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oft beklagte. Verelendung der Beamtenschaft hat Iber ÄeprlM. Heute noch bsftnven sich tn der

weitere rapide Fortschritte gemacht. Hede neue Ge- Justiz die reaktionärsten Elements und diese

Haltserhöhung bedeutet ein weiteres Zurückbleiben Herrschaften pfeifen aus die Verordnungen der hinter dem Ansteigen der Teuerung. Auch in den Regierung. 3n Gießen befindet sich in einem

freien Berufen, bei den Pensionären, bei den Amtsraume noch das Bild des Grotzherzogs und

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tiaten. (Aba suchen bei mir

Ausstellung ist von Sonntag ab täglich von 11 bis 1 Mr geöffnet. (Bäh. im heutigen Anzeigenteil.)

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daß im Ministerialgebäude am Luisenplatz beim Finanzamt Heppenheim; ' Jakob Deister am 27.Huni noch emPlakat mit schwarz-weist-rotem beim Finanzamt Osthofen: Franz Diehl und Rand hrng. daß in der Oberrealschule in Offenbach Johann W e a e r l e bei der Knanzkasse Lampert- dre reartwnare ZertschnftDeutschlands Erneue-j heim; Heinrich Die m e r beim Finanzamt Bingen IIT1IIIIIU»UI ^JAg/SMEI-^nCWKroilBIIIIIII Ml 11 . .IIHHBIIIIIIM Ulin...........

15. Fortsetzung.

(Rachbruck verboten.)

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Still, Still! 3n Wahrheit. Knabe.

Genie.

Reicher Mann Glück.

Hochschult

- Ser Ällgerrr ^nientag, dessen 6a ' MräViinum der Prv^ i ittoi wurde, sindei am I Hürzbürg statt.

Rächste Sitzung Freitag, 9JA Llhr.

Schluß i/22 Uhr.

Aus Stadt und Land.

Gieren, den 21. Juli 1922.

Helft den alten Leuten!

Bon geistlicher Seite wird uns geschrieben: Es ist eine bekannte Tatsache, bah die Grldentwer-

O b e r h e s s i s ch e r Kun st verein. Die Olto Ilbbelohde - Gedächtnis Ausstellung, die nahezu hundert Kunstwerke ausw.eist wird morgen vormittag ll1/» Uhr von Herrn Universitäts- Professor Dr. Rauch mit einer Würdigung des Künstlers Otto Ubbelohde eröffnet werden. Die

Kirchs ut vg. Die diesja Qtnmlung der treu 8 wird am 15 J1 Durgkirche zu Fr Eheste Missionstvi Minspellvr D. Wi M Ac. Dr. Frick M-Sengnagel-Sl W halten.

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Roman von Ernst Scheitel.

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I «liegt, dah er kurz n tot Argerhospttal v i| Marburg, 20.

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Amtsraume noch das Bild des Grotzherzogs 'and in den Schullesebüchern wird noch immer die Monarchie verherrlicht. Das neue Attentat des Hakenkreuzgesindels ist von langer Hand vor­bereitet, die freche Rede Helfferichs wies auf das Ziel hin, er war der intellektuelle Mittäter. Die Spuren führen immer wieder in das Lager der Deutschnationalen. Während die Masse immer mehr ins Elend versinkt, bläst sich auf der andern Seite der neue Reichtum auf. Cs gilt, eine geschlossene Phalanx des Prole­tariats herzustellen. Die Mittelparteien wollten sich mit der Deutschen Bolkspartei vereinigen. Wir halten §8 für ein Ding der Llnmöglichkeit, mit dieser Partei eine Gemeinschaft einzugehen. Wir freuen uns, dah unsere Freunde von rechts der gleichen Ansicht sind. Die zunehmende wuche­rische Teuerung bringt die Arbetter zur Ver­zweiflung. Eier und Milch sind nicht mehr zu erschwingen. Ist es christlich von der Land­wirtschaft, ruhig mit anzusehen, wie unsere Jugend immer mehr degeneriert, dah alle An­ordnungen der Regierung sabotiert werden. Red­ner verliest hierzu einen Geheimbefehl der Agra­rier, in dem zum strikten Widerstand aufaefordert wird. (Zwischenrufe links.) Angesichts der heu­tigen Preise mühte ein Arbeiter wöchentlich 3 bis 4000 Mark verdienen, um nur das Nötigste be­schaffen zu können. Wer hat dies? Welcher Ar­beiter, welcher kleine Beamte, welcher Renten­empfänger? Wenn durch die Verhältnisse die Leidenschaften aufgepeitscht werden, ist das ver­ständlich. Ich möchte keinen Zweifel darüber lassen, dah ich die Darmstädter Gewalttaten in keiner Weise billige. Ich möchte aber auch auf Giehen Hinweisen, wo die Studierenden provoziert haben. Dah Herr Kollege Ruh es für seine Partei ablehnt, zu Strahendemonstra.ionen aufzufordern, kann ich verstehen^ dah er aber behauptet, der Dollar wäre durch diese gestiegen, das ist unver- tänblich. Es muh Herrn Ruh doch bekannt fein, dah der Mord an Rathenau die ürfadye des Marksturzes war. Den Freunden von rechts rufe ich zu, stell! Euch wieder auf den Boden des Klassenkampfes, und dann auf zu fröhlicher Fahrt in den Sozialismus. (Bravo! links. Auch Abg. Dr. Werner ruft Bravo! Kiel: Aüf Ihr Bravo pfeife ich! Heiterkeit.)

Redner fährt dann fort: Dieselben Gesellen, dieselben Offiziere (tn Verbindung mit Liebknecht, Luxemburg usw.), die heute in der Reichswehr und Schupo sitzen. (Abg. Dr. Werner: Das deutsche Offizierkorps liegt zu 50 Prozent drauhen, das läßt sich von Ihnen nicht beschimpfen. Ebner: Es gibt auch Offiziere, die nur Besenkompagnien befehligt haben und heute den Mund wett auf­machen.) Es ist heute zu beweisen, dah die Mörderorganisationen mit den Deutschnationalen in Verbindung standen. (Zurufe: Das ist nicht wahr! Ebner: Ich will es Ihnen beweisen, Herr Dr. Werner. Sie sollen nicht mehr denken, dah Sie die Kommunisten vor Ihren Parteiwagen spannen können und dah Sie den Reden eines Kommunisten Wahrheit unterstellen können! Große Heiterkeit.) Redner verliest dann eine An- W- Schriftstücke, um zu beweisen, dah aus Antisemttenkreisen Gelder für die Geheimorgani­sationen zur Verfügung gestellt wurden. Auch der Landbund hat Sonverberträge erhoben, die an die Mörderorganifationen abaeführt wurden. Die Deutschnationale Partei hat aber auch selbst die Mörderorganisationen finanzieren helfen. Ich erinnere an die Herat-Spende für die Rotzbach- Organisatton. Eine so heuchlerische Maske hat noch nie eine Partei aufgesetzt, wie die Deutsch­nationale. Die von den Linksparteien aufgestellten Forderungen sind das Mindestmah dessen, was restlos durchgeführt werden muh. Redner geht dann näher auf hessische Verhälttiisfe ein. Gr

Kleinrentnern, für die eine erheblich größere staat­liche HUfe gefordert werden muh, herrscht entsetz­liche Rot. Selbstverständliche Pflicht ist es, ernst zu prüfen, wo gespart werden kann. Wir lehnen eine Einschränkung unserer Ausgaben für kulturelle Zwecke, für Schulen, Erziehungswesen mtt Entschiedenheit ab. Die Erhaltung des kulturel­len Riveaus bedeutet für uns die Voraussetzung für den Wiederaufbau. Dazu rechnen wir auch die Ausgaben für das Landestheater. Reue Aufgaben darf der Staat nur nach gewissenhaftester Prüfung Übernehmen. Wir erwarten mit Beschleu­nigung die endliche Vorlage der Gesetzentwürfe über die Derwaltungsreform, eine energische Fort­setzung der Siedlungspoltttt im Sinne unserer An­träge und, nachdem es nicht gelungen ist, die Ge­treideumlage zu vermeiden, fordern wir, dah die­jenige Form gewählt wird, die dem mittleren und

tung besonders die alten Leute betroffen hat, die nicht mehr imstande sind, zu arbeiten und zu er­werben. Ohne dah es in der Oeffenttichken be­kannt wird, vollziehen sich jetzt traurige Schicksale. Staat und Gemeinden suchen nach Möglichkeit, dem Alter zu helfen, aber auch die evang? lis ch e Ki rche hat die Pflicht, sich an der Alters- Hilfe zu betätigen. Das Oberkonsistorium fat deshalb angeordnet, daß in diesem Monat in allen hessischen Gemeinden eine K irch e n k o ll e l l e und zugleich eine Haussammlung s ü r Altershilfe erhoben werden. Ursprünglich war daran gedacht, daß alle eingehenden Beträge nach Darmstadt abgeliefert werden sollten, wo dann eine Kommission über die Verwendung be­stimmt hätte. Erfreulicher Weise ist diese Bestim­mung abgeändert worden: denn es war llar, dah die Gaben nicht reichlich eingehen würden, wenn den Einzelgemeinden die Möglichkeit genommen werden sollte, für i h r e Alten zu sorgen. Runmehr kann jede Kirchengemeinbe über die ihr zufliehen- dtzn Beträge, von denen mir ein Teil der Zentral­stelle zugeführt wird, bestimmen. Rächsten Sonntag soll in Giehen die Haussamrn- l u n g durch junge Gemeindeglieder erhoben wer­den. Die Kirchenvorstände bitten, dah jeder für den genannten Zweck nach Möglichkeit beisteuert, und daß besonders die, die sich in wirtschaftlich günstiger Lage befinden, an diejenigen denken, die jetzt unter einem unverdienten Schicksale zu leiden haben.

Wettervoraussage

für Samstag:

Vorwiegend heiter, warm, trocken, schwach' Winde.

Die gestern über England erschienene Depres­sion zieht yordwärts, ohne stärkeren Einfluß auf unsere Wetterlage auszuüben.

kleineren Besitz entgegenkommt. Unteren Brüdern im besetzten Gebiet sprechen wir wie jedes Jahr an dieser Stelle unseren Dank aus für das, was sie um ihr Deutschtumwillen erdulden.

Mtt Recht hat der Abgeordnete Schian festgestellt. dah wir fett dem Frühjahr einer Kon­solidierung unserer inneren uid äußeren Ver­hältnis s entgegengingen. Mtt Rathenau ist ein Mann gefallen, der seinem Volke und Vaterland mit Eifer und Erfolg gedient hat. Ihn hat ganz Deutschland verloren, aber wir Haben einen be­sonderen Anlatz, um ihn zu trauern, ja bei solchem Verluste erregt zu fein. Außenpolitisch war die nächste Folge der furchtbare Sturz der Mart. Im Innern hat die Tat die Lage des «Staates blitzartig beleuchtet. Der neue öiaat sollte im Gegensatz zum alten ein Staat des gleichen Rechts sein, in dem nicht mehr bevorrechtigte schmale Schichten das Ruder allein in dec Hand hielten Die settherigen Priveliglerten haben sich damit nicht abgefunden, vielmehr dirch einen systematt- 1djen Feldzug der Verleumdung unb Schmähung der neuen Männer in weiten Kreisen die Vorstel­lung za erwecken gesucht, bafr es sich bei ihnen int unfähige Kreaturen handele. Don dieser Karnpfes- weise hat man auch in Hessen reichlich Gebrauch gemacht, am meisten gegen die demokratische Par­tei, der der Vorwurf der njangelnben nationalen Gesinnung gemacht wurde, was besonders ver- bittert bat. Die Deutsche Volkspartei mutzte wis­sen. dah ebensogut wie bei ihr und anderen Par­teien unter der Demokratischen Partei 'Lette genug sind, die im entscheidenden Aigen- blick ihre Schuldigkeit . getan haben. Die tiefe Erregung hat Demonstrationen zur Folge gehabt. In Darmstadt sind am gleichen Tage Ausschreitungen vorgekommen, die nicht scharf genug verurteill und nicht tief genug bedauert werden können. Der Redner spricht sein Bedauern über die den Abgg. Dr. Osann und Dingeldev zugefügten Schandtaten aus, bedauert auch den Tod zweier völlig unbeteiligter Leute und ver- urtettt ferner die Ausschreitungen gegen Darm­stadter Zeitungen. Er fordert restlose Aufklärung mtt voller Sühne. Gegenüber dem mancherorts gemachten Dorwurf, dah die Demokratische Par­tei sich an der Demonstration beteiligt habe, ver­teidigt er diese unb lehnt es ab, sich über das Matz und die Form der Ssauerfunbgebungen für Rathenau Vorschriften machen zu lassen.

teilen, daß die linkspolitischen (befangenen noch mcht wiederber Freiheit ausgesetzt" Warden datz in Butzbach schon 60 Leute vernommen tour» oen, bie den Abg. Werner belästigten. (Abg. Dr. Werner: Sie finb nur ein bißchen bei mir eingebrochen! Hört, frört! Ebner ruft: Ich billige die Demonstration (schlagende Handbewe- gung) auch nicht, aber ich frage, sind Sie, Herr Dc. Werner unb Herr Osann unb Dingeldetz nicht selbst schuld! Erregte Rufe: Pfui! und Pfui Teufel!) Man hat auch in Darmstadt eine ganze Veihe von Leuten verhaftet, und ber Herr Mi­nister des Ortnern hat schon gesagt, datz schwere Bestrafungen eintreten sollen. (Minister v o n Brentano: Daraus können Sie sich verlassen i Ebner: Das mögen auch die Sozialdemo­kraten sich merken!) Im weiteren Verlaufe seiner Rede sprich' ber Abgeordnete mehrfach von Mord­buben. Präsident Abelung: Herr Abge­ordneter, ich nehme an, datz Sie mtt diesem Wort kein Mitglied des Hauses treffen wollen! Eb­ner: Das habe ich nicht gesagt, obwohl es auch hier gesagt werden könnte, denn wir Kommu- ni ft en werden uns an den parlamen­tarischen Schliff nie gewöhnen. Präsident Adelung: Das ist aber doch notwendig, datz Sie im demokratischen Staat parlamentarische ttmgangsformen lernen! Bravo!) Redner wen­det sich dann gegen die S.P.D. und sagt unter an­derem: Roske war doch auch ein Lubendorff! (Drohe Heiterkeit. Abg. Kaul ruft: Gr stellt die Front mit Kindt wieder her! Erneute Heiterkeit.) Die weiteren Ausführungen des Redners sind im wesentlichen Auseinandersetzungen mit den Sozial­demokraten und spielen sich als Zwiegespräche unb Zwischenrufe ab. Er beschwort die Linke dringlichst, auf den Boden des ^lassenkampses zurück^ukehren Es tommr wiederholt zi- stärksten Heiterkeits­ausbrüchen, als er auf Rutzland verweist unb er­klärt, dah die Kommunisten nicht mehr für die Erhaltung der sozialdemokratischen Ministersessel kämpfen können. An der russischen Hungersnot seien nicht die Menschen, sondern die Ratur schuld

Der Redner verbrettet sich sodann noch über eine Reihe von Einzelheiten unb erklärt bann, die ' Arbeitsgemeinschaft zwischen den Mehrheitssozial- demokoaten und den Unabhängigen im Reiche habe ähnliche Bestrebungen auf ber nichtsozial­demokratischen Sette zur Folge gehabt. Wenn man dort von dem gleichen ©ebanfen ausgeht tote auf sozialdemokratischer Seite, nämlich zu ber Zuführung republikanisch Gesinnter zur Koalition, dann haben wir dagegen feine Bedenken, mühten aber eine Beteiligung ablehnen, wenn diese Ar- bettsgemeinschaft nur wieder zu der alten Spal­tung,frie Bürgertum, hie Sozialdemokratie" führen würde. Wie wett sich das auf Hessen über» tragen läht, ist schwer zu sagen. Es muh zuerst zeigen, ob die im Tone sympathische Rede des Abgeordneten Schian einen Anfang au einer anderen Einstellung gegenüber den Regierungs­parteien bedeutet. Wir möchten es hoffen und dann wird vielleicht in absehbarer Zeit der Frage einer Kralitionsverbreiterung mit gröberer Aus­sicht auf Erfolg nähergetreten werden können Denn die Voraussetzung ist, dah weitere Schichten als seither erkennen, dah die grobe gemeinsame Rot nur gebannt werden kann auf dem Boden ber Republik durch die Demokratie.

Abg. Kiel (A.S.P.): polemisiert zunächst krrz gegen den Abg. Kindt wegen dessen Ausfuhrrngen zrm Deatschvölki- schen Schuh- and Tr^tzband. Bei der Revo­lution haben sich alle reaktionären Elemente ins Mauseloch verzogen, später sind sie dann in ihre Olemter nach und nach wieder eingerückt und spielen sich als Herren auf, das ist das ttnglüa

Schal Scha!"l) rief da leise Samuel Cha- jim,in Emmes-), der Bochers es e Slug1) and toirb werden c Kohtzin^), wenn er hat Masell), der Bocher."

Rach diesen Worten des jüdischen Wrrt>rs senkte sich bei Körper des Knaben lang tarn her­ab, bis er auf den Händen nutzte, dann zog er die Knies an und stand mit einem Sgh aufrecht vor den überraschten Zuschauern. Er strich sich mit der Hand über die Stirn und trat bann tn der 2lit eines soeben aus tiefem Schlaf Erwachten an den Tisch ber Seeleute, streckte seine Syanb aus unb bat um ein Bakschisch. Die Männer warfen itzm eine Kleinigkeit zu, toorals er sich zu Doktor Perzelius unb Eduard wandte. Der Doktor holte eine Handvoll Kupfermünzen aus seiner Ta'che und reichte sie dem Knaben, der freudig erstaunte ob des großen Geschenkes.

..Gott was sind Se for e Kotztzin," rief Samuel Chajim ber eine ähnliche Freigebigkeit bei seinen Kunden nicht gewohnt war.

Der Knabe erging sich in überschwenglichen Danlesbezeugungen unb man merkte ihm an, datz er irgend etwas suchte, um feine Erkenntlichkeit -u beweisen. Endlich schien ihm ein Gedanke ge­kommen Er setzte sich toieber in die Mitte des Zimmers mil unterg.schlagenen Beinen und be­gann sein Flötenspiel von neuem. Rachdem er abermals in einen Zustand von Raserei vrr-

fob Greth beim Finanzamt Oppenheim: Georg Hambach bei der Finanzkasse Giehen: Wll- helm Honig beim Finanzamt Osthofen; Ludwig £nl^rIr?amann beim Finanzamt Offenbach-Stadt: Bernhard Katzenmeie r beim Finanzamt Heppenheim: Iatob Kehr, Karl Knieriem, Karl Krug, Heinrich Marr, Wil- Helm M u 11 c r, Philipp Rindfutz und Iohau- nes Strauh beim Landessinanzamt Darmstadt: öubtoig M e fr g e r und August Raumann beim Finanzamt Friedberg; Adam Ru h la n d bei der Finanzkasse Worms: Karl Schlierbach beim Finanzamt Giehen, Jakob Singer bei ber Fi­nanzkasse Dieburg: Heinrich Thomasberger beim Finanzamt Worms-Stadt: - die Zollinspek- toren: Albert Frey bei bei" Finanzkasse Bens- r rrmJ?crmann Leinberger bei der Finanz. taffe 353101^°; der Stabszahlmeister a. D. Georg Z u l a u s bei der Oberfinanzkasse Darmstadt.

Der FilmFridericus Rex', der gegenwärtig in den Astoria-Lichtspielen gezeigt wird, steht noch bis einschliehlich Sonntag ach -Jem Programm

Kreis Friedberg.

spd. Bad-Rauhetm. 20. Juli. In ben letzten Tagen sind in hiesigen Hotels mehrere verwegene Diebstähle ausge- fuhrt worden, die anscheinend alle auf das Konto einer ganz gerissenen Person zu setzen sind, für die aber in erster Linie Die Be­stohlenen zu einem gut Dell selbst die Ber- anttoorhing tragen. Einem Hotelgast wurden abends zwischen 61/« Uhr und * 7 Uhr aus seinen Zimmern für 100 000 Mk. Kleider und Pelze entwendet, einem anderen die Uhr. etwa 22 OOO Mk. bares Geld, einer Familie die Handtasche, mehrer? Kleider und ein Pelz im Gesamtwert von rund 30 000 Mk.. einem anderen Gast aus dem Zimmer das ganze Bargeld und die Uhr. In allen Fällen konnte der Täter nicht ermittelt werden.

* Bad-Rauhe im, 20. Juli. Bis heute betrug der G e s a m t b e s u ch u n s e r e s B a - des 22 405 Personen.

Kreis Schotten.

wg. Gedern, 21. Juli. Der Kreis» seuerwehrtag für ten Kreis Schotten wird am 30. Juli hier stattfinden, verbunden mit der Feier des 30jährigen Bestehens der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Vormittage findet zunächst eine Gedenkseier zu Ehren de? verstorbenen und rm Krirg? gefallenen Feuer­wehrleute, daran anschließ rnd FestgotteSdienst statt. Die übrigen Veranstaltungen wickeln sich nachmittags auf dem Festplatz.» ab.

Abg. Ebner (K. P. D.):

Dic Reden der Deutschnationalen und Deut­schen Volkspartei waren sehr zahm, weil sie wissen, welche Atmosphäre tn Deutschland herrscht unb dah bie Arbeiterschaft sich entschlossen zusammengetan hat zum Schutze der Republik. Wir Kommunisten sind aber nicht so feig, wir vertreten nach wie vor offen unsere Ztele.DieMörder von rechts geben noch immer straffrei aus. aber die von links fitzen hin­ter Gefängnismauern unb werden nicht begnadigt, well besonders das Zentrum sich gegen jede 2lm° nestie ausfpricht. Die Ratheiiau-Mörder sind nun toohl nicht mehr im Diesseits: nachprüfen möchte ich das nicht. (Äetterkeit.) Aber mitschuldig sind die Helfferichs, Die Ludendorffs unb auch bie Dr Werners tn Hessen. (Abg. Werner ruft nach einem Eisbeutel. Heiterkeit.) Im weiteren Verlaus sei­ner Ausführungen erhält ber Rebner einen Ord­nungsruf. weil er dem Abg. Kindt Feigheit vorwirft.

'* Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde der charakterisierte Kanzleiselretär beim Lanvessinanzamt Darmstadt (Präsidial- geschäftsstelle Gruppe C) Louis Friedrich Sce- felbt zum Kanzleisekretär. 3u Steuerinspek­toren wurden ernannt: bie Obersieuersekietäre. Georg Bauder beim Finanzamt Langen; Arthur Dender beim Finanzamt Schotten: Heinrich Böll beim Finanzamt Mainz II; Philipp Blum

Der Deutschnationale Hand» lu ngsgehilfen-Derband hat jetzt eine eigene Geschäftsstelle (Wallwrstt. 18) eröffnet.

r ** Berichtigung. Die Elektrische Ueber. landanlage ber Provinz Oberhessen in Wölfers- Heun stellt am kommenden Sonntag bie Strom- « S^be von morgens ö UhrVis abenbs teif )$ r em (Siehe Bekanntmachung im Anzeigen-

Bornotizen.

T Tageskalender für Freitag. Astvrra -- Lichtspiele:FridericuS Lichtspielhaus, Bahnhofstr., ab heut lieber alles siegt die Liebe" undKriminc^ olizei".

Die Aufführung derVer­sunkenen Glocke" durch die Waldbühne, die für heute abend anqesetzt war, findet nicht statt. (S. Anzeige.)

Gießener Waldbühne. Von bei Cettung ber Westdeutschen StudienfahrtLahn- Mosel , die vom 23.25. Juli Giehen berührt, ist die Waldbühne gebeten üoorben, durch eine Freilichtaufführung desDatterich" Hessen-Darm- städtischen Humor und Hessen-Darmstadtische Kunst zu vermitteln: bie Ausführung finbet vor ge* fäMenem Kreis im Hose bes Schiffenbergs statt, -ihn aber auch ber Giehener Bevölkerung gerecht zu werben, wirb bie Walbbühne bas sorgfällig eingeübte Lustspiel bereits am Sonntag abend (f. Anze ge) im Katholischen Der­er ii s Haus ber vollen Oesfeittlichkttt barbieten. x5n den führenden Rollen werden fast lauter wasch­echte Darmstädter wirken.

fallen war, in welchem er den Oberkörper heftig Herumschwang, brach er plötzlich mit dem Spiet ab und beugte den Kopf tief nach vorne, bis das Kinn fest an der Brust anlag. Dann zog er die Deine hoch unb verschränkte sie über feinem Dacken, so datz er wie ein lebendiger Knäuel anx Boden lag. Der Kopf war vollkommen ver­steckt, nur die langen Arme mtt den schmalen Händen ragten frei in bie Luft. Diese Hände begann er nun langsam gegeneinander zu reiben, als wollte er eine kleine Kugel zwischen ihnen formen. Er schien auch etwas zu halten, was durch die reibende Bewegung grofrer wrrbe rnd schließlich zwischen den Fingern her vor quoll. Es war ein ganz dünnes, rotes Tuch, das rasch an Umfang z u nahm und ihn schlietzlich völlig be­deckte. Eine Zeillang sah man noch den Körper unter dieser Hülle sich bewegen. Dann trat R rhe ein. Alles erwartete gespannt den Ausgang.

Perzelius traite feinen Argen nicht, als er watzmatzm, wie der lebende Klumpen kleiner rnd kleiner wurde, bis nach Ablauf einiger Min ttm

Tuch flach auf dem Boden lag, ausgebreitet wie ein Teppich während von dem Knaben nichts mehr zu setzen war.

Der- Wirt bemerkte bas Erstaunen des Dok­tors unb erklärte biesem:Es is e Krnststück, was er macht mtt Skanvs Refaschos^). Ich hab' ihn schon oft gefragt brum, aber er sagt, eS is c Mizwe^), bafr er nix redet darüber."

Die Seeleute fingen wieder an zr schreien unb zu trinken, ber jubische Schiffer, welcher Je- chiel ben Ietzub hietz, tote ars seinen Worten her»

x) Lebensgefahr.

*) Gebot.

^nten, Spo

sm». Aty« ®

Äfti? teÄ', ln btriu?^ am t Jpnt S Wen 3eit tzrS;: Ißer Übe m ,le 80i Ss

Der Junge setzte sich in der Mitte bes Zimmers auf ben Boden mit verschränkten Deinen und begann auf einer altertümlichen Flöte ganz leise tn frembartigen Ton folgen zu spielen, die oft tote das Säuseln des Windes ober tote lang- gezogene ferne Klagerufe klangen. Allmählich touebe bie Melodie totlber, hastiger, girrender und dabei begann er sich sanft in den Hüften hin und her zu wiegen, bis sein Oberkörper fchlteh- lich in eine immer rascher werdende kreisende Bewegung geriet. Plötzlich klatschte er in die Hände, schleuderte.die Flöte weg und warf sich mtt den Deinen nach oben, während er die Arme ausstrecktc wie einer, ber auf den Händen zi stehen versucht. Aber zum größten Erstarnrn alter, bie ihm allmählich ihre Aufmerksamkeit zu- gewandt hatten, berührten seine Hände ben Doben nicht, sondern befanden sich etwa eine Spanne wett bar über. Der ganze geschmeidige Körper schwebte mit dem Kops nach unten frei in der Luft.

Doktor Perzelius hatte schon öfters arf reinen Reisen ähnliche Dorführunge.r gesehen aber dreie Sicherheit unb Raschheit, mtt ber bet Änib: in den Zustand der Levitation verfallen vav batte ?r noch nicht zu beobachten Gelegenheit geh'rbi

Selbst bie Schisfsknechte und Fischer w.-ren verstummt mb gafften a.if den Knaben.

verging, begann einen letzten Versuch, die (Sin- geborenen zu irgend etwas zu überreden, worauf diese jedoch nicht eingeben wollten. Endlich stan­den sie alle auf unL verließen unwillig das Zimmer-, während Iechiel ben Iehud ihnen ärgerlich Nachsatz.

Er bestellte sich noch ein Glas Schnaps, teerte es kn einem Zuge und stierte dann unerttschlosfen vor sich hin. 2luch Perzelius rnd Eduard spra- <6en nichts, unb so war es eine Wette ganz still. Rur die Lampe flackerte und blatte, wätzrenb sie einen stinkenden Qualm verbreitete.

Aber es lltt'Iechiel ber. Iehud nicht lange bei dieser Ruhe. Gr erhob sich und ging gebückt unb unsicher herüber zu Eb.lard hnb dem Doktor, um sich an beten Tisch niederzulassen. Er sagte: Derzelh'n Se mel Chufrpo'), Se sein feine, starke Leit', woll'n Se nicht fommen bei mir? Ich geb Gelb, viel Gelb, viel Geld, is es c Masel-) für jeden, der wo macht en Schamesch') in mein'm Schiff."

Perzelius horchte auf. Vielleicht ließ sich hier etwas «rächen. Er gab sich bat Anschein. Äs liege ihm nichts an der Sache, bis ber Jude weiter in ihn drang:Kommen Se mit, sei'n Se fei Deheimefri). können Se mer glauben, bah ich eich nix mach vor. baft ich nix bin e Maaßes- erzähler^). wo redet den Tag, so lang als er Is Ich reir nix viel, ich sag bloß: Es iS e Geschäft, met Geschäst."

l) Llnverschämtfrett.

2) Glück.

3) Knecht

4) Dummkopf.

5) Geschichtenerzähler. (Fortsetzung folgt.)