Ausgabe 
14.3.1922
 
Einzelbild herunterladen

llr. 62 Swettes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Dienstag, 14. März 1922

Die Entdeutschung

der verlorenen Östmarken.

Die polnische Presse ist voll Jubels über die durch Gewaltmittel aller Art und Ein­schüchterung des deutschen VevölkerungSteileS nur allzuschnell erreichte starke Verminderung der Zahl der Deutschen in den verlorenen preußischen Ostgebieten. 3n einigen polni­schen Blättern werden Vergleiche des bisher noch nicht veröffentlichten Ergebnisses der Zählung der Zivilbevölkerung in Len ehemals preußischen Landesteilen vom September 1921 mit den Ziffern der Volkszählung von 1910 angestellt; dazu wird allerdings bemerkt, daß die Vergleichung des­halb nicht genau ausfallen könne, weil sich ein Teil der Polen 1910 als deutsch bezeich­net habe. AehnlicheS könnten wir ja aus ähn­lichen Gründen umgekehrt für 1921 annehmen, z. V. für die Kassubei, das Gebiet nordwest­lich von Danzig.

Aus der polnischen Zusammenstellung greifen wir einiges heraus: Graudenz, Kreis und Stadt zusammen, hat von seinen annähernd 63 000 Deutschen soviel eingebüßt, daß eS heute noch 24 000 sind gegenüber etwa 53 000 Polen. Thorn, Kreis und Stadt, hat von 58 000 Deutschen noch knapp 17 000 ge­genüber 76 000 Polen. Soldau hat von über 9000 Deutschen weniger als 600 ein» gebüßt, Kreis und Stadt S ch w e tz dage­gen von 42 000 fast die Hälfte verloren. 3n der ganzen WvjewvdfchaftPomerel- len (Westpreußen) find von über 424 000 Deutschen noch 196 000 übrig gegenüber 743 000 Polen, unter denen allerdings die durchaus deutsch kultivierten K a s s u b e n sämtlich mitgezählt sind. 3n der W o j e w o d « schäft Posen sind in Stadt und Kreis Bromberg von über 105 000 Deutschen noch reichlich 41 000 übrig gegenüber knapp 100 000 Polen; die zweifellose deutsche Mehrheit ist zu einer Minderheit von */3 der Bevölkerung zusammengeschrumpft. 3n G n e s e n haben die 21 400 Deutschen die reichliche Hälfte verloren; sie stehen mit 10 000 den 47 600 Polen gegen­über. 3n Kreis und Stadt O st r v w o ist noch - c der früheren deutschen Bevölkerung übrig mit 1600 Köpfen neben 46 000 Polen. Aehn- lich ist eS in der Stadt Posen: anstatt 65 000 Deutscher gibt es noch 11 000, daneben 159 000 Polen; die beiden Kreise Posen-Ost und »W e st haben von reichlich 21 000 Deutschen noch 9000 neben über 87 000 Polen. Nur im KreiseAdelnau hat sich die deutsche Be­völkerung gegen 1910 vermehrt, weil ihm Teile der Kreise Nam 6 lau und Groß-War­te n b c r g angeschlossen sind. Die ganze Wo­jewodschaft Posen zählt heute 351000 Deutsche gegenüber 678 000 von 1910 und über 1 600 000 Polen.

DieGazeta Gdanska" berechnet nach dieser Statistik, daß die Wojewodschaft Posen heute 82* 1/? Prozent Polen und IZ/a Prozent Deutsche zähle gegen 39 Prozent im Jahre 1910. Die Stadt Posen habe an­statt der früheren 42 Prozent nur noch 6/a Prozent. Die Wojewodschaft Pome- rellen zähle 79 Prozent Polen und 21 Pro­zent Deutsche; das ist derGazeta" ein Be­weis, daß dieser Landesteilebenso polnisch ist wie der Posensche, umsomehr, als auch die Städte, bisher Horte des Deutschtums, eine erdrückende polnische Mehrheit aufweisen": Thorn 1910 66 Prozent, heute 14 Prozent Deutsche; Graudenz früher 84, jetzt 28 Pro­zent Deutsche. Diese schnelle Umwandlung sei ein Beweis für denrein polnischen Charakter dieser Landesteile".

Wir Deutschen sind leider gezwungen, eine andere Schlußfolgerung zu ziehen. Die Zahlen beweisen, daß man die deutschen Be­wohner mit Gewalt und abermals Gewalt schikaniert und in ihrer wirtschaftlichen Exi­stenz bedroht hat, enteignet und vertrieben hat, daß manentaermanisiert" hat wider Recht und Gesetz, daß man sich den Teufel scherte um Gesetze und Derttäge über den Minder­heitenschutz, daß man das Land um jeden Preis polnisch machen will. Die Folgen der Entgermanisierung" bleiben nicht aus: das einst blühende Land ist wirtschaftlich und kul­turell im Niedergänge. Die enteigneten deut­schen Besitzungen werden öffentlich feilgebo­ten, ober es sind keine Polen da, die sie be­wirtschaften können. Trotzdem tobt der pol­nische Haß gegen alles Deutsche weiter; er ist stärker als jede wirtschaftliche Einsicht.

Tagung des Deutschvölkischen

Schutz- und Trutzbundes in Gießen.

Man schreibt uns:

Am Sonntag hielt der Gau Hessen und Hessen-Aassau des Deutschvölkischen Schutz- und Druhbundes im Hotel Grohherzog zu Gießen seinen Gautag für 1922 ab. Vertreter zahlreicher Orte, in denen Ortsgruppen des Deutschvölkischen Schutz- und Truhbundes bestehen, waren zu diesem Tag erschienen. Eine seiner Hauptaufgaben sieht der Bund in der Bekämpfung des Schmutzes in Theater, Kino und Literatur. Seine Haupt­arbeit aber ist die Aufgabe, die Erneuerung Deutschlands und die Beseitigung aller fremd­völkischen Einflüsse aus das Rutsche Volk. Ein­stimmig wurde folgende Erllärung angenommen.

Die aus allen Teilen Hessens und der Aach- bargebiete zur Gautagung des Deutschoölkischen Schutz- und Trutzbundes in Gießen versammelten Männer sprechen einer Regierung ihr aller- schärfstes Mißtrauen aus, in deren Mitte ein Rathenau die maßgebende Rolle spielt. Ein Außenminister des Deutschen Reiches, dessen Er­nennung bei unseren Feinden hellen Jubel aus­löste, bietet keine Gewähr für eine deutschtümliche Führung der politischen Geschäfte unseres Vol:^. Darum fordern wir alle Deutschbewußten zum

entschiedenen Kampf gegen ein undeutsches System auf, das vom Geist eines Rathenau be­stimmt ist. der ein Berater des Kaisers war und dennoch während des Krieges nach eigenem Ein­geständnis einen Sieg dieses Kaisers als dem Sinne der Weltgeschichte widersprechend erklärte. Der Deutschvölklsche Schutz- und Truhbund ist selbstverständlich ernsthaft gewillt, am Ausbau des Deutschen Reiches mitzuwirken, er ist aber überzeugt, daß Deutschland nur durch Deutsche geholfen werden kann. Angehörige des inter­nationalen Dolles aber wie Rathenau müssen als Mitglieder jeder deutschen Regierung abgelehnt und bekämpft werden. Deutschland den Deutschen!"

Der Hansa-Bund fordert einen Mock der Vernunft.

Der Hansa-Bund für Gewerbe, Handel und Zndustrie verbreitet folgende Mahnung:

Die wirtschaftliche Aot des deutschen Vol­kes wächst von Tag zu Tag. Düster liegt die Zukunft vor ihm. Reich, Länder und Gemein­den wissen in ihren finanziellen Sorgen weder ein noch aus. Die steigende Teuerung droht zahlreichen Familien zum Verhängnis zu wer­den. Der Feindbund drängt auf Zahlung. Die Ausgabe von immer neuem Papiergeld er­höht in verderblichem Kreislauf das wirt­schaftliche Elend.

Der parteipolitische Hader blüht wie nur je. Das Parteiprogramm gilt vielen euch heute alles. Das verarmende deutsche Volk ist des politischen Stteites überflüssig. Es verlangt, daß die Parteien die wirtschaftlichen Notwen­digkeiten des Tages erkennen. Besserung kann nur der Zusammenschluß der Parteien zu einem Block der wirt­schaftlichen Vernunft und tatkräf­tigen Hilfe bringen. Es gilt, partei­politische Gefühle durch wirtschaftspolitisches Handeln zu ersetzen.

Das Präsidium des Hansa-Bundes hält die Stunde für gekommen, um die Parteien und ihre Führer eindringlich aufzufordern, endlich das Trennende bei Seite zu lassen und einen einheitlichen, geschlossenen Block der nationalen Arbeit zu schaffen. Deutschland ist unrettbar verloren, wenn es nicht gelingt, alle Kräfte des deutschen Wirt­schaftslebens in positiver Leistung zusammen­zufassen. Geschieht dies nicht, so wird die un­geheure Not der Zeit dazu führen, daß die deutsche Wirtschaft über die Parteien hinweg sich eigene Wege sucht.

Büchcrtisch.

Die Meggendorser-Dlätter spenden jeden: ihrer Leser frohe Stunden beim Lesen und heitere, ungetrübte Laune. Ihr Witz ist nie beleidigend, ihre Satire stets scharf, doch nie boshaft; so wird Gewähr dafür geboten, daß sich der Leser nicht langweill, daß er sich gut unterhalt, und daß sich niemand gekränkt fühlt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 13. März 1922

Von einem Abonnenten unseres Blattes er­halten wir nachfolgende Zuschrift, mit deren Ver­öffentlichung wir der Allgemeinheit einen Dienst zu erweisen glauben:

Etwa um Mitte Dezember meldete der Werk­meister einer hiesigen Filialsabrik seiner Firma eine Arbeiterin mit der Begründung ab.sie will zu Hause bleiben, da der Vater auf Der Dahn und Unterstützung für sie bekäme." Mit Brief vom 20. 12.21 wandte sich die Firma daraufhin an das betr. Eisenbahnbetriebsamt mit der Ditte um Aufklärung und bemertte dabei, die Begründung erscheine ihr sonderbar, denn sie könne sich nicht denken, daß die Dahn dafür da fei, den Vätern für arbeitsfähige Töchter Unterstützung zu zahlen, damit diese zu Hause bleiben können. Auf diesen Drief traf prompt am 14.2.22 die Antwort von Frankfurt a. M. ein:Aach den Ausführungs- bestimmungen zu dem ab 1.4.20 geltenden Be­soldungsgesetz sind an Kinder unter 2 1 Jahren KindeiZuschläge zu zahlen, ohne Rücksicht dar­auf, DD, wie im vorliegenden Falle, das betr. Kind erwerbsfähig ist oder nicht. Wenn wir auch erkennen, daß die Zahlung der Kinderzuschläge bei erwerbsfähigen Kindern eine durchaus ungerechtfertigte ist, so sind wir jedoch nicht be­fugt, bei Stellung eines diesbezügl. Antrages die Zahlung bzw. Gewährung der dem betr. Beamten zustehenden Beträge zu verweigern, da uns eine gesetzliche Handhabe fehlt."

Es liegt also hier der Fall so, daß eine ge­sunde und kräftige Arbeiterin lediglich deshalb zu Hause bleibt, weil der Vater bei der Dahn be­schäftigt ist und dann Unterstützung bekommt! und zwar werden diese Kinderzuschläge für alle Kinder unter 21 Jahren gezahlt.

Man hört heute sehr oft:Aur die Arbeit kann uns retten! und:Wir müssen sparen!" Im borliegenben Falle, und so mag es noch viele geben, ist hiervon nichts zu merken, im Gegen- tell, es scheint mir genau umgekehrt verfahren zu werden. Wäre nicht bald an der Zeit, daß Der Staat anstatt Steuer. Porti, Frachten und Personentarife dauernd zu erhöhen, einmal ernst­lich versuchte, den umgekehrten Weg einzuschlagen und seine Ausgaben, von denen man im vor­liegenden Falle wirklich nicht behaupten kann, daß sie die Arbeitsfreudigkeit beben, einzu» schränken? H. S.

Handel.

Der Vorkatalog der Frank­furter Frühjahrsmesse, den das Meh- amt Fr an Nuri jeweils ein paar Wochen vor Den Messen an etwa 150 000 Interessenten Des In- unD Auslandes versendet, und Der für die nächste Wesse vom 2. bis 8. April soeben erschienen ist, stellt eine außerordentlich brauchbare Gelegenheit dar, sich über Umfang und Beschickung der Messe, Die bevorsteht, zu unterrichten.

Z e i ch n u n g e n auf die Teilschuldver­schreibungen der Baoifcyen Laiu>e,e.etrri- zilätSversorgung werden auch von der Deut­

schen DereinSbank, Gießen, entgegenge­nommen.

Berlin, 13. März. Dörsenst im­mun gs b j l d. An der heutigen Börse wurden die Käufe in Industrieaktien die schon Ende voriger Woche eine ansehnliche Aufwärtsbewe­gung herbeigeführt hatten, in noch etwas er­weitertem Umfange fortgesetzt. Die KurSerhöhun- gen machten am Montanmarkte meist 30 bis 52 Prozent aus. Ilse-Bergbau. Rheinstahl und Westeregeln gewannen sogar 125 Prozent. Andere Dertgattungen setzten sich etwa 10 biS 30 Prozent höher, vereinzelt traten auch leichte Abschwächun­gen infolge von Realisierungen bemerkbar. Der Kaufandrang war weniger lebhaft, als man wegen der drohenden Geldentwertung eigentlich e-uxii- tct hatte. Als Hemmnisse betrachtete man die Sorge der Rohstofsbeschaffung für die Indust ie und die noch nicht übertouixbene Geldvetsteisung und den allerdings noch skeptisch beurteilten Plan einer internationalen RevarationSanleihe. Auch die Höhe der Spesen machte das Privatpublikum vorsichtig. Die Dörte verlies unter kleinen Schwan- hingen ziemlich träge und die Kursbesserungen konnten sich im allgemeinen behaupten Devisen stellten sich höher. Die Umsätze bliebe i bei bei­derseitiger Zurückhaltung beschränkt.

Frankfurt a. M., 13. März. Börsen» stimmungsbild. Die Geldmarllage hat sich noch wenig verändert, doch ist eine mäßige Er­leichterung unverkennbar, was wohl auch der Giund der feileren Stimmung war, die sich ver­schiedentlich bemcribar machte. Gleich zu Beginn zeigte sich eine freundlichere Stimmung, wenn sich auch das Geschäft nur für vereinzelte Spezial­papiere lebhafter abwickelte. Montanpapiere waren bei mäßig anziehenden Kursen höher. Che­mische und Elektri-itälsattien werden mehr beach­tet. Chemische Rhenanja 1235. D Petroleum 2000, Rastatter Waggons 870, Gebr. Fahr 730, Benz 730725 Der Dollar war heute schwankend Im Frühverkehr wurde er 258, dann 259260,50 genannt Aus den variable., Märken waren die Kurserhöhungen vorwiegend. AnilinWerte gingen 3040 Prozent höher hervor. Bankett befestigt, Schifsahrtsaktien höher Der Schluß gestaltete sich ruhig, aber fest. Privatdiskont 4*/i Prozent.

Frankfurt a M., 14. März

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Schluß» Schluß» Schluß» Schluß-

Kurs KurS Kurs Kurs

Datum:

13. 3. 13.3. 13.3.

5"/,Dtsch. Kriegsanl. 77,50 4° ,Dtjch. Reichsanll - 3°/«Dtsch. Reichsanl. 4°/0 Preuh. Konsols -,- Hamburg-Pakets.. . 6f8 - Norddeutscher Lloyd 415,- Comm u.Privatbank -,- Darmstädter Bank -, Deutsche Bank ... Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . .

Mitteld. Crcditbank. Nationalbank f. D.. -,- Doch. Gußstahlwerke - ,- Bud.» Eisenw.-Akt.. 1002, - D.-Luxemb. Bergw.. 1155,- Gelsenkirch. Bergw.. 1160,- Harpener Bergbau. 17C0 - Oberfchl. Eisenb.-B. 1190,- Ooerschles. Eisenind. Ifel5 - Phönix-Dergb.-Akt.

Dad.Anilin-u. Soda 780,- Höchster Farbwerke.' 740 - Allg. Slektr.-Ges. . . 870, - Felten L Guilleaume 12-to- Schuckert-Werke. . . 795^- Adlerwerke 600,- Daimler -

4° 0 Hess. Staatsanl.

Electron Griesheim 970,- Dtsche. Dereinsbank

77,50 77,50 90.- 91,50

123,- 120,- 76, - 77, -

546, - 539, - 418.- 414,50 3i0,- 341,- 833, - 336,- 598,-

501,- 502,- 370,- -,- 314.- 314,- 349,50 348,-

-,- 1205,- 102-3,- 1005,- 1 5),- 1060,- 1162,- 1170,- 1755 - 1770,- 1190,- 1190,- 990,- 985,- 1290,- 1280.- 770,- 760*- 745,- 739,- 880,- 880,- lz40,- 1244,-

783,50 790, - 600,- 611,- 591,- 590,-

78, - SSO, 245,-

13. 3.

77,50 91 50

120, -

78,50 53"), - 414,50 342,- 33 t,- 581,- 601 - 372,- 315,- 350.-

1250, - 1020,- 1169,- 1190,- 1755,- 1190,-

985,- 1240,-

768,- 741,-

1244* 799,- 618,50 587, -

76,20 990,-

Derliner Devisenmarkt.

Geld Bries Geld Brief

Datum: 11. Marz. 13. Marz.

Amsterdam-Rotterd. 9640,35 9659,65 9865,10 9884,90 Drüssel-Antwerpen. 2147,85 215'2,15 2I8u,30 2 i 84 70 Ehristiania 4560,40 4569,63 4 >85,40 4 >04.63 Kopenhagen 5340,6; 5 6 ,40 u489,50 5500 50 Stockholm 6373, 066do,<0 681b,i6 686 ! 86 tzelsingfors 524,45 525,55 536,45 537,55 Italien........ 1298,70 1 301,30 1333,65 1 306,55

London 111 ,851116,15 1143,85 11*6,15 Neuyork 25 ,99 256,51 262,23 263,77 Paris 2297,70 2302,30 2 >12,05 2317,35 Schweiz 4980,- 4990, - 5104,85 51 i5,15 Spanien 4005, 6 4014,05 4105,85 511E,15

Deutsch-Oesterr.. .. 3,33 3,42 3,48 3,52

Prag 439,öi 44u,45 450,60 451,50

Budapest 32,11 32,19 32,46 32,54

Buenos Aires . . . 93,65 93,85 94,90 95,10

Bulgarien ..... 167,80 168,20 171,80 172,20

Marknolierunge«.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Saturn: 1.7.14. 11.3. 13.3-

Zürich Fr. 125 40 2,00 1,96

Amsterdam Fl. 59.20 1,03 1,01

Kopenhagen Kr. 88.80 1,88 1 85

Prag Är. 117 80 -,- 23,37

Stockholm Kr. 88.80 1,52 1,50

Wien Kr. 117.80 -,-

London Sh. 97.80,- 5,16

Paris Fr. 125.40 -,- 4.30

Aeuvork $ 23-80 -,38 -.38

Züricher Devisenmarkt.

1.3. 13.3.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl- = 195.10 194.75

Deutschland 100 Akk- = 2.- 2.-

Wien 100 Kr. = 0.07 0.07

Prag 100 Kr. == «.60 8.775

Paris 100 Fr. = 46.20 45.95

London \£ 22.49 22.4 >

Italien 100 2. = 26.20 26.05

Brüssel 100 Fr. = 43.25 43.IG

Budapest 100 Kr. 0-05 0.64

Aeuvork 100 $ 515.50 516.-

Agram 100 Kr. = L30 1.75

Warschau 100 Kr. = 0,12 0,115

Märkte.

Frankfurter Echlachtviehmarki.

Frankfurt a. M.. 13. März. (Amtlich.) Markrverlauf: Bei Rindern und Kleinvieh flottes, bei Schweinen reges Geschäft. Bei Schweinen ver­

blieb Ueberstand 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1134 Stück Großvieh (Darun­ter 9 Stück aus Der Tschecho-Slowakei), davon 148 Ochsen, 41 Dullen. 995 Färsen und Kühe, ferner 435 Kälber, 213 Schafe und 1946 Schweine. An Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebend­gewicht: für Ochsen 1300 bis 2000 Ml , für (Bullen 1250 bis 1850 Mk.; für Färsen und Äübe 1450 bid 1900 Mk. für beste Färsen und bis 1550 Mk. für beste Äübe; für Kälber 1200 biS 1350 Mk.; für Schafe 600 bis 1400 Mk. für Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 1800 biS 2200 Mk.. von 80 bis 100 Kilogr. Ledendgewich. 2200 lis 2400 Mark, von 100 bis 120 Kilogr Lebendgewicht 2300 bis 2500 Mk, von 120 bis 150 K.logr Lebend­gewicht 2300 bis 2450 Mk, Feltschweine über 150 Kilogr. Lebendgewicht 2303 bis 2453 Mk, Sauen und Eber von 2000 bis 2400 Mk Die Marktpreise liegen um so viel über den Preisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M. 13. März Auch beute waren die Devisen bestimmend für die Tendenz des Detreidemark:es. Man war aber anfänglich über den Dollarvreis noch nicht genau unter­richtet, und da dieser sich, soweit man erfahren konnte, noch unsicher stellte, wenig unternehmungs­lustig. Immerhin blieb die Gesamttendenz fest. Etwas vorsichtiger waren die Kluse in Weizen und Roggen, doch wurden die geforderten Preise bewilligt Braugerste findet gute Au nähme, auch Hafer wurde bei ermäßigten Preisen flott ge- handelt Die Haltung in Hülsensrüchten ist erheb­lich ruhiger geworden. Futterstoffe und Rauh­futter lagen fest. In Kleesa rten machte sich regere Nachfrage bemerkbar. Soweit zu erfahren war, bewegten sich die Preise vorwiegend auf dem Niveau der Dorwoche. Das Geschäft war zeit­weise lebhafter.

(In einem Teil Der Auflage wiederholt.)

Die Konferenz von Genna.

London. 13. März. (WTB.) DerOb­server" tritt erneut dafür ein. daß die Genueser Konferenz noch um einen oder mehrere Monate verschoben werde und daß vorher in England Neuwahlen stattfinden Lloyd George müsse nach allem, was sich in­zwischen ereignet habe, nach Genua gehen mit dem klaren Vertrauen der Nation oder überhaupt nicht.

London. 13 März. (WTB.) Wie derOb­server" mitteilt, wird das Gerücht, daß die Kon­ferenz von Genua nicht flattflnben solle von amtlicher Seite entschieden Dementiert.

Die Dorbereitungskonferenz für Genua.

Paris. 12. März. (WTB) Wie die ..Chi- cago Tribüne" mittclll, wird die französische Delegation, die sich an Der am 20. März in London beginnenden Technischen Vorberei­tungskonferenz für Genua beteiligt, be­stehen aus dem Ministerialdirektor Seydeux als Vertreter des Auswärtigen Amts, aus dem Ver­treter des Finanzministeriums, Chase'e^, und dem Justitiar Fromageot. Dem französischen Sach­verständigen würden sehr genaue Instruktionen gegeben. Di^se Instru t'vnen würden im voraus niedcrgeschriefen. Sie u itcilägen im Augenblick Der Genehmigung des Ministerpräsidenten.

Die neue Orientkonferenz.

Paris. 13. März. (WTB.) Es ist nunmehr bestimmt worden, daß die Konferenz der alliierten Au -enminister zur Besprechung Der Orient­fragen in Paris am 22. März zusammentritt.

Die amerikanisch« Forderung.

Paris. 12. März. (WTB.) DieChicago Tribüne" behauptet, daß außer den von Amerika als Desahungskvsten verlangten 241 Millionen Dollar demnächst eine Rechnung über 2 3 Mil­lionen Dollar für Die Unterhaltung der amerikanischen Truppen vom 1 Mal 1921 bis

1. Mai 1922 überreicht werden würde.

Die Moralpächter.

Brüssel, 12. März. Havas. Die Ver­anstalter des dritten InternatlonalenKon- gresses für die moralische Ausbil­dung, der im Juli in Genf stattsinden soll, haben sich geweigert, die deutschen Abgeordneten von der Teilnahme an diesem Kongreß auSzu- schliehen. Daraufhin hat der belgische Aus­schuß beschlossen, jede Detelligung daran ab» aulebnen.

Die Aussperrung in der englischen Metall­industrie.

London, 13. März. (WTB.) Den Blättern zufolge beträgt die Zahl der Arbeiter, Die infolge Der am Samstag in Kraft tretenden Aussperrung erwerbslos wurden, 400 000 Mann.

Ein Attentat auf die amerikanische Botschaft in Sofia?

Reu York, 13 März. (WTB.) DerAsto- ctateb Preß" wird aus Sofia gemeldet: In Der amerikanischen Gesandtschaft in (So* s 1 a sand eine starke Explosion statt. Meh­rere Fensterscheiben wurden zertrümmert und Die Räume Der Kanzlei beschädigt. Personen sind durch die Erplosion nicht zu Schaden gekommen. Der GesanDte ist der Ansicht, daß man es mit einem Attentat zu tun habe.

Der Aufruhr in Südafrika.

Zohannesourg, 13.-z. (WTB.) Die Kommandos der Streikenden machen alle Anstrengungen, um sich der Stadt zu bemächtigen. In mehreren südlich von Johannesburg gelegenen Ortschaften fanden Ee'ech e statt. Die Regieiungs- truppen haben Brakpan besetzt und bringen bis gegen Springs vor. Die Streikenden haben die Kaserne von Ordsburg in Draird gesetzt. Die Bevölkerung von Johannesburg ist in großer Er­regung. Wanen des Roten Kreuzes durchfahren Stadt nach aHen Rich ungen.

Das finanzielle Ergebnis der Frankfurter Goethe-Woche.

Frankfurt a. M., 13. Män. (Privattel.) Das finanzielle Ergebnis der Frankfurter Goethe- Woche wird sich, soweit es sich aus den bis­herigen Berechnungen feftftellei läßt, auf eine Million Mark belaufen, hierunter 300 000 Mark Ueberschuh aus Den Feftvor'tettungen Der städtischen Theater. Da angesichts Der großen Geldentwertung mit dieser Summe nur die augen­blickliche Not gelindert werben kann, ist zu Doffer» daß viele andere Städte diesem Frankfurter Bei spiel folgen werden, um eine dauernde Sicherns des Frankfurter Goethe-Hauses ferbefouführen