yx 230 Arvettes öiatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 26. August g22
Hundert.
den weiteren Beträgen: 10 vom
statt.
4. Wann zahlt man?
mal
der israelitischen Religions-Gesellschaft in der starkes Interesse mtgegengebrach Lonhstrahe, in den Konfirmandensälen) Unter- von den zahlreichen Eltern, d<
-eren Kinder die
(Rachdruck verboten.)
7. Fortsetzung.
Hotels.
(Fortsetzung folgt)
150 000
250 000
250 000
250 000
14 000
20 000
26 000
33 000
41 000
49 000
von von von von von
Mk. Mk. Mk Mk.
6 000 Mk. Zwangsanleihe,
10 000 Mk. Zwangsanleihe,
Mk. Zwangsanleihe, Mk. Zwangsanleihe. Mk. ZwangSanleihe, Mk. Zwangsanleihe, Mk. Zwangsanleihe,
vom vom vom vom vom
den nächsten 'den nächsten den nächsten den nächsten
1 2
4
6
8
200 000
300 000
400 000 500 000
600 000 700 000
800 000
900 000
1 000 000
Hundert, Hundert, Hundert, Hundert, Hundert,
Mk.
Mk.
Mk.
Beispiel: Wer im Juli 1922 50 000 Zwangsanleihe zeichnete, hat dafür 50 940 ML. = 47 000 Mk. zu zahlen.
6. Wo zahlt man?
kriegsjahren?
Der Lehrerverein unterbreitet diese Dinge der Oeffentlichkeit in der Annahme, daß ihnen ein “ r ')t wird, vor allem
Volks- und Fortbildungsschule besuchen. Der Verein verkennt nicht die großen Schwierigkeiten, die der Erbauung eines neuen Schulhauses entgegenstehen, sieht jedoch keinen anderen Ausweg, die Frage einer befriedigenden Losung zuzufuhren, und hat deshalb an die Smdtverord- netenVersammlung eine Eingabe gcrid-t.'t mv der Bitte, sich mit der Angelegenheit Schuihaas- Reukmues und der Beschaffung der für die Zwischenzeit unbedingt nötigen Räume recht bald befassen zu wollen.
Mk. Derrn.
Mk. Derrn.
Mk. Derrn.
Mk. Verm.
Mk. Denn.
Denn.:
Denn.:
Denn.:
Denn.:
Gänge strömende Publikum mit denselben energischen Bewegungen, mit denen sie sich im Gew-hl eines Wochenmarktes Platz zu schaffen wußte. Roch immer sprach sie kein Wort der Anerkennung. , ,
Lene stand frierend und elend, fast zähneklappernd am Bühneneingang, Heinz zu erwarten, die Tant' zog den Atem tief durch die Rase.
Heinz kam lange nicht. Andere schritten eilends aus der Tür, Lene meinte einzelne zu erkennen: die gefüllten Straßenbahnen fuhren langsam ab in langen Reihen, im Theater erlosch em Licht nach dem andern
Endlich Heinz! Der alte, wohlbekannte Heinz, befreit von den Ekstasen des Abends — Klavter- auszug unter dem Arm —
Lene allein bemerkte im Grunde ferner Augen ein banges und doch stokzes Fragen.
„So!" Die Tant' öffnete zum erstenmal den Mintt) an diesem Abend. „Sol Hetzt wird • heimgegangen! Wir sind acht Stund' auf der Dahn gesessen!"
Ihre Stimme klang scharf.
Heinz warf den Kopf in den Racken und blickte gerade an ihr vorbei in das müde Licht einer Laterne drüben am Platz.
Da stahl sich Lenes Hand sacht in seinen Arm: „Es war recht nett, Heinz!"
Wie aus dem Schlas erwachend zuckte er zu-__
sammen und sah sie an. Und dann wurde er ver^— legen, rot bis in die Schläfen. Rot für fiel
„Hetzt möcht' ich dich noch einmal in einem anständigen Stück sehen," sprach die Sant’ nun mit einer zitternden Empörung, die sich nicht mehr zurückdämmen ließ. „Komm Lene, sag 'gute Rächt!"
Aber Heinz erklärte gereizt, daß er die Damen nach'Hause begleiten werde, rannte unhöflich voraus und verabschiedete sich im Dorraum des
1. Bei der Reichsbank sowie den Danken und Bankiers, die dem Zenttalverband für Dank- und Dankiergewerbe angeschlossen sind.
2. Dei den im Deutschen Zentralgiroverband und bei den .im Deutschen Sparkassenverband organisierten Girozentralen, Sparkassen und Korn- munalbanken.
L. Dei den Revisionsverbänden des Deutschen Genossenscha tsverbandes angehörenden Kredtt- genossenschasten, bei den Zentralkassen der land- wirrschastlichen Genossenschaften, bei der Landwirtschaftlichen Zenttaldarlehnskasse Derlin Und Deren Filialen und Hauptgeschäftsstellen.
Die Annahmestellen werden im einzelnen von den Landesfinanzämtern oder Finanzämtern in
Man must zahlen zwei Drittel der Zwangsanleihe bei Abgabe der Dermögenssteuererklä- rung (Hanuar 1923), spätestens bis zum 28. Februar 1923, und den Rest 2 Monate nach Zustellung des Descheides. Man kann aber schon im voraus zahlen. Die Vorauszahlung ist mit Dorzugskursen verbunden (vgl. Rr. 5, 7).
5. Wie hoch ist der Zeichnungspreis? Wenn man im Huli 1922 zahlt: 94 Proz., wenn man im August 1922 zahlt: 96 Proz., Wenn man im September 1922 zählt: 98 Proz., wenn man im Oktober oder Rovember 1922 zahlt: 100 Proz.,
wenn man im Dezember 1922 zahlt: 101 Proz., wenn man im Hanuar 1923 zahlt: 102 Proz., wenn man tm Februar 1923 zahlt: 104 Proz.,
51 000 Mk., also bei einem Dermögen von 2 Millionen Mark sind 200 000 Mk. minus 51000 Mk. = 149 000 Mk. Zwangsanleihe zu zeichnen. Es findet Abrundung auf volle Tausende
Beispiele:
100 000 Mk. Vermögen: nichts,
~ 3 000 Mk. Zwangsanleihe,
BaalsfempeL
Roman von Margarete v. Oerhen F ü n f g e l d.
Mk. Zwangsanleihe.
Del Vermögen über eine Million Mark sind 4& immer 10 Prozent Des Vermögens minus
Don den ersten 100 000 Mk.: ..........Mk.
wenn man vorn Marz 1923 ab zahlt: 106 Proz.
~ " ---- ----- Mk.
anderweitig besetzt sind, entweder zu früh zur Schule kommen, oder ihr Unterricht kann erst um 10 Uhr beginnen. Im letzteren Falle kommen die kleinen Kinder, die teilweise wett weg wohnen, erst nach 1 Uhr, nicht selten erst um IV? Uhr nach Hause. Das sind Zustande, die zu Klagen dcw Eltern führen müssen und auf die denn auch die Deschwerden zurückzuführen sind, die in Form von Eingesandts im Laufe des Monats Huni im „Gießener Anzeiger" erschienen.
In der Stadtmädchenschule müssen nicht nur | für jene fliegenden Klassen, sondern auch für die in der GatsteHung begriffene Mädchen- Fortbildungsschule andauernd Räume freigemacht werden. Aber bei allem guten Willen findet man nicht immer einen Saal. Und so ist es denn schon vorgenommen, es ist ein Hammer, daß Stunden im Konferenzzimmer, tm Hortgarten, auf dem Schulhof, am Bahndamm oder sonstwo tm Freien gehalten werden mußten; ja bei —5° mußte schon draußen gespielt werden, weil überhaupt fein Raum mehr zur Verfügung stand. Auch der Abteilungs-Unterricht, der für die Förderung der Schwachen besonders in den Unterklassen so nötig wäre, kann kaum untergebracht werden.
Außer den eben erwähnten Wanderklassen gibt es mehrere Klassen, die in gemieteten Räumen (im Kaufmännischen Dereinshaus, im Haus
haus zu sein.
Um allen diesen Uebelständen abzubelsen. wird nichts anderes übrig bleiben, als mit dem Plan der Erbauung eines neuen Schulhauses Ernst zu machen. Kommen muß das neue Haus ja doch einmal. Allein bis eg' fertig dasteht, wird noch eine Weile dahingehen, auch wenn man schon bald mit den Vorarbeiten begänne. Für die Zwischenzeit aber muß für die allernvtwendigsten Räume unbedingt und in aller Kürze Sorge getragen werden; sonst steht man schon nächste Ostern vor Unmöglichkeiten.
Was soll z. B. werden, wenn zu dem einen Hahrgang Mädchen-Fortbildungsschule'noch zwei weitere hinzukommen? Oder wenn die Grond- : schule zum ersten Male 4 Hahre dauert, also dann keine Kinder an Ostern in die höheren Schulen abwandern, dafür aber 8—10 neue Klassen ausgenommen werden? Oder aber, wenn der zu erwartende große Ansturm auf Rcueinschalung
I kommt, die Auswirkung der ungewöhnlich hohrö Zahl von Eheschließungen in den ersten Rach-
sind.
** Die we steu ro päische Zeit im besetzten Gebiet. Für den kommenden Winter wird für das besetzte Gebiet wieder die westeuropäische Zett gelten. In der Rächt vom 6. zum 7. Oktober wird die westeuropäische Zeit durch Zurückstellung der Uhren um eine Stunde wieder eingeführt. Am gleichen Tage soll der Winterfahrplan in Kraft treten.
Kreis Lauterbach.
wb. Lauterbach, 24. Aug. Wre jetzt te- kannt wird, tst der im Oktober 1914 in französische Kriegsgefangenschaft geratene deutsche^ Soldat Heinrich Falk aus Landenhausen in Over^e'sen im Rovember 1914 von einem französischen Kriegsgericht zu zwanzig fahren Zuchthaus verurteilt worden, weil er tm Besch einer Uhr französischen Fabrikats war die laut eidlicher Aussage in Deutschland gefault morden war. Die völlig ungerechte Strafe läuft erst am 5. Rovember 1934 ab.
Kreis Friedberg.
* Dad-Rauheim, 24. Aug. Die Stadtverordneten beschäftigten sich in ihrer letzten Sitzung mit der Mandatsnleder- legung der Herren Stamm, Prafried, Lolchborn und Wilhelm Grasenick von der sozialdemo- lratischen Fraktion und kamen zu dem Ergebnis daß die Begründung dieses Schrittes n i t als hinreichend angesehen werden konnte.
Aus Stabt und Land.
© i eßen, den 26. Aug. 1922.
** Vorladung Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener duich die Versorgungsbehörden. Krieg-beschäoi, e und Kriegshinterbliebene, die vom Derscngu. gs- amt oder Hauptversorgungsami zur Ur er:uchung, Beobachtung oder zur ©rörterung gesellter Anträge vorgeladen werden, erhalten die Reisekosten und sonsttgen baren Auslagen erstattet und außerdem in angemessenem Umfange Ersah für nachweisbar entgangenen Arbeitsverdienst.. Um die sofortige Erstat ung zu ermöglichen, sind Bescheinigungen de^ ..'rb tt- gebers über die Höhe des entgangenen Anetts» Verdienstes und Belege über sonstige Ausgaben mittchbringen. In der Bescheinigung des Ar?tt- gebers über die Höhe des entgangenen Arbeitsverdienstes muß auch angegeben toer:c •, welcher Betrag von ihm als Steuerabzug ein-ubehallen sein würde, da die Dersorgungsbehörden diesen Betrag nicht zu ersetzen haben: fehlt die ent- sprechrode Angabe, so wird der Arbeitsverdienst um 10 v. H. gekürzt. Wer Wert darauf legt, daß die ihm zustehenden Beträge gleich bei der Untersuchung gezahlt werden, versehe sich schon vorher mit den erwähnten Belegen.
** Erhöhung der Gepäckfrachten. Mit Rücksicht auf das schnelle Sinken des Geldwertes, sowie darauf, daß zum 1. September die Güter- und Expreßgut-Frachten sich um 50 Proz. erhöhen, wird die für den 1. Oktober vorgesehene Erhöhung der Gepäckfrachien auf 10 Pf. für 10 Kg. und 1 Km. schon ab 1. September in Kraft treten. Die Gepäckfracht wird am 1. Oktober um wettere 50 Proz. erhöht. Don dtesem Sage ab beträgt also der Einheitssatz 15 Pf. für 10 Kg. und 1 Km. und die Müideiifracht 15 Mk.
** Zur Beachtung bei Eisenbahnfahrten ins besetzte Gebiet. In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Zivilpersonen in den Militärabteilen der im bese.tm Gebiet veickehrenden Züge trotz be§ Verbots der Interalliierten Kommission in Wiesba>>en Platz nehmen. Vorzugsweise tritt das ein, wenn die Züge überfüllt sind. Die Zivilreisenden,.sehen sich, wie wiederholt bekanntgegeben, durch das Betteten der Militärabteile nicht nur der Bestrafung durch die fremde Militärbehörde aus, sondern sehen auch das Zugbegleitpersonal in die Verlegenheit, mit bestraft zu werden Man meide allo die Abteile, die durch Aufschrift lediglich den Angehörigen der fremden Armeen Vorbehalten
Auf dem Zimmer angelangt, schoß die Tante sofort auf den an der Wand befestigten Tarif los.
.Was kostet das Logis?''
.Ach, lassen Sie doch, Frau Tant!" bat Hernz gequält. „Ich habe es ausgesucht."
,Ach Gott, Heinz, der teure Stiebet! rief die Lene entzückt dazwischen.
Mit dem kostbaren Strauß hatte er seine Braut überrascht. Gr hatte einen solchen einmal bei der fraßen gesehen. Und die Art, wie ihre weißen Arme den Strauß umspannten, ihn an sich drückend, ohne eine Blüte zu gefäßröen, die schmeichelte sich noch heute in seine Erinnerung
Die Lene nahm den Sttauß und stellte ihn tn die gefüllte Wasserflasche auf dem Waschtisch.
Und alsbald begann sie Große von den Leuten im Dorf auszurichten, etwas schwatzhaft in ihrer lauten Glückseligkeit, genau wie damals, eine f«lbe Stunde nach ihrer Verlobung, als sie es duichgeseht hatte. Arm in Arm mit ihm durch das Dors zu spazieren.
Heinz beobachtete sie mit einem seltsam fremden Regen tm Herzen. Aber er gab der Tante daran die Schuld, die gespreizt und unzufriedM auf dem Sofa faß, weil man ihrer Ansicht nach ihr nicht die gebührende Achtung erwiesen. Im Doif, ja, da galt sie etwas: der windige Kellner hier hatte sie mit „ Madame" angeredet, und sie hatte sich doch deutlich genug als Frau Lehrer Algeier in das Buch eingetragen! Wenn sie daheim die Zwirnhandschuhe anzog und den langen Mantel, um im Laden gegenüber etwas einzukaufen, dann knicksten alle Kinder, und wenn sie einmal starb, so gaben alle Lehrer der Racbbar- jchaft ihr daS letzte Geleit,
Hier war sie niemand, hier rollte ihr der Sand unter den Füßen fort
Die Lene, die wohl eine Spcnrnui^ merkte, uchte sie fortzuschwatzen und fortzulachen. Aber Heinz zog plötzlich seine Uhr. »Ich muß ins Theater. Ich hab' für euch eingereicht 'S ist .Dohörneß" , „
„Dohdme?" wiederholte die Lene hilflos.
Er jedoch hatte feine Zeit mehr für Erklärungen und sagte ihnen nur noch Bescheid, wie sie zu ihren @intrttfc8farten gelangen könnten. Dann choß er davon.
Die Tante schwieg. _ _r
Lene zerrte ein weißes Waschkleid über und zwängte ihre vom kalten Wasser geröteten Arme in * ;e engen Aermel. Sie brannte sich Löckchen und machte sich so schön sie konnte.
Aber endlich hielt sie es nicht mdjr aus: „Sant’, io red' doch nur ein Wort!"
Die Tante preßte die Lippen fest zusammen und schwieg.
Endlich war man fertig, die Tant trug ihr Kleid von der silbernen Hochzeit her, darüber einen Mantel aus türkischem Shawl, den sie schon dreißig Hahre hatte. Reben ihr schlich klein- laut die Lene wie ein gescholtenes Kind.
Der Wagen, den Heinz ihnen angeraten hatte, sollte natürlich gespart werden, und so wurden mancherlei Irrwege eingeschlagen, bis endlich die hell erleuchteten Feasterreihen des Theaters näher und näher rückten.
Lenes Kleid hatte einen hohen, nassen Rand, ihre Schuhe waren durchweicht; eine Uhr schlug acht. — Und die goldenen Fenster türmten sich über ihr, und Lenes Herz begann zu klopfen, ihre Handflächen wurden feucht und falt.
In dem warmen, rot aufgelegten Dorraum bewegten sich die M nschen mit Selbst Verständlichkeit der an diese Luft Gewöhnten. Dazwischen scharfe, bleiche Gesichter mit stechenden Augen. Damen von eigenartiger Schönheit und — ach! — hje von heut« Mchmittag! Ah« jetzt ohne Pelz»
in einen seidenen Stofs gewickelt, der wie Gold glänzte — das war gar kein Kleid, das war eine Haut!
Lene fühlte sich ganz unmöglich daneben. Als sie an der Kasse die Karten für Herrn Güldewins Verwandte verlangte, schien ihr, als betrachteten die hinter ihr Stehenden sie mit Reugier. Und ihr erster Gedanke' war: Morgen machst du dir aber eine andere Frisur.
„Bitte, hier!" sagte ein Theaterdiener, als die Tante mit vollen Segeln auf die große Freitreppe zum Balkon losstürmte. „Ganz rechts! Erstes Parkett, bitte!“
Aus dem gespannten Schweigen des Zu- schauerraums llang es wie ein leises Aufschlagen von Wellen an einen flachen Strand.
Und dann hob sich der Vorhang.
Der da auf der Bühne stand, gleich zuerst, der Dichter Rudolph — nein, der hatte mit ihnen nichts mehr zu schaffen. Mtt jedem Wort, ledern Ton entschwand er ihnen mehr, und Lene das Lehrers töchterlein, zttterte um ihr bißchen Gluck.
Ganz, ganz anders mußte sie ihm von heute ab begegnen. Und das mußte sie von jener da droben lernen . . . dieser Mimi . . .
O Gott, dieser Mimi! Die mit ihm zum Fest ging — zum Fest und — zur Liebe —
In glühender Scham erkannte sie, daß ihre Sinne ihm zuflogen, daß seine Stimme eine Macht über sie gewann, die sie nicht gewinnen durste
In den Zwischenakten blieben die Frauen sitzen, sie genierten sich vor den Leuten in ihren kleinstädtischen Kleidern. .
Die Tant' sagte wiederum kein Wort, mit gekniffenen Lippen starrte sie auf die leeren Stuhlreihen und Lene drückte die Knie fest aneinand«: und faltete die kalten Finger um ihr Taschentuch.
Am Schluß der Vorstellung wäre Lene gern noch eine Minute geblieben, als sie die Sanger immer wieder herausklatschten. Mimis Schicksal hatte ihr die Tränen in den Augen getrieben. M« bfc Lwt' ta&uite ßch durch das in die
Die bevorstehende Zeichnung aus die gwangscrnleihe.
Dach dem nunmehr verabschiedeten Gesetz über die Zwangsanleihe kann Zwangsan lei h e pom 15. Huli 1922 ab gezeichnet Werdern Es ist daher erforderllch, daß jeder die Grundzuge des Gesetzes kennen lernt.
1. Wer ist zeichnungspf lchtig?
a) Alle Deutschen mit Ausnahme derer, die fett dem 1. Hanuar 1921 sich dauernd im Ausland aufhalten und im Inland keinen Wohnsitz haben.
b) Richtdeutsche, wenn sie im Deutschen Reiche einen Wohnsitz oder des Erwerbs wegen oder [ärmer als 6 Monate ihren gewöhnlichen Aus-
c) Hurislische Personen und nichttechtssähige Personenvereinigungen, deren Sih oder Ort der Leitung im Inland liegt, Insbesondere Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften a. A., Gesellschaften mit beschränkter Haftung; Derggewerk- schaften, Genossenschaften u. a.
2. Was unterliegt der Zwangsanleihe?
Das Vermögen mit dem Wert am 31. Dezember 1922. Vermögen bis zu 100 000 Mk. sind frei. Frei sind ferner Vermögen bis zu 300 000 Mark, wenn sie hauptsächlich ausKapitalvermögen bestehen und das für 1921 festgestellte Einkommen 40 000 Mk. nicht übersteigt. Bei über 60 Hahre alten oder erwerbsunfähigen Rentnern erhöht sich die Freigrenze bis auf 1 Million Mark, toerm das Einkommen 60 000 Mk. nicht übersteigt.
3. Wieviel Zwangsanleihe ist zu zeichnen?
den Tageszeitungen betontigegeben. Richt ge-1 hinft finden mußten Es ist baß auch di^ ' zeichnet werden tont bei den Finanz- und Steuer- nur als em Behelf angesprochen werden darf, jLffXn der nicht von Dauer sein kann.
7. Wie zahlt man? Der vorstehend geschilderte Mangel an Klas- ;
... «. . oö . , Kor Fw>i sensälen erklärt sich — soweit er nicht schon froher
Rtot stillt einen. ZeichnunasschÄm, ber 1bei&en - damit, daß 1. die Mädchen- .
unter Rr.6 genanEu gortbilbung^^^^ule neu eingerichtet, 2. die all-
den Betrag oder überweist ihn und Knaben-FortbiDungsschule völlig um-
erhalt dastur eine Quittung. Zeichnungen ohne wurde unb daß 3. die Dollsschule von
Zahlung werden nicht angenommen.ImZmch- g lgig gliche Vorschulklassen der nungsschem Ist mit >n toeI«en03e- kjj Schul- auflog, °hn- bah ihr irgend weiche
Xt® ^OOOa19Äfem,bt Hanftauen
p ,.-1 r Arrrvyrt i ßnpn ^picb3 Die Rot mit den Aborträurnen ist ent-1
kann man nur einen durch den jerpethgen Zeich- , nl$it ^iger
tßSXnr im^ebruar als drei Klassro denselben Raum benutzen müssen,
durch 94, Otto^r durchlOO, tm Februar ^^Igedessen föirnen die armen Kinder in den 1923 einen durch 10^ teilbaren Betrag. gjaufen nicht alle ankommen, Unb dann nimmt
8. Allgemeines. | pus Klagen und Laufen in den Stunden kein Ende.
Für die im Kalenderjahr 1922 erfolgenden Es ist Jcrner sehr nachteilig, daß in den Vorauszahlungen ist es nicht erforderlich, daß je- jetzigen VolWschulhäusern an ^nterrichtsraumen mand sein Vermögen genau erreä-net. Vielfach wird lediglich reine Klassensale vorhanden sind, nur dies auch gar nicht möglich sein, weil der Stand im Schukhaus in der Rordanlage gibt es einen des Vermögens am 31. Dezember 1922 zur Zett Sing- bzw. RatuvlcHresaal mit nach hinten er- noch nicht veranschlagt werden kann. Lleberdies höht stehenden Banken, in den beiden anderen werden die Steuerkurse für die Wertpapiere und Häusern nicht. Außerdem fehlt es an besonderen Richtlinien für die Bewertung des Grund- und Sälen für den Zeichen-, den WeiÄmterroht und Betriebsvermögens erst in einiger Zeit heraus- dir Kinderhorte. Für die Mädchen-üortbildungs- gegeben werden. Riemand braucht aber bis zu schule wären dringend nötig;
dem Erlaß dieser Besttrnmungen mit der Zeich- a) für den allgemeinen älitterricht ein aJlnter- nung zu warten. Es genügt vielmehr, daß jemand richtssaal mit Bänken, dem Alter und der
sein Vermögen überschläglich schätzt und danach Größe der Schülerinnen angejxißt:
feine Vorauszahlung einrichtet. Die Vorauszah- b) für den Handarbeitsunterricht vorerst em Rr- lung liegt im eigenen Interesse des einzelnen, da beitssaal mit Tischen und einem Zuschneide-
er sich den günstigen Vorzugskurs sichert. Wer ttsch:
zuviel voraus zeichnen soltte, erhält übrigens den c) für einen ersprießlichen HauswirtschattS-ain-
zuviel gezahlten Betrag mtt 5 Prozent Zinsen terricht: 2 Schulküchen, 1 Dor ratsraum ein
erstattet Wasch- urtb Bügelraum, 1 Holz- und Kohlen-
' — ----- i— m■■ ------- feiler, 1 ÄartoffeUelfer, 1 Trockenboden und
_. M ein kleines Zimmer für die Lehrerin.
Die tföautmwt in der Gietzener Den oberen Klassen der Volksschule und der
Volks- und Fortbildungsschule. Fortbildungsschule müßte auchein größerer Gar- O “ ten zur Verfügung stehen, in dem die Schuler und
Vom hiesigen Lehrer-Verein wird uns Schülerinnen sich nicht nur dies und jenes an- geschrieben: sehen könnten, sondern auch wirllich arbeiten
Das Volks- und Fortbildungsschulwesen lernten. Dies wäre schon mit Rücksicht aus die unserer Stadt leidet in eidlichem Maße an dem Rot der Zeit, in der das Klemgartenwesen für Mangel an ,Schulsälen. Um diese De- die Ernährung der Städte eine so große Rolle hauptung zu begründen, soll zunächst darauf hin- spielt, dringend erwünscht.
gewiesen werden, daß es an der Volksschule eine Rls dm? zur Zelt schlimmste ganze Anzahl von sogenannten Wanderklassen bezeichnet werden, daß immer nocy das völlig gibt, d. h. Klassen, für die eigne Schulräume veraltete Schulhaus in ber 416 0 11 abt für nicht vorhanden sind. .Sie müssen infolgedessen Untenichtszwecke verwandt Dort befindet umherwandern und immer in den Sälen Unter- sich zur Seit die allgemeine Fortbildungsschule kunft finden, die von den eignen Klassen gerade für Knaben eine Schule, die vor kurzem auf nicht benutzt, bzw. eigens für diese fliegenden völlig veränderte Gronkstage geteilt wurde, die Klassen geräumt werden. Daß ein solches Umher- zu neuem Leben erblühen und wesentlich geziehen in unterrichtlicher Hinsicht gar mancherlei steigerten Anforderungen entsprechen soll. Und ‘ Rachteile mit sich bangt, liegt auf der Hand, eine solche Schule muß m einem dero^en Haus ■ Aber auch in hygienischer Beziehung muß man ihr Dasein stoßen! Die Anstalt wird wegro - starke Bedenken gegen die Einrichtung jener ihrer Reugestaltung in den wachsten Rkonoten
Wanderklassen haben. Kommen doch die Kinder und Hahren den Besuch gar manches auStoar- vielfach in Säle mit verbrauchter Luft, und auch tigen Schulmannes empfangen. Es mag dies ein die Bänke können nicht immer so vollkommen mehr äußerliches Moment sein; falsch Ware es der Altersstufe angepaßt werden, wie es toün- jedoch, wollte man es Minz übersehen. Welchen chenswert wäre. Ferner ist es oft unmögllch, Eindruck mögen diese Herren mit nach Hause den Unterricht dieser Kinder zu der Zeit be- nehmen, wenn sie das Haus sehen m dem bie ginnen zu lassen, die ihrem Alter nach als die Schule untergebracht ist! Eine Stctt>t wie Gießen, richtige bezeichnet werden muß. Insbesondere für deren Ruf es doch nicht g^ick^ultig ist. wie müssen manche Elementarklassen, da die Säle man von ihrem Dolls- und Fortbildungsschul- anderweittg besetzt sind, entweder zu früh zur wesen spricht, muß unbedlngt ^f Mittel und Schule kommen, ober ihr Unterricht kann erst Wege sinnen, die dahin führen, daß das Reu- ftäbter Haus endlich aufgehört hat, ein Schul-


