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,,DeutscheKunstDarmstadt1922"

3m Olbrichschen Kunst tempel auf der Mctthil- tenhöhe zu Darmstadt wurde in Gegenwart..des Hessischien Staatspräsidenten, des Reichsftrnst- warts Dr. Redslvb, zahlreicher hiesiger und aus­wärtiger Vertreter vor Behörden und Kunstvrga- nisationen die AusstellungDeutsche Kunst Darm­stadt 1922" eröffnet.

Die Ausstellung ist von der Hessischen Ar­beitsgemeinschaft für bildende Kunst mit älnter- stützung von Reich, Staat, und Stadt ins Leben gerufen und umfaßt ausschließlich neue und neueste Werte aller Richtungen deutschen Kunstschaffens. Wenn auch offenbar der TitelDeutsche Kunst 1922 kühn gewählt scheint, denn eine umfassende älebersicht über das gesamte deutsche Kunstschaf­fen kann die Ausstellung naturgemäß nicht geben, so ist sie doch von unleugbar starker künstlerischer Bedeutung und von außerordentlichem Interesse durch die Tatsache, daß ausschließlich jeder Künst­ler nur mit einem Werke vertreten sein durfte. Eine strenge Iurie unb, soweit juriefreie Ein­ladungen bi Frage kamen, das Selbsturteil des Künstlers bieten immerhin gewisse Gewähr dafür, Haß jeder Künstler das bedeutsamste und für sein Schaffen charakteristischste Werk zur Ver­fügung stellte. Sv ist erreicht, eine Phase und zwar eine aus der jüngsten Kunstentwicllung deut­scher Malerei, Graphik und Plastik zu zeigen, die ein Urteil über das heutige Können deutscher Künstler ermöglicht. So ward das Gesamtbild der Ausstellung etwas bunt und unruhig. Die berufene Kritik aber darf mit Fug und Recht feststellen, daß die Stil gebende unö verinnerlichte Sntwictluirg modernen deutschen Kunstschaffens leugbar einen starten Schritt auf dem Wege zur Gesundung, zur Wahrheit, zum ehrlichen Be­kenntnis und tue Abstandnahme von Richt-

tönner- und Mitläufertum vorwärts geschritten I ist. Das ist für jeden ehrlichen Kunstfreund, der | den Irrsinn moderner und hypermoderner Stil­schöpfungen als das empfunden, was sie tatsächlich waren als Krankheitserschernungen geboren aus der Ävt des Volkes, eine immerhin erfreuliche Feststellung. Was am Expressionismus gut und lebenskräftig toar wirft sich immer mefyr aus im Kunsthandwert, wovon die deutsche Gewerbe­schau München überzeugenden Beweis gibt. Man muß zugeden, daß das K rnsthandwerk vor der Kunst die zwingende Rotwendigkeit erkannte, daß das ausschließliche Schaffen von QualitatsWer­ken deutsche Kuftur wieder aufbauen und propa­gieren kann. Der Kunst, so scheint es, ist diese Erkenntnis jetzt ebenfalls gekommen.

Die AusstellungDeutsche Kunst Darmstadt 1922" erfüllt insofern ihr Programm, als sie tatsächlich ein geschlossenes Bild, einen Quer­schnitt des zeitgenössischen Schaffens der deutschen Künstlerschaft in ziemlicher Vollständigkeit gibt. Auf die Einladunggroßer Kanonen" von Schlag­wortwirkung hat man verzichtet, die anerkannten großen deutschen Künstler aber kommen mit we­nigen Ausnahmen zu Wort, und zwar in charak­teristischster Handschrift. Außer fast allen be­kannten Hessen sind die Führer des Impressionis­mus und Expressionismus mit guten Werken ver­treten. Paul T h e s i n g, der Führer der Darm­städter Sezession, malte, stark an der Grenze der Karikatur, ein lebensgroßes Bild des hessischen Staatspräsidenten, das Herrn Ulrich in starker Farbigkeit mehr als den politischen Kämpfer, denn als würdevollen Staatspräsidenten charak­terisierte Willy I ä ck e I (Berlin) ist mit einem farbig fesselnden Frauenbildnis vertreten, Walter 3 l l n e r (Darmstadt) mit einem Bildnis des I Grasen Hardenberg, das den geistvollen Kopf

sehr fern charakterisiert. Mit einem ausgezeich­neten Akt ist Lothar Dechstein (München) ver­treten, der typisch ist für die in ruhige Dahnen gelenkte Stilentwicklung. Ein Bild von sehr starker Kraft ist Rud. Schellers (Oberstdorf)Hirte mit Stier". In der Lösung des Vorwurfs im Kolorit wie in der glänzenden Zeichnung und Komposition (antikisiert) ein Bild von monumen­taler Größe. Kokoschka, Korinth, Deck mann (Frankfurt) Spiro, sandten ebenfalls Bilder, die das Dorgesagte belegen. Alles ist ruhiger, dabei kraftvoller im Ausdruck geworden. Wenige nur der Modernsten, wie Pechstein, Päschke. Ewald, Ebers und andere, wandeln weiter expressionistische Wege ohne Konzessionen, aber auch deren Sprache und Handschrift ist llarer und deutlicher geworden. Don bekannten Malern sind noch vertreten: Dabberger, Dantzer, Daudrexel, Breyer, Büttner, Kaspar Filser, Zissarz, L. Selt­mann (Berlin), Ernst Eimer, O. H. Engel, Fritz Erler, Dollmar, .Ubbelohde, Wilh. Thieliyann, Edmund Stopper, Schwalbach, Schmoll v. Eisen­werth, SchmidttRottlu f, Schiamerer, Roh fs, Leo Puh, Kay Sy Rebel, dessen farbenreiches Bild Schönheit", allerdings sehr verflächt erscheint, Kröh. Lud'w. v. Hoffmann u. a. Die Graphik ist mit nicht sehr zahlreichen aber recht guten Blättern vertreten, zu denen ebenfalls die besten Ramen Deutschlands beigesteuert haben. Die Schwierigkeit der Transportverhältnisse bedingte wohl, daß die Plastik nicht in erwünschtem Maße zu Worte kam. Plastiken in echtem Material größeren Formats fehlen fast ganz. Majoliken, Kleinbronzen und interessante Holzplastiken sind vertreten. Eine aus­gezeichnete Arbeit sandte L. Habich (Stuttgart) (Steigendes Pferd, Bronze) der sich ganz zum Raturalisten entwickelt hat. P i l l a r h (Darm­stadt) ist mit einem weich gearbeiteten Marrnor-

wärtigenAmteSzu erscheinen. Die Druck­legung der ersten sechs Bände dieses großen Aktenwerkes der deutschen Regierung ist jetzt De«rdet. Das Werk ist das Ergebnis der Oeff- nung der deutschen Archive. Das diplomatische Aktenmaterial des Deutschen Auswärtigen Amtes zur Geschichte der europäischen Politik in der Zeit vom Frankfurter Frieden im Jahre 1871 bis zum Beginn des Weltkrieges soll hier der Oeffenllichkeit übergeben werden. Die fer­tigen sechs Bände werden nach Erledigung der letzten technischen Arbeiten durch die Deut­sche Derlagsgesellschaft für Politik und Ge­schichte in Berlin am 20. Juni dem Buchhan­del ausgeliefert werden. Das gesamte Akten­werk wird einen Umfang von 2022 Bänden haben und vier große Gruppen bilden, deren jede einen entscheidenden Abschnitt der Ge­schichte des letzten halben Jahrhunderts um­fassen wird. Die erste, jetzt fertiggestellte Gruppe enthaft das Attenmaterial der Zeit vom Frankfurter Frieden bis zur Entlassung des Fürsten Bismarck.

Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie.

Hamburg, 23. Mai. (WB) Der heutige zweite Derhandlungstag der deu.schon Industrie wurde von Generaldirektor Frowein-Düsieldorf eröffnet Im Rahmen der Diskussion sprach Staatssekretär August Müller über das russische Problem und über pkne in längerem Aufenthalt in Rußland gewonnenen persönlichen Kenntnisse der dortigen to'.r schäft- lichen und polittschen Verhältnisse. Er führte aus, es lleße sich nicht sagen, daß der Zusammen­bruch Des bolschewistischen Regiments erwünscht fei, weil diesem Zusammenbruch ein anarchisti­sches Ehaos folgen müsse. Wir mühten den Grundsatz beobachten, es jebem Lande zu über- lassen, seine Regierungsform zu finden and zu bestimmen. Dann aber könnten und müßten wir umso nachdrücklicher uns dagegen verwahren, daß die Bolschewisten sich tn die westeuropäischen Ver­hältnisse ein mischen, um uns mit ihrem System . zu beglücken. Heber den Grad der Zerrüttung der russischen Volkswirtschaft macht sich kaum jemand eine zutreffende Vorstellung. Riemand in Rußland wechsele bei der Staatsbank Geld ein, nur harmlose Deutsche! Denn diese Dank habe einen von ihr selbst bestimmten Zwangs-auswechselkurs, der etwa ein Sechstel des Privatkurses' ausmache. Ebenso bedenklich feien die Bestimmungen für eine Konzessionsübertra­gung. Der Konzessionär müsse als Entschädigung an den Staat nicht nur einen Teil seiner Pro­duktion, sondern auch eine bestimmte Geldsumme zahlen: er sei also steuerpflichtig. Aber das direkte Steuersystem in Rußland sei von niemand zu erfahren. Wichtig sei auch das Gebiet der Rechtsprechung. Man bemühe sich, aus dem Stedium der völligen Rechtslosigkeit herauszu­kommen und Gesetze zu schaffen. So sei auch ein allgemeines Obligationsrecht erlassen worden. - Aber dieses Recht enthalte die Bestimmung, daß der Vertrag für nichtig erklärt werden könne, wenn seine Beobachtung für den Staat offenbar 'nachteilig wirke. Es sei für die deutsche Industrie . ein Gebot lluger Vorsicht, das russische Problem 1 als eine große Aufgabe anzusehen, an der sie f beteiligt fein müsse. Man müsse aber wissen, daß die Dinge tn Rußland außerordentlich schwierig lägen, weil die Volkswirtschaft durch ben Kommu­nismus außerordentlich ruiniert sei.

Rach Staatssekretär Muller sprach Direktor Hans Krämer, Mitglied des Präsidiums des Reichsverbandes der deutschen Industrie und des Reichswirtschaftsrates, überIndustrie und Welthandel". Professor Dr. Warmbold- Berlin referierte überIndustrie und Land­wirtschaft".

Die Vorschläge zur Gesundung der Eisenbahn.

Berlin, 23. Mai. (WTB.) Der Organt- fationsausschuh tm Reichsverkehrsministerium hat die Beratungen zu dem vom Reichsverband der deutschen Industrie als Vorschlag zur G e s u n - dungderReichsbahn berau? gegebenen Ab­handlung über die deutsch? (Nsenbahnfrage fortge­setzt und in einer endgültigen Stellungnahme ab­geschlossen. Die vom Deichsverband der deutschen Industrie herausgegebene Denkschrift zerfällt tn zwei schaif voneinander abgegrenzte Teile. Im ersten Teil wird die derzeitige Lage der Reichs- bcchn auf Grund einer vergleichenden Gegenüber­stellung der Leistungen der Dor- und der Rach- kriegszeit einer scharfen Kritik unterzogen. Der gtoeite Teil baut sich auf dieser Kritik auf und ver­sucht positive Vorschläge für die künftige organi­satorische und wirtschaftliche Reugestaltung der Reichsbahn zu bringen. Die vom Organisations­

ausschuß zu beiden Teilen bestellten Bervchtersiat- k ter kamen zu folgendem ©rgebniä: Hinsichtlich der derzeitigen Lage der Reichsbahn nxirbe fest- gestellt, daß die Sachverständigengutachten nicht zu einer objektiven Darstellung getommen .sind. Sie machten keinen ernstlichen Ersuch, ben in der Denkschrift errechneten ungünstigen Zahlen­ergebnissen in ihren tieferen, tx>r allem tn den Folgen des Krieges und den Rachwirkungen lie­genden Gründen sachlich nachzugehrn. Dor allem aber ist bte statistische Beweisführung

sehr einseitig aufgestellt und teils falsch, -teils unvollständig ausgewertet.

So wird beispielsweise bei dem Vergleich zwischen den Leistungen der Eisenbahnen in der Dor- und Rachlriegszeit nicht einmal die erhebllche Ver­ringerung des Dahnnetzes nach dem Kriege be- rücssichtigt. Besonders^ muh auffallen, daß die Denkschrift die schlechte finamiette Lage der Reichsbahn lediglich auf die Erhöhung der persön­lichen Aufwendungen und den Rückgang der Leistungen des Personals zurückführt, aber mit keinem Wort auf die starke absolute, ja sogar relative Steigerung der sachlichen Aufwendungen eingeht. Die im zweiten Teil gemachten positiven Vorschläge für die Umstellung der Reichsbahn in eine gemeinwirtschaftliche Gesellschaft mit über­wiegender Beteiligung der freien Wirtschaft wer­den durch die Feststellung der falschen Dvraus- setzungen der Kritik erschüttert. In einer Hinsicht kann zwar eine ilebereinstimmung der Densschrift mit den Ansichten und Absichten des Organi­sationsausschusses feftgestelft werden. Der Organi­sationsausschuh hat von jeher die Anwendung privatwirtschastlicher Grundsätze zur Führung eines so großen Betriebsunternehmens wie die Reichsbahn und eine gröbere Bewegungsfreiheit in dem Einsatz von Material und Personal ver­treten. Der Ausschuß hält aber zur Erreichung dieser Ziele eine Aenderung der Wirt­schaftsform, wie sie die Densschrift vorschlägt, nicht für notwendig. Die von der Reichs­bahnverwaltung vorgesehenen Maßnahmen hält der Organisationsausschuh nach wie vor für die geeignetsten Grundlagen zu einer nachhaltigen Ge- funbung der Reichsbahn.

Aus Stabt und Land.

Gießen, ben 24. Mai 1922.

* Amtliche Personalnachrichten. Das ®efam tminift erium hat am 19. Mat 1922 den Ministerialdirektor Dr. Hermann Kratz in Darmstadt für die Dauer des von ihm bekleideten Amtes zum Mitgliri) des Verwaltungsgerichts­hofs ernannt Ernannt wurde der Stellen­anwärter Georg K r e i m zu Dingen zum Steuer- wach ttneist er beim Finanzamt Dingen. Am 15. Mai 1922 wurde der Forst wart der Kom- munalforslwa- tei Bingenheim, Cberförftevei D n« genheim, Karl Hinkel zu Bingenheim unter der AmtsbezeichmmgFörster" vom 1. April 1922 ab in den Staatsdienst übernommen. Am 13. Mai wurde der Kanzlist bet der Ge­werbe Inspektion Offenbach Max Oehler mit Wirkung vom 20. Februar 1922 an aus dem Staatsdienste entlassen.

** Fahrpreisermäßigung zu­gunsten der Jugendpflege. Wie uns die Cisenbahndirektivn Frankfurt mitteilt, ist bei der Inanspruchnahme der Fahrpreis­ermäßigung zugunsten der Jugendpflege in­sofern eine Erleichterung eingetteten, als dent- nächst die einzelnen Vereine die Ermäßigung auf Grund besonderer AnttagSfvrmulare an den Fahrkartenschaltern erhalten können und die Anttäge nicht mehr die Bescheinigung der staatlich anerkannten Verbände oder der Gemeindebehörden bedürfen, wenn die be- tteffenden Vereine in das von der Eisenbahn- dttcklivn aufgelegte Verzeichnis ausgenommen sind. Die Fertigstellung dieses Verzeichnisses und dessen Aebersendung an die Fahrkarten- auSgaben lieh sich aber bisher noch nicht durchführen, weil noch täglich zahlreiche An­ttäge von Vereinen um Ausnahme bei der Eisenbahndirektion eingehen.

" Fahrscheine werben ab 1. Iani in der Elektrif chen Straßenbahn benutzt. Dies bisher aaErgebenen Fahrmarken verlieren damit ihre Gültigkeit Näheres über deren Um- stand und über ben Erwerb von Fahrschein Heft­chen ist aus dem heutigen Anzeigenteil zu er­sehen.

* * Ein bedauerlicher Llnglücks- fall ereignete sich in der Nacht von Sonntag zum Montag. Der Pvlizeiwachttneister Rein­hardt, der erst in der vorigen Woche sein 25jährigeS Dienstjubiläum feierte, erttank durch einen unglücklichen Zufall in der Lahn.

* * Fahrraddieb stahl. Am ver­gangenen Montag wurde ein in einem Haus­

gang in der Diezsttaße ausgestelltes mar­kenloses 'Fahrrad mit schwarzem Rahmenpau, gelben Felgen, neuen gellten Schutzblechen und hochgebvgener Lenkstange, im Werte von 1500 Mark gestohlen.

* Feierliches Glockengeläut. Mor­gen, am Himmmelfahrttage, mittags 12 iiljr wird in Wittenberg am Grabe Luthers in der Schloß- tirche der Kirchenbunbvertrag, ben die evange­lischen Landeskirchen Deutschlands miteinander schließen, unterzeichnet werden. Aus Anlaß dieses bedeutsamen Ereignisses soll morgen tn der Stunde der älnterzeichnung in unseren beiden evangelischen Kirchen, wie überall in Deutschland, mit allen Glocken geläutet werden.

** Der Kriegervereinsbezirk Gießen umfaßt jetzt 30 Vereine, die Mit- gliederzahl ist auf 'rund 2300 angewachsen. Der Bezirkstag, der am kommenden Sonntag in Grvhen-Buseck stattfindet, wird sich haupt­sächlich mit Angelegenheiten des Bezirks und mit der Tagesordnung befassen, die den am 2. Juli in Alsfeld stattfindenden Verbandstag der Kriegerkameradschaft Hassia beschäftigen wird.

* Der Wartburgverein veranstaltete einen llnterfjaÜungSabenb, der zugleich als Iu- aendwerbeabend gedacht war, ein Zweck, der durch das einzigartige Gelingen der Veran­staltung wohl auch erreicht worden ist. Ein De- grüßungsgedicht gab dieser Bedeutung des Abends einen feierlichen und zugleich sinngemäßen Ausdruck. Das übrige Programm wurde von schönen musikalischen Darbietungen, zu deren guter Ausführung auch die dankenswerte Mfthilfe älte­rer Freunde des Vereins beitrug, umrahmt. Außerordentlichen Beifall fand das sorgfältig ein- studierte und durch wirssame Szenerie geschickt veranschaulichte TheaterstückDie verwunschene Prinzessin". Den jugendlichen Schau'pielern und Schauspielerinnen kann für ihre Leistungen, dj» sie in der Bewältigung der mitunter nicht leichten Rollen an ben Tag legten, nur vollste Anerken­nung ausgesprochen we-den. Auch der Beifall, der den von den Turnern eindrucksvoll und stil­gerecht zusammengestellten Marmorgruppen 'ge­spendet wurde, war ehrlich gemeint und redlich verdient. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Ansprache, in der Pfarrassistent Decker in lebendigen Worten der Jugend ihre hohen Auf­gaben und Ziele, zu denen in der Gegenwart vor allem die christliche Jugend berufen fei, barlegte.

"IndenAstoria-Lichtspielen wird augenblicklich der erste Teil des GroßfilmsDr. Mabuse, de r Spieler" gezeigt, für den das Manuskript von der Schriftstellerin Thea von Hanbou nach dem bekannten Roman Norbert Jac­ques bearbeitet wurde. Der Film stellt vor allem eine erstaunliche Leistung auf photographischem Gebiet dar, seine Einzelbilder sind mit denkbar vollendetster Technik hergestellt. Doch auch dar­stellerisch ist ganze Arbeit geleistet worden, wobei namentlich die Massenszenen in der Börse und die an den Spieltischen äußerst wirksam sind.

** Müllersche Badeanstalt. Was- serwärme der Lahn am 24. Mai: 19° R.

Vornotizen.

Tageskalen der für Mittwoch: Im Zelt der Deusschen Zeltmission, Oswaldsgar- ten: Nachmittags 4 Llhr: Bibelerllärung. abends 8Vs Ahr, Vortrag über bas Thema:Das Ge­heimnis der Wiedergeburt". Astvria-Licht­spiele:Dr. Mabuse der Spieler". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Kinder der Zeit".

Tageskalender für Donners - tag: Im Zell der Deutschen Zellmission, Os- a>atbSgarten; nachmittags 3 Uhr, Vortrag über das Thema:Die Gedanken Gottes mit ben Seinen"; abends 1/29 41hr: Gvangelisationsvor- trag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Ha­fenlore".

OperngaftspielamSamstag, dem 2 7. Mai. Wie wir hören, sind noch auf allen Plätzen Eintrittskarten in reichlicher Zahl für die FraDiavolo - Aufführung bei Herrn Challier zu haben.

Aus dem Stadttheater- Bureau. Auch für diesen Svinrner find eine Anzahl Gastspiele des Bad-Nauheimer Kur- theaterS geplant unter der Voraussetzung, daß der Besuch derartig ist, daß wenigstens die nicht unbedeutenden Spesen gedeckt werden. Diese Gastspiele dürften umso stärkeres Inter­esse erwecken, als hauptsächlich Stücke gegeben werden sollen, deren Aufführung für den Win­ter nicht beabsichtigt ist, da bei ihnen in Haupt­rollen Kräfte beschäftigt sind, die nur für den Sommer zur Ergänzung des Gießener Perso­nals nach Bad-Nauheim verpflichtet wurden. Das erste dieser Gastspiele findet am Diens- I tag, den 30. Mai, statt und bringt Heinrich

IlgenstetnS hübsches Lustspiel,Der Tenor ter Herzogin", mit dem am 5. Mai die dieSjay- rige Sommerspielzeit des KurtheaterS in Dad-Nauheim erfolgreich eröffnet worden ist. Die männliche Haupttolle spielt als Gast Herr Oberregisfeur Pape vom Staatetheater in Easfel, während Frau Orczy vom Intimen Theater in Nürnberg die weibliche Haupt­rolle übernommen hat. Regie Hofrat Stein- gvetter.

Oberhessischer Kun st verein. Die Gemälde-Ausstellung ist auch morgen, Donnerstag (Himmelfahrttag), von 11 bis 1 Ahr geöffnet.

Gießener Hoch sch ulgesell- schäft. Einer der ganz großen (Strategen ter Weltgeschichte, dessen Feldzugsplan die ersten Wochen des Weltkrieges bestimmte, toar Feld- marschall Graf von Schlieffen. 'Iss- kleinerem Kreise hat Oberst W ö l l to a r t h, der Kom­mandeur des hiesigen ReichStoehrregimentS, über den Feldmarschall vor kurzem hier ge­sprochen. Die Ausführungen machten großen Eindruck. Es ist sehr zu begrüßen, daß eS der Hochschulgesellschaft gelungen ift, den Redner zu einem am Freitag abend 8V$ Ahr im gro­ßen Hörsaal des VvrlesungSgebäudes stattfin­denden, weiteren Kreisen zugänglichen Doi> trag über Schlieffen zu gewinnen. Gäste sind willkommen. (S. Anzeige.)

Reit- und Fahrklub Gießen. Der am 28. d. Mts. ftattftntente Rett- und Fahrwettbewerb hat ein glänzendes Nen­nungsresultat zu verzeichnen. Reber 160 Teil­nehmer kommen hier zusammen, um in fried­lichem Wettkampf ihr reiterliches Können zu erproben, um zu zeigen, auf welche Höhe sich die deutsche Pferdezucht nach dem Kriege wieder einporgeschwungen hat und um zu zeigen, welche Zuchtrichtung einzuschlagen ist, um eine möglichst vielseitige Verwendungs­möglichkeit tes edlen Pferdes zu erzielen. Der Kartenvvrverkauf ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. Die Ehrenpreise sind bei der Firma Jul. Bach, Seltersweg, ausge­stellt.

-r Die Iugendgruppe des Zen - tralverbandes der Ange ft eilten in Gießen veranstaltet morgen eine Himmelfahrttour (Näheres siehe Anzeige.)

Landkreis Gießen.

* Kle in-Linden, 24. Mai. Der Ge­sangvereinEintracht" veranstaltet morgen "vormittag einen Ausflug zum Schif­fenberg, nachmittags findet ein Waldfest im Walde zwischen hier und Großen-Linden statt (Siehe Anzeige.)

A Steinbach, 22. Mai. Die Vereinigung des ehemal. Landwehr-Regiments 116 gab ihren Kameraden hier ein Stelldichein, das aus der gesamten Umgegenb gut besucht war. Im Saale des Regimentskameraden Deuker entwickelle sich ein echtkameradschaftliches Treiben, wobei die Kriegsecinnerungen ausgetauscht wur­den. ,Im Juli wlll die Vereinigung in Klein- Linden ein Sommerfest abhallen.

Holzheim, 23. Mai. Auch hier wird an einem Eh renmale für die im Weltkriege gefallenen Söhne der Gemeinde gearbeitet. Das Denkmal kommt vor die Kirche in eine Nische der alten Kirchhofsmauer zu stehen.

X Wieseck, 22. Mai. Unter stärkster Teilnahme der Gemeinde wurde die sterbliche Hülle des prakttschen Arztes Wilh. W ö h r - mannzuGrabe gebracht. Die Gesangs­abteilung des Turnvereins und der Gesang­vereinIugendgrund" sangen Grablieder. Dieser, und im Namen der Aerzteschast Geh. Sanitätsrat Dr. Kaeh-Gießen legten mit ehrenden Worten Kränze nieder. Der im 48. Lebensjahr einem tückischen Leiden Erle­gene war über 20 Jahre unser Arzt und lei­stete noch in der letzten Grippeepidemie, rin­gend mit seinem eigenen Leiden, Bewunde­rungswürdiges. Während des Krieges stand er zuerst als Bataillvnsarzt mit dem Landsturm- Infanterie-Bataillon Gießen im Westen und von 1916 ab als Arzt am KriegSgefangenen- Lazarett, dann am Reserve-Lazarett zu Gie­ßen und zuletzt als Bataillvnsarzt beim Er­satz-Bataillon des Inf.-Regiments.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 23. Mai. Auf dem Herzberg fand bas Orbensfest des Iungdeutschen Ordens statt. Die Bruderschaften der gesamten Umgegenb hatten sich eingefunden, z. D. aus Lau­terbach, Heblos, Dlihenrvd, Alsfeld, Schwalm­

block (Schlaf), Renes Einten is (Berlin) mit gut beobachteten Kleinbronzen, W. Lehmbrück mit einem Porträt Fritz v. Unruhs, Benno Elkan mit einem Drvnzeporttät Eugen b'Alberts, Beruh. Höttcher mit einem Frauenbildnis in Marmor gut vertreten. Max Streese.

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Frankfurter Arauffuhrung.

Der blaue Heinrichs man denkt an die bekannte vielgelästerte Soldatensuppe und findet, daß die beiden Schwankautoren Otto Schwartz und Georg L e n g b a ch mit dem Titel eine völsig verkehrte Assoziation hervorriefen. Denn gezeigt wirb tn diesem Stücke auf ziemlich derbe und nicht gerade tiefer nachspürende Weise, der Gegensatz zwischenBürgerlich" undAdlig", und der Titelträger ist ein hvchfeudaler ahnen- stvlzec Graf, dem sich der tüchtige Papiersabrikant Sch. als Schwiegersohn nicht fügen und beugen will. Es kommt zur Scheidung, und nachdem die Gräfin-Tochter eine ssüchtige Heiratsepisode mit dem Onkel ihres ersten Mannes gehabt hat, fin­det sie in einem Selfmademan und Grvhtier- bänbiger endlich denRichtigen".Ende gut, alles gut. Das gilt hier auch in technischer Be­ziehung, denn ein paar gut gearbeitete Aktschlüsse, die von der lebendig forschen Darstellung des Neuen Theaters noch herausgehvben wurden, mußten über manche ftad>en Stellen des Dialogs bintreghelfen. Immerhin gibt der Schwank mit seiner reichlich genutzten Situationskomik Gele­genheit zur Unterhaltung, und so war der Erfolg dieser älraufführung, die vor allem an Otto Wall­burg einen vergnüglichen Darsteller hatte, be­siegelt: Delustiguna, starker Beifall und viele Hervorrufe der beiden Autoren. Die Kritik darf mit ben Stimmen aus dem Publckum feststellen: Man lachte" .... G. Sch.