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Kreis MSfelv.
o Alsfeld, 24. September. Die Darmstädter Madrigalvereinigung unter Leitung von Privatdozent Dr. Roack fand mit einem Konzert am Samstag außerordentlichen, an Jubel grenzenden Beifall. Die Künstler brachten Volkslieder und Madrigale aus alter Zeit, sowie Lieder aus neuerer Zeit zu Gehör.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 24. Sept. Heute besuchte der Deschichts- und Altertumsverein Hanau unsere Stadt und besichtigte unter Führung des Vorstandes des hiesigen Vereins, der Herren Pro- fesior Dreher und Dr. Blecher, die geschichtlichen Sehenswürdigkeiten unserer Stadt. Der Besuch galt hauptsächlich dem Museum, der Stadtkirche, dem Judenbade und der Burg. Die Gäste waren über- rascht von der Reichhaltigkeit und der Schönheit dessen, was unsere Stadt aufzuweisen hat. — Der neugegründete Verein ehemaliger Augustinerschüler beschloß, jedes Jahr in der ersten Hälfte des Juni eine größere Zusammenkunft früherer Schüler der altehrwür digen Schule zu veranstalten; dieselbe soll an einem Samstag stattfinden und soll am Tage ein Sportfest abgehalten werden, dem sich am Abend eine festliche Zusammenkunft anschliehen soll. Der folgende Sonntag soll dann in einer noch tu bestimmenden Form an die Feier angeschlossen werden. Roch in diesem Monate werden über 2000 Einladungen zum Beitritt an frühere Schüler verschickt.
<£ Bad-Nauheim, 25. Sept. Wie vor drei Jahren, so werden auch die kommenden Stadt- Verordnetenwahlen nach Vereinbarung der Parteien im Zeichen der politischen Parteien stehen. Jede Partei will eine eigene Liste aufstellen, dabei sollen aber die Interessen der wirtschaftlichen Verbände weitgeh end berücksichtigt werden. Nicht in allen Bevölkerungskreisen will man sich jedoch mit der politischen Wahl befreunden. So ist jetzt schon eine unparteiische Bürgerliste, auf der einige der kürzlich aus der sozialdemokratischen Fraktion ausgeschiedene jetzige Stadtverordnete mit an erster Stelle zu stehen kommen, beschlossene Tatsache. Auch die Handwerker lehnten in einer stark besuchten Versammlung die politische Wahl ab mit dem Hinweis, daß die kommende Stadtverordnetenwahl für sie nur wirtschaftlich betätigt werden könne. Es wurde eine Handwerkervereinigung gegründet und ein Vorstand gewählt, der sofort die Vorarbeiten für die kommende Wahl in die Hand nehmen soll.
chr. Butzbach, 24. Sept. Während am Samstag, 16. l. Mts., eine Konzert- und Rezitationsveranstaltung die sog. Festwoche einleitete, erfuhr diese gestern, 23. September, eine Fortsetzung, indem die leichtgeschürzte Muse in Mosers Schwank: „Der Bibliothekar" in ihre Rechte trat. Die jungen Damen und Herren, welche die verschiedenen, meist gar nicht leichten Rollen übernommen hatten, gewannen dem inhaltlich nicht gerade wertvollen Stück^ reizvolle Seiten ab. - Der heutige Sonntag bescherte uns nach dem heftigen Wolkenguh doch noch einen festlichen Hochgenuß zunächst in einem farbenprächtigen Festzüg durch die Straßen unseres schmucken Städtleins. Eine Reitertruppe. Radfahrergruppe, Sport-, Gesang, und Turnvereine, frische Jugendabteilungen und die Wandervereine hatten sich zu einem abwechslungsreichen, schönen Tanzen zusammengefunden. Ganz besonders hübsch nahm sich der Festwagen des Taunusklubs Butzbach aus. Auf dem Sportplatz des Lustgartens wurde von Reitern, Radfahrern, Turnepn.Stafetlen- läusern, die um die gestifteten Preise rangen, be° Viesen, daß man nicht nur der Festesfreude, sondern auch der körperlichen Ertüchttgung Rechnung getragen hatte. Ein bunter Abend mit turnerischen Vorführungen und Tanz beschloß die Veranstaltungen, die gewiß auch zum Besten der Jugendherberge klingenden Erfolg aufweisen dürften
Hessen-Nassau.
fpd. Frankfurt a M., 25.Sept. Wie verlautet, planen die Stadtverwaltungen von Höchst a. M. und Mainz, sich von dem Hessen-nassauischen und Hessischen Städtebund zu trennen, um ihre Milchnersorgung künftig selbst in die Hand zu nehmen Beide Städte wollen zu diesem Zweck mit den Milch- «rzeugern selbst Lieferungsoerträge abschließen. 3n der Hauptsache richtet sich der Schritt, so hört man, gegen die Stadt Wiesbaden, die durch ihre Preisüberbietungen die Milchverforgung den anderen Städten sehr erschweren soll.
fpd. Frankfurt a. M., 25. Sept. 3n der chemischen Fabrik Griesheim-Elektron wurden sechs Arbeiter, die mit dem Reinigen von chemischen Behältern beschäftigt waren, durch das plötzliche Eindringen giftiger Gase überrascht. Es | gelang, da der Unfall sofort bemerkt wurde, mit Hilfe von Schutzvorrichtungen die Vergifteten zu bergen. Die Verunglückten wurden dem Kranken- hause zugeführt
wd. Höchst a. M., 25. Sept. Die Farbwerke machen bekannt, daß sie infolge des Bargeld- inangels genötigt sind, um ihre Arbeiter und Beamten entlöhnen zu können, Rotgeld in Scheinen Don 500 und 100 Mk anzufertigen und zu verausgaben. Die Hinterlegung des vollen Wertes bei her Reichsbank sei in die Wege geleitet.
Starkenburg und Rheinhessen.
‘ Darmstadt, 24. Sept. Das „Darmstädter Tagblatt" schreibt in seiner heutigen Ausgabe: „Der Verlag des Darmstädter Täglichen Anzeigers ist, wie wir hören, in andere Hände übergegangen. Wenn auch die erste Rachricht. daß der Verlag der Hessischen 1 Landeszeitung der Käufer sei, nicht zutrifft, so steht , jedenfalls doch fest, daß der Verlag des bisherigen 1 offiziellen Organs der Deutschen Volkspartei in i deutschnationalen Besitz übergegangen ist."
' Darmstadt, 25. Sept. Zur Behebung des gegenwärtigen Mangels an Zahlungsmitteln ist auch der Stadt Darmstadt die Ausgabe von Notgeld gestattet und dessen Laufzeit zunächst auf zwei Monate festgesetzt worden. Die Herstellung von Scheinen im Werte von je 100 und 500 Mark wird möglichst gefördert, so daß Rotgeld \ wohl schon i m Laufe dieser Woche in den I Verkehr gegeben werden kann.
.Kirche und Schule.
* Erledigte Schulstelle. Erledigt ist eine Lehrerinstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Laubach, Kreis Schotten.
y Lollar, 25. Sept. Das Missionsfest des Oberhessischen Vereins für Basler Mission fand gestern mittag in der Kirche zu Kirchberg flott. Es war durch das ungünstige Wetter beeinträchtigt. Missionar S p a i ch - Frankfurt redete zu der Gemeinde von der Missionsarbeit auf den verschiedenen. uns entrissenen Gebieten und den neuen
übernommenen (Südborneo). 'Lie stoiiette oertag 1000 Mk. Diele Schriften wurden verkauft. Aus den Ausführungen des Vorsitzenden des Oberhessischen Vereins, Dekan Gahmann, ergab sich, daß z. Z. 80 Gemeinden diesem Verein angeschlossen sind.
i. Ettingshausen, 25. Sept. Vergangenen Sonntag fand für das Kirchspiel Ettingshausen — Hattenrod eine r- deutliche Kirchenvisitativn durch Dekan Röschen statt. Die Gemeinden bezeugten durch regen Gottesdienstbesuch ihr Interesse. Zugleich wurde das 400jährige Bibelju- b i l ä u m gefeiert. Die Kollekte für den DibelfoudS ergab über 1000 Mk.
Berlin, 25. Sept. (WTB.) Die preuh. verfassunggebende Kirchenversammlung hat mit 100 gegen 81 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen beschlossen, daß die Wahl der Provinzialsynode entsprechend dem Vorschläge des Verfassungsausschusses unter Ausschaltung der Gemeindekörperschaften durch die Kreissynoden erfolgen soll. Weiter wurde mit 105 gegen 89 Stimmen ein Antrag angenommen, nach welchem der Vorsitzende des Kirchensenats ein von der Generalsynode auf Lebenszeit gewählter Geistlicher sein soll. Schließlich wurde das Wahlgesetz zur Generalsynode nach den Vorschlägen des Dersassungsausschusses angenommen.
Turnen, Sport nnb Spiel.
* Robert-Sommer-Wande-preis. Austragung 1 922. Sieger: August Wallenfels, Gießener S. C. 1 900. Man teilt uns heute mit: Der vom Geh. Rat Prof. Dr. Sommer für alle Leibesübungen treibenden Vereine der Stadt Gießen gestiftete Wanderpreis wurde am Sonntag, 17. Sept., auf dem Platz des Gießener S. C. 1900 an der Hardt in Form eines Dreikampses (100-Meier-Laitt, Weitsprung mit Anlauf, Kugelstoßen 7^i Kilo) ausgetragen. Am Start waren nur vertreten: Gießen 1900 mit 10 Teilnehmern und der Katholische Jünglingsverein mit 7 Teilnehmern. A. Wallenfels wurde mit den Leistungen: 100 Meter in 12 Sek., Weitsprung 5,60 Meter und Kugelstoßen 9,10 Meter mit 123 Punkten 1. Sieger. Zweiter: Luft, 1900, mit 104 Punkten, und Dritter: C h m a a n. 1900, mit 100 Punkten: den 4. bis 8 Platz belegten wiederum Mitglieder des S.C. 1900 in der Reihenfolge : Sigurd Lange, Schäfer, Birken- ft o cf, W. Seipp, W. Schmidt, den 9. und 10. Platz Jersch und Schwab vom Katholischen Jünglingsverein. Der Wanderpreis, eine kunstvoll ausgeführte große Plakette, geht erst nach zweimaligem Sieg in den Besitz Betreffenden über.
Vermischtes.
DenkmalschLrrdmrg.
Berlin, 26. Sept. Wie die Blatter aus Gelsenkirchen berichten, ist das dortige Denkmal Kaiser Wilhelms I. von bisher noch unbekannten Tätern beschädigt worden. Der Kaisersigur wurde die rechte Hand abgeschlagen und das Haupt verstümmelt.
Handel.
Berlin, 25. Sept. (Wolff.) Dörsen- stimmungsbild. Der Devisenmarkt verharrte in Geschäftsstille bei ziemlich belanglosen Schwankungen. Der Effektenmarkt setzte in recht fester Haltung ein, da die Besorgnisse wegen der Geldverhältnisse zum Ultimo nachgelassen haben. Besonders Montanwerke waren begehrt und vielfach über 100 Prozent höher, so Deutsch-Luxemburger, Essener Steinkohlen, Laurahutie. Ferner erzielten wesentliche Besserungen einige chemische Werte wie Anglo Guano und einzelne Maschinenfabxiken, so Berliner Maschinen, Deutsche Waffen, Karlsruher Maschinen und Orenstein u. Koppel. Später ließ das Geschäft nach und die anfänglichen Gewinne konnten meist nur zum Teile aufrecht erhalten werden. Die Schifffahrtsaktien sind vorwiegend um 10 bis 30 Prozent gebessert. Bankaktien behaupteten ihren Kursstand, Balutapapiere wiesen im allgemeinen wenig erhebliche Schwankungen auf. Von deutschen Anleihen waren 4proz. und 3'/zprvz. Reichsanleihen anziehend.
Frankfurt a. M., 25. Sept. Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 1395, im Verlaufe 1400 An dem Devisenmarkt blieb das Geschäft im allgemeinen ruhig. Vorbörslich wurden notiert: London6200—6300,Paris 10 700 -10 820. Holland 54 700, Neuhorl 1400 bis 1420. Ausländische Renten lagen ruhig Rumänen standen heute mehr im Vordergrund des Interesses. Türkenwerte lebhafter. An den Effekten- toerten war die Haltung fester. Die Kapitalverdoppelung der Anilingruppe fand in Anbetracht der neuen Belastung des gegenwärtig angespannten Geldmarktes geteilte Aufnahme, immerhin reizen die günstigen Dezugsrechte. Ss setzten Höchster 15, Elberfelder Farben 10, Badische Anilin 10, Griesheimer 15 Proz.höher ein. Auf dem Montanaktienmarkt machte sich ziemlich feste Haltung geltend. Höher stellten sich Gelsenkirchen, Mannesmann, Deutsch-huremburg. Rorddeutscher Lloyd 500. Höhere Kurse erreichten anfänglich Maschinenfabrik Augsburg, Badenia, K'eyer.Zell- f.nff Aschaffmburg ^lektrizitätswerle blieben im großen und ganzen fester. Felten und Guilleaume- uj.iie blieben sehr fest. Dollarnatierung um 1 Uhr 1410.
Züricher Devisenmarkt.
25.9. 26.9.
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland IvO Fl. --- 207.40 207.25
Deutschland 100 Mk. --- 0.38 0.38
Wien 100 Kr --- 0.0075 0.0075
Prag . .. 100 Kr. — 16.75 16.80
Paris 100 Fr. ---- 40.80 »0.75
London \ £ =» 23.64 23.64
Italien 100 2. -> 23.52 22.65
Brüssel 100 Fr. -- 38.50 38.45
Budapest 100 Kr. — 0.21 0.21
Reuyork 100 $ = 535.- 535.-
Agram 100 Kr. ----- 1.80 1.82
Warschau ICO Är. — 0.07 0.06
Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien
Prag.... London. . . Reuyork . . Pari8. . - .
Marknottermrgea.
1.7.14.
Fr. 125.40
Fl. 59.20
Kr. 88.80
Kr. 88.80
Kr. 117.80
..... Kr. 117.80
......6h. 97.80
......1 23.80
......Fr. 125.40
23.9
-.38
-.18
-.37 — ,28
0,032 -.07 0,94
25. 8.
- ,38
-.18
-.37
-.28
5360,—
0,032
0.07
0,92
DSrfevkrrfe.
Frankfurt Berlin
Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Ämß Kurs Kurs
Datum: 22.9 25.9. 22.9. 25.9.
5°/, Dtfch. Kriegsank. 77,50 77.50 77,50 77,50
4°/,Dtsch.Reichsanl. *65,- 120,— 138,-
S°/,Dtsch. Reichsanl. 460,~ 448<“ 451.- 460,-
4*/<> Preuh. KonfolS 80,25 79,- 77,-
Hamburg-Paketf.. . 665— 715,- 667,- 731,—
Norddeutscher Lloyd 498,- 510,- 498,— 502,-
Eomm.u.Privatbank 315,- 310,— 314,- 314,-
Darmstädter Bank . 218,— 298,- 301,- 301,— Deutsche Bank 601,- 610,- 585,- 600,-
Disconto-Gesellschaft 407,— 407,- 409,- 409,-
Dresdner Bank. . 330,— 330,— 332,50 332,50
Mitteld. Creditbank. 300,- 300, - 300,- 300,-
Rationalbank f.D. . —
Doch. Gußstahlwerke -,- 2400,- -,- 2400,.
Dud.-Eifenw.-Akt.. 1228,- 1300,- 1250,- 1309,50 D.-Luxernb.Bergw.. 2347,- 2400,- 2325,- 2399,- Gelsenkirch. Bergw.. 2425,- 2500, - 2400,- 2485,- tzarpener Bergbau. 4800. - 4825. - 4675,- 4850, - Oberschl. Eisenb.-B. 1N9,- 1160,- 1144,- 1200,- Oberschles. Eisenind. 1022 - 1060,- 1010,- 1070,- Phönir-Bergb.'Akt. 2890,- 3035,- 2950,- 3025,- Bad.Anilin-u. Soda 1600,- 1625,- 1600,- 1660,- Höchster Farbwerke. 1195,- 1210,- 1200,- 1239,- Allg. Elektt.-Ges. . . 770,- 790,- 760,- 793,- Felten L Guilleaume 1090,— 1140,- 1100,- 1150,— Schuckert-Werke. . . 1095,- 1110,- 1115,- 1125,- Adlerwerke 440,- 480,- 443,- 480,— Daimler 472,— 498,- 461,— 505,— 4°. Hess. Staatsanl. 76, - 75, - 70,50 73,80 Electron Griesheim 1215,- 1230, • 1189,- 1220, — Dtsche. Vereinsbank 224,50 213,50
Berliner Devisenmarkt. , .5
Gero Brief Geld Brief
Datum. 23. September 25. September
Amstd.-RotterV. 54232,10 54367,90 54531,75 54668,25 Brüssel-Antw. . 10112,3010137,70 10162,25 10187,75 Christiania . . . 23470,60 23529,40 23770,25 23829,75 Kopenhagen . . 29088,55 29161,45 29363,25 29436,75 Stockholm. . .. 36853,85 36946,15 37253,35 37ü46,65 HelsingforL. . . 3071,15 3078-85 3091,10 3098,90 Italien 5942,55 5957,45 5942,55 5957,45 London 6217,20 6232,80 6227,20 6242,80 Reuyork 1405,75 1409,25 1405,74 1409,26 Paris 10736,55 10763,45 10761,50 10788,50 Schweig 26367, - 28433,- 26367, - 26433, - Spanien. . . . . 21523,05 21576,95 21548, - 21602,- Deutsch-Oesterr. 1,80 1,84 1,90 1,94
Prag 4394,50 4405,50 4454,40 4465,60
Budapest .... 57,92 5b,08 53,93 54,07
Buenos AireS . 489,37 490,62 494,37 495,62
Bulgarien . . . 843,90 846,10 813,95 816,05
Japan 671,65 673.35 670,15 671,85 Rio de Janeiro 167,79 168,21 167,79 168,21
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 25. Sept. Auf dem Getreidemarkt war die ATttemehmungslust wieder gering. $er hohe Geldstand hemmt die Käufer zu größeren Abschlüssen. Regere Rachfrage bestand eigentlich nur für Roggen, ohne größere Preisbewegung hervorzurufen. Weizen und Mais lagen ruhig. Gerste, gute Ware, bleibt weiter gesucht. Weizen- und Roggenmehl findet schlanke Aufnahme. Futterstoffe wurden zu unveränderten Preisen genannt. Fest lagen Hülsenfrüchte. Entsprechend der stabilen Bewegung der ausländischen Zahlungsmittel entsprechen die Preise der Getreidearttkel der Vorwoche. Weizen 5800—6100 Mark. Roggen 5300—5400, Gerste, Sommergerste für Vrauzwecke 5800—6000, Hafer 5800—6400, Mais La Plata —, Mais Mixed 5300—5400, Weizenmehl, südd. Spezial 0 9400—9900, Waggon- bezug ab Mühlenstation, Roggenmehl 7000—7300, Weizen- und Roggenkleie 2900—3000, Erbsen je nach Qualität für Speisezwecke 10 000—11000, Linsen desgl. —, Heu, südd. gut, gesund, trocken —, Stroh von Weizen und Roggen, dichtgepreßt • 2000 Mk., Biertreber, getrocknet 3600—3800 Mark. Tendenz: fest, bei kleinem Geschäft infolge der Geldknappheit.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M, 25. Sept. (Amtlich.) Marktverkauf: Rinder ruhig, Kleinvieh lebhaft, Schweine langsam: Rinder und Schweine hinterlassen äleberstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1989 Rinder, darunter 366 Ochsen, 90 Bullen, 1533 Färsen und Kühe: ferner 179 Kälber, 223 Schafe und 986 Schweine. An Preisen wurden angelegt pr. Ztr. Lebendgewicht: Ochsen 6200—9200 Mk., Bullen 6500—8000, Färsen und Kühe 7800—9000 für beste Färsen, 4800—7900 für geringe Kühe und Färsen, Kälber, beste Qualitäten 10 400—11 000, mittlere 9500—10 300, geringe 8500—9400, geringste 6600 bis 8100, Schafe 3500—8500, Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 13 000—15 000, von 80 bis 100 Kilo 15 000-17 000, 100-120 Kilo 17 000 bis 17 500, 120—150 Kilo 17 000-17 500, Fettschweine über 150 Kilo 17 000—17 500, Sauen und Eber 14 000—15 003 Mk. Der nächste Hauptmarkt findet am Dienstag, 3. Ott, statt und beginnt um 9 älhr vormittags. Die Preise liegen um soviel über den Stallpreifen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewnme in sich schließen.
Dom Karloffelmarkt.
fpd. Frankfurt a. M., 25. Sept. Die amtliche Rotierungskommiffion setzte für das Wirtschaftsgebiet Hessen-Rassau und Hessen für die laufende Woche die Kartoffelpreise wie folgt fest: Erzeugerpreis 290—300 Mk. rot- und weißfleischig, 300—320 Mk. gelbfleischia, ab Erzeugerstation, alles für 50 Kilo. Der Groh- handelseinstandspreis beträgt 340—345 Mk. rot- und weihfleischig, 345—365 Mk. gelbfleischig, frachtfrei Frankfurt a. M., alles für 50 Kilo.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Englische Verstärkungen für den Orient.
London, 25. Sept. (WTB.) Der „Times" zufolge ist die z w e i t e ° B o o t - Flotte nach dem Mittelmeer entsandt worden. Das dritte Bataillon der Gold- strom-Garde rollt in dieser Woche aus Aldershvd nach Konstantinopel ab. Nach einer Blättermeldung aus Gibraltar sind von dort drei leichte Kreuzer und neun Zerstörer nach dem östlichen M i t t e l m e e r abgegangen.
Rußlarrd macht seine Interesse« im Orient geltend.
L o n d o n, 25. Sept. (WTB.) In einer Unter- redung mit dem Moskauer Sonderberichterstatter der »Daily Mail" wies der stellvertretende Kommissar des Aeuhern K a r a f a n darauf hin, daß
in entern in dem russischen Archiv befindsichen, während des Krieges abgeschlossenen Geheim- vertrage die Mächte Rußland voll- ständigeSouveränitätüberKonstan- tinopel und die Meerengen versprochen haben. Rußland verlange keine derartige Souveränität, wolle jedoch seine Interessen anerkannt sehen. Es werde keine Lösung dieser Frage ohne seine Teilnahme dulden.
Die kemalistische Kavallerie aus der neutralen Zone zurückgezogen?
London, 25. Sept. (WTB.) Wie aus Kon^antinopel berichtet wird, soll sich die türkische Kavallerie, die in die neutrale Zone bei Tschanak eingedrungen war, ohne Zwischenfall wieder zu - rückgezvgen haben.
Griechisch-türkische Dandenkämpfe in Thrazien.
L o n d o n, 25. Sept. (WTB.) Nach einer Blättermeldung aus Athen ist es inThratz ien zu einigen Z u s am m e nstö h e n zwischen griechischen und türkischen Banden gekommen.
Verhängung des Belagerungszustandes über Griechenland?
London, 25. Sept. (WTB.) Rach einer Blättermeldung aus Athen soll das Kabinett beschlossen haben, über Griechenland den Belagerungszustand zu verhängen und in Thrazien die vier letzten Jahres- klassen unter die Fahnen zu rufen
Der Völkerbund und die Hilfe für Oesterreich.
fbg. G e n f, 23. Sept. (WTB.) Am Montag tritt der Fünferausschuß des Völker b u n d s r a t e s für die ö st e r r eich i s ch e H i l f e zu seiner nächsten Sitzung zusammen, in der die Vorbereitungen über alle Fragen, die mit der Uebernahme der Garantie für die österreichischen Kredite durch die Mächte zusammen- hängeir, abgeschlossen werden sollen. Die Entscheidungen darüber, welche Mächte Garantieerklärungen abgeben werden, ist noch nicht ge- ttoffen, steht aber, wie von österreichischer Seite verlautet, für die erste Hälfte der nächsten Woche in Aussicht. In der Zwischenzeit werden Besprechungen über die nach der Entscheidung des Ausschusses zu treffepden Maßnahmen stattfinden. Bundeskanzler Seipel hatte heute vormittag mit dem ungarischen Außenminister Graf B a n f f y und dem Direk- wr des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, längere Unterredungen.
Eine Eingabe zum Schutze der Tabakindustrie.
Frankfurta.M.,23.Sept. (Wolff.» Die Handelskammer Frankfurt a. M.— Hanau hat an das Reichsfinanzministerium eine Eingabe betreffend die Danderolen- steuer für Tabakwaren gerichtet, in welcher eS u. a. heißt:
Der Zusamiiienbruch unserer Währung hat besonders hart das Tabakgewerbe betroffen. Es fehlt dem gesamten Tabakgewerbe, und zwar Industrie, Groh» und Einzelhandel gleichermaßen das Geld zur auch nur notdürftigen Fortführung der Betriebe. Die falsche Kalkulation der Verkaufspreise, zu der die wirtschaftlich verfehlten Maßnahmen der Wuch^rbekämpfung zwingen, muhte zur Kapitalsv^rzchrung führen. Die Banderole verhindert die allmähliche Angleichung der Verkaufspreise an die Herstellungskosten neuer Waren. Die bisherigen Verkäufe waren infolgedessen Verlustgeschäfte nicht mir für den Handel, sondern auch für den Hersteller, der mit Rücksicht auf die künstlich niedrig gehaltenen Ein- j^elverkaufspreise auch für neue Waren nicht die notwendig gewesenen Preise erzielen konnte. Die Folge ist jetzt eine gewaltige Preiserhöhung für die Tabakwaren, die die Kaufkraft der Käufer übersteigt und zu einer bedrohlichen Einschränkung des Verkaufs geführt hat. Der Zusammenbruch von Industrie- und Handelsbetrieben, sowie ter m i 11 l e r e n u n d k I e i - neren Gewerbetreibenden, die bisher im Tabakgeschäft ihr Auskommen fanden, ist i n greifbare Rähe gerückt. Zahlreichen Angestellten und Arbeitern droht Arbeitslosigkeit. Wir beantragen daher, schnellstens dafür einzutreten, dah die BanderoleinWegfall kommt und die Tabaksteuer in anderer Weise erhoben wird. Ferner beantragen wir, für eine sofortige Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Tabaksteuergesetz besorgt sein zu wollen, die auch Händler- Vereinigungen und Tabaksteuerlager ermöglicht
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