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Samstag, 25. September 1922

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Zwettes Blatt

Nr. 224

Was ist und was will

entschieden, auch die Großindustrie begann, die tember, abends/26\28 Uhr: Konfirmanden- Notwendigkeit innerer Reformen eingusehen und ' Vereinigung für die Mädchen aus der ^zoyannes-

Warknotierungeu.

Sh. 97.80

23.80

r

Umsatz

Kurs

21.9. 22.9.

21. 9. 22 9

1215,- 1178,- 1189,

23. 9.

Schweizer Franken

77.50

215,-

465,-

650, 509, 315, 293, 607, 408, 327, 300,

4404,45

53,93 489,37 843,90 665,15 166.79

1,90 4494,35

56,12 494,35 858,90 776,65 172,28

1,94 4505,65

56,58 495,62 861,10 678,35 172,72

1,92 4415,55

54,07 490,62 846,10 666,85 167.21

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyvrk . . Paris. . . .

100 FI.

100 aut

100 Kr.

100 Kr.

100 Fr.

1 £

100 L.

100 Fr.

100 Kr.

100 r

100 Kr.

100 Kr.

207.40

0.38 0.0075 16.85

40.70

23.66

22.50

38.57

0.21

535.75

1.82 0,07

... Fr. 125.40 Mainzer Dorfe.

77,50 165,- 460,-

80,25 665.- 498,- 315,- 218,- 601,- 407,- 330,- 300,-

77,50 205,- 498,-

81,50 671, 499,75 314,- 301, 598,- 410,- 335,- 300 -

77,50 140,- 480,-

76, - 674,- 498,- 314,- 301,- 585, ~ 409,- 332,50 300,-

Wechsel auf Holland.......

Deutschland . . . . Wien........

Prag........

Paris........

London ...... Italien.......

Brüssel.......

Budapest...... Reuyvrk.......

Agram.......

Warschau.....

21.9

-.38

,18

-.36

,28

stellungssriedhof vertretens.

Man darf lagen, kurz vor dem Kriege schien der Sieg des künstlerischen Gedankens bereits

ist seitdem, wenigstens zum Teil bemüht, all­mählich die alten Geschmacklosigkeiten auszu­merzen. Der sog.Friede" von Versailles hat freilich dec ganze m Bewegung schweren Rückschlag gebracht, vor allem durch die Verarmung des gebildeten Mittelstandes, der auch hier Haupt­träger der neuen kulturellen Bestrebungen war,' so gilt es, durch neue Propaganda weitere Kreise

Mahr. Hugendvereinigung der Matthäusge- meinde: Jeden Montag, abends 8 Uhr: männ­liche Abteilung: jeden Dienstag, abends 8 Uhr:

bis 14 000, Wiesenheu, lose, 18002000, Wie­senheu, gepreßt, 24002600, Kleeheu 2050 bis 2200, Haferstrvh 1650, Roggenstroh, geb., 1500, Rvggenstroh, drahtgepr., 2100, Kartoffeln 750 bis 760, weihe Dohnen 9000, ungesch. Erbsen 11 500, Linsen 14 00015 000, Durma-Reis 10 200, Haferflocken 12 000, Graupen 9000. Auslandzucker 14 00014 200, Futtermöh- ren 600.

Warum ist Ihre Nachbarin immer so elegant gekleidet? Weil sie ihre Kleider, Blusen usw. nur mit den welt­berühmtenHcitmann'S Warben", Marke Fuckskopf im Ttern", selbst färbt, die als die besten anerkannt sind. Tun Sie es auch und Sie sind ebenso elegant gekleidet. (e073ss

weibliche Abteilung.

In der Iohanneskirche Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Reukonfir­mierten aus der Iohannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 9l/2 Uhr: Pfarrer Bechtols- Heimer. Vorm. 11 Uhr: Kmderkirch: für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Iohannes- saal: Pfarrer Becker. Freitag, den 2Z. Sep-

Datum:

5°/, Dtsch. Kriegsanl. 4°/aDtsch. Reichsanl. 3°/o Dtsch. Reichsanl. 4°/0 Preuh. Konsols Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Creditbank.

Datum:

Amstd.-Rotterd. - Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . ,: Helsingfors... Italien ..... London .....

Reuyvrk.....

Paris......

Schweiz.....

Spanien.....

Deutsch-Oesterr. Prag......

Budapest.... Buenos AireÄ . Bulgarien . . . Japan......

Rio de Janeiro

I den Jahren vor dem Kriege veranstaltet wurden, W<lS Lst UND WGS wllU so in ^Berlin (im Garten des Kunstgcwerbemu-

die Wiesbadener Gesellschaft für seums), Königsberg, Cassel, Essen Darmstadt. In Darmstadt du^te die Gesellschaft das ge­samte Material an Grabdenkmälern für die zweite Ausstellung auf der Mathildenhöhe lie­fern, und wie früher auf dec Cölner Werkbund- ausstellung ist die Gesellschaft auch Heuer auf der Münchener Gewerbeschau mit eigenem Aus-

zu gewinnen.

In Bayern, das in künstlerischen Fragen immer voran marschiert, hat man bereits vor 23 Jahren eine strenge Friedhofsordnung er­lassen, die höchsten Beifall verdient. Viele, Städte sind in den letzten Jahren gleichfalls mit ähn­lichen Bestimmungen hervorgetreten, und wäre dringend zu wünschen, daß keine zurückbleibt. Die Wiesbadener Gesellschaft für Grabmalkunst steht hier mit Rat gerne unentgeltlich zur Ver­fügung. Ohne eine streng gehandhabte künst­lerische Zensur ist bei der heutigen Kulturlage nicht vorwärts zu kommen. Roch paßt auf fast alle unsere Friedhöfe das Wort, das diese Zeilen ein­leitete, nur allzusehr! Rückkehr zum billigen heimi- schenSandstein, in dem fast ausnahmslo Z die heute noch wohlerhaltenen Denkmale der letzter groben Blütezeit des Grabmals ausgeführt sinö, reichliche Verwendung von Schmiedeeisen und Eichenholz, die völlig genügende Haltbarkeit besitzen, würde vielen die Aufgabe erleichtern, das Grab ihrer Lieben mit würdigem Gedenk Zeichen zu schmücken und den ortsansässigen Steinmetzen, Holzbild­hauern und Kunstschlossern ausgedehntere Ge­legenheit zur Selbstaiisführung der Denkmale zu geben, der die Härle der an sich sehr brauch­baren farbigen Odenwald- und Fichtelgebirgs- granite noch immer die größten Hindernisse be- r eitet. .

Vor eine neue Ausgabe wurde die Wies­badener Gesellschaft durch den Weltkrieg gebellt. Es galt hier, daran mitzuarbeiten, um eine Wiederholung dec grenzenlosen Geschmacklosig­keiten aus den siebziger Zähren zu vermeiden. Die Schwierigleiteü sind freilich hier noch größer als im Verkehr mit dem privaten Publikum, und die Verhandlungen .mit den vielköpfigen Kommissionen stellen die Geduld namentlich der Künstler auf fast übermenschliche Probe. Der soeben aus Erkenntnis dieser Sachlage heraus gebrachte Gesetzentwurf der hessischen Regierung wird hoffentlich Besserung bringen.

!) Von demselben trefflichen Künstler steht eines der schönsten Kriegerdenkmale, die der Vers, kennt, aus dem Mainzer Friedhof für die Toten der Rapoleonischen Feldzüge, wenige Schritte da­von die Karrikatur eines Denkmals für die 1870/71 Gefallenen: beide abgebildet in dem in der Ausstellung ausliegenden Katalog der Wiesbade­ner Ausstellung.

2) Man wählte z. B. die Formen so schema- tisch daß aus einem Block mit der Maschine beispielsweise 10 Kreuze, Platten oder Obelisken zugleich herausgesägt werden konnten.

3) Eine Publikation hierüber bringt das Oktoberheft derDeutschen Kunst und Dekora­tion" von Alex. Koch-Darrnstadt, eine zweite das nächste Heft derDenkmalpflege" des preußi­schen Ministeriums für Kunst und Wissenschaft.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 24. Septbr., 15. nach Trinitatis.

In der Stadtkirche. Vormittags 8Uhr. zugleich Christenlehre für die Reutonfirmierten aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Vorm. 91/2 Uhr: Pfarrer Mahr. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer

Vermischtes.

Berlin 23. Sept. Von gestern abend ab haben alle Berliner Lichtspieltheater als Protest gegen die Lustbarkeitssteuer ge­schlossen. Auch Beschlüsse des Steuerausschus­ses der Berliner Stadtverordnetenversammlung 'über Abänderungsvorschläge zur Besteuerung Haber, die Theater nicht von ihrem Beschluß ab­gebracht.

Wien, 22. Sept. (Wolff.) Gestern nach­mittag ist auf dem Flugfelde Aspern ein Junkers-Eindecker aus München ein- getrvffen, um einige Probeflüge vor Ver­tretern der Flugtechnik auszuführen. Derartige Flugzeuge dürften für den in Aussicht genom­menen Flugpvstpassagrer-Verkehr zwischen Deutschland und Oesterreich verwendet werden. Auf dem Flugfelde Aspern ist gestern das aus Prag eingetrvffene Postflugzeug beim Abflug nach Budapest aus etwa fünfzig Meter Höhe ab gestürzt. Der französische Pilot Richard hat eine schwere Gehirn­erschütterung und Bruch des Rasenbeins er­litten. Das Flugzeug wurde zertrümmert. Glücklicherweise führte es keine Fahrgäste mit

London, 22. Sept. (Wolfs.) Meldungen 1 aus Australien besagen, daß die Witte­rungsverhältnisse für die von verfchw- denen Expeditionen gemachten Lichtbildausnahmen der 3' ? Minuten dauernden S 0 n n e n s i n st e r - nis ausgezeichnet waren. Wie aus Sidney gemeldet wird, rechnet mat mit sehr wert­vollen Ergebnissen, denen im Zusammen­hang mit den Theorien Einsteins große Be- eutung beigemessen werden kann. Einige der ausgenommenen Photographien lverden sofort ent- I wickelt. Vorläufig können noch keine wichtigen Craebnisse mitgeteilt werden.

Berliner Devisenmarkt.

Geio Brief Geld Brief

207.50

0.37

0.0075

16.75

40.50

23.72

22.45

38.25

0.21

535.-

1.80

0.07

1.7.14.

125.40

59.20

88.80

88.80

117.80

117.80

Mainz, 22. Sept. Bei kleinem und fester Tendenz war das Geschäft auf un- erer Börse ruhig. Es notierten per 100 Kilo im Waggvngeschäft loco Mainz: Weizen 6300, Roggen 5200, alter Hafer 6600, neuer Hafer 5800, Braugerste 50006000, Weizenmehl Spez. 0 95009900, Roggenmehl 6800 bis 7500, Mixed-Mais 54005600, Weizenkleie 30003100, Roggenkleie 30003100, Weizen- futtermrhl 4100, Tvrfmelasse 1900, Spelz- spreumelasse 3100, Luzerne 38 00045 000, ital. Rotklee 50 00055 000, Esparsette 12 000

22.».

-.38 -.18

-.37

-,28

5285,

2,32

0,031 0,07 0,95

Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr.

21. September 22. September 54631,60 54768,40 53732,75 53867,25 10112,30 10137,70 10)62,40 10087,60 24069,85 24130,15 23396,70 23454,30 29662,85 29737 15 28963,75 29036,25 37503,05 37596,95 36754, - 36846, 3106,10 3113,90 3071,15 3078,85 5942,55 5957,45 5867,65 5888,35 6242,15 6257,85 6142,30 6157,70 1393,25 1396,75 1388,26 1391,74 10761,50 10788,50 10601,70 10528,30 26117,30 27734,65 25967,50 26032,50

Höchster Farbwerke. 1197,- Allg. Elektr.-Ges. . . 755,- Felten L Guilleaume 1085,- Schuckert-Werke. . . 1080, - Adlerwerke......

Daimler....... 455,-

4°» Hess. Staatsanl. 76,- Eleetron Griesheim 1210,

Grabmalkunst.

Don ihrem Letter Prof. Dr. v. Grolman. (Zur Ausstellung im Oberhessischen Kunstverein.)

Handel.

Berlin, 22. Sept. Börsen st immungs- bild. In der an der Börse und am Devisen­markt herrschenden Geschäftsstille ist auch heute zum Wochenschluß keine Veränderung eingetreten. Die bevorstehende zweitägige Verkehrsunter­brechung verstärkte vielmehr die Zurückhaltung nocb. Die Kursveränderungen waren bei gering­fügigen Umsätzen nicht erheblich. Sie gingen durch­schnittlich nicht über 20 bis 50 Proz. hinaus, nur bei einigen Montanwerten sowie bei Deutsche Waffen, Berliner Maschinen und Schwartzkopff betrugen sie 100200 Pro;. Entsprechend der festen Grundstimmung handelte es sich dabei zu­meist um Kurssteigerung:n Von Auslandrenten standen wiederum türkische und namentlich Dagdadobligationen bei erneuten wesentlichen Kursgewinnen im Mittelpunkte des Interesses. Die übrigen Ausland-Anleihen waren vernach­lässigt, aber gut gehalten. Alte deutsche Reichs anleihen gaben ganz erheblich nach, namentlich 4proz. ungefähr 40 Proz., weil darin nach den Steigerungen der letzten Zeit größere Positions­lösungen erfolgen. Die Devisenpreise sind wenig verändert.

Frankfurt a. M.» 22. Sept. Börsen- stiminungSb ild. Der Dollar notierte im Frühverkehr 1400, im Verlaufe 1420. Der De­visenmarkt war scheinbar noch durch die Reichsbankerhöhung beeinflußt, da der Ver­kehr sich unsicher gestaltete; die Preise sind we­nig verändert. Türkenwerte waren wieder ge­fragter und höher, besonders wurden Bag­dader lebhafter umgesetzt, im Verlaufe schwan­kend. Ordre-Brief wurde mit 11,600 gehal­ten. Am Mvntanaktienmarkt betrug die Kurs-

21223,30 21276,50 21123,55 21176,45

1,88

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Völkerbund und Abrüstung.

Gens. 22. Sept. (WTB.) Die General­debatte des Abrüstungsausschusses der Völkerbundstagung über die Repara- ttonssrage wird von allen Tettnehmem als die bedeutungsvollste Sitzung, die bisher stattgestmden hat, bezeichnet, und zwar nicht wegen der Er­gebnisse, die sich vor allem auf die Annahme der Resolutionen beschränken, die noch vor die Vollversammlung gelangen müssen, sondern wegen der Tatsache, daß zum erstenmal dre Frage der Reparationen und der alliierten Schulden von den alliierten Delegationen im Rahmen des Völ­kerbundes besprochen wurde. Allerdings stellten auch alle Redner fest, daß der Völkerbund nur den Rahmen abgegeben habe und daß die weitere Entschließung bei den interessierten Mäch­ten liege. Dabei erfuhr der Begriffinteressierte Mächte" eine bedeutende Einschränkung durch die Erklärung Lymans, daß es sich hier nur um Mitglieder des Völkerbundes handle, und durch die scharfe Zurückweisung, die der französische erste Delegierte dem zweiten Delegierten mit- teilte, als dieser Deutschland zu den inter­essierten Mächten rechnete und seinen Eintritt in den Pölkerbund forderte. In der Rede Fi­schers wirtte auf die Teilnehmer besonders die Wendung von der Beteiligung Deutsch­lands. In dieser Wendung sehen viele das wesentlichste Ereignis der Sitzung.

Der Anfang einer Stimmungswende in Frankreich?

Paris, 22. Sept. (WTB.) Rach einer Matin"-Meldung hat der Generalrat desDepartementsIndremit allen ge­gen eine Stimme eine Tagesordnung ange­nommen, in der der Wunsch ausgedrückt wird, daß die französische Regierung von jetzt an die Geschicke des Landes in der Richtung auf eine entschlossene pazifistische Politik leiten solle, eine Politik, die völlig verschieden sei von der bisherigen, die seit dem Augenblick der Unterzeichnung des unheilvollen Versailler Vertrages vorgeherrscht habe.

Em Ultimatum der Angora-Regierung an Griechenland.

London, 22. Sept. (WTB.) Der Son- derberichterstatter desDaily Expreß" drahtet aus Konstantinopel, die Angora-Regie­rung sei im Begriff, den Alliierten ein Er­suchen zu unterbreiten, worin die Räumung Thraziens durch die Griechen ge­fordert wird, das dann durch die türkischen Truppen besetzt werden soll. Es wird um eine Entscheidung binnen 24 Stunden ersucht werden.

2390,

1244,- 1250,-

2375, - 2325,- 2450,- 2400, - 4825,- 4675, 1100,- 1144,

930,- 1010,-

2920,- 2950,-

1590,- 1600,-

1198,- 1200,-

747,- 760,- 1089, - 1100,- 1100,- 1115,w

443,-

469,50 461,-

74,75 70,50

abschwächung bis 70 Prozent. Gefragter er­schienen Karo, welche 65 Prozent anzogen. Bei den Aktien der chemischen Industrie über­wogen Kursverbesserungen, die Umsätze blie­ben bescheiden. Elektrizitätswerte lagen mit wenig Ausnahmen fest. Von den Maschinen­fabriken waren Karlsruhe in Erwartung eines günstigen Geschäftsabschlusses lebhafter ge­fragt, ferner Ehlingen anziehend. Norddeut­scher Lloyd und Hapag schwächten sich ab. Von onstigen Industriewerten konzentrierte sich das Interesse auf Zellstoff-Aschaffenburg + 40 Prozent. Für 3prozentige Bayern und 3pro- zentige Baden notierten die Kurse höher, 4- prvzentige Reichsanleihe matt und 20 Proz. niedriger. Dollar-Notierung um 1 Uhr: 1400.

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs

Unter den vielen Denkmälern der Unkultur, die sich das 19. Jahrhundert gefetzt hat :st keines, baß tiefer steht, keines, das mehr Anlaß zu Spott und Hohn künftigen Geschlechtern geben Wird als die Orte, wo es seine Soten bestattet bat Mit diesen Worten begann die Einführung in den Katalog der ersten Wiesbadener Aus­stellung zur Hebung der Friedhofs- und Grabmalkunst" vom xXtbre 1935, dre sich das Ziel setzte, durch Gegenüberstellung von Beispiel und Gegenbeispiel das Publikum gegen die entsetzlichen Verhältnisse aufzurütteln, die das Zeitalter des beginnenden Kapitalismus und Materialismus auch auf dem Friedhof und hier schlimmer wie irgendwo sonst geschaffen

Stiebe. Dereinsbank 214,50 224.50 Züricher Devisenmarkt.

22. 9.

gemeinte.

Sonntag, den 24. Sept., vorm. 10 Uhr. Kirchberg: Missivnsgottesdienst für die Schü­ler des Kirchspieles. Rachm. IV2 Uhr: Kirch­berg: Missionsfest des Oberhess. Vereins für Baseler Mission. Missionar Spaich. Kollekte.

W i e s e ck. Sonntag, den 24. Sept., vorm. 81/9: Letzte Christenlehre (beite Abteilungen). 91/2: Deichte. 10: Gottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahles. - Mittwoch, den 2?. Sept., abends 8: Iugendvereinigung (männl. Abteilung). Nächstes Abendmahl: Sonntag, den 1. Oktober.

hatte.

Richts lehrreicher für den Kulturhistoriker ; als ein Spaziergang über einen unserer älteren , FriedhöfeI Da findet man wie in einem Museum wohlgeordnet und sorgfältig datiert die Leistun- < ter einzelnen Epochen auf dem Gebiet ter ] kunstgewerblichen Architektur und Plastik neben­einander gereiht. Sehen wir uns den a 11 e n . Friedhof an der Licher Straße einmal in diesem Sinne an, wobei wir uns auf das 19. und > 20. Jahrhundert beschränken wollen! Gleich rechts hinter dem Eingang begegnen wir zwei charak­teristischen Beispielen der Kunst des Empire aus ter Biedermeierzeit, ich meine jenen Rundaltar mit dem großen, auf die eine Ecke gestellten Würfel und das Grabmal des Professors Rumpf vom Mainzer Bildhauers Schott mit einem prä­zisierenden Relief: ter Tod als Iüngl-ng vorn und einem feinen dekorativen Schmuck der Rück­seite. Niemand mit empfänglichem Sinn wird diese anmutigen Stücke betrachten, ohne von ihrem Zauber berührt zu werden. Ie weiter man aber den Hügel hinausgeht, um so nüchterner und frostiger mutet uns alles an, und wer sich die kleine Mühe nimmt, auch die Inschriften zu vergleichen, wird leicht bemerken, daß von ihnen ganz dasselbe gilt und zwar nicht nur, was die Form, sondern auch, was den Inhalt anlangt. Schon um die Mitte des vorigen Iahrhunöerts setzt fast plötzlich der Verfall des künstlerischen Fühlens ein genau wie in der Großarchitektur und in ter Innendekoration. Dann aber erleidet um die achtziger Iahre ter Friedhof noch ein eignes trauriges Sonderschicksal: ter polierte schwarze Granit aus Schweden (gewöhnlich schwar­zer Marmor genannt) kommt auf, und das Grab­mal gerät in die Hände einer künstlerische Er­wägungen überhaupt nicht kennenden, rein kapi­talistisch geleitete Groß-Industrie-'). Die In- tzabrr der Grabmalgeschäften sanken dabei allmäh- lig zu bloßen Händlern und Kommissionären der Grvßsirmen herab, die sich damit begnügten, die bekannten, wie Reklameschilder den Beschauer an­schreienden, knallgoldenen Inschriften in stim­mungslosesten Typen ohne jedes Gefühl für Raumverteilung einzumeißeln Dank der Gewerbe- sreiheit drangen zugleich immer weniger vor- gebiltete Elemente in das Grabmalwesen ein, und schließlich herrschte nicht einmal mehr eine degenerierte Kunst, nein, ein völliger künst­lerischer Analphabetismus auf den Friedhöfen. DerHausgreuel" desKunstwort" ward über­troffen von den Friedhofsgreueln, als da sind: sog. künstliche Felsen, d. h. Granitblöcke mit ein­gehauenen Rillen, wodurch Felsflücke vorge­täuscht werden sollen, oder Kreuze aus Stein, die zwei unbehauene Stücke eines Eichenh olz- stammes imitieren (epidemienhaft z. B. in Ber­lin verbreitet), Photographien auf Porzellan u. dgl. mehr.

Hier einzusetzen und das alte ortsansässige Steinmetzgewerbe vor den Friedhöfen wieder ernster künstlerisch geläuterter Handwerksarbeit zu­zuführen, war die Aufgabe, die sich die Wies­badener Gesellschaft für Grabmalkunst stellte. Zwei Jahre vor dem deutschen Werkbund gegründet, stellt sie den ersten Versuch dar, eine systema­tische Zusammenarbeit von Kunst und Handwerk durch eine feste Organisation zu erreichen. Zunächst wurde eine Reihe führender Künstler gewonnen, die der Gesellschaft nicht nur fertige Entwürfe überließen, sondern sich auch verpflichteten, jeder­zeit auf Anforderung unverbindlich für die Ge­sellschaft heue Entwürfe unter Berücksichtigung ter Sonderwünsche und Bedürfnisse etwaiger Interessenten zu liefern. Das war möglich, weil auch für zurückgewiesene Entwürfe sich immer noch die Aussicht auf spätere Verwendung ergab. | Zur Zeit verfügt die Gesellschaft über rund zwei- | einhalbtausend Originalentwürfe und Photo- graphien ter bereits ausgeführten Denkmale Dem Publikum stehen zunächst hieraus für den beson­deren Fall passend zusammengestellte Ansichts­sendungen zur Verfügung. Wo ein eigner be­sonders zu schaffender Entwurf gewünscht wird, hat ter Interessent zunächst die Möglichkeit, an Hand solcher Sendung sich zu orientieren und den- jenigen Künstler für die Ausführung zu wählen, dessen Eigenart ihm am meisten zusagt. Von be­kannten Namen seien hier angeführt: Prost W. Kreis (Dismarcktenkmal), Prof. Max Hans Kühne (Erbauer des Leipziger Zentralbahn­hofs), Prost Georg Metzendorf (Erbauer der KruppschenMargaretenhöhe" in Essen) und sein Bruder Heinrich, Prof. Ernst Haiger, Prof. Carl Sattler, ferner die Bildhauer Pros. Hans Schwegerle, Pros. Erwin Kurz usw. Nachdem das Vorlagematerialgesichert war, galt es, ausführente Firmen dafür zu interessieren, was in überraschend kurzer Zeit gelang, da, wie sich herausstellte, viele besser ge­schulte Steinbildhauer selbst unter "der Würde­losigkeit ihres Betriebes litten, so daß bald ein Reh von Zweigstellen ganz Deutschland überzog: gegenwärtig sind es einige fünfzig, darunter auch solche in Wien, Zürich, St. Gallen. Die Firmen übernahmen die Verpf lichtung, ein kleines Muster­lager zu errichten.

Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Ge­stalt ganzer Musterfriedhöfe, die meist auf Ein­ladung staatlicher und städtischer Behörden in

Rationalbank f.D.

Doch. Gußstahlwerke 2200, - Dud.-Eifenw.-Akt.. 1245,- 1228, D.-Luxemb. Bergw.. 2365, 2347, Gelsenkirch. Bergw.. 2425,- 2425, Harpener Bergbau. 4875.- 4800, Oberschl. Eisenb.-B. 1110,- 1119, Oberfchlef. Eisenind. 975, 1022, Phönir-Bergb.-Akt. 3025,- 2890, Bad.Anilin-u. Soda 1600,- 1600, ---- 1195, 770, 1090, 1095, 440, 472, 76,

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