armeepistole bewaffnet, nach Ober- Hessen, brachen am 30.6.1922 in Dleichen- bach in das Haus des Lehrers i.P. Diehl ern, öffneten gewaltsam alle nur erreich- oaren Schränke und Kommoden und st a h l e n daraus 2300 Mk. Papiergeld, zwei silberne tthren, emen Feldstecher und dergl. mehr. Es gelang ihnen, mit ihrer Beute nach Glauberg zu gelangen. Alls sie hier tn einer Wirtschaft gestellt wurden, bahnte sich Jakob G. mit vorgehaltener Pistole einen Weg ins Freie und bedrohte auch auf der Flucht verschiedene Adlle seine Verfolger. Daß die Pistole nicht auf einer Ladehemmung. Jakob G. erhielt eine Gesamtgefäng- ulsstrafe von 3 Jahren,, auch tourten tpm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Valentin G. tourte zu 6 M 0 n a - ten Gefängnis verurteilt; er toar von seinem Bruder, der schon mit einer längeren
Gefängnisstrafe vorbestraft ist, verführt.
Theater gelaufen, um nach ben Proben zu sehen — und sie werde ihr einstweilen aufschließen, denn Herr Güldewin habe schon öfters nach- gefrngt, ob Besuch bagetoefen sei.
Gene war erstaunt Die freundliche, mittell- L orau lieb sie ein und verschwand wieder, ßcne zitterte an allen Gliedern, so wuchtig überfiel sie die Gewißheit, daß diese erste felbständige Handlung ihres Gebens nun unabänderlich war und — vielleicht — von Heinz ganz, ganz anders gedeutet werden tonnte, als sie er- toartete! Lief ein ehrbares Mädchen zu einem -Emn auf3 Zimmer? Selbst wenn dieser Munn thr Bräutigam war?
Einerlei k Sie konnte nicht mehr zurück!
Mlmählig wurde sie ruhiger uno begann, sich bie Einrichtung des Zimmers anzusehen. Richt zu spionieren, beileibe dafür war sie fich zu gut Er Heinz' Persönlichkeit wurde ihr durch tausend Kleinigkeiten nähergerückt Durch ein Buch m tem er gelesen, eine kleine Taschenbürste die auf einem Bord lag. seine Schreibfeber bie Hausschuhe aus rotem Saffian, bie er, ordentlich wie er war, am Ofen bereitgestellt hatte.
Rote Saffianschuhe.' Gene konnte nicht wider- stehen und nahm einen in die Hand Der feine Geberbuft kihelle ihre Rase. Ach, bas roch aad) Luxus — überhaupt hatte er alles so nett so besonders. — '
Mit brennenden Ohren kramte sie weiter in lernen Sachen; aber sie schämte sich dabei, als hätte sie ihn tn Hemdsärmeln überrascht.
Unb plöh.«ch zuckten ihre Finger wie von Schlag getroffen von einem S? na$ bem f“ -b-n
-m l«is-s Stopfen ™ Tür tortte auf fie wie ein Pofaunenfioh des jungften Gerichts.
h ** Sine öffentliche Sitzung ^^isausschusses findet morgen, im Sitzungssaal des Regierungs- gebaudes statt. Auf der Tagesordnung stehen: Neuregelung der Vergütungen ter Bürgermeister und ter Besoldungen der Gemeinde- veamten der Gemeinden Eberstadt, Climbach und Ruttershausen.
" Gehaltstarifverhandlungen ein handel. Man schreibt uns: Die Gehaltsverhandlungen zwischen den Arbeit- Ebern teö Kleinhandels und denAngestellten- Gewerkschasten am 28. August sind ergebnis- ws verlaufen. Geboten wurde für August eine @^11119 des Iuligehalts um 40 Prozent, für Lehrlinge 30 Prozent. Gefordert tourten bon den Gewerkschaften 100 Prozent Zuschlag. ^2_??^^^^°Organisationen haben die Schtedsstelle inzwischen angerufen. Es wurde zwischen ten beiderseitigen Organisattvnen verettwart, daß unbeschadet ter bevorstehenden Entscheidung ter Schiedsstelle ten An- tefteHten am 31. August ein Vorschuß in । E Hohe von 50 Prozent des IuligehalteS, bei ^hrlmgen 30 Prozent, neben tem laufenden Gehalt gezahlt werden soll.
rJ* @^1)^ Siebe. On der vvr- gesttigen Nacht wurde in einer Villa in a UJr9 lmS ein Einbruchsdiebstahl ausgefuhrt, wobei den Dieben die zum Waschen bere.tstehente Wäsche im Werte von mehreren tausend Mark in die Hände fiel. Gestern gelang eS, am hiesigen Bahnhofe die beiden Tater, von denen einer in Burgsolms l ^d der andere in Albshausen wohnt, sestzu- nehmen. Einen Teil des gestohlenen Gutes ^führten sie in Rucksäcken mit sich, um die ^are m hiesiger Stadt abzusetzen. Die andere Halste der Beute hatten sie bei Ver wandten in Wetzlar abgestellt. Dem Eigen tumer konnte sein Besitz ungeschmälert wieder zugestellt werden.
- , -A^n! sagte sie ganz mechanisch und hätte $ & <V<2r?äL fe(ber °orfeigen mögen.
Zie Tur öffnete und schloß sich mtt einem
Dann sagte das Fräulein mit tem Hut hoch- «Herr Güldewin ist nicht »u Hause?" Lene duckte fich wie eine Katze, die man geschlagen hat, die sich wehren will.
-n Opferfreudige Kameradschaft wU? L6 6 V1 n.€ r Gießener Fabrik haben tei ßamtlie eines schwererkrankten Mit- A^Ziers die aus freiwilligen Beiträgen ent- standene Summe von 3000 Mark als Ge- gestiftet. - Weiter wollen sie den f nnÄS to e 1 il Cbcrftunben einer Woche ebenfalls zur Linderung der gro- 1 nUr D^fugung stellen. — Dieses Ö^J.CeUe[t€r ?achstenliebe sei wärmstens zur Nachahmung empfohlen; bann könnte viel Rot gelindert werten.
einen erregten Auf- trrtt auf dem Wvchenmarkt am Samt Stag, der viel besprochen wird, geht
BaalsfempeL
^oman von Margarete v. Oertzen- F ü n f g e l d.
8. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Man vergaß, eine Verabredung für ten solventen Taa zu treffen. Heinz war nervös, un- liebenswürbig, blaß.
-Sei nur nicht bös!" flüsterte ihm die Lene weinerlich zu.
Er lachte ihr grimmig ins Gesicht, zog den Hut und war fort.
Die Lene hatte sich den Schluß dieses Abends ganz anders ausgemalt gehabt! Ha, wenn die -^<rnt nicht gewesen wär-! . . . Sie seufzte.
Die Tanf holte indessen aus ter Reisetasche nod) einige belegte Brötchen hervor, bie sie am $°ufc fürsorglich für bie Reife ein- Brot war trocken geworben vas Fleisch schmeckte nach kaltem Fett - sie iiingelten unb bestellten eine halbe Flasche Bier QBämTme® ,et' ®*e Da-npfhcizung gab feine ^°ps aber reifte biefe Rächt ein m kXu aIIem. Raffinement ter zu streng ft?,,"U^el Gehaltenen ins Werk setzte. 3hr Ge° fnl ,cine Sekunde lang. Wer
werten. U ble TE'- durfte angeschwinbelt
andern Morgen nach dem Frühstück — so gegen zehn Uhr^ bie Tanf trug noch die weite r£rd\C?U1Qde *8“ bem guten Tuchunterrock - S MCCn auf unb stellte sich, das
Taschentuch an bie rechte Wange gepreßt ammer- voll vor bie Tanf hin. Vagen’ blanf. Sie habe so furchtbar Zahnweh gehabt unb oie ganze Rächt nicht schlafen können Der Zahn müsse unbedingt heraus
«Du willst bloß an ten Läden stehen bleiben " sagte die Tanf giftig. Da wird nix draus ich geh' mit!"
ttnbegreiftich! —
,, ?£cr ihre Nerven bebten und sagten ihr, daß sie nicht geträumt hatte.
Unb ein furchtbarer Verdacht würgte an ihrer Kehle und wiederholte bie Worte ter freund- lichen mitteilsamen Wirtin
Laut aufweinend warf sie sich auf das Sofa unb wühlte das Gesicht in bie Kissen. Sie hatte
Genien
Aus Stabt unb ßanb
® i e 6 e n, ben 29. Aug. 1922.
Höhere Terrcrungszuschüsse für Militärrentner.
^Der RetchsarteitSminister hat mit Zu- sttmmung teS Reichsrats aus Anlaß ter am k ^U2"st etngetretenen Brotpreiserhöhunq und ter wetteren Zunahme ter allgemeinen ^.eucrung mit Wirkung vom 1. September im bie TeuerungSzu- L$ÄJ f u r M i 1 i t ä r r e n t n e r nach dem Gesetz vom 21. Juli d. I. wesentlich er- 0 0 1)1. tote betragen nunmehr monatlich für Schwerbeschädigten bei einer Minte- ^ag ter Erwerbsfähigkeit um 50 bis 80 v. H. 800 Mk., um mehr als 80 v. H. 1200 Mk., für
800 Mk., für eine vaterlose Waise 400 Mk., für eine elternlose Waise 500 Mk. ! .für einen Eltemteil 600 Mk. und für ein Elternpaar 1000 Mk., für Empfänger eines Uebergangsgeldes oder eines Hausgeldes und für Empfängerinnen einer Witwenbeihilfe "00 Mk. Schwerbeschädigte, die nur auf die 2wnte angewiesen unb nachweislich einen Er- SS? ^Säuüben nicht imstande sind, erhalten 1600 Mk., eine Witwe unter den gleichen Dor- ausfetzungen 1200 Mk. Für Kinder von Schwerbeschädigten und Hausgeltempfänqern I wird ein Zuschuß von 350 Mk. gewährt.
Durch die Erhöhung der Teuerungszu- ichusse werten fluch die Einkommensgrenzett, die für die Bemessung ter Teuerungszuschusse maßgebend sind, entsprechend erhöht, so daß ein größerer Personenkreis als bisher zum Bezug eines TeuerungSzuschusseS berechttgt ist.


