Ausgabe 
20.1.1922
 
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Zreimg, 20. Januar 1922

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

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Aus Hessen

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(Nachdruck verboten.)

8. Fortsetzung.

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Frage.

Starkenburg und Rheinhessen.

Die Blüchermchten.

Roman von HannSvonZobeltitz.

Hemmen. Mit der Lichtbeschaffenheit ist man allgemein sehr zufrieden. Die sechs Dörfer des unteren FuldatalS gehen mit dem Plan um, die Mühle zu Rimbach zu kaufen und ebenfalls zu einem Elektrizi­tätswerk auszubauen. Auch die Stadl Schl itz hat ihre Beteiligung grundsätzlich erklärt und ist auch zur Abnahme der über­schüssigen Kraft bereit. Eine Einigung wurde aber bis dahin noch nicht erzielt. Das bauernde Schneewetter benutzt die Gräfliche

Forstverwaltung, um tagtäglich Treibjag­den auf Wildschweine abzuhalten. 3n den Morgenstunden wird vom Forstpersonal an den Spuren der Schlupfwinkel der Tiere festgestellt, worauf nach Mittag der Distrikt umstellt wird und das Treiben beginnt. Bei einem solchen Jagen wurden gestern wieder 2 Schwarzkittel erlegt. Dem Förster Willhard vom nahen Forsthaus Wehnertö war in beiden Fällen das Jagdglück hold.

Kreis Friedberg.

Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des Ar­beiterrates der Gummiwarenfabrik Poppe & (So. in Gießen hatten ihr Amt nieder >elegt. Am 15 Dezember 1921 wurde ein neue. Arbeiter­rat gewählt. Der Arbeitgeberverband der In­dustrie in Oberhessen jocht namens der Arbeit­geberin die Wahl an, weit in dem neuen Arbeiter- rat die verschiedenen Derufsgruppen der Arbeiter­schaft nicht im Verhältnis ihrer Störte und ein­zelne Abteilungen der Fabrik nicht vertreten waren. Die Wahl wurde für gültig erklärt. Zwar

Tonnen Raßpreßsteine, zusammen 7378 Ton­nen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte.

Die Kohlenförderung des Volksstaates Hessen für das ganze Jahr 19 2 1 belief sich auf 522378 Tonnen (gegen 523 101 Ton­nen im Borjahre). Hiervon wurden 191383 Tonnen im Rohzustände verkauft im Werte von 10 537 266 Mk. Ein weiterer Teil wurde

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von 17 641 Tonnen; der größte Teil der Roh­kohle wurde weiter verarbeitet oder war zur

Schlichtungsausschutz der Provinz Obcrhesfen.

Sitzung am 18. Januar 1 92 2.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 20. ßan. 1922.

* Der neue Personentarif bringt außer der Erhöhung auch eine kleine Erleichte­rung insofern, als die Schülerrückfahr­karten 3. Klasse auch für Eilzüge gelten. Dann kann die Benutzung der Arbeiter­rückfahrkarten an anderen Tagen, auch bei Erholungsurlaub, gestattet werden. Die Schutzpolizei ist befugt, in dringenden Fällen in Güterzügen mitzufahren. Fahrkarten dürfen nicht mehr von anderen Stationen bezogen werden. Sie werden überall ausgeschrieben.

* Die Einkommensteuer-Er­klärungen für 1921 müssen, wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, in der Zeit vom 15. Februar bis zum 15. März 1921 beim Finanzamt eingereicht werden. ES dürfte sich deshalb empfehlen, wenn die Steuer­pflichtigen schon jetzt mit den ziffernmäßigen Vorbereitungen zur Erklärung beginnen, damit deren rechtzeitige Fertigstellung und fristge­mäßer Eingang beim Finanzamt ermöglicht wird. Die öffentliche Aufforderung erscheint in Kürze in den Tageszeitungen. Von diesem Tage ab können dann auch die Erklärungs- Vordrucke beim Finanzamt abgeholt werden. Es liegt im eigensten Interesse eines jeden Steuerpflichtigen, auch wenn die Einkvmmen- bezüge noch so bescheiden sind, eine Erklä­rung einzureichen. Die borgeschriebene Fragen­beantwortung gibt Gelegenheit, unter Um­ständen entsprechende Steuerermäßigungen bei besonderer Rotlage in Anspruch zu nehmen.

Landkreis Gießen.

* Dettenhausen, 18. Jan. Am vergan­genen Sonntag hielt der hiesige Gesang­vereinEintracht" sein Wintervergnügen ab. Außer verschiedenen Einzelvorträgen gelang­ten mehrere Theaterstücke zur Aufführung; sämt­liche Darbietungen ernteten wohlverdienten reichen Beifalk; besonders ein Dierakter, betiteltDie geslehrt Hochzig oder de Dadder leits net". der höchstwahrscheinlich noch einmal gespielt werden

Aus dem Amtsvcrkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 11 vom 19. Januar enthält: Verordnung über künstliche Düngemittel. Bekanntmachung, die Taxpreise für Spiritus und spiritushaltige Arznei- mitttel betreffend. Verordnung über Maßnah­men zur Sicherung der Fleischversorgung in der Uebergangszeit nach Aufhebung der Zwangswirt­schaft. "Waisenbüchsengelder. Einsendung der Kreisabdeckereiverzeichnissc. Viehseuchen. Dienslnachrichten. Gefunden, verloren.

In der Gemeinde Vurg-Gemündetz (Kreis Alsfeld) ist die Maul- und Klauen­seuche amtlich sestgestellt tror?en. Durg Gemün-

* Mainz, 19. Jan. Einen wert­vollen Brillantring vermißte vor einigen Monaten eine hiesige Familie. Es wurde angenommen, daß der Ring verloren gegangen war. Rachträglich stellte es sich, demMainzer Anz." zufolge, heraus, daß das damalige Dienstmädchen den Ring gestohlen und einem Bekannten ge-> chenkt hatte, bei dem er beschlagnahmt wurde. Bei der Durchsuchung der Sachen des Dienst­mädchens wurden viele Wäschestücke gefunden, die sie ihrer früheren Herrschaft ebenfalls gestohlen hatte.

feine Beschränkung der Selbstverwaltung enthalten dürfe.

Reich' s'.nanzminister Hermes: Sobald über die St uerf.age i Entsche düng getroffen ist, ge':en'e ich eine Aussprache mit den Ländern unü Ge­meinden herbeizuführen. Das Reich hat sich seiner­zeit zu Vorschüssen bereit er Härt. Das ist bisher schon in Höhe von 5 Milliarden erfolgt. Aber das Reich kann nur mit den Ländern verkehren, denn nur die Landesregierungen stehen mit den Ge­meinden in direkter Berührung. Die Reichsregie­rung hat wiederholt betont, daß fte nicht in die Selbständigkeit der Länder und Gemeinden ein­greifen wird, vorausgesetzt, daß beide nicht die gezogenen Grenzen überschreiten.

Abg. Heimann (S.) begrüßt es. daß eine Kommission von Abgeordneten Mittel und Wege finden soll, um die Gemeinden gegen die Rück­wirkungen der Reichsgesetzggebung zu schützen. Die Gemeinden müßten aber eigene Einnahmequellen haben; nur dann könnten sie sich wieder an spar­same Wirtschaftsführung gewöhnen.

Abg. Dr. Herschel (Z.): Für 1920 schlos­sen alle großen Gemeinden mit einem Defizit ab und für 1921 sind die Aussichten geradezu trostlos. Die Reichseinkommensteuer war für die Gemein­den vom Hebel. Ersatz dafür ist zu beschaffen. Die erhöhten Besoldungen sind größtenteils ohne Deckung bewilligt.

Al g. Berndt (Ttschntl.) meint, die in Aus­sicht gestell.e Kontrolle der Gemeindefinanzen diene nur dazu, die Unsicherheit zu vermehren. Die Selbstverwaltung habe nur dann Sinn, wenn die Geinci den eigene Einrahme i hätten.

Abg. Dc. S ch o l z (D. Vp ): Die so ^dauernde Rer'.belastung der Gemeinden durchs das R ich ver­trägt sich nicht mit der ständigen Mahnung zur Sporiam eit. ® gen die ge ilante Kontrolle der Semei budgets und die Ci iführung ci er 2lrt Gemeindezwangswirtscha t ka-n nicht ge ui pro­testiert werk en, denn eine Wdje Oberaufsicht schä­digt las Sc b ve wa'tungsrecht.

D.e Weiterberatu g Uro h'erauf unterW- chen. Die Entwür'e über die Hera zie una der Frau zum Schöffen- und Ge.chwore endie st so­wie über die Gleichstellung der Frau in der Justiz werden dem Rechtsausschuß überwiesen.

Morgen nachmittag 2 älhr: Anfragen, Ar­beitsnachweisgesetz, Fortsetzung der heutigen De­batte.

Schluß gegen &/i älhr.

Kein Wort hat Luise währenddem gesprochen, lehnt sich ganz zurück, mit hochgeschlagenem Pelz­kragen.

Dann, langsam, kommt doch etwas Konver­sation in Gang. Aber lange nur zwischen der Frau und dem Fremden. Sie nennt ihren Rainen, auch den von Luise. Er horcht auf, verbeugt sich wieder. Cs gibt gemeinsame Drkannte. wird feft- gestelU. Exzellenz ton Humboldt, der preußische Herr Staatsminister, Fürst Hardenberg . . . ja. und dann All-Blücher, der Fürst von Wahlstall.

Er, der Graf, kommt nämlich direktifsime aus London.

Depeschen?" fragt die zierliche Frau und deutet auf die Ledermappe.

Dirlleicht

Bin gar nicht neugierig, Graf Martinez, soweit wir Frauen das nicht alle sind. Hnfer kleines Vorrecht ist das ja. Also wie war das mit unserem alten Blücher? Meiner Freundin hier. Fräulein von Giese, ist der Herr Generalfeld­marschall nämlich ein besonderer Gönner."

Er sieht, wohl zum ersten Male genauer, zu Luise hin. and er stutzt wieder. Ist ja eine Schönheit, dieses Fräulein von Giese. Sc^id nur, daß der hohe Pelzkragen so neidisch ist. Aber die'e llafsisch gebogene Rase . . . und diese wun­dervollen dunkeln, großen Augen

Ja, der prachtvolle Herr Feldmarschalt."

von den Werken selbst verbraucht, der Rest zu Briketts, Raßprehsteinen und Schwelerei- Produkten verarbeitet. Erzeugt wurden ins­gesamt 22 904 Tonnen Briketts und 12 589; Tonnen Raßprehsteine. Der Gesamtwert aller im Jahre 1921 abgesetzten Braunkohlen ein­schließlich der selbstverbrauchten, der ver­schwelten und der aus den Rohkohlen er­zeugten Briketts und Raßprehsteine bezif­fert sich auf 30 224618 Mk.

Aus nach Hessen eingefühtten Steinkohlen wurden im Jahre 1921 von hessischen Wer­ken 106 481 Tonnen Preßkohlen hergestellt, Wert zur Zeit noch nicht bekannt ist.

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Er spricht gut, findet Luise. Zrmal wenn er ernster redet. Man fühlt, es ist ihm um die Wahr­heit zu tun. ... . r.

So lind sie in schneller Fahrt bis zur nächsten Poststativn gekommen. Da gibt es ein Hallo, kerne Pferde da. nicht ein Roßfchweif Der Post­halter schwatzt und schwatzt und zuckt die Ach­seln; nicht ein Wort verstehen die beiden Damen. Aber der Graf zieht ein Papier heraus mit Sie­geln darauf. Das hält er dem Mann unter d:e Rase, und mit einem Rkale reißt er die schmierige Kappe ab und kann sich gar nicht genug tun vor Unterwürfigkeit. Mit einem Male find Pferde zu haben, vier Stück.Werden sogleich zur Stell sein, Gnaden Herr Graf" ___

And nun wendet sich die Affäre. Jetzt ladet bei- Graf die beiden Damen lächelnd ein, seine Gäste zu Jein bis Prag. Gibt ja sonsten keine Möglichkeit des Weiterkommens für sie, und ganz abtreten den einen Schotten, das könnt' er nicht. Leider Der strenge Dienst geht sogar vor die Höf lichtest. So möchten die Gnädigsten ihm denn die Ehre erweisen. .

Der Frau ton Dachroeden ist das Arrange­ment etwas peinlich, und ' der. L^feschieM das Blut llchterlvh ins schöne G-sicht. Wrer es gibt kaum eine Einwendung Auf der Station blei­ben, in der schmutzigen Böhmakenbude, ist schier

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W lagen, meine Gnädigste, wie die Londoner ihm zugefetzt; die Frauen voran. Dir Pferde aus- aespannt und sich selber vor den Wagen, das war toch das Geringste. Jede Lady wollte eine Locke von ihm haben, bis er ihnen den fast kahlen Schädel entgegenreckt und lachend und zornig ruft: sein Kramladen wär' ausverkauft. Oder wie er, erzähll man, einen ausgestopften Handschuh zum Wagenschlag h:raus. g', daß sich'halt an dem sattküssen getonnt. Fameus.

sameus, wie man ihn in Oxford zum Ehrenmitglied der Fakultät ernennt und er sagt: ,Ra, Goll straf mir soll ich Doktor werden, so müssen sie den Gneisenau wenigstens zum Apotheker machen! "

linier lieber Vater Blücher" sagt Luise vsöblich aus ihrem warmen Herzen heraus, und dabei biegt sich der neidische Pelzkragen erfreu­lich aur Seite. Wenigstens der Graf Martinez hat es sehr erfreulich gefunden. Sieht ja nun die rosige Wange und den vollen, schon geschwun­denen Mund und, wie sie noch einmal sagt:-Unser Blücher!" die weißen Zähne, d.e sich aneinander-

Äi« M Wien. Die es sich geschmückt hätte zum Empfang all der Fürstlichketten und hohen Gäste, w.e die Festi­vitäten sich jagten und überstürzten. Wird all­mählich ernst dabei: tote langsam die d p oniati- schen Verhandlungen for.schrltten, wicmel Re d und Scherereien es gäbe zwischen all Fein­den von gestern und Freunden von heute, uno

Geschäftliches.

Ein Gefrier-Schutzmittel für das KühlwasserdesKraftwagens wird vor den Reinhartin-Werken G. m. b. H . München, hergestellt. Wenn man bedenkt, welche beacht­liche Anzahl von Kühlern im Winter durch Ein­frieren des Kühlwassers defekt werden, so dürfte sich ein Versuch mitReinharlln" lohnen, um so mehr, als die Firma volle Garantie übernimmt Wir verweisen auf die Anzeige in der heutigen Rümmer, mit der die Reinhartin-Werke atf das FrostschutzmittelReinhartin" aufmerksam machen.

Für Stotterer. Die Erfahrung zeigt, daß jeder Sprachfehler, wo er einmal vorhanden ist, mit den Jahren schlinuner, die Beseitigung entsprechend immer schwieriger wird. Apparate. Medikamente und die sonst üblichen Methoden, die den Stotterer zu einem unnatürlichen Sprechen er­ziehen wollen, zeitigen keinen Erfolg. Es hilft da­gegen nur eine genau den Erfordernissen des ein­zelnen Fulles angepahte Behandlung, wie solche von dem Dr. Schraderschen Spezia -

wetteren Verarbeitung besttrnrnt. Aus den ver- arbetteten Rohkohlen wurden neben Schwe- lereiprvdukten erzeugt 918 Tonnen Braun­kohlenbriketts. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 7572 Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten über­nommenen Bestände sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 6691 Tonnen Rohkohlen und 687

unmöglich So wird dankend angenommen, und es geht weiter Der Schlitten ist jetzt geschlossen, man sitzt enger, und in der Engnis werden wieder die Speise körbe herausgeholt. Man ist b: tonntet geworden, man scherzt und lacht Auch das Fräu­lein von Giele zeigt weniger Reserve. Sie buttert ein Brötcken für den Zusallsreisegefährten, sie schenkt ihm einen Decher Malaga ein. Spater hält man noch einmal. Der Graf bereitet duf­tenden Tee und reicht englische Keks dazu und erzählt daß die Engelländer ein furchtbar ver­fressenes Voll wären, aber von der fe.nen Küche aar nichts verständen. .Die Wiener bog egen 1 Werden's ja erleben, unsre Mehkspeis." Und sie lachen.

So ist man ziemlich spät am Abend in Prag eingefahren. Der Graf bringt die Damen nach ihrem Logis, nach demBlauen Stern", küm Die Hände und empfiehlt sich. Muh m aog) in der Rocht weiter. Sagt aber beim Abschied.

Auf Wiedersehen also, meine Gnadigien! ttno sieht Cuife dabet so scheint«, ganz besonders an Glückliche Weiterreise." sagt er noch e-nmal, .uuv au? Wiedersehen.'"

Hat nur wenig geschlafen, bU Luise von Giese, in dieser Rächt. Mochte wohl daher tDra­men, daß Sturm eingesetzt hatte und mächtig von» Hradscki.i herüberbrauße und im Moldatal ent» lang Sah auch am nächsten Morgen etwas über­nächtig aus. Die kleine Frau von Dachroed«» hat's ihr gleich angesehen, reckte sich. streichel-- lächelnd über die häße Wange. Aber sagte teiR Wort Auch nicht von dem Grafen Martinez.

(Fortsetzung folgt)

Deutscher Reichstag.

Berlin. 19. Jan. 1922.

154. Sitzung. Rachmittags 3 llhr.

Präsident Lobe eröffnet die Sitzung mit einem Rachruf auf den verstorbenen Abgeordneten Delbrück (Dnatl.).

Die Interpellationen Dr. Etresemann (D. DVt) betr. Futtermittelversorgung und Hergt (Lnall.) wegen des Wagenmangels bei _ der ReichSeisenbahn werden innerhalb der geschäfts­ordnungsmäßigen Frist beantwortet werden. Das Gesetz über die Vereinfachung des Aufgebots- Verfahrens geht an den Rechtsausschuh, der Cnt- murs über Errichtung einer Reichsausführungs- Hehörde für Unfallversicherung an den Haushalts- ausschuß. Bei der Beratung des Gesetzes betr. die Entschädigung der zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen berufenen Vertrauensmänner fordert

Abg. Rosenfeld (11.0.) Maßnahmen, daß auch Arbeitervertreter in die Wahlausschüsse kommen.

Rcthsjullizm.nister Radbruch g'aubt eine Heran;iehung der Arbeiter durch eine Erhöhung der Bezüge und eine Umgestaltung der Auswahl ermöglichen zu können. Ein entsprechender Ent­wurf dürfte demnächst fertiggestellt sein.

Das Gesetz wird in allen drei Lesungen ge­nehmigt. Die Interpellation der Demokraten wegen der Finanznot der Gemeinden wird von dem

Abg. Külz (Dem.) begründet. Redner for­dert eine Reichsgemeindeordnung, die allerdings

goldener Ring, 1 Kinderpelzkragen, 1 Kinderhand­schah, 1 vergoldeter Ring mit Stein, 1 Korb­deckchen ; verloren: 1 schwarzes Ledermäppchen mit 200 Mk.. ein kleines Portemonnaie mit Inhalt, 1 silberne viereckige Brosche. 1 schwarze lederne Brieftasche mit Wandergewerbeschein und zwei Fischereischeinen. 1 Lohndüte mit 300 Mi., ein schwarzer lleberzieher. 1 schwarzes Ledcrporte- monnaie mit drei Fünfzigmarkscheinen, 1 schwarze Geldtasche mit Peclmutterschloß und 40 Mark In­halt. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 1112 ilhr vor­mittags und 45 Uhr nachmittags bei dem Poli­zeiamt Gießen, Zimmer Rr. 1, erfolgen.

1922 durch ihre Unterschrift diese letzte Lohn­erhöhung (Schiedsspruch des Schlichtungsaus­schusses vom 3. Januar 1922) für vorerst genügend erklärt.

Die Sortieranstalt Hermann Heß in Gießen soll ihre Akkorde von der laufenden Lohn^ Periode an um 5 v. H. erhöhen.

Ein Arbeiter der chem. Fabrik von Essen &. Lindenbaum in Bellersheim wurde mit seinem Einspruch gegen fristlose Entlassung auf den Rechtsweg verwiesen, falls die Parteien sich nicht verständigen. Da die Fabrik weniger als 20 Ar­beitnehmer hat. war ein Schlichtungsverfahren nach § 84 ff. des Betriebsrätegesetzes nicht zulässig.

Sitzung vom 19. Januar 192 2.

Die Gailschen Tvnwerke in Gießen und die Tonwerke Abend st ern sollen vom 16. Januar 1922 an ihre Löhne um 20 v. H. er­höhen. die Gailschen Tonwerte außerdem aus alle Löhne weitere 20 Ps. Stundenlohnzulagc zahlen. Seit dem 21. Rovember 1921 erhalten Ausfahrer 7.30 Mk. Stundenlohn.

Auch die Lauterbacher Blechwaren­fabrik soll vom 16. Januar 1922 an 20 v. H Zulage zahlen unter Beibehaltung der bisherigen Verheiratetenzulagen von je 4 Mk. wöchentlich für die Frau und jedes Kind, und der Stundenlohn­zulage von 10 Pf. für die Derzinker und Beizer. Gelernte Arbeiter über 25 Jahre erhalten seit Rovember 1921 6.506.70 Wl. Stundenlohn.

Für einen Meister der Leinenweberei Christoph Ruhl in Herbstein wurde ein Monatsgehalt von 1450 Mk. festgesetzt

Ein kaufmännischer Angestellter der ReichS» b a n k st e l l e Gießen, der seine Weiter­beschäftigung beantragte, wurde mit feinen et­waigen Ansprüchen auf den Rechtsweg verwiesen. Er war Vetriebsobmann und bestritt, die Kündi­gung seinerzett angenommen au haben.

In einer Reihe wetterer Dachen verständigten sich die Parteien, ehe es zur Verhandlung kam.

prxäbii er ixnui »Marschall Vorwärts nennt man wie leider, leider niemand so recht daran itoX wohl in Preußen, und das paßt. Doch zu denken scheine, daß das Voll ton Steuern in °onbon ist's ihm mit dem Vorwärts, glaub erdrückt würde und Lasten, Lehrend der Kongreß ick ~fxdb zu schwer geworden. Ist ja gar nicht Feste auf Feste feierte. »Wir CefterreMjcr sind ;K,r> I immer etwas sehr leicht. Hoch und niedrig will alle Tag fein Dackhendi haben und schaut nit gern auf den morgenden Sag.

4. Bad°Rauheim, 19. Jan. Um 6er Wohnungsnot zu steuern, wurde von der Stadtverordnetenversammlung mit 13 gegen 9 Stimmen die Schaffung einer Bau- gesell schäftGemeinwohl" beschlossen. Es soll, wie Beigeordneter Kling ausführlich begründete, eine Daugesellschast gegründet wer­den, an der außer der Stadt noch die Gutsresorm und die Butzbacher Meguin-Werle beteiligt sind. Um sich das älebergewicht zu sichern, übernimmt die Stadt von dem Stammkapital von 20 000 Mk. drei Anteile, während die beiden anderen Teil­haber nur je ehren Anteil erhalten. Es ist in erster Linie an den Dau von Wohnungen für Beamte und Angestellte gedacht. Die Bautätigkeit soll schon in diesem Frühjahr beginnen. Die Platz- rage ist noch nicht geregelt. Jedenfalls kommt aber das Gelände in der Rähe der Parkwart- wohnung am Rordabhange des Iohannisberges

gesehes.

Der Anttag des Fabrikarbeiterver­bandes auf Erhöhung der Löhne der Z a h n - fabrifGermania" in Dad-Rauheim und derHessischen Zahnfabrik" in Friedberg wurde abgelehnt. Die Löhne einschließlich Zulagen sind zurzett noch angemessen. In der Srriebberger Fa­brik sind sie erst sett dem 1. Januar 1922 erhöht worden; ihre Arbeiterschaft hat uriterm 17. Jan.

wird.

Großen-Buseck. 19. Ian. In der Ge­neralversammlung des Ortsziegenzucht- Vereins war e der Gründer und langjährige Vorsitzende A tblrgermeister Heinriche S ch w a l o zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 19. Ian. Run sind wieder drei Gemeinden des Schlitzerlandes am oberen

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den wurde 3um Sperrbezirk erklärt, und die Ode Rieder-Gemünden. Demsfeld, Büßscld. Bleiden­rod. Rieder-Ohmen und Schadenbach wurden zum Deobachtungsgebiet erklärt.

In der Zett vom L15. Januar 1922 wurden in Gießen gefunden l schwarze Damenhand- tasche mit Inhalt, 3 Portemonnaies mit Inhatt, 1 'Jkiar Lederhandschuhe, 1 Brieftasche mit Aus» - v--- - - - - .0-- = . , - weispapieren, 1 Vorstecknadel, 1 Taschenmesser,

sollen" nach 8 22 des Betriebsrategesehes Ȋrc; t grync lebernc Handtasch: mit Inhalt, 1 kleiner verschiedenen Berufsgruppen bei der Zusammen-- - - - -

sehung des Betriebsrates nach Möglichkeit berück­sichtigt werden", es ist dies aber keine zwingende Vorschrift und keinewesentliche Vorschrift über das Wahlverfahren" (f.§20 der Wahlordnung). Da der Arbeitgeber das Zustandekommen eines Betriebsrates bzw. Gruppenrates nicht erzwingen kann hat er auch keinen Einfluß auf feine Zusam- mesetzung. Gemäß § 41 und 44 des Betriebs- rätegesetzes wurde jedoch auf Antrag des Arbeit­gebers die Auflösung desselöen Arbeiterraies be­schlossen. Der Fabrikarbetterverband hatte durch Rundschreiben für eine Mittagspause im Betrieb eine Prüfung der Derbandsbücher der Arbeiter durch seine Qkrtrauensleute angesagt mit dem Zu­satz:Arbeiter und Arbeiterinnen, die noch keinem Verband angehören, haben unverzüglich (dem Fa- brtfarbeitetoerbanb) be zutreten. Verweigern sie den Bettritt, so haben sie die Folgen zu tragen." Der Arbeiterrat forderte von der Betriebsleitung die förmliche Bekanntgabe dieses Schreibens durch Anschlag im Betrieb. Dieses Verlangen ist ein unzulässiger Eingriff in die Dereinigungsfreihett der Arbeitnehmer, der die Ruhe im Betrieb ge- fährdet, und einegröbliche Verletzung der ge­setzlichen Pflichten" des Arbeiterrates. Der Schlichtungsausschuß entschied über beide Anträge endgültig an Htelle eines Bezirkswirtschaftsra!es gemäß § 93 Ziffer 5, 103 und 41 des Betriebsräte-

Die Kohlenproduktion in Hetterr. Fuld<ll<iuf, nämlich Hemmen-^rt.ers- Die mv na klicke Statistik der Koh-, Hausen und UellerShausen m den Ve° Istproduktion des Volksstaates Hessen weist sitz ele ktrischer Kraft und Beleuch- für den Monat Dezember 1921 folgende Iah- tung gekvnnnen. Die zu

' nach: An Rohbraunkohlen wurden ge-! diesem Zweck von der Mitteldeutschen Elek-

-1 39 734 Tonnen, verkauft wurden da- trizttatSgesellschaft umgebaute Muhle zu ___ _ ___. . « t A. <XT?»4- AAf i Z-TV-ZT TTA TT fXO T T 1 f

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