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begrüßt, das Dort. Es brauche kaum gesagt zu I rm ^^den, welche Bedeutung die Erhaltung eines ges

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DaS Züricher Schauspielkmus im Verruf.

w rich, 28 tobt. (WTB.) Anläßlich der Ausführung desHalbwe11 st ü ck e s .R u g b n

ein.

Verlag des Siebener Anzeiger». Verlag der Gberhejfischen Volkszeitung.

Vermischtes. Der Fall Kaehne.

Berlin. 25. Febr. Wie die Blatter mite teilen, batte die Voruntersuchung gegen den Rite tergursbesitzer n. Kaehne das vorläufige Ergebnis, daß ein hinreichender Tatverdacht gegen ihn nicht vorliegt. Bei der Viederschietzung der Arbeiters Ajertert liege also nach dem bisherigen Unter- suchnngsergebnis ein Alt der Notwehr vor. Auf Grund dieses Ergebnisses lehnte auch der ilnter- suchungsrichtrr die Vollstreckung eines Haftbefehls gegen Hauptmann v. Kaehne ab.

Doppelmord auf dem Säntis.

Bcm, 27. Febr. (WTB.) Der Hüte, des Bergwirtshauses und des bekann­ten meteorologischen Observatoriums auf dem 2500 Meter hohen Sänlis in den Appen­zeller Alpen ist samt seiner Frau er­mordet worden. Telephon und Telegraph funktionierten schon mehrere Tage nicht mehr. Man hatte dies aber auf die fallenden Schnee- massen Kurückgeführt. Einzelheiten fehlen nnd).

Mus Stabt ttitb Land.

Dietzen, den 28. Febr. 1921.

Unseren Lesern zur gesl. Beachtung!

Die ZettungSpapierpreife und die Herstel­lungskosten sind während der Monate Januar und Februar wesentlich hoher gestiegen als vor- ausgesehen werden konnte. Demgemäß blieben die Bezugspreise der hiesigen Zeitungen ganz erheblich hinter den Mehrkosten zurück. Wettere Preissteigerungen stehen unmittelbar bevor. Die wachsenden Belastungen können von den Blättern nicht länger allein getragen, fte müßen wenigstens zu einem Lett von der Leserschaft übernommen werden.

Dom 1. März ab tritt für die Gießener Tagespreise eine Dezugspreiserhöhung

nm 2 Mark

^enkmales, wie unseres Goethe-Hauses für Deutschland habe. Es sei einer jener zentralen Punkte, um welchen sich die Deutschen Seelen sammeln. Und dies.s Sammeln, dieses Cusammen-- frncen der einz.l.ren Seelen, um ähnliche Punkte wie dieser, sei unerläßlich wenn aus Seelen eine Selle, aus deutschen Seelen eine deutsch? Volks­seele teerten solle. Darum erscheine es ihm. daß es eine der heiligsten Pflichten des n-uen Deutsch­lands sei. diese Art Seelenteaiiderung auf jede nur mögliche Weise zu unterstützen. Den Deul- fchen sei die Liebe zu seinen Dichtern und Denkern nicht auszu.reiben: daraus dürfen «l.rr un^CTe buchsten Hv frungen fchcp'e u

vchillm: und Goethe seien Mächte, denen das Deutschtum Der Welt Unermeßliches verdanke. Daß diese Mächte nur immer mächtiger werden sei der Sinn dieses Festes. Ein solche Fest recht­fertige sich selbst in der trübsten Zeit. Die alte Weisheit des 26jährigen Dichters im Munde der Aegentin habe freilich auch nach 1775 keinen Alba vonjfclncr blutigen Torheit abgehalten, von dem die Regentin sagte:®r sieht sich nach Feuer und wähnt, so bändige man Men- !$en- Alle Albas dächten das noch. Davon wüh° ten die Völker ein Lied zu fingen, die noch heute unter Fremdherrschaft seufzen. Aber die Albas seien im Irrtum. Sie erreichten meist das Gegen- teil bon dem, was sie bezweckten. Das sei auch die Ansicht unseres großen Rationaldichters, dessen Seele mit allertiefstem Verstehen auf Seiten des unterdrückten Volkes sei. - Die Vorstellung selbst stand, was Darstellung und szenische Bilder an- betrifft, auf einer bemerkenswerten Höhe. Beson­ders wurden Earl Ebert als Egmont und Gerda Muller als Klärchen gefeiert. Die Leistungen des Orchesters reihten sich würdig an.

Turner

_«uhb< Münchens bahn l asen ar oaU-SMLma

Kirche und Schule.

* Darmstadt, 27. Febr. Durch das mir dem ehemaligen Grohherzog getroffene Abkom­men ist das Fürstenlager in der Gemar­kung Auerbach in Las Eigentum des Hess scheu Staates übergegangen. 3n den Krie^sjah ca wur­den von den Gebäuden einige als Lazarett ver­wendet und nach dem Rückzug der deutschen Truppen wurde der größte Teil der Gebäude noch Monate lang von dem Militär in Besitz genommen und benutzt. Hierbei fanden beispiellose Zerstö­rungen und Beschädigungen im Innern der Ge­bäude statt, die nach dem Weggang der Truppen noch durch private Eingriffe vermehrt wurden. Don den Gebäuden konnten bis jetzt nur vorüber­gehend und in beschränktem Umfang Rotwoh­nungen eingerichtet werden. Verhandlungen mit dem Reich wegen Uebernahme der Wiederher­stellungskosten für die enizen Beschädigungen, die das Militär verursacht hat, sind inzteischm zum Abschluß gelangt, und die Gebäude können nun­mehr zur Einrichtung eines geplanten Volks­hochschulheims auf dem Lande, das als Ergänzung dienen soll zu den Arbeiten, die über­wiegend an Stadtvolkshochschulen nur in den Abendstunden geleistet werden, vermietet werden. Es ist daher geplant, in dem Heim während des Sommers in abwechselnden FerienLu.sen a uppen- weises Zusammentreten von 3040 2ur5cttcrn. Angestellten und Beamten mtt einigen Lehrern und dem Leiter des Heims zu Lebens- und Ar­beitsgemeinschaften für je 24 Wochen und wäh­rend des Winters Aufenthalt für 2530 Volks- Hochschüler auf eine längere Unterrichtszeit.

L^°' Ä1« kneifte.

" Wieder eingelegte Züge. Ab Freitag, 3. März, werden wieder die Eil- züge II und 80 zwischen Frankfurt und Kassel gefahren, und zwar Gießen ab in Richtung Frankfurt 9.48 Uhr vormittags; in Richtung Kassel 9 Uhr nachmittags. Mit diesen Zügen wird einem schon lange vorgelegenen Bedürf­nis Rechnung getragen.

* Eine Sitzung der Stadtvepord- n e ten findet am Frlltag dem 3. März, nach­mittags 4i/g Uhr, im Stadthause Bergstraße (Sitzungssaal) mit folgender Lagesordnung statt: Orlssatzung, betr. Erhebung einer Filial- und Warenhaussteuer. Kreditbeteilligung für den Reudruck der Zinsscheinbogen zu den Anleihen von 1912 und 1893 95. Vertretung der Stadt­verwaltung und Stadtverordneten-Versammlung im Vorstand der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Vergütung für das Halten eines Wachhundes durch Schulwart Heißler an der Höheren Mädchenschule. Die Verhältnisse des Stadttheaters; hier: Bewilligung mm Zu­schüssen. Gesuche um Erteilung der Schank­konzession: a) des Zoh. Haferkamp für Leih- gestern«--Weg 18 (Schöne Aussicht); b) des QL Merlau für den Betrieb einer Frühstücksstube, Ludwigstraße 26. Bebauungsplan für das Ge­lände gegenüber der S echenanstelt Biugesuchr: a) des H Schön für Marburger Straße 22; d) des K Lapp für Diezstraße 7; c) des Emst Riemann für Seltersteeg 64; hier: Dispens von der Vor­schrift des § 18 des O.D.St.; d) des Fritz Schlüter für ein Gartenhaus auf dem Grundstück m der Waldkolvnie. Ausbau der verlängerten Bleich­st raße; hier: Ueberteölbung des Klingelbachs. Umnummerierung der Häuser Südanlage 16a, 17a und 18a. Reueindeckung der Dächer auf den Geschäftszimmerbaracken am Trieb. Kredit­bewilligung für den Abbruch der Baracken des Dulag. Abbruch eines zum Grundstück Kirchen- Platz 10 gehörigen Rebengebäudes; hier: Kredit­bewilligung. Verwertung der Räume im Erd­geschoß des Hauses Schloßgasse 9. Gesuch des Gießener Eisvereins um Uebernahme von 3n» stallationskosten auf die Stadtkasse. Aenderung der Beleuchtungsanlage in der Turnhalle der r. Oberrealschule. Erhöhung der Gebühren für die ^Mitglieder der Wohnungszuteeisungskommission. y Ablösung der Zwangseinmietung durch Geld­zahlung. Rechnungsabschlüsse des Gas- und r Wasserwerks, sowie des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn für 1919. Vergebung von Zementrohrlieferungen. Gesuche um Preisnach­laß für aus dem Dulag abgegebene Baustoffe: a) des Akademischen Ausschusses für Leibesübun­gen; d) der Gießener Rudergesellschaft von 1877; c) des Schwerkriegsbeschädigten Ludw. Schäfer ll. Ueberlassung von Fahnen uste. an den Reichs­bund der Kriegsbeschädigten; hier: Erlaß der Leihgebühr. Verrechnung der an Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung ausgee'enen Fahrkarten für die Straßenbahn. Bewilligung ÄneS Kredits zur Beschaffung von Türen an den Straßenbahnwagen Erhöhung der Einkom­mensgrenze für Gewährung freier Lernmittel an der Volks- und Fortbildungsschule. Rieder- schlagung der Vorschüsse von inzwischen ausgeschie­denen Arbeitern. Annahme von Stiftungen: 2) der Georg-Gaffky-Stiftung; b) der Minna-

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des Hess. Bauernbunves tm Kreise Alsfeld gegen die Ungerechttgketten des Ge- treideumlageverfahrens zogen etwa sechs­hundert Bauern in einem Demonstra­tionszuge vor das KreiShauS und for­derten hier von der Kreisbehörde die soforttge Abstellung der Maßnahmen.

Hessen-Nassau.

Jj Marburg, 27. Febr. Der HauS- Haltsvoranschlag für 192 2, der letzt vom Magistrat veröffentlicht toirb. schließt mit ru.ib 18 150 000 Mk. ab. Bei den Aufgaben fte;en die Billmngsanstalten mit 5i/2 Millionen All. an erster Stelle, die allgemeine Verwaltung erfordert 4 Millionen Mk. und die Vermögens- und Schuldenverwaltung über 3 Millionen Mk. - Seit letzten Sonntagabend ist bter ein S.udent, der sich auf dem Rachhausewege von einem Freunde verabschiedete, verschwunden. Der junge Mann soll einen größeren Geldbetrag bei sich geführt haben. 3n einer unter dem Vorsitz des Landrats v. Loeteenstein abgehalle en Ge­neralversammlung der -H^r dbuch- g e s e l l scha.f t zur Züchtung des Bogelsb rger Rindes wurde mitgeteilt, daß dieses rote Höhen­vieh wegen seiner Bodenständigkeit für unser hessisches Berg- und Hügelland allen anderen Viehgattungen vorzuziehen fei und sowohl in bezug auf Milch- und Fleischergiebigkeit wie auch als Zugvieh von keiner anderen Rasse über­troffen würde. Mit dem Anschluß des Unter- verbands Gießen, wozu auch die hiesige Herdbuchgesellschaft zählt, an den Verband mitteldeutsch.er Rotviehzüchter war mau einverstanden. 3n der letzten in Kassel ab gehaltenen Sitzung ist beschlossen worden, nicht mit Frankenbullen zu kreuzen, sondern die Rot­viehbullen aus Schlesien zu empfehlen.

Die Frankfurter Goethewoche.

Frankfurt a. M, 27. Febr. (Wolfs.- Die Frankfurter Goethewoche wurde Hütte vormittag mit einem Fetakt im Festsaale des Völler- museums in Gegenwart des Reichspräsiden en e r t, der Minister Dr. Köster und Dr. Bolitz und einem zahlreichen geladenen Publikum feierlich eröffnet. Kultusminister Tr. Bolitz würdigte Goethe als Erzieher. Die geistige Einhett in Goethe werde unserem Leden den Sinn geben, den Goethe das Letzte nennt, wozu fcie Menschheit gelangen könne: die Ehrfurcht, Ehrfurchi vor sich felbft vor dem, was über uns fei, was uns gleich und waS unter uns fet 5ag sei ein Erziehungsproblem von wunderbarer Tiefe und schlichter Größe, eine Bekehrung zur tfefften Innerlichkeit, zum höchsten Glück der Erdenkmder und zugleich zur Sozralpädagogif im höchsten «inne. Der Präsident der Weimarer Goethegesellschaft, Bür kl in. drückte das Ge­löbnis aus, daß die Goethestadt Weimar immer mit der Goethestadt Frankfurt zusammengehen werde, um die geweihten Stätten den Enkeln zu erhallen.

Sranjfurt a. M 27. Febr. (WTD.) Die Reche der Festvorstellungen anläßlich der Goethe- Woche wurde heute mtt einer sorgfältig vvrberei-

Führung in Ge e wart des Reichspräsidenten Eoert. des hessischen Staats­präsidenten ällnch. der Minister Dr. Köster und Dr- Dölitz fotoie ber Spitzen der hiesigen staat­lichen und städtischen Behoben eröffnet Reichs­minister Dr. Köster richtete von der Loge aus im Ramen des Reichspräsidenten sowie der Reichs- und Landesregierungen Begrühur gsteorte an die Versammelten. Wie sich alle Kreise zur Rettung des bedrohten Goethe-Hauses, dieses Ra­tionalheilig ums, zusammenge.'unben hätten so möge in gleicher Weise das deutsche Volk sich endlich zu'ammentun, um sein innerlich und äußer­lich bedrohtes deutsches Staatenbaus zu retten. Rach dem Minister ergriff Gerhart Haupt­mann, von dem dichtgefüllten Hause stürmisch

c Züricher Schauspielhause fanden gestern lebhafte Demonstrationen der Züricher Studenten statt. Es wurde ein Aufruf an alle Studierenden erlassen, daß in Zukunft jeder Stu­dent, der Interesse für wahre Kunst habe, das Schauspielhaus meiden werde.

der Herren, der auch anwesend war, beizuwvhnen Da ich nun zufällig Zeuge der Verlobung war. so erhielt ich wie alle anderen ein Geschenk zur Er­innerung: zwei seidene gestickte Tücher in einer blauseidenen Hülle, die ich meiner Frau beim- zubringen habe. Dann erst kam der Obereunuchc und führte mich über eine mit prächtigen Teppichen belegte Treppe hinauf in eine luxuriös und ge­schmackvoll audoeftattete Vorhalle und durch einen Sle ch ll mit öfteren Teppchm behäng c n Ga g in das Gemach der Khedwe, die mich so auf er .em Diwan sitzend mit befangener Miene unverschleiert empfing. Im Gemach war noch eine Prinzessin, gleichs - lls unv'rschleicrt. welche ftanzosi ch sprach, was die Khedive nicht kann. Der Leibarzt forderte sie nun auf, sich den Puls fühlen zu lassen, den ich in Ordnung fand. Ungern entblößte sie auch einen Heinen Teil der Brust, um sich das Herz untersuchen zu lassen. Ich erleichterte ihr dies, in­dem ich es fertig brachte, das Herz durch die in­nerste Hülle des Leibes zu auskultieren, ohne die Brust ganz zu entblößen. So untersuchte ich ftc ziemlich genau und erlebte nicht, was dem Dr. Winternih aus Wien passierte, welcher ihr vor zwei Zähren den Oberarm entblößte, worauf sic vor Scham ohnmächtig umfanE. Er soll sie war damals sehr korpulent, während sie jetzt daS rich­tige Maß 'einhält * den Arm betastet und ver­wundert auSgerufen haben.Tout «ja c'est vous?" Verabschiedet, führte mich der Doktor in den Saal wo die Familie Tewfiks sich zusammenfi-idet, wenn er den Harem besucht, u*m allda zu konferieren Wir wurden aber nicht lange geduldet, die Eunuchen liefen ganz entsetzt herbei, trieben uns aus dem Saal und dekomplimentierten uns aus dem Hause. Ich denke, dieser ausführliche Bericht wird Sie und die anderen Damen befriedigen. Fast hätte ich vergessen zu bemerken, daß die Vcze- königin noch jetzt, obschon sie zwei Sohne hat. die fast erwachsen in Wien erzogen werden, die schönste Frau in Aeghvten und eine der schönsten der Wett ist. Dies ist allgemeiner Glaube, und ich teile ihn "

etnfteüung entstanden, sprach sich der Redner nicht aus. Iedvch aus seinen Ausführungen in anderem Zusammenhänge ging hervor, daß hierfür s> l)stverständ.ich die ReichLrezie ung ver- antwvltlich zu machen sei, die dock) dtese Wirkung hätte vorausschen und deshalb den Streik hätte vermeiden müssen. Herr Beckmann übersah hier­bei. daß der Etat der Reichsregierung an unerfüll­baren Versprechungen schon her Entente gegen­über ziemlich verausgabt ist und daß sie sich daher in der inneren Politik erst recht innerhalb der Grenzen des Möglichen bewegen muh.

Zum Schluß ftt.ier Ausführungen lehnte Beck­mann jede Koalition mit bürgerlichen Parteien ab und verlangte eine rein sozialistische Regierung, die bei einem eventuellen Mißtrauensvotum bog Parlament auszulösen habe. Von den Reuwahlen sei dann zu hoffen, daß die Einhettsfront aller Lohn- und Gehaltsempfänger den Sieg davon­tragen werde. Von den Ausführungen der Diskussionsredner ist nur die Forderung des He:wn Krüger erwähnenswert, daß irgend eine Organisation geschaffen gerben müßte, die die lebenswichtigen (Betriebe sichere, wogegen Beck­mann in seinem Schlußworte aussührte, daß durch eine Verweigerung der Olotstandsarbeiten auch in den lebenswichtigen Betrieben die Arbeiter ihre Forderungen besser durchsetzen würden.

** Der Evangelische Arbeiter­verein veranstaltete am Sonntag im Johannes- saal einen Kamme rmufikabend, an dem sich als Milwirkende Mu, Mehrer Dauer, Musik­direktor K ra u ß e, Musiklehrer Geller und Fabrikant Dock verdient machten. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, die Zuhörer lauschten den einzelnen Darbietungen mit sicht­lichem Interesse und spendeten wohlverdientem Beifall Zum Vortrag gelangte zunächst das Quartett 0-Moll von Haydn; es folgte Schuberts ^Andante con moto und Variationen" und Tschai­kowskis »Andante cantabile". Wohl den Höhe­punkt des Abends bildete dann das Quartett L-Moll von Beethoven.

+r @ i n e n Vortrags morgen veoanstal- tetc die GesangLschule von Frl. Ida Stamm­ler. Ter Vortragsfolge ging ein Prolog vor­auf, dem das reichhaltige Programm folgte. Das Dargebotene fand die volle Anerkennung der Anwesenden. Besonderen (Beifall fanden die Frauenchöre und die Gesänge mit Violinbegleitung.

Wettervoraussage

Molkig, meist trocken, mild, Südwind.

Die Wetterlage hat sich nicht wesentlich ver­ändert.

Bornotizen.

Tageskalender sürDienstag: Stadttheater. 6i/3 Uhr: -Mascvttchen". Großer Hörsaal der Universität, 8 Uhr: Vor­trag der Gesellschaft für Erd- und Völker­kunde. Aftoria-Lichtspiele:Der Schatz der Azteken" undDie Frau im Käsig".

Goethe-Dun d. Der allen Gießener Kunstfreunden durch seinen rührigen Eifer be­kannte Bund zur Pflege von Mufll und ßiteratur bat seinen alten Rainen vertauscht, um unter den Aamen Goethe-Bund feinen idealen, schöngeistigen Bestrebungen in erhöhtem Maße zu huldigen. Als erste Veranstaltung, die unter diesem Ramen den Kreis der Vorträge eröffnen sollte, war ur­sprünglich eine Goethe-Feier vorgesehen, zur Er­innerung an das diesjährige Wetzlarer Goethe- Jahr. Da hierzu eine gute Vortraaskraft auS Weimar gewonnen werden sollte, diese aber erst im Spatherost kommen kann, so ist als Eröff­nungs-Abend ein Friedrich Lienhard- Abend angesetzt worden, dessen Leitung Frau Direktor Mendelssohn»Bartholdy übemcinmen hat. Wieland der Schmied kommt in verteilten Rollen zur Vorlesung.

Gießener Studentenhilfe. Die Uraufführung desLaios" am Donnerstag wird eine Vorbereitung auf die im Sommer geplante Aufführung des König Oedipus von Sophokles bilden. Der Verfasser des Vorspiels, Professor Dr. Walter Amelung ist Lester des deutschen archäologischen Instituts in Rom. Er ist in Fach­kreisen besonders durch seinen Katalog der Skulp­turen des vatikanischen Museums bekannt, in wei­teren Kreisen durch seinen für Italienfahrer un­entbehrlichenModernen Cicerone" für Rom und durch seine vorzüglichen. Uebersetzungen der Dramen des Sopholles, von denen er die Anti­gone vor zwei Zähren auch hier in Gießen selbst vorgetragen hat. Das Vorspiel ist also von einem gründlichen Kenner und feinfühligen Rachemvfin« der der griechischen Kultur und Sage gedichtet.

Kreis Alsfeld.

fpd. Alsfeld, 27. Febr. Rach einer Protestversammlung der Mitglieder

Holberg-Stiftung. Kreditbeteilligung. a) für die Quäkerspeisung; b) für die Misubung der reichsgesetzlichen Sozial-Rentnerfürsorge. Er- I Höhung der Erteerbslosenunterstützung teegen der Brotverteuerung. Mitteilungen. (Vergnügungs- . steuerordnung, Schreibmaschine, Arbeiterlöhne, . Rentnerfürsorge.)

** Verhafteter Erpresser. Vor einigen Tagen erhielt ein hiesiger Geschäfts­mann einen Erpresserbrief, in dem er auf- 1 gefordert wurde, innerhalb drei Tagen an einer näher bezeichneten Stelle in einem Brief 1000 Mk. niederzulegen, andernfalls er un­weigerlich wegen einer unsittlichen Handlung, die er sich vor Jahren an dem Briefschreiber habe zuschulden kommen lassen, zur Anzeige gebracht würde. Bei dem Versuche, den Brief mit Geld abzuhvlen, wurde ein hiesiger stellen» loser junger Mann festgenommen.

Heber die Zulassung von Zug end­lichen zur Vorführung von Bild­streifen bestimmt eine Bekanntmachung des Kreisamts folgendes: Kinder unter sechs Zähren dürfen, zur Vorführung von Bildstreifen nicht zu- gelaffen werden. Jugendliche unter 18 Jahren Dürfen nur zu solchen Vorführungen von Bild­streifen zugelassen werden, die alsZugendvor- stellungen im Sinne dieser Polizeiverordnung gelten. Sie dürfen zu den allgemeinen Lichtspiel- Vorstellungen auch in Begleitung ihrer Ettern, Vormünder, Pfleger oder anderer Aufsichts­personen nicht zugelassen werden. Iugendvorstel- lungen müssen spätestens um 8 Hör abends be­endet sein. Sie sind durch Aushang am Eingang und an der Kasse als lolche kenntlich zu machen und bedürfen der schriftlichen Genehmigung der Ortspolizeibehörde, in Landgemeinden des Kreis­amts, aus Grund eines mindestens 3 Tage vorher unter Beifügung der Zensurkarten vorgelegten Spielplans. Ein bereits genehmigter Spielplan bedarf bei veränderter Wiederholung an dem­selben Orte einer nochmaligen Genehmigung nicht. Die Genehmigung muh dem überwachenden Poli­zeibeamten jederzeit auf Verlangen vorgelegt werden. Für Hugendvorstellungen müssen beson­dere Eintrittskarten mit dem AufdruckJugend- Vorstellung" und in anderer Farbe wie die für die allgemeinen Vorstellungen gebräuchlichen Ein­trittskarten ausgegeben werden.

** In der öffentlichen.Volksver- fammlnng der K.S.P. sprach gestern abend Reichstagsabgevrdneter Beckmann über die neuen Steuern und die Folgen des Eisenbahner­streiks. Den ersteren, weitaus größeren Teil seines Referats leitete er mit. einer allgemeinen älebersicht über den Werdegang der sozialistischen Parteien und ihre Stellung zu den indirekten Steuern ein, die er als Dolksbetrug bezeichnete und deren älngerechtigleit er an dem Beispiel, daß der Arme sein Bier in der Wirtschaft gerade so teuer bezahlen mühte wie der Reiche, zu erläutern suchte. Besondere Verurteilung sanden die finanz­politischen Maßnahmen der Kriegszeit, wo Helfferich und seine.Generäle" die Kriegs­anleihen ins Leben gerufen hätten, anstatt, wie es in England geschehen, für die Sanierung der Finanzen zu sorgen! Darüber, toie nach seiner Meinung dieses gewiß erstrebenswerte Ziel sich in der Zeit, da Deutschland allein aus eigener Kraft einer Wett von Feinden Widerstand leisten mußte, hätte verwirklichen lassen, sprach sich der Redner nicht näher aus. Die äl.S.P. suche das Finanzproblem vor allem durch die Sozialisie­rung des Bergbaus zu lösen. Die 10 Forderungen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes, vor allem die Erfassung der Sach- und Gold­werte, würden von seiner Partei uneingeschräntt verfochten. Zu bedauern sei, daß der Gewerk- schaftsbund sich mit der Aufstellung der Puntte begnügt habe, statt sie mit gewerkschaftlichen Kampfmitteln auch durchzusetzen. Die Steigerung der Brotpreise erklärte Beckmann lediglich aus der Aufhebung der Zwangswirtschaft und vermied es hier wohl im Interesse der sichtlich fortschrei­tenden Dölkerversöhnung die Forderung der Entente zu erwähnen, daß die Zuschüsse des Reiches zur Verbilligung des Brotes einzustellen seien Der der Dehandlung des Eisenbahner- strerks zog der Referent die allerdings nicht ganz ^rzlvse Parallele zwischen der Stellung der Relchsregwrung zum Beamtenstreik anläßlich des Kapp-Putschs und bei dem letzthin beigelegten

Dre Technische Rothllfe,Züngelchen von 17 20 Zähren , könne man nicht als Lebensretter des Staates, sondern nur alsgemeine Streik- Dregjer bezeichnen. Er bedauere an dem ganzen ? u l* nicht noch 3Tage länger gedauert

Öabt Heber die ungeheuren Schäden, die dem deutschen Wirtschaftsleben durch die e Verkehrs-

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Rvsto ck, 27. Febr. (Wolfs.) Die Rostocker Frühjahrsteoche für Kunst, Wissenschaft, Landwirtschaft und Sport nahm gestern unter Harker (Beteiligung aus Stadt und Land ihren Anfang. Im ehemaligen großherzoalichen Pa­lais wurde eine umfangreiche Kunstausstellung mecklenburgischer und Rostocker Künstler eröffnet 3m Stadttheater dirigierte Siegfried Wag­ner als Uraufführung daS Vorspiel zu seiner OperRainulf und Adelasie". Bei der Auf­führung seinesSchwanenweiß" kam es abends zu lebhaften Ovationen für den Komponisten.

Kußmaul imHarem. (Aus einem un­veröffentlichten Briefe.) In einem Aufsatz zum 100. Geburtstag des berühmten Klinikers Adolf Kuß­maul, den er in derDeutschen Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht, teilt Erich Ebstein einen unveröffentlichten Brief des große:: Arztes mit der auf seiner ägyptischen Reise bn Zähre 1890 geschrieben wurde und aus Kairo vom 3. Fe­bruar datiert ist.Gestern schrieb ich," heißt es darin,daß ich zum kranken Kriegsminister Mu- stapha Pascha mußte. Er hat Influenza mir Lungenentzündung glücklich durchgemacht. Heute führte mich auf den Wunsch des Vizekönigs Tewsik unser Generalkonsul, der badische Landsmann H v. Brauer, zur Audienz bei ihm vor. Derselbe empfing mich sehr artig, dankte mir für meine Be­mühungen um feinen Minister und bat mich nun auch seine Gemahlin zu beraten. Ihr Leibarzt 3fam Pascha, führte mich in den Palast der hohen Dame, welcher neben dem ihres Gemahls sich be­findet. Zu ebener Erde fand ich in einem Saal eine große Gesellschaft vornehmer ägyptischer Tiuf elmönncr, denn sie waren gekommen, der Ver­lobung einer Hofdame der Dizclöaigin mit cuum

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