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Gierung soll ein Wkommen getroffen werden vfiber die Art der Erhöhung der Einnahmen junt) der Verminderung der Ausgaben, sowie die Autonomie der Reichsbank, mit dem Ziele, den deutschen Haushalt ins Gleichgewicht zu 'bringen und der Inflation (Einhalt zu gebieten. 12. Deutschland lehnt die Finanzkontrolle über daS Reich ab, ist jedoch unter gewissen Be­dingungen damit einverstanden, daß der Wie­dergutmachungsausschuß eine Prüfung der Abrechnungen vornimmt. 3. Die deutschen Vorschläge sind von dem Abschluß einer inneren Anleihe abhängig. Der ,^LemPS" fügt hinzu, die Verhandlungen hätten noch- nicht M einem endgülttgen Ergebnis geführt.

Die Ergebnisse

'btt Generakratswahlen in Frankreich.

Paris, 22. Mai. (WLD.) Bei den fgeftrigen Stichwahlen für die Gene- ralräte waren 1 6 7 S i tz e zu vergeben. Die Orgebnisse verteilen sich für die einzelnen ^Parteien wie folgt: Konservative 4, demokra­tisch-republikanische Entente 16, Linksrepubli- kaner 30, Radikale und Radikal-Sozialisten ,47, sozialistische Republikaner 8, Sozialisten .42, Kommunisten 12, noch nicht bekannt 5.

Mit den Ergebnissen .des ersten Wahl­ganges haben also die einzelnen Parteien er­halten: Konservative 108, demokratisch-repu­blikanische Entente 231, Linksrepublikaner 508, Radikale und Radikal-Sozialisten 460, sozialistische Republikaner 67, Sozialisten 83, Kommunisten 29, unentschieden.5.

Die Gewinne und Verluste verteilen sich, wie folgt: Konservative (verlieren 14, die demo- krattsch-republikanische Entente gewinnt 18, die Linksrepublikaner verlieren 10, die Radi­kalen und Radikal-Sozialisten gewinnen 23, die sozialistischen Republikaner 2, die So­zialisten 19, die Kommunisten 8.

Der Wiener Mannergesang­verein in Leipzig und Berlin.

Leipzig, 21. Mai. (WTD.) Heute Vor­mittag besichtigten die Wiener Sänger das Völkerschlachtdenkmal und veranstalteten am Denkmal gemeinsam mit dem Leipziger Mannerchor em Konzert, das mit dem von beiden Ehören borgetragenenSanctus" von Franz Schubert schloß. 3m Anschluß daran wurde auf dem neben dem Denkmal liegen­den Südfriedhof ein Gedenkstein für die ge­fallenen Mitglieder des Leipziger Männer­chors emgeweiht. Am frühen Rachmittag er­folgte die Weiterreise der Wiener Gäste nach Berlin.

Berlin, 21. Mai. (WTB.) Der Wiener Männergesangverein traf heute nach- ' mittag gegen 4V2 übr in der Reichshauptstadt ein. Auf dem Anhalter Bahnhof, in den an­grenzenden Sttaßen, auf den Dächern und in den Fenstern der Häuser harrten Tausende der l Ankunft der Wiener Sanger. Als der Sonderzug langsam in die Halle einfuhr, erschütterten brau- äsende Heilrufe die Luft, die die lieben Gäste aus der Stadt an der blauen Donau ebenso erwiderten. ' Dann llang den Ankommenden derSängergruh", vorgetragen von der deutsch-österreichischen Lie­dertafel in Berlin unter ihrem Chormeister Lei- bingen, entgegen. Run streckten sich tausend Hande den aussteigenden Sängern entgegen. Bon offi­ziellen Persönlichkeiten sah man unter anderen den österreichischen Gesandten Riedl, Geheimcat Rümelin vom Auswärtigen Amt, den Reichs­lagspräsidenten unb Vorsitzenden des öster­reichisch-deutschen Vollsbundes Loebe mit Ge­mahlin. Weißgekleidete junge Mädchen mit gro­ßen Fliedersträuhen geleiteten die Gäste auf den großen freien Platz hinter dem Bahnhöfe, wo die Mitglieder des Berliner Sängerbundes mit ihren Dannern Aufstellung genommen hatten.Grüß Gott mit Hellem Klang" scholl den Ankommenden aus dem Munde der Berliner Sänger entgegen. Dann nahm' Oberbürgermeister B 0 e ß das Wort zu einer Begrüßungsrede, in der er an die vor­jährige Reise der Berliner Sänger nach Wien erinnerte, an die Herzlichkeit, womit sie dort Aufnahme gefunden hatten und an die Freude, die sie darüber heute noch empfinden. Cr schloß: Wir werden erreichen, was wir erreichen muffen: Ein einig Voll von Brüdern."

Dann rief der zweite Vorsitzende des öfter» reichlich»deutschen Vollsbundes und Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes. Rechtsanw. Friedr. L i st den Wienern ein herzliches Willkommen zu. Er sagte unter anderem: Einem Triumphzug glei­chet Euere Fahrt durch die deutschen Lande, aber nirgends soll Euch die jubelnde Freude über

Die 5a kramentshex.

Roman von Marie Kerschen st einer.

25. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

»Dich hätt' es dahin drängen müssen, wo ich versteckt war ... sonst war es das Rechte nit!

»Ader immer bist du letz gegangen, fügte sie traurig hinzu.Mein Hüttle hätf dir dem Herz weisen müssen, wenn es auch sonst keinem gelingt, es zu finden! Tu hättest es finden müssen, du mochtest wollen oder nicht!"

Er wußte nicht, wie es gemeint war, aber er fühlte sich beschämt, denn Lenes Worte zeigten ihm, wie tau doch all fein Suchen bisher gewesen war.Wo steht es denn, dein Hüttle?" fragte er, ,ein wenig verwirrt.

Sie schüttelte trotzig den Kopf:Das sag ich Niti Find's l"

Lleberm Moor halt," fügte sie noch Hinz i.

Ader gestern. Lene, gestern hattest dc mich doch gesucht? Du selbst hast es ja gesagt!"

3a. Weil ich dich nimmer getroffen hab' in der Heide, hat's mich gewundert, ob du noch jhn Dorf bist . . ."

Weil du nit bleiben kannst, wo's dich nit zaubrig festhäll!" schloß sie blitzenden Auges.

Es hält mich zc-ubrig fest, Lene!" rief cr auf wallend aus."Glaubst du mir's nicht?"

3hr zweifelnder Blick streifte ihn. Sie ließ .sich jetzt auf die Erde nieder und strich mit der Hand sinnend über das taufrische Moos 3a, feit gestern, seit er gesagt hatte, daß eine un­sichere Hand ihn führte, glaubte sie, daß es ihn zaubrig hielt. Aber ob sie die Rechte war, an die die Kraft ihn band, des war sie noch immer

Euer Kommen und die begeisterte Hingabe an den in Euerer Reise verkörperten Gedanken, daß Oesterreich und Deutschland einLand und ein Volk werden müssen, in mäch­tigeren Akkorden begrüßen, als hier in Berlin, in der Reichshauptstadt, im Brennpunkt des Poli­tischen und künstlerischen Lebens Deutschlands. Der Glaube an unsere Zukunft, und der feste Wllle, ein größeres Deutschland vorzubereiten, hat den Oesterreichisch-deutschen Vollsbund und den Berliner Sängerbund zusammengeführt zur Vorbereitung Eueres Besuches. Deutschland, Deutschland über alles sei der Ruf dieser Tage. Vereinigen wir uns zum weihevollen Beginn dieser Tage in dem brausenden Ruf: des deutsche Vaterland ünd das deutsche Lied, sie leben hoch Tiefergriffen sprach zum Schluß der Vorsitzende des Wiener Männergesangvereirrs Dr. Heinrich Krückl herzliche Dankesworte die ausklangen in dem Rufe: Deutschland und Oesterreich zu­sammen für immer! Run intonierten die Wiener SängerFrei und treu in Lieb und Tat", als Antwort, gleichsam als helliges Gelöbnis fangen die BerlinerDas deutsche Lied". Unter end­losem Hubel und nur zögernd lösten sich die Menschenmasten auf. Die so herzlich begrüßten Gäste wurden dann ihren Quartieren zugeführt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 22. Mai 1922.

Amtliche Persvnalnächrich - ten. Am 12. Mai wurde der Regierungs- assessor Bernhard Morneweg zu Darm­stadt mit Wirkung vom 16. sflkai 1922 an zum Ministerialamtmann bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit der Amtsbezeich­nungRegierungsrat" ernannt. Ernannt wurde am 15. Mai der Schulamtsanwärter Ernst Müller aus Dromersheim zum Leh­rer an der Völls schule zu Dor nd iel, Kreis Die­burg. 3n den R"hestand versetzt wurdr am 12. April der Lehrer an der Volksschule zu Lonsheim, Kreis Alzey, Theodor Cre - celius auf fern Nachsuchen unter Anerken­nung seiner oem Staate geleisteten Dienste mtt Wirkung vom 16. April 1922 an.

** Eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses findet am 24. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, im Sitzungssaal des Regie­rungsgebäudes dahier statt. Auf der Tagesord­nung stehen: 1. Klage des 3oh. Heinr. Schmidt II. und Genossen in Lich gegen einen Beschluß des Gemeinderats daselbst wegen Richtzuweisung von Holz 2. Klage des Christ. Eisenseller II. zu Hattenrod gegen einen Beschluß des Gemeinderats daselbst wegen Richtzuweisung von Holz.

** Die Gießener Waldbühne eröff­nete gestern ihre Sommerspielzeit mit einer Frei­lichtaufführung des E. s.mmärchenspieisDas F r ü h l i n g s f e st" von Else Speckhardt, der man für di^es sehr hübsch ersonnene kleine Werk, wie für ihre Spielleitung zum Dank verpflichtet ist. Rach einem Vorspiel, in dem von jungen Mäd­chen zu Volksliedern Reigentänze aufgeführt wur­den, tummelte sich auf der Waldbühne eine Schar luftiger Kobolde, an deren frischem Spiel man seine Freude haben konnte. Herta Silzer (Frau Sonne), sowie Walter Blank (Märzwind) und Hans Meyerhofs (Rvrdwind) müssen vor allem lobend genannt werden, doch auch Lulu Klein, die den Lenz verkörperte und selbst wie der leibhaftige Frühli g aussah, im D rein mit den Lenzesblumen (Dertlies Hornberger, Elsbeth 3 ä g er, Grete Rändel und Christel Hol­stein) trug ihr gutes Teil zum GeliiHen des Spieles bei.--Die bösen Lästermäuler, die da

behaupteten:Die Waldbühne spielt, also wird es regnen", sind gestern-gründlich als Verleumder überführt worden; das Verhältnis der Wald­bühne mit dem Wettergott scheint in diesem 3ahr durchaus befriedigend zu fein, weniger ihre Stel­lung zu den Schnaken, die bei den unschuldigen Zuschauern gestern wahre Orgien feierten. Hier hätte der garstige Rvrdwind, der unten auf her Bühne ein so übles Spiel mit den Blümchen trieb, seine Blaskräfte im Kampfe gegen die Plagegeister einfehen sollen.r.

* Die Oberhefs ischen Gemein­schaften hatten gestern im Zelt der Deutschen Zeltmission einen Zugendtag. Wohl 2000 junge Leute beiderlei Geschlechts hatten sich ein­gefunden. Die Redner verstanden es, in fesseln­der Weise der Zugend zu zeigen, was wahre 3ugenbfreube ist und wie man im Zugendkampf bestehen kann. Auch der Abendvortrag über das ThemaVergessen oder vergeben" hatte sich eines vollbesetzten Zeltes zu erfreuen. Der Vortrag für Montagabend, Thema: das Problem des Glau­bens, wird viele interessieren. Prediger Volk­mann wird auch diesem Thema gerecht werden. Wie toir hören, ist das Zelt nut noch diese Woche bis zum kommenden Sonntag hier.

** Zu einer Frühlingswanderung durch den Hangelst ein hatte die Fünfziger-

nicht gewiß. Wäre sie es, hätte er sie längst erkannt I Sie fentte traurig den Kopf. Doch bald übersonnte ein Freudenschimmer wieder ihr Ge­sicht. War er soeben nicht ahnend ihrer Spur gefolgt? Hatte er nicht ihr absichtliches Ver­steck diesmal entdeckt? Ob Das ein Zeichen war? älnb noch einmal schlug der Zweifel ihre Zu­versicht nieder. Es war wohl keines! Denn es war nichts geschehen . . . alles war beim Alten geblieben . . . Rur das. Beben ihres Herzens, das war neu! Hätte sie wenigstens gewußt, ob sie schön war, wie die Mägdlein fein mußten, die Königssöhne befreien . . .? 'Sie war es nicht! Bitter warf sie den Gedanken von sich.

Unb mit einem Male peinigte sie das Still­fein zwischen ihm und ihr, es bellemmte ihr De- müt. Sie warf einen scheuen Blia Zu Heiner auf, desten Blick unverwandt auf "ihr ruhte.

Was schaust mich an und red'st kein Wort!" warf sie ihm trotzig hin.

Weil km so süß und so schön bist!" ent­stürzte es Heiners Lippen. Unb kaum hatte er es gesagt, da sah er, daß eine innere Wandlung sich in dem Mädchen vollzog. Fassungslos be­glückt starrte Lene ihn an. Selig tote ein Kind, dem ein reifer Apsel unvermutet in den Schoß fällt. Eine mächtige Blatwelle schoß in ihr auf, sie fühlte, wie die Knospe ihres Herzens sprang.

Sag's noch einmal!" bat sie, stammelnd vor Glück.

Schön bist du, Heckenröslein! Hold wie ein junges Reh! Rank wie ein Frühlingsreis! Ach, was rede ich denn daher V Nichts kommt dir gleich! Eine Waldfee kann nicht lieblicher fein! Lene war in einem Sah auf den Beinen.

And du!" jauchzte sie,du bist der Königs­

vereinigung 18 6 9/1919 ihre MitgliÄ>er am gestrigen Sonntag eingeladen. Zahlreich waren die Altersgenossen dieser Einladung gefolgt und wurden überrascht durch die Mitwirkung einer Musikkapelle, die durch ihre fröhlichen Weisen die Stimmung der Teilnehmer bestens steigerte. Rach einer Wanderung durch Wies eck und Be­such der verschiedensten Aussichtspunkte im Han- gclfteiner Wald, die manchem Teilnehmer die Offenbarung brachte, daß es in unserer engeren Heimat nicht an Raturschönheiten und präch­tigen Ausflugs- und Erholungsplätzen mangelt, marschierten die Teilnehmer unter den Klängen der Musik in Lollar ein, wo unter Anwesenheit der Lollarer Altersgenossen noch manche schöne Rede der Begeisterung und gegenseitigen Wert­schätzung gewechselt wurde.

BornoLizen.

Tageskalender für Montag. 3m Zelt der deutschen Zeltmission, Oswalds- garten, 4 Ahr nachm. Bibelerklärung; abends 8V2 Ahr: Vortrag Pred. Volkmann; Thema: Das Problem des Glaubens". Kaufmän­nisches Vereinshaus, 8V2 Ahr: Hauptver­sammlung des Lierschutzvereins. Astoria- Lichtspiele:Zulot der Apache",Chaplin auf der Walze", undAm das Erbe". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße, ab heute:Kinder der Zeit".

Landkreis Gießen.

* Wieseck, 22. Mai. DaS Fest derSilber° n en Hochzeit feiern morgen die Eheleute Hein­rich Weller XIV. ünd Frau Marie geb. Kolb.

rt. Lich, 21. Mai. Die alte Syna­goge wurde v e r st e i g e r t. Es wurden Über 20 000 Mk. erlöst. Der Käufer will sie zu einer Wohnung und zu einer Stallung umbauen. Die israelitische Gemettlde hat ein Wohn- und Gasthaus in der AmtsgerichtSsttahe käuf­lich erworben. Letzteres soll im Herbst als Synagoge eingerichtet werden.

= Hungen, 20. Mai. Don einem b e - bäuerlichen Anglücksfall wurde dieser Tage der 'hiesige Dentist R. während der Arbeit betroffen. Der Spiritusch)parat explodierte und die brennende Flüssigkett ergoß sich, über den Unglücklichen. Er hatte noch die Geistesgegenwart, das Gesicht mit den Händen zu schützen, erlitt jedoch erhebliche Brandwunden am Oberkörper, bevor es seiner auf die Hilferufe herbeigeeilten Frau gelang, die Flammen durch Wolldecken zu ersticken.

Kreis Büdingen.

bs. Berstadt, 20. Auch hier wurtze der Girlitz, dessen Auftteten neulich aus dem Vogelsberg gemeldet wurde, seit einigen Wochen zum erstenmal beobachtet. Er scheint kein Freund des Kleingärtners zu sein, da er sich hauptsächlich von Sämereien nährt.

Starkenburg und Rheinhessen.

wd. Offenbach, 21. Mai. Wie es möglich ist, seinen Schülern billige und doch fröhliche Wandertage zu bereiten, das zeigt folgender eigenartiger Einfall eines Offen- bacherLehrers. Der Lehrer will diesen Som­mer seine Schüler, weil sie so tüchtig und freudig gearbeitet haben, zur Belohnung in das schöne Neckartal führen. Aber da infolge der teueren Gestehungskosten manche Eltern ihren Kindern dieses Vergnügen hätten versagen müssen, hat sich der Lehrer zu helfen und seinen Kindern eine neue Freude zu machen gemußt indem er ein Kinderkonzert unter dem Namen (Sin Wandertag in Szene setzte und die Kinder das Reifegell» sich erfingen lieh. Zn Offenbach weiß man zu berichten, daß die Mühen des £d>rerS und der Kinder nicht ohne Erfolg geblieben sind. Das Haus, in dem das Kinder­konzert stattsand, war bis auf den letzten Platz besetzt und der finanzielle Erfolg so gut, daß die Kinder und der Lehrer ihre Freude daran hatten; nun können sie ihren Ausflrg machen. Wer macht's nach?

Kreis Wetzlar.

ra. Braunfels, 20. Mai. Der Wild- be ständ im hiesigen Tiergarten war in der Nachkriegszeit durch Anverstand und Roheit verloren gegangen und damit der Tier­garten, der früher ein Anziehungspunkt für unser Städtchen war, wildleer geworden. Am aber den Wildpark als Tiergarten zu erhalten, hat der Fürst mit einem ungeheuren Kosten­aufwand wieder Dammwild einsetzen lassen.f

Hessen-Nassau.

ra. Rvdheim a. d. Bieber, 20. Mai. Nachstehende Beträge sind in den Gemeinden unseres Bezirks für die Altershilfe ge­sammelt und abgeführt worden: Bieber-Rod- heim 1267 Mk., Crumbach 356 Mk., Fellings­hausen 528.50 Mk., Frankenbach 306 Mk., Her­mannstein 470 Mk., Königsberg 314.30 Mk.,

sohn! Zch hab' es gleich gewußt! Du hast das Glück gebracht!"

Ein kurzes Zaudern noch, dann flog sie wild­jubelnd in Heiners Arme. Er fühlte ihre beben­den Glieder, die den seinen entgegenbrängten, fühlte ihren heißen Mund, der seine Lcppen preßte. And er schlang die Arme um diesen hingebenden Leib, bettete in heißer Ergriffenheit an seiner Brust das liebe Haupt, das vertrauend, selig und schwer sich ihm zuneigte.

Unb der stille Gotteswald schirmte den Liebestraum zweier seliger Menschen.

Heiner wußte nicht, daß der Alois ihm nach­gegangen war. Der wollte wißen, was den Schul­meister des Nachts in die Heide führte. Er trank sich gehörig Mut an, bevor er loszog, denn es war für der Schlupfline Sohn ein Helden­stück, nachts die Heide zu betreten. Draußen flieg ihm der Fusel bös zu Kops, so daß die Welt vor ihm zu schwanken und sich zu drehen begann, und die Gedanken in feinem Hirn schwank­ten uno drehten sich mit. Planlos stolperte er dahin, vergaß in der Dunkelheit fast, was er sich vorgenommen hatte. Nur die lauernde Ge- mütdfiimmung die blieb, an die klammerte er sich fest. Schließlich berfagten die unsicheren Dein» den Dienst, schlaftrunken fetzte er sich auf einen Stein. So verschlief er Stunde um Stunde.

Lene war, nachdem sie sich von Heiner ge­trennt, traumverloren in die Heide zurückgegan­gen. Sie fühlte sich nicht mehr als das geächtete Heidekind, von allen verkannt und gehaßt. 3u fühlte sich im tiefsten Herzen erlöst. Anders als der Glaube ihrer Kindheit sie gelehrt. Es war kein Goldregen über sie gefallen und hatte ihre

Naunheim 529.50 Mk und Waldgirmes 228.50 Mark. Das Gesamtergebnis der Sammlung im Hinterlandkreis ist 45 855.85 Mk.

jl Marburg, 21. Mai. Zn der Aula der Uniberf ität fand gestern die endgültige Zmma- trltulatlon der Studierenden des dies­maligen Sommerfemeslers statt. Der Rektor der Universität, Geh .Rat Prof. Dr. Gadamer, wie auch der Vorsitzende der Marburger St 1= dentenschaft, richteten mahnende Worte an die Studierenden. Geh. Rat Prof. Dr. Ennecoerus beging heute mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. Zn der Lahn bei Wehrda ertrant am Freitag abend ein Stu­dent namens Nagel aus Drachthausen in West- Slen infolge Kenterns seines Bootes. Die tarburger Straßenbahn erhöht den Fahr­preis vom 1. Zuni ab auf 1.50 Mk.

][ Marburg, 19. Mai. Gestern mel­dete sich in der hiesigen Kaserne jp größter Aufregung ein 34 Jahre alter Mann namens Schick aus Mardorf und erzählte, daß er im Walde seinen Bruder im Streit er­schossen habe. Da sich die Erzählung be­wahrheitete, wurde der Mann der Polizei Übergeben. 3n einer Gemeinde unseres Kreises wurde dauernd über Holzdieb- stahl geklagt. Als eines Tages aufgepaßt wurde, erschienen zwei Männer mit einem Wagen, die unbefugt einen Haufen Holz ab­fuhren. Der eine der Beteiligten war der Gemeindewaldaufseher. Die Strafkammer ver­urteilte die beiden Männer zu je 3000 Mk. Geldstrafe.

fpd. Frankfurt a. M., 21. Mai. Sams­tag nachmittag erfolgte im Holzhausenpark eine starke Detonation, die weithin in die Stadt gehört wurde. Zunächst glaubte man an eine Explosion. Die nähere Antersuchung ergab jedoch, daß ein bis jetzt nicht ermit­telter Mann eine Stielhandgranate/ die er mit einer festen Schicht von Mauer­steinen Umgeben, zur Entladung gebracht hatte. Personen kamen nicht zu Schaden.

mc. Frankfurt a. M., 21. Mai. Auf dem hiesigen Markte war am Samstag infolge der schönen Tage in letzter Woche eine Menge Spinat angefahren. Trotz­dem verlangten die Händler am Vormittag' noch 7 Mk. für das Pfund, weshalb nie­mand kaufen wollte. Gegen Mittag kostete dann der Spinat nur 2Mk. bis 1,50 Mk. und bei Marktschluß waren die spekulattven Ver­käufer recht froh, als man ihnen ihre Ware für I Mark für das Pfund annahm.

Limburg a. d. L a h n, 18. Mai. (Wolf.) Einer internationalen Diebesbande ist die hiesige Polizei auf die Spur gekommen. Der Führer, ein Ausländer, sah in Wirges (Westerwald) und unternahm von dort aus mit Hilfe seiner Komplizen Diebesfahrten in die Um­gebung. Beim Eintreffen der Polizei war der Vogel leider schon ausgeflogen. Die Haussuchung förderte reiches Diebesgut aller Art ans Tages­licht, das aus Einbrüchen in Limburg, Ems, Montabaur, Diez usw. stammt. Die Komplizen saßen in anderen Städten. Wettere Ermittlungen sind im Gange.

gn. Eschwege, 20. Mai. Die seltene Feier der Diarnantnen Hochzeit beging in körperlicher und geistiger Rüstigkett das Ehepaar Bürgermeister a. D. Gries in dem benachbarten Dorfe Motzenrvde. Das dreijährige Kind des Lehrers H 0 l z a p f e l in dem RachbardorfeHitzel- rode stürzte beim Spielen in den Dvrfteich und ertrank.

Kunst und Wissenschaft.

Deutsche Kunst Darmstadt 1922."

Darmstadt, 20. Mai. (Wolff.) Heute vor­mittag ist die von der hessischen Arbeitsgemein­schaft für bildende Kunst auf der Mathildenhöhe veranstaltete Ausstellung derDeutschen Kunst Darmstadt 1 922 eröffnet worden. Die Ausstellung die durch Zuschüsse von Stadt, Staat und Reich unterstützt wurde, ist von mehr als 200 Kunst lern aller Richtungen aus Hellen und dem Reiche beschickt und umfaßt Werfe der Malerei, Graphik und Bildhauerkunst, im ganzen 260 Nummern. Die Ausstellung bleibt bis zum 1. Oktober geöffnet.

Ein neuer Komet.

fpd. Frankfurt a. M., 21. Mai. Die Frankfurter Sternwarte teilt mit: Ein von Slellerut entdeckter Komet wurde am 17. Mai im Sternbild der Zwillinge als schwaches Ob­jekt aufgefunden. Er bewegt sich in nordnord­östlicher Richtung täglich etwa 2 Grad. Zur Zeit steht der Komet in der Mitte der Ver­bindungslinie vom Pollux nach der Krebs­gruppe.

Armut verwandelt in unbeschreibliche Prachk. Zhr Röcklein war immer noch dürftig und bünn und doch war es unaussprechlich herrlich geworden, denn es hatte feine Nähe gefühlt. Unb er hatte keine Krone auf ihr Haupt gedrückt, aber mit liebreichen Händen es umfaßt, daß fte es jetzt noch lastend schwer darauf ruhen füllte vor Glück! Kein Königsschloh war ihr za eigen geworden, und doch fühlte sie sich königlich reich, denn sie hatte den Schatz der Liede in sich entdeckt unlfr fühlte, daß er unerschöpflich war. Unb sie hatte davon gegeben mit reichen Händen und hatte selig gemacht. Unb eine tiefe Ahnung sagte ihr, daß in dem Brunnen ihres Glückes noch Träume ruhten, die einmal erwachen würden und daß sie bc-rm noch reicher würde zu geben wissen! Zn dem Ueberschwang ihres Gefühles kniete sie nieder und netzte das heiße Gesicht mit Tau der Nacht, sprang auf und reckte die Arme zum Himmel in heißer Tankes freudigfeit.

Zu gleicher Zeit erwachte der Alois aus dem trunkenen Schlaf und es war ihm als höre er einen Fuß, der durch bas Heidegras strich. Da - fiel es ihm wieder ein, daß er hatte den Auf­passer spielen wollen. Schnell duckte er sich hinter einen Dusch, rechtzeitig genug, am sich *bem Blick eines Weibes zu entziehen, das versonnen daher- kcmr. Erkennen konnte er es nicht, dazu war's ihm zu neblig im Kopf. Aber er sah an der Schlank­heit der Ilmriffe, daß es ein junges Weib fein mutzte. Unb als der letzte Strahl des Mondrs, der eben seine Scheibe hinter einer Wolle za bergen suchte, den Scheitel des Mädchens traf, sah der Krugwirt ein wirres Durcheiirander von blitzenden Zöpfen und einen kraftvoll schönen, weißen Hals. (Fortsetzung folgt.)