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Tätern hat man bis jetzt noch keine

fpd.

abend mit Minister Loucheur Cannes, der Rest ^ährunavonD eih ZS g&JÜÜ -b-nL -br-isen. Lloyd ©eorge °er- ÄXÜ' 2J!?

läßt Cannes am Sonntag.

Kitty Fra Derwisch ist

> unserer Groben

dllkraft steht und

von den Spur.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 12. Ian. Dor

Förderung des Wohnungsbaues angenommen. Danach können die sogenannten Äeberteue- rungözuschüsse verdreifacht werden.

Liga zum Schutze der deutschen Kultur. Der böse W ' .....

Giehener Ltadtthealer.

Nathan der Weise. DramatischcsGedichtvon Lessing.

Berlin. 12. Januar. (WTB.) Der Reichs rat hat in seiner ersten öffentlichen Sitzung im neuen Jahre il a. das Gesetz zur Abänderung des Gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Woh­nungsbaus (Mietsteuer) nach den Aus- schußbeschlüssen mit Mehrheitsbeschluß ange* nctnmen. 3m Zusammenhang damit wurde der Entwurf einer Bekanntmachung über die

stritten auch des Dichters anderen dramatischen Werke, insbesondere seinNatha n". Rur will es uns scheinen, als ob hier der lebendige Gehalt und Wert für uns nicht mehr so unmittelbar und zwin­gend sei wie dort. Wir haben gerade in der letzten Zeit immer wieder darauf hingewiesen, wie be­grüßenswert die Bemühungen der Theaterleitung sind, den Spielplan auf einer Gießens würdigen

*

Don den dramatischen Werken Lessings ist eins lebendig geblieben, seineMinna von B a r n h e l m": dieses Lustspiel in dessen Hinter­gründe die Gestalt des großen Preußenkönigs auf­ragt. und das nach Goethes Wortals die wahrste Ausgeburt des Siebenjährigen Krieges, von voll­kommenen norddeutschen Nationalgehalt" uns noch heute wie damals in seinen Dann zwingt. Gleichen Literaturhistorischen Wert haben unbe-

Der Wartburg-Verein veran­staltet am kommenden Sonntag abend für seine Mitglieder und deren Angehörige einen Fa° milienabend, der nach dem uns vorliegenden Programm sehr genußreich zu werden ver­spricht. (Näheres siehe Anzeige.)

Astoria-Lichtspiele. Der 6. Teil des FilmsDer gehcimni v Ne Dolch" gelangt erst später, also nicht in vieler Woche zur Vor­führung, da zwei Alte dieses Films g stöhlen worden sind, und d e Nachbestellung in Muyort erfolgen mußte. Es gelangen dafür 1. D i e 13 ausStahl und 2. CharlhChaplin lernt Roll schuh laufen zar Vorführung.

leidenschaftlich und innig zugleich. Ein trefflicher Saladin war Karl Juhnke; gleich gut gelang Kitty F r a n k e ihre Sittah. Für den köstlichen it man Adolf Teleky erneut zu größ­tem Dank verpflichtet. Weniger befreunden fonn- ten wir uns mit Georg Hedings Tempelritter; der ist kein Polterer und darf vor allem nicht so patbetisch kommen. Reichlich naiv, zu naiv faßte Luise Rammel zum Schaden ihres Spiels die Daja auf. Nun noch einige Worte über die Ver­treter des Mönchtums: Da ist Rudolf Goll als Patriarch. Ob man gut tat, als man ihm diese Nolle gab? Wir schätzen Herrn Goll ass Dar­steller viel zu hoch ein, als daß wir glauben könn­ten,er habe d esenLacherfolg beabsichtigt; wir glau­ben vielmehr zu wissen und bemerkt zu haben, daß es ihm durchaus darum zu tun war, seinen Eiferer glaubhaft zu gestalten; wir übersehen auch nicht, daß Lessing selbst dein Patriarchen fein-komische Züge gegeben hat, aber s o darf er doch nicht wirken wie gestern. Das ist, um es noch einmal zu formu­lieren, sicher nicht Schuld des Darstellers, sondern des Teils seiner Zuhörer, die ihn sich nun ein- mal nur.in durchaus komischen Rollen denken kön­nen oder wollen. Wurde so Herrn Golls Spie', wider seinen Willen komisch, so schien es leider 'Karl Volck hierauf angelegt zu haben; man könnte es sich sonst nicht erklären, warum er sv dick auftrug und die schlichte Herzensfrömmigkeit des Klosterbruders karrikierte. Lob ist ihm da­gegen zu zollen für se nr Spielleitung, die aus dem Werk ein abgerundetes Ganzes schuf und aut ge­lungene Bühnenbilder zeigte.*

P a r i s, 12 Ian (WTB ) D.r S mderber'chll erstatter der Havasagentur meldet aus Cannes Minister Loucheur hat die Demission des Kabinetts im Laufe der Sitzung des Obersten Ra­tes gegen 5 Uhr erfahren. Er erklärte den Chefs der alliierten Delegationen, er befinde sich in der Notwendigkeit, Cannes heute abend zu verlassen Trotz des Ersuchens von Lloyd George beharrte Loucheur dabei, abzureisen Der Oberste Rat hat die Mitgliederder Reparationskommission angeglie­dert, um nach der Abreise von Loucheur die Ver­handlungen mit den deutschen Vertretern fortsetzen zu können. Erst nach der Bildung deS neuen fran­zösischen Kabinetts könne die Rede von der Ein- Berufung eines neuen Obersten Rates Tein. Ein Teil der französischen Delegation verläßt heute

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 13. Ian. 1922.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 61/, Ülhr:Der Barbier von Bagdad". Astvria-Lichlspiele, bis einschl. Sonntag:Die 13 aus Stahll undCharly lernt Rollschuhlaufen". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute bis einschließlich Sonntag:Die Maske des Todes".Der Manu mit dem Silberslelett" undDas Ge­heimnis der Zisterne".

Gießener Konzertverein. Arn Sonntag, dem 15. Januar, findet b_r zweite Kammermusikabend des Konzertvereins statt, für den das Wendling-Quartett aus Stuttgart gewonnen ist das vor kurzem von einer erfolgreichen Reise durch Spanien und Südamerika zurückgekehrt ist. Wie aus den Mufikberichten her­vorgeht, war es in diesen Ländern Gegenstand größter Huldigungen. Das diesmalige Programm bringt außer zwei bekannten Quartetten: Haydn Q-Dur und Beethoven V-Dur als Neu­heit für Gießen: Reger E s = S u r. Reger der erste, der nach Bach wieder die Kunst des Solo- violinspiels zu fordern begann, hat die Kammer-' musik mit einer überwältigenden Fülle von Wer­ken bereichert. Es steckt eine überwältigende Tat­kraft und ein ungeheurer Schaffensjubel in dieser Regerschen Fuge. Daß das Wendling-Quartett der berufenste 3rterpret Regerscher Kammermusik ist bat Reger selbst oft genug zum Ausdruck gebracht; wie bekannt, hat er sein letztes Kammermusikwer!, das Klarinettenquintett. Professor Wendlina zu- geeignet. Beethovens 1>-Dur-Ouartett op. 18, ist sein erstes Streichquartett; eS steht noch unter H.rydnschem Einfluß, laßt aber im Schlußsatz schon die folgenden, großen Quartette ahnen. Jedenfalls dürfte der kommende. Quartettabend, der mit einem allerliebsten Haydn auSllinqen wird, jedem Musik­freund einen großen Genuß verbürgen. Karten find bei Herrn Challier und an der Kasse zu haben.

Aus Hoffen.

Gemsinüewahlen in Hoffen.

In allen Städten und Landgemeinden des BolkSstaates Hessen finden im Laufe des Jahres 1922 die Wahlen zu den Stadtverordneten-' und Gemeinderatsver­sammlungen statt. Das dreijährige Mandat der im Herbst 1919 gewählten Stadtverordne­ten- und Gemeinderatsmnglieder läuft am 31. Dezember 1922 ab. Die Wahlen müssen so zeitig erfolgen, daß etwaige Wahlreklama­tionen durch die Derwaltungsinstanzen bis zum genannten Tage erledigt sein müssen. Ebenso müssen bis zum 1. April 1922, dem Tage des Inkrafttretens des neuen Hessischen BolkSschulgesetzes, die nichtständigen Mitglie- der der Ortsschulvvrstänoe durch die Ge­meinde- bzw. Stadtparlamente neu gewähll werden.

der auch die Strom-Weichsel der Verwaltung deS Hasencmssch s e3 und nicht P l n unteIte.it. soll erst am Ende dieser Ratstagung bespro­chen werden, um den Vertretern Polens und Danzigs in ©e-f Gelegenheit zu g:b.n, rn di­rekten Verhand uagen ci.ne Eingang zu erj'cL n, womit sich Prä ident S.chm un ec gru d al-lichem Dovbe.-a t eiiD rstandei erklärte. E d ich tourt e die gvage der A'^ä:de ung der Saviger Ver­fassung. m der bekannt.ich laut Ra.s e ch utz de Amtod'uer der 6e xitoren auf vier Jahre h r° abgese -t werden soll, be'chl) sen. Da ein ent- sprechender Ant ag des Da z ger Sn ti infolge des Wide-sprach Z der Oppo i i?n im Voillstaat nicht die vvrgeschi bene Zweidritte'rnehrheit er­langt hatte, beschloß der Dolkerdundsr.it, der Freien St.rdt Danzig eine neue Frist für die Durchführung bcr Br fassu igsä Z>en n \ zu geben und nach erfolgter A nähme icn Obe' kcmmissar mit dec Inkraftsetzung der g-planten Versagung zu be'rauen.

Die Sitzung war öffentlich. Obgleich in den meisten vorliegenden Fcagen sachliche üleberein- funfi herrschte, benutzte der polnische Ver­treter A k s e n a s y zu Wiederhofen Malen die Gelegenheit zu Aus s alle n gegen die Freie Stadt Danzig, die Präsident Sahm, der deutsch sprach, mit versöhnlichen aber entschiedenen Wor­ten berichtigte. Der Völle'.bundsrat war sichtlich Peinlich ke ährt von der Art deä polnischen Ver­treters, und Präsident HymanS, der die Debatte mit großer ^Parteilichkeit leitete, sah sich ein­mal gezwungen, einen Zwischenfall, den Herr Aksenas) anläßlich der E'plvii.flof.tcansporte un­ter unrichtigen Anschuldigungen gegen Danzig herausbes chworen hatte, kurzerhand abzubrechen.

Interessant war auch die Bemerkung Mse- nasys bei tec Besprechung der Weichselfrage, als er erttä.tc, daß Danzig von dem Deutschen Reiche einzig und allein deshalb losgelöst worden sei. um Polen den Zutritt zum Meere zu gewähren, da sonst fein Grund bestanden hätte, es beim Reiche zu belassen.

Präsident Hhmans beglückwünschte die Ver­treter beider Länder zum Abschluß des Ab­kommens vom 24. Oktober 1921 und zu der Eini­gung in den anderen erledigten Fragen.

Aus dem Reiche.

Die Einberufung des Reichstags.

Berlin, 12. Ian. (WTB.) Die Ein­berufung des Reichstages zum 19. Januar geschah in der Voraussetzung, daß nicht der Verlaus! der internationalen Ver­handlungen eine frühere Einberufung er­fordert.

Berlin, 12. Jan. (WTB.) Der Aus­wärtige Ausschuß des Reichstages ist von seinem Vorsitzenden, dem Abgeordneten. Dr. S t r e s e m a n n, auf den' 18. Januar ein- berufen worden.

Reichsrat und Wohnungsbau.

einigen Tagen wurde im Bahnhofsdiertel der Baron Franz von Wamboldt aus Birkenau an der Bergstraße von einem Lastauto so erheblich verletzt, daß er jetzt im Krankenhause verstorben ist. Der Verun­glückte. der 34 Jahr alt war, wurde am Mittwoch seiner Heimat zugeführt und heute dort beigesetzt.

Kirche und Schule.

)( Büdingen. 11. Ian. Das ev. De» fanat vevansta tet vom Sonntag, den 15. Ian. biS Sonntag, tei 29. Ian. in be.i verschiedenen Dekanatsgemeinden zwei große Missions ° Wochen, für die die frühere Missionarin der Das-ec Mission. Frl. Wuttke ai8 F anksart a. M. gctoonnert ist. Die Red ne in spitzt am 15. J3an. auf dem Herrnhag, in Orleshausen und'Büdingen, am 16. in den Büdinger Schalen, am 17. in Dübels eim, am 18. In Hainchen, am 19. und 20. in Eckarts Hausen, am 22. in Orten - berg und Lißberg, am 23. in llsendorn. am 24. in Weni gZ, am 25. und 26 in Ole Mock­stadt, am 27. in Stader-S^aminheim, am 29. in Rohrb'ch. Frl. Wuttle ist nanc er Gemein­ten von früheren Vo t ägen her rotz in bester Ecinne u g ihr Wie erd.mnen wird daher über­all freud g't b grübt werden.

a. Ober-Lais, 12. Jan. Da in den beiden Schulllassen über die Hälfte der Kinder ertrank ist, wurde die Schule bis aif wetteres geschlossen Ganze Familien liegen an der Grippe darnieder. Glücklicherweise sind alle Gr» franfungen nicht schwerer Natur. Die Ge­meinde beabsichtigt die Anschaffung zweier neuer Glocken für die Kirche in ttnter-Lais. Die Kosten für die eine Glocke will die Gemeinde tragen, Die in den letzten Tagen aus ihrem Wald- besitz einen recht günstigen Verkauf abgeschlossen hat. Die zweite Glocke soll durch freiwillige Spenden der Gemeindeglieber bezahlt werden.

tz. Friedberg, 12. Zan. Das hiesige Lehrerseminar, das seinen Unterricht wegen zahlreicher Grippeerkrankungen unter den Seminaristen am 9. d. Mts. schließen mußte, wird am nächsten Dienstag den U n - terrtcht wieder a'üfnehmen.

gen ein allgemeines Blld der wirtschaftlichett und finanziellen Lage Deutschlands und von den Schwierigkeiten, die sich durch die Lei­stung der Reparationszahlungen, wie sie im Londoner Abkommen festgelegt seien, erga­ben. Um V82 Uhr wurde die Sitzung auf V>4 Uhr nachmittags vertagt. Aachenau wird in derselben dann seine Ausführungen fort» setzen.

Paris, 12. Jan. Havas meldet aus Cannes, Dr. Rathenau habe in der heu­tigen Rachmittagösitzung des Obersten Rates u. a. noch erklärt, Deutschland sei be­reit, die Frage zu erwägen, ob die R e i ch s°. bank Autonomie erhalten solle. Bezüglich der Konferenz von Genua habe Rathenau ge­sagt, Deutschland sei bereit, am Wiederaufbau Rußlands mit Hilfe von Fachleuten und Ka­pitalien. an denen Rußland Mangel leide, mit­zuarbeiten.

Paris, 12. Jan. (WB.) Nach dem Sonder­berichterstatter der Agentur Harus in Cannes hat in der heutigen Vormittagssttz-o g des Ober­sten Rates Dr. Rathenau die Erklärun­gen erneuert, tu er gestern ix r der Re - Parationskommission in seinen Aus­führungen über die Schwierigkeiten abgegeben hat, Lenen die deutsche Regie u g bei dem Ver­such, ihre Wiederhe^steckungsvrrpfuch.ungei zu er­füllen. begegne. Die langen technischen Au sein- andecse u tgen Dr. Ratdenaus hätten sich auf die für Deutschland maßgebenden Notwendiak i en be­zogen, in e h b ich em Um a g? sei . e Auss. hc zu steigern, um sich Einnahme in Devisen zu be­schaffen, an denen es zur Zell lebte. Rathenau habe weiter e Lirt. un dem den.schen Handel und be.: deut chm I Duft le Ardei em;g ichlliten zu verschaffesei die Einfuhr u erlitzlich. Sie dürfe nicht geringer als 55 Mil ia den Gvld- nrart fein. Die Ausfuhr b tage ab r 3 2 d s 4 Mllliarden Gvldn ark. Dadurch e ein e ist ches D^izll vorhanden, daS noch da urch anwayie, daß Deutschland jetzt den alliierten Mächten Wiederherstellungszahlungen leisten solle. Ru- thenau habe festgestellt, daß i'as deu sche Bud­get, für sich genommen, mit 83 Milliarden Pa­pi rmark im El i vg wicht sei. daß eher die v r- schiedenen A ie^e.hetz c u gS a'ten für das Jahr 1922 sich auf 135 Milliarden beliefen Zu einer Diskussion ist cs nach dem Smdrrbettcht- erstatter nicht gekommen. Ra he-au wer e feine Auseira^der'e''ungen h«rte n chmittag 3 '<» Uhr fort e en u ib da n auf die Fcage der Ga­rantien zu spreck.en k. mm en.

Paris, 12. Jan. (WTB ) D utscherfeits wird vffiziell auS EanneS gemeldet: In der heutigen Rachrnlltagssitzung d^ Obersten Rates beendete Dr. Rathenau seine Ausführungen, in denen er besonders die von der deutschen Regierung inS Auge gefaßten Maßnahmen zur Beseitigung der finanziellen Schwierigkeiten barlegte. Während der Sitzung ging aus Paris die Nachricht von dem 7 Rücktritt Triands ein, worauf Loucheur den Obersten Rat verließ. Nach Been­digung der Ausführungen Dr. Rathenaus erklärte der Vorsitzende LloydGeorge, daß angesichts des Fehlens einer alliierten Regierung die Be­schluß- und Derhandlungssähigkeit des Obersten Rates zweifelhaft sei. Die Frage müsse erst in i einer internen Beratung geklärt werden. Die Sitzung wurde darauf kurz nach 6 Uhr nach­mittags vertagt.

Louchcnr aus CanneA nbqrrriff.

** Der Beginn des Unterrichts an fänttlichen Schicken ist auf LRontag, deck 16. Januar, festgesetzt worden; die Fort­bildungsschule nimmt den Unterricht am Donnerstag, den 19. Januar, wieder auf.

* Personalnachrichten. Durch Ent­schließung des Ministeriums der Justiz vom 3. Januar l. Is. wurde der Kanzlist beim Hess Amtsanwalt Gießen, Gottlieb Fleck zum Kanzlei-A,'siste..ten bet dieser Behörde ernannt.

L. U. UniversitätS - Gottes­dienst. Am Sonntag, 15. Januar, vormittags IP/t Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt, zr- dem in erster Linie die Angehörigen der Uni­versität eingeladen sind. Selbswerständlich hat aber auch jeder andere Zuttttt. Die Predigt hält Prof. Dr. S ch i a n.

Kreis Schotten^

Laubach, 10. Jan. Die Hessische Lanoeswanderbühne führte hier im Solmser Hof Max Halbes dreiaktiges Drama D e r S t r o m" auf. Die Dar.'rietungen waren vorzüglich und jedermann verließ hochbefrie­digt die Aufführung. Verschiedene hohe Kunstgenüsse stehen hier bevor. Ende der Woche wird ein Kirchenkonzert veran- stallet werden, bei dem erstklassige Künstler Mitwirken werden. Im Februar dagegen soll unter Mitwirkung von Künsllern des Landes- theaterS ein Kammermusikabend ab­gehalten werden. Man hofft, die Veranstal­tungen der Konzert- und Vortrags-Vereini­gung für Laubach und Umgegend wieder in das Leben rufen zu können, wie sie vor dem Weltkrieg bestanden und sich allgemeiner Be­liebtheit erfreuten. Kammerdirekwr Birn­baum, der bereits früher sich in dieser Rich­tung verdient machte, hat sich um die Ver­anstaltung der Konzerte wieder eifrig be­müht.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 12. Ian. In der ver» gangen en Nacht wurde in dem Kreis- arbeitsnachweiS ein Einbruchs­dieb stahl begangen, bei dem den Tätern 2 Kartons mit Wäsche und Kleidungsstücken im Werte von 2000 in die Hände fielen;

i-,rm, be*- sich tief in bas Leben Zf un am n de'ke.- ( uropa 1 cingef ef en hat und vor allen Singen am Lebensmark un.eres Volkes zehrt, ist die große Weltlüge von der Schuld am Kriege. Auf dem Schulbparagraphen aber ist der Schanbbau der Friedensdcktate von Ve^-sailles bis Genf aufgerich.et. -Eine fruchtbare Revision des Versailler Diktates und feiner Nach­folger ist nur möglich, wenn die Welt draußen den großen Dettug endlich erkennt. Und wenn wir nur einmütig werden in dem Volksprotest- schrei gegen die Alleinschuld Deutschlands, so ist schon viel erreicht. Von einer Alleinschuld D utsch- lands kann keine Rede sein. Wer das noch zu behaupten wagt, der lugt schamlos. Dc. Casperson zeigt nun in seinem Vortrag am Montag den 16. Januar auf Grand der eintoan' f et selk- gestellten Tatsachen, tote das 11mg r.un^s- nel; immer dichter und lügejihaster um Deutschland g fo^nnen wurde. Der Vortrag ist ein mächtiger Appell an die deutsche Volksseele, Mut zu fassen, das Selbstbewußtsein wieder zu erlangen und wahr zu sein um jeden Preis.

Mitglieder chm vorher persönlich vorgestellt worden waren, begründete und sie aufforderte, sich über die Gründe der Zahlungsschwierig-- keit und über die deutschen Vorschläge zu ihrer Abstellung auszusprechcn.

Hierauf ergriff Dr. Rathen/iu das Mort in deutscher Sprache und drückte zu­nächst den Dank der deutschen Regierung für die Einladung aus. Ferner dankte er der fran­zösischen Regierung für die dargebotene Gast­freundschaft und gab in längeren Ausführun-'

Publikum sie in ihrem Bestreben unterstützt. Wir können deshalb um so weniger in den Verdacht kom­men, uns gegen ein möglichstes Zurückdrängen der leichten Tagesware wehren zu wollen, wenn wir der Meinuna Ausdruck geben, als ob uns die Wahl eben dieses Lessingschen Dramas für eine Neueinstudierung nicht ganz glücklich zu fein scheint. Wir wollen auch hier nicht auf die oben er­wähnten Angriffe eingehen, die sich gerade gegen ben »Nathan" in besonderem Maße nicht selten werden, sondern die Frage rein vom Zweckmäßig- keitsstandpunkte erörtern. Wie gesagt wir meinen nach wie vor, das Bestreben der Theaterleitung, Gutes zu bieten und auch unsere Klassiker zu Worte kommen zu lassen, ist löblich und verdient vollste Unterstützung. Nun muß man aber gerade wenn man sein Publikum sich erziehen will, sorg­fältig sein Augenmerk darauf lenken, daß man auß bem Reichtum des Geistesschahes unserer Großen das herausnimmt, was in Vollkraft steht und lebendig ist. Nur so wird es gelingen, d t e sicherer in das Theater zu bekommen, auf die es doch in erster Linie abgesehen ist. Ein Beweis dafür daß wir mit unserem Zweifel, ob der ^Nathan" in diesem Sinne geeignet ifc recht yuven, bewies

Danzrger Fragen vor Dem VöLkerbundsrat.

Genf, 12. Ian. (WTB.) Der Völker­bunds rat erledigte heute in Anwesenheit des Oberkommis.'ars von Danzig, General Haking, des Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig, Dr. Sahm und des polnischen Delegierten Aksc- nasy eine Reihe die Freie Stadt Danzig betreffen­der Fragen. Einige der wichtigsten Puntte, wie die auswärtige Vertretung Danzigs, das rechtliche Verhältnis mit Deutschland, die Stellung der pol­nischen Beamten und des polnischen Ministe­riums in Danzig, die Ausweisungsfraae und die Finanzlage, waren von der Tagesoronung ab­gesetzt worden, weil die einschlägigen Berichte nicht vollständig Umlagen. Eine andere, für Danckg sehr wesentliche Frage, die den Anlegehafen be­trifft, wurde auf Antrag des Berichterstatters Ifhii-Iapan aus demselben Grunde vertagt. Zur Erledigung kamen dagegen drei Punkte, in denen es sich im wesentlichen um die rein formelle Genehmigung der von Danzig abgeschlossenen Vecttäge oder Gesetze handett. So wurden das 'Danziger Gesetz über Erwerb oder Verlust der Staatsangehörigkeit, der Handelsvertrag zwischen Polen, Danzig und Norwegen und der bekannte polnisch-deutsche Derttag vom 24. Oktober 1921 vom Rate ohne weiteres ge­nehmigt. Der polnische Einspruch gegen den Entscheid des Obertommijarß in Danzig,

unser Stadttheater gestern schon rein äußerlich Dicht besetzt nur einige Vvrderreihen des Parketts und L Rangs; der zweite Rang fast leer, llns will scheinen, als ob somit der Zweck nicht voll erreicht ist. ilni> noch eins: Wenn man immer und immer wieder und mit Recht betont, daß es eine Haupt­aufgabe der deutschen Bühne gerade in der Gegen­wart fein müsse, unserer Jugend in guter Dar­stellung die Schatze unserer deutschen Kunst zu erschließen, sv müssen wir hier ebenfalls sagen, daß es unserer Ansicht nach auch in dieser Hinsicht Werke genug gibt, die uns dazu als wertvoller er­scheinen. Wenn wir also auch aus den genannten Gründen diesmal mit der Leitung des Stadtthea­ters nickt ganz in einem Atem nennen, so wollen wir doch anderseits erneut anerkennen, daß man sich wiederum redliche Mühe gegeben hat, der Er­folg beschieden war und die anerkannt werden muß.

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Um zu einer Würdigung der Darstellung zu kommen, so sei zunächst über den Träger der Titel­rolle gesprochen. Herr Da dura hatte sich seines Nathans mit viel ßiebe angenommen und gab wohl sein Bestes in der Erzählung von den drei Ringen, wo er überzeugend wirkte. In den ersten Szenen' des Werkes allerdings schien uns sein Spiel zwar nicht verzeichnet, aber nicht ganz getroffen zu fein; soll heißen, derweis e" Nctthan war unseres Erachtens nach zu stark unterstrichrn und lieh des­halb gefühlsmäßig falt; wie schon gesagt, im Ver­lauf des Spiels fand sich der Darsteller mehr in feine QtclXe hinein. Vom ersten Wort an über­zeugend wirkte dagegen Karla K elle r als Rechn,

Gießen, den 13. Januar 1922.

Grundlagen zu dem Neubau einer echten deut­schen Kunst insbesondere zu einem deutschen Drama geschaffen zu haben, das ist Gotthold |t._, wiec rouroiaen

war«* und tote -- zu wünschen ist, d-b ia»

wider die Fremdtümelei, unter deren Joch das Geistesleben deS deutschen Volkes stand. In der Geschichte der deutschen Literatur wird sein Wirken deshalb für immer einen Platz haben müssen. Nicht eingegangen werden kann im Rahmen dieser Be­trachtung, da dies deren Grenzen allzu weit über­schreiten würde, auf die Angriffe und Vorwürfe, die gegen Lessing von durchaus ernst zu nehmender Seite früher und auch in unserer Zeit im einzelnen gerichtet worden sind. Zweck dieser Zellen ist es vielmehr nur zu erörtern, ob die Leitung unserer städtischen Bühne mit der Einstudierung desNa­than" daS Richtige traf, und wie die Aufführung gelang.