rung Herauszusuchen, ist ungemein schwer. Wir erkennen an, das) die hessische Regierung in der Frage des Ortsklassensystems ihre Schuldigkeit in Berlin getan hat.
Wettervoraussage
für Sonntag:
Trüb, strichtocirse Riederschläge, SentperohH nicht verändert, westliche Winde.
Das von dem Mittelländischen Meer nordwärts gezogene Tief hat sich ausgefüllt. Von dem Atlantischen Ozean hat sich über England ein stärkeres Tiefdruckgebiet bis nach Frankreich ausgedehnt. hinter feinem Ginflust werden wir morgen bei vorherrschenden westlichen Winden mit erneuter Trübung und Riederschlägen rechnen müssen.
im Lokale der Frau Fr. Kremer Ww., Marburger Straste, statt.
Kreis Büdingen.
)( Ortenberg, 23. März. Gestern abend hielt der hiesige Frauenverein im Darmstädter Hof seinen letzten Frauenabend für diesen Winter ab. 3m ersten Teil führte der Geschäftsführer des Vereins, Pfarrer Kahn«, den zahlreich erschienenen Mitgliedern an der Hand von 50 prachtvollen Lichtbildern nach Gemälden unserer größten deutschen Maler das Leben Jesu vor Augen. Der zweite Teil brachte dann ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, das die Frauen noch zwei Stunden beisammenhielt. Alle schieden mit Dank über den recht die Seele als auch den Leib erquickenden Abend.
Kreis Friedberg.
^Bad-R anheim, 24. Mät^-Durch die Oberförsterei Ober-Rosbach wurde Den Staatsbeamten Tarifholz zugeteilt, und zwar 100 Eichenwellen zum Preise von 160 Mark.
das Holz im Burgwald nahe dem Kopfe des Wintersteins sitzt, ist es schwer abzufahren, so daß der Fuhrlohn in den meisten Fällen die Gestehungskosten noch übertrifft. — Die Kraft- p o st zwischen Bad-Rauheim und Butzbach, die die der Dahn entlegenen Orte des Morler Grundes und am Hausberg dem Verkehr erschliesten soll, hat bereits ein Defizit von über 2 0 0 0 0 0 Mark. Die Stadtrervrdneten lehnien aus diesem Grunde eine weitere Unterfinning Der Strecke durch Gewährung von Zuschüssen ab.
Kreis Wetzlar.
fpd. W e h l a r, 24. März. Der hier wohnende 39jährige Ingenieur Georg Curtius hat vor Jahresfrist einem Stuttgarter Kaufmann Den Alleinvertrieb des angeblich von ihm er» funDenen Sparblocks „Sparsix" gegen eine Vergütung von 40 000 Mark für mehrere Städte angeboten. Der Stuttgarter erwarb Die Lizenz in Der Weise, dast er sich zur Leistung einer „Kaution" in Höhe von 30 000 Mark verpflichtete unD 10 000 Mark sofort anzahlte. Beim Qto». schlust Des Vertrages war Die Behauptung Des, Curtius, Dast schon zahlreiche Firmen Anzeigen für Den Reklameblock aufgegeben hätten, von ausschlaggebend er Bedeutung. Diese Behauptung1 Hal stch jetzt als Schwindel erwiesen. Rachforschungen ergaben. Dast Curtius Diese Schwinde- leien in umfangreicher Weise in Den Landgerichts- be,liefen Frankfurt und Limburg verübt h<tt und aller Wahrscheinlichkeit nach noch verüb». Gegen Den Schwindler, der von seiner Geliebten als sog, Sekretärin begleitet wird, ist von verschiedenen Staatsanwaltschaften Haftbefehl erlasse:' worden. Das Paar lebt seit Monaten nur von erschwindelten Geldern.
Hessen-Nassau.
Rekordtiefstand der Arbeitslosigkeit in Frankfurt a. M.
* Frankfurt a. M., 24. März. Wie von Der Erwerbslosenfürsorge mitgeteilt wird, hat sich im Laufe Des Monats März Die Arbeitslosigkeit weiter gebessert. Gegen nahezu 600 Personen ®nbc Februar sinD jetzt nur noch 377 Personen in ganz Frankfurt ohne Beschäftigung, was einen solchen geringen Prozentsatz darstellt, wie er selbst in Den Seiten Der größten Hochkonjunktur vor dem Kriege noch niemals erreicht worden ist. Besonders Die Metallindustrie ist zur Zeit austerordentlich stark beschäftigt und auch die ziemlich starke Belebung des Baumarktes hat zu Dieser günstigen Lage auf Dem Arbeitsmarkt beigetragen.
weife aus der Anstalt entlassen unter ausDrück- licher Ablehnung jcDer Berantwortung.
Abg. Kiel fragt weiter, warum die Regierung immer noch nicht entgegen dem Willen des Hauses Den 1. M a i zum gefetzlichen Feiertag erklärt hat.
Staatspräsident Ulrich: Heber Die Folgen Der Beschlußfassung Des LanDtags zum Antrag Häuser, betreffend Erklärung des 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag, in seiner 80. Sitzung vom 1. Dezember 1920 gehen Die Meinungen sowohl im Landtag als auch iw Der Regierung stark auseinanDcr. Ich werde Dem Gesamtministerium Den nachfolgenden Gesetzentwurf zur Erledigung vorlegen und Dem Landtag zugehen laston. sobald Di-^Mbe ihm 'usiimmen e Gesetzentwurf, betreffend Die Feien des 1. Mai. Einziger Artikel. Der 1. Mai gilt für Die Folge als gesetzlicher Feiertag. Diese Destim- mung atu mit oem £aje ihrer Verkündung in Kraft. — Das Ministerium des Innern wird mit Der Ausführung desselben beauftragt.
Abg. Brauer (Tbd.) fragt, welche Stellung der Vertreter Hetzens bei der Konferenz der E r - n ä h r u n g s m i n i st e r in Berlin eingenommen habe.
Abg. Schott (D. Vpt.) fragt, ob die Regierung auch für 1922 die Getreide» und Kartoffelumlage beizubehalten gedenke.
Minister Raab: Die Ernährungsminister waren sämtlich Der Heberzeugung, Dast Die- Derzeitige wiräschastliche Crnährungslage es nicht gestattet, Die Get'.eiDebewirtschaftung aufzuheben Auch der Vertreter Hessens hat sich dem an- geschlofsen. (Heiterkeit.) Der Vertreter Bayerns war nicht anwesenD. Es wurde darum beschlossen, das Hinlageoersahren für Getreide auch für 1922 beizubehalten. Was Die Kartoffelbewirt- schaftung betrifft, so stand Hessen auf Dem Standpunkt, Dast, wenn die Ernte gut ist, man von Der Umlage ab sehen könnte. Wenn aber Die allgemeinen Verhältnisse es erforderlich machen, soll auch die Kartvsfelumlage beibehalten werden.
Darauf wird in Die Tagesordnung eingetreten. Besoldungsfragen.
Sur Regieru ngsvorlage, betr. Die Dienst- bezüg e Der Staatsbeamten und Lehrer, und zu der Regierungsvorlage, betreffenD eine laufende Wirtschaftsbeihilfe an Beamte im besetzten Gebiet, erstattet Abg. Herbert (3.) Bericht des Ausschusses. Der beantragt, Der Vorlage zu- . zustimmen.
Es handelt sich um fvlglendes: Die Reichsregierung hat bestimmt, daI den Beamten und Angestellten in Orten mit besonders schwierigen Wirtschaftsverhältnissen vom 1. Januar 5922 ab eine widerrufliche Wirtschaftsbeihilse bezahlt wird. Die hessische Regierung stand auf dem Standpunkt'. Sv unerwünscht es auch sein mag, eine unterschiedliche Dhandlung Der hessischen Beamten gegenüber den Reichsbeamten eintreten zu lassen, glaubt Die hessische Regierung doch im Interesse einer tunlichst gleichen Behandlung der hessischen Beamten unD mit Rücksicht auf Die bisherige allgemeine Stellungnahme des Landtags und Der Regierung hinsichtlich Der Ortsklasseneinteilung vor- fchlaaen zu sollen, von der Gewährung Der widerruflichen Wirtschaftsbeihilse an hessische Beamte usw. in Orten mit besonders schwierigen Wirt- schcrftsverhält'Tissen aburef>en.
Das Gesamtministerium macht Dafür Den Vorschlag. den Gesamtbetrag von 7 Millionen Mart ; etwa in Die Medizinallasse einzuzahlen und Da» ' mit Die Beamten in eine Krankenkasse einzukaufen. i Der Ausschuß hingegen b'antragt, Der Regierungsvorlage nicht zin.ustimmen und DieWirt» r schaftsbeihilfe in Hebereinstimmung mit Der Regelung Der Reichsregierung an Die hessischen Beamten zu zahlen.
Abg. Widmann (Soz.) stellt nach längeren Darlegungen fest. Dast wir in Hessen bemüht waren, Den Wünschen Der Beamten zu entsprechen, dast aber Das Sverrgeseh Das unmöglich gemacht hat. — Die erste Vorlage wird angenommen.
2Tbg. Herbert referiert Dann auch über Die Diäten Der AbgeorDneten. Der Finanz» < ausschust hat befchlosfen, in Zukunft Den Abgeordneten von Darmstadt ein Tagegeld von 6) Mk. und Denen von auswärts 80 Mk. und eine Heber» nochtungsgebühr von 100 Mk. zu gewähren.
Abg. Kindt (Dntl.) stellt fest, dast seine Fraktion auf ihrem früher eingenommenen Standpunkt beharrt und sich Der Stimme enthalten wirD. Er hält aber Die Bezüge Der hiesigen and auswärtigen Abgeordneten für nicht genügend Differenziert.
Abg. Reiber (Dem.) berichtet über Die Wirtschaftsbeihilfe und in Verbindung Damit über Die Regierungsvorlage Der Gewährung einer widerruflichen Wirtschaftsbeihilfe an Beamte in Orten mit besonders schwierigen Wirtfchaftsver» hältnifsen.
Abg. Dr. Werner (D.-R.): Wir sind nicht in Der Lage, einer Vorlage zuzustimmen, Die das Ortsklaffensystem noch vergröhert. indem noch neue Klassen geschaffen werden. Wir werden ebenfalls gegen die Ausschuhanträge stimmen,
. _ Franz Ellermann zu Darmstadt mit Wirkung vorn 1. April 1922 an auf fein Rachsuchen aus Dem Staatsdienste entlassen.
weil wir Die Regierungsvorlage für besser Hal- i Kriegshinterbliebenenfürsorge ten. Es war auch Der Wunsch Der Beamten, in ~ ~
eine Kasse zu kommen. Die Orte für lleberteue» •
3ur Aufführung des „Ursaust" am Gießener Stadttheater.
Goethes „Faust" ist am jetzigen Stadt- tpeater zum ersten Male 1911 aufgeführt toor- Den. Der erste Teil des Werkes wurde damals an zwei AbenDen ziemlich ohne Strich (sogar die .Walpurgisnacht" wurDe gebracht) gegeben. ®er Abschnitt war nach der Verjüngung Fausts, also nach Der Hexenküche. In späteren Jahren ist Der Faust wiederholt in Den Spielplan auf» genommen WorDen, Doch wurDe für Diese Aufführungen eine Einrichtung geschaffen, Die das ODerf an einem Abend in 21 Bildern bei einer Spieldauer von 4l/8 Stunden ermöglichte. Diese Einrichtung hat groben Anklang gefunden und verschiedenen anderen Bühnen als Vorbild gedient.
„Wenn am kommenden Dienstag hier eine Aufführung von Goethes „Faust" in ursprünglicher Gestalt (jetzt allgemein als „Hrfauft" bezeichnet) stattfindet, so handelt es sich eigentlich um Die Aufführung eines Fragmentes, das nur durch einen glücklichen Hmstand auf Die Rachwelt gekommen ist. Goethe selbst hat Das Manuskript nachDem er auf Der italienischen Reise sich zum letzten Male Damit beschäftigt hatte, verbrannt in Weimaar aber war Der Hrfauft In den Kreisen Der Hofgesellschaft, teilweise durch Vorl^ungen Goethes, bekannt geworden. Das Hosfräulein von Göchhausen hatte sich eine offenbar toortgetruic Abschrift gemacht und nach dieser, die von Erich Schmidt entdeckt und herausgegeben worden Ist, haben erfolgreiche Aufführungen in Weimar,
Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhesscrr.
Sitzung vom 2 3. März 192 2.
Die Kaffeehaus.! ellner In Gissten sollen zu ihrer" bisherigen festen monatlichen Vergütung von 150 Mk., die neben den Hmsatzprozen- ten vereinbart ist, als weitere feste Vergütung erstmalig für den Monat April den Betrag erhalten der an einem Tagesdurchschnitt der Hinsahver- gütung eines Monates von 80 Mk. fehlt, bis zum Höchstbettag von monatlich 150 Mk. Gefordert war Erhöhung des monatlichen festen Lohnbetrags aller Kaffeehauskellner auf 450 Mk. und Der Rest au ran tkellner von 50 Mk. auf 150 Mk.
Dem Weiterbeschästigun''san'rag elaes Werkmeisters der Hessischen Metallwerke G.m.
Schwagers, und ging bald zur Verbalsuggestion über. Aus seine Frage: „Hypnotisierst tu mich schon?" antwortete ich: „Ich werde dir Den Moment bekanntgeben." Dadurch verschaffte ich mir zur äußeren Ruhe auch die innere, eine Vorbedingung jeder Hypnose. Als ich die Symptome der Tiefenhypnose bemerkte, lieh ich seine Frau und unsere Schwester aus Dem Eßzimmer holen und zeigte Ihnen Die vorhandene Starre. In dem Augenblick begann meine Schwester herzlich zu lachen, was mit meinem Bruder verabredet war. Aber der Patient lachte nicht, und seine List war nicht gelungen. Ich wubte noch immer nicht, was das Lachen bedeuten sollte, habe sofort die Ruhe im Simm er hergestellt, und Da Der Hypnotisierte ein Rägelkauer war, ging Ich zu therapeutischen Maßnahmen über: ich habe ihm Die entsprechende Suggestion gegeben und ihn von dieser üblen Gewohnheit (psychopathologlscher Ratur) befreit. Der posthypnotische Befehl, an den Rägeln nicht mehr zu tauen, wurde für diesen und die nächsten Tage verwirklicht. Als die Hypnose zu Ende und er wachgerufen wurde, zeigte sich bei ihm eine innerliche Hnruhe, er wurde aufgeregt und weinerlich und sagte In fragendem Ton: „Ich habe also wirllich geschlafen?" Von den Experimenten und therapeutischen Maßnahmen wuhte er ga> nichts. Er erzählte mir jetzt von seiner Absicht, mich auszulachen, Die er mit Einer Schwester vorher verabredet hatte. Das Gelingen der Hypnose wider den Willen führe ich zurück auf mein Hnwissen von den Absichten des Patienten und daher auf meine starke Konzen xitlon, den Hyp- nofeversuch durchzufehen."
Frankfurt und Berlin stattgefunden, und diese Abschrift liegt auch der hiesigen Aufführung zugrunde.
Der Faust, der In dieser Fassung geboten wird, ist nicht der bejahrte Denker, Der Die Probleme einer Welt in seinem Schädel wälzt; der Hrfaust ist Der Typus des -„Stürmers und Drängers", Der keiner Verjüngung durch die Hexe bedarf, denn er Ist noch jung, vielleicht in Den Dreißiger Jahren geDacht. Er ist nicht Durch einen Pakt mit Dem Teufel beschwert wie Der Faust Der enDgüItigen Fatzung, und Deshalb entfallen auch die ersten Szenen zwischen Faust und Mephisto, wie der Osterspaziergang. Mit fast elementarer Gewalt spielen sich aber Die Szenen vom ersten Auftreten Gretchens an ab, nicht unterbrochen durch spätere Zutaten. Man hat öfters Das Gefühl, dah Die Iugenderlebnifse Goethes in Frankfurt, Leipzig und Straßburg noch unmittelbarer und mitreißender zu uns sprechen als im klassischen Faust Des alternden Goethe. Dies gilt namentlich von Den Szenen in Auerbachs Keller und im Kerker — Die übrigens in Prosa mit oft plastischen, sogar Dialektischen AusDrücken gehalten sinD — unD von Der besonders originell geführten Unter» reDung Mephistos mit dem Schüler.
Die hiesige Aufführung bringt Den Text des „Urfaust" saft ungestrichen; sie ist in 17 VilDer eingeteilt und beansprucht eine SpielDauer von etwa 23A StunDen. Die DerwanDlungen werden sich auf das schnellste vollziehen und alles, was aus Der bewährten Einrichtung Des klassischen Faust an unserem StaDttheater zu gebrauchen war, ist beibehalten worden. Die
Aus Stabt und Sand.
® i e b e n, Den 25. März 1922.
•• Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 20. März der Ministerialrat im Ministerium des Innern Dr. Viktor Reih zum Staatsrat im Ministerium des Innern: Der Oberregierungsrat bei Dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft FerDinand Kirnberger aus Mainnz zum Ministerialrat im Ministerium des Innern. Der Regierungsrat im Ministerium des Innern Karl Weber zum Oberregterungd« rat im Ministerium Des Innern, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1922 an. — Ernannt wurDen am 20. März 1922 Die Gefangenenaufseher auf Probe Wilhelm Möller, Heinrich Kling unD Jakob H e r t h, alle*zu Butzbach, zu Strasanstaltsvberwachtmelstern an Der Zellenstraf- anstalt Butzbach, unD Die Gefangenaufseher auf Probe Rudolf Metzger, Anton W i h e n b e r = ger, Anton Decher, Wilhelm Bopp, Ernst Johann Worret und Ludwig Dein , alle zu MaUenschloß, zu Strafanstaltsoberwachtmeiftem am Landeszuchthaus Marienschloß. — Heber-trägen wurde am 14. März Dem Reallehrer an Der Realschule zu Wimpfen Heinrich R ü D i n g e r mit Wirkung vom 24. April 1922 ab eine Lehrerstelle an Der Volksschule zu Wimpfen, Kr. Heppenheim. — Hebertragen wurde am 17. Februar 1922 Dem Lehrer Wilhelm Krebs zu Rhein- Dürkheim eine Lehrerstelle an Der Volksschule zu EngelstaDt, Kreis Dingen. — Am 21. März wurde Der Derwaltungsobersekretär bei Der Hauptfürsorgestelle Der Kriegsbeschädigten- und
*• Wochenmarktbericht. Die plötzlich wieder eingetretene kalte Witterung übte aus Den heutigen Wochenmarkt einen spürbaren Einfluy cws. Während Die Preise für Gemüse im weUnt» lichen noch Die alten geblieben sind, haben sie für Eier und Butter wieder angezogen. Eier wurden heute mit 3.30 bis 3.50 Mk., Butter mit 47 Mk. bezahlt. Auswärtige Händler und Aufkäufer, die sich auf Dem Markte und in Der näheren Hingebung an Die Landwirte heranmachen unD Die Waren für Den Versand nach auswärts erwerben, machen sich wieder in höherem Matze bemerkbar. Die natürliche Folge dieser Erscheinung ist, Daß einmal die Preise in Die Höhe getrieben werden, dann aber auch Die Einwohnersct^ft Gießens spärlich beliefert wird. Wer solche Handeleabschlüsse, die selbstverstänD.ich für beide Teile strafbar sind, bemerkt, mache Die Marktpolizei daraus aufmerksam.
** Eine Ortsgruppe Des Reichs- bunDes Der höheren Beamten wurDe gestern abend in einer Versammlung un Gesangs» faale des Realgymnasiums gegründet. OberstuDien- direktor Altendors hielt einen Vortrag über -,Die Stellung Der höheren Beamten zu Den Beamtenfragen der Gegenwart." Einen zweiten Vortrag hielt Professor Dr. Eger.
** Das Fest Der Silbernen Hoch- 5 e i t begehen am Montag Die Eheleute Friedrich Münzjnger und Frau Johanna geb. Schmandt, Frankfurter ©trabe 109. - Das gleiche Fest begehen morgen Die Eheleute Heinrich Wall- b o 11 und Frau Katharine geb. Hartmann, Wolfstraße 14.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen : »Das indische Grabmal".
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater,.3 Hhr: „Die Schmetterlingsschlacht": 6V2 Hhr: „Die blaue Mazur".
— Ober hessischer Kunst verein. Rlorgen (Sonntag) bleiben noch Die Arbeiten Des Süddeutschen IllustratorenbunDes ausgestellt. Auch Die Kollektion von E. Eimer-DarmstaDt sowie Die von R. Curry-München unD andere hinzugekommenen Werke befinden sich noch in Der Ausstellung. Von Montag an bleibt Die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels Der Gemälde geschlossen. — Die Eröffnung Der SonDer- ausstellung Des Karlsruher KünstlerbunDes, Die zuvor in Kiel unD DortmunD ausgestellt war, erfolgt am 9. April.
— Die Deutsche Volkspartei veranstaltet am Samstag, 1. April, in Der Turnhalle am Oswaldsgarten eine DismarckgeDenk» feier. Als Redner ist Der in Giehen wohlbÄannte Pfarrer B e r ck - Mainz gewonnen worden. Die Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Gober hat den musikalischen Teil übernommen. (Räheres f. Anzeige.)
— D i e Ortsgruppe unD Jugend- Abteilung Des D. H. V. veranstaltet am Montag im Kaufmännischen Vereinshause einen BortragsabenD (siehe Anzeige).
— Die Abteilung Bienenkorb, die dem Alice-Frauen-Verein Giehen im Mai vorigen Jahres angegliedert wurde, tritt nun schon zum Drittenmal mit einer HanD - arbeitsausstellung an Die Öffentlichkeit. Die Beteiligung ist inzwischen so stark geworden, dah Die Leitung sich veranlaßt sieht, eine ständige Verkaufsstelle Löberstrahe 1 p. einzurichten, Die mit Dieser Ausstellung eröffnet werden soll. Es werDen Handarbeiten, Kinderlleider, Blusen aller Art zum Verkauf gelangen; Den modernen Woll- unD Spitzenstrickereien ist eine eigene Abteilung gewidmet. Besonderer Beachtung seien Die neuen Münchener Spihenarbeiten empfohlen, die als Tischdecken, Vorhänge, BettDecken usw. Verwen- Dung finden. Der Bienenkorb hat sich den Alleinvertrieb dieser lohnenden, rasch zu erlernenden Arbeiten gesichert, Material und Vorlagen kommen an Den genannten Tagen Löberstratze 1 zum Verkauf. Anleitung erfolgt Daselbst kostenlos. (Siehe heutige Anzeige.)
— Im Pröbel-Seminar findet heute und morgen die Ausstellung der von Den Kindergärtnerinnen unD Kinderpflegerinnen angefertigten Arbeiten statt.
— Der Wartburg-Verein veranstaltet am Sonntag im Markussaal (Kirchstr 9) einen Familienabend. Im Mittelpunkt des AbenDs steht ein Lichtbilder-Vortrag des Vorsitzenden des Kamera-Klubs, Wagner, über: „Eine Reise durch die nördlichen Gchirge nach den kaiserlichen IagDgründen im Tale Ieho uiD von dort auf Dem Strom Lwanho nach Dem Goll von Petschili". Sämtliche Bilder sind eigene Aufnahmen des Vortragenden. Musikalische Darbietungen werden den Abend umrahmen. (Räheres siehe Anzeige.-
— Freiwillige Gails che Feuerwehr. Die für heute angesehte ordentl. Hauptversammlung findet nicht bei Kamerad Sauer, sondern |
Abg. Dingeldey (D. Vp.): Heber Die uns aufoftrolerte Ortsklasseneinteilung sinD sich wohl alle Parteien einig. Es ist Der Regierung und uns aber nicht gelungen, sie zu beseitigen. Solange sie aber besteht, müssen wir Den tatsächlichen Verhältnissen Rechnung tragen. Wir Dürften nicht Den hessischen Beamten versagen, was Die Reichs beamten erhielten. Darum bitte ich, dem Mehrheitsantrag des Ausschusses zu- zustimmen.
Abg. Widmann (Soz.): Wir stimmen Der Vorlage zu, weil Die grundsätzliche Frage geklärt ist. Wir sind uns klar Darüber, Daß Die Beamten Des flachen Landes benachtelligt werden, und daß das Ortsklassensystem vergrötzert wird. Tatsächlich ist aber nichts anderes zu machen, wenn man nicht die hesiischm Beamten gegenüber den Reichsbeamten schädigen will.
_ Abg. Dinge 1 dey (D. Vp.) macht zur Geschäftsordnung Darauf aufmerksam, daß zu diesem Gegenstand zwei Regierungsvorlagen vorliegen, zu Denen auch zwei Ausschußanträge vorliegen. Die ganze Materie, über Die wir uns unterhalten haben, ist bereits Durch Beschluß Des Ausschusses nach Artikel 32 erledigt. (Zustimmung unD Heiterkeit.) Die Heberteuerungszuschüsse sind sogar zum großen Teil ausgezahlt.
Präsident Adelung stimmt zu, daß über die Anträge nicht mehr abzustimmen ist, wohl aber könne man darüber sprechen. Bewilligt ist das Geld längst.
Abg. Knoll (Ztr.): Meine Fraktion stimmt dem Ausschuß ebenfalls zu, weil wir uns in einer gewissen Zwangslage befinden.
Abg. Ebner (K. P. D.) stellt fest, dah daS Ortsllassensystem ja von Den Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Volkspartei geschaffen wurde. Die Beihilfen für die unteren Beamten müssen gewährt werden.
Abg. Dr. Müller (Dbd.): Die Beihilfen sind ja bereits ausgezochlt, es wird also hiev bereits leeres Stroh gedroschen. (Sehr richtig.)
Abg. Kindt (D.-Rat.) spricht sein Befremden Darüber aus, Daß der Herr Finanzminister sich einfach Dem seiner Ansicht entgegenstehenden Beschluß Des Ausschusses angeschlossen hat, ohne Das Plenum zu befragen. Was mühte es für einen EinDruck machen, wenn heute Das Haus anDers abftimmt.
Abg. Reiber (Dem.) präzisiert nochmals seinen StanDpunkt.
Staatspräsident H l r i ch: Es war notwendig, den Staatsbeamten möglichst im selben Moment |>ie Beihilfen zu gewähren, als Die Reichsbeamten sie erhielten. Es hätte sonst wieDer Petitionen geregnet. Darum hat die Regierung gehandelt. Die heutige Debatte beweist, daß Die Regierung Den richtigen Wag eingeschlagen hat.
Es sprechen noch Die Qlbgg. Glaser (Bbd), Fenchel (DbD.), KinDt (SnatL). Sann folgt Abstimmung. Die Vorlage auf Gewährung einer laufenden Wirtschaftsbeihilfe wirb angenommen. Ebenso Der Ausschuhantrag, betreffend die Heberteuerungszulage,
(Schluh folgt)
andere Fassung bedingte aber natürlich zum Teil auch andere szenische Lösungen.
Mit der Ausführung des „Hrfaust" soll ein Versuch mit „Literarischen Abenden" gemacht werden, wie sie für Die nächste Spielzeit allmonatlich von Der Dühnenleitung geplant sinD. An Diesen AbenDen wirD Den literarischen Feinschmeckern Besonderes aus der Weltliteratur, auch der modernsten, geboten werden und Goethes geniale Iugendschöpsung, die sich als „Hrfaust" Dar ft eilt, kann Doch wohl als etwas BesonDeres angesprochen werden.
Aber auch über Den engeren Kreis hinaus Dürfte Das Werk jedem Gebildeten, jedem Verehrer unseres gröhten Dichterischen Genies — und wer wäre Das nicht im heutigen Deutsch- lanD — etwas zu sagen, etwas zu bieten haben.
Hermann ©teingoetter.
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. Kann man jemanden gegen feinen Willen hypnotisieren? Die Hypnose mit Dem EinverstänDnis des Patienten gelingt fast immer und ist Voraussetzung für jeden Teilerfolg. Man kann auch ohne Den Willen Des Patienten, aber sehr selten gegen seinen Willen, ^P^n^*Pece.n- ist nun Dem Hamburger Arzt Dr. Costa in einem interessanten Fall gelungen, über Den er in Der „Deutschen MeDizinischen Wochenschrift" berichtet. Es hanDelte sich um feinen .CgruDer, Der sich zwar von ihm hypnotisieren ließ, aber Dabei Die Absicht hatte, sich nur ju verstellen unD khn Damit anzuführen. „Von dieser Absicht wußte ich gar nichts," erzählt Costa. „Ich begann mit meiner Hntersuchung in stehen Der, dann liegender Lage, in Anwesenheit meines


