Ausgabe 
23.2.1922
 
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Gerichtssaal.

Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der neun- zehnjährige Kaufmann Kasimir Rastorgu- jeff aus Moskau, der hier bei dem Ver­such, Brillanten im heutigen Wert von etwa l1/» Millionen Mark unter der Hand zu ver­kaufen, verhaftet wurde, hatte sich vor dem Wuchergericht deS Landgerichts unter der An­klage des Zollvergehens und derCin- fuhr von Brillanten ohne Erlaubnis au verantworten. Das Urteil lautete ent­sprechend dem Anträge des Staatsanwaltes auf eine Woche Gefängnis, 1 189 000 Mark

unvschwerverleyt. Um einige Schlacken- reste einzusammeln, hatten gestern nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr drei Kinder von Bruch­köbel den Bahndamm erklettert. Kaum hatten sie auf dem Bahnkörper mit ihrer Sammel­tätigkeit begonnen, näherte sich aus der Rich­tung Friedberg ein Güterzug, vor dem die Kinder sich durch Verlassen des Bahnkörpers in Sicherheit bringen wollten. Dabet kolli­dierten zwei von ihnen mit der Maschine des im selben Augenblick aus der Richtung Hanau kommenden Persvnenzuges und wurden schwer verletzt. Der eine der (Zungen erhielt von der Maschine einen Stoß gegen den Kopf, der andere einen solchen gegen die Schulter; auch am Bein wurde er verletzt. Der Dritte konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

][ Marburg, 21. Febr. Gestern starb hier im hohen Älter von 79 Zähren Generalmajor a. D. Oskar Feherabend. Der alte Offizier, der nach seiner Verabschiedung im Zahre 1904 hier in Marburg Wohnung nahm, gehörte auch verschiedene Zahre dem hiesigen Stadtverord- netenkoNegium an. Wegen Kohlenmangel muhte gestern der Unterricht in den Dolks- schulen auf unbestimmte Zeit e i n>g e st e l l t werden. In der heutigen Stadtüerord- netensthung wurde zur Deckung der früher beschlossenen außerordentlichen Ausgaben, die ins­gesamt 14 Millionen betragen, eine Anleihe von 8V2 Millionen beschlossen. Der Rest­betrag ist bereit- durch Anleihe gedeckt.

kl Langenhain im Taunus, 22.Fbr. Um die hiesige erledigte Först er stelle waren 2 2 Bewerbungen ein gegangen. Don den zur engeren Wahl vvrgeschlagenen sechs Kandidaten wählten die in Betracht kommenden Gemeinden einstimmig den Staatsforstanwärter Ludwig Fischbach aus Holzhausen, Kr. Biedenkopf.

Kolonie ku berichten An klaren Lichtbildern zeigte er die mit deutscher Kraft, deutscher Arbeit und deutschem Kapital angelegten Küstenstädte, Pflanzungen und Eisenbahn, ferner Bilder der Flüsse, des Urwalds, der Eingeborenen u. o. m. Im zweiten Teil seines Vortrags brachte der Redner lebendige Schilderungen des Lebens in der Kolonie. Richt endenwollender Beifall zeigte, auf welch dankbarem Boden die Worte des Vortragenden gefallen waren. Pfarrer Ham­burger dankte dem Redner und legte der Jugend besonder« ans Herz, unsere deutschen Kournien nie zu vergessen, da sie notwendig sind Hk das heben des deutschen Volkes. Für den unterhaltenden Teil des Abends hatten sich zur Verfügung gestellt der Männergesangverein .Ger­mania^. der Kirchrnchor und die oberste Volks- schuMasse. Alle Gesangvsorträge. die sämtlich von Lehrer Frank geleitet wurden, fanden leichen Beifall.

Starkenburg und Rheinhessen.

QU a t n a. 22. Febr. Die Eisenbahn- virektion Mainz erläßt ein Dank­schreiben an die Ortsgruppe Darmstadt der Technischen Rvthilfe, in dem ver- ijcherl wird, daß ohne die schnelle, tatkräfttge und andauernde Mitarbeit der Rothilfe es der Eisenbahnverwaltung nicht möglich ge­wesen wäre, den Eisenbahnverkehr In dem hiesigen Bezirk in so weitgehendem Maße während des Streiks aufrecht zu erhalten, wie es tatsächlich geschehen konnte. Die Rot- Helfer selbst hätten sämtlich die ihnen ge­stellten Aufgaben im Lotomottvheizer- und Zugbegleitdienst mit äußerster Hingabe und Dienstwilligkrit, mit unermüdlicher Ausdauer und großem Geschick erfüllt.

Kreid Wetzlar.

ro. Wetzlar, 22. Febr. Unsere Stadt­verordneten haben den obgeänderten Gewerbe st euervorschlag wie folgt ge­nehmigt.' 1. Klasse 3000 Prvz^ 2. Klasse 2500 Prvz^ 3. Klasse 1000 Pro-, und 4. Klasse 500 Pro-. Das auszugletchende Defizit tm städtischen Haushalt ist auf nahezu fünf Millionen gestiegen.

Hessen-Nassau.

ma Frankfurt a. M., 22. Febr. Zn den letzten Tagen sind die Eierpreise auf den Märkten etwas zurückgega ngen. Auch hier wird für das Stück Landeiernur noch 4,50 Mk. verlangt, während sie die ganze Zett über 5,50 Mk. und darüber kosteten. Hoffentlich hält die Preisbewegung an.

Hanau, 22. Febr. Zwei Kinder von einer Lokomotive angefahren

Deldfttafe und Einziehung der Brillanten zu­gunsten des Reiches.

Vermischtes.

* Lustiges von der Zensur in R u- man i cn. Die Zensur ist in Grohrurnänien zwar offiziell abgeschafsL sie besteht aber Luftig weiter und trägt manchmal auch zur wirllichen Erheite­rung der Mitbürger bei. So bringt z. B. die »Deutsche Zeitung Bessarabiens" vom 11. (Januar einen Leitartikel über die voraussichtlichen Reu­wahlen und die Vorbereitungen der Parteien in Großrurnänicn. Der Artikel ist überschrieben »Unser Programm". Die Deutschen müßten zu­nächst einmal, so heißt es da, wissen, was sie wollten, ehe sic mitwählen ßnnten, und vor allen Dingen wissen, was sie sind. »Was wir sind? Wir sind zensuriert! Bauern! Wir gehören zu der großen Familie der Deutschen in Groß- rumänien. Und waS wir wollen? Wir wollen zensuriert bleiben! Zensurierte Bauern! Mit­glieder der großen Familie, zensuriert in Groß­rumänien I" Ueberall, wo dieses eine gefährliche kleine Wörtchen stand, hat es der Zensurstift ge­troffen und hat ein .Zensuriert" eingefügt, das brav gedruckt werden muh. Solche Leitartikel unter gütiger Mitwirkung der Zensur haben aller­dings einen Vorteil: sie fallen mehr auf, werden mehr gelesen, man besinnt sich, was die Zensur nun heransgestrichen haben mag. und das, waS der Leitartikel sagen wollte, bleibt fester im Gemüts des Lesers haften, als wenn er über einen nicht zensurierten Leitartikel hinweggelese't hätte. Die Deutschen Grohrumäniens werden also der Zensur zu Dank und Anerkennung für ihre Mit- wirkuna und Mitarbeit verpflichtet sein!

* Die deutsche Sprache in den Ver­einigten Staaten. Die deutsche Sprache wird in den Vereinigten Staaten wieder mehr erlernt. Wie derSonntagsbo'e" in Pittsburgh berichtet, hat die Fakultät des Brhn Mawr College in Philadelphia, wohl die berühmteste Frauen- uniDcrfität des Landes, unter Vorsitz der Prä­sidentin der Lbzral Gesinn'en M Game C hornas, beschlossen, daß, sobald die nötigen Vorberei­tungen getroffen werden tonnen, sich alle Stu­dentinnen des College einer Prüfung im Deutschen als Bedingung der Graduierung unterziehen müssen und daß Bestimmungen hierfür schleunigst ausgsarbeitet werden feilten.

Turnen, Sport und Spiel.

Berliner Sechstagerennen. Rach 91 Stunden waren 2595,050 Kilometer zurückgelett und der Stand folgender: SaldvwBauer 170 Punkte, Lorenz Aberger 142 P., van Reck R. Huschke 91 P., Stel brinkApp lhan? 25 D., HahnTietz 13 P., TadewalüPackebusch 4 P.; eine Ade. zur.: A HuschkeRoh 92 P., SchrageKohl 14 P., ZenhenMagnussen 14 P.:

vier Rd. zur. TBalifrour 4P

Rach 115 Stunden waren 3212,010 Kilometer durchfahren und der Stand folgender: Saldvw Bauer 202 P: 1 Runde zurück: LorenzAberger 178 P.: van Rek-R. Huschle 124 P.: A Huschke Roß 107 P: HahnTietz 26 P: Tadewald Packebusch 5 P: zwei Runden zurück: Stell- brinkAvpelhans 29 P.: SchrageKohl 18 P.: fünf Runden zurück: ZenhenMagnussen 29 P.. WalthourDlemminf wurden 7 Uhr morgens aus dem Rennen genommen.

Die We st deutsche Fußball- Meisterschaft wird am 5. März in OH ü n ft c v L W. zwischen dem Meister des B^raisch-MärV' scheu Gaues, Fußballvercin 08 Duisburg und dem Meister des Westfalen-Gaues, Arminia Bielefeld entschieden

Kirchliche Nachrichten.

Israel.Religionsgemeinde. Gottes­dienst in der Synagoge (Süd-Anlag«). Samstag, 25. Februar 1922. Vorabd. 6.45. Morg. 9. Pre­digt Adds. 6.05 and 6.45 Uhr.

Israel. Religion- - Gesellschaft. Sabbatfeier, 25. Febr. 1922. Freitag abb. 5.30. SamStag norm. 8.30. Predigt. Rachen. 3.30. 0ab batausgang 6.45. Wochengottesdienst: morg. 7.00, abbä. 5.30 Uhr.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter diefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

In letzter Zeit haben die Uehelftänbe am hiesigen Theater bezüglich deS Publikums derartig zugenommen, bah öffentlich dagegen vor» gegangen werden muß. Unter anderem wirkt das Zuspätkommen vieler Besucher sehr störend. Viele scheinen etwas darin zu suchen, zu spät zu kom­men oder andere Leute durch Zwischenrufe wie entzückend, wunderbar" u. bgL zu stören. Am schlimmsten ist es freilich, wenn, wie es Sonntag nachmittag geschah, ein Teil der Zuschauer die bekannten Stellen mitsingt. Es muß von der Theaterleitung energisch gegen solche Störenfriede eingeschritten werden. Und wenn es nicht möglich sein sollte, mitsingende Besucher festzustellen und aus dem Theater zu verweisen, dann feilte zum mindesten nach Beginn j^des Aktes das Theater fest verschlossen sein, wie es in anderen Städten üblich ist. Dann wird sich daS Publitum bald an Pünktlichkeit gewöhnen. * P.

(Wir geben diese Zuschrift um so lieber wieder, als wir selbst schon mehrfach uns gegen die gerügten Mißstände ausgesprochen haben. Der Doilchlag, beim Beginn des Spiels die Türen zu schließen und sie oiS zum Aktschluß geschlossen zu halten, ist tatsächlich erwägenswert. Die Schriftleitung.)

ALTER.

WWBRMD

WE/NBRENNERE!

St»

1841

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Familie Friedrich Deibel 111.

Wieseck, Hamborn, den 23. Februar 1922.

Die Beerdigung findet Freitag den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr. vom Trauerhause Alten-Buseoker Straße 27 aus statt

Am Dienstag den 21. Februar, abends 9 Uhr, verschied sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber Vater, Schwieger­vater, unser guter Großvater, Bruder uud Oukel

Herr Johannes Stumpf

im 80. Lebensjahr.

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Reichsbund dkrAckBksWigtt«, AticMilttdIicbcocll ». titm. SritMiln. Ortsgruppe Gießen.

Mitglieder­versammlung am frrettaa, d. 24. gie bruar. abends 8 Uhr. im ^Postkeller".

Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung binendrin» gend um »adlrerch.Erschei­nen. ,7M Der Vorstand.

Einladung!

SamStag. d. 25. Rebr., nachmittags 2 Ubr:

Versammlung

ötrOrtsf ar teile des

Ureises Gießen tm -lauarium iWalltor- stratze 5) zu Gießen. TageS-Ordnung: Die Kommisnon des hessischen Landeökariells in Berlin.

Gäste auS den Nachbar­kreisen willkommen.

02)70 WeBtphnl.

herein für Bmegllllgsjpiele.

Wir laden hiermit unsere Mitglieder zu dem am Fastnachtdienstag abends 8 Uhr im Hotel Einhorn (großer Saal) stattfindenden Maskenball

herzlichst ein. GeheimKarten für Masken sind bei unseren Mitgliedern Herrn Wilh. Tränkner, Neuen Bäue 8, Hans Krug, Wetzlarer Weg 65, abzuholen. Nichtmaskierte haben Mitglieds- oder Einladungskarte gemäß den gesetzlichen Bestimmungen mitzubringen.

i82iv Der Vorstand.

Bllom tun 31. Dtiemlet 1921.

Aktiva. JC

Kassenvorrat.......... 3204.89

Warenvorrat . . . . ...... 808i.49

Debitoren ........... 410.89

(Emballage ........... 110.

11812.27 Passiva. JC

Die ehemaligen 186er beabsichtigen mit ihren Familienangehörigen am Sonntag dem 21. Mai 1922 eine gesellige Zu­sammenkunft in Frank­furt a. Main. Adressen zwecks näherer Benach­richtigung erbet, an Ctto Ästcper, ftranffurt am MainLüd, Tannecker- strafie 8.18« 1)

Stenographen­vereinigung wieseck.

Wir macken unsere ak­tiven und vasstoen Mit­glieder sowie die einge- ladenen Gießener und Lollarer Sckwesterver- eine auf unseren

Samstag, d. 25. Febr.

auf der

Karlsruhe

stattfindenden

MM aufmerksam.

Anfang 7.71 Uhr.

Etwaige Wünsche betr. Einladung erbitten wir bis Kreitagabend an den 1837 Vorstand.

GeschSftsguthaLen der Mstglieder . . . 350.-

fireditoren....... 2816.75

Umsatzsteuer .......... 1255.-

Reservefonds.......... 2485.-

Detriebsrücklage......... 86332

Reingewinn .......... 4041.70

11812.27

Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1920 69

Während 1921 gingen zu 3 Genossen , , ab 2

Daher Stand der Mttglieder Ende 1921 70

Oppenrod, den 14. Januar 1922. 1805

tanöiiirtfiBolfflSer öenfmnoereln e. ®. m. n ö.

Der Direktor Der Lagerhalter

Ludwig Balser II. Ludwig Weis.

Eonölieioetöei- Berfammlnns des Kreises ließen.

Gonntaa, d. 26. gsebr^ moraens 10 Ubr, findet in Gießen im Aqun- Hom iWalltorstr.) eine Berfommtong vel cmseivecvei statt, wozu alle Mitglie­der der Kreisvereine ein» geladen werden. Ver­treter ans allen Orten find erwünscht. 02546 Der Vorstand.

T.V.v.1846

Tamstag,25.Febr. abends 8'/, Llhr, hn Hotel Kobel:

ImliMiK fiappenadeno.

Zahlreicher Besuch er­wünscht. 1811v

Ter Vorstand.

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