Ausgabe 
21.11.1922
 
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Berliner Handeldges . tsonnuer»- u. Privaibk. Darmit. u.Nationalbank Deutsche Bank Deutsche BerelnSbank. Diöconlo Gomnmnbrt . Metallbank Miiteldeiit. Treditbank Oesterr. drebiianftnlt

* Hessischer Bankverein 21 ? tiengesellschaft Cassel. Am 15. R. vember fand in den Geschäftsräumen der Dank die 14. ordentliche Generalversamm­lung statt. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlust-Rechnung, sowie die vom Vorstand vorgeschlagene Gewinn-Verteilung werden ge­nehmigt und beschlossen, eine Dividende von 12 Prozent (10 Proz.) zu verteilen. Der tur- nusgemäh aus dem AufsichtSrat ausscheidende Bankier B. Eli aS. Cassel, wurde wieder­gewählt. Es nahmen 18 Aktionäre mit 18 601 Stimmen an der Generalversammlung teil.

443.85 2655,80 30299.-

477,80 1256,85 10.34,90

310,20

13563)0 123440

1797,50

66$<70

9,23 266.50 212-15 10570

443,15

2726.80

31077.50

499.25

1297.W

1072,70

319L0

Geld

440,85

2713,25

80922,50

496.75

1290,75

1067,30

318,20

IbS-50

1260,SO 1WL30

7007'45

9.35

284,25

221,40

Briek

446.15 2606,20 30451,-

480,20

1263,15 1040,10

311.80

1363 40 1240,00 1806L0

67W.30

9,27

268.50

213,85

106.30

18. November 20. November

Damm.

v°/»Dtsch. Reichsanleihe

4°/o Dergleichen

3'/»*/o Dergleichen 8n/0 Dergleichen Dlsch.Soar- sträin.-Anl.

4 , Preußische KonsolS 4°/ Hessen.........

B1///, Hessen 3e/<> Hessen.........

47# Zolltttrken 5275, 5100, 505» 57# Golüinextkaner 86000,-850»),-8000t),-

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Friedeusbediugungen der Alliierten für die Türkei.

Pari«, 20. Rov. (WLB.) DieChicago Tribüne" präzisiert die Bedingungen, die voraussichtlich auf der Friedenskonferenz in Lau­fs n n e den Türken vorgelegt werden, und die auf dec Pariser Konferenz mit Mussolini endgültig vereinbart wurden, wie folgt:

1. Unbedingte Sicherheit der Freiheit der Meerengen in KriegSzeiten und für Kriegsschiffe. Entmilitarisierung der neutralen Zone an den Dardanellen. 2. Die Alliierten ergreifen mili­tärisch: und maritime Zwangsmaßnahmen gegen die Türken, wenn sie es ablehnen, die Frieoens- bedingungen anzunehmm. Rumänisch? und jugo slawisch-? Truppen sollen hierbei Verwendung fin­den. 3. Die Alliierten besehen Konstantinopel und die neutrale Zone in Kleinasien bis der Fliedensvertrag von allen alliierten Regierungen ratifiziert toorben ist. 4. Die Kapitulationen wer­den abgeschafft, doch unter anderem Hamen bei behalten. 5. Das palästinisch?, syrisch? und meso­potamische Mandat bleibt bestehen. 6. Alle Kon­zessionen, die in der Zeit vor dem Kriege ge­währt worden sind, müssen aufrechterhalten blei ben mit Ausnahme der Konzessionen an Deutsche. 7. Der Wa^fenstillstandsvertrag von Mudania bleibt in Kraft bis zur Ratifikation des Friedensvertrages. 8. Sämtlich? alliierten Militärfriedhöfe in der Türkei müssen auf immer an die .Alliierten übergeben werden. 9. Der Dodakanes bleibt unter italienischer Kontrolle, bis die Alliierten untereinander darüber verfügt haben. 10. Die türkische Truppenza hl wird eingeschränkt und in Europa ausschliehllch auf Freiwillige reduziert. 11. Schuh der christ­liche Minderheiten unter LIeberwachung antterter Offiziere. 12. Ersah deS Schadens am Eigentum aller Stationsangehöriger infolge des Krieges. 13. Kein Anspruch an Griechenland wegen Kriegs­entschädigung für den Krieg in Kleinasien.

Die Wahlen in Oberschlesiea.

Oppeln, 20. Rov. (WTB.) Rach amtlichen Feststellungen ist das Ergebnis der Wahlen fol­gendes: Wahlberech. igt waren 747 339 Personen, abgegeben wurden 500 707 Stimmen Es erhielten die Demokraten 11 912, die VSPD. 73 266. das Zentrum 199 246, die Deutschnatio nalen 69 398, die Deutsche Bolkspartei 37 259, die Deutschsozialen 22 291, die Kommunisten 36 624, tue Polen 50 183 und die Oberschlesische KatholischeVolks- Partei 23 Stimmen.

Börsenkurse.

ftrnnfturt a. M. Berlin

Schluß» SLlutz. Schluß. Schluh.

Mer» flut» Kurs Murs

2600, 3:0 5600, 0100,

-, 3700,- 8000.- 9100, 7050,- 7100, 45 2, 4800. 5000,-

tn Mais war sehr ruhig Auch bi anderen Ar­tikeln hielten sich die Umfaße in sehr engen Gren­zen. Weizen, rnärkischrn 12 45012 300 Mk. (er­mattend-, Roggen, märkisch.m 10 70010 600 Mk. (ruhig), Sommergerste 11 70012 100 Mk. (mat­ter), Wintergerste 12 60012 800 Ml. (still), Hafer märkischen 12 50012 800 Mk. (still), Mais, La Plata, loco Berlin 12 ZOO Mk > behauptet), Wei­zenmehl (100 Kg.) 35 000-38 500 Mk. (matt), Roggenmehl (100 Kg.) 30 00033 000 Mk. (lust­los), Weizenlleie 62006400 Mk.. Rvggenkleie 6200- 6400 Mk.. RapS 19 00020 000 Mk. (be­hauptet), Viktoriaerbsen 22 00021 000 Mk, kleine Erbsen 20 00021 000 Mk., Pe uschken 14 500 bis 15 500 Mk., Ackerbohnen 14 00014 500 Mk., Wicken 1850019 500 Mr.. Lupinen, blau 14 000 bis 15 000 Mk., gelb 15 50016 500 Mk.. Sera- della, alt 25 000 -30 000 Mk, Rapskuchen 7000 Mark, Trvckenschnihel 50005300 Mk, Rauh­futter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb 5200 bis 5300 Mk, Haserstrvh. drahtgepreht 5200 bis 5300 Mk.. Stroh, strohseilgebündelt 49005000 Mark. Wiefenheu. gut, gesund und trocken, Dor­mahd 31003300 Mk., Rachmahd 28502900 Mk.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 20. Rov. Die abwar­tende Haltung wurde mit der unsichreren Stim­mung der ausländischen Zahlungsmittel begrün­det. DaS Geschäft blieb klein. Weizen behauptete feinen Preisstand und zog später, als sich regere Rachf'eage einstellte, an. Roggen vernachlässigt. Gerste, auch Hafer find begehrter. Mais ruhig. Das Mehlgeschäft war etwas lebhafter. Hülsen- fruchte bei knappem Angebo fest. Oelsaaten ruhig. Futterartikel sind angeboten. Preis je 100 Kg. Getreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack. Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Alsbaldige Lieferung. Parität Frankfurt a. M. W»izen 25 000-26 000 Mk., Roggen 22 500 bis 23 020 Mt.. Sommergerste für Drauzwrcke 23 000 bis 24 000 Mk., Hafer, inländischer 23 000 bis 24 000 Mk., ausländischer 30 00031 000 Mk., Mais, La Plata 29 000 Mk, Mi red 30 000 Mk., Weizenmehl, südd Spezias 0 37 02040 000 Mk., bei Waggonladung ab Mühlenstation, Roggen- mchl 30 00031 000 Ml.. Weizen- und Roggen­kleie 11 50012 000 Mk.. Grbjen je nach Qualität 42 00050 000 Mk., Linsen 46 00048 000 Mk. Tendenz: schwach. Mehl nur /w?ithändig gehan­telt. Die nächste Getreidebörse fin­det Montag, den 2 7. Rovember statt.

Frankfurter Schlachlviehmartt.

Frankfurt a. M, 20. Rov. (Amtlich.) Marktverlauf: Kleinviehmarkt bei sehr lebhaftem Handel geräumt, Gcostvieh ruhig gehandelt und nahezu ausverkauft. Schweine sehr gedrückt mit erheblichem Aeberstand. 3m einzelnen ist zu be­merken: Aufgetrieben waren 1818 Rinder, dar­unter 316 Ochsen, 85 Dullen und 1937 Färsen und Kühe, ferner 246 Kälber, 151 Schafe und 1398 Schweine. An Preisen wurden angelegt für den Zentner Lebendgewicht: Ochsen 17 00029 000, Bullen 15 00022 000, Färsen und Kühe 22 000 bis 28 000 für beste Färsen, 1100023 000 für geringe Färsen und Kühe, Kälber, beste Quali­täten 32 000-34 000, mittlere 28 000- 31 000, ge­ringe 24 00028 000 Mk. Schafe 15 000-26 000 Mark. Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 30 00045 000, 80100 Kilo 43 00049 000, 100 bis 120 Kilo 48 00052 000, 120150 Kilo 48 000 bis 52 000, Fettschweine über 150 Kilo 48 000 bi« 52 000, Sauen und Eber 35 00045 000 Mk Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen,

Lande!.

Berlin, 20. Rov. Börsenstim- mungsb ild. Die Devisen waren heute vor­mittag anfangs sehr fest. Der Dollarkurs stieg bis 7500. Dann setzte eine Ermattung ein auf Gerüchte von einer bevorstehertden Ankunft deS amerikanischen Bankiers Morgan in Ber­lin und einer angeblich zu erwartenden befrie­digenden Lösung der KabinettSfrage. Der Dol­lar ging vor Beginn des offiziellen Verkehrs auf etwa 7000 zurück und wich dann weiter bis 6700. Für Ondustrbewerte lagen Kaufaufträge in ziemlich beträchtlichem Umfang, namentlich aus der Provinz, vor, so daß die Anfangs­kurse bedeutende Erhöhungen erfuhren. Mon- ranpapiere stiegen zum Teil bis um 2000 Pro­zent, und Rheinische Braunkohlen sogar dar­über. Bedeutende Steigerungen wiesen Tex- tilwerte auf, und zwar Aordd. Wolle um 3300, und Stöhr um 9000 Prozent. Sonst waren viel­fach Aufbesserungen um 200 bis 600 Prozent sestzusteilen. Auch Schiffahrts- und Bank­aktien waren an der Aufwärtsbewegung be­teiligt. Namentlich für Schiffahriswerte herrschte eine gute Meinung. Valutapapiere zeigten Gleichmäßigkeit; Besserungen überwo­gen aber. Deutsche Anleihen waren ruhig. Preußische KonsolS konnten ihren hohen Stand nicht behaupten. Späterhin machte sich Zurück­haltung bei der Spekulation bemerkbar. Das Geschäft wurde ruhiger, wobei kleine Rück­gänge nicht vermieden werden konnten. Die feste Grundstimmung blieb aber vorherrschend.

Frankfurt a. M., 20. Rov. Börsen- flimmungSbtlb. Dollarkurs im Frühverkehr 7900, 74007000. Arn Devisenmarkt machte sich unter dem Einfluß der ungellärten politischen Lage zunächst eine befestigte Haltung geltend, die aber im Verlaufe recht unsicher und schwan­kend wurde. Größeres Interesse bekundete sich für Jndustrieaktien, welche ansehnlich höher ge­handelt wurden. Die Interessenkäuse in Montan- papieren dauern an. Kauflust bestand für Danken­werte. Dei lebhaften Ilmfähen und festerer Ten­denz verkehrten chemische uno Elektrizitätspapiere. Maschinen- und Metallwerte lagen ruhiger, wie im allgemeinen das Geschäft sich späterhin ruhig abwickelte. Die Grundstimmung blieb aber fest. Um 1 Uhr wurde der Dollar 69006800 genannt.

Frankfurter Devisenmarkt.

(Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotierungen.

9000,- 8500,- 9200,

11».),- 1550, 1125, - , 1295, 1100, 1230,- 1410, 4000,- 4301,- 401)0,- 4500, 540,- TM

Deinscb-Liirembnrn. - 12200,-13750,-12000.-13100,- ®c(fentirc6ener iBeroro 17250,lS5i)0,lb000,180iX), Hnrvener Bergbau. . 52J00,53000,530.0,54000, Kaliwerk Aschersleben 5575.- 5995,- 4950,- 52 0,-

Metallges. Nranksurr. .8000,-11000,- Schuhfabrik Herz...10)0

Sichel 2450,- 2725,-

Zelll»oss Waldhoi . . . 5500.- 6000,- 5425,- 6500,- Zuckersabr.,>rn ikenihal4100, 4(550,, ZuckerfabrikWaabäu1cl4400, 4(500,,

Markte.

Berliner Produttenmartt.

Berlin, 20. Rov. Rachdern im Gegensatz zum Bormittagsverkehr die Devisenkurse einen kräftigen Kursrückgang erfahren hatten, wurden die PreiSgebote auf Getreide am Produktenmarkt erheblich ermäßigt. Bei den groben Unterschieden in Bries- und Geldpreisen hielten die Käufer Zu­rückhaltung für geraten, wozu auch die KTMppheit des Geldes beitrug. Die Mühlen waren um so weniger xu Kausen geneigt, als daS Mehlgeschäft äuhersi still geworden ist. Roggen wurde eben­falls nur wenig bei nachlassender Tendenz um- gesetzt. Hafer konnte sich behaupten. Das Geschäft

7300,- -,- 7U50.-

9100.- 8'00, 9200,-

3900,- 4100, 2400,-3850,-

7600, 86 0, 7000, 7550,- 4300,- 4601,- 505-5 5'100,

5000,- 5 C0,-

Daium:

Nnlw.»Brüssel . Holland London Paris Schweiz Soanien Italien Lissabon-Oporto Dänemark . . .. Äorweaen . .. . Schweden .... HelsinkiiorS. . .. Neuvork Deulsch'Oesterr. Budapest Prag Sofia

14500,-14500,-12500,-13505,-

4250, 4S5, 4505,- 4800,- 5600,- 5800. 5000 - 5610,-

Hvl-verkohlana.....3^5'),13700, - ,

-lstnerü werke 3490. 3900, 3500, Lchoidcanitalt 6200, vr**X,

MÖfl. ElerlriztiätS-Ges. 4350,- 41> 0,- 4010,

1850,- 2175.- 1950, 600J,- 6800,-

130 1.- 1500,- 1500,

. 9500.-10'00.10800,-10! 00,- . 1400.- 1400.- 149!),- 1482.- 1140,- 1550.- 1375,- 1503,-

. 1950,- 2540.- -,-

. 3000,- 3Q50, 2800, 3400,-

17.11 20.11 17.11 20.11.

77,50 7450

80.75

80,80

34S 350,-

350,-

350,-

241- 240<-

250,-

250,-

84a- 850,

85a

850,

13a- 140,--

140.

155-

140,- 14a

168.-

15>,50

101, 115.-

135,-

121- 120,-

.

112- 120. -

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Die Herweghs.

Sine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.

42. Fortsetzung. (Rachbruck verböte».)

In einem Frühstückskeller hatte sie jeden Tag Srbbcer mit Fl öde" gegessen Das Rordkap fand sie sehr einsam, wie das ganze Rorwegen ihr unfruchtbar und unkultiviert vvrkam. Rie- mals hatte man ihr die Schuhe im Hotel geputzt und die Kleider ausgestaubt. «Das Land ist noch niä>t fertig." entschied Grete. Dagegen schwärmte sie von der Fftihstückstafel des Kapitäns aus dem Postschist der «Dampscipsellscab", auf der siebenunddreistig Gerichte standen, des Morgens um neun, wäbrend vorher oben auf dem Deck schon Tee und Kuchen angeboten wurde. Der Kapitän säst neben Grete und legte ihr vor. @r war reizend zu ihr und erklärte ihr alle«. ®r fuhr dieselbe Strecke Hahr für Hahr bis Hammer- fest, dort blieb er einen Tag und kehrte dann wieder um.

Unb was tun Sie an diesem Tag?" fragte Grete.

Run, einen Tag must man auch mal für sich haben," lachte der Kapitän.

Die Familie fand die junge Frau frischer aussehend.

In letzter Zeit hattest du so was von junger Nonne, weiht du," der General klopfte Gretes Wangen,,3m stillen Klostergarten eine bleiche (Jungfer ging', das ist nun verschwunden, der Kapitän ist dir doch gut bekommen."

Gretes Kummer hatte Ablenkung gefunden. Sie wurde von dem Düsseldorfer Maler in Oel gemalt. Dieses Porträt sollte zu der nicht vor­

handenen Herweghschen Ahnengalerie den Grund­stein bilden. Sie hätte lieber in voller Rüstung. Ballkleid, Fächer und Schmuck, gemalt sein wollen, aber der junge Maler warf ihr einen weihseidenen Schal um und gab ihr ein paar Geranien in die Hand. Das Haar durfte nicht vom Friseur ge­brannt werden, sondern wurde einfach im Racken aufgesteckt. Das einzige, was er erlaubte, waren ein Paar große goldene antike Ohrringevon der guten Grohmama", die Gretes südländischen Typus unterstrichen.

Gr kam zu diesen Sitzungen ins Hau- und ah dann bei Herweghs zur Rächt.

Als sie eines Abends, von dem Maler be­gleitet, die Kurhauspromenade herunterging, sah sie plötzlich auf der anderen Seite Lutz mit »ücei Offizieren die lange Kurhausallee herunterlom- men. Sie steuerten gerade auf sie zu. Grete befiel ein heftiges Zittern. Dir erkannte ihre Kavaliere von der Redoute. Der junge Erler und der blonde Priiu. Grete nahm alle Kraft zusammen und bat ihren Begleiter:Bitte, geben Sie mir Ihren Arm."

Lutz hatte sie erkannt, denn er legte die Hand an die Mütze, aber hochrrhobAren Hauptes schritt Grete, am Arm des anderen, dicht an ihm vorbei, als sei er Luft.

Wer war denn oas?" fragten seine Begleiter und drehten sich nach ihr um.

Aber Lutz sagte lässig:Ich weih es nicht, ich hatte.mich geirrt."

Und während in Grete alle Gefühle in Auf­ruhr waren und die Empfindung gelungener Rache vorherrschte, hatte diese unerwartete Begegnung auf Lutz erleichternd gewirtk. Die hat sich ge­tröstet, dachte er, Gott sei Dank, ftnd er beschloß, fortan wieder des Sonntags ruhig zu, seiner I Mutier herüberzukommen, auf die Gefahr hin,

Grete zu begegnen, denn einmal muhte es doch sein. Lutz war durchaus nicht für Ewiges ge­schaffen. Arn wenigsten für ewige Feindschaften.

Das kühle Verhältnis der beiden Ehegatten hatte auch die Rordlandfahrt nicht gebessert. Seit sie zurück waren, gab sich Grete feine Mühe mehr, den Bruch vor den Dienstboten zu ver­schleiern. Die hatte aber auch keine Lust, eine Aussprache ober etwas Entscheidendes herauf- zubeschwören, denn der Maler hatte gesagt, ihre Gemutsstimmung würde sich dem Bild ansprägen.

Von diesem Künstler war sie sehr enttäuscht, denn er hatte, wie die meisten Metiers, nur für dieses Interesse. Das Porträt wollte nicht recht vorwärts kommen, da seine Spezialität ba­dend? Rymphen in lilafarbenen Wäldern waren. Seine Begeisterung für die hübsche Frau war bet näherer Bekanntschaft verrauscht, und beide fühlten, dah nichts sie band und dah er nach dem letzten Pinselstrich aus i*r Stadt verschwin­den würde, die er höhnischByzanz" nannte. Wie fing es nur Liane an, dah sie immer von bewundernden Anbetern umringt war? Wohin sie kam machte sie wertvolle Bekanntschaften, sie korrespondierte mit Attaches, disputierte mit Ko­ryphäen der Wissenschaft und trank Tee mit Aestheten, die ihr Bücher widmeten. Und ihr, Grete, gelang es nicht einmal, einen einfachen Maler länger wie vier Woch n zu feffeln.

Ihr Zorn warf sich auf den kühlen Ernst. Wenn er etwas gehört oder gemerkt hatte, so konnte er ja offen sprechen! Aber dah er so stumm und anscheinend gleichgültig dieses Mih- traucn trug, schürte ihre Erregung nur noch.

Sie erklärte ihrem Gatten, dah sie seine ruhige i Atemzüge nicht anboren könnte, sie litte an Schlaflosigkeit. et zog um, ohne Murren

und ohne sich zu wundern. 3a, er fragte nicht einmal. Gerade in ihrer jetzigen zerrissenen Stim­mung hätte er sie wiederobern müssen, mit Liebe, mit Heberrebung oder auch mit Gewalt, beim brutaler Gewalt widersteht selten eine Frau.

Aber Ernst schien mit ganz anderen Gedanken beschäftigt. ®r sah schlecht aus und seine Schläfen waren grau geworden. Er kam meist erst zum Essen, wenn alles falt geworden war, oder auch gar nicht. Eines Abends klopfte sie an seine Tür, um zu fragen, ob er anderen Tages zu Mittag zu Hause sei, da er jetzt oft tagelang in Eppenhausen war. Sie fand die Tür verschlossen, unb er antwortete, ohne zu öffnen, dah er nicht zu Hause fein würde, es war Streik angesagt.

Sie stand betroffen vor dieser verschlossenen Türe. Wozu in aller Welt schloh er sich ein?

Er wurde ja wahrhaftig immer wunderlicher Richt nur. daß er an jeder Aufmerksamkeit fehlen lieh, er vergast ihren Hochzeitstaq, sogar seinen eigenen Geburtstag hatte er neulich Der gessen. Er dachte nur noch an seine Akten uni) seine Musik.

Wenn sie etwas wissen wollte, antwortest er ihr kurz und ironisch, und wenn sie die Rede^ Wendung gebrauchte:Ich sag' es, wie es ist," die b.?i ihr öfters vorkam, antwortete er:Ich weih es, denn du hast es mir bereits beute morgen versichert." Er begann ihr musikalisches Talent zu kritisieren. Sie spielte seelenlos, ihr: Beethvvensche Adagiosmachten ihip Zahn schmerzen", bei den Bachschen Inventionen ä tröst voix könne man keine einzige- Stimme aus dem Gemüse" hetaushören, und das Allegro der Mozartschen Phantasiesonate war kein Par-aöc- ma^ch.

(Fortsetzung folgt.)

Behördliche Anzeigen

Bekanntmachung.

Ausgabe von Kohlen:

Marken 13, 14, 15, 16 unb 17 her Haushaltskarte (rote Karte) 3 unb 4 bet Karte für Einzel­personen (hellblaue Karte)

6, 7 unb 8 ber Kleingewerbe­

karte (grüne Karte)

können mit je 1 Zentner Brennstoff be­liefert werben. 101828

Giehrn, ben 21. November 1922

Der Olerbürgermeister. (Brennstoffamt.)

Betanntmachnng.

Betr.: Bietzahlung am 1. Dezember'1922.

Auf bie Bekanntmachung der Kreiramts Gießen, Amt.verkünbigungsblatt Nr 110 vom 27. Oktober 1922, mache ich hiermit sämtliche Diehlesitzer in den Gemarkungen Dietzen unb Soiffenberg aufmerksam. Die Zählung findet am 1. Dezember statt unb find ben Zahlen bie notroenbigen Angaben ber Viehbestände bereitwilligst zu erstatten.

Gießen, ben IS. November 1922. ,-|86B fDerDberbürgermefter. 3. D.: Dr. Rosenberg.

Volksspiele Blachetta

im Katholischen Vereinshaus Donnerstag, den 23. Nov., abends 8 Uhr: Hans-Sachs-Abend Das Narrenschneiden Der gestohlene Schinken Der tote Mann

Donnerstag, nachmittags 4 Uhr: Schülervorstellung Das einfältige Brüderlein (Märchenspiel) Das Kälberbrüten (Hans Sachs).

Plätze: 40, 35 u. 30 Mk., Schüler 15 Mk.

Vorverkauf: 101641)

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merke sich ein jeder, putzt die Schuh' - erhält das Leder. Qisjtl Werke Gk(kG*Berlin -Lichtenberg.

Vortrags-Vereinigung.

Donnerstag, den 23. Novbr., abends 8 Uhr, in der Neuen Aula:

Märchen-Abend

I ran Vilma Mönkeberg aus Hamburg Eintrittskarten bei Challier und Abend kasse. Mitglieder 20 Mk. pro Platz gf gen Ausweis. Nichtmitgleder: Plätze zu 50.

__________45 und 40 Mk. 10163D

Palast-Lichtspiele

Linden plate

Größte» n.vornehmstesTheater am Platze

Nur noch heute n. morgens Der große Prunk film V a n i n a unL Mitwirkung v. Aeta Nielsen, Paul Haitmann. Außerdem: Durch Liebe erlöst

5 Akte. oioe Anfang Mittwoch 8 Uhr.