-er Sta-t- egebm.
), Syaii- unb ct 14261 (20), tat 5100 (Z), ! Zentrum hat tb die Deutsch' Lp. unb berit purben. Zwei die Linke her- >e hat sich bas gerlichrn Par« ir aus Äonlo t Hous' «Inas VerMtnie rteten hüt sich lbar ganut-t M parlamen - [g neue 6übt" )ie foxnmw dtverochn^ LS P- Stimmen er- bieder -ManM- 361 ür Stirnmat'
chtMSU 2752, M 21?3
öe .
** titet*- fL Äorg^
Schreib
^Dollars
**>»
' ÄL M. S»S IWu«. »Ä «t o JW drr Wenfanbi $n. «’ Biegung *3J unser»,
JWeBt such- W Swi, ^uut) 2, ^Xoium. i W hatten
Elchen und Mr Stelle
;iWer der (ueten Demo- tt 5 Siheu
s DoMsiges ordneten- ’Qtlonale Ip. Derbe» uiH trum 2104 'sche Partei ärtei 11333, 5 MH« 31, NMg jetzt 3 7)> ZentrmZ Demokratische 8- Partei 20 keinen) Sitze, wn städtischen Stadt verende Zisfern: (Partei 10686 (bei der letzten Mdactei unb 140), Deutsch. Wirtschaftliche
Sozialdemv. ^vmMniitischc mg der Stadt- ach solgm-er' Äher S), Zen- 6 (5), -rutsch- chastKche Der- ildemvkratilch« ch.) unb Äom»
di d-r *«“ tau £7 Aedna
Bittmod) u"h «!<$£ SS*
s*s
1600,
1175.- IO75-- 1185- 1120,-
5laliwerkWeiteregeln 6490,
9400,
2800,
1775,- 1825,- 1620- 1800,-
4800,
2255,
5000,- 5410,
Bries Geld
5400, 3800'-
4210,
2700,
704255
9,39
285,75
222,60
Bochumer Guh BuderuS Caro
Berauiann .
Schuckerl
Siemens & Halske Adlerwerke «lener Daimler Motoren. Heyltgenstnebt . . . Meanin.......
3495,- 3490,- -, 26»), - 2800,— 2500,
6150,- 6900,- 6000 - 6910 - 13100,-14)00,-13030,-13700,- 13100,—13700k—12730,—13425,— 1400),-15500,-14100,- -,-
1405.50
1267,20
1864.85
Hcunburg-Alner. Paket Norddeutscher Vloub.
ZenienliverkHeidelberg Philtov Holzmann . . . Anglo-Cont-Guano. . . Badische Anilin.....
G ldschmidt Grtercheinier Electron. Höchster Farbwerke .
Vaurabülie , ..
Lberbedars . . . Pbönix Bergbau Nheinstahl.....
St^ebsck Montan Tellus Bergbau.
aM sie Vie nicht unerheblichen ©enH< Spesen unb Händler gewrnne s<
Berliner Handeldges . tsonnuer»- u. Privaibk. Darmit. u.Nationalbank Deutsche Bank Deutsche BerelnSbank. Diöconlo Gomnmnbrt . Metallbank Miiteldeiit. Treditbank Oesterr. drebiianftnlt
* Hessischer Bankverein 21 ? • tiengesellschaft Cassel. Am 15. R. vember fand in den Geschäftsräumen der Dank die 14. ordentliche Generalversammlung statt. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlust-Rechnung, sowie die vom Vorstand vorgeschlagene Gewinn-Verteilung werden genehmigt und beschlossen, eine Dividende von 12 Prozent (10 Proz.) zu verteilen. Der tur- nusgemäh aus dem AufsichtSrat ausscheidende Bankier B. Eli aS. Cassel, wurde wiedergewählt. Es nahmen 18 Aktionäre mit 18 601 Stimmen an der Generalversammlung teil.
443.85 2655,80 30299.-
477,80 1256,85 10.34,90
310,20
13563)0 123440
1797,50
66$<70
9,23 266.50 212-15 10570
443,15
2726.80
31077.50
499.25
1297.W
1072,70
319L0
Geld
440,85
2713,25
80922,50
496.75
1290,75
1067,30
318,20
IbS-50
1260,SO 1WL30
7007'45
9.35
284,25
221,40
Briek
446.15 2606,20 30451,-
480,20
1263,15 1040,10
311.80
1363 40 1240,00 1806L0
67W.30
9,27
268.50
213,85
106.30
18. November 20. November
Damm.
v°/»Dtsch. Reichsanleihe
4°/o Dergleichen
3'/»*/o Dergleichen 8n/0 Dergleichen Dlsch.Soar- sträin.-Anl.
4 , Preußische KonsolS 4°/„ Hessen.........
B1///, Hessen 3e/<> Hessen.........
47# Zolltttrken 5275,— 5100,— 505»— 57# Golüinextkaner 86000,-850»),-8000t),-
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die Friedeusbediugungen der Alliierten für die Türkei.
Pari«, 20. Rov. (WLB.) Die „Chicago Tribüne" präzisiert die Bedingungen, die voraussichtlich auf der Friedenskonferenz in Laufs n n e den Türken vorgelegt werden, und die auf dec Pariser Konferenz mit Mussolini endgültig vereinbart wurden, wie folgt:
1. Unbedingte Sicherheit der Freiheit der Meerengen in KriegSzeiten und für Kriegsschiffe. Entmilitarisierung der neutralen Zone an den Dardanellen. 2. Die Alliierten ergreifen militärisch: und maritime Zwangsmaßnahmen gegen die Türken, wenn sie es ablehnen, die Frieoens- bedingungen anzunehmm. Rumänisch? und jugo slawisch-? Truppen sollen hierbei Verwendung finden. 3. Die Alliierten besehen Konstantinopel und die neutrale Zone in Kleinasien bis der Fliedensvertrag von allen alliierten Regierungen ratifiziert toorben ist. 4. Die Kapitulationen werden abgeschafft, doch unter anderem Hamen bei behalten. 5. Das palästinisch?, syrisch? und mesopotamische Mandat bleibt bestehen. 6. Alle Konzessionen, die in der Zeit vor dem Kriege gewährt worden sind, müssen aufrechterhalten blei ben mit Ausnahme der Konzessionen an Deutsche. 7. Der Wa^fenstillstandsvertrag von Mudania bleibt in Kraft bis zur Ratifikation des Friedensvertrages. 8. Sämtlich? alliierten Militärfriedhöfe in der Türkei müssen auf immer an die .Alliierten übergeben werden. 9. Der Dodakanes bleibt unter italienischer Kontrolle, bis die Alliierten untereinander darüber verfügt haben. 10. Die türkische Truppenza hl wird eingeschränkt und in Europa ausschliehllch auf Freiwillige reduziert. 11. Schuh der christliche Minderheiten unter LIeberwachung antterter Offiziere. 12. Ersah deS Schadens am Eigentum aller Stationsangehöriger infolge des Krieges. 13. Kein Anspruch an Griechenland wegen Kriegsentschädigung für den Krieg in Kleinasien.
Die Wahlen in Oberschlesiea.
Oppeln, 20. Rov. (WTB.) Rach amtlichen Feststellungen ist das Ergebnis der Wahlen folgendes: Wahlberech. igt waren 747 339 Personen, abgegeben wurden 500 707 Stimmen Es erhielten die Demokraten 11 912, die VSPD. 73 266. das Zentrum 199 246, die Deutschnatio nalen 69 398, die Deutsche Bolkspartei 37 259, die Deutschsozialen 22 291, die Kommunisten 36 624, tue Polen 50 183 und die Oberschlesische KatholischeVolks- Partei 23 Stimmen.
Börsenkurse.
ftrnnfturt a. M. Berlin
Schluß» SLlutz. Schluß. Schluh.
Mer» flut» Kurs Murs
2600,— 3:0 5600,— 0100,
-,— 3700,- 8000.- 9100, 7050,- 7100, 45 2, 4800.— 5000,-
tn Mais war sehr ruhig Auch bi anderen Artikeln hielten sich die Umfaße in sehr engen Grenzen. Weizen, rnärkischrn 12 450—12 300 Mk. (ermattend-, Roggen, märkisch.m 10 700—10 600 Mk. (ruhig), Sommergerste 11 700—12 100 Mk. (matter), Wintergerste 12 600—12 800 Ml. (still), Hafer märkischen 12 500—12 800 Mk. (still), Mais, La Plata, loco Berlin 12 ZOO Mk > behauptet), Weizenmehl (100 Kg.) 35 000-38 500 Mk. (matt), Roggenmehl (100 Kg.) 30 000—33 000 Mk. (lustlos), Weizenlleie 6200—6400 Mk.. Rvggenkleie 6200- 6400 Mk.. RapS 19 000—20 000 Mk. (behauptet), Viktoriaerbsen 22 000—21 000 Mk, kleine Erbsen 20 000—21 000 Mk., Pe uschken 14 500 bis 15 500 Mk., Ackerbohnen 14 000—14 500 Mk., Wicken 18500—19 500 Mr.. Lupinen, blau 14 000 bis 15 000 Mk., gelb 15 500—16 500 Mk.. Sera- della, alt 25 000 -30 000 Mk, Rapskuchen 7000 Mark, Trvckenschnihel 5000—5300 Mk, Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb 5200 bis 5300 Mk, Haserstrvh. drahtgepreht 5200 bis 5300 Mk.. Stroh, strohseilgebündelt 4900—5000 Mark. Wiefenheu. gut, gesund und trocken, Dormahd 3100—3300 Mk., Rachmahd 2850—2900 Mk.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 20. Rov. Die abwartende Haltung wurde mit der unsichreren Stimmung der ausländischen Zahlungsmittel begründet. DaS Geschäft blieb klein. Weizen behauptete feinen Preisstand und zog später, als sich regere Rachf'eage einstellte, an. Roggen vernachlässigt. Gerste, auch Hafer find begehrter. Mais ruhig. Das Mehlgeschäft war etwas lebhafter. Hülsen- fruchte bei knappem Angebo fest. Oelsaaten ruhig. Futterartikel sind angeboten. Preis je 100 Kg. Getreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack. Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Alsbaldige Lieferung. Parität Frankfurt a. M. W»izen 25 000-26 000 Mk., Roggen 22 500 bis 23 020 Mt.. Sommergerste für Drauzwrcke 23 000 bis 24 000 Mk., Hafer, inländischer 23 000 bis 24 000 Mk., ausländischer 30 000—31 000 Mk., Mais, La Plata 29 000 Mk, Mi red 30 000 Mk., Weizenmehl, südd Spezias 0 37 020—40 000 Mk., bei Waggonladung ab Mühlenstation, Roggen- mchl 30 000—31 000 Ml.. Weizen- und Roggenkleie 11 500—12 000 Mk.. Grbjen je nach Qualität 42 000—50 000 Mk., Linsen 46 000—48 000 Mk. Tendenz: schwach. Mehl nur /w?ithändig gehantelt. — Die nächste Getreidebörse findet Montag, den 2 7. Rovember statt.
Frankfurter Schlachlviehmartt.
Frankfurt a. M, 20. Rov. (Amtlich.) Marktverlauf: Kleinviehmarkt bei sehr lebhaftem Handel geräumt, Gcostvieh ruhig gehandelt und nahezu ausverkauft. Schweine sehr gedrückt mit erheblichem Aeberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1818 Rinder, darunter 316 Ochsen, 85 Dullen und 1937 Färsen und Kühe, ferner 246 Kälber, 151 Schafe und 1398 Schweine. An Preisen wurden angelegt für den Zentner Lebendgewicht: Ochsen 17 000—29 000, Bullen 15 000—22 000, Färsen und Kühe 22 000 bis 28 000 für beste Färsen, 11000—23 000 für geringe Färsen und Kühe, Kälber, beste Qualitäten 32 000-34 000, mittlere 28 000- 31 000, geringe 24 000—28 000 Mk. Schafe 15 000-26 000 Mark. Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 30 000—45 000, 80—100 Kilo 43 000—49 000, 100 bis 120 Kilo 48 000—52 000, 120—150 Kilo 48 000 bis 52 000, Fettschweine über 150 Kilo 48 000 bi« 52 000, Sauen und Eber 35 000—45 000 Mk Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen,
Lande!.
Berlin, 20. Rov. Börsenstim- mungsb ild. Die Devisen waren heute vormittag anfangs sehr fest. Der Dollarkurs stieg bis 7500. Dann setzte eine Ermattung ein auf Gerüchte von einer bevorstehertden Ankunft deS amerikanischen Bankiers Morgan in Berlin und einer angeblich zu erwartenden befriedigenden Lösung der KabinettSfrage. Der Dollar ging vor Beginn des offiziellen Verkehrs auf etwa 7000 zurück und wich dann weiter bis 6700. Für Ondustrbewerte lagen Kaufaufträge in ziemlich beträchtlichem Umfang, namentlich aus der Provinz, vor, so daß die Anfangskurse bedeutende Erhöhungen erfuhren. Mon- ranpapiere stiegen zum Teil bis um 2000 Prozent, und Rheinische Braunkohlen sogar darüber. Bedeutende Steigerungen wiesen Tex- tilwerte auf, und zwar Aordd. Wolle um 3300, und Stöhr um 9000 Prozent. Sonst waren vielfach Aufbesserungen um 200 bis 600 Prozent sestzusteilen. Auch Schiffahrts- und Bankaktien waren an der Aufwärtsbewegung beteiligt. Namentlich für Schiffahriswerte herrschte eine gute Meinung. Valutapapiere zeigten Gleichmäßigkeit; Besserungen überwogen aber. Deutsche Anleihen waren ruhig. Preußische KonsolS konnten ihren hohen Stand nicht behaupten. Späterhin machte sich Zurückhaltung bei der Spekulation bemerkbar. Das Geschäft wurde ruhiger, wobei kleine Rückgänge nicht vermieden werden konnten. Die feste Grundstimmung blieb aber vorherrschend.
Frankfurt a. M., 20. Rov. Börsen- flimmungSbtlb. Dollarkurs im Frühverkehr 7900, 7400—7000. Arn Devisenmarkt machte sich unter dem Einfluß der ungellärten politischen Lage zunächst eine befestigte Haltung geltend, die aber im Verlaufe recht unsicher und schwankend wurde. Größeres Interesse bekundete sich für Jndustrieaktien, welche ansehnlich höher gehandelt wurden. Die Interessenkäuse in Montan- papieren dauern an. Kauflust bestand für Dankenwerte. Dei lebhaften Ilmfähen und festerer Tendenz verkehrten chemische uno Elektrizitätspapiere. Maschinen- und Metallwerte lagen ruhiger, wie im allgemeinen das Geschäft sich späterhin ruhig abwickelte. Die Grundstimmung blieb aber fest. Um 1 Uhr wurde der Dollar 6900—6800 genannt.
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotierungen.
9000,- 8500,- 9200,
11».),- 1550,— 1125,— - , 1295,— 1100,— 1230,- 1410, 4000,- 4301,- 401)0,- 4500, 540,- TM—
Deinscb-Liirembnrn. - 12200,-13750,-12000.-13100,- ®c(fentirc6ener iBeroro 17250,—lS5i)0,—lb000,—180iX),— Hnrvener Bergbau. . 52J00,—53000,—530.0,—54000,— Kaliwerk Aschersleben 5575.- 5995,- 4950,- 52 0,-
Metallges. Nranksurr. .8000,-11000,- Schuhfabrik Herz... —10)0— —
Sichel 2450,- 2725,-
Zelll»oss Waldhoi . . . 5500.- 6000,- 5425,- 6500,- Zuckersabr.,>rn ikenihal4100,— 4(550,— ——,— ZuckerfabrikWaabäu1cl4400,— 4(500,— ——,—
Markte.
Berliner Produttenmartt.
Berlin, 20. Rov. Rachdern im Gegensatz zum Bormittagsverkehr die Devisenkurse einen kräftigen Kursrückgang erfahren hatten, wurden die PreiSgebote auf Getreide am Produktenmarkt erheblich ermäßigt. Bei den groben Unterschieden in Bries- und Geldpreisen hielten die Käufer Zurückhaltung für geraten, wozu auch die KTMppheit des Geldes beitrug. Die Mühlen waren um so weniger xu Kausen geneigt, als daS Mehlgeschäft äuhersi still geworden ist. Roggen wurde ebenfalls nur wenig bei nachlassender Tendenz um- gesetzt. Hafer konnte sich behaupten. Das Geschäft
7300,- -,- 7U50.-
9100.- 8'00,— 9200,-
3900,- 4100,— 2400,-3850,-
7600,— 86 0,— 7000,— 7550,- 4300,- 4601,- 505-5— 5'100,—
•5000,- 5 C0,-
Daium:
Nnlw.»Brüssel . Holland London Paris Schweiz Soanien Italien Lissabon-Oporto Dänemark . . .. Äorweaen . .. . Schweden .... HelsinkiiorS. . .. Neuvork Deulsch'Oesterr. Budapest Prag Sofia
14500,-14500,-12500,-13505,-
4250,— 4S”5,— 4505,- 4800,- 5600,- 5800.— 5000 - 5610,-
Hvl-verkohlana.....3^5'),—13700,— - ,
-lstnerü werke 3490.— 3900,— 3500, Lchoidcanitalt 6200,— vr**X— —,
MÖfl. ElerlriztiätS-Ges. 4350,- 41> 0,- 4010,
1850,- 2175.- 1950, 600J,- 6800,- —
130 1.- 1500,- 1500,
. 9500.-10'00.—10800,-10! 00,- . 1400.- 1400.- 149!),- 1482.- 1140,- 1550.- 1375,- 1503,-
. 1950,- 2540.- -,-
. 3000,- 3Q50,— 2800,— 3400,-
17.11 20.11 17.11 20.11.
77,50 7450
80.75
80,80
34S — 350,-
350,-
350,-
241- 240<-
250,-
250,-
84a- 850,—
85a—
850,—
13a- 140,--
140.—
155-
140,- 14a—
168.-
15>,50
101,— 115.-
135,-
121- 120,-
—.—
112- 120. -
—,—
—,—-
Die Herweghs.
Sine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.
42. Fortsetzung. (Rachbruck verböte».)
In einem Frühstückskeller hatte sie jeden Tag „Srbbcer mit Fl öde" gegessen Das Rordkap fand sie sehr einsam, wie das ganze Rorwegen ihr unfruchtbar und unkultiviert vvrkam. Rie- mals hatte man ihr die Schuhe im Hotel geputzt und die Kleider ausgestaubt. «Das Land ist noch niä>t fertig." entschied Grete. Dagegen schwärmte sie von der Fftihstückstafel des Kapitäns aus dem Postschist der «Dampscipsellscab", auf der siebenunddreistig Gerichte standen, des Morgens um neun, wäbrend vorher oben auf dem Deck schon Tee und Kuchen angeboten wurde. Der Kapitän säst neben Grete und legte ihr vor. @r war reizend zu ihr und erklärte ihr alle«. ®r fuhr dieselbe Strecke Hahr für Hahr bis Hammer- fest, dort blieb er einen Tag und kehrte dann wieder um.
„Unb was tun Sie an diesem Tag?" fragte Grete.
„Run, einen Tag must man auch mal für sich haben," lachte der Kapitän.
Die Familie fand die junge Frau frischer aussehend.
„In letzter Zeit hattest du so was von junger Nonne, weiht du," der General klopfte Gretes Wangen, „,3m stillen Klostergarten eine bleiche (Jungfer ging', das ist nun verschwunden, der Kapitän ist dir doch gut bekommen."
Gretes Kummer hatte Ablenkung gefunden. Sie wurde von dem Düsseldorfer Maler in Oel gemalt. Dieses Porträt sollte zu der nicht vor
handenen Herweghschen Ahnengalerie den Grundstein bilden. Sie hätte lieber in voller Rüstung. Ballkleid, Fächer und Schmuck, gemalt sein wollen, aber der junge Maler warf ihr einen weihseidenen Schal um und gab ihr ein paar Geranien in die Hand. Das Haar durfte nicht vom Friseur gebrannt werden, sondern wurde einfach im Racken aufgesteckt. Das einzige, was er erlaubte, waren ein Paar große goldene antike Ohrringe „von der guten Grohmama", die Gretes südländischen Typus unterstrichen.
Gr kam zu diesen Sitzungen ins Hau- und ah dann bei Herweghs zur Rächt.
Als sie eines Abends, von dem Maler begleitet, die Kurhauspromenade herunterging, sah sie plötzlich auf der anderen Seite Lutz mit »ücei Offizieren die lange Kurhausallee herunterlom- men. Sie steuerten gerade auf sie zu. Grete befiel ein heftiges Zittern. Dir erkannte ihre Kavaliere von der Redoute. Der junge Erler und der blonde Priiu. Grete nahm alle Kraft zusammen und bat ihren Begleiter: „Bitte, geben Sie mir Ihren Arm."
Lutz hatte sie erkannt, denn er legte die Hand an die Mütze, aber hochrrhobAren Hauptes schritt Grete, am Arm des anderen, dicht an ihm vorbei, als sei er Luft.
„Wer war denn oas?" fragten seine Begleiter und drehten sich nach ihr um.
Aber Lutz sagte lässig: „Ich weih es nicht, ich hatte.mich geirrt."
Und während in Grete alle Gefühle in Aufruhr waren und die Empfindung gelungener Rache vorherrschte, hatte diese unerwartete Begegnung auf Lutz erleichternd gewirtk. Die hat sich getröstet, dachte er, Gott sei Dank, ftnd er beschloß, । fortan wieder des Sonntags ruhig zu, seiner I Mutier herüberzukommen, auf die Gefahr hin,
Grete zu begegnen, denn einmal muhte es doch sein. Lutz war durchaus nicht für Ewiges geschaffen. Arn wenigsten für ewige Feindschaften.
Das kühle Verhältnis der beiden Ehegatten hatte auch die Rordlandfahrt nicht gebessert. Seit sie zurück waren, gab sich Grete feine Mühe mehr, den Bruch vor den Dienstboten zu verschleiern. Die hatte aber auch keine Lust, eine Aussprache ober etwas Entscheidendes herauf- zubeschwören, denn der Maler hatte gesagt, ihre Gemutsstimmung würde sich dem Bild ansprägen.
Von diesem Künstler war sie sehr enttäuscht, denn er hatte, wie die meisten Metiers, nur für dieses Interesse. Das Porträt wollte nicht recht vorwärts kommen, da seine Spezialität badend? Rymphen in lilafarbenen Wäldern waren. Seine Begeisterung für die hübsche Frau war bet näherer Bekanntschaft verrauscht, und beide fühlten, dah nichts sie band und dah er nach dem letzten Pinselstrich aus i*r Stadt verschwinden würde, die er höhnisch „Byzanz" nannte. Wie fing es nur Liane an, dah sie immer von bewundernden Anbetern umringt war? Wohin sie kam machte sie wertvolle Bekanntschaften, sie korrespondierte mit Attaches, disputierte mit Koryphäen der Wissenschaft und trank Tee mit Aestheten, die ihr Bücher widmeten. Und ihr, Grete, gelang es nicht einmal, einen einfachen Maler länger wie vier Woch n zu feffeln.
Ihr Zorn warf sich auf den kühlen Ernst. Wenn er etwas gehört oder gemerkt hatte, so konnte er ja offen sprechen! Aber dah er so stumm und anscheinend gleichgültig dieses Mih- traucn trug, schürte ihre Erregung nur noch.
Sie erklärte ihrem Gatten, dah sie seine ruhige i Atemzüge nicht anboren könnte, sie litte an Schlaflosigkeit. et zog um, ohne Murren
und ohne sich zu wundern. 3a, er fragte nicht einmal. Gerade in ihrer jetzigen zerrissenen Stimmung hätte er sie wiederobern müssen, mit Liebe, mit Heberrebung oder auch mit Gewalt, beim brutaler Gewalt widersteht selten eine Frau.
Aber Ernst schien mit ganz anderen Gedanken beschäftigt. ®r sah schlecht aus und seine Schläfen waren grau geworden. Er kam meist erst zum Essen, wenn alles falt geworden war, oder auch gar nicht. Eines Abends klopfte sie an seine Tür, um zu fragen, ob er anderen Tages zu Mittag zu Hause sei, da er jetzt oft tagelang in Eppenhausen war. Sie fand die Tür verschlossen, unb er antwortete, ohne zu öffnen, dah er nicht zu Hause fein würde, es war Streik angesagt.
Sie stand betroffen vor dieser verschlossenen Türe. Wozu in aller Welt schloh er sich ein?
Er wurde ja wahrhaftig immer wunderlicher Richt nur. daß er eß an jeder Aufmerksamkeit fehlen lieh, er vergast ihren Hochzeitstaq, sogar seinen eigenen Geburtstag hatte er neulich Der gessen. Er dachte nur noch an seine Akten uni) seine Musik.
Wenn sie etwas wissen wollte, antwortest er ihr kurz und ironisch, und wenn sie die Rede^ Wendung gebrauchte: „Ich sag' es, wie es ist," die b.?i ihr öfters vorkam, antwortete er: „Ich weih es, denn du hast es mir bereits beute morgen versichert." Er begann ihr musikalisches Talent zu kritisieren. Sie spielte seelenlos, ihr: Beethvvensche Adagios „machten ihip Zahn schmerzen", bei den Bachschen Inventionen ä tröst voix könne man keine einzige- Stimme aus dem „Gemüse" hetaushören, und das Allegro der Mozartschen Phantasiesonate war kein Par-aöc- ma^ch.
(Fortsetzung folgt.)
Behördliche Anzeigen
Bekanntmachung.
Ausgabe von Kohlen:
Marken 13, 14, 15, 16 unb 17 her Haushaltskarte (rote Karte) 3 unb 4 bet Karte für Einzelpersonen (hellblaue Karte)
„ 6, 7 unb 8 ber Kleingewerbe
karte (grüne Karte)
können mit je 1 Zentner Brennstoff beliefert werben. 101828
Giehrn, ben 21. November 1922
Der Olerbürgermeister. (Brennstoffamt.)
Betanntmachnng.
Betr.: Bietzahlung am 1. Dezember'1922.
Auf bie Bekanntmachung der Kreiramts Gießen, Amt.verkünbigungsblatt Nr 110 vom 27. Oktober 1922, mache ich hiermit sämtliche Diehlesitzer in den Gemarkungen Dietzen unb Soiffenberg aufmerksam. Die Zählung findet am 1. Dezember statt unb find ben Zahlen bie notroenbigen Angaben ber Viehbestände bereitwilligst zu erstatten.
Gießen, ben IS. November 1922. ,-|86B fDerDberbürgermefter. 3. D.: Dr. Rosenberg.
Volksspiele Blachetta
im Katholischen Vereinshaus Donnerstag, den 23. Nov., abends 8 Uhr: Hans-Sachs-Abend Das Narrenschneiden — Der gestohlene Schinken — Der tote Mann
Donnerstag, nachmittags 4 Uhr: Schülervorstellung Das einfältige Brüderlein (Märchenspiel) Das Kälberbrüten (Hans Sachs).
Plätze: 40, 35 u. 30 Mk., Schüler 15 Mk.
Vorverkauf: 101641)
Ferber1 sehe u. Schneider*sehe Buchhandlung
Gardinen sF
7 । " weitunterPreis
10176c
merke sich ein jeder, putzt die Schuh' - erhält das Leder. Qisjtl Werke Gk(kG*Berlin -Lichtenberg.
Vortrags-Vereinigung.
Donnerstag, den 23. Novbr., abends 8 Uhr, in der Neuen Aula:
Märchen-Abend
I ran Vilma Mönkeberg aus Hamburg Eintrittskarten bei Challier und Abend kasse. Mitglieder 20 Mk. pro Platz gf gen Ausweis. Nichtmitg’leder: Plätze zu 50.
__________45 und 40 Mk. 10163D
Palast-Lichtspiele
— Linden plate —
Größte» n.vornehmstesTheater am Platze
Nur noch heute n. morgens Der große Prunk film V a n i n a unL Mitwirkung v. Aeta Nielsen, Paul Haitmann. — Außerdem: Durch Liebe erlöst
5 Akte. oioe“ Anfang Mittwoch 8 Uhr.


