Ausgabe 
22.8.1922
 
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Dienstag, 22. Anglist 1922

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)

M. 196 Sweties Blatt

') Einschließlich

Die französischen und britischen Verluste.

Britische

Französische

brach.

E

Kreis Alsfeld.

3-it

E

S

Sie hat, durch das feuchte Wetter begünstigt und immer wieder neu angeregt, trolle sechs Wochen

27627118680

1828000] 3110000 5695982)]2900292) 859627] 1846524?)

Tote Verwunbung

(Kolonien) . .

30

in

245 994

Ver. Staaten von Amerika

Ist keine Schande," entschied Lily freimütig, ganz lyrischer Tenor, mit einem Einschlag sehr rnn ich das mühte, würde ich die Zähne zu- angenehmer Melancholie. _

(Nachdruck verboten.)

3. Fortsetzung.

4 247 105

2 560 000

140 000

1 693 262

428 644

949 576

7

17

10

3

(Begenübcr der britischen ont')

6964 172106 106659]

Italien Belgien Serbien

1 824 051

1 358 872

67 000 743 702 202 321 496 921 115 000 690 000

56 618

5 652

3158

3 083

1747

1 137

8 845

32 218')

27 143')

764 563

Gegenüber der franzö­sisch-belgischen Front

53.

112732

34901

Linienschiff Panzerkreuzer Geschützte Kreuzer Kanonenboote Spezialschiffe

2

l

44326

10696 23005

8444 < 23672

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15514

86901

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43747

251702

275965

15887 246268 304977

15244

4961

9389

24931

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2(928

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28575

103401

16954

20909

82354

91053

6432 59374 71758

40

6925 10673 35i09

7231 3'647

6578

135861

21151

23470

104226

25005

1964

1284

10178

343

10719

130

3524

32460

4197

2561

21872

Feldkanonen (einfchl. Infanterie-Tank' abwehr-, Aahkampfgefchütze) . . .

Leichte Feldhoubihen......

Geschütze für schweres Steilfeuer . .

Geschütze für schweres Flachfeuer . .

Fliegerabwehrgeschütze......

Minenwerfer.........

Le'chte Maschinengewehre.....

Schwere Maschinengewehre ....

Pferde............

Für das deutsche Heer waren die ersten Mo­nate des Feldzuges und die Zett der Früh­jahrsoffensive 1918 im Westen die verlustreichsten Zeiten. Für das französische Heer war außer diesen Zeiten noch auherordentlich verlustreich die Zeit der Verdunschlacht: für das englische Heer waren besonders verlustreich die Zeiten der Somme-Schlacht, der Schlachten bei Arras und Cambrai und der Entente-Offensive im Spät­sommer 1918. Für die übrigen Truppenkontin­gente sind ähnliche Zusammenstellungen noch nicht vorhanden. Die Menschenverluste an der fran­zösisch-belgischen und an der englischen Front im Westen waren im einzelnen folgende:

Die deutschen Verluste gegenüber der französisch­belgischen und der britischen Front.

Wenn ich das mühte, würde ich die Zähne zu- sammenbeihen und den Kopf recht hoch tragen. Genierst du dich?"

Weiht du, Lily, du bist komisch! Wie viel Kuchen haben wir gehabt, Fräulein?"

Lily hatte eigentlich die beiden Freundinnen freihalten wollen, aber nach dem Gespräch über deren etwas knappe Verhältnisse hätte sie es un­zart gefunden. So bezahlte jede für sich, und man verlieh das überheizte Lokal und begab sich auf die Strahe. Lily wurde zu ihrem Vergnügen von einigen Bekannten nicht erkaimt. Das Väschen in die fremde Boa gedrückt, sprang sie in eine Elek-

4 Alsfeld, 20. Aug. In den großen Waldgebieten des nördlichen und nordöstlichen Vogelsbergvorlandes, wv der Buntsandstein für das Gedeihen der Heidelbeere die günstigsten Bo­denverhältnisse schafft, ist die Hei del beer- ernte dieses Hahr erst jetzt zu Ende gegangen

Die in der vorstehenden Äebersicht aufge­führten Daten sind entsprechend der Dauer der einzelnen Kampfhandlungen an der Westfront gewählt. Die Zeit Februar-Juni 1916 z. D. ent­spricht der Dauer der Verdunschlacht, die Zeit von Juli-Oktober 1916 der der Somme-Schlacht.

~ Im Gegensatz zu seinem heldenhaften Sttrnm- kollegen mit dem breiten, ausgesungenen Hals und der auf Siegfrieds Bärenfell zugeschntttenen Figur hatte seine Kunst etwas Naives, fast Un-

yju, ,.wv _______ Aufschnitt kaufen."

"Ach so! Na, ihr wiht eintaufen geh ich nicht" gerne. Ausgenommen"

In die großen Modegeschäfte oder zu den Juwelieren," 'bemerkte die Braune bitterBei uns langt's nicht dazu. Ich bin schon mit dem Netz auf den Markt gegangen.

Die Einführung der Reformation in den Solmser Landen.

geleitet werden.

** Kreis-Ob st- und Gartenbau» v e ve i n G i e he n. Die im Sitzungssaale des KreisanttSgebäudes stattgehabte Haupwer- sammlung befaßte sich neben der Vechnungs- ablagt? für 1921 und der Aufstellung des Bvr- anschlaos für 1923, die beide genehmigt wur­den, in der Hauptsache mit der für diesen Herbst (30. Sept, und 1. Oft.) vorgesehenen Obst- und Gemüseausstellung des Kreises, die, um den benachbarten Schul­klassen die Besichtigung gegen ein ermäßigtes Eintrittsgeld möglich zu machen, auf Montag, den 2. Oktober, ausgedehnt werden soll. Der Borsitzende erstattete Bericht über die bis fetzt ersolate Arbett des Vorstandes und gab die den Ausstellern zu stellenden Bedingungen und Aufgaben bekannt, die nach eingehender Aussprache mit wenigen unwefentlichen Ab­änderungen von der Versammlung genehmigt wurden.

Auf das deutsche Landheer entfallen im gan­zen 1,79 Millionen Tote, auf die Marine 34 354 Tote, auf die Fliegergruppe 4105 Tote.

irische und fuhr davon.

Die Braune und die Blaue blickten ihr nach.

Die hat gut reden! Die darf sich alles er­lauben!"

Das Gesicht der andern nahm einen scharfen, unkindlichen Zug an.

Die wird auch mal hineinfallen!"

Heinz Güldewin räkelte sich auf seinem Sofa. Jedesmal, bevor er auftrat, befiel ihn ein solches Lampenfieber, daß er keine Zeitung lesen, rein nichts anfangen formte. Er rannte zum Klavier, fang ein paar Skalen, sand es gräßlich, räusperte sich, Bonbon und räkelte sich wieder. Der Hals­kragen lag neben ihm auf dem kleinen, runden Tisch, ebenso die Krawatte.

Lange bevor es Zeit war, packte er sich in den dicken, braunen Allster, nahm den Klavierauszug unter den Arm und stelzte mit hochgeschlagenem Nockkragen dem Theater zu.

Wenn er das erleuchtete Gebäude sah, die Luft in seiner Garderobe einatmete, diesen Mischduft von Puder und Schminke, dann wurde ihm Wohler. Dann schlug er dasMonstrum" auf den Bauch, das über feinem Platz an einer Gummi­schlinge pendelte. Das Monstrum war sein Ta­lisman. Gastierte er anderswo, so mußten an seiner Statt die Kollegen es auf den Bauch schlagen. Es war ein mit Watte gefülltes, be­maltes Ungetüm, halb Kröte, halb Mensch, mit einem kleinen Zylinder auf dem Kopfe, und jemand halte es ihm einmal zu Weihnachten ge= schenkt.

Güldewin war ein lieber Kerl: biDhübsch.

Hessen-Nassau.

Wb Frankfurt a. M., 21. Aug. Zur Be­kämpfung des immer mehr überhandnehmenden Dirnen- und Zu lterwesens in der Altstadt ist die Schutzpolizei durch Einrichtung eines sogenannten Einheitsreviers derart verstärkt worden, daß der Vollzugsdienst nunmehr selb­ständig ausgeübt werden kann.

Gabel nieder.Sie wollen am Theater sparen? Wieviel haben Sie denn schon gespart, Wenns nicht indiskret ist?"

Güldewin errötete.

In meinem ersten Engagement versuchte ich, nur einmal täglich zu essen. Aber dann friegte ich solchen Heißhunger Lene wartet ja auch - sie näht an ihrer Aussteuer."

Und hier was haben Sie hier gesparte forschte die Kloßberg unbarmherzig weiter .

Hier?" Er wurde verlegen.Ich hab ja eine "ganz hübsche Gage, aber einen Pelzrnanfel mußte ich haben. Und irgendwie - ich weißrncht ich muß immer noch Vorschuß nehmen.

Sehen Sie! Na, jetzt geb' ich wenigstens noch nicht" alle Hofsnung auf. Und mein Lieber nehmen Sie fernen Fisch meßr?- Heiratm ist Unsinn. Und überhauptam Theater. Seien Sie gescheit, ich warne Sie!"

Und und Lene?" stotterte der Tenor ganz fassungslos.

Und Lene! Alle Hochachtung vor ihr. Aber paßt" ein Mädel, das in so engen Verhältnissen aufgewachsen ist. ans Theater? Als Künstlerfreu ans Theater? Hat sie künstlerisches Verständnis für Sie? Geht sie auf in Ihrem Beruf? Kann sie hungern und dürsten, wenn das Pech mal kommt, ein Direktor Pleite macht, ein Engage­ment durch die Lappen gebt? Kann sie dann noch lachen und heiter fein und ihr Teil der Not auf ihre Schultern nehmen? Kann sie zusehen, wie Sie da drüben auf der Bühne die schönen Weiber küssen und umarmen, kann sie's vertragen, daß Sie es auch manchmal außerhalb der Bühne tun? Kann sie Abend für Abend im Theater sitzen, Sie in einer Partie fünfzigmal bittjep einander frören?"

Güldewin hielt sich die Ohren zu.

Nein, Frau Kloßberg, das kann sie nicht 1 Und das ist mir noch lieb an ihr! Gerade daß sie so eng und spießbürgerlich ist: daß sie keine Ah­nung hat von dem Unterschied zwischen Mozart und Puccini und denLohengrin" und benoy geunerbarort miteinander verwechselt! Bei ihr will ich das Theater ganz vergessen. Sie sott dumm bleiben. Ganz dumm!"

(Fortsetzung folgt)

48 große Torpedoboote

24 kleine Torpedoboote

38 ältere Torpedoboote

199 Unterseeboote

17 Hilfskreuzer

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 22. Aug. 1922.

Landkreis Gießen.

eu Beuern, 19. Aug. Hier verunglückte der Svhn des Viehhändlers Edelmuth, Semmh E d e l m u t 'h, dadurch^ daß er infolge Ausrut­schens der Leiter von der Heubühne hinunter in die Scheunentenne fiel und beide Arme

n Sie 3 4. Landesversammlung des Hessiischen Hauptvereins des Evan- g e l i s ch e n B u n de s, die am Samstag abend in Laubach eröffnet wurde, konnte, wie gestern schon kurz gemeldet, einen sehr interessanten Vor­trag des hochverdienten hessischen Geschichtsfor­schers Prof. O. Dr. D i e h l - Friedberg überDie Einführung der Reformation in den Solmser Landen" hören. Aus dem reichen Schatz seiner eingehenden archivalischen Forschungen bot der Nedner wertvolle Mitteilungen zur Gescyichte der Neformation in den solmsischen Landen. Wahreiu) in L i ch diese Geistesbewegung lange 'bis 15dl) unterdrückt wurde durch den streng katholisch ge­sinnten Neichsgrafen Reinhard, begann die ofsi- zielle ©infüßrung der Neformation in der Reichsgraff chaf t Solms-Laubach be­reits im Jahre 1544. Jedoch ist das Datum der Einführung lange strittig gewesen. Im Jahre 1730 feierte man die 200jährige Einführung der Neformation in Laubach. Dies sei jedoch ein ge­schichtlicher Irrtum. Lukas Gehers berg, der Geschichtsschreiber des Lebens des Grafen Friedrich Magnus zu Solms-Laubach bezeugt ausdrücklich, daß erst 1544 die Neformation amt­lich eingeführt wurde. Dasselbe bezeugt der P fr. ©la um, der im Jahre 1603 verstorbene Sohn des Pfarrers, der die Einführung als erster lu­therischer Geistlicher durchgeführt habe. Jedoch begann schon 1530 eine reformatorische Bewe­gung in den solmsischen Landen. Diese reforina- tvrische Bewegung, die sich im Volke bildete, wurde sodann vom regierenden Grafen Friedrich Magnus in die rechtlichen Bahnen offiziell ge­leitet. Die rechtliche Grundlage hierzu gab der Reichstag zu Speyer im Jahre 1526, der den Fürsten dasjus reformanbi in ihren Gebieten verliehen hat. So wurde eine rechtliche Grundlage für die Einführung der Neformation geschaffen. Die reformatorische Bewegung war jedoch nicht nur rein geistiger Art, sie hatte auch eine soziale Richtung. So forderten die Dauern auch freie Jcigd, freie Fischerei usw. Eifrig hörte das Voll das Evangelium von der Freiheit und von der Gnade Gottes. Sv gärte es schon frühe in Atzenhain bei Grünberg, in Ober- mörlen bei Nauheim, in Grüningen usw. Hier können wir schon 1528 in Prozeß- Akten die reformatorische Bewegung findew Diese Bewegung wurde gefordert, erstens durch lutherische Prädikanten, die sich verheirateten, das Abendmahl in beiderlei Gestalt nahmen und keine Messe mdbr lasen, zweitens durch die Verbindung der obeichessischen Bauernschaft mit mährischen Brüdern, wofür man Beweise im Archiv zu Lauterbach gefunden 'bat. Diese mährischen Brüder sind wvhl Wiedertäufer gewesen: sie hatten eine tiefe Kenntnis der Bibel sich er­worben und zeigten sich den katholischen Geist­lichen weit überlegen. Als solche traten beson­ders auf Schnabel und Tesch (Desch), bereits um 1530 Es gährte besonders in Freiens een und Lardenbach. Philipp der Großmütige verwarf solchen Leuten gegenüber die Anwen­dung der staatlichen Gewalt und empfahl die Mehrung derverführten Leute". Diese recht­fertigten sich aber durch das deutliche Wort Gottes aus der Bibel. Diese reformatorische Bewegung nun leitete Graf Friedrich Magnus in die recht­lichen Bahnen. Durch den Erwerb der Herr­schaft Svnnenwalde in Sachsen (1537) Tarn Fried­rich Magnus in nähere Beziehungen zum säch­sischen Hvi und zur Universität Wittenberg. Der Hochschule gegenüber bewies der Graf eine große Freigebigkeit: insbesondere trat er Philipp Me- lcwchthon näher. Auf Empfehlung des Reforma­tors wurden Geistliche nach Laubach be­rufen, als erster Pastor Glaumius aus Wittenberg. Auch Lehrer berief er. Am 7. Mai 1555 begründete Reichsgraf Friedrich Magnus zu Laubach eine Lateinschule. Hierbei verwies der Redner auf dieGeschichte dieser Lateinschule" von Professor Roeschen, der ausführlich dargestellt habe auf Grund archivalischer Forschung, wie gedeihlich sich diese höhere Schule im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelt habe. Der Schülerbestand belief sich gegen Ende des Jahrhunderts auf über 100, darunter viele aus­wärtige Lateinschüler.

>) Ausschließlich der Zahl der M.-G. bei der 6. Armee, bei der die Zahl nicht zu ermitteln war.

Die Zahlen besagen, daß auf deutscher Sette fast 15 000 Geschütze, 10 000 Minenwerfer und 60 000 Maschinengewehre zum Kampfe eingesetzt waren oder in Reserve bereit standen. Das Gleiche und noch Größere gilt von der Gegen­seite. Die Materialversorgung der Ententetrup- ven war zufolge der vielen Hilfsquellen in allen Ländern der Welt eine reichlichere als die der deutschen Heere.

Die blutigen Verluste waren demzufolge und infolge der verheerenden Wirkungen der mo­dernen Kampfmittel außerordentlich groß. Die Gesamtzahl der Toten aller Heere wird schätzungsweise 10 Millionen betragen; die Zahl der Verwundeten wird vermutlich zwischen 20 und 30 Millionen liegen. Soweit zuverlässige Zahlen bekannt geworden sind, seien sie in folgen­dem zusammengestellt. Cs entfielen auf

An deutschen Kriegsschiffen gingen 392 ver­loren, darunter

28 Minensuchboote

Von den Marinelustschiffen gerieten Verlust.

* Der Hessische Pensivnärverein plant zur wirksameren Wahrnehmung der Inter­essen aller in Hessen lebenden Pensionäre und Hinterbliebenen eine Neuorganisation Man will tunlichst alle diese Personen in dem Verein sammeln, um ihn zu größerer Aktivität zu be­fähigen und die berechtigten Forderungen der hessischen Ruhestandsbeamten im Namen der G e s a m t h e i t mit Nachdruck in geeigneter Weise bei der Reichsregierung, dem Reichstag und der Landesregierung zu vertreten. Der Vorstand der Ortsgruppe Dar-rnstadt hat diese Forderungen for­muliert Weiteres will man in einer Versamm­lung in Darmstadt beschließen. Dort soll eventuell der Anschluß an den Reichsverband pensionierter deutscher Reichs- und Staatsbeamten in die Wege

400000 180000

171000

306000 115000 279000

56000 263000

205000

55000

78000 169000

128000

41000 266000

368000

Land

Deutsches Reich . . . . Frankreich (weiße Truppen) (farbige Truppen) England (ohne Kolonien) .

Baakfempel,

Roman von Margarete v. O er ß en Fünsgeld.

bewußtes.

Als Mensch wurde er ein Nestchen gesunden Philistertums nicht los. Erst drei Jahre am Theater, konnte er sich an den Kulissenton noch nicht gewöhnen, er konnte erröten wie ein Kind, wenn wie das so vorkam eine Partnerin ihm zwischen zwei Szenen flüchtig die Backen treichelte. Diese unbesiegbare Scheu schmiedete oft einen eisernen Neifen um seine besten Lei­stungen, so daß es ihm nicht gelang, die tiefsten Gründe einer Partie restlos auszuschöpfen.

Er fühlte es selber, rang mit sich, mit feiner seltsam zurückhaltenden Natur, der ein Letztes versagt schien.

Eines schonen Tages nahm ihn eine de deutend altere Kollegin, die in Mütterrollen kleine Ka­binettstücke bot, nach einer Probe freundschaftlich am Arm. .

Wissen Sie, mein lieber Güldewin, Sie und zu viel allein. Das ist nichts. Das Theatertier ist em Herdentier. Jetzt essen Sie mal mit mir. daß man Sie sieht und hort. Unb übrigens hatt ich ein Hühnchen mit Ihnen zu rupfen. Aber vorerst nach ber Suppe beichten Sie mal ehr­lich- Was waren Sie eigentlich, bevor Sie zum Theater gingen? Haben Sie Lämmchen gehütet? Schade daß Sie nicht Droschkenkutscher waren!

Heute ist Chauffeur moderner," antwortete Güldewin sauersüß.

Immerhin mochte er es der Kloßberg nicht abschlagen: er mochte sie auch ganz gern leiben, denn sie setzte ihn nicht in Verlegenheit durch allzu vertrauliche Art.

So erzählte er ganz naiv. Er war Lehrer ge­wesen zunächst ilnterfeßrer auf seinem Heimat­dorf 'und war verlobt mit einer Lehrerstochter, Waise bie mit ihrer Tante, ebenfalls Lehrers­witwe in bemfelben Dorfe lebte, unb nun wollte er recht sparen, um bie Lene bald heiraten zu

Sparen!" flüsterte bie Kloßberg und legte die

Die Kriegsheere und ihre Verluste im Weltkrieg.

Die nächstehenben interessanten Mit­teilungen sind der -ZeitschriftWirtschaft und Statistik" entnommen. D. Schnstltg.

Das soeben erschienene Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1921/1922,

bringt in einem b sonderen Abschnitt (Oie Kriegö beere und ihre Verluste im Weltkrieg 1914 bis 1918) Angaben über bie Stärke ber am Kriege beteiligten Heere, insbesonbere über die Felb- stärke ber deutschen Armee unb ihre Ausrüstung u Beginn her großen deutschen Offensive im Westen Frühjahr 1918. sowie über bie Ersatzlage, ferner über die Verluste an Menschen unb Ma- orial mit ilnterßßeibunq nach mannigfachen Ge° icht-punkten. z. B. Waffengattung, Dienstgrab. Art des Verlustes, sowie teilweise mit Aus- ilicbcrung nach Hauptkampfzeiten. Die Angaben sind zum Teil noch lückenhaft, zum Teil sind sie als vorläufige zu betrachten. Immerhin gewah­ren sie bereits einen ilcberblid über bie gigan­tische Große ber Kräfte, die miteinander ge­lungen haben, und über die Opfer, die das Ringen, besonders in den gewaltigen Schlachten, gefordert hat.

Die Gesamtzahl der während des Krieges fin­den Kriegsdienst mobilisierten Männer wird auf 75 Millionen geschätzt werden können, das sind also mehr Menschen, als bas ganze Deutsche Reich Einwohner zählte. Von bieten 75 Millionen Män­nern bilbeten runb 30 Millionen bie Stärke ber am Ende bes Krieges noch im Kampf stehenben Heere. Diese Zahl ist vor allem beshalb be­trächtlich kleiner als bie Zahl ber mobilisierten Kräfte, weil am Ende des Weltkrieges Ruß­land bereits aus der Reihe ber kämpfenden Staaten ausgeschieden war. Auf das Deutsche Reich entfallen 13,25 Millionen mobilisierte Per­sonen unb 8,0 Millionen als Stärke bes Heeres am Ende des Krieges. Auf dem Höhepunkt ber Kraftentfaltung, dem Beginn der deutschen Offensive im Westen am 21. März 1918, betrug bie Feldstärke ber beutschen Armee im Westen 3,5 Millionen Unteroffiziere unb Mannschaften unb 140 000 Offiziere. Dazu kamen runb 160 000 Mann unb fast 3000 Offiziere in den Rekruten­depots. Ausgerüstet war dieses Heer, das in 190 Infanterie-Divisionen und zwei Kavallerie- Schützen-Divisionen eingeteilt war, wie folgt:

gedauert unb in Quantität und Qualität Ertrage geliefert, wie sie nur selten zuvor zu verzmchnen gewesen sind. Viele Bewohner unseres Kreises und des benachbarten Schlitzerlanbes hatten wochenlang eine hübsche Einnahmequelle, beson­ders den Kindern war Gelegenheit geboten, schone Summen zu verdienen. In der Zett der Heidelbeerserien haben triefe Kinder am Tage bis zu 100 Mark verdient. Der Preis der be­gehrten und gesunden Waldfrucht bewegte sich zwischen 8 und 10 Mark das Pfund. Händler waren in großer Zahl anwesend, um auf ver­schiedenen Bahnhöfen die Heidelbeeren zentner­weise zu verladen. Unsere ansässigen Sammler, von denen viele vor dem Kriege als Heidelbeer- verkäuser in ber Gießener Gegend gern gesehene Gäste waren, haben es nicht mehr nötig, mit ihren gesammelten Schätzen in bie Fremde zu pichen, der Verkauf ist ihnen an Ort und Stelle bequemer gemacht. Sehr reichlich ist auch bie Himbeerernte ausgefallen. Unb jetzt ist auch bie Preiselbeere, bie hier und da in größe­ren Beständen vvrkvmmt, so in den Wäldern bei Grebenau unb am Herzberg, herangereift. Sie wirb ebenfalls gesammelt und gern aufgekauft

Aug.-Nov. 1914 . Da 14-Ian. 15,. g-ebr.-T.ärj 15 . April-Juni 15 . Juli-August 15 .

Scpt-9loü. 15. . Dez. 15-3an. I6 - Febr.-Iuni 16 .

Juli-Oki. 16 . .

Nov.-Dez. 16. .

Ian.-Marz 17 .

April-Iuttl7. .

August-Dez. 17 .

Ian.-Febr. 18 . März-Juni 18 . Iuli-Nov. 18 .

Insgesamt

älnd gibt Schauspielern ein Stelldichein I Bilde dir nur nicht ein, daß das allzu neu ist."

Lily entzündete eine zweite Zigarette.

Nichts ist neu! Nur die Art, wie man das Atte"anpackt! Lind wär' dieser Riedinger, den ich für eine feine Seele hielt, kein Schulmeistergeist gewesen, so säße ich jetzt anstatt hier mit euch mit ihm in einem kleinen Künstlerkaffee, in dem bie guten Bürger nicht Verkehren, und ließe mich von ihm in em Neuland «einführen, bas ich noch nicht abgellappert habe "

Sie schwieg, legte sich zuruck und schloß halb

454000

74000

69000

143000

48000 131000

22<CH» 179000 13b000

38(00

30000

110000 5400"

10000

16700H 16'0001

die Augen. , . ,«

Uebrigens es gibt noch andere! Lily!" rief die Blaue erschrocken. Lily lachte träumerisch vor sich hm. Du spielst mit dem Feuer!" (< Was ihr schon Feuer nennt . . . Die andern beiden wollten zahlen. Sie fühlten sich plötzlich klein, arm jener andern gegenüber.

Du kannst dir alles erlauben, du hast einen reichen Vater," sagte die Braune neidvoll.

Sag' lieber, ich hab' keinen, knurrte Lily dumpf.Er gehört der großen Welt, nur nicht mir er verbietet mir zwar nichts. Die un­leidlichen Anstandsdamen hat er abgeschafft, weit ich es so wünschte. Weil er ganz genau wußte, baß es keinen Unterfdjieb macht wir vertragen uns also brillant, Papa unb ich. Wer. - - -

Sie zerrte heftig ben langen Handschuh über bie Finger.Solche alten Herren haben oft elwas Eisiges bas Leben erstarrt m ihrer Nähe ihr wollt gehen?" u

Ich muß für Mutti Aufschnitt kaufen. ,

der deutschen Verluste gegenüber den zeit­weilig in die britische Front eingeschobenen portugiesischen Truppen -) Nur aus dem Schlachtfeld Gefallene, nicht auch in Lazaretten usw. infolge Verwundung oder Krankheit Gestorbene - ?) Nach den Abgaben der alle 10 Tage von den Truppen an die Oberste Heeresleitung zu erstattenden Meldungen. Die Zahlen der Vermißten enthalten auch die nur zeitweilig von ibrem Truppenverband Ab- gckommenen und die erst später als toi oder verwundet Gemeldeten. <) Die Zahlen beziehen sich auf die Verluste auf der sianzösisch- belgischen und britischen Front Für die Fronten getrennt sind Zahlen nicht vorhanden. 6) Die Angaben für Oktober 1918 sind nicht ganz vollständig, die für November fehlen gänzlich.

i) Einschließlich der in Lazaretten usw. infolge Verwundung oder Krankheit Gestorbenen. - y Nach spätererBerichttgung: tot: 558979; vermißt, gefangen: 344248; verwundet: 1839015.

3«it

tot

vermißt, ge­fangen)

ver­wundet

tot2)

vermißt, gcr fangen')

oer» wunder

Aug.-Nov. 1914 . .

1167501

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4 3050«)

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Dez. 14-Ian. 15 . .

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*)

Fcor.-März '5 . .

20146

9457

66079

2927

4394

11169

Äpril-Iuni 15 . .

37i'20

23283

130117

8233

4937

29916

Juli-August 15 . .

13427

4805

4 553

22

708

8684

Spt.-Nov. 15 . .

24551

31164

9844

6165

536

20521

Dez. 15-Ian. 16 . .

5623

2312

2U998

2279

82

8408

Fedr.-Iuni 16 . .

46973

25316

206450

10845

2531

42131

Iuli-Okt 16 . . .

49510

72935

215566

32338

36288

13 332

Nov.-Dc^. 16. . .

8455

14395

33 87

6135

707

22894

Jan.-März 17 . .

April-Juli 17 . .

5826

1241

23116

6878

5226

23094

38122

48285

151903

29612

4080t

105323

August-Dez. 17 . .

25728

33548

108105

37630

51846

141658

Ian.-Fcbr. 18 . .

2049

1441

8740

2351

545

8938

März-Juni 18 . .

41121

26 r 4

185659

73130

I 470-19

314958

Iuli-Nov. 18°) . .

45169

154313

215135

33027

1193554

144535