Ausgabe 
18.2.1922
 
Einzelbild herunterladen

Ttnrrm sxigrn SrüTgrrrrtr* porre, <ns er Dem Zeugen H. in Ober-^ohbach begegnete, glaubte die Strafkammer diese Feststellung auf die Aus­sage des Zeugen H. hin nicht treffen zu können, zumal die Zeugin G. bekundete, daß der Aw geklagte am fraglichen Tage für ihren inzwischen verstorbenen Ehemann einen Wagen Kartoffeln gefahren habe. ES erfolgte daher Frei­sprechung.

Sehr teuer kam einem Müller aus der wei­teren Umgebung von Diehen seine ungeschickte Verteidigung in einer anderen Strafsache. 3n dieser war seiner Ehefrau zur Last gelegt, dah sie Weizenmehl zu Wucherpreisen an fremde Hamsterer verkauft habe: der Angeklagte suchte nun die hohen Preise bei seiner Vernehmung vor dem Amtsgericht Grünberg damit zu recht­fertigen. dah er auSsagte. er habe den Weizen in Mengen von etwa 50 Pfund zum Preise von 200 und 300 Mark den Zentner bei Dauern, die er nicht nennen wollte, aufgetauft Auf Grund dieser Aussage wurde gegen ihn durch Strafbefehl deS Amtsgerichts Grünberg vom 12. 3 21 wegen unbefugten Aufkaufs von beschlagnahmtem Ge­treide zum Zwecke des Weiterverkaufs, wegen Ueberschreiien der Höchstpreise und wegen Schleichhandels eine Gefängnisstrafe von 2Wochen ;: eine Geldstrafe von 5000 Mark festgesetzt. Auf seinen Einspruch ermäßigte daS Schöfsen- -^richt Grünberg die Strafe auf 150 Mark. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte und der Amts­anwalt 'Berufung ein. Die Strafkammer traf die gleichen Feststellungen wie daS Schöffengericht und verurteilte den Angeklagten zu einem Tag Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Auf die Revision deS Angeklagten hob das Oberlandes- gericht daS Urteil der Strafkammer auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung an die Strafkammer. 3n der heutigen Hauptverhand- hing nun wurde der Tatbestand genau fo feft- aestellt wie in den früheren Verhandlungen: der Angeklagte wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 1200 Mark verurteilt, und zwar nicht nur, weil er gegen die Reichsgetreideordnung für die Ernte von 1920 verstoßen hat, sondern auch, weil er die Vorschriften der Reichsgetreide» orbnung für die Ernte 1919 nicht beachtet hatte. 3n letzter Beziehung hatte daS Oberlandesgericht daS erste Urteil der Strafkammer beanstandet.

Welch unheilvollen Einfluß ein gewiegter Gewohnheitsverbrecher auf einen jungen Menschen auszuüben vermag, ging auS der Verhandlung gegen den 21jäbngen Müller H. auS Triebel hervor. Der Angeklagte stammt von Eltern, die In guten Verhältnissen leben; er hat biS zum 14. Hahr die Bürgerschule besucht, ist dann in die Lehre gegangen und be­suchte darauf daS Müllertechnikum. Am 1.9.21 trat er als Müller und Laborant in ein grohes Mühlenunternehmen In Frankfurt a. M. ein. 2lach dreiwöchiger Tätigkeit stieß ihm ein Unfall zu, er kugelte sich den Arm aus und kam in ein Frank­furter Krankenhaus. Als Rekonvaleszent lernte er am Frankfurter Hauptbahnhof seinen späteren Mittäter, der sich ihm gegenüber Albert Böhme aus Köln a. Rh. nannte, kennen. Dies ist offen­bar ein gewerbsmäßiger Silberdieb, der es ver­stand. H. ein glänzendes Leben ohne viel Arbeit zu versprechen, wenn er sich ihm anschlösse. $. ließ sich tatsächlich dazu verleiten, seine gute Stelle aufzugeben, um mit ihm auf Abenteuer auSzugehen. 3n der Aacht vom 27. auf 28. Oktober vorigen IahreS fuhren beide auf Kosten des H. nach Gießen. Aachts um 122 Uhr kamen sie hier an. Sie gingen aufs Geradewohl in die Liebig- strahe. Böhme suchte nach einem Haus, in welchem ein Fenster aufstand. AIS er ein solches nicht fand, flieg er bei dem ersten besten Haus über die Einfriedigung, zerschnitt mit einem Diamanten die Glasscheibe an der Derandatür. griff durch die Lücke und öffnete die Tür von innen. H. sollte auf der Straße Wache stehen. Aus Furcht flieg er jedoch ebenfalls über die Einfriedigung und begab sich in den (Sorten. Als Böhme wieder zurückkam, hatte er einen Rucksack voll Silbergerät und einige Tischwäsche im Gesamtwert von etwa 11 000 Mark. Deide begaben sich nun alsbald mit ihrer Deute zum Dahnhof und fuhren mit dem ersten Zug nach Frankfurt zurück. Hier versuchte H. einige von den Silbersachen bei einem Trödler abzu- fetycn. Dieser schöpfte aber Derdacht und benach­richtigte die Polizei. Die Sachen wurden beschlag­nahmt und dem Besitzer des HauseS in der Ciebig- ftoabe hier, der sie als fein Eigentum erkannte, zurückgegeben. Die Täter hatten inzwischen Frank- furt verlassen und trieben sich in Kassel, Halle unb Berlin herum. Böhme ließ allmählich den H. faUen, da dieser zu ungeschickt war. 3n seiner Verzweiflung stellte H sich freiwillig in Frank- furt der Polizei. Zwar versuchte er nochmals die e>a(&e so darzustellen, daß er strafrechtlich nicht gcfabl werden konnte, legte aber bald ein um« affenbed Geständnis ab. Die Strafkammer hielt ferne Angaben für glaubwürdig und verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Am stände zu 6 Monaten Gefängnis, worauf ihm sieben Wochen Untersuchungshaft angerechnet wurden Böhme zu ergreifen, ist bisher nicht gelungen

Sandel.

Berlin, 17. Februar. Börsenstim- mungSbild. Die Eröffnung der Börse voll- zog sich unter vermehrten Kaufaufträgen des PridatpublikumS bei fester Tendenz zu steigen­den Kursen. Die erste Rolle spielte wiederum der Montanmorkt. Hier traten heute aber vberschlesische Werte infolge von Gewinn- realtsterungen in den Vordergrund, dagegen waren Gelsenkirchen, ManneSmannrvhren. Deutsch-Luxemburger, Bochumer Guß. Phönix, Rheinische Braunkohlen und Riebeck Montan stark begehn und fliegen zum Teil über 100 Prozent. Lebhaftes Inte reffe bestand auch für chemische Werte, die fast durchgängig 70 bis 80 Prvz. gewannen. Don Elektrizitätswerten zeichneten sich Elektrische LieferungSgesell- schaft, Felten u. Guilleaum, Siemens u. Halske

unO \u. e. D. vurcy Kursgewinne dis 70 Prvz. aus. Don Ma schrnen^brikSaktien erzielten Deutsche Waffen eine Aufbesserung um 60 Prvz^ Orenstein u. Koppel eine solche um 70 Prvz. Ferner sind Bingwerke mit einer Besserung von 40 Prvz. zu nennen. Sonst hielten sich die KurSveränderungen vor­wiegend in mäßigen Grenzen. Dalutapapiere waren entsprechend der Bewegung am De­visenmärkte etwas höher bewertet, Bankaktien behauptet, Schiffahrtsaktien waren mäßig ge­bessert, etwas erheblicher Hamburger Paket­fahrt, Deutsch-Australische und Hamburg- Südamerikanische Dampfschiffahrt. Festver­zinsliche Werte waren ohne besondere An­regung. Ausländische Zahlungsmittel waren bei anziehenden Preisen sehr ruhig.

Frankfurt a. M., 17. Sehr. Börsen- stimmungSbild. Aus dem Eifektenmarkt setzte bei Beginn eine ziemlich lebhafte Bewegung ein. Das Publikum hatte größere Ordres gesandt, unb eS kam auf fast allen Marktgebieten zu einer er­heblichen Kursbesserung. 3ndustriewerle blieben bevorzugt. Gesucht waren auch Ehemische Werte. Etwas ruhiger gestaltete sich der Verkehr in Elek­trizitätswerten Auch In den amtlich nicht notier­ten Werten war die Tendenz fest und das Ge­schäft lebhaft. Rastatter Waggons 825, Benz 715, Ehemische Rhenania 1100, Ufa 285, Deutsche Petroleum 1975. Autoaktien fest. Auf dem Mon­tanmarkte stellten sich für Rheinstahl, Gelsen­kirchener u. a. Käufer ein. Oberfchlesifche Werte ruhiger, aber fest. Laura Hütte 2505. Schifsahrts- aktien behauptet. Dalutapapiere ruhiger. Mexi­kanische Anleihen abgcschwächt. Der Wochenschluß gestaltete sich ruhig bei fester Tendenz. Privat- diSkont 41/3 Prozent.

Ludwigshafen a. Rh.. 17. Febr. (Wolff.) 3n der heutigen a. 0. G.-D. der Pfälzischen Dank in Ludwigshafen a. Rh. führte der stell­vertretende Vorsitzende im Aufsichtsrat der Pfäl­zischen Dank, Ludovice, den Vorsitz. Iusttzrat Kahn (Dürnberg > erstattete den Bericht der am 9. Januar gewählten Vertrauenskommission, die eine gründliche Prüfung aller in Frage kommen­den Filialen, Buchhaltungen asw. vorgenommen hat. Tie Verluste der Pfälzischen Dank, die am 9. Oanihn auf 340 Mill. Mark angegeben wer­den. sind auf 440 Mill. Mark gewachsen. Alle Bemühungen, die Lage der Aktionäre za verbes­sern, sind als gescheitert zu betrachten. Rach mehrstündiger Verhandlung wurde der nach­stehende Verschmelzungecritrag angenommen:Die Pfälzische Bank, Ludwigshafen a. Rh., über­trägt ihr Eescl schaftsvnmögen als Ganzes auf die Rhein ische Kredi t ban t in Mann­heim. Eine Liquidation des Vermögens der 'pfälzischen Dank findet nicht statt. Die Pfäl­zische Dank erteilt der Rheinischen Kreditbank in Mannheim das Recht, die Firmen Pfälzische Dank und Süddeutsche Dank anveränderi oder mit einem Zusatz fortzuführen. Die Rheinische Kreditbank gewährt dafür ohne Kapitalserhöhung den Ak­tionären der Pfälzischen Dank, Ludwigshafen, auf je 4800 Mark nsm. Aktien der Pfälzischen Bant eine Aktie der Rheinischen Kreditbank im Nenn­betrag von 1000 Mark mit Dividendenberech- ttgung ab 1. Januar 1922. Außerdem erhalten die Aktionäre der Pfälzischen Bant auf je 600 Mark Aktien eine Beraütung von 20 Mark. Alle Kosten und Stempclgcbuhren der Verschmelzung sowie der Zuteilung der Aktien trägt die Rhei­nische Kreditbank." Der Antrag wurde einstim­mig angenommen. Für d i e notleidend ge­wordenen Kleinaktionäre soll eine Hilfsaktion eingeleitet werden. Das vertretene Akiicnkapital in der Versammlung be­trug nur 43 Mill. Mark.

Frankfurt a Q2L, 18. Februar, Börsenkurse.

Frankfurt (Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 16.2. 17.2. 16.2. 17.2.

5'/.Dtfch.KriegSanL 77,50 77,50 77,50 77,50 4*/,Dt1ch.Reichsanl. 87 30 87,75 88,- 87 90 3°/, Disch. ReichSanL 110,- 110.- 110,-

4e/e Preuh. KonfolS 73,75 62,50 74, 74,50 tzamburg-Paketf.. . 470,- 490 - 474, 490 50 Rorddeutfcher Lloyd 3öS,- 3M,- 383,75 378^- Eomm.u.Privatbank 329,- 333,- 332,-

Darmstädter Dank . 325,- 323,- 327,- 325,60 Deutsche Dank . . . 508,- 545, 545,- 537,- DiSconto-Gesellschast 450,- 450, - 431, 452* Dresdner Dank. . . 369, 360,- 365,- 358,- Mitield.Ereditbanl. 314,50 312,- 311,- 312,- Rationalbank f. D. . 337,- 337,- 335,- 335 - Doch.Gußstahlwerke 12r0 - 1165,- 1175,- 1275*- Dud^Sisenw -Akt.. 1090 - 10o0,- 1070,- 1100,- D.-Luxemb. Dergw. .1120 - 1165,- 1060,- 1150,- Gelsenkirch. Dergw.. 1110,- 1185,- 1080,- 1155'- Harpener Bergbau.1720^- 1803,- 1700,- 178G- Oberschl. Eisenb -B. 1390,'- 1410,- 1375,- 1375,- O oerschief. Sisenind. 1240,- 1220 - 1250,- 1230,- Phönix-Dergb.-Akt. 1235,- 1270,- 1185,- 1295,- Dad.Anilin-u. Soda 700,- 740,- 670,- 74i - Höchster Farbwerke. 665'- 730,- 655,- 740'- Allg. Slektr.-Ges. . . 825^- 850,- 810,- 850,- Felten L Guilleaume 1195,- 1250,- 1205,- 1250'- Schuckert-Werke. . . 785,- 815,- '.75,- 811, Adlerwerke...... 630,- 636,- 639,- 6j4,-

Daimler....... 599,- 605,- 600,- 632,-

° Hess. StaatSanL 73,- 73,- 75,- 72,50 Electron Griesheim 820,- 889,- 845,- 890,- Dische. DereinSbank 245,- 248,56

Marknotieruugea.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Datum: 1.7.14. 16.2. 17.2.

Zürich Fr. 125 40 2,55 2^0

Amsterdam 5L 59.20 1,33 1,30

Kopenhagen Kr. 88.80 2,43 2 40

Prag Kr. 117.80 26 25

Stockholm Kr. 88.80 1,92 1,90

Wien Är. 117.80 -,-

London Eh. 97.80 8,75 8,96

Paris Fx. 12540 5,75 5,36

Reuvork $ 23-80 -,5O -.49

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

Datum: 16. Febr. 17. Febr.

Amsterdam-Rotterd. 7482,"0 7^92,50 7582,407597 60 Brüssel-Antwerpen. 1R58.3 J1661,70 1698,30 1701,70 «briftiania 3374,10 3380,90 34S ,50 3488,50 Kopenhagen 41 Gr 804174,20 4225 75 4234,25 Stockholm 5264,70 5275,30 5354,60 5365.40 HelsinsfvrS 100,55 401,45 40z,05 402*95 Fialien 97 ,50 973,50 SS?, - 994,- London 875,60 877,40 856,60 888,40 Reuyork 200,54 200, 6 20-1,29 204,71 Paris 1734,25 1741,75 1793,211796.8) Schweiz 392:')5 3j28^95 4C06,95 4014,05 Spanien 3156,80 3163,20 3221,75 322s,25 Wien 1 alte-) .... -,

Deuifch-Oesterr.. . . 5,78 5,82 5,58 5,62

Prag......... 378,60 379,40 382,60 383,40

Budapest 39.76 30,84 31,16 31^4

Buenos AireS . .. 73,40 73,60 74,65 74$5

Bulgarien 134,25 134,65 135,60 135,90

Konstantinopel . ..

Züricher Devisenmarkt. 17.2. 18.2.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. » 191.25 191.25

Deutschland 100 Mk. = 2.56 2,50

Wien 100 Kr. 0.145 0.15

Prag 100 Kr. 9.70 9.65

Paris 100 Fr. = 44.40 45.15

London 1 £ 22.91 22.38

Italien 100 2. = 24 85 25.10

Brüssel 100 Fr. = 42.25 42.65

Budapest 100 Kr. 0.79 0.775

Reuyork 100 $ 512.50 513.-

Agram 100 Kr. = 1.65 1.65

Warschau 100 Kr. 0,15 0,15

Märkte.

Mainzer Produktenbörse.

Mainz, 17. Febr. Die hiesige Börse verlies äußerst fest. In fast allen Artikeln war ein äußerst geringes Angebot zu ver­zeichnen, welches bei weitem nicht die große Nachfrage insbesondere in Futtermitteln, Rauhfutter und Kolonialwaren decken konnte. 3n sehr vielen Artikeln (Braugerste, Mehl, Saaten usw.) waren die Käufer infolge der weiter steigenden Preise zurückhaltend. Es no­tierten loco Mainz per 100 Kilo: Weizen 10001025, Roggen 790840, Hafer 800 bis 825, Futtergerste 850, tnl. Weizenmehl 00 15001600, ml. Weizenmehl, Spec. 0 1475 bis 1500, inl. Weizenmehl mit Auslandsmehl gern. 15001550, ameril. Weizenmehl 1650, Roggen mehl, 70prvz. 10751200, Weizenkleie ohne Sack 575600, Roggenkleie ohne Sack 565600, Mais 865900, Maisfchrvi 875 bis 900, inl. Rotklee 65007500, Deutsche Linsen 2000, weiße Bohnen 1100, Viktoria-Erbsen, geschält 1600, Vikwria-Erbsen, ungesch. 1350, Darma-Reis II 1500, Haferflocken 1150, Graupen 14001500, Wiesenyeu 420, Kleeheu 480500, Haferstrvh 130150, Roggenstroh 140160.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Konferenz bis Mitte April verschoben?

London, 17. Febr. (WTV)Daily Mail" berichtet, dieKonferenzvonGenua sei vor­läufig b i s Mitte April verschoben wor­den. Es verlaute, daß Lenin endgültig beschlossen habe, an der Konferenz persönlich teilzu­nehmen.

London, 17. Febr. (WTD.)Daily Telegraph" vermutet, daß die englische Antwort auf die letzte französische Verbalnote bereits jetzt im französischen Aus­wärtigen Amte eingetroffen ist. Die britische Regierung hebe darin nachdrücklich den gemeldeten Standpunkt hervor, dah die Mächte, die das Pro­gramm dorbereiten, die Mächte sein mühten, die Die Konferenz einberufen haben.

Die Plane für die Reparationszahlungen.

Paris. 17. Febr. (WTD) Das .E ch 0 de Paris" glaubt Mitteilen zu können, dahBel­gien, Italien und Japan dem französi­schen Vorschlag, die Reparationskommis­sion mit der Erledigung der deutschen Repara­tionszahlungen für 1922 zu betragen, angenom­men hätten. Die Rcpcrrationskomm sllon werde sich schon am Mittwoch mit dieser Frage zu be­schäftigen haben. Eine vollkommen offiziöse Dis­kussion habe die Ansicht der verschiedenen De­legierten zu Tage gefördert. Was die Zahlungen anbetreffe, so habe der engsifchelDelegierte Drad- burh erklärt, 500 Millionen Goldman feien das Maximum dessen, was man von Deutschland verlangen könnte: das sei die Ziffer, die der deutsche Außenminister Dr. Rathenaa in Cannes angegeben habe. In der Frage der 14 Garantien feien alle Delegieren dahin über­eingekommen, dieälnabhängigteitdesGa- rantieausschusses gegenüber der Re- parationskommission zu verrin­gern. Aach dem Abkommen von Cannes müsse der Garantieausschuh seinen Sitz in Zukunft in Derlin nehmen. Im großen und ganzen komme man wieder auf die Diskussion vom Aoremder and Dezember vorigen Jahres zurück, auch hinsichtlich des Verteilungsschlüssels unter den Alliierten. Nur ein erfreuliches Moment habe die Repara­tiv ns kommission anerkannt, daß im letzten De­zember und Januar der de a tsche Export den Import über st legen habe. Der Petit Parisien" beftä tgt verstchnidr Mel­dung desEcho des Paris" und fugt hinzi, daß man auf englischer Seite auf den Gedanken zurückgekommen sei, daß eine zu strenge Kontrolle die Bewegungsfreiheit der Re- gierungWir t h behindern würde. Das Blatt glaubt, daß man sich schließlich einigen werde auf einer Grundlage, die nicht sehr ver-

T<Meom ütm ver von Camefl sei. aber es werde Zeit in Anspruch nehmen.

England und die ägyptische Frage.

London, 17. Febr. (WTB.) Man er- nxirtet, dah die englische Negierung heute töten neuen Plan wegen der Regelung der ägyptischen Frage im Unter­bau fe Mitteilen werde. Lvrd Allenby werde binnen kürzester Frist nach Aegypten zurückkehren. Die .Limes" berichtet, daß die erzielte Lösung für Lvrd Allenby vollkommen befriedigend sei. Die Nachricht von der zu- friedenstellenden Lösung ber sebr schweren Frage der künftigen Regierung Aegyptens sei in politischen Kreisen mit großer Genugtuung ausgenommen worden.

Verminderung der amerikanischen Besatzung-- truppen.

Washington, 17. Febr (WTD.) DaS KriegSarnl gibt bekannt, dah die amerika­nischen Desatzungstruppen in Deutsch­land unverzüglich um 203 Offiziere unb 3000 Mann verringert werden. ES bleiben bann nur 169 Offiziere und 2217 Mann zurück.

DaS Vertrauensvotum für daS Kabinett Wirth.

Derlin, 17. Febr. (Priv.-Tel.) Nicht be­teiligt waren bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum für die Regierung 4 8 Ab­geordnete. und zwar von den Deutsch- nationalen die Abgeordneten Arnstadt, Haag. Gras von Kanih, Neuhaus: von der Deuts chen D 0 lkspartei Dr. Heinze. Keubler-Döhm. Dr Ouaatz. v. Raumer. Speyler: von ber Bayri­schen Volks Partei Dr. Mayer; vvm Z e n- t r u m Dr. Dell, Dr. Brauns, Dr. Pfeifser. Frau Teusch: von den Welfen Dr. Graf von Bernstorfs: von den Demokraten Dr. von Sieber, Schiffer: von den MehrheitSsozia- listen einer: von den H nabhängigen 25. darunter Drandes. Dr. Drettscheid. Drühl. Diß- mann, Ernst, Fleihner, Dr. Hertz, Jäckel, Frau Karch, Lipinski, Frau Öenber Unter lei hier, Vogt­herr, Frau Wulff: von den Kommunisten 4, dar­unter Frau Zetkin.

Wieviele von diesen Abgeordneten durch Krankheit oder unentschuldigt fehlten, ist nicht sestzustellen. Dei den beiden Rechtsparteien fehl­ten nur Dr. Heinze unentschuldigt, beim Zen­trum war Dr. Pfeiffer durch seinen Ausent­halt in Wien, bei der Bayerischen Dolkspartei Dr. Mayer durch seine Tätigkeit in Paris, bei den Demokraten Dr. Schiffer durch seine Gen- fer Aufgabe ferngehalten.

Dor einer Revolution in Mexiko?

Paris. 17. Febr. (WTD) Wie Havas auS Reuyork meldet, sott infolge eines Gerüchtes, wonach der AuSbruch einer Revolution in Mexiko bevor st ehe, unb dah die Stadt Iuarez angegriffen werde, die amerikanische Re­gierung 5000 Mann Soldaten in das Fort Dttsse entsandt haben.

Karl von HadSburgS Apanage.

Paris, 17. Febr. (WTD) Nach demP e - tit Parisien" soll Karl von HabSburg eine lährliche Unterstützung von 600 000 G 0 ld - franken zugewiesen werden. Es beständen jedoch Schwierigkeiten, von feiten der Kleinen @n t e n t e die Zustimmung zur Ausbringung dieser Kosten zu erlangen. Sin Unterausschuh der Dot- schaftcrkonferenz beschäftigte sich nunmehr mit der Durchführung dieser Maßnahmen.

Theatereinweihung in Darmstadt.

Darmstadt, 17. Febr. (WTD) Gestern abend sand vor einem geladenen Publikum die Uebergabe des zweiten der Leitung des Landes- theaters unterstellten Theaters, des sogenannten Kleinen Hauses, früheren Interimstheaters, statt. DaS Theater sott bekanntlich außer Opern- und Dchauspielaufführungen auch für Konzerte Vorträge, VereinSoeranstallungen und auch für Kinoaufführungen dienen. Ansprachen hie ten der Oberbürgermeister und in Vertretung des Ministeriums Finanzminister Henrich, der mitteilte, daß das 6taat3mlni[lerium den Inten­danten Hartung zum Genetalintendan- t e n ernannt habe. Ferner hiell noch der In­tendant Hartung eine Ansprache. An die An­sprachen schlossen sich die Aufführung des Vor­spieles zu Faust, das Quintett aus dem letzten Akte der Meistersinger und eine Vorführung des LehrfilmS.

alle Hautunreinigkeiten u. Hautzmeehläge v.MHeiser, f innen, Pickel, usw.zu vertreib., besL In UgLWiivbungen m. d. echte»

- TecrsduoekL - Joife

woo Bergmann * Co., RadebeuL CberaU «rbiltildh

So fein, fo ergiebig- fo fparfamjorein- clssmuh PfeifferL Villers Kaffee-bienr fein!

fckid) gut ais Zutat) zu ßohnen- und GerfrcnkafVee oder malz

i n) Originaldafen und Silberpahde

Mm

or.BaarsZahnpulverNr. 23 vom Zahnarzt verordnet, daher TOD das rechte Zahnpflegemittel11. Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 51.

I Bceser ale bittere Mandeln u Zitronen \y-Reppin3BacköleHS ; «Bitle rmendel. Zitrone" eew.

ea. 28-39 Waggon Kielerobrennholz nur gesunde Ware zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unter 1669D an den Gießener Anzeiger erbeten.

Wundervol le Modelle sauberste Tischlerarbeit Küchen, Schlafzimmer, Sveisc- und Herrenzimmer Möbelhaus I. Jttmann Inhaber: A. Bruinlik Gießen, Bahnhofstratze 29-

1670a

Kalk

Weißstück Graustück erstklassige Ringofen wäre ▼on in-ößter Ertdeblfl-keit siet» zu haben 13

Carl Haas lrGieSen «-TI-,'

Mstiei Illifin SMÄJsmiS: wert Ile Brtkl'scke UnJv.-Brio4ereL B. IsMae, ßleiea

Sorten Fensterglas

Roh-, Draht- u. Farbengläser

liefert ab Lager in großen u. kleinen Mengen

H Glasgroßhandlung D

g GlaskontorG. m. b.H. Gießen g = Lahnstraße 9. Mtal Fernruf 1683. h iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiHiuiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiiiiiiiiile