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Dienstag, 20. Juni 1922

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

Nr. H2

Zweites Blatt

barm haben tetr den Zusammenbruch, der in

n andere., Arten der

Abg Dr. Röficke (Dtschntl.): Die Stricgd-

Umlage kann der ßanbtoiri nicht die Mittel

enden, bl- ei bis» Prenlxn i<r es mg gibt selbst zu, gegen modernem

staatsbürgerliche Gmvsinken

bah die birherige TerteibungSart ungerecht toar. mch Aber die jetzige Vorlage bring! feine gerecht» Derion

(Lachbruck verboten.)

15. Fortsetzung.

ging

und ttxxtbtc sich z im (Sehen

antraten, nicht so ausgeschlagen, wie mir Dann

Aufreging. Es wäre ein dringendes Telegramm

dem Bshnhofe, stieg in den Zug, und es heimwärts.

entwickeln wird, falls,' so schlvh in der nächsten ihr Tvd fein.

eUuijg Tär- Umlage ist somit eine erschwerte Stellung, toeldy- die Legierung der Landwirtschaft auferlegt, weil sie nicht deir Mut hat, der En­tente ,yi sagen. daN die Bevölkerung verhungern must. wenn die Legierung nicht aus Reichs- mi tefn da. Bro! bei billigen darf Zudem ist d TorL^r beartifd) nicht durchführbar jnb wird memols die errechnete Getrribeumlage ajfbrin­gen fnnnen Ledner schliesst: Unseren Vorschlag, mit dem sj,anbei zusammen eine Getreider serve htm 2 Millionen Tonnen für die minderbemittelte öevolkeiung yjr Verfügung za stellen, hat die iReglerung Veda rerlicher weite abgelehnt Wir leh­nen die Vorlage ab und überlassen die Verant-

Vlu.ig denjenigen, wrich? M? de ltschc Wirt- schafi <o unerhört gefährdet haben.

Abg. Horn tUSP.t verlangt von der Le­gierung Schuh gegen den Brotwucher, der seit der 2Iufbch.n;g der Zwangswirtschaft immer frecher auftrete Die Lichtlinien des i?andburrdes, in denen zur Sabotage ^er Umlage aufgefordert werde, seien die offene .Kriegserklärung der Qlgro- rier gegen Volk und Regier.mg Rechner stimmt schlie» sich der Vorlage zu, welche das Mindest­maß der Forderungen fei.

Rast 6 Uhr wird die Weil erbe ra tu ng auf Dienstag nachmittag 2 Uhr vertagt

sreiheit. die wir im Lahmen der deutschen Gesetze für alle Lichtungen fordern.

Der jetzige Zustand ist ganz und gar in- würdig E r liefert uns Lheinländer der Willkür fremder Offiziere aus, die die rheinischen Verhältnisse und unsere Dc- völkerung. in manchen Fällen auch unsere Sprache, nur unvollkommen kennen. Man mih verlangen, dost der deutsche Leichskommissar, der sich gegen­über dieser Kr.ebelungStxrordnurg a!lz i lange passiv verhalten hat, Schritte zur Aafhebing deu Mastnahme unternimmt.

Bedeutet diese Einschränkung die Aufhebung to legen ander- Teile dec

muh abgeiDartet werden. Zeden» er, .darf Fräulein Dähne S i e Zeit nicht sehen. Es tonnte

zur Pcodil'.ionssieigerung aufweudeu, bi* er bis her aufgetoanbt hat Die Legier.

ner Art im Erdgeschoß der alten und neuen .Häuser, die mit Kaffees und Restaurants ab- wechseln, und wo sich ein mondänes Publikum

Hotel bringen.

"Der Portier erwartete mich bereits in einiger

nesfa'.ls abu m irgendeinem anderen Va.ib - d r Welt ilwesgleichen. Selbst im vorrevolutionären ' es einen so unerhörten Verstoh

Verboten! Verboten! Verboten!

Lachstehend geben 'wir, ohne uns alle Ars- fuhrungei des Verfassers zt eigen machen zi wollen, einen Aussah des sozialdemokra­tischen Reich stagsabgevrdneten Wilhelm Soll mann wieder, in dem er sich in durchaus oerechtigter scharfer Weise gegen die von der Rheinlandkommisiwn betrie­bene Knebelung der öffentlichen Meinung ais- spricht:

Unmittelbar nach der Ermordung Erzbergers, als gewaltige Dogen der Erregung vor. rech'.S und links innere Unruhe befurchten liehen, erging von der Leichsregierung ci.ic Ausnahmeverord­nung mit wesentlichen Beschränkungen bet Pie se- und Versammlrngefreiheit Obwohl tm besetzten rheinischen Gebiete nach dem Urteil aller ein­heimischen Kenner der Bevölkerung kinc 9e- fal;r einer Störung der öffentlichen Ordnung be­stand, erliest die Gntetalliierte Lheinlandkontmis- sion eine Verordnung 97, die sehr weit über die deutsche Ausnahmcverordning hinausging Die deutsche Verordnung ist länglt aat^er Kraft ge setzt, die übcrscharfe Verordnung der Rheinland kommission besteht noch letzt.

Auf dem Parteitage der rheinischen Sozial- demollackr habe ich ten Eingriff in be ver- fafsungsmästigen Rechte der deutschen Staats­bürger für gröber erklärt als die Brschräntungen unter deutschem Kricgsrecht. Ein Blick auf drn Inhalt der Verordnung rechtfertigt diese Be­hauptung: Alle Zeitungen. Drucksch i ten Bilder, Musikalien, Films usw. kön. en ohne weite.eS verboten werden, wenn sie geeignet sind, die öffentliche Ordnung zu gefährden oder die Sicher­heit oder das Ansehen (1) der L einland- komm iss ion oder der Besatzungstruppen zu be» ein trächt igen-(l): sie können ferner von der Lheinlandkommission aus die Dauer bis zu drei Monaten und im Wiederholungsfälle auf unbegrenzte Zeit ver boten werden.

nur ein paar, dazu leicht verständliche Sorte traten. Schließlich lachte ich bitter auf, das war ivirtlid) ein bihchen viel auf einmal

...Komm f Df ort nach Haufe, Vater liegt im Sterben -

Dann wurde mir mit ctnemmal ganz schwach zumute, inb ich muh wohl das Beton tztsrin ver­loren haben denn ich befand mich aus meinem Zimmer, ausgezogen tm Bett, ^hne bah ich mich darauf besinnen konnte, wie ich dahin gekommnr war.

,Datz ich umllabpte, war kein Wunder: ich hatte in den letzten sechsuirddveikiig Stunden a rster einem iistchen Alkohol nichts übet meine Lippen gebracht, und die kleinen Scherze, die eine gütige Vorsehung während dieser Zeit mit mir trieb, hätten wähl auch einen Stärkeren über den Ha ufen geworfen.

xDer nächste Zug nach der Heimat ging erst gegen elf Uhr, ich hatte also reichlich Zeit nach der 5>crffling2rftror>e zu fahren Ich schlich be Treppen empor und pochte leise an dir Tür. Als das Die sttmädchen mich erblickte, w-ollte es erst Alarm schlagen, dann mochte es aus meiner elenden Miene wohl ersehen, dah von mir keine neue Uebeltat zu befürchten fei. und stand mir Lede und Antwort. Helenens Befinden war un­verändert. Der Arzt, der feit dem Morgen schon gtixtra dugewesen. hatte gesät, es würde sich wohl ein Lerocnrsieber entwickeln. Ich gab dem Mädchen ein reichliches Gelbge cheick teilte ihm meine Adressc mit und bat. mir zu telegraphieren, falls in Helenens Zustand eine Wendung z um Schlimmen cintreten sollte. Dann fuhr ich nach

Verbindung kommt mit dem Bürgerkrieg. Der j ledc Pi^ssesrrilxil Redner beantragt Festsetzung der Umlage statt auf 1 Selfe'ui g .p r b x g a len 2*/j aul 4V2 Millionen Tonnen Meimmg-a'tzern^-g g fuh.

Einiges von der Mädchenfortbildungsschule.

Lachdem bereits 1874 durch das Hessische Dolksschulgeseh die obligatorische Knabenfort­bildungsschule eingeführt worden ist. verlangt daS neue Schulgesetz vom 25 Oktober 1921, bah auf für die schulentlassene weibliche Jugend Fortbildungs­schulen eingerichtet werden. Zur Orientierung las­sen wir für interessierte Kreise einen 2IuÄwg aus dem Gesetz folgen, der die wichtigsten Be­stimmungen über die Verpflichtung zum Besuche i des Fortbildungsunterrichts enthält. Artikel 23

so Tonnte man sich erklären, baf) der Bürger­meister Dr. E a f p a r t -Brandenburg aus dem 11. Deutschen Kong retz für all ohol- freie Erziehung, der mich in der Him- melsabrtSwoche nach Berlin führte, allseitigen Beifall fand, als er sein Referat überdie alkoholfreie Jugenderziehung durch "Reich, Staat und Gemeinde (mit besonderer Berück­sichtigung der Wohlfahrts-- und .Zugend- ämtcr) einleitete mit den Wortendiedcut -- sche fugend ist keinen Deut' ver­wahrloster als die Erwachsenen". Auch er wies, wie naturgemäß mancher Red­ner des Kongresses, auf die große erzieherische Wirkung, die das Beispiel derErwach- senen bietet, hin.

Auf dem Kongresse wurde von erfahre- tenen Männern und Frauen der Medizin, Volkswirtschaft. aller Kirchen, aller Schulen und aller Enthaltsamkeits- und alkohvlgeg- ncrifdfcen Vereine feder Richtung in Einmütig­keit in vielen Vorträgen auf die schädigende Wirkung des Alkohols und des AlkoholismuS, sowie auf die Bedeutung der Alkoholfrage für die Gegenwart und Zukunft des deutschen Volkes für den gesundheitlichen, wirtschaft­lichen und sittlichen Wiederaufbau hingewie­sen, auf den Einfluß des Genusses geistiger! Getränke, auf die hoffende und stillende Mut-

,Er grüßte .

Ich ging noch eine Weile vor dem Haufe aif unb ab, weil ich mit mir nichts Rechtes anz i= fangen wußte, dann sah ich eine leere Droschke votmberfahren, stieg ein und lieh mich nach meinem

erfobtungen haben gezeigt, bah man mit bei Zwangswirtschaft niemals die Produktion fteigciir kann. Weite Kreise bes Volkes können schon heute das Brot tatsächlich nicht mehr bezahlen Ihnen muh geholfen werden, aber nicht dadurch, daß man eie ' mdwirtschaft bluten läßt Mit bei Umlage wird das Brot nicht verbilligt. Die Le­gierung muh andere Mittel aufwenden, um die Versorgu ng der minderbemittelten Bevöl^rmg mit Brot sicherzustellen. Unter dem Zwang der

K vy4

gtfäh. siche Fa len: Alle öffentlichen Aunbgcbung2n iVorlem ^gen, Kon­zerte, Voriräge. Lheateiauiführungen Zw), die geeignet fntb. die öffentlich«' Ordnung zu stören oder die Sicherheit und das Ansehen der Lheii'landkommisfion oder cer Des.ntzungstr"l'p>'n

war, als reiche das allein schon hin. um die fin­steren Mächte hrrauszufordern, die über meinem Schicksal walteten. Das Herz tat mir Weh bet dem Gedanken, dah ich zu spät kommen würbe, aber ich war dessen tast gewiß, bah mir auch diese neue Bitternis nicht erspart bleiben würde . .

..Aus bem Bahnhofe in ©umhinnen erwartete mich einer unsrer Knechte mit zwei Reitpferden. Es sei zwar Schacktarp'. wie bic Litauer sagen, bas hellt u. fr.? von. tag la, gern Le en auf ge­weichten LehinweS? waren weder zu Fuß noch zu Wagen zu passieren.

»Von Hause erfuhr ich nichts Reues: bet Knecht hatte sich zugleich mit der Depesche, ix« mir mein Drub?r sandte, auf ben Weg machet müssen, damit die Pferde vor der Rückreise em paar Stunden zur Erholung bekamen Ich packt» das Lotwendigste aus meinem Koster in die Sattellaschen, bann sahen wir auf, unb es ging heimwärts. Auf den Chausseen im Galopp, inb mühsam. Schritt für Schritt, als die Landwege anfingen. Die letzte halb? Ti tle muhten wtr und zu 5 uh durch den Lehm hindurcharbeiten, die Zügel in der Hand und die total erschöpften Gäule hinter uns her ziehend Es war ein schweres Stück Arbeit, aber die Anstrengung tat mir wohl, sie verhinderte mich, meinen Gedanken nachzr hangen. <_

.Endlich, es war schon dunkel geworben unb mochte gegen sechs Uhr des Abends fein ffaaben wir vor unserem Hoftor. Die Hunde 'chlugen an, der alte Grohknecht schob den Riegel zurück.

,,Junger Herr, Se käme to spät. Uns' oh? Herr is all dodt!'

3u spät: Ratürlich, wie hätte es auch anders sein können?

,2lui dem Hausflur empfing mich mein Brr der Er drückte mir stumm ie Hand und führte mich nach dem neuen Tnbai hinüber, in bem die fast nie Betretenen Prunkzimmer lagen. Dori hatten sie den Vater aufgebahrt, in einem einfachen, geldgestricheren Holzsarge den er sich elbft gekauft hatte, als er merfte bah es mtf ihm zu Ende ging

(Sortierung folgt)

Deutscher Reichstag.

Berlin, 19. Juni 1922.

Der Antrag aller Parteien auf Sicherstellung des aus Tn lab der Besehittzg Schlesiens unb der Abstimmung aus öffentlichen TZ tteln angescha'f- ten Materials, wie Bureaueinrichtungen, Kraft­wagen usw., wirb in allen drei Lesungen bebatte- los angenommen.

Es folgt Me

erste Beratung des Gesetzentwurfs über die Getreideumlage.

Abg Krätzig lboz.): Die landwirtschast- Itchen Organisationen wollen keine Getreide- umlagcn Sie wollen die Aufrechterhaltung des vom Qanbbunb geleiteten privaten Getreide- Monopols tm privaten Interesse der Agrarier. Für den Reichstag kann es keinen Zwetfel geben, bab er sich demgegenüber auf die Seite des darbenden Volkes stellen muh. Würde es nach dem Landbund gehen, dann würde das Brot zum Weltmarktpreis von 50 Mark verkauft wer­den unb die Arbeiter mit groben Familien buch­stäblich hungern müssen. Zudem kann der Land- bunb keine Gewähr für eine ausreichende Brot- oersorgung geben, denn er hat seine Mitglieder nicht tn der Hand Wir sind bereit, über bic von bet Vorlage vorgeschlagenen 5 Hektar hinaus alle Güter mit weniger als 10 Hektar von ber Umlage freizulassen, ba sich eine weitere Brot- Verteuerung nicht gestatten [übt. Kommt zu ber drohenben Arbeit-losigieit noch die Hungersnot,

Mrin Vetter Jolus.

Ronunr von Richard Skowronnek.

das Blut, das zwischen tps flieht. Du hast eS vergossen ... eS klebt an deinen Händen ...'

Erne namenlose Angst packt mich an, ich will auf sie zutreten, da schreit sie arf: .Zurück! Rühr mich nicht an!' wirst die Arme in die Lust, und ehe ich zuspringen rairn, bricht sie z arrmen.

Ich bebe sic aus und trage sie nach b>m Sofa, da stürzt bic Iustizrätin mit dem Dienst- mälxhen herein, ich fühle mich fortgcschsben, und mit cincmmculc, ich weil,' noch heule nicht, wie es gekoormen ist. stehe ich brauhen auf dem Treppen- flur und hinter mir fällt die Tür ins Schlob-

.Mechanisch gehe ich die Treppe herunter, als ich auf der St ratze bin, läuft das Dienstnrädchen an mir vorüber Offenbar holt sie einen Arzt, ich bleibe also stehen, um ihre Rücüehr zu er­warten. Es bauecl kaum fünf Minuten, ba kehrt sie wieder in Begleitung eines Herrn, oif den sie eifrig cinspricht. Sie gehen in das Huus hinein, ich denke nichts und tühle nichts, ich axib nuY, bab ich ba drautzen solange 51 warten habe, bis der Arzt toieber herunterkommt. Mir ist, als erwarte ich mein Todesurteil.

.Endlich es ha! wohl eine gute halbe Stunde gcbaiert, kehrt er wieder. Ich trete auf ihn zu und frage, wie es oben steht.

.Der Arzt zuckt mit den Achseln

.Vorläufig lässt stch noch gar nichts sagen. Sie junge Same, bic so tote so schon autzerordsillich zart veranlagt ist, hat eine heftige ©cmütecL» schüt.erung gehobr, die einen vollständigen Zu­sammenbruch nach sich zog. Hetzt ist sie ja wieder bei Bewusstsein, was sich aber weiter daraus

ifHtöO®' ßottl Hili

ter, auf bas Kind unb die Heranwachsende 3u- genb aufmerksam gemacht, unb es wurden Wege gezeigt, wie das Haus, bic ocniucn, Kirchen, Städte, Staaten unb baö Reich yter bei ber alkoholfreien Jugenderziehung nut- gewirkt oder besser vielfach noch nicht nut* gewirkt haben unb welche Aufgaben in ber Zuiunft noch zu leisten sind.

Am drittelt Arbeitstage des Kongresies kamen bann bie Vertreter ber ben Enthaltsam» keitSvereinen angeschlossenen ^ugettdverbände zu Wort. Jung- unb Wehrtempler des polt- tisch unb religiös neutralen GuttemplerorbenS, Iungborner, Hochlänber unb Quidborner beS katholischen 'abstinenten KreuzbündnissA Trcubünbler des Deutfchett Bunbes ev.-kirchl- Blaukreuzverbände, Vertreter ber Jugend­arbeit des Verbandes sozialistischer Abstinen­ten und viele Vertreter kleinerer Vereine. Und hier zeigte sich, dah die Jugend in un­serer Armut unser Reichtum sein! kann. . W. B.

Wie wir bereits kürzlich mitteillen, hat auch in Gießen die Ortsgruppe des Ver­eins gegen den AlkvhvliSmuS ihre Tätigkeit wieder ausgenommen.

Kirche und Schule.

$! Saniert

nicht Es ist an ber Zeit, die Rheinlandkmnmis ,,v.l die um bas Vertrauen der Rheinländer | wirb«, darauf aufmerksam zu machen, das) die

Rheinlnndc'. i'. ihrer übergroßen Mehrheit dc-

Ms d)tiae^,"i30 Sabri ilten Heirat kbrlltl- «JJ (gieUSh M itritg > 1 (Sjititi ibrtn m» werten »1(1 ff®'* tit», ? ult » «,(t -

/Da lüpfe ich, wie der Leid, den ich um­schlungen halte, zusammen schauert, die Anne lösen sich von meinem Halse, aber ich greife nut um so fester zu, und eine kochende Wut packt niich jählings gegen dieses Weid, das mir mein Lied stes rauben will Mir wird cs rot vor den Augen, ich vergesse mich selbst und herrsche hc zähneknirschend an: .Gehen Sie hinaus und lassen Sie unS allein!'

Unb dann - ob sie gegangen, weih rch nicht trage ich das liebe Menschenkind, das in meinen Armen zittert und bebt wie eine Taube in den Fangen des Stvtzvvgels. nach Vern nächsten Stutzl nehme sie auf meinen Schos) und bedecke ihr Gesicht mit brennenden Küsten. Da- zw»|chen stammele ich abgerissene Worte und frage sie wohl hundertmal: .Richt wahr, du bist mein, gehörst mir und kein Mensch darf uns trennen?'

.Sie lässt alles willenlos mit sich geschehen, aber' ihr Mund Bleibt fall, sie erwidert meine Küste nicht, und ich fühle, das) fie sich vor mir fürchtet.

..Gewaltsam zwinge -ich mich, ruhiger zu wer­den, und bitte sic, mir mein brutales A iftreten zu verzeihen. In der Furcht, sie toirder z i ver­lieren, wäre ich meiner selbst nicht mächtig ge­wesen. hätte nicht gewusst, was ich tat und sprach.

Dann fing ich von unsrer Zukinft zu sprechen an. Dast sic in diesem Hause nicht länger bleiben könne, fei selbstverständlich: wenn es ihr daher recht fei, wolle ich sie zu meinen Ellern bringen, die ihre zukünftige Tochter mit offenen Armen empfangen würden. Ich würde natürlich bic Ju­risterei aufgeben, mir in der Heimat unten ein Anwesen laufen, und wenn bann das Trauer­jahr um ihren Vater vorüber wäre, bann

Das letzte wage ich nicht auszusprechen. Ich sehe, wie Helenens Antlitz totenbleich wird, ein jähes Entfachen schüttelt ihren Körper, sie reiht sich aus meinen Ar^i-n. taumelt ein paar Schritte zurück, Hämmert sich an einen Stuhl und m irmelt mit zuckenden Lippen: .Das Blut, siehst du nicht

mrhatifd) denken und nich. r.ch, begi.i.e 1. . ie derartige Diktalurverorbnungen bauernd von ben Vertretern solcher Staaten auircchterhottcn ir r bei' können, die aus ihre demokiatischcn Vcc- fassungen fid) soviel zugute tun.

Gcwif; Cann man rinwenden. bah bic Zensur - knebelnng nicht überall scharf "ngewtndet wird So liegen aus der britisch besetzten 3one Io gut wie keine Beschweritcn vor. Im belgüichen und tm französisch besetzten Gebiet wirb aber rücksichts­los (angegriffen Schlimmeres und für einen deutschen Staatsbürger Aufreizenderes als das Verbot einer Versammlung aller Par^. teien zu einem Bekenntnis für das Deutsche Reich auf deutschem Boden tarn sich doch tm 'Rahmen dieser Verordnung ka-'uin ereignen, und das ist vor einigen Wochen in Aachen geschehen

Man darf die Wirkung einer solchen Verord­nung aber nicht nach ben Verboten be irtrilen, bie sie auSgelöst, sondern nach den ganzen Hent- mungen, bic sic dem geistigen und künstlerischen 2cben auferlegt Zeder, der in Wort oder Schrift, ja sogar mit Tönen ober Bildern öffentlich auf- tritt, muh fragen, ob er nicht etwa das An­sehen der Desatzungstruppen gefährde. ,.An- sehen" abci ist ein sehr vieldeutiger Begriff Wer bic Veranstaltung nicht gcx sahiLen toill, muh sich die äuherste Beschränkung auf erlegen. Das gilt auch für Ab geordnete, deren Immunität tm besetzten Gebiete nicht an­erkannt wird Teuerbing» sind sogar Abgeordnete wegen Reden verwarnt warben, bic sic im un­besetzte n Deutschland gehalten haben. Es han­delt sich nicht um Abgeordnete meiner Partei un- vermutlich würde ich als Sozialdemokrat jenen Reden nicht zugestimmt hoben. Darum handelt cs sich aber nicht, sondern um die Mein ungs°

jährigem Schulbesuch aus der Schule auätrelenber Knaben und Mädchen sind noch 3 Iahre lang zum Besuche der Fortbildungsschule verpflichtet Treten im 9. ober 10. Schuljahr Schüler obei Schülerinnen aus ber seither besuchten Lehranstalt aus. bann frnb fie bis zum Abschluß bes 11 Schul­jahrs zum Besuch- ber Fortbildungsschule ver­pflichtet. Die oberste Schulbehörde bestimmt die Vc > auSsehungcn, unter denen ber Besuch einer anderen Schule oder Privatunterricht vom Besuche ber Fortbildungsschule entbindet

Artikel 2 4 Die Eltern fck-ulpssichtiger Äin-

an mich eingelaufen. . Adressat mit Hilfe der dachte ich nach Hause and ob ich meinen Vater Polizei ober ber Fremdenlistc zu ermitteln/ Ich wohl noch am Leben finden würbe Ich wagte es machte es auf and las immer tobeber, obwohl es I weder zu hoffen, noch zu wünsche», denn mir

und keineswegs nur Ausländer, wie immer j gern zur Entschuldigung gesagt wird bei stickig^.' Luft und häufig ..abgestimmtem" Kon­zert ihr Stelldichein gibt Das sind dann Vor­bilder für die Heranwachsende Jugend! And

3 Maikäfer --- 50 Pfennig".

Sv bot, wie man uns schreibt, in der Him- melfahriSwvche im Torben Berlins eine der von x3ung und Alt so gern umlagerten Tier- banbhingen den Jungens der Umgebung die beliebten Käfer an. Auch die Berliner Jungen werden sichet so gern wie jeder Junge tn Kleinstadt unb Dorf einen Maikäfer in ber nahen, geschlossenen Hand krabbeln lassen und sich freuen, wenn sie sich zwischen den Fin­gern durchbrücken wollen. And welcher Spast, trenn sie im selbstgezimmerten Käfig auf dem Laub Herumturnen! Hat man sie genug be­obachtet, so sind sie auch noch beliebte Tausch­objekte gegen ..ganz seltene" Briefmarken. Wie wenige von den Berliner Jungens werden herausgekommen sein In die freie Ratur. unb wieder wie wenige von diesen konnten dann in der Abenddämmerung auf dem Rasen nach den aufsurrenden Maikäsern Haschen oder sie von ben Bäumen schütteln? Zu einer sol­chen Fahrt ins Grüne kann die Mutter nicht die nötigen Mari für die lange Fahrt mit ber Stadt oder elektrischen Bahn erübrigen. And

,llntoillfürlid? muhte ich baran denken, wie ich mit Franz unb dem schönen H^iar.ch bie Herfahrt gemacht hatte. Was bie beiden wohl treiben mochten? Ächerlich sai-en sie jetzt auf ber Kneipe tm Kreise ber Korpsbrüber, Ironien ihren Schoppen und waren lustig nti> guter Dinge. Warum auch nicht? Ihnen war ja bie .Spritz­tour^. die wir bomald, vor breiDiertel Zähren,

hb-Adlihduch

1920

ber ober ihre Stellvertreter, ebenso Arbeitgeber und Lehrmeister, welche Kinber auswäris wohnen­der Eltern im Dienst ober in ber Lehre bei sich haben, sind verbunden, biefe Kinder zum Besuche her Sckulstuobcn in ber Volksschule unb ber Fortbilbungsschulc an,zuhalten Bei un­gerechtfertigten Versäunmissen unterliegen bic El­tern ober deren Stellvertreter einer für Orts- schulzweckc zu verwendenden Strafe: für den ein­zelnen Fall beträgt der Strafsay für bie Volks­schule ein Viertel, für die Fortbildungsschule bie Hälfte des für ben Bezirk vorn OberoersicherungS- amt festgesetzten Orkslohnes für männliche Ver­sicherte unter 16. Zähren: in WiederholungSfälleu kann dieser Strassah biS auf bas Fünffache erhöht werden.

Artikel 2 5: Sltern, Lehrmeister und Ar­beitgeber haben den Fvrtbilbungsschulpfsichtigen die zum Besuche bei- Fortbildungsschule erforder­liche Zeit ohne Lohnabzug einzuräumen. Die Zeit wird nötigenfalls von ber Bürgermeisterei fo festgesetzt, oah bic Schüler rechtzeitig unb ordent­lich gekleidet zum Unterricht erscheinen Ginnen

Zede Zuwiderhandlung wird mit Geldstrafe im zwci-^ bis zehnfachTn Betrage des tm Ar­tikel 24 fcftgelcaten Strafsatzes für ungerechtfer­tigte Terfäumniffc für Fortbildungsf-chülcr unb Im llnvermögensfalle mit Hast bis zu drei Tagen für jeden Fall bei Zuwiderhandlung geahndet. lieber bic ülnterrichtsfächer, Lehrziele usw. wer­den wir demnächst berichten.

Die ElternbeiralSwahlen in Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M., 19. Juni. Hier fan­den gestern in den Volks- und Mittelschule^

so ist wohl zu verstehen, dah der Tierhändlev

seine Abnehmer findet, denn eine halbe Mark ___________ _

irird die Mutter schon eher herauSrücken! Aber \ faflt Dio gesamte Schulpflicht IVolls- und Fort- weniger Ratur und mehr ..Kultur" kann bicl biiLung8id;u(ci bauert 11 Jahre. Die nach acht> Jugend Berlins in unmittelbarer Rahe, im Herzen B-erlins ganz dicht, sonst mit kleinen Zwischenräumen, zur Genüge beobachten. Die wie Pilze aus der Erde wachsenden Likör­stuben mit angetleisterten Fassadenmoder-

zu flöten, find obre weiteres verboten

DieseBcfiiminun^en beb. Uten in ber 2o bie Aufhebung i c b c r Presse, Ver­sa m m l u n g s .i n b McinungS f r -? i |> e 11. Vielleicht ft oben fie in Tuljlanb, in Ungarn, fei«

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