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Nr. 87

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Erstes Blatt

172. Jahrgang

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Mittwoch, (2. April 1922 Hniaqnu von Anzeigen für die Tagesnummer bis a a zum Nachmittag vorher ohne jede Derdindlichkeli | XB S Preis für 1 mm Höhe für Ü Jr ftJ Anzeigen^ 34 mm Breite tA örtlich 120 Pf., auswärts

General-Anzeiger für Oberheffen

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ndes gehöre, de ilnteE&mmiffion

der Welt, das unter den jetzigen Verhältnissen digt werden, welche gerade jetzt CM fo grob und kolossal ist. daß es nicht gelöst werden . Diese Wiederverteilung der ©olbrcfq Cann, wenn nicht alle überseeischen und lußerüber- cjne Kombination mit der rationellen

Die wirtschaftliche Rekonstruktion Rußlands,

mtert Die russische Delegation ist nicht mit der Absicht hierher getommen, um ihre eigenen Theo­rien zu betonen, sondern um praktische Beziehun­gen mit allen Regierungen sowie mit Indu­striellen- und Handelskreisen anzuknüpfen, und zwar auf der Basis der Gegenseitigkeit, der gleich­zeitigen gerechten, vollen und ganzen Anerkennung des Problems der ökonomischen Rekonstruktion

Genua, 11. April. (WTD.) Heute nach­mittag 31/2 Ähr trat die geschäftsführende Un« terkommission der ersten Hauptkom- Mission unter dem Vorsitz des italienischen Ministers des Aeuhern Schanz er zusammen. Gegenstand derBeratungen war Punkt 1 des Programms von Genua, der die Einführung einer neuen Methode vorsieht, durch welche den Grundsätzen der Resolution zur Wiederherstel­lung Europas Geltung verschafft werden sollen. Als deutsche Delegierte nahmen an der Sitzung teil der Reichskanzler und der Reichsminister des Aeuhern. Der englische Delegierte Lloyd Ge­orge regte an. die Denkschrift zur Verteilung zu bringen, welche die Sachverständigen der Alli­ierten in London über die Frage des europäischen Wiederaufbaues ausgearbeitet haben und die Kommission zu vertagen, um den Delegationen Zeit zum Studium der Denkschrift zu geben. Der schweizerische Delegierte Motte ersucht um Ver­teilung der Denkschrift an alle an der Konferenz beteiligten Rationen, nicht nur an die in der Kommission vertretenen. Der russische Delegierte Tschitscherin erklärte, die Sähe der Sachver­ständigen von London seien ihm vollständig un­bekannt. Er habe davon lediglich Kenntnis aus unzureichenden Pressemeldungen. Er bitte um Erteilung von weitgehenden Informationen. Au eine Frage von Lloyd George, wie lange die russische Delegation Zeit brauche, um die Denk­schrift zu prüfen, erklärte Tschitscherin, dah er mit einer Vertagung von zwei Tagen einverstanden wäre. Die Kommission wurde sodann auf Don­nerstag vormittag IOV2 ^Ihr vertagt.

Wieder eine Reibung mit den Franzosen im Finanzausschuß.

Genua, 11. April. (WTD.) Die erste Sit­zung der F i n a n z k 0 m m i s s i 0 n aus der Kon­ferenz von Genua hat heute nachmittag 4 Hfcr stattgefunden. Sie wurde von dem italienischen Schatzminister Peano eröffnet. 3um Vorsitzen- den wurde Sir Robert Hörne gewollt. Er betonte in feiner Antrittsrede, dah die Ausgabe der Finanzminister besonders schwer fei und daß tag Ziel nut das fern könne, die bestmögliche Lösung der zahlreichen Finanzfragen, die unter den gegebenen Verhältnissen Europa angingen, ?.u finden. Die Lösung könne aber, solange Ame­rika fehle, keine endgültige sein. Andererseits l tonne sich Europa an diesen Fragen nicht dcs-

seeischen Staaten den aufrichtigen Wun ch haben, ihre Anstrengungen zu koordinieren, und wenn sie njcht entschlossen sind, die dafür notwendigen zeit­weisen Opfer zu bringen.

und Mineralg'-ubenkvnzcssionen von seinem un- endlichen Reichtum, besonders in Sibirien, sowie Konzessionen aller Art auf den Territorien der sowjetistischen Republik von Rußland. Die rus­sische Regierung beabsichtigt, zwischen der In­dustrie einerseits, der Agrikultur und der In­dustrie Sibiriens andererseits eine Cooperation zu bilden, welche die Basis der europäischen Industrie erweitern würde, besonders was die Rohmaterialien anbriangt. Ein detail­liertes Projekt für eine allgemeine wirt­schaftliche Rekonstruktion wird von der russischen Delegation im Lause der Konferenz vorgelegt werden.

Indem die russische Delegation diese Vor-

aber außerhalb des Rahmens der allgemeinen Be­strebungen zum Wohle der ganzen Menschheit liegen, von einer Konferenz ausgeschlossen werden müssen, deren Tagung .schon etwas über das Mah dessen hinausgeht, was einige von uns in den wenigen zur Verfügung stehenden Wochen ohnehin schon bewältigen können. Eine allge­meine Konferenz ist zweifellos etwas sehr Schönes und Bewunderungswürdiges, aber nur wenige von uns haben Zeit dazu. 3d) selbst werde älter und glaube nicht, dah ich eine universelle Konferenz überbauern könnte. Deshalb mochte ich Herrn Tsd-itscherin bitten, nicht darauf zu bestehen, dah die Genua-Konferenz über das gegenwärtige Programm hinausgehl und sich auf das Universelle, Aetherische, Edle und Erhabene ausdehnen soll. Während all diese Dinge noch in der Schwebe und in tveiter Ferne sind, st c h t schon in dem Cann er Programm, wie ich dem Herrn Tschitscherin versichern kann, eine Unmenge von Dingen,- über die er Herrn Darth 0 u in die Schranken fordern, Herrn Poincare und auch mich tüchtig kritisieren kann. Wenn er das will, so braucht er nicht über das Programm ton Cannes hinauszugehen, bann Cann er mit allen Teil­nehmern einen kleinen Zank anfangen, wenn er sich nur auf diese Gegenstände beschränkt. Heber die 21 b r ü st u ng möchte ich jetzt meine Mei­nung ganz offen sagen. Wenn die Genua-Kon­ferenz nicht zur Entwaffnung führt, wird sie ein Fehl sch lag sein. Aber ehe es zur Ent- wafsnung kommen kann, must eine Verständigung da sein. Man must erst wissen, ob die Rationen wirklich gemeinsam miteinander marschieren wol­len. Das ist Sache der Genua-Konferenz: das must erst erreicht werden. Wir dürfen dem Kon­ferenzschiff keine allzu grohe Ladung aufpaden, andernfalls würde das Schiff zum Sinken gebracht werden, und vielleicht würde Herr Tschitscherin selbst mit ertrinken. Schwere See ist in Sicht. Ein überladenes Schiff kommt nicht sicher durch die Wogen. Wir dürfen die Hoffnungen der Völker nicht zu schänden machen, indem wir mehr haben wollen, als menschenmöglvcherweise bewältigt werden kann. Lassen Sir uns erst diese Reise zu Ende bringen, und wenn wir erst gutes Einvernehmen und guten Willen haben, und wenn Rustland und andere Mächte sich verstanden haben und im Geiste der Freundschaft nach Hause zurück- kehren. dann wird auch die Entwaffnung kommen. Deo Völkerbund studiert gerade die prak­tischsten Entwaffnungsvorschläge. Herr Bar» thvu widersetzt sich diesen Dingen ja auch nicht. Alle noch verbleibenden Fragen können dem Völ­kerbund überwiesen werden, der dadurch nur ge­festigt werden kann, wenn er noch nicht stark genug fein sollte. Herr Tschitscherin hat behauptet, die Canner Beschlüsse seien nicht klar und bezieht sich dabei auf Herrn Poincare. Die Canner Be­schlüsse sind so klar, wie sie in den beiden besten Sprachen der Erde, englisch und französisch, nur ausgedrückt werden können. 3chsuche zu ver­mitteln, als ein Mann des Friedens. Lassen Sie uns ans Werk gehen und keine ufer­losen, abseits liegenden Fragen aufwerfen. Lassen Sie uns bei unserem riefengroben Programm bleiben und damit praktisch vorwärts kommen.

Die Verhandlungen in den Ausschüssen.

eine Kombination mit der rationellen Verteilung der 3ndustrieprvdukte, sowie der Verheilung der Brennmaterialien, wie Raphka. Äonte usw.

des grössten Staates mit unzählbaren Reich­tümern, erscheint als unablehnbare 2lotWen­digkeit für die Rekonstruktion der ganzen Welt. Rußland seinerseits erklärt sich bereit mit allen Mitteln seiner Macht zur Lösung der Pläne der Konferenz behutragen; und Rußlands Mirtel sind nicht unbedeutend. Rußland ist bereit, in Anbetracht der Bedurfnrssr >er Weltwirtschaft und der Entwicklung der po­litischen Kräfte der Welt wissentlich und trci- toillig seine Grenzen zu offnen, um die Schaffung internationaler Transitwege zu ermöglichen. Cs ist bereit, der Kultur Millionen von Hektar Flächen zu liefern, es ist bereit, Konzessionen zu errichten, und zwar Waldkonzcfsionen, Kohlen-

Rustlands aus. Dem russischen Wunsche könne da­durch Rechnung getragen werden, daN jeder Dele­gierte die nötige Anzahl Sachverständiger zu- ziehen könnte. Der Delegierte Tschitscherin erklärte sich mit diesem Vorschlag des englischen Premierministers einverstanden. Die Bildung de Unterkommission in dieser Form wurde hierauf angenommen und die Sitzung auf eine Stunde unterbrochen, um den Delegationen Zeit zu geben, ihre Vertreter zu benennen.

Rach Wiederaufnahme der Sitzunn teilte de Facte mit. dah als Vertreter der übrigen Machte in der Ünterkommisfion zur Behandlung Oct Minderheitenfrage je ein Delegierter der Schweiz. Schwedens, Polens und Rumäniens benannt wor­den feien. Tschits cherin proteftie r t bim< auf gegen die Beschickung der älnterkommrssionen durch Rumänien und Japan, gegen Rumänien wegen der Besetzung Bessarabiens und gegen

Ich habe nur die Grundlinien der<8orschläge angezeichnet, welche die russische Delectzation Vor­bringen würde, wenn ihr Gelegenheit dazu ge­boten märe. Wir find bereit, alle xtrogreffmen Vorschläge zu unterstützen, welche anderen Ländern in diesem Sinne gemacht werden.

Tschitscherin begrüßte zum Schlüße ferner Ausfüb ungen die Konferenz und dankte der italienischen Regierung für ihre Gasts peundfchast. Den Arbeiten der Konferenz wünschte er den besten Verlauf.

Lloyd Georges E»tgeg««ng.

Genua. 11. April. (Spezialbericht des Ver­treters des W. T. B. in Genua.) Zu £ier gestrigen Eröffnungssitzung der Konferenz fei noch folgendes nachgetragen: Lloyd G e o> r g e ergriff im Laufe der Diskussion nochmals das Wort

und erklärte:

3n bezug auf die drei Punkte in Tschll'cherins Rede, auf die sich Herr Darchou bezogen hat. möchte ich sagen, dah ich nicht der QSleinung bin, dah Herr Tschitscherin diese Punitte als Be­dingungen verstanden haben wollte, sondern als allgemeine Bemerkungen welche zwar an sich lehr nützlich, aber doch wos/l etwas sehr gefährlich sein können. Richts istfo mit Explosiv­stoff geladen wie eine (Friedenskonferenz. Wenn man im Geiste des Friedens und des guten Willens zusarnmenkomint. liegt jedermann, wie ich immer beobachtet habe, auf Äer Lauer, feinem Rachbar einen Tor t anzutun. l Deshalb hoffe ich aufrichtig, dah die bewunde- schläge macht, nimmt sie dis-Res0 luti 0 n von r ungswürdrgen und an sich du^auS «spriE Cannes im Prinz ip'an, indem sie sich das«lichen Bemerkungen des Herrn TMitschervi» drc

interessieren. Es müsse bestrebt sein, seine» Lage zu verbessern, da andenrfalls der Handel und die Wirtschaftsverträge aufs äuherste erschwert wür­den. Zu denAufgaben gehöre in erster Linie die Stabilisierung der Währungen Die Vorschläge der vereinigten Finanzminister aller Länder mühten als Grundlage für die Be- pvechungen genommen werden. Was die Metho­den der Ar^iten anlange, so schlage er vor. a.i Hand der Ergebnisse, die die Sachverftändigeir kornrnission der einladenden Mächte in London gesunden habe, in einer ÄlnteiriommtffIon die schwebenden Fragen zu erörtern. Die Zu - ammensehung der UntetfommUfion denke ec sich 0, dah sie aus je einem Delegierten der fünf einladenden Mächte, ferner aus je einem Ver­treter Deutschlands und Ruhlands und schlichlich aus vier weiteren Vertretern gebildet würde, die in besonderer Wahl bestimmt werden sollten. Von ranzösischer Seite wurde angeregt, nicht eine, sondern zwei älnterkommissionen für die r erseh iedenen Fragenkreise aus dem Arbeitsgebiet der Kommission einzusehen. Diesen llnterfom- Missionen solle je ein Vertreter der fünf ein­ladenden Mächte angeboren. 3m übrigen sollten nach dem Grundsatz der Gleich­heit die übrigen sechs Vertreter gc wählt werden. Diesen Vorschlägen des franzö­sischen ©elegierten wurde sowohl von deutscher als auch von russischer Seite wider­sprochen. weil es nicht dem Geiste der bisher gefaßten Beschlüsse der Genueser Konferenz ent- fpred;?, Deutschland und Ruhland bei der Be­ratung einer Immission eine andere Stellung zuzuweisen als den einladenden Mächten. Dem Vorschläge von Sir Robert Horne traten sowohl der belgische als auch der italienische Delegierte bei indem sie sich besonders darauf beriefen, dah ebenso wie in der politischen Kommission auch in der Kommis io 1 kür die Fnanzf.agen Deutschland und Rußland ohne bc sondereWahlver tretenfein mühten Der französische Delegierte Picard erklärte nun mehr unter Protest kicher Aufrechter Hal t u n g feines Vorschlages, sich der Wil lensmeinung der Kommission nicht widersetzen zu toi l(en. Die Kommission stimmte alsdann dem Anträge von Sir Robert Horne zu. Danach toi oben die vier Vertreter der übrigen Staaten gewählt, welche auf die Vertreter von Däne mark, Finnland, Holland und die Tschechoslowake entfielen. Die nächste Sitzung wurde nach Er­ledigung einiger gefchästsordnungsmähiger Fra­gen auf Mittwoch, den 12. Llpril, nachmittags 3*/o älhr festgesetzt.

Eine interessante Debatte in der Frage der nationalen Minderheiten.

Recht vorbehält, ihrerseits zu den bestehenden Artikeln Rachträge vorzutragen. Inzwischen aber wäre das Werk der ötonomischen Rekonstruktion Ruhlands absolut vergebens, auf einen falschen Weg geraten und fatal, wenn die ökono­misch mächtigsten Rationen, statt die notmenbiacn Vorbedingungen zu schassen, zur ökonomischen Wiedergeburt Ruhlands beizutragen und seinen Weg in die Zukunft zu erleichtern, es unter der Wucht ihrer Ansprüche und ihrer Kraft erwürgen würden.

Wir müssen gleichwohl bemerken, dah die letzten Mahnahmen der russischen Regierung im Wege der inneren Gesetzgebung in wirtschaftlicher Beziehung den Wünschen, die in der Resolution von Cannes enthalten sind, entgegenkommen. In­zwischen werden alle Anstrengungen, die zu einer, wirtschaftlichen Rekonstruktion der Welt führen, vergebens sein und alles wird bleiben, so­lange über Europa und über der Welt d i e Ge­fahr neuer Kriege schweben wird, die noch vernichtender sein sein werden als der hinter uws liegende. Die russische Delegation hat die Ab­sicht. der Konferenz Vorschläge einzubringen, die auf eine

Einschränkung der Rüstungen

abzielen and die Schwere des Militarismus er­leichtern unter der Bedingung, dah sich die Ein­schränkung auf diL Axmeen aller Länder bezieht, und dah die Kriegsrechte ergänzt wer­den durch ein unbedingtes Verbot der Heritellu.g giftiger Gase und des LuftkcLges, welche als barbarische Waffen anzusehen ijnd, sowie gegen den Gebrauch von Repressa­lien gegen die friedliche Bevölkerung. Es. ver­steht sich von selbst, dah Ruhland aus sich selbst bereit ist, eine Einschränkung der Rüstungen vor­zunehmen unter der Bedingung, dah die nö­tigen Garantien gegen jede Ein­mischung in seine inneren Angelegenheiten geschaffen werden. Mit BtsriediLuig nimmt die russische Delegation von dem Vorschlag des, eng­lischen Ministeipräsidenten auf der ersten euro­päischen Zronferenz Kenntnis, welcher die pe­riodische Berufung ähnlicher Kon­ferenzen in der Zukunft vorsieht, und von Der Bemerkung, dah es notwendig ist. alle Ra­tionen daran zu beteiligen. Die Herstellung des Weltfriedens muh das Werk eines älnive-rsat- kongresses werden, der auf der BaKS der Gleichberechtigung aller Völker und der Erkennt­nis des Selbstbrstimmungsrechtes aller gegründet fein muh. Wir betrachten die Teilnahme der Arbeiterorganisationen an diesen Kongressen als absolut unabwendbar. Die Entschlüsse dieser Kongresse dürfen in keinem Falle in die Tut umgeseht werden durih einen Zwang über die Minoritäten, sondern tm Gegen­teil durch den freien Willen aller Be­teiligten. D e russische Regierung ijt selbst geneigt, dir Auhrnoertcägr zwischen dem Groh- mächten, welche dir internationalen Begehungen regeln, an^rnehmen und an der Reoitzcon der Statuten des Völkerbundes t:i zunehmcy', damit dieser in eine wirkliche Völkerli.La ver­wandelt wird, ohne Beherrschung der einen durch andere, ohne die jetzige Teilung zwi­schen Siegern und Besiegten.

Die internationalen Konferenzen worden sich auch für die technische Verbesserrung der Weltlage einsehen, wodurch unendliche Reich­tümer eröffnet werden, was rine Erhöhung des Wvl)lsta..dez aller Völler herbrisühren wird. Die Bestrelungen aller nach euer wirtschafttkichen Zu-

Genua, 11. April. (WTD.) Die erste allgemeine Kommission der Konferenz trat um IO1/2 Ahr unter dem Vorsitz des Präsi- denten de Facta zu ihrer ersten Sitzung zu­sammen. Präsident de Facta stellte die drei ersten Punkte des Genueser Programms zur Diskission Der Delegierte Ungarns, Graf Drthlen, verlas zu Punkt 2 und 3 eine Erklärung, die besagt, dah die ungarischen Minderheiten unter frentber Herrschaft nach der Zerstückelung lln> garns durch die Ausführung der bestehenden Verträge nicht geschützt seien, und dah, solange dieser Zustand keine Aenderung erfahre, ein wahrer Friede unmöglich sei. Ungarn verlange deshalb, daß die Minderheitenfrage in ernar br- sonderen Sitzung der ersten Kommission behandelt werden, oder dah eine UnterEoaraniffion für Die Minderheitenfrage gebildet werden soll. An die ungarische Erklärung schloh sich eine längere De­batte an. Der tschechische Delegierte Bene sch erklärte, dah er die Behandlung der Minder­heitenfrage in einer kleinen Kommission nicht hin­dern wolle. Er müsse jedoch darauf aufmerksam machen, dah die Frage der Minderheiten auch zu den Kompetenzen des Völkerbundes gehöre de Facta schlug darauf vor, eine Unterkvmmission zu bilden und eine kurze Unterbrechung der Sitzung eintreten zu lassen. In der Unter» kommission sollen die einladendenden Mächte, Dertschland und Rvhland mit je einem Delegierten, die übrigen Mächte mit zu­sammen 4 Delegierten vertreten sein. In der De­batte über die Bildung der Kommission Dcrlingie Tschitscherin für Rußland zwei Delegierte. Auf die Frage des Delegierten Bart Hou, ob der russische Vorschlag auch für dir Delegatior der einladenden Mächte und für Deutschland je zwei Vertreter vorsehe, erklärte sich Tschitschenr mit einer solchen Regelung einverstanden. Dei Schweizer Delegierte Motta gab dem Gedanken Ausdruck, dah man nicht zu Beginn der Be­ratungen allzu grohe Unterschiede zwischen den Delegationsmächten schassen solle. Lloyd George sprach sich für eine gleichmäßige Be­schickung der Unterkommission durch je einen Bei- treter der einladenden Mächte, Deutschlands un)

sammenaibeit in der aufrichtigen Qlbfitbt, durch eine gemeinsame Anstrengung der ökonomischen Weltkrisis zu begegnen, werden es nhcht schwer machen, ein Mittel zu finden, die Wechselkurse zu stabilisieren. Eines dieser Mi-ckel könnte die Verteilung der G 0 ldrese-wven, die in den verichiedenen Ländern exist^ren. sein, ohne dah die Interessen derjenigen Län-öer geschä- diat werden, welche gerade jetzt Gold besitzen. - " * zu-'rJ~f-|cDen wäre

Die bellenden Hunde.

Rach den Berichten aus Genua hat Lloyd George in der ersten großen wirklich politischen Rede, die dort gehalten worden ist. einen ehr­lichen Erfolg erzielt. Das trifft besonders für die Bildhaftigkeit seiner Sprache zu, durch die er sich von jeher ausgezeichnet hat. Ein drastisches Wort, das starken Eindruck gemach! hat, sprach er aus, als er bemerkte, in Europa gebe es zur Zeit noch immer viel zu viel bellende Hunde, deren Treiben Einhalt geboten werden müsse. Es wird wohl kaum jemanden unter den Teilnehmern der Konferenz wie in der ganzen Welt geben, der nicht deutlich verstanden hat. wohin dieser Hieb zielte. Die heulende Meute sitzt zu beiden Seiten Deutschlands, in Paris. Brüssel und Warfchau. Die geradezu unglaublichen Aeußerungen Poin° carös über die Organisation unserer und nament­lich der bayerischen Schutzpolizei, von denen jedes Wort einfa'ch erlogen ist, haben glücklicherweise eine kräftige Abfertigung sowohl durch die Reichsregierung wie besonders durch die bayrische Regierung erfahren. Diese '2kuf>erIn­gen waren offenbar zu dem Zweck gemacht wor­den. noch im letzten Augenblick eine beson­ders ungünstige Stimmung für Deutschland zu erzeugen oder zu Derftärten. Dcr ist das Wort von chen bellenden Hunden wie ein Peitsch rn- hieb in die Meute dazwischengefahren. Wenn man hinzufügt, das) der franzöfische Oberchau- vinist B a r t h 0 u. der Pomcaro in Haß und Hetze noch um einige Punkte über ist, gleich darauf in seinem pikanten Zusammenstoß mit Tschit­scherin erheblich den kürzercm zog, so läßt sich jetzt schon Voraussagen, daß die Franzosen in Genua ebenso abschneiden werden wie inWashing- ton. Wenn sie nicht sehr stark einten!.11, wer­den sie bald im Rat der Völker völlig verein­samt und vereinzelt stehen.

lllebrigens hat Lloyd George noch ein anderes glückliches Wort geprägt. Er bemerkte mit trocke­nem Sarkasmus, cs sei zu wünschen, daß Amerika Genua entdecke, wie es seinerzeit von einem Genuesen entdeckt worden ist. Der amerikanische Botschafter Harvey fitzt als Beobachter vorläufig auf bevorzugtem Platz in seiner Loge. Vielleicht steigt er im Lauf der Konferenz hinab zu denen, die da raten, um später zu taten.

Die Rede Tschitscherins.

Genua, 11. April. (WTB.) Tschitsche - rin sührte u. a. aus: Die russische Delegation begrüßt mit Zufriedenheit die Auffassung der­jenigen. welche die Rotwendigkeit des Friedens festgestellt haben. Sie schließt sich besonders den Erklärungen des italienischen Ministerpräsidenten an. dah es weder Besiegte noch Sieger gibt, und den Erklärungen des Ministerpräsi­denten Lloyd George, welcher versicherte, daß hier alle gleichberechtigt sind. Die russische Delegation erklärt mit besonderem Rachdruck, daß sie im allgemeinen Interesse des Wiederauf­baues nach Genua gekommen ist, des Wieder­aufbaues des ökonomischen Lebens Europas, welches durch den langen Krieg und durch die Politik der Rachkriegs­zeit ruiniert wurde. Die russische Delegation schreibt die größte Wichtigkeit dem ersten Puntt der Resolution von Cannes zu, welcher die gegen­seitige Anerkennung der verschiedenen Wirtschaftssysteme und der verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Formen, die in den verschiedenen Ländern existieren, p r 0 k 1 a -