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Donnerstag, 1\. August |922

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefstn)

Zweites Blatt

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iqust Wallenfels

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Därtner aus Hesseirrvth t O. mit Wirkung vom 15. August 1922, Alfred Halboth aus Unterlauter (Bezirksamt Koburg) mit Wirrung vom 20. August 1922 und Wilhelm Dörr aus Appenrod (Kreis Alsfeld) mit Wirkung vom 1. September 1922 zu Polizeiwachrmerstern. Ernannt wurde am 14. Juli die Lehrerin Anna Weil zu Gernsheim zur Lehrerin an der Volks­schule zu Gonsenheim. Kreis Mainz. Ernannt wurde am 16. August der Lehrer Georg K r ä - m e r zu Weiskirchen, Kreis Offenbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Lorsch, am 17. August die Schulamtsanwäcterin Barbara M e h n e r aus Lampertheim zur Lehrerin an der Volksschule zu Lorsch. Ernannt wurden am 19. August die Finanzpraktilanten Bernhard Sang aus Darm­stadt zum überplanmässigen Ministerial-Ober- revisor bet dem Sekretariat des Landesamts für das Dildungswesen, Ernst Schlaich aus Frank­furt a. M. zum überplanmäßigen Ministerial- Oberrevisor bei der Registratur des Landesamts für das Bildungswesen, beide mit Wirkung vom

von Nauheim.

ch. Münzenberg, 22. 2lug. Heute fand hier eine Pfarrkonferenz des evan­gelisch enDekanatsHun gen statt. Sie wurde von Herrn Pfarrer Weber, Grünm- gen, mit Schriftverlesung und Gebet eröffnet. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen und Erläuterungen des Vorsitzenden, Herrn De­kan Engel -Obbornhofen, hielt Herr Pfar­rer K ö d d i n g -Eberstadt einen sehr inter­essanten Vortrag über die Bedeutung und Ausgestaltung der Dekanatskonserenzen auf Grund der neuen Kirchenverfassung. Der Re­ferent gab wertvolle Anregungen, wie die De- ianatskonferenz zur Neubelebung der Ge­meinde und der evangelischen Kirche ein we­sentliches Teil beitragen kann.

Starkenburg nnv Rheinhessen.

Fast alle seine Kollegen hatten schon der­artige Briefchen bekommen mit mehr oder weniger albernen Redensarten der Bewunderung und An­himmelung. Die Indiskreten unter ihnen reich­ten sie in der Garderobe oder am Biertisch her­um, die Feinfühligkeiten liehen sie schweigend verschwinden. , ,, ,

Doch dieser Brief hatte mit solchen Mach­werken nichts gemein. Er war nüchtern abgefahh mit einer befehlshaberischen Note und geizte mit jedem Wort. , _

Güldewin warf sich in die Sofaecke. Sollte er gehen oder nicht? Die meisten taten es, schon der Kränze und Blumen wegen, die alsbald auf den vergötterten" Künstler Herabregenten. Es war ja auch weiter nichts dabei. Warum sollte man nicht einmal mit einer jungen Dame plaudern < Das brachte ein bißchen Abwechslung in das ewige Einerlei, vielleicht gar geistige Anregung und . . . Das Blut rann schneller durch seine Adem, sein Auge leuchtete . . . vielleicht war es gerade das, was ihm fehlte! Der Duft dieses grauen Briefes hüllte ihn ein, wie eine neue Luft aus unbekannten Landen, und ihm war, als ver­liehe er nach einer langen, staubigen Reise den Wagen, als walle ihm der Odem einer schönen Fremde frisch und verjüngend entgegen.

Die gewohnheitsmähige kameradschaftliche Vertraulichkeit mit seinen jüngeren weiblichen Kollegen hatte von Anfang an des intimen Reizes für ihn entbehrt. Er wollte suchen, tastend lang­sam erleben, die Poesie des verschleierten Bildes auskosten.

Auf der Probe war er zerstreut. Die Sttm- mungslosigkeit einer Bühne um zehn Uhr früh die Kollegen in Strahenkleidem alles grau in grau umgab feinen Geist wie in einem Rebel.

Wohl sah er die Falten der ^Überarbeitung in des Kapellmeisters hagerem Gesicht 'ach. jetzt ging kein Fluidum von diesen Fingerspitzen auf die verschlafenen Musiker über wohl hörte

1. April 1922 ab.

** Paketverkehr nach Jugosla­wien. In Jugoslawien lKönigreich der Serben, Kroaten und Slowenen) dürfen nach einer neueren Anordnung der dortigen Finanz Verwaltung die Zollämter Pakete aus dein Auslande, also auch aus Deutschland, nicht aus dem Zollgewahrsam freigeben, wenn die Empfänger nicht eine dem zuständigen Ausschuh der Rationalbank ausge­stellte Einfuhrbewilligung beibringen formen. Diese Maßregel bezieht sich nur auf Warensendungen, die an Kaufleute zum Zweck des Weiterverkaufs gerichtet sind: sie betrifft aber nicht Privctt- personen, auch nicht Kaufleute, wenn sie sich etwas zu ihrem persönlichen oder häuslichen Gebrauch kommen lassen. Da die Zollämter angewiesen sind, die neue Bestimmung, an die sich die in Betracht kommenden Kreise noch wenig gewöhnt haben, mit aller Strenge zur Anwendung zu bringen, müssen die südslawischen Postämter zahl­reiche Pakete auf Kosten der Absender nach dem Aufgabeland zurückschicken. Der deutschen Ge­schäftswelt wird dringend geraten, vor der Ver­sendung von Paketen nach Jugoslawien sich dar­über zu vergewissern, daß wegen Einholung der Einfuhrbewilligung keine Schwiecigicj eu entstehen und dafür au sorgen, daß die Empfänger sich diese Bewilligung rechtzeitig beschaffen.

** Der Giehener Hau s f ra u en v e r - ein. Zu dem Bericht in Rr. 196 unseres Blattes über die Tätigkeit des Hausfrauenvereins ist noch nachzutragen, daß Frau Rechtsanwalt Leun, Westanlage 1, feit dem Gründungstage den Vorsitz des Vereins inne hat.

Landkreis Gießen.

* Amtliche Personalnachrichten. Srnannt wurde am 9. August der Hauswart Karl Fiedler aus Darmstadt zum Ministerial- amtsgehilfen bei dem Ministerium des Innern. Srnannt wurde am 14. August der seit 1. April 1922 mit der Versetzung der Geschäfte eines Rektors an der Volksschule zu Darmstadt beauf- ragte Rektor Friedrich Jockel zu Darmstadt um Rektor daselbst mit Wirkung vom 1. April 1922 ab. Ernannt wurden am 15. August: der Kreisveterinärarzt Veterinärrat Dr. Philipp Schweickert zu Schotten zum ständigen Hilfs­arbeiter im Ministerium des Innern mit der AmtsbezeichnungVeterinärrat", der Amts­veterinärarzt Dr. Georg Spam er zu Reichels­heim i. O. zum Kreisveterinärarzt mit der Amts- bezeichnuna ..Veterin'rrat" und unter Belassung n feiner li he.igen Dienststelle, der veterinär- ärztliche Hilfsarbeiter Veterinärarzt Dr. Jakob R o ß k o p f aus Schwabenheim a. S. zum stän­digen Hilfarbeiter im Ministerium des Innern mit der AmtsbezeichnungVeterinärrat", der Veterinärarzt Dr. Wilhelm Schmidt ausDarm- ftabt zum Amtsveterinärarzt und mit Wahrneh­mung der Dienstverrichtungen des Kreisveterinär­arztes beim Kreisveterinävamt Schotten betraut. Ernannt wurde am 15. August 1922 der Hof- lakei Karl Er ah zu Groh-Gerau zum Amts­gehilfen bei dem Amtsgericht Groh-Gerau. Ernannt wurden am 17. August: der Amtsober­gehilfe am Chemischen Laboratorium der Techni- Ichen Hochschule zu Darmstadt Karl Fischer aus Darmstadt zum technischen Gehilfen für die naturwissenschaftlichen Institute der Technischen Hochschule zu Darmstadt, der Hilfsheizer Georg Knell aus Darmstadt zum Maschinisten beim

gedankentiefe und eindrucksvolle Festpredigt im Anschluß an 1. Iohs. 4, 1621. Hof Prediger Widmann- Gedern legte seiner Amprache an die Festgemeinde das Psalmwort zugrunde:Mit Gott wollen wir Taten tun und erstattete sodann den Jahresbericht über die Arbeit des Gustav- Adolf-Vereins in unserem Dekanat. Einen erhebenden Verlauf nahm die Rachversammlung auf Dem Schloßberg, zu der sich auch zahlreiche Festgäste aus der näheren und weiteren Umgebung eingefunden hatten. Es wechselten Ansprachen der Herren Pfarrer Bühler- Babenhausen. WeiH-- Bieber unD Widmann-Gedern mit Posaunen- und Schülerchören, Vorträgen schöner Gedichte durch Schulkinver und gemeinsamen Gesängen ab. Die Festkollekte ergab 1320 Mark, ferner wurden für über 500 Mark Gustav-Adolf-Schriften und -karten verkauft.

fpd Frankfurt a. M, 23. Qlug. Einer der bekanntesten Pfarrer Frankfurts, ®d>eimer Kon- sistorialrat D Dr. D e che n t, tritt demnächst nach nähezu 50jäbriger Amtszeit in Den Ruhestand. Dechent ist als heimischer Geschichtsforscher und Verfasser von Festspielen weit über Frankfurts Grenzen hinaus betannt.

Schlichtnnflsansschnß der Provinz Oberhessen.

m. Darmstadt, 23. Aug. In der lr ten Rach, sind Diebe in die Wohnu ng des früheren Generalsekretärs der D. V. P., der am 1. Juli zur Industrie überging, während seine Familie noch hier wohnt, in der Stiftstraße eingedrungen und haben dort den Schreib­tisch, Kommode, Schränke durchwühlt und alles in großem Durcheinander zurückgelafsen. Es konnte bisher noch nicht festgestellt werden, was den Dieben in die Hände gefallen ist. Einige Wert­sachen fehlen.

He^en-Nassau.

fpd Limburg, 23. Aug. Das Finanz­amt Limburg, das schon oft gegen Steuer­hinterziehung mit harten Strafen vvrgmg, ver­urteilte neuerdings den Kaufmann Emil Kö­nigsberger aus Limburg unter Auferlegung der bedeutenden Kosten des Verfährens wegen Hinterziehung der Abgabe für das Reichsnotopfer zu einer Geldstrafe von 307734 Mart

fpd Bad Homburg v. d. H 23. Aug. Die Saalburg erfreut sich eines außerordentlich zahlreichen Besuches. Namentliche weilen täglich viele Ausländer ander denkwürdigen Stätte. Unerfreulich ist es nur, daß trotz der scharfen Aufsicht viele dieser fremden Gäste sich bemüßigt schen, sich an den Wänden zu verewigen. Wohl gab es früher und auch noch heute deutsche Schmierfinken, aber augenblicklich überwiegen an ben Wänden doch die fremdländischen Schrist- zcichen Diese ausländischen Schmierfinken lassen sich'auch trotz des energischen Einschreitens deut­scher Besucher kaum von ihrerDerewigungswat" abhalten. Sie fühlen sich eben als die Herren un deutschen Hause!

halt der Gemeindebeamten hatten die Gemeinden Frischbom, Demshausen, Ober-Weg- furth, Laiidenhausen, Ober-Moos, Vaitshain, Radmühl und Fleschenbach Beschwerde erhoben. In einer öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses wurden diese Beschwerden verworfen. Die Ver­gütungen und Gehalte sind in der vom Kreisamt festgesetzten Höhe auszuzahlen, außerdem haben die Gemeinden die Kosten des Verfahrens zu tragen.

4 Schlitz, 23. Aug. Die hiesige Bürger­meisterei gibt täglich Fallobst an die Be^l- kerung ab, und zwar zum Preise von 5 0 P f. das Pfund. __ ,.

4 Aus dem hessischen Fulda- gründ, 23. Aug. Der Fuldagrund wurde m vergangener Woche durch ein H o ch w a s s e r heimgesucht, wie mau es in dieser Zahreszeit seit 1871 nicht mehr in Erinnerung hat. Am Grummet­gras, das start verschlammte, wurde größerer Schaden angerichtet.

Kreis Friedberg.

fpd. Bad-Nauheim, 23. Aug. Aus Anlaß feiner Vermählung stiftete der spa­nische Staatsangehörige Zuan Mata aus Barcelona der Stadtverwaltung als Grund­stock für ein Altersheim 100 000 Mk., das den Namen seiner Schwiegereltern, Mata Veom, tragen soll. D.e Eltern und Schwieger­eltern des Stifters sind langjährige Kurgäste

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Pascoe & Co., Caiö Ebel. 783

V Burkhards, 20. Aug. Die Gemeinden des Kirchspiels beschlossen die Anschaffung zweier Kircheng locken als Ersatz für das im Welt­krieg abgelieferte Geläute und beaufttagten mit dem Guß die Firma Rincker in Sinn.

* Grün berg, 23. Aug. Die Vorbereitungen für die 7 0 0 -- Iahrfeier der Stadt Grün- berg hat ein Festausschuß übernommen, dem zahlreiche Unterausschüsse angegliedert find. Vor­gesehen sind u. a. am Samstag, 26. August, ein Festakt in der Turnhalle, in dessen Mittelpunkt ein stadtgeschichtlicher Vortrag des Herrn Prof. Dr. Ebel-Gießen und lebende Bilder aus der Geschichte der Stadt Grünberg, dargestellt von Vereinen und Schulen, stehen. Am Sonntagvormittag finden Festgottesdienste in der Stadtkirche (evangelische Gemeinde) und im Schloß (katholische Gemeinde) statt, an die sich ein Fest­konzert auf dem Marktplatz anschließt, das von der verstärkten Kapelle des Musikvereins aus­geführt wird. Den Mittelpunkt des Festes am Sonntag wird am Nachmittag ein aus zirka 18 Gruppen und Wagen zusammengesetzter h i st o- rischer Festzug bilden, bei dem sämtliche hiesigen Vereine und Korporationen mitwirken. Aus dem .Festplah hinter der Turnhalle findet nach dem Festzug ein Volks- und Iugendfest statt. Die bis jetzt geleisteten Vorarbeiten ver­sprechen einen würdigen Verlauf der Feier. Man beachte die Einladungsanzeige in unserem heutigen Blatte.

Kreis Bübingen.

fpd. Lindheim, 23. Aug. Der seit­herige Beigeordnete, Lehrer S t e d e r, wurde mit 247 gegen 160 Stimmen, die ein Gegen­kandidat erhielt, zum B ü r g e r m e i ft e r von Lindheim gewählt.

Kreis Lauterbach.

4 Lauterbach, 23. Aug. Wegen der vorn Streidamt festgesetzten Beträge für die Ver­gütung der Bürgermeister und den Ge-

Ärafttoerf ter Technischen Hochschule zu Darm­stadt, der Anstellungsberechtigte Adam Lohnes zu Darmstadt zum Amtsgehilfen am Institut für Zellulose-Chemie der Technischen Hochschule zu Darmstadt, der Mechaniker Hein­rich Loh aus Wixhausen zum Mechaniker am Maschinenbaulaboratorium I der Technischen Hoch­schule zu Darmstadt sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1922 ab. Ernannt wurden am 17. August: der Polizeiinspektor Adam Bieker aus Dieburg mit Wirkung vom 1. September 1922 zum Vorstand des Polizeiamts Bensheim mit der AmtsbezeichnungPolizeioberinspektor", der Polizeiinspektor Anton Ludwig aus Lorsch (Kreis Bensheim) mit Wirkung vorn 1. September 1922 zum Vorstand des Polizeiamts Viernheim mit der AmtsbezeichnungPolizeiinspektor", der Polizeiinspettor Philipp Kämmerer aus Babenhausen mit Wirkung vom 1. Sept. 1922 zum Vorstand des Polizeiamts Lampertheim mit der AmtsbezeichnungPolizeiinspektor", die Polizeiwachtmeister auf Probe Karl Kraus aus Homberg a. d. Ohm, Karl Nagel aus Psedders- heim mit Wirkung^om^^A^gust 1922, Heinrich

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Aus StaM und Land.

Gießen, den 24. Qlug. 1922.

Prüfung des Reisegepäcks.

Als Reisegepäck können bekanntlich rur Gegenstände, deren- der Rei­fende zur Reise bedarf, und zwar un- ner Vorlage der Fahrkarte, aufgegeben wer- Iden. Da mit jeder Gepäckbeförderung auch Ivahrgeldeinnahmen erwachsen, so find Die «Cäge des Gepäcktarifs im Vergleich zu den sxpreß- und Eilguttarifen, sehr niedrig be­sessen. Die Spannung zwischen der Gepack- iracht und der Eilgut- und Expreßfracht er- veckt bei den Reisenden immer mehr die Nei- iuna, auch Geoenstände, die n i ch t zum Reise­bedarf gehören, als Gepäck zu befördern, vodurch der Reichsbahn einerseits erhebliche Ausfälle entstehen, andererseits aber auch we- aen der Menge und des Umfanges des Ge-^ rrncks Schwierigkeiten der glatten und fchnel- en Abwickelung des Reiseverkehrs entstehen. Sind doch in letzter Zeit Fälle festgestellt Wor­ten, in denen größere Mengen Garne, Stoffe tifw. in eigens zu dem Zwecke angeschafften Koffern auf eine Fahrkarte 4. Klaffe oder eine Kinderfahrlarte als Reisegepäck aufgegeben Vörden sind. Da dieserAusverkauf Deutsch­lands" demnach auch dieReichsbahnun- mittelbar schädigt, ist die Eisenbahn- Lerkehrsordnung dahin ergänzt worden, daß die Eisenbahn berechtigt ist, denIn- haltvonGePäcksendungen in Gegen- toqri des Verfügungsberechtigten zuprüfen.

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er die Stimme des Spielleiters, in schneidender Ungeduld das verhaßteBttte, noch einmal! in den stumpfsinnig dastehenden Ehor schleudern. Es berührte ihn nicht, ging ihn nichts an. Me­chanisch markierte er seinen Part, kaum daß er sich vergegenwärtigte, dah sieBoheme pro­bierten.

Die schwindsüchtige Mimi in weißer Bluse er­ging sich in Kraftausdrücken über ihr Bett, das zu schmal war für ihre Körperfülle.

Einer rief:Gehen Sie nach Manenbad.

Der Direktor schaute eine Minute herein, ta­delte alles und verschwand.

Es war doch wieder sehr spät geworden, Gut- dewin hastig im Wirtshaus irgendeine pikante Vorspeise, nahm ein Glas Rotwein dazu unö 9lll9Um halb sechs Uhr begann er sich sorgfältig anzuziehen. Die frühe Dämmerung stoß von dem regen grauen Himmel über Dächer und Baum­wipfel, vermählte sich mit dem Rebel, d^r stch ihr aus dem Fluh entgegenbreitete, und wischte grai und lebensmüde über Güldewins Spiegel hin.

Er zimdete die Lampe mit dem roten Schirm an, diese dickbauchige Lampe, für die er schwärmte und bei der es sich so gut las und rauchte. Und da sah er plötzlich Lene, das Lehrers tochtmckein mit dem vertrauend blauen Blick, den rührend altmodisch frisierten Haaren und der ungekün­stelten Gestalt.

Er war im Begriff, Verrat an chr zu üben.

Ssel!" schalt er sich fetbft. ..©feil Su wirst nie gescheit! Schwerfällig wie ein Klotz!

Aber er war nun einmal so. Er konnte seine Schwerfälligkeit so wenig überwinden, wie er im­stande gewesen wäre, einen -Berg vom Flea zu ^^Ällmählich fühlte er die Unmöglichkeit, dem Briefe Folge zu leisten, in allen Gliedern, in ihm wehrte sich eine starke Macht dagegen.

Trostlos stemmte er den Ellbogen auf den

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Tisch und das trotzige Kinn auf die Hand. Fast weinend vor Aerger über fein Unvermögen ein einziges Mal frisch und keck ins Leben zu stur-

Von der nahen Kirche schlug es sechs, und fast hellseherisch verfolgte er jene unbekannte Schrei- berin auf ihren Wegen. Hetzt jetzt stand sie reglos an dem dunklen Bassin, das tm Sommer weiß leuchtete von Lilien in dem toten Wasser erzitterte ein Laternenscheitt die Bäume neig­ten rauschend ihre Wipfel zueinander

So vorbei." . - . Und er bemüht» sich, an Lene zu denken. , « _

Um sieben ging er in die Garderobe «nv ber­gab zum ersten Male, das Monstrum vor bett Bauch zu schlagen.

Rach Schluß der Vorstellung schüttete er gegen seine Gewohnheit hastig einige Gläser Vier hin- unter, setzte einige Kognaks darauf. Und als er spät ein wenig taumelig, in fein heute behaglich durchwärmtes Zimmer zurückkehrte, da leuchtete ihm von neuem ein eigentümlich fUbergrauer Fleck auf der roten Plüschdecke entgegen.

Roch in Hut und Mantel riß er den Brief auf und lieh sich diesmal nicht erst Zeit, den elfen­beinernen Aufschneider zu suchen.

Mein Herr!

Sie sind ausgeblieben, weil Sie sich fürch­teten! Run wohl, ich werde zu Ihnen kommen.

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Güldewin toarf feinen Hut auf den nächsten besten Stuhl und riß die Krawatte ab. Der Hals war ihm trocken geworden. Ein Grauen stieg langsam in ihm auf wie vor einem unab­wendbaren Mißgeschick.

Das darf nicht sein!" sagte er in höchster Aufregung.

Was wollte beim bie von ihm? Zornig schleu­derte er das Papier zu Boden.

(Fortsetzung folgt)

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Verhandlung vom 19 August.

Die Verhandlung wegen des Ausstandes der polnischen Arbeiter be8 Gut es Hof-Güll wurde zu Ende geführt. Der Arbeit­geber erklärte sich bereit, toenn die Arbeit als- bald wieder ausgenommen werde, den Unterschied zwischen dem gezahlten Lohn und dem Tariflohn nachzuzahlen, der für drei Tage im Mai stvch rückständig war, für das Deputat vrnTRax wie im April und Juni arbeitstäglich 11 Mark statt 16 Mk. vom Lohn abzuziehen und für die Streik­tage das Deputat weiter zu gewähren. In diesem Sinne erging dann der Schiedsspruch. Dem weiter­gehenden Qlntrag der Arbeiter auf Anrechnung der Streittage als Urlaub wurde Nicht entspro- eben. Die Strafe, bie gegen den Vorarbeiter we­gen unentschuldigten Fehlens bei der Sitzung vom 17. 8. 1922 ausgesprochen worden war, wurde auf 10 Mark ermäßigt.

Verhandlung vom 22. August.

Dem Ze ntralverband der Bäcker und der Bäcker-Innung Gießen wur­den folgende Gehilfenlöhne durch Schiedsspruch voraefchlagen, bie vom 28. 8. 1922 an gelten sol­len: Schießer wöchentlich 1550 Mk., Teigmache- 1450 Mk. und Lehtgehilfen 1250 Mk Hiervon sollen für Kost und Wohnung wöchentlich 675 Ml. abgezogen werden können.

Für die Bäckereien, die der Innung Bad-Rauheim angehören, wurden um je 50 Mk höhere Wochenlöhne festgesetzt als für Gießen und als Abzug für Kost und Wohnung auch 675 Mk.

Die Althandlungen Herrn. Heß und Louis Rothenberger in Gießen sol­len ihren Arbeitern vorn 16. August an 29 Mk. Stundenlohn statt bisher, seit dem 16. 7., 22,75 Mk. -ahlen. Die Heß schen Lumpensvrttererinnen sollen bei Zeitlohnarbeiten 55 v. H. des Mmmerlohnes erhalten. Ihre Akkordsätze sollen um 40 vH. erhöht werden. Der haupttächliche bshenge Sah betrug 20,90 Mk. für den Zentner. Besonders Geregelt wurde der Lohn zweier weniger leistungs­fähiger Arbeiter des Rothenberger'schenBetriebes

Für die Musiker des Kaffeehauses Ernst-Ludwig und der Astoria-Licht- s pie le in Gießen wurde Erhöhung d^. Ga­gen um 50 v. H. ab 18. 8. 1922 durch Schieds­spruch vorgeschlagen.

Die Zweigstelle Alsfeld der Land- wirtschaftlichen Z en t r a l g en o s s en- schast soll vom 12. 8. 1922 an ihren Kornhaus- arbeitern über 25 Jahren in Alsfeld 30,20 Mk. und in .Burg-Gemünden 29,35 Mk. Stundenlohn und einer weniger leistungsfähigen Arbeiterin

55 v. H. dieses Lohnes zahlen.

In allen diesen Gesamtstrettigleiten erhiel­ten die Strertteile eine Woche Frist zur Er- Körung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches. Rur der Schiedsspruch über die Dad-Rauheimer Bäckerlöhne ist auf Grund taris- vertraglicher Bestimmung bindend.

Der Verband der Bergarbeiter und die Vereinigung HessischerBaurit- gruben vereinbarten für die Arbeiter der Aus- bereitungsanlage in Münster 29 Mk. Stunden­lohn ab 1. 8. 1922. . . ,.

Der Fabrikarbeiterverband und die Möbelhandlung Ernst Rau in^ Gießen vereinbarten für einen 17jährigen Arbeiter 15 Mk. Stundenlohn ab 15. 8. 1922.

Baalsfempel

Roman von Margarete v. Oertzen- F ü n f g e l d.

5. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Und zwischen diesen beiden Kategorien er, er selber, mit dem dunklen, weichen Klang be8 Cello in der Stimme, dem dunklen, weic^n Auge und doch ewig vergebens ringend nach dem einen, wasnottat! ,

Er trank sein einsames Glas Bier und zahlte mit dem Glockenschlage elf.

Die Rächt war stürmisch. Das Wetter hatte umgeschlagen. Sein Zimmer war eisig nut, und durch das offene Fenster zog eine schneeschwere Lust, die das flackernde Zündholz immer wieder ausblies. ,

Endlich brannte die Lampe. Und mttten auf der roten Plüschdecke des runden Tisches fiel ihsp ein großer, grauer Fleck auf, der seinen Blick festhielt. ~ .

Heinz nahm den Umschlag in die Hund, der lang und schmal und steif war und einen schwa­chen Irisdust ausatmete.

Die Handschrift war fremd. Es war kein Vne von der Lene, denn die benützte das sein liniierte und gerippte Briefpapier, das der Dorfkrämer feilhielt.

Heinz öffnete den Umschlag fein säuberlich mit einer blattdünnen Elfenbeinklinge. Und er las: Mein Herr!

Ich möchte Sie sprechen. Wenn es Ihnen ge­nehm ist, morgen abend um sechs Uhr im Park, alte Stadtmauer, beim Lilienbassin. Wetter Nebensache. Lilh."

Heinz wendete das Blatt in einer gewissen Aufregung hin und her. Obwohl ober viel­leicht gerade, weil es kein wärmeres Wort, kei­nen innigeren Annäherungsversuch enthielt, reizte es ihn.

Kivche imfc Schule.

hg. Ulrichstein, 21. Aug. Begünstigt vvm schönsten Wetter, wurde gestern hier das G u st a v- Adolf-Fest des Dekanats Schotten gefeiert. Choralblafen vom Schloßberg früh am Sonntagmorgen leitete den Festtag stimmungsvoll ein. Um 9 Uhr fand Kindergottesdienst für die gesamte Schuljugend statt. Im darauf folgenden Festgottesdienst, der durch die Mitwirkung bef hiesigen Männergesangvereins verschönt wurde, hielt Pfarrer Weiß-Bieber bei Offenbach die

Gebrauchtes PMMI (Holzwolle zu kaiMli gesucht.

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[Verschiedenes Heule ii. morgen n|M fusche

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