Ausgabe 
20.10.1922
 
Einzelbild herunterladen

aSeBerfcrtMobrten üBet 2 Uhr na4mlttag8 soll BO Mk. statt bisher 30 Mk betragen unb bet Wahrten mit Uebernachten 120 Mk. flott bisher Xs ant

Die Tätlichen Tonwette in Sieben und Tonwerke Hütten berg bei Leihgestern und kAbend stern bei Heuchelheim sollen vom 16. Ok­tober 1922 an den Del. vearbeitem über 21 Jahre 78,50 Mk. Stundenioi-n zahlen statt bisher, Aeit dem 25. September 1922, 60,50 Mk. und die »übrigen Löhne in demselben DerhältniS erhöhen. LDer Fabrikarbetterverband hatte die Durchfüh­rung der 3. Ortsklasse des Frankfurter DezirkS- lohnabkommens für Oktober 1922 gefordert.

Die Gerbereien Decker und Lotz in Sieben «sollen vom 16. Oktober an den Arbeitern über 25 Jahre folgende Stundenlöhne zahlen: den Gelernten 78 Mk. (bisher, feit dem 1. September 1922 60 Wk.), den Angelernten 74 Mk. (57) und den Ungelernten 70 Wk (54). Die Löhne der Ar­beiter unter 25 Jahre sollen sie um 30 v. H. erhöhen.

Der Lauterbacher Blechwaren- fabrlk und Derzinkunasanstalt gab der SchlichtungSauSschuh auf, ab 9 Oktober 1922 die tariflichen Stundenlöhne, die seit dem 1. Sep­tember 1922 gelten, um 25 v. H. zu erhöhen. Der Stundenlohn deS gelernten Arbeiters über 25 Zahve kommt hierdurch auf 66,25 Mk Die Familienstands- und sonstigen besonderen Zu­lagen sollen in der bisherigen Höhe bestehen bleiben Dei den Acbeitsstreckungsmahnahmen deS DetrtebeS hatte der Metallarbeiterverband eine Derleyung der Vorschriften des § 74 des DetriebSrätagesehes zu erkennen geglaubt. Die Derbandlung hierüber ergab jedoch keine An­stände.

Die Dad-Aauheimer Musikbe­triebe sollen die Deptembermusikerlöhnc vom (. Oktober an um 15 v. H. und vom 16. Oktober 'in um 30 v. H. (d. h. weitere 15 v. H.) erhöhen 'Den Anträgen des MusikerverbandÄ auf Er­höhung des tariflichen Aoten- und Saitengeldes »lnd der Ueberslundenentlohnunq unb auf Ein­führung einer besonderen Entschädigung für Der- schleih von Kleidung und Wäsche wurde nicht stattgegeben.

Kirche und Schule.

Erledigte Schul stellen Erledigt f<nb: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Sichelsdorf, Kreis Schotten Dienstwohnung für einen ver­heirateten Lehrer ist vorhanden: eine Lebrerstelle ür einen katholischen Lehrer an der Volksschule va Dobstadt, Kreis Densheim. Dienstwohnung hir einen verheirateten Lehrer ist vorhanden: eine Lehrerstellc für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Beedenkirchen, Kreis Dens- fctm. Dienstwohnung für einen unverheirateten Lehrer ist vorhanden: sechs Lehrerftellen an der Volksschule in Offenbach a. M., wovon xtoel mit evangelischen, eine mit einem katholischen und drei mit freireligiösen Lehrern zu besehen find Wohnungen sind in Offenbach schwer zu be­schaffen: zwri Lehrerstellen für katholische Lehrer an der Volksschule zu Groh-Steinheim, Kreis Offenbach. Es sind zur Zeit zwei Woh- rmngcn für ledige Lehrer vorhanden: eine Lehrer­stelle für einen evangelischen Lehrer an der Volks­schule zu Aieder-Moos, Kreis Lauterbach. Mit der Stelle war früher Organistendienst ver­bunden: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule In Groben-Lin- den, Kreis Dieben. Wohnung vorhanden, aber vorerst noch nicht frei: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in ZberSheim, Kreis Worms. Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Pfeddersheim, Kreis Worms. Dienstwohnung ist vorhanden.

Landwirtschaft.

* Für Viehhändler zur Beach­tung. 3m Anschluh an unsere Nachricht vom Mittwoch betr. das VerbordeSHandelS mit Klauenvieh in mehreren Orten des Kreises Gießen wegen der in G r i e^d e l herr­schenden Maul- und Klauenseuche wird uns milgeteilt, dah nicht der ganze Handel mit Klaucnvieh kurzweg verboten ist, sondern lediglich der Handel, der ohne vor­hergehende Bestellung entweder außerhalb des Gemeindebezirks der gewerblichen Nie­derlassung des Händlers oder ohne Begrün­dung einer solchen stattfindet. Als Handel im Sinne dieser Vorschrift gilt auch das Auf­suchen von Bestellungen durch Händler, ohne Mitführung von Tieren und das Aufkäufen von Tieren durch Händler, also der sog. Han­del im Amherziehen (Hausierhandel).

)( Aus dem Niddertal, 19. Oft. DaS sthönc Herbstwetter der letzten 14 Tage hat die Feldarbeiten außerordentlich gefördert. Das

Die Herweghs.

Sine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.

13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Fisch war natürlich verfallen. »Das ist nun wirklich kein Unglück, Grete," tröstete er feine Frau. ,Äch esse ihn auch so . . .

Als sie beim Kaffee sahen, wollte Grete gern den Schmuck sehen. .Mach mir die Kassette doch mal auf, bat sie.

DaS kann ich nicht.

Darum kannst du es nicht?" fragte sie naiv. Das ist doch kein Geheimnis. Ich will ja nur hineinsehen . . ."

Endlich gab er nach. Sie räumte das Kaffee­geschirr zur Seite und stand begierig hinter ihrem Mann. Die Kassette sprang auf. (8i[t Türkisen- halsband, mit Perlen besetzt, schimmerte ihr ent­gegen. Sie stieß einen entzückten Ruf aus. Mit raschem Griff nahm sie ein weiches goldenes Ketten-Schlangenarmband heraus. Es schmiegte sich kühl und weich um ihr Handgelenk wie eine Schlange. Zwei schillernde Augen aus Smarag­den waren dieser Schlange eingesetzt, Smaragde. Gretes Augen blitzten. Auf dem weihen Grunde blinkten ihr zwei köstliche lange Ohrringe entgegen. Sie nahm sie in die Hand: .Laß mich doch Emst. Sei doch nicht so. Ach der wonnige Ring! Sie streifte ihn an.

Er nahm ihr die Sachen wieder ab und legte fie in die Kassette:Ich will es nicht, lah das. DaS gehört nich und. Aber sie schmeichelte unb Bat Wir einmal wollte sie blc Ohrringe anziehen, die dort unten aus der Tiefe des Kastens schim-

GrummetgraS kam, soweit es noch stand unb nicht durch das anhaltende Regenwener verdorben war, nach Güte unb Menge vorzüglich ein Die Kartoffelernte ist in vollem Gange unb fällt bedeutend besser aus, als erwartet. Nur auf nassen Aeckern gab es viele faule Knollen, so dah stellenweise überhaupt nicht ausgemacht zu werden brauchte. Dagegen war die Fäulnis im allge­meinen nicht so schlimm, als befürchtet worden war. Trotzdem findet schon wieder eine ge­wissenlose Preistreiberei statt. Die Dickwurzernte fällt ebenfalls vorzüglich aus. Obst wird überall massenweise verladen, da die Preise für Tafelobst angezogen haben, während Kellervbst im Preise zuruckging, es gilt noch 200 bis 250 Mk , während für ersteres 500800 Mk. bezahlt wird.

Vermischtes.

* Derlin, 19 Oft. Dlättermeldungen auS Halle zufolge wurde der Kraftwagen des Ge­neraldirektors unb Gründers der Stahl- unb Federwagen A.-G. Emst Riedel, Chemnitz, an der Straßenkreuzung beim Dahnhof Neudorf (Erz­gebirge) von einem Güterzuge erfahr unb zer­trümmert. Riedel wurde getötet, sein Schwie­gersohn. der Grohkaufmann G e h r e n be ck, wurde lebensgefährlich verletzt. Der Chauf­feur kam mit Quetschungen davon.

' Berlin, 19. Ott. (Wolff ) AuS der Ver­suchsstation der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie (Telcfunkengesell- schaft) wurden wesentlich verbesserte Gebe- unb Empfangsröhren, die ausschließlich für den Betrieb der Gesellschaft bestimmt waren, von zwei Physikern unb einem Mechaniker der Gesellschaft durch Vermittlung eines Ingenieurs nach Hol­land, Amerika und den russischen Randstaaten verkauft. Die Kriminalpolizei, die die Ver­untreuungen aufdeckte, verhaftete die drei Ange­stellten, die nach Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Das Strafverfahren ist ein- geleitet. Die Polizei fahndet nach weiteren Schul­digen.

tob. Hagen, 19. Ott. Für die ausge­schriebenen Srdavbeiten für den Justiz- neubau hatten 18 Firmen ihre Angebote eingereicht. Wie die ..Berg. Märk. Zeitung berichtet, beträgt die Mindestforderung 66 886 090 Mark, die H ö ch st f o r d e r u n g 112 693577 Mark. Demnach beträgt der Un­terschied 46 Millionen Mark.

* Bautzen, 19. Oft (Wolff.) In der Spin­nerei unb Weberei von Thomas äscherte gestern ein G r v h f e u e r die Druckerei unb einen Teil ber Weberei ein. Der Schaden an Gebäuden, Ma­schinen, Fertigfabrikaten usw. wird auf 100 Millionen Mark geschätzt. 200 Arbeiter sind zunächst beschäftigungslos geworden. Der Brand ist daburch entstanden, bah ein jugend­licher Arbeiter mit einem Zündholz unvorsichtig umging.

Handel.

Der französisch« Handel.

Paris, 19. Oft. (WTD.) Nach einem Grlab der amtlichen Statistik, die durch Havas verbreitet wird, betrug die französische Einfuhr in den ersten 9 Monaten des lausenden Jahres ins­gesamt 37 317 409 Tonnen im Werte von 16 520 188 000 Franken. Im Vergleiche zu dem­selben Zeiträume des Vorjahres ist eine Er­höhung um 10116 288 Tonnen bzw. 894950000 Franken eingetreten. Die Ausfuhr bestes sich insgesamt auf 16117 893 Tonnen im Wette von 219076000 Franken. SS liegt eine Ge­wichtserhöhung um 4 365 697 Tonnen und eine Wertverminderung um 608 390 000 Franken gegenüber den ersten 9 Monaten des Jahres 1921 vor.

Berlin, 19. Oft. DörsenstimmungS- bild. Der niedrige Neuyorker Markkurs sowie die etwas verstärkte Dedarssfrage aus der In- buftric steigerten die Devisenpreise erheblich, so daß die Auszahlung Neuyork 3200 betrug und für die anderen Plätze dementsprechende No­tierungen erreicht wurden. Sonst wurde der Dörsenselertag zur Abstimmung unb Ausarbeitung im gegenseitigen Verkehr benutzt. Seitens der zahlreich versammelten Interessenten hörte man für nahezu alle Wertpapiere, besonders aber für Valuta-, Bank-, Schisfahtts- unb Montanwerte höhere Kurse nennen. Dei den Danken ist der Eingang von neuen Aufträgen, unb zwar haupt­sächlich zum Kauf unvermindert groß geblieben.

Frankfurt a. M., 19. Oft. (Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 3200, im Verlaufe 31503175. Die Devisen waren auch heute wieder bei regem Geschäft gesuchter. Auszahlung Neuyork und Holland besonders be­gehrter. Der Rentenmarkt zeigte vorwiegend feste Tendenz. Regere älmsätze machten sich in Dank- aktien bemerkbar, wo besonders Deutsche Dank und Berliner Handelsgesellschaft bevorzugter er­schienen. Montanaktien waren anfangs etwas im

merten.Nur zum Spaß. Ihre Wangen brann­ten wie im Fieber, sie streckte bittend ihre Hände aus. Er gab nach. Sie befestigte die Ohrringe vor dem Spiegel in ihren kleinen rosigen Ohren. Sie bestanden aus zwei wundervoll geschliffenen Smaragden, an denen je ein großer Diamant wie ein Tautropfen hing Grete atmete tief auf. Sie war heiß vor Erregung. Schmuck!!Siehst du. Emst, das ist bei mtr dasselbe Gefühl, wie wenn du Dach spielst. Sehe ich jetzt wie eine russische Fürstin aus, Emst? fragte sie.

Nein," sagte et,du siehst aus wie Grete Kollin.

Grete tat den Schmuck erzürnt augenblicklich toieber ab. In ihrem Eiset verfingen sich die Spitzen ihrer Acrmel an ber Kassette, diese stürzte um und ihr Inhalt ergoß sich auf die Tischdecke. Perlen, Ohrringe und Armbänder rollten auf den Teppich

Herrgott, Grete." Sie beeilten sich, alles wieder auszusammeln.Wenn uns jemand zu- gesehen hätte I" Et verschloß die Kassette unb nahm Grete das Versprechen ab, niemand, auch nicht seiner Mutter, etwas davon zu sagen, daß er ihr den Schmuck gezeigt hatte.

.Ich verspreche es dir in die Hand, sagte Grete.

Die Fürstin war in den Kaukasus abgereift, die ^Kassette stand wohlgeborgen in Herweghs eisernem Schrank, andere Ereignisse hatten diesen Zwi chen a l halb verwischt InEppenhaus n waren durch Gewitter äleberschwemmungen entstanden und hatten in der Fabrik Erdrutschungen veran­laßt. Dadurch waren große Vorräte verdorben und ein halbfettiger Ringofen eingerissen wor­den. Die neu angefauftc Fabrik war auf sump-

Hintergrunb. Harpenet ftanben in itgerer Nach­frage. Phönix 50 Proz. höher. Auf dem Markte der Industrien kl ien blieben Zuckeraktien stark ge­sucht. Autvwerte fanden eb.nfa.lS zu festen Kur­sen Ausnahme. Der Markt der chemischen Wette zeigte eine unregelmäßige Haltung. Farbwerte schwächten sich ab. ClektrizitätsPapiere unterlagen Schwankungen. Größere ilmf ab tätig leit bemerkte man in Berliner HandelSgesttlschaft, pluS 600 Proz. Der Einheitsmarkt ist weiter fest. Der Dollar wurde gegen 1 llbr 3175 genannt.

Dorfen fürs«.

Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Sllufc- Schluß. Schluß» Mure fturs Kur» Kur»

Datum: 18.10.

ö"/, Tisch. Relchüantelhe 77,50

4°/0 Teraleichen 235,

3'/,*/° Tcrflleidjcn 137/

3*/, Teraleichen 58ft

Dlsch Spar» ^ram.-Anl. 80,50

4°/> Preußische Konsol» 88,

4'/, Hessen 70,-

3,/,<7 Hessen 64,-

3*/o Hessen......... 62.-

19.10.

77,50 235,- 13k- 580.-

80,75

18.10.

77,50 235,- 135, 580-

81,25 92,75

72,50

6L8O

71,- U- 64.90

47. Zolltürfen 4500,- 5325,- 4400,- 57# (yolbincrifaner,3/u00,

Berliner HandelSges . 320(4 3800, 3000, Commerz u. Privalbk. 399. 540, 4!0, Darin',.u.Nationaldank 390, 480, 397, Denlsche \<anf Hilst 13Ost 1074, Teilische DereinSdnnk. 225,,, TiSeonio (Sommanbit . stist 900, 72st MelaUbank 2100,- 2400, -, Miuelben«. Crediibank 405, 478, 415, Oeftcrr. (Srebhaniialt . 500, 510 48L -

Bochumer Guß 4300, 4075, 4500,

Buderus 2380, 227st- 2275.- Caro 1975» 1975,- 1925, Deulsch-Lurembiira. . 4450, 4600, 4400, Gelsenkirchener Bergw. 4(>#;>, 4500, 4660, Harvener Bergbau. . . 9900,-10000,, Kaliwerk Aschersleben. 2700, 3550, 3000, ztaliwerk Westeregeln . 36OO, 37Ost 3700, Vauraliütte 4670., 4395, Oberbedarf 2375, 2240, Pbönir Bergbau 5550, 5600, 5150, Rheiniiahl 4900,- 5100,- 4950,- iKicbctf Montan v . . . 5075,, 5000, TelluS Bergbau 1450, - 1470,, Oamburg Linier. Paket 1230, 1225, 1170, .>l'orddeulfcher Vlonb . 820, SSO,

'einentiverfHeibelberg 1990, 1995,, Phlltvv Holzmann . . 1115, 1325, 1350, Cluglo-Cont.-Gunno. . . 6300, 6020, 5610 Badische Anilin . . 3100, 2925, 3200,

Golbschmidl 2910,- 2490,- 2800.- (yrievUeiiucr Cleetron. 2350, 2200, 2400, Höchster Harbiverte 2500, 22Ist 2300, Holzverkobllnig 1600, 1525,, lilllgersiverke 1880, 1920, 1875, rdjclbeanftalt......25OO. 24!st

Allg- Elekrrizitäts-Ges 1410,- 1375, 1360,- Berainann 1300, 1350, 1225, Scbuckerl 2425,- 2400,- -,- Siemens & Halske. . ., 3300, 3500»

19. Ist

Adlerwerke ffleuer. . . 800, 800, 900,, Daimler Motoren. . . . 800, 800,,, veoligensiaedt......1480 1480,,

Meauin 2400,- 21 Ist- 2250,-

Metallges. f^ranffnrt. . 2925.- 2925,-,,

Lchubsabrik Herz.... 700, 750,,

Sichst............ 1100,- -,- -,

Zellstoff Waldhos .... 1550,- 1500- 1500, Zuckersabr.ftrankenlhal 2o00, 2400,, Zuckersadrtf Wag rnulel 2OOO, 24OO,,

Frankfurter Devisenmarkt.

(Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Notierungen.

Datum: 18. Oktober 19. Oktober

Geld Brief Geld Brief

Antw.'Brllsiel . 20079,90 20120.10 21978,- 22022,- Holland 112678,20112912^)126173,7012642030 London 12837,10 12862.M 14410,50 144:39.50

Pari» 21565,90 Schwei, 53146,80

Spanien 44155^0

Italien 12212,70 Lisjabon-Oporto,

Dänemark.... 57942,

Norwegen .... 52947,

Schweden .... 77822,60 HelfinaforS. . . .,

Nennork 2889,60 Denlsch-Oesterr. 3,98 Bnbapejt 110,88

Prag 9415,50 Sofia>

21609,10 2:3696,20 23743^0

53253.20 58641,30 58757,70

44244.20 48951,- 49049,-

12237,30 13436,50 13463.50

58058,- 642X>'70 64361',30 53053,- 57642,:30 57757,70 77477,40 85414,50 85585,50

289540 317L80 3178',20

4,06 4,16 4,26

111,12 130,86 131,14

9434,50 10589,40 10610,60

Märkte.

Derliner Produktenmarkt.

D e r l i n, 19. Oft. Die erneute Devisenhaasse und der Mangel an inländischem Angebot aus den Erzeugerkreisen bewirkte heute eine weiter erhebliche Steigerung der Getreidepreise. Weizen notierte in prompter Ware ab Station wesent­lich höher, unb auch für Ciflieserung, frei Ham­burg ober (Bremen bestand viel Nachfrage. Letz­teres gilt auch für Roggen, namentlich für No­vember. In Gerste bleibt bas Angebot sehr knapp, unb Hafer ist trotz höherer Gebote bei geringerer Konsumnachfrage nur knapp erhältlich. Das knappe Angebot erklätt man sich in Händler-

figem Gelänbe gebaut unb bei äleberschwemmun- gen waren diese Erdrutsche unvermeidlich. Man hatte schon früher davon gehört, aber doch nicht damit gerechnet, dah der Doden so leicht nachgab.

Diese Dodenbeschaffenhett machte Ernst die größte Sorge. Er konnte es daher unmöglich so tragisch nehmen, baß ihm Grete unter Tränen verkündete, baß die Köchin mitten im Monat gekündigt hatte,ilnfer Emma geht! Es will mit einer Kuchauswanze nach (Belgien, denk nur! Ereignisse, die in das Wirtschaftsleben einschnit­ten, nahm Grete immer sehr ernst, denn sie brach­ten UnbequemlichkeiteTr.

Das Whist kränzchen tagte heute bei Fräulein Schmidt. Die Silbcreisen, eine hagere blitzsaubere Servierfrau, welche im Nebenamt 'Büglerin war, hals den Damen im geheizten Schlafzimmer ob­legen Unb da alle fast gleichzeitig kamen, füllte Fräulein Schmidts Schlafzlmnier ein fröhliches Stimmendurcheinander.

* Die behäbige Frau Sanitätsrat Oft ermann, die blonde Frau Iustizrat Huppert, Frau Ober­baurat Lengenich vertraten die (Beamtenschaft. Die verwitwete Frau Pistottus führte eine Fa- milicnpension in ber Rheinstrahe, aber keine .Pension Metropole, in die man mit zugelegten Grasentiteln segelte, sondern ein blankes, gut bürgerliches Haus mit rheinischer Küche und einem Haushalt, der wie am Schnürchen lief Fräulein Rettig, eine reiche Rentnerin, die »auch bet der Unverzagt arbeiten lieb, nahm ihrer scharfen Zunge wegen eine führende Stellung im Whistkränzchen ein. Sie gehörte zu den regel­mäßigen Kur Hausbesucherinnen, die fein Nach- mittagskonzett versäumen, hätte sich aber sehr verbeten, etwa zu der Kolonne der Cellotante ge-

kreisen auber mit der Zurückhaltung mit dem sich für Getreide- unb KattoffeltranSpotte wie­der stärker bemerkbar machenden Wagenmangel bei der Eisenbahn. Weizen, märkischen 7500 bis 7700 Mk. (steigend), Roggen, märkischen 6600 bis 6900 Wk (steigend), Wintergerste 70007150 Mk. (steigend), Haser, mättischen 68006950 Mk pommerschen 76007700 Ml., schlesischen 7660 biS 7600 Mk. (steigend). Mais, loco (Berlin 7100 bis 7200 Mk. (steigend), Waggon frei Hamburg 73007350 Mk.. Weizenmehl (100 Kg.) 19 000 bis 20 000 Mk. (steigend), Roggenmehl (100 Kg.) 17 50018 200 Mk. (steigend), Weizenkleic 3600 bis 3650 Mk. (steigend), Roggenlleie 36003650 Mark (steigend). Rap- 82008500 Mk (steigend). Viktoriaerbsen 11 000 Mk., kleine Erbsen 10 000 Mark, Rapskuchen 40004200 Mk.. Trocken- schnitzel 3300- 3500 Mk. Rauhsutter: Weizen- unb Roggenstroh, dvahtgeb. 13751450 Mk., Haserstroo. draht gepreßt 13751450 Mk.. Stroh strvhseilgebündelt 13751450 Mk.. Wiesenbeu gut, gesund und trocken. Vormahd 850900 Mk.. Nachmahd 750850 Mk.

Frankfurter Schweine- und Kleindiehmartt.

Frankfurt a. M.. 19. Oft. (Amtlich) Marktverlauf: In allen Viehgattungen langsamer Handel: Schweine nicht geräumt. Im einzelnen ist zu bemerken: Ansgettteben waren 506 Kälber. 679 Schafe unb 318 Schweine. An Preisen wur­den angelegt per Zentner Lebendgewicht: Käl­ber. beste Qualitäten. 14 50016 000 Mk., mitt­lere Qualitäten 13 00014 400 Mk., geringe Qua­litäten 11 500-12 800 Mk., Schafe 6500-11 500 Matt, Schweine unter 80 Kilo 20 00026 000 Matt, von 80-100 Kilo 28 000-30 000 Mk.. von 100120 Kilo 29 000-31 000 Mk., von 120 bis 150 Kilo 29 00031 000 Mk.. Fettschweine über 150 Kilo 29 000 -31 000 Mk., Sauen und Eber 24 00028 000 Mk. Außerdem wurden 55 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandell Die Preise liegen um soviel über den Stall­preisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichts­verluste. Spesen unb Händlergewinn in sich schließen.

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

Die englische Kabinettskrise.

London, 19. Oft. (WTD.) Die an den Vollzugsausschuß des Nationalen unlonistlschen Verbandes ergangenen Weisungen, unverzüglich eine Kommission einzuberufen, wird von den Dlättern als eine Auflehnung des kon­servativen Führers Vounger unb seiner Kolleg en gegen Chamberlain und die Koalition sowie als ein Zeichen dafür angesehen, daß sie nicht bereit sind, die für heute zu erwartende Entscheidung ber konser­vativen Zusammenkunft im Carlton-Klub anzu­nehmen. Auf dieser Zusammenkunft wird ber Forderung Chamberlains nach einem Vertrauens­votum, wie man erwartet, von dem Präsidenteir des Handelsamtes (Baldwin der Antrag ent­gegengestellt werden, die Erörterungen zu ver­tagen, bis die einberufene Konferenz des Natw- nalen unionistischen Verbandes ihre Entscheidung getroffen hat.

Churchill erkrankt.

London. 19. Okt. (WTD.) Churchill hat sich gestern abend einer erfolgreichen Blind­bar m o p e rat l on unterzogen.

Gin englischer Protest bei der amerikanischen Negierung.

Washington, 19. Oft (WTD.) Im Staatsbepattement ist ein P r o t e st E n gl a n b S gegen die Maßnahmen überreicht worden, die gegen britische Schiffe von amerikanischen Beamten außerhalb der amerikanischen territoria­len Gewässer unternommen worden sind, um den Schmuagel von alkoholischen Getränken zu verhindern.

Aufhebung griechischer Gesandtschaften.

Athen, 19. Oft. (WTD.) Die griechische Regierung hat beschlossen, aus Gründen der Spar famteit die griechischen Gesandtschaf­ten in (Berlin, Wien, Madrid. Tokio, Peters bürg, Kopenhagen. Chrlstiania, Brüssel, dem Haag. Stockholm. Warschau und Durazzo aufzu- heben.

Zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten.

Berlin, 18. Oft. (WTD.) Im Reichs- tagSauSschuß für DevölkerungSpolittk wurde der Gefetzenttourf zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten behandelt. §2 wurde in folgender Fassung angenommen: Wer an einer mit Ansteckungsgefahr verbun­denen Geschlechtskrankheit leidet, die er weiß, oder den Umständen nach annehmen muß, hat die Pflicht, sich von einem für das Deutsch« Reich approbierten Arzte behandeln zu las­sen. Eltern, Vormünder und sonstige Er­ziehungsberechtigte sind verpflichtet, für die ärztliche Behandlung ihrer geschlechtükranken Pflegebefohlenen zu sorgen.

rechnet zu werden. Sie unb die Pistorius ver­traten bie gediegene rheinische Bürgerschaft, die Generalin und die Majorin dagegen dieGesell­schaft Rheinaus. Frau von Herwegh hatte aber deshalb doch der Rettig den Platz auf dem grünen Ripssofa neben der Generalin überlassen. Sie legte keinen Wett auf Ehrungen und plauderte lieber, mit wem sie gerade Lust hatte. Tante Betty umgab immer noch etwas nordische Eisluft.

Werm etaxis in dielem Kreis geschehen war. das geheim bleiben sollte, pflegte jeder, der zu dem Whistkränzchen gehötte, zu sagen: ^Erzählt eS um Gottes willen nicht im Kränzchen.

Die Rheinauer Damen waren begelstette Hessen-Nassauerinnen, nicht zu verwechseln mit Hessen-Darmstädterinnen ober Kasselanerinnen. das war toid>ev »ganz waS anderes. Die gingen sie gar Lichts an. Obwohl dieses Land unter Preußens Herrschaft groß geworden unb feinen Aufschwung erlebt hatte, betonten sie doch bet politischen Unterhaltungen stets bie Mußpreuhln- nen, die sie seit 1867 waren.

Alle waren wohlhabend, ließen alle End­silben aus, unb es ging unter ihnen immer sehr vergnügt und etwas geräuschvoll zu, denn die meisten famrten sich noch von ber Schule her.

Da für Liane Whistkränzchen nicht existietten, so ignorierte bieses natürlich auch Qiane. Für die Whist kamen hatte Frau von Hettvegh nur Söhne.

Die gute Frau Major" war gewiß keine Erzieherin. Die war nur darauf bedacht, ihren Kindern ein Heim zu bereiten, in dem sie sich wohlsühlten wie in einem warmen Rest.

.Aber es war doch nicht das Richtige. (Fortsetzung folgt.)