tonen $u gewähren, um in Rußland ^anoci zu treiben. Diese Kredite hoben nur fakultativen Charakter. 3n gleicher Weise labt das Memorandum die Frage der Kriegsschulden vollkommen offen, Deren Annullierung eine Der Bedingungen für den Verzicht Rußlands auf seine Gegenforderungen war. Das Memorandum stellt im Gegensatz zu dem Memorandum von London das Moratorium und die Annullierung der Zinsen der Dorkriegsschulden in gleicher Weise zur Diskussion, indem es die endgültige Entscheidung dieser Frage Der Zuständigkeit eines Schiedsgerichts überweist anstatt in dem Vertrag selbst festzulegen.
Die Klausel 7 beginnt mit einer schönen Einleitung, die Rußland die Souveränität ^uertennt, im Innern seines Landes, wie es teilt, semeEigen- tumsforderungen. sein Wirtschaftssystem und seine Regierung zu organisieren. ■ Aber derselbe Text Der Klausel steht im Widerspruch mit seiner Einleitung. Die Souveränität Des russischen Staates wird Das Spiel des Zufalls. Sie kann Durch Die Entschließungen eines gemischten Schiedsge- richtshoses schachmatt gesetzt werden. Der Schieds- gerichtshof seht sich zusammen aus vier Fremden und einem Russen, welche letzten Endes entscheiden, ob die Interessen Der Ausländer wieder hergestellt, zurückgegeben oder entschädigt werden sollen. Im übrigen spricht die russische Delegation der Klausel 7 jeden praktischen Charakter ab. Ihre Anwesenheit in Dem Memorandum vom 2. Mai kann sich nur erklären, aus dem Verlangen, gewissen Klassengefühlen und Parteigefühlen Genugtuung zu geben und in keiner Weise aus dem Resultat einer entsprechenden Kenntnis der Sachlage in Rußland.
Die russische Regierung hat ihrerseits- im den ehemaligen Eigentümern
der nationalisierten Guter bie Möglichkeit zu geben, ihre technischen Kenntnisse und ihre Kapitalien bei Der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung Rußlands zu ihrem eigenen Vorteil zu verwenden, denselben ein Vorzugsrecht zuerkannt in allen Den Fällen, wo ihre ehemaligen 'Besitztümer in Konzrssion gegeben werden sollen, sei es unter Der Form Der Pacht oder der Form einer gemischten Gesellschaft, gebildet Dom Staat und dem ausländischen Kapital, sei es unter jeder anderen Form, Die Die Teilnahme des Auslandes vorsieht. Ebenso stellt Die russische Delegation fest, daß Die interessierten Mächte, indem sie alle ihre Sorgen auf eine kleine Gruppe ausländischer Kapitalisten konzentrieren und eine unerklärliche Doktrinäre Lln-nachgirbig- ieit an Den Tag legen, diesen Interessen Die Interessen ei er großen Aizahl au. ländischer Kapitalisten geopfert haben, welche von Den ihnen durch bie russische Regier ing gewährten Erleichterungen und Garantien, wenn sie z irückkehien um in Rußland zu arbeiten, Gebrauch machen mochten und ebenso auch Die Interessen einer Menge von kleinen Inhabern russischer Anleihen unD II in r raff", cher Ve,i .er, Deren Eigentum national.f ert und sequestriert wurde. Die rassische Deegation kann sich nicht enthalten, ihrer äleberraschung darüber Ausdruck za geben, daß Die Mächte wie Frankreich welche am meisten kleine Inhaber russischer Anleihen zählen, sich am hartnäckigsten in Der Frage Der Rückerstattung Des Eigen ums gezeigt haben und auf Diese Weise Die Interessen Der Heinen Inhaber Denjenigen einiger Gruppen, 1 welche diese Zurückerstattung Des Eigentums for- f Dem, unterordnen.
Die russische Regierung hat durch ihre Der- r tretet auf der Konferenz von Genua gezeigt, daß sie bereit ist, mit anderen Staaten zu einer Einigung zu gelangen, welche nicht zu einer Erschwerung, sondern zu einer Erleichterung Der wirtschaftlichen und finanziellen Lage Rußlands führen und gleichzeitig Den Weg zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Europas frei machen würde. Aber dieses Ziel seht voraus, daß die fremden Staaten, welche die bewaffneten Interventionen in Rußland organisiert haben, Darauf verzichten würden, zu Rußland im Tone eines Siegers gegenüber einem Besiegten zu sprechen.
Rußland ist nicht besiegt worden.
Die einzige Tonart, welche zu einem gemeinsamen Abkommen führen könnte, wäre diejenige, die unter Mächten, die miteinander auf Dem Fuße Der Gleichberechtigung verhandeln, üblich ist. Rußland ist, um zu einer Einigung zu gelangen, bereit, den fremden Staaten ernsthafte Konzessionen zu machen, aber durchaus nur unter der Bedingung, daß diese Konzessionen gleichwertigen Konzessionen des anderen Teiles zugunsten des russischen bn-ß"-? entsvrechen. Das ruf ttche Volk würde fein A kommen a nehmen tonnen (n welchem nky. uie Konzesfionen ourch toiuudje Vorteile aufgehoben würden. Ein anderer, durch Die Schwierigkeiten Der Situation nahegelegter Ausweg wäre cjne gegenseitige Annullierung der aus Der Vergangenheit zwi- schenRuhlandundden anderen Staaten entspringenden Ansprüche und Gegenansprüche. Aber auch in diesem Falle ist die russische Regierung noch entschlossen, die Interessen der Kleinbesitzer zu ackten. Falls aber Die Mächte sich doch noch mit Der Lösung der zwischen ihnen und Rußland anhängigen finanzieren S.reitpunk e be «Hastigen wollen, so könnte, da diese Frage ein gründliches Studium Der an Rußland gelichteten Ansprüche und eine gerechte Erwägung Der Rußland zu gewährenden verfügbaren Kredite erfordert, diese Ausgabe einem von der Konferenz ernannten gemischten Sachverständigenausschuh übertragen würde, dessen Arbeit zu einer Zeit und einem Orte beginnen würde, welcher durch gemeinsame Abkommen zu bestimmen wäre. Die russische Delegation stellt fest, daß das größte Hindernis, welches den Fortgang der Konferenz bisher gehemmt hat, auf dem Umstand beruht, daß das oft ausgesprochene Ideal Der Gegen- feitigfoit noch immer nicht von allen Mächten geteilt wird. Die russische Delegation kann jedoch nicht umhin, zu betonen, daß die Besprechungen, welche stattgefunden haben, einer engeren Annäherung zwischen Sowjetruhland und Den fremden Mächten Den Weg geebnet haben. Die russische Delegation gibt daher der Ansicht Ausdruck, daß Die bei der Lösung der zwischen ihr und Den fremden Mächten anhängigen finanziellen Schwierigkeiten hervor- gerufenen Meinungsverschiedenheiten nicht hindern Dürfen, daß die anderen alle Länder interessierenden Probleme zu allererst für Den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas und Rußlands und die Festigung des Friedens in Genua gelöst werden können und müssen. Rußland ist auf Die -Konferenz mit versöhnlichen Absichten gekommen
unv gibt sich auch weiterhin der Hoffnung vi.s, Daß sein Streben in Dieser Hinsicht von Erfolg gefrönt fein wird. *
Die ersten Schritte der Franzosen.
Gonua, 11. Mai. (WTD.) Der Sonderberichterstatter Der HavaSagentur meldet, Dar th ou habe mit feinen Kollegen von der französischen Delegation die russische Antwort "geprüft und sich dann um 7 Ähr zu Lloyd George begeben, mit dem er sich beraten habe.
Presseftimmen.
Paris, 12. Mai. (WTB.) Das „Scho De Pari s" glaubt das Urteil Der frai^ösischen Regierung über Die russische Antwort dahin präzisieren zu können, daß man sie für eine ironische, schwülstige und teere Anklageschrift halte, Die alles übersteigt, was nXm nach dieser Richtung habe erwarten müssen. Die französische Regierung könne sich freuen, Dem Memorandum fern geblieben zu fein, das eine fo impertinente Antwort ausgelöst habe. Die französische Regierung für ihren Teil finde, daß die Konferenz von Genua, was die russischen Angelegenheiten anbelange, geschlossen sei. Wenn Die Konferenz noch einige Tage andauern könne, so sei es, Daf} man andere bescheidenere, aber nützlichere Fragen studiere. Man habe in Paris mit Erstaunen vernommen, daß Lloyd George im Mittwoch den Versuch gemacht habe, den alliierten Delegationen politische Fragen zu unterbreiten. Formelle Instruktionen, daß ein derartiges Abenteuer nicht wieder vorkomme, seien Bar- thou übermittelt worden .
Paris, 12. Mai. (WTB.) Soweit Die französische Presse sich bis jetzt zu Der russischen Antwort äußert, verhält sie sich mit wenig Ausnahmen durchaus ablehnend.
Der Sonderberichterstatter d.s „Petit Pari s i e n" sagt und mit ihm Der „Matin"-Vertreter, daß in der russischen Antwort nur e i n Vorschlag enthalten sei, Der verdiene, fest gehalten zu werden, das fei Der Vorschlag, Der Die Prüfung oer russischen Finanzlage einem Sach'oerständigen- ausschuß anvertraue, Der sich später an irgend einem Orte zusammenfinden solle. Der „Petit Parisien" glaubt, daß Frankreich wahrscheinlich nicht verweigern könne, gemeinsam, mit seinen Alliierten über die Frage des Wiederaufbaues Rußlands zu beraten, namentlich Darüber, durch welche Methode Diese große Anstrengung unternommen werden könne. Jetzt frage man sich, wozu Die Verlängerung dieser Konferenz Dienen würde, die ihren Zweck verfehlt habe.
Auch Das „Oeuvre" fragt, ob Frankreich den Vorschlag Der Einsetzung eines Sachverständigen- ausschusses zur Prüfung der Frage des russischen Wiederaufbaues annehmen teerte. Die Entscheidungen, Die der Ministerrat vor Bekanntgabe des Textes der russischen Antwort getroffen habe, ließen daran zweifeln. Man wolle nicht, daß die französische Delegation brüsk breche, aber daß sie sich nach und noch von Der Konferenz loslöse.
Steine englische Anleihe für Russland.
London, 11. Mai. (WTB.) Schatzkanzler H v r n e teilte unter Beifall im Unterhaus mit, in Deanttvortung einer Anfrage: Die britische Regierung hat vollkommen klargestellt, Daß sie nicht bereit ist, Der Sowjetregierung eine Anleihe zu gewähren.
Lord Hardrnge nach London abgereist.
Paris, 11. Mai. (WTB.) Der englische Botschafter Lord H a r D i n g e ist heute vormittag nach London abgereist.
Ein Beschluß der ReparationskommWon.
Berlin, 12. Mai. Die „DossischeZtg." meldet auS Paris, Daß der ReparationS- a u s s ch u ß s'ch aus Die Ansicht geeinigt habe, Die Deutsche Antwort auf die Rote Der Repa- rationskommission vom 13. April gestatte einen Meinungsaustausch mit Dem ReichSsinanz- minister Hermes und dem Staatssekretär Bergmann, ohne Daß vorher eine Rote Der Kommission an die Deutsche Regierung gerichtet werde. Der Meinungsaustausch soll zunächst nur offiziösen Charakter tragen.
Paris, 12. Mat. (WTB.) Rach Dem „Echo De Paris" beurteilt man Die deutsche Rote in Regierungskreisen als einen leichten Fortschritt. Aber die Antwort selbst sei vollkommen ungenügend. Die Deutschen mußten Sieben-Metlen-Stiefel anlegen, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Die Reise Des Ministers Hermes nach Paris beweise, Daß sie Die Verhandlungen mit Der Absicht fortsetzen wollten, eine befriedigende Lösung zu finden. Man glaubt, Daß Frankreich und England sich in dieser Frage schließlich einigen würden und daß Deutschland sich beugen müsse.
Die Gehaltserhöhungen für die Beamten.
Berlin, 11. Mai. (WTB.) Der Hauptausschuh des Reichstags hat das Haushaltsgesetz und die darin enthaltenen neuen Gehaltserhöhungen beraten. Angenommen wurde die Regierungsvorlage. Danach beträgt der Teuerungszuschlag zu den Bezügen ber planmäßigen und außerplanmäßigen Reichsbeamten: a) vom 1. bis 30. April zu Grundgehalt, Diäten und Ortszuschlägen, soweit diese Bezüge insgesamt 10 000 Mark nicht übersteigen, 60 Prozent, im übrigen 30 Prozent; b) vom 1. Mai ab zu Grundgehalt, Diäten und Ortözuschlägen, soweit diese Bezüge insgesamt 10 000 Mk. nicht übersteigen, 120 Prozent, im übrigen 65 Prozent. Außerdem werden die Kinderzuschläge um 65 Prozent erhöht. Gingefügt wurde ein Paragraph, der bestimmt, Daß Die Dienstzulage an Ministerialräte für Die Führung von
Dirtgentengeschäften und an Offiziere in gleichen Stellungen beim Reichswehrministerium vom 1. Mai ab 16 500 Mark jährlich betragen soll. Davon sotten 6500 Mark nicht pen- ionSfähig sein. Ministerialdirektor v. Schließen erklärte nach Annahme der Regierungsvorlage, daß nunmehr Die Kassen f o - vrt angewiesen werDen, Den Beamten Die Erhöhungen auSzu- zahlen.
Aus dem tReidie.
Das Disziplinarverfahren gegen Menne und Thieme.
Berlin, 11. Mai. (Priv.-Tel.) Heute vormittag begann in Erfurt Das Diszip- inarverfahren gegen die beiden Bor- itzenden Der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten, Ernst Menne und LouiS Thieme sowie gegen den Vorsitzenden der Fachgewerkschaft IV (Technische Beamte), Diblik. Die Anklage legt den 3 Beschul- >igten zur Last, daß sie bie ihnen als Beamten obliegenden Pflichten gröblichst verletzt, den Ausbruch des EisenbahnerstreikeS verursacht haben und für die Verlängerung des Ausstandes eingetreten sind. Die drei Beschuldigten geben zwar zu, am Streike beteiligt gewesen zu sein, bestreiten aber, den Streik vorbereitet zu haben.
Erfurt. 11. Mai. (WTB.) Wie die „Thüringer Allg. 3tg.*'- meldet, hat heute nachmittag die Disztplinarkammer in dem Verfahren gegen die Urheber des Gtsen- bahnerstreikes vom März dieses Jahres das Urteil gefällt. Die Angefchuldigten, Stten- bahntnspektor Menne, Lokomotivführer Thieme und Etsenbahnsekrstär D i b l i k wurden für schuldig befunden und die Disziplinarkammer erkannte gegen sie auf Entlassung. Von der Gewährung einer Teilpension wurde abgesehen, da keine Gründe für eine milde Beurteilung der Handlungsweise der Beschuldigten vorhanden seien, außerdem auch die Aussicht bestehe, daß die drei Angeschuldigten In der Reichsgewerkschaft der deutschen Ersenbahnbeamten und Angestellten einen ausreichenden Lebensunterhalt finden. Die Frage, ob die Angeschuldigten bei der Ausübung ihrer Tat Beamte gewesen seien oder nicht, wird bejaht, ein Streikrecht der Beamten gäbe es nicht.
Delschmelzungsbestrebungen der Eisenhahner- verbändr.
Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" ersährt. tat die Reichsgewerkschaft DeutscherEisenbahnbeamteran den Deutschen Eisenbahn erverband das Ersuchen gerichtet, mit ihn 'in Verhandlungen über eine Verschmelzung der beiden Großgewerkschaften einzutreten. Der Deutsche Eifenbahnerverband soll sich hierzu bereit erklärt haben.
Dom sächsischen Landtag.
Dresden, 11. Mai. (WTD.) In der heutigen Landtagssitzung wurde der Antrag der Rechtsparteien auf Auflösung des Landtages mit 48 gegen 47 Stimmen abgelehnt.
Freisprechung im Prozeß Fechenbach.
München, 11. Mai. (WTD.) 3n Dem DeleidigungSprvzeß des früheren Privatsekre- türs EiSnerS, Felix Fechenbach, gegen den Herausgeber der „Südd. Monatshefte", Prof. Coßmann, den Schriftleiter der „Münch. Reuesten Rachr.", Emanuel Muller, den Hauptschriftleiter des „Bayerischen Kuriers", Ost er Huber, und ben Schriftleiter des „Bayerischen Vaterlandes", Dr. A d e l - maier, wurden durch Ar teil des Schöffengerichts am Amtsgericht München die ersten drei Angeklagten von der Anklage eines Vergehens der üblen Rachrede freigefprochen, während Dr. Adelmaier, bei dem das Gericht die Absicht der Beleidigung für erwiesen erachtete, zu einer Geldstrafe von 500 Mk. verurteilt wurde. Der Privatkläger Fechenbach hat die Kosten des Verfahrens in der Richtung gegen die Angeklagten Cvßmann, Mütter und Osterhuber zu tragen, während Dr. Adelmaier Die Kosten des Verfahrens gegen ihn zu übernehmen hat. Das Urteil gegen Dr. Adelmaier kann der Privatkläger auf Kosten des Beklagten im „Bayerischen Vaterland" verösfentlichen.
In der UrteilSbegründuna wird hervvr- gehvben, daß die Veröffentlichungen EiSnerS als eine Fälschung im wahren Sinne des Wortes zu betrachten seien, was sich auch aus den Aussagen der verschiebenen Sachverständigen ergebe.
Aus Stobt und ßemb.
Gießen, Den 12. Mai 1922.
L.A. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, den 14. Mai, vormittags 11 V< Uhr pünktlich, findet in der Reuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Dr. Karl Ludwig S ch in i d t.
•• Fe st genommen wurde ein von Limburg dahier zugereister Arbeiter, der mit seinem Freunde, dem cs allerdings gelungen war, sich inzwischen zu entfernen, vier Gartenhäuser erbrochen und Sachen daraus gestohlen hatte. — Gelandet wurde in der Lahn an Burks Mühle eine männliche Leiche. Es handelt sich um einen auswärts wohnenden, in Gießen beschäftigten Maschinisten, der sich am 19. April d. ZS. in selbstmörderischer Absicht von seiner Arbeitsstelle entfernt hat. — Am 8. d. MtS. wurde in hiesiger Stadt ein braungebeizter Handkastenwagen, der mit zwei Schiebern versehen ist und Die Fabriknummer
906/2 trägt, tm Werte von 1000 Mk. ge> st 0 hlen.
** Joseph Plaut mußte, wie uns mitgeteilt wirb, seinenhetterenAbend absagen,daerern st licherkrankti st.
** Die Vorträge im Zelt der Deutschen Zeltmission auf Ostealdsgarten erfreuen sich eines außerordentlichen Veluches. In den letzten Tagen waren die 1500 Sitzplätze alle so beseht, daß manche Besucher stehen mußten. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgt alles den geistvollen Ausführungen Des Redners, Der in fesselnder Weise die tiefsten Probleme DerMensch- heit erörtert. Seine Veteeise über das Dasein Gottes, die Unsterblichkeit Der Seele, Den Zustand nach Dem Tode muh man selbst gehör« haben, um zu verstehen, in wie hohem Maße Das Interesse Der Zuhörer geweckt wird.
Vornotizen. _
— Lageskalender für Freitag: Großer Hörsaal der Universität, 8l/< Uhr: Vortrag der Gießener Hvchschulgesellschaftt — Im Zelt der deutschen Zeltmissivn, Os- waldSgarten, nachmtttags 4 Uhr: Bibelerklä-^ rimg. abends 8'/2 Uhr: Vortrag, Thema: „Das zweite Erscheinen Christi und seine Vorzeichen". — Astorta-Lichtipiele, ab heute: „Das verschwundene Haus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Das Spiel mit dem Weibe" und „Nordische Land-/ schäften".
— Vom Raturheilverein wird uns mitgeteilt: Die Universität hat Dem Verein in Dankenswerter Weise Die neue große Aula zu einem Vorträge Des Herrn Professor Dr. meb. Emil Klein aus Verlin über Das Thema: „Die wissenschaftlichen GrunDlagen Der Ra urheillehre" zur Versügung gestellt. Im Anschluß an den Vortrag ist eine auf ärztliche Kreist beschränkte Diskussion vorgesehen. Das große Allgemeininterefse an dem Thema, behandelt durch eine anerkannte Autorität auf diesem Gebiete Dürfte jede weitere Ausführung! über Die Bedeutung dieses Vortragsabends unnötig machen. (Siehe Anzeige)
— Der Wc»rtburg-Äerein veranstaltet am Sonntag Den 14. d. Mts. seinen ersten diesjährigen Fa m l l l e na u s f l u g nach Annerod. (Näheres siehe Anzeige.,
— Jordans Meisterbilder-An- dachten werben in Der nächsten Woche m Den evangelischen Kirchen von Schotten, Dauern- l) e i in b. RH) da, Londorf, G rünberg unD Alsfeld ftattfinben. Näheres in der heutigen Anzeige.
Starkenburg und Rheinhessen.
* BenSbeim, 11. Mai. Unterhalb Birkenau wurde die verstümmelte Leiche des 12jährigen Schülers Adam F. aufqefunDcn. Der Knabe hat sich, nachdem cf sich vorher die Augen verbunden hatte, von dem von Mannheim kommenden Zug überfahren lassen. Der Beweggrund des Selbstmordes dürfte Furcht vor Strafe getoefen fein.
Hessen-Nassau.
* Biedenkopf, 11. Mai. In einer Gartenhütte versteckt wurde der feit fünf Tagen vermißte 12jährige Sohn einer hiesigen Familie völlig erschöpft aufgefunden. 21IZ Lagerstätte hatte er sich eine Truhe aus- gewählt, in Der ihn Der Gartenbesitzer zufällig, entdeckte. Was den Zungen zu diesem Streich getrieben hat, ist nicht bekannt.
Der Fulda—Lahn-Kanal.
In der „Deutschen Vergwerkszeitung" vom 20. April beschäftigte sich ein Aufsatz von Dr. Wey mar mit „Südteestdeuischen Kanalfragen" uno kam ztt einem abfälligen Urteil über Den Fulda—Lahn-Kanal. Eine ausgezeichnete und treffen De Entgegnung, Die das genannte Blatt sodann in seiner Nummer vom 3. Mai brachte, liefert so schlagende Beweise für den Fulda— Lahn-Kanal, daß tetr sie wörtlich unseren Lesern vorlegen möchten, zumal in klarer Weise auch Die Irrtümer des Weymarschen Aufsatzes herausgearbeitet sind. Dieser war durchaus im Frankfurter Sinne geschrieben, aber gerade in diesem Sinne betrachtet, vergaß er aus den De- ftrebunyen des Fulda— Lahn-Kar.alvei.eins die Verbindung F r a n k f u r t — G i e ß e n zu erwähnen, er streifte sie vielmehr nur mit einer einzigen und falschen Ziffer. Durch Einbeziehung dieser Verbindung In die Linie Koblenz—Kassel mit dem Knotenpunkt in Gießen wird aber das ganze Bild verschoben und sämtliche Schlußfolgerungen des Aufsatzes über den Haufen gestürzt.
Die Pläne des Fulda—Lahn-Kanalvereins verbinden einmal in einer von der Natur gegebenen und an Bodenschätzen reichen Linie, dem Lahnlauf, das Rhein-, Mosel- und Daargebiet mit Kassel und Der Weser. Dabei gehen die Eisenerze Der Lahn nicht nur westwärts, wie Herr Dr. Weymar meint, nach Dem rheinischen Industrie- gebtet zu, sondern ebensowohl ostwärts nach dem Eisenhüttenbezirk um Wetzlar, Lollar und die Dill herum. Wenn Herr Dr. Weymar schreibt, daß dieser Wasserweg ein Einfallstor aus Mosel- und ©aargebiet sei und Der französischen Wirtschaft zum Schaven Der Deutschen entgegen komme, so ist dieser GeDanke Durchaus unnational! Wir müssen uns von unseren abgetrennten Brudern nicht durch möglichst vorsichtige Schranken trennen, sondern wir müssen versuchen, alle Schranken zwischen uns einzureißen, ihnen Die Hand zu reichen, too es nur möglich ist, und sie an Deutschland zu fetten, statt sie davon abzustvßen. Der Fulda-. Lahn-Kanal ist deshalb nicht zu verwerfen, sondern auf das wärmste zu begrüßen. Vielleicht ist er das erste Glied in einer zweiten West-Ost- Verbindung, ähnlich Dem Mittellandkanal, zu Wasser .durch ganz Deutschland vom Saargebiet über Lahn, Thüringen und Sachsen nach Oberschlesien!
Die Kilometerziffer, welche Dr. Weymar über Die Verbindung Mainz—Minden zuungunsten des Fulda—Lahn-Kanals bringt, ist falsch. Sie beträgt nicht 623 Kilometer, Denn kein Schiffer wird den ilmtoeg über Oberlahnstein—Limburg von Mainz aus machen, fonDern er wird die Verbindung Frankfurt—Gießen—Minden benutzen; Dann arer beträgt Der Weg Mainz—Minden nur 482 Kilometer absoluter Länge. Das sind 141 Kilometer -- 29 Proz. weniger. Hier macht sich eben das, was Herr Dr. Weymar ausgelassen hat, bemerkbar, nämlich daß die natürlichste Verbindung von Frankfurt a. M. nach Der Weser längs der Main—Weserbahn geht, wie das ja schon die alten Eisenbahn-Ingenieure 1850/52 . erkannten, von Frankfurt durch Die Wetlernu/


