Einzelbild herunterladen

Ljm Ui. rfit

ML

Vreubt|4;5übi

Zwar: 6 ä eine sch viele Gewinne zchmmn 325000 ten Mir. n!

L!L .40 124.80 ag

Staatlichen Lotten«.

Legler

Südanlage 7 Id einigen. [5720

w ob« tlllitz, K ajt« M ttMUI --AM llckLl. MMS 200 W 1500 000 M Sir mtboic unter 5iUc denM-AKM WMMk.

ubau gesucht- cherh-tlgeboen.^

WM 01itertabenb leiten b.®tefe.Wfe*

iM «ÄrMt.

S«tnÄdB»S:

T«-

;Wsr WW D'«

WA E

AK G'-s KM WtzS MfS

1 9.V«''

,zs <p,) .jag?.

ELK

Gießener Lnzeiger (General-Anzeiger für Vderhessen)

Donnerstag, 15. Juni 1922

Bonbon Plastiken mit meisterhastem Äonne1 mn» fccllicrl, an bencn befonb are bic letocil? oui* qe.cicbnc HubLric Bcarbcitanß der »erfcbicZ ec.» ft en 'Ulatciialiw ('Sron^c, ®u^, ökingut. Glas, ßlfcixbctn, SiclnKtallfi autfällt unb so cntllanben cndttch als tos mcrrtoürbigftc an Metern gcma- Icn 5titnftlcr Werbe bcr Malerei (CanM-inf» ten, Porti äts. GcnreS, 2Ittflubicn u»to ), bi? eben» fo sel . f cf fein durch eine gclunbc lebendig. Farbe npoesie tote burd) eine ganz eigenartig?, durchaus intioibiclfc Ausfällung unendlicher mb nie zu beteilige nber Äunft, bic b.c 2t a t j r einig neu inb einig schön schöpft, .mb bic zum Äunfl- ttxrt erfl w.rb, trenn toobreä Künstlertum )k neu gebiert Der innige x3ufGmmenfLang mii bcr natürlichen Umgebung ben man in allen Werken der Architektur, die Stibin Müller schuf, in fnm» drlischfler Form finben kann, ferne reich? Phan- tasie unb seine Vielfettigkeit dürften begründet fein tm bobenflänbigen Wurzeln in einer lchönen aller bis zur üaabül ernsten Heimat, bic ihm das Erzgebirge gab Dafür spricht auch der leicht fentbnatiale Einschlag tn ben tDanbcraoUen Stimmungen, bic Albin Müller feinen heimat­lichen Motiven eniftammcnben Gemälden ein- h<n.chtc

Was diese Sonderausstellung Albin Müllers füi Darmstadt unb Hessen iniercflant rnb be­deutsam macht, ist bic Tatsache, bah bic gefjnb? Bodenständigkeit d^s Künstlers durch fein zwei Oati^cbntc langes Wirken an bei Künstler ko- lonie in Darmstadt neue Wurzeln geschlagen hat, bafi all bic großzügigen Bauproiekte. die neben vielen bereits verwirklichten Sauren noch des Zeitpunktes barten, da sie in bic Tal umgesetzt treiben können (Äricg unb Umsturz rissen auch hier Klüfte unb bauten Hindernisse) tn beson­derer Beziehung zu Darm stabt unb Hefs.m ftcf>?n, Entwürfe, wie die grohdügige Umgestaltung brr Woegsanlage, die KlestrsieSelung m bcr Fasa­nerie, das grosse Krankenha>us, bas Denkmals­tor für bte Opfer LeS Krieges gewidmet. bcr endgültige Ausbau der Nkathildcnhöhc. die dieser wundervollen Akropolis ben Schlußstein geben unb sie so endgültig zum Wahrzeichen Darmstadts unb Hessens gestalten sollte, all bas ist Kinst unb Äunfibetätiging, die Darmstadt ausstrahlen sollte, bodenständige Kunst, die von Hessens Akro­polis befruchtend und audbauenb ihre Strahlen werfen könnte, weil in daS Reich bcr Kunst hinein. Mögen Geschlechter, die nach uns glück­lichere Zeilen erleben, sich dieser kulturellen Auf­gaben und Ziele des früheren Grotzherzogs und seiner Mitarbeiter erinnern. M. Strecse.

Kirche und Schule.

Exkommunizierte Lehrer.

spb. Höchst a. M, 14. Juni. Der Bischof von ßtmburg hat die Lehrer Wilhelm Dielen- oach - Sindlingen, Paul Schmidt - Zeilshrim unb Fi ck - Nied wegen schwerer Verstötze gegen die GiTundlagen des katholischen GlaubenSlebens auS der katholischen Kirche ausgeschlossen. Der AuSschlafr der genannten ßebrer wurde am lehien Sonntag in den katholischen Kirchen der einzelnen Orte betamrtgegeben.

Fi Ober - O hmen . 14. Uuni Der Leh - rerber zweiten Schulklasse hi«, Herr ßomel t, ist nach Hühnlein versetzt worden. Die ganze Gemeinde be&iuert ben Weggang des bei seinen Schülern unb allen Einwohnern geschätzten und beliebten Lehrers, der es verstanden hat, sich hier die Wertschätzung mb Achtung der ganzen 'Bürgerschaft zu erwerben. Der hiesig. Gesangverein verliert in ihm seinen fangeebe- gabten tüchtigen Dirigenten.

Turnen, Sport und Spiel.

Zur deutschen Fuhballmeister- schäft. Die graben Tage im deutschen Fustball- sport stehen unmittelbar bevor. Am Sonntag, den 18. 3uni, werden im Deuts chen Stadion zu Berlin die Vertreter des nord- und süd­deutschen Verbandes, der Hamburger Sportverein, AorddeutscherMeister 1921 und 1922 und der 1. F. E. Nürnberg. Deutscher Meister 1920 und 1921 im Entscheidungsspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft einander gegen- übertreten. Die imponierenden Siege beider über chre starken Gegner der Zwischenrunde sind be­kannt. Gall der Sieg des Hamburger Sportvereins über ben süddeutschen Meister Wacker München als eine Üeberraschung. so war bcr schwer er­kämpfte Erfolg des 1. F. E. Nürnberg über den Berliner Meister Norden Nordwest nicht minder vertrauenerweckend für das Endspiel. Sein oder Nichtsein ist hier also am 18. 3uni die Frage, unb da gilt es. alle Kräfte zu spannen, um die höchste deutsche Würde zu erringen. Wie grob das Interesse in Hamburg als auch in Nürnberg

ist. geht aus bei Tatsache hervor, bah beide Städte am 17. Zirni Ertrazüge nach Berlin lahren lassen Da» Spiel wird geleitet von Du Bauwcns'KoUi

(Siebener Ruderklub M$affiaw. Bei der am Sonntag vom Süddeutschen Ruder- rc.band in Mannh im aus geschriebenen Regatta fl artete au chder XubcrDubHassia" Gicstcn Im interessantesten und spannendstenRcnnendcsTageS, in dem durch den groben Achter bcr Kunst» und wertvolle StudtpreiS non Mannheim auSgefahren wurde, blieb die .Hassia" Gieb gei aron grober und starkei Konkurrenz, besonders der Mannheimer und Ludwigsbaicner Rudervereine blieb bcr Sieg doch den ©ichcncrn. Leider konnten durch die technisch gut geschulten Vierermann- schäften weitere Siege nicht errungen werden. Hoffentlich fallen dem rührigen Klub bei bcr am 2. Iuli in Frankfurt a. M stattfindenden Regatta mehr Preise zu.

"Bad-Nauheim, 12. Huni. Der 5 Bcziri im 5" u r n g a u Hessen, dem auber den Turn­vereinen in Bad-Nauheim. Friedberg und Dutz- bad) noch über 20 ländliche Turnvereine der nörd­lichen Wetterau angehören, hielt am Samstag unb Sonntag in dem benachbarten Steinfurth fein Diesjähriges volkstümliches DezirkS- w c 11 u r n c n ab Der Fünfkampf erstreckte sich auf Laufen, Wellfpmng, Weithochfprung, Kugel­stoßen unb eine Pflichtfreiübuna Um bic noch schulpflichtige Hugend nicht in den FesteStrubel hineinzuziehen, trugen die Schüler ihre Wctt- lämpsc bereits am Samstag nachmittag auS. Der Sonntag gehörte dann den aktiven Turnern und Iugendturnern Den Höhepunkt beider Veranstal­tungen bildeten jewells die allgemeinen Frei­übungen, die unter Leitung der Bezirksturnwarlc Hartmann (Bad-Nauheim) unb Lang (Lang- Göns) äusterst exakt ausgeführt wurden. - Aus den Ergebnissen seien folgenbe mitgcteilt Aktive Turner (98 Tellnehmer, 49 Sieger): 1. Sieg«: H Gabler, Tgm. Friedberg, 77 Punkte! 2. H Bender, Tv. Griebel. 76P.. 3. R. Kaiser, Tv. Lang-Göns, 75 P: 4. K. Bernhard, Tv. Nieder-Wöllstadt. 72 P ; 7. K. Klee, Tv. Holz- beim, 66 P . 8. G. H o f m a n n, Tv. Muschenheim, 65 P : 10. W Ruhl, Tv. Holzheim, 63 P., 17. W Keblcr, Tv. Lang-Göns, 55P.: 18. A. Luh, Tv. Lang-Göns, 54 P., 19. W Stoll, Tv. Lang- Göns, 53P.: 21. Ehr. 03 cd er, Tv. Grüningen, 51 Pi 22 R. Lüdge, Tv. Lang-Göns und K. S a m e s, Tv. Hollheim. 50 P. Iu gend- t u r n e r, O b c r ft u f c (78 Tellnehmer, 65Sieger): 1. Sieger: O. Reibcrt, Seminar-T. u Spiclv. Friedberg, 96 P: 2 A. Langsdorf, Tv. 1860 Bad-Nauheim. 9IP; 3 H. Mörler. Tv. 1860 Bad-Nauheim. 89 P : 4. W. W ie tz. Tv. Griedel, 88 P; 6. H. Arch. Tv. Holzheim. 78 P; 8. W. S p i c b, Tv. Lang-Gons. 75 P , 10. H Hof­mann. Tv. Grüningen, 73 P; 13. H Eulc r. Tv. Grüningen. 70 P ; 15. H. S ch ö d. Tv Holzheim. 68 P . 16. G. Müller. 67 P.; 17. W Eng c l. Tv. Grüningen. 66 P.; 18. H. Bede r. Tv. (Arü- ntngen. 65 P.; 21 K. Weil, Tv. Lang-Göns, 62 P : 22 H Schäfer, Tv. Grüningen, 61 P,; 23. O. Lechras, Tv. Lang-Göns. 60 P.; 27. H. Grieb, Tv. Holzheim und H. G ö r l a ch. Tv. Holzheim. 55 P.; 30. W. Der n, Tv. Lang-Göns. 52 P Hu gen dturnem Unterstufe (104 Teilnehmer, 85 Sieger): 1. Sieger: R. Hanach, Tv. Kirchgöns, 103P.; 2. H. Faber, Tv. Lang- Göns, 95 P.; 3. W. B rüde st Tv. Lang-GönS, 93P.. 4. H. Fisch. T. u. Sp V Bur.bach, 91 P.: 5. W. Wagner, Tv. Lang-Göns, 89 P ; 9. W. Krausch, Tv. Mufchcnheim, 83 P.; 10. F. 0 11 o, Tv. Holzheim. 82 P; 12. K. I u n g. Tv Holzheim, 80 P; 16. F. S ch w e n z, Tv. Muschenheim. 73 P.; 17. A Rüdel, Tv. Muschenheim, 72 P.; 21. H Sarnes, Tv. Holzheim und W. G l a u m, Tv. Holzheim, 63 P ; 25. H. Kuhl I, Tv. Holzheim und H Hofmann, Tv. Mufchcnheim, 64 P.: 28. W. G ö r l a ch. Tv. Holzheim, 61 P; 29 K. Bede r, Tv. Grüningen, 60 P; 32. W. Lanz, Tv. Holl' heim und W H o f m a n n, Tv. Grüningen, 57 P.; 33 H. L ö f chh or n, Tv. Muschenheim, 56 P.; 36. W. Reif, Tv. Mufchcnheim, 53P.; 38. H. Kuhl II., Tv. Holzheim und K. Wirth, Tv. Muschenheim, 51 P. Schüler (184 Bewerber, 140 Sieger): 1 Sieger: K Faah, Tv. 1860 Bad- Nauheim, 111 P.; 2. W. S ch ä f c r, Tgm. Fried­berg, 105 P; 3. F. Häuser, T. u. Spv. Butz­bach, 104 P. Don den im Kreise (Sieben gelegenen Turnvereinen erwarben: Tv. Lang-Göns 5 Siege, Tv. Holzheim 5Siege. Gin Handballwett- spiest das nachmittags zwischen Turnverein 1860 Bad-Nauheim unb Turn- und Sportverein Butz­bach auf dem Steinfuriher Fcstplah ausgetragen wurde, endete 6: 6 Halbzeit 3: 2 für Bad-Nauheim.

-DieLeichtathletik-Wcttkämpfe des Sportklubs 1 880 Frankfurt a. M waren von zirka 5000 Zuschauern besucht. Am besten schnitt der Sport-Club Charlottenburg ab, der fünf Siege auf fein Konto bringen konnte. Die

Nr. 158 Zweites Biati

Deutscher Reichstag.

226 Sitzung, mittags 2 Uhr

Berlin. 14. Zum 1922.

Zunächst wird eine Anzahl kleinere' Vor­lagen erledigt. Angenommen wird bcr Gesetzentwurf, durch den bie Geldstrafen in bcr Reichsverfichcrung unb in bcr Angestelftenversicherung aus den zehnfachen Betrag erhöht werben, in allen drei Lesungen.

Der Entwurf über die wertere Entlastung der Gerichte, d. h. über bic Au Sbehn ung der Zuständigkeit der Amtsgerichte, wird dem Rechteausschub überwiesen.

Sodann wird die zweite Beratung des ReichSjugendwohlfahrtSgc fetz e s fort- gefeyst

Abg Leuthäuber (D. Dp.) fährt in seiner gestern durch den Ohnmachtsansall des Abg. D5umig unterbrochenen Rede fort Er fordert, bab eine engere persönliche Fühlung zwischen Derufs- vormund und Mündel hergestellt werde.

Abg. Dr. Löwenstein (H© ) beantragt für den ersten Paragraphen eine Forderung, welche den öffentlichen Charaller bcr Iugendhille fest- legst Die Iugendämter seien wertlos, solange ihnen das Recht der Exekutive fehle

Abg. Frau Dr LüderS (Dem.): Das Gefetz bezwedt die Zufammenfastung der bestehenden HllfSguellen und Hilfswerke, toic auch bic Be­schleunigung bcs Hilfswerkes. Das Kind soll nicht mehr von fo vielen Ministerien reforttere. Trotz mancher- von rechts unb links gehegten Bedenken glauben wir, bab baS Gesetz gangbare Wege ge- funben hat

Abg Frau Lang-Br rmann (Bahr. B.) ertemrt ebensalls an, bab das Gesetz bic Mög­lichkeit enthält, Gutes 8-1 scha f en Die Praris werde aber zeigen müssen, wie daS Gesetz arbeiten werde. Die rusgeworfenen 100 Millionen wür­den aber zweifellos nicht aus reichen. Iedenfalls könnte Bayern die auf dieses Land entfallenden Lasten nicht tragen.

Abg. Heidemann (Kom ) wirst dem Aus­schuß vor. Verschlechterungen tu das Gesetz Hinern- gebracht zu haben. ES sei keine Spar von einem arobgügigei; Vosüchc vorhanden, Arbeit»- rnd Gemei/sch-iftscrziehmrg zr leisten. Aach sei der Unterfchicd zwischen ehelichen und rnchclichrn Kindern immer noch nicht beseitigt

Nach unwesentlicher weiterer Debatte toirb der grundlegende § 1 rnd schließlich der Rest des Gesetzes unter Ablehnrng aller dazr ge­stellten Qlb..nberungäantrüge tn der Ausschrtz- sassung angenommen, ebenso tn bcr sich daran anschliebendeir dritten Lesung. Das Gc'ctz wird mit dem 1. Avril 1924 tn Krall treten

Der Gesetzentwurf über die 3 j lassung bcr Fra ien z r den 2lem tert der Berufs- und Rechtspflege wird dem Rechtsausfchrst überwiesen.

Freitag nachün 2 Ubr: Anfragen, Zwangs­an leihe kleine Vorlagen.

Schlust i/g7 Uhr.

Künstliche Düngung und Produktionssteigerung.

Von fachmännischer Seite wird unS ge­schrieben:

Die Frage des Wiederaufbaues unb der Ge­sundung des deutschen WirtschallsLrpers gipfelt in dem Programm der Volksernährung. Je mehr die Verarmung der deutschen Wirtschaft infolge deS Versailler Diktats fortschreitet, je weniger wir aus Mangel an Zahlungsfähigkeit in der Lage sind, teure ausländische Nahrungs­mittel einzuführen, um so gröber wtrd unsere Sorge um das tägliche Brot, um bte Ernährung unseres Volkes. Diese Sorge drückt um so schwerer, als wir bereits vor dem Krtege ca. 15 Proz. unseres Volkes. Diese Sorge drückt um so schwerer, 12 Proz. der früheren Anbaufläche verloren haben, die reiche Ueberfd)ubgcbiete barstellten Die Ernten sind bekanntlich infolge des Krie- ges ganz erheblich zurüdaegangen. Der niedrigste Stand der Erträge in den Jahren 1919/20 ist allerdings überschritten und hat einer erfreu­lichen Auswärtsbewegung Platz ge­macht: wir blieben aber tm letzten Hahre immer noch ca. 20 bis 25 Proz. hinter den normalen FriedenSernten zurück. Die Aufgabe, bie der deutschen Landwirtschaft zusällt, nämlich das deutsche Doll in der Hauptsache aus den Ern­ten der eigenen Scholle zu ernähren, ist eine ganz gewaltige, beim sie fordert nicht nur eine schnelle Steigerung der Ernten auf die Friedenshöhe, sondmm darüber hinaus auch Ersah für die verloren gegangenen Kleberschub- gebiete. Dieses Ziel ist erreichbar und wird im Laufe von wenigen Hahren erreicht werden Simen, vorausgesetzt, dab die Vorbedingungen

Mein Vetter Jolus.

Rotmrn von Richard Skowronnek.

11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Hos^a war aufgestanden, seine Br rst arbeitete. Er griff mit der Rechten am die Lehne seines schweren Stuhles, hob ihn auf wie ein Spiel­zeug, unb stieh ihn heftig oif den Boden

.Siehst du," fuhr er fort, .wenn damals mir einer hunderttausend Taler geboten hätte für das Vergnügen, den Lawinier so aba^ühri haben, ich hatte sie nicht genommen. Ich war in dem Augenblicke überhaupt kein Mensch, sondern nichts anderes als ein rasendes Tier, das dL treirncnb? Eifersucht stachelte. Am liebsten hätt- ich aus meinen Gegner noch eine halbe Stunde so dreingeschlagen, und mir tat nur eins leib, bab sie ihn fd>on abführten. Das war roh und brutal, gewib, ich wettz eS: aber es war mir doch damals so zumute, und weshalb soll ich es letzt beschönigen?-

Josua tat ein paar Schritte auf die Fre» treppe hinaus unb blieb eine ganze Weile ft eben, am seiner Erregung Hem' zu weiden. Als er auf seinen Platz zurückkehrte, war er anscheinend wieder ruhig geworden. Er griff nach bcr Kiste auf dem Tische unb steckte sich eine neue Zigarre an. An dem nervösen Beben seiner Hände merkte ich jedoch, wie sehr die Erinnerung ar bi :fe Zeit sein Inneres auswühlte. Ich wolttc etwas sagen, wie dast ich seine damalige Stimmung begreiflich fände, fast barsch aber schnitt er mir das Wort ab.Ach was. llnfinn. Sophisterei! Wie durste ich in diese Mensur, wo ich nicht für mich da­stand, sondern für mein Korps, meine ganz per- .sönlichen Hahempfindungen fcmeintragen ? I DaS

hierfür erfüllt sind, bab namentlich die not- wendig en Betriebsmittel zur Ver- ü gu n q stehen und ein Anrci z zur In.

tensivierung bcr Bodenkultur i n einer angemessenen Rentabilität g r> geben ist.

Heute ist es die höchste vatertanditchc Pflicht jedes Landwirts, aus feinem Boden soviel wie möglich an Emtemasfen herauszuholen Neben der Derbefferung der Bodenbearbeitung und An- baumethoden, bcr Einführung zwedmäbiger Fruchllolgen. Verwendung angepabter und Iri- stungsfähigei Sorten, sorgsame Pflege der Kuttuipllanzcn. Bekamp'ung von Pflanzentrank- beiten unb Pflanzenschädlingen wird der Düngeraufwand der wichtigste biet er Fak­toren fein. Die überhaupt erreichbare Ertrags­steigerung. zu bcr wir im Interesse bcr Sicher­stellung der Volks.-rnährung gelangen müssen, toirb etwa zur Hälfte allein bcr Wirkung de« KunstbüngcrS zuzufchrciben fein. Wir Dürfen unsere Kulturpflanzen nicht länger hungern lassen, sondern müssen ihnen zur Erzielung von Höchsternten alle notwendigen Nährstoffe in aus­reichender Menge zur Verfügung stellen. Da bei Stalldünger und die Gründüngung hierfür nicht ausreichen, mub zu einer gesteigerten An­wendung bcr künstlichen Düngemittel gegriffen treiben, und zwar zum Stidstoff. Kali. Phosphor­säure unb Kall. Voraussetzung für eine günstige Wirkung des Äunftbängere ist feine sachgemäße Anwendung. Der Landwirt mub daher über diefe Frage, um Fehler zu vermeiden, möglichst gut unterrichtet fein

Die Rentabilität bcr Kunst- düngcrantoendung steht aastcr jedem Zweifel unb ist heute erheblid) günstiger als vor dem Kriege, wenn auch das Risik) gröber geworben ist. Es sollte daher kein Landwirt versäumen, im steigenden Mabe Kunstdüngernittel zur Erhöhung seiner Roh- mb Reinerträge ii Verwendern Besonb^rs die grobe Zahl dcr ITei^ neuen Landwirte, die 72 Proz. des gesamten bc^ wirtschafteten deutschen DcchenS in der Hand haben, müssen in ihrem eigenen unb tm Bolls- mteveffe dazu übergehen, intensiver als bis-er zu wrrtfchasten mb dazi gehört in erster Ltnre die Derwcndung von Krnstbünger. w)bei ba Stickst of f dünger als ber wichtigste genannt sein mag Gerade an diesem Nährstoff, ber bi' Erntcerträgnisse am stärksten beeinslutzt, mangelt es in den meisten Fällen, wenn auch zir nor­malen Ausnutzung deS Stickstoffs es an ben übrigen Nährstossen, toic Kall, Phosphorsäure und Kall nicht fehlen darf Die Nachfrage nach Kunstbüngei, besonders nach Stidstoff und Phos- phovsäuredünger ist so grob, day immer wie­der möglichst frühzeitiger Bezug empfohlen werden muh. Diekünstlich; Düngung" must auch bei dem kleinsten Landwirt Ei^izug halten und auf Acker, Wissen inb Wei­den Anwendung finden, um das grobe Ziel ber Ernährung des beutschen Volkes aas ber eigenen Scholl emöglichst bald und sicher za erreichen. Dabei soll, abgesehen von bcr Not brr Zeit, jedem deutschen Landwirt das Wort Friedrichs des Groben als Leitstern dienen:® ist ber nützlichste Mensch, welcher bork zwei Halme wach­sen lässt, wo früher nur einer wachs."

Darmstädter Künstler-Kolonie.

Sonder-AluSstellung Professor Albin Müller.

In feinen Atelierräumen rm Ernst-Ludwig- haus bat Professor Albin Müller, bas älteste unb vielseiligst künstlerisch produktive Mttglied der Künstlerkolonie, eine Sonderausstellung ver­anstaltet, die eine besonders für Darmstadt wert­volle und hochinter Harrte Ergänzung ber Aus­stellungDeutsche Kunst Darmstadt 1922" bilcet

Die Eröffnung di ser Sonderausstellrng fand tm Beisein des Grostherzogs und zahlreicher Ge­ladener statt. Geh.imoat von Römheld hirtt die Erösfnungsansprache.

Die Ausstellung rmsatzt Werke aus fast dem gesamten Schasfensgrditt Prof. All tn MüllcrS durch etwa 2 Iahrzehnte. Sie bietet in erster Linie einen überzeugenden Beweis von der er­staunlichen Ti H ttigk.it künstlerischer Betätigung MüllcrS. Der Künstler ist immer und tn erster Linie Architekt. Aber sein Scha fensbeieich war nie eng begrenzt. Zeiten der Ruhe die Albin Müller tn wörtlichem Sinne wohl kaum kennt gaben ihm, wo immer er wellte, Anregungen zu künstlerischer Betätigung a ich austerhalb seines eigentlichen Schaf fensgebietes So entstanden neben hochd.k^uts men Ba w k n verschlldenster Art Richtung gebende Innenarchitekturen, eine umi offen St Wohnkultur, entzückende Kleinst ücke gediegensten Äunftgetoerbe8. So entstand ein lleines, auch technisch bis tnS einzelne durchgear- belletes künstlerisches Marionettentheater, fo ent-

war roh und eines ordentllchen Burschen unwür­dig. und von Rechts wegen hätte mir gehört, dah man nfld) dafür auf der Stelle aus dem Korps gefloßen hätte da beifit keine Maus 'en Faden von abi Statt dessen haben sie mich damals bc glückwünscht unb wie einen Held gefeiert; es fehlte nicht viel und sie hätten mich und die beiden andern im Triumphzuge in bie Stabt zurückge- bracht. Rur Franz sah mich mii seinen braunen Augen forschend an und fragte: 'Mensch, was hast du nur gehabt?!'

,Na, und da ich das Lügen nie gut fertig gebrächt habe, so sagte ich ihm eben, das sei Helenens Verlobter grwesen, mit dem ich ge­formten. Franz schüitcl.e mistbiliaend mit dem Kopfe und erwiderte. ,Die Geschichte ist ja nun vorbei und leider nicht mehr rückgängig zu machen. Abei fühlst du nicht. Last du intcr dielen Um­ständen mit diesem Manne in der P P.-S ii r nicht fechten durftest? Ein Vorwand für die andern hätte sich schon gestunden.'

»Ich rnustte ihm Recht geben und konnte mich nur damit verteidigen, dast ich es doch auch nicht ganz genau gctoufV, l andern nur aus aller band Indizien gefchlossen hätte

..Dann war es eben deine verfluchte Pflicht unb Schuldigkeit, vorher Klarheit zu schassen: ich hätte die Million schon übernommen. Alnb wenn der Lawi iei wirklich der Bräuttgam dieser junger Dame war. kann durftest du von Korps wegen nicht mit ihm losg h:n, dann hätte td> cbCTi auch deine Partie gefvchten Was ihr beide persönlich miteinander aiwafangcn hattet, war eure Sache Und so erteile ich dir hiermit als drin Leibbursch offiziell einen Rüffel. Hätte nicht ge­glaubt. gerade an dir solche Erzieh angsresullate zu erleben/

Siele letzten Worte trafen mich tiefer, als der ganze Sermon, denn Franz war einer von den wenigen Menschen, bic ich lieb hatte unb an deren Urteil mir etwas lag."

HosuaS Augen leuchteten aus.Tla, über* Haupt, mein Franz! Das Muster eines echten 5iorpsburfchen, ttcr.- in stinem Wollen, makellos anständig im Fühlen unb Handeln, ein Mann schon/ trotz seiner jungen Jahre, and dabei doch kein Spastverderber, wenn's 'mal übrrschäumte unb lästig berging. So einen Ersten wünsche rch unfrei Ecltia alle paar Semester. Der verstand sein Korps zu führen und, wenn'S not tat. auch zu erziehen. Unb darum komm, last uns auf ihn anstosten unb feiner in Liebe gedenken!"

Er schenkte ein. liest fein GlaS an dem mei­nigen erklingen, erhob sich unb sprach feierlich die Worte: ,DicS trinke ich dir. mein Franz du treuester meiner Brüder!"

Wir tranken aus bis auf die Nagelprobe

,ilnb siehst du." so fuhr er dann fort,bab auch er mich gut leiben mochte unb gerade an mich nach feinem Muster besonders An­forderungen stellte darauf bin ich noch heute stolz. 71a. ich steckte beim auch damals den ver­dienten Rüffel ruhig ein und hat bescheidentisch um gut Wetter.

.Des Abends auf dem Kommers, den unsre Gastgeber uns zu Ehren veranstalteten, machte ich mich an einen der Noriker f>Man, bei dem ich r.L? ci'geborenem Halle.ser so manches zu erfahren hoffte von dem, was mich vor allem andern interefTicrtc. Von den Mensuren bracht? ich das Gespräch auf m i en Geg er, der 2a- toinicr, und mein Nachbar hotte denn auch her­vor, was er über Ibn taufcte. Sic hatten zu­

sammen das Gymnasium besucht unb seither einen gewissen oberflächlichen Verkehr gepflogen.

Nach Dem, was ich nun hörte, war der Ca» tränier Georg Reiner hiest er so eine Art von Sonntagskind: mit allen möglichen ge­sellschaftlichen Tugenden begabt, überall wohl- gelitten und dabei ein ernst Has ter Arbeiter, ber trotz der kurzen Reihe seiner Semester schon die ersten Stationen des medizinischen Staatseramens hinter sich hatte. Wohlhabend von Hause auS, ha'te er noch einen reichen kinderlosen Onkel zu beerben, der in seiner ernflustveichen Stellung ihm auch den Weg in die akademische Laufbahn ebnen würde Austcrdem mit dem schönsten und kugendhattesten Mähren von ganz Halle ver­lobt, alles in allem also ein äußerlich und inner­lich wohllonsvlidierter Jüngling, dcmr eine tn jeder Beziehung glänzende Zukunft irinfte.

,Nun, und wc»S ist er denn sonst für ein Mensch?" fragte ich, nachdem ich diese tn kühlrm Tone vorgebrach-ten Angaben gehört hattr.Ich meine, toic ist er von Charakter?

Mein Nachbar zuckte die Achseln: .Darüber habe ich, offen gestanden, roch niemals nach­gedacht. Wenn ich aber mein ganz persönliches Empfinden äußern soll, so ist er mir zu lühlich und glatt. Ich habe mich nie in feiner Gesell­schaft erwärmen können, auch nie, trotz unsrer langen Dekarnttschaf'. das Verlangen gespürt, mich ihm näher anzufchliehen '

Er hatte noch nicht recht ausgesprochen, als es an der Tüt klopfte und ein Westfale auf die Schwelle des Kommerslaales trat. Mein Noriker stand aut und getei'ete ihn zu dem Platze deS Eriten, wo er sich niederlietz und nach dem üb­lichen Degrühungstruni eine Meldung abftattete.

(Sortierung folgt-»