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schen Aetzsenmg ttm solchen Dechsndlungen nichts bekannt ist und ebensowenig von einer angeblichen Mission v. Hintzes nach Ruß­land. Wie v. Hintze hier bestätigte, wurden von ihm Verhandlungen über eine derartige Allianz nicht geführt.

Aus dem Reiche.

Die Zollfragen.

Berlin, 26. Sept. (WTB.) Der Reichstagsausschuh für Volks­wirtschaft stimmte einstimmig dem Ent­würfe der Verordnung über Z o l l - erhöhungen nach kurzer Debatte zu, in der hauptsächlich formalrechtliche Bedenken hin­sichtlich der Zuständigkeit des Ausschusses zur Sprache kamen. Zn einer anschließenden De­batte über Len Antrag der Reichsregierung, auch den Tabakzoll zu erhöhen, erklärte der Reichswirtschaftsminister, daß es sich dabei um die Maßnahme einer Devisen­politik handle, die nicht für die Dauer berech­net sei. Sobald sich eine Besserung in der Han­delsbilanz zeige, könne der Zoll wieder zurück­geschraubt werden.

Nachdem noch weitere Redner gesprochen hatten, wurde die Besprechung des Antrages auf morgen vertagt, damit die Fraktionen sich inzwischen noch weiter informieren können. Ein demokratstcher Plan zur Erhebung einer

Naturalwertrente.

Rach einer Dlättermeldung aus Braunschweig entwickelte auf der Reichskonferenz der demo- kratischLn Minister der Ministerpräsident von Oldenburg, Sangen, einen Plan über die Gr- L'ebung einer Raturalwertrente. Der land- und forstwirtschaftliche Grundbesitz wird, je nach der Qualität des Bodens, in Klassen eingeteilt und jede Klasse verpflichtet sich zur Ablieferung einer nach Hektar beftinnnten festen Raturalmenge. Die Veranlagung der Raturalrente, an deren Er­trag das Reich die Länder und Gemeinden be­teiligt fein sollen, solle erfolgen ohne Rücksicht auf ötc Art der Bewirtschaftung und auf die Tüchttgkett des Bewirtschafters. Diese Abgabe hat Kur Folge, bah jeder Bewirtschafter von Boden alle über den Ertrag der festen Abgabe hinaus- gehenden Erträge ungeschmälert für sich bean­spruchen kann. Das bedeutet die ftärffte Anregung zur Förderung der Produktion. Der Vorschlag Tcmhens wurde von den anwesenden Ministern einmütig begrüßt. Er wird einer eingehenden Be­arbeitung unterzogen.

Zur Bekämpfung der Wohnungsnot.

Berlin, 27. Sept. Die Koalitions- Parteien werden im preußischen Landtag einen gemeinsamen Antrag einbringen, wo­nach zur Fortsetzung der Wohnungs­bauten 3 Milliarden aus preußischen Staatsmitteln, und 1,83 Milliarden aus Retchsmitteln sofort den Gemeinden zur Ver- sügung gestellt werden sollen.

Aus dem besetzten Gebiet.

Neue Verhaftungen der Belgier?

Berlin, 27. Sept. Siner Blättermel­dung aus Hamborn zufolge ist gestern wie­derum ein Wachtmeister der Schutz- pwlizei von den Belgiern verhaf­tet worden. Es befinden sich jetzt ein Offi­zier, 13 Polizeibeamte und drei Zivilisten in Haft.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 27. Sept. 1922.

Zrrr Brotversorgung in Hessen.

Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat hinsichtlich der Einschränkung des Brot­kartenempfangs folgende Richtlinien an die Ge° treidekommunalverbände und die Oberbürgermeister erlassen

'.Die Kommunalverbände bzw. die Oberbürger­meister, die nach § 41 des Aeichsgesehes den Verbrauch des Mehles und Brotes für ihre Stadt selbst regeln, haben unter Bekanntgabe der Bestimmungen der Reichsverordnung über die öffentliche Brotversorgung vom 8. September 1922 (RGBl. S. 723) und unter dem ausdrück­lichen Hinweis auf die in dem § 1 dieser Ver­ordnung festgelegten Ginkommenssähe durch öffentliche Bekanntmachung diejenigen Personen zur Anmeldung aufzufvrdem, die nach den Reichsbestimmungen vom 16. Ok- tober 1922 ab aus der allgemeinen Brot­versorgung auszuscheiden haben. Etwa über Den 16. Oktober hinaus verausgabte Brot­

karten oder Bescheinigungen zum Empfang von Brotkarten sind von den nicht mehr zum Bezug von Brot aus der öffentlichen Versorgung Be­rechtigten einzuziehen. Die öffentliche Auftorde- rung hat den Hinweis auf § 49 Ziffer 9 des Reichsgesetzes zu enthalten, wonach derjenige, der, ohne versorgungsberechtigt zu sein, die öffent- liche Brotversorgung in Anspruch nimmt, mit Gefängnis bis zu einem Zahre und mit Geld­strafe bis zu 500000 Mark oder einer dieser Strafen bestraft wird, soweit nicht nach den Vor­schriften eine schwerere Strafe verwirkt ist.

2. Befinden sich in einem Haushalt mehrere Per­sonen, die selbständig steuerpflichtig sind, so ist für die Ermittlung des für die Brotversorgung maßgebenden Einkommens deren Einkommen nicht dem Einkommen des Haushaltungsvorstandes anzurechnen, sondern die Berechnung ist nach dem Einkommen des einzelnen steuerpflichtigen Haushaltungsangehörigen festzustellen. Dienst­boten sind jedoch der Zahl der verpflegten Haus­haltungsangehörigen zuzurechnen.

3. Ausländer erhalten nur dann Brotmarken, wenn sie den Nachweis erbringen, daß ihr Ein­kommen die in § 1 Abs. 1 oder Abs. 2 der Ver- ordnung festgelegte Grenze nicht überschreitet.

4. Anordnungen des Kommunalverbandes oder eines Oberbürgermeisters, die entgegen der grund­sätzlichen Anordnung unter Ziffer 1 die ö ffen t- liche Brotversorgung, von dem in § 2 Absatz 1 Sah 2 der Reichsverordnung vorgesehenen Nachweis abhängig machen wollen, bedürfen unserer Genehmigung.

5. Die Kommunalverbände haben uns bis zum 15. Oktober 1922 zu berichten, wieviel bisher bet* sor gungsberech t igte Personen durch die Anwendung dieser gesetzlichen Bestimmungen aus der öffent­lichen Brotversorgung ausgeschieden sind.

Neue Reichsbankuoteu zu 100 Mark.

3n der nächsten Zeit werden neue Reichsbanknoten zu 100 Mark aus­gegeben werden. Sie sind, wie das Reichs- oankvirektorium in einer Bekanntmachung im Reichsanzeiger" mitteilt, 90 x 162 Millime­ter groß. Auf der Vorderseite steht blau­schwarz gedruckt die Beschriftung zwischen zwei Weißlinienguillochen mit der Wertziffer100. Die Beschriftung wird neben dem bekannten Wortlaut, den alle bisherigen Banknoten tra­gen, noch folgenden neuen Vermerk auf­weisen:

Dom 1. Januar 1923 ab kann diese Banknote aufgerufen und unte r Umtausch gegen andere ge­setzliche Zahlungsmittel einge­zogenwerden.

Die Schrift ist mit Ausnahme des Satzes über den Zeitpunkt der Aufrufung in deutschen Buchstaben ausgeführt. Neben den Unter­schriften stehen die beiden Kvntrollstempel mit dem Reichsadler und dec UnterschriftReichs- bankdirekwrium 100" ebenfalls in blauschwar­zer Farbe. Die Nummer ist oben in der Mitte in roter Farbe aufgedruckt. Rechts und links neben dem Druckblld befinden sich etwa 25 MUlimeter breite, leicht graublau getönte Pa­pierränder. Bei der Durchsicht erscheint auf dem Rande das Wasserzeichen 100 * M *, rechts hell, links dunkel.

Der Druck der Rückseite ist stahlblau. Zwi­schen zwei Schwarzdruckguillvchen mit dem ein­gearbeiteten BuchstabenM" steht die offen gedruckte Zierzahl100, darüber in geschwun­gener Zeile die gleichfalls offene Zierschrift Hundert Mark. Unterhalb der Wertziffer 100 wird daö Druckbild durch den Strafsatz abgeschlossen. Auf der Rückseite sind sehr be­merkenswerte Papiereigentümlichkeiten vor­handen. Die Seitenränder der Note, auf denen die Wasserzeichen bei der Durchsicht nunmehr in Spiegelschrift erscheinen, sind blaugrau ge­tönt und enthalten orangerote Fasern, teils an der Oberfläche liegend, teils etwas ein­gebettet.

Durch die Mitte der Note zieht sich ein Stteifen aus orangeroten und grünen Fasern. Die Feststellung, daß es sich tatsächlich um Fa­sern und nicht etwa um einen Aufdruck han­delt, ist bei Prüfung der Durchsicht leicht zu machen. Schwach eingebettete Fasern, die bei der Aufsicht wenig deutlich zu erkennen sind, werden bei der Durchsicht gut sichtbar.

Ausstellung des Kreis-Obst- und Gartenbauvcreins.

Von Samstag, den 30. September, bis zum Montag, den 2. Oktober, veranstaltet der Verein in der Turnhalle am Oswaldsgarfan eine Aus-

Die Herweghs.

Eine rechtsrheinische Geschichte von LieSbet Dill.

1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Man hatte so viele Bekannte hier vorgefun­den, daß jeder in seinem eigenen Kreis für sich lebte. Mit wem Lutz Tennis spielte, was für eine Persönlichkeit diese sagenhafte Gräfin Tesfy mit ihren drei Männern war, was für Freunde Herbert hatte, was Ernst in feiner Man­sarde trieb und warum er feinen Kopf, der mit Examenarbeiten ungefüllt war, auch noch tagsüber einem geriebenen Anwalt zur Ver­fügung stellte, wußte feine Mutter kaum. Sie war immer beschäftigt mit ihren Besuchen und Gasten und Lianes Schneiderei, mit Anproben und Einkäufen in der Stadt, sie sah ihre Kinder eigentlich nur zu den Mahlzeiten.

Ard dann waren sie meist nicht einmal vollzählig vorhanden.

Sie ahnte nicht, daß (Smft seit einigen Mo­naten heimlich verlobt war, und nichts von jener Kurhausredoute, auf der er Grete Kollin ken­nen gelentt hatte. Rur Trina wußte davon, denn sie hatte ihm die goldenen Knöpfe an den Aack genäht, aber sie war ein verschwiegenes Mädchen. Dieses Geheimnis lastete auf Ernst Gr hätte fein Glück am liebsten aller Welt be­sonders aber feiner Mutter mitgeteilt, aber Grete warnte.Du bist nur ein Referendar." Oltan mußte mehr sein, um ihrem Vater zu impo­nieren, diesem reichen Weinhändler, den man meist in Hemdsärmeln in feinem Hof zwischen

ben dicken Fässern mit den Hausknechten wet- teru hörte.Ja, wenn du Rechtsanwalt wärest." Die verdienten doch wenigstens. Aber dazu formte fidj Emst nicht entschließen. Die kaufmännische 3unfterei lag ihm nicht. Das sah er täglich aus dem Ehrlichschen Bureau. Wenn er das kleine Gehalt, das er dort bezog, nicht so drin­gend nötig gehabt hätte, er hätte diesem Hand­werk heute noch den Rücken gekehrt. Schon als Gymnasiast hatte er sich mit ötunbengeben feine Anzüge verdient, als Student hatte er in Mün­chen seinem Wirt Flötenunterricht gegeben, er spielte alle Instrumente wie ein Zigeuner, ohne rechte Methode, aber es gab Schüler, die von keinem anderen unterrichtet fein wollten wie von Herwegh. Immer hatte er im Zwange gelebt nebenher zu verdienen. Weiß Gott, wie fein 2rüder Lutz auskam. ohne Stunden zu geben. Der hatte immer Geld.

Trina fragte, ob sie abdecken könne.

Za. nehmen Sie das Göttermahl fort.

Ernst begab sich an das Klavier. Er warf die ...Hochzeit von Trvltog" auf das Sofa, entrollte in freudiger Hast seine Noten und begann das erste Prälude der englischen Suiten von Dach.

Er begann stets mit Bach. Heber diesen alten Meister ging ihm nichts, er verdankte ihm Oie Vertiefung seiner musikalischen Kunst, seine gingeijertigfeit und die Klarheit seines Vor- ttages. Er war nicht immer aufgelegt. Chopin zu spielen oder Brahms, aber immer zu Bach.

Sobald der erste Ton erklang, lichtete sich das Chaos seiner Gedanken, er ward ruhig. Die Welt lag plötzlich vor ihm in einem schimmernden Glanz, die Sorgen schienen wett errtrüeft; alles, toa« ihn beengte, verblich, alles Dunkle ver­schwand.

Dun ja. ich bin eine romantische Natur. 3$ baffe die Stücke, die im Freien spielen. Schon als es so grünlich unter dem Vorhang wurde, abnte ich gleich, es würde in Kerkern spielen oder unter einer Linde, und als der Vor­hang aufging, sah der Mann in einem Tigerfell in einer Höhle und deklamierte! Das nächste Mal konnte Tante Betty ihre Plätze allein ab- fitzen."

Sie fetzte sich an den Tisch, zog die Zettungen herbei, um sich in die vermischten Nachrichten zu vertiefen.Ach Gott, da hat schon wieder ein Lokomotivführer den Zug auf einen Güterzug auffahren lassen."

Ernst hatte das DanaidenfvagmentKypris' begonnen. Er spielte es so zart und rieselnd, er klang wie warmer <5ommerregen in einer frucht­baren Nacht.

Der Kartoffelsalat war hoffentlich noch warm?" fragte die lesende Mama.Und es hat jemand auf den Kleinen ausgepaßt."

Herbert ist bis jetzt noch nicht daheim. erwiderte Ernst. Frau von Herwegh sah erstaunt aus ihrer Wiener Mode auf.....Wie kommst

du denn daraus? Er liegt ja längst in seinem Bett, ich hab' ihm eben noch gute Nacht gesagt."

Dann weiß ich nicht, wie er bereingefommen ist." sagte der Bruder.

..Mm. wahrscheinlich auf dieselbe Weife wie du. Der arme Junge muh ja bis in die Nacht hinein lernen, wegen dem verrückten Euler, der immer etwas an feinen Arbeiten auszufetzen hat."

Das wird wohl weniger an Herrn Eul« liegen, Warna."

(Fortsetzung folgt.)

ftedung von Erzeugnissen des Obst- und Garten­baues. Es kann erwartet werden, daß die Aus­stellung m jeder Beziehung schönsten Erfolg haben wird. Die Schau soll insbesondere jedem ihrer Besucher einen ileberblicf über die Erfolge unserer Obstzüchter geben, die es sich angelegen sein lassen, an bestem, wohlgepflegtem Baummaterial auserlesene Früchte von Tafel- und Wirtschafts­obst zu ziehen. Jeder weih ja, wie abhängig wir in unserem Obstverbrauch vom Auslande waren und noch sind. Immer mehr muh die Obsteinfuhr schwinden und immer billiger kann uns das Obst als Nahrungs- und Genuhmtttel nur zur Ver­fügung stehen, wenn auf der heimatlichen Scholle, in Feld und Garten, noch mehr Obst als bisher gezogen wird.Hast' einen Raum, pflanz' einen Baum" so tautet ein wahres altes Wort, das sich an alle die Vielen richtet, die zwar einen Raum", ein Stück Land, besitzen, die es aber in Verkennung ihrer Interessen bisher unterlassen haben, ihn zu ihrem und der Allgemeinheit^ Besten auszunützen. lieber den Ruhen deö Obst­baues, über Freud und Leid des Obstzüchters sind schon dicke Bücher geschrieben worden. Wehr aber als aus Büchern mit ihren noch so schönen Abbildungen der einzelnen Sorten lernen wir durch die Anschauung, wie sie in einer Ausstellung geboten wird. Sie zeigt uns, welche Obstsorten in unserer Gegend am besten gedeihen und bietet uns neben der Möglichkeit, aus der richtigen Sortenwahl wirtschaftliche Vorteile zu erzielen, auch einen sinnfälligen Genuß. Der Eintrittspreis ist selbst nach dem heutigen Geldwert äußerst gering bemessen. Man beachte im übrigen die Ankündigungen im Anzeigenteil des Gießener Anzeigers.

** Arn11i che Personalnachrichten. Ernannt würden: am 18. September der Studien- vat an der Realschule zu Wimpfen Wilhelm Barth zum Studienrat an der L>berrealschule am Friedrichsplatz in Offenbach mit Wirkung vorn 1. Oktober 1922 ab; der Schulamts­anwärter Johann Josef Danz aus Mainz zum Lehrer an der Volksschule zu Klein-Steinheim; der Schulamtsanwärter Karl Wehner aus Ilbenstadt zum Lehrer an der Volksschule za Kleln-Steinheim; am 19. September der Schul- amtsanwärter Karl Weicker aus Arheilgen zum Lehrer an der Volksschule zu Grebenhain, Kreis Lauterbach; der Schulamisanwärter Hans Zieg­ler aus Friedberg zum Lehrer an der Volksschule ÖU Altenschlirf, Kreis Lauterbach. Ernannt wurde am 19. September der Privatdvzent für Forstwissenschaft an der Hessischen Landes-Uni­versität Forstassessor Dr. Heinrich Wilhelm We­ber in Gießen mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Forstwissenschaft an dettL andes-Univer- fitat Gießen. Das Dekret vom 9. September 1922 ist zurückgenommen worden. Ernannt wurde am 19. September 1922 der Lehrer Karl Wenzel zu Sichelsdorf, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Reichelsheim, Kreis Friedberg.

** Die tägliche VormittagS- Dollarnotierung, die unsere Leser bis­her auf der ersten Seite zu finden gewohnt wa­ren, werden wir von heute ab auf der z w e i - t e n Seite in der vierten Spalte abdrucken.

** Meisterprüfung. Am Sonntag fand in der Turnhalle die feierliche ileberreÜbung der Meisterbriefe an die Iungmeisterinnen und Jung- meister der Provinz Oberhessen statt. Der Vorsitzende der Meisterprüfungskommission, Ge- w^rbeschulrat D ü n n i n g s, begrüßte die stattliche Versammlung unb teilte das Ergebnis der dies­jährigen Prüfungen mit. Hiernach hatten sich 328 Handwerker von 26 verschiedenen Gewerben zur Prüfung gemeldet, wovon 309 die Prüfung be­standen. Provfazialdirektor Matthias brgsück- wünschte die Iungmeister 'namens der Provinz Obephessen, Beigeordneter Dr. Freh hieß sie für die Stadt Gießen willkommen. Der Vorsitzende der- Handwerkskammer, G^h. Gewerberat Falk, gab den jungen Meistern gute Lehren mit auf den Weg und Prof. Dr. Krausmüller gratulierte ihnen namens der Zentralstelle für die Gewerbe und des hiesigen OrtSgewerbevereins, wobei er ihnen warm ans Herz legte, den Organisations- gedanken zu pflegen. Iungmeister Thomas dankte im Namen seiner Kolleginnen und Kolle­gen dem Vorsitzenden und dem Prüfungsausschuß, sowie allen Prüfungsmeistern für ihre hingehende freudige Tätigkeit. In der wetteren Festfolge bei Kaffee und Kuchen spendeten die Anwesender der Musikkapelle Weller und dem 1. Gießener Doppel- quartett für ihre schönen Darbietungen reichen Beifall.

"" Eine außerordentliche Generalver­sammlung des Konsumvereins für Gießen und Umgegenb, die am Sonntag im Saale des ®af£ Leib stattfand, beschloß nach längerer Aus­sprache mit mehr als Dreiviertelmehrheit, das Ein- ttittsgeld auf 50 Mark festzusetzen und den Ge-

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Er dachte anSie..die Künstlerin, vor deren Spiel er sich immer schämte, weil ihm der Tag keine Zett ließ, ihr nachzueifern ... Er träumte, daß er dort oben in ihrem Zimmer neben ihr sah und ihr lauschte. Was er trieb, war Dilettantismus, aber sie spielte vollendet, mit einer Reise, -die er vergeblich mit ihren achtzehn Jahren zusammenzureimen versuchte.

Wie könnt ich schweigen, nun du gekommen, Run unerwartet und gegen mein Hoffen dich erblicke . . ."

Er. war, fast ohne es zu wissen, zumEro­tikon" ubergegangen,Elektra . . . Wie Feuer­wogen lief es über die Tasten, mit halb ge­schlossenen Augen spielte er. Schmachtend erklang Adonis Klage unter seinen Händen

Bleibe mir, armer Adinos, noch einmal laß dich erreichen

©uten Abend, Ernst," sagte plötzlich eine weiche Frauenstimme, und seine Mutter stand vor ihm im hellen Abendmantel, einen Spihenschal über dem blonden Haar, frische Kamelien an der Taille. Sie brachte einen Hauch von Theater­lust in ihrem Fächer mit.

Run, wie war's Mama?" Er drehte sich aus dem Klavierschemel um.

»Ach, die ewige Agathe und die alte Wolfs­schlucht," sagte sie, während sie vor dem Spiegel ihre Sachen ablegte.Man sollte niemals das Wiedersehen, für das man sich mit siebzehn Jahren begeistert hat. Es war eine Enttäuschung wie neulich mit Matkowskh. Ich hatte mich so darauf gefreut, ihn wiederzusehen, und als ich hinkam, war es em alter Grillparzer in Versen . . .

..Du sagst .Verse' Mama, als ob das etwas Fürchterliches sei"

schäftsanteil jedes Genoffen von 300 Mark auf 2000 Mark zu erhöhen. Durch diese Kapttalerhöhung hofft man soviel Geld flüssig machen zu können, als nötig ist im Hinblick auf die stark gesteigerten An­forderungen des Warenmarttes.

** D i e Palast-Lichtspiele bieten mit ihrem gegenwärtigen, bis einschließlich morgen laufenden Programm eine wirklich ge­legene Unterhaltung. Die beiden Großfilme bringen gehaltvolle Handlungen in künstlerisch und technisch vollendeter Weise heraus und bereiten den Besuchern des Theaters einige recht genußreiche Stunden. Den musikalischen Teil des Programms öestreitet das gut be­setzte Orchester in angenehmster Weise.

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Fortbestehen des meist heiteren, trockenen Wetters. In höheren Lagen Nachtfrostgefahr.

Die atlantische Depression -liegt noch immer an derselben Stelle. Sie kann sich we­gen der niedrigen Temperaturen auf dem Fest­lande nicht weiter ostwärts fortpflanzen. Das klare Herbstwetter dürfte anhalten.

^prnotrzen.

Lageskalender für Mittwoch: Astoria-Lichtspiele:Der Roman einer ar­men Sünderin", undDie goldene Kugel. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Strand-' nfre.

Landkreis Gießen.

Langsdorf. 26. Sept. Am Montag, 9. Oktober, wird hier ein Diehmarkt ab- gehalten werden. Der Austrieb darf nur in der Zeit von 910 Uhr vormittags stattfinden.

* Lich, 26. Sept. Durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in benachbarten Ge­meinden mußten die für die Sommermonate ge­planten Märkte ausfallen. Nachdem die Seuche erloschen ist, findet, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, der bekannte Kirmesmarkt am Montag, dem 2. Oktober, wieder statt.

Kreis Büdingen.

nd. Lindheim, 25. Sept. Zum Bür­germeister unserer Gemeinde, der zugleich auch die Gemeinde Enzheim verwaltet, wurde Lehrer S t e d e r mit erheblicher Mehr­heit gewählt. Er ist der zweite Lehrer im Kreise Büdingen, der zugleich Bürgermei­ster ist.

)( Ortenberg, 26. Sept. In den letzten Tagen fanden 'hier die Ob st der st eigerun­gen statt. Die Nachfrage war überall groß. .Durch' schnittlich. kostete der Zentner Tafelobst am Daum 200300 Mark je nach Sorte und Güte. Der Obst- Handel ist dieses Jahr nicht so lebhaft tote sonst. Die Berliner und andere Häitdler sind in diesem Jahve ausgeblieben.

Kreis Friedberg.

ch. Münzenberg, 25. Sept. Die Obst« Versteigerung in hiesiger Gemeinde hat den Betrag von 150 000 Mk. ergeben. Der Zentner Tafeläpfel dürfte sich auf dem Daum auf 200 bis 300 Mk. stellen. Sehr hohe Preise wurden für einige Bäume Champagnerreinette.i erzielt. Einer dieser Bäume kam auf über 5000 Mk

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 26. Sept. Für die in der nächsten Woche beginnende Herbstmesse hat das Polizeipräsidium eine Verfügung erlassen, die eine wesentliche E i n- schränkung der Reklame vorsieht. In den Hauptverkehrsstraßen, vor allem in den Zufahrtsstraßen zu der Messestadt, darf u. a. keine bewegliche Reklame veranstal­tet werden.

fpd. Frankfurt a. M 26. Sept. Auf dem Ostbahnhof wurden vor einer Woche mehrere Eifenbahnbedienstete weg n umfang* reicher Güter bera ubungen festgenommen. Die weitere Untersuchung führte heute zu der Verhaftung von weiteren vier Eisenbahnangestell- ten. Andere Verhaftungen, namentlich von Heh­lern, stechen bevor. Der Wett der geraubten Gegen­stände beziffert sich auf mehr als eine Million Mark.

fpd. Frankfurt a. M, 26. Sept. Unter der Führung des Magistrats und der Handelskammer 'hat sich hier der Ver ei.nWinterhilfe" ge° bildet, der mit umfassender privater Hilfe durch

Heutiger Staub des Dollars

10 Uhr vormittags:

Berlin 1540, Frankfurt a. M. 1550.

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