Ausgabe 
11.4.1922
 
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Dienstag, U. April 1922

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Rr. 86 Zweites Blatt

Xurä Kurs

1115 - 1 99,

1320,50 1325,

760

Brief

Datum:

8. 2ip.il,

1 l. April.

11.4.

Schweizer Franken

100 Fl.

Kr.

0,13

gezahlt:

1,28

1,29

Berlin,

100 L.

100 Fr.

Kr.

Kr.

100

100

100

100

Börsen st im- der Nachrichten auf die bevor-

1831,

1165,

658,

10.4.

1,72 0 88

1.59

100 100

100

100

1

8. 4.

1,68

0,86

1,55

ß^TtbeL 10. Avril. 3n Erwartung

Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. Fr.

r

L655

0.06

9.90

47.25

22.70

27.55

43.70

0.60

513.84

1.67

0,13

1029, 104»,

792,- 72».- 788,-

948,- 730, 540,50 525,

74,75 8A-

am Sonntag in den Bezwinger mit 2:1.

Mk.

Kr.

Kr.

Fr. £

7oo,- 690,- 780,50 910,- 740,- 523,50 520, -

74,- 850,-

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London.. . Paris. .'. . Aeuyork . .

Kurs

10. 4.

77,50

97, - 140,-

84.5u 468, ,0 365.- 319,-

3 4, 690,- 190,- 344,- 301,- 333,-

1200, 1020, - 10a0,- 1 »00,

18,0,- 1214,

850,-

735.-

5»5,

521,-

76,50

852, -

238,-

2156,80 6543,05 6303, 7865 15

56 .,25 l-ü?,95 13:9,30

^9,,87 27-6,55 5817,75 4029,2)

3,95

584, 5 35,85

106,97

20 ,70

141,80

4069,50

Lrüsiel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . tzelsingforS. . . Italien London Aeuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest. . . . Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Aio de Janeiro

5622.05 6523 15

80,0 05

595,75 1 »26,05 1357, 0

307, 4 2808,55 59 ,50 4,65,95

3, 9 593,75

35,80 109,15 20 ',30 146,60 4181,-

Marknotierungnr.

Für 100 deutlche Mark wurden

3,57 -.32

1,30

3,63 -.33

Datum:

5', Dstcy. KriegSanl. 4" oDtsch. Reichsanl. 3" oDtsch. Aeichsanl. 4 Preuh. Konsols Hamburg.Paketf.. . Aorddeutscher Lloyd Eomnru.Privatbank Sarmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Sisconto-Gesellschaft Dresdner Dank. . . Mitteid. Ereditbank. Aationalbank f. D. .

Wechsel auf Holland

Deutschland . . . .

Wien........

Prag........

Paris........

London Italien Brüssel

Budapest Aeuyork.......

Agram.......

Warschau

19 o.

1.815

0.06

10.35

47.55

22.77

27.99

44.05

0.63

514.-

1.60

(teilten sich ungefähr auf her Höhe Der Quotie­rungen her M.trwochsdörse. Heizen läßt cr- mähigte Notierungen erkennen. Die Kaufnei­gung für Roggen hat nachgelassen, auch für Herste fehlte es an Nachfrage. Hafer b .Higer, öm Mehlgeschäft ist das Geschäft klein, da Weizen- und Noggenmehl nach den neuesten 'Bestimmungen aus dem Nuslande bis auf weiteres zugelassen ist. Futtermittel verhält- niSmäßig gefragter. Oelsaaten gut behauptet. Hülsenfrüchte lagen ft ll. 3m allgemeinen war die ilmfaijiätigleit bescheiden. Heu und Stroh ruhiger.

stehende mehrtägige Feiertagsunterbrechunq lieh die Börse keinerlei älnternehmungslust erkennen Seitens des Privatpublikums lagen nur geringe Aufträge Dor. Das kleine Geschäft bewegte sich vorwiegend auf dem Kursstände vom Freitag, bei gelegentlichen Veränderungen nach oben und unten, die in einzelnen Fällen 4050 Prozent erreichten. Gute Meinung trat für Tertilwerte hervor, von denen Aordd. Wolle 120. Etöhr u. Co 90 Proz. höher einsehten. Namhaft niedri­ger, nämlich um 150 Prozent, stellten sich Laura- hütte. Chemische Werte waren zum Teil gefragt, so A-G. für Anilinfabrikation, Badische Anilin und Chemische Fabrik von der Heyden, die zeit­weilig 4050 Prvz. anzogen. Bei trägem Ge­schäft machte sich später Neigung zur Abbröcke­lung entschiedener geltend. Dankaftien blieben nafcau unverändert. Bon festverzinslichen Wer­ten zeigten Deutsche Anleihen Festigkeit, jedoch büßten 4prvz. Preuh. Konsols ihren vorwöchent­lichen Gewinn wieder ein. Mexikanische An­leihen stellten sich bemerkenswert höher. Die Devisenkurse gaben bei beschränkten Umsätzen an­geblich auf Hoffnungen hinsichtlich der Konle- renz von Genua nach.

Frankfurt a. M, 10. April. Börsen­stimmungsbild. An der Börse trat heute eine bessere Stimmung zutage, so dast die Ten­denz der Effektenmärkte eine Befestigung erfuhr.

2 »63,20 5556,45 6408,- 788185

55»,75 1612,05 1322,70

8,63 276 <,45 5832,30 4640,80

3, 9 585,75

36,95 : 06,27 217,30 142,20 4081,-

2» 4,20 5607, 5 65 6,85 8 29,96

594,45 1621,95 13 >4,3 J

30 ,8» 2d0 ,45 5967, >0 47ö,05

3,^5

597,25 35,70

108,85 2)7,i0 115,80

4169,-

700 - 780 - 955,- 7»0,- 525,- 520,-

74.75 855, 23», -

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Gelb

u. 4

77,51 9 ,10

140,-

90,-

4 0- 360,-

3 8,-

32 l,- 587,-

483, 389,- 305,-

233.-

vnh Schule«

js Marburg. 10. April. Anter Beteilt- gung von etwa 400 Lehrern aus allen Teilen Oberhessens und der Nachbargebiete wurde in ocr Aula der Nordschule die pädagogische Grundschulwoche durch Kreisschulrat Wer­ner eröffnet. Eie hatte den Zweck, die Lehrer in die neuen Unterrichtsmethoden emzuführen und dieses Ziel dürfte auch in vollendetem Maste gelungen sein. Es sprachen L. Klarmann- Franksurt über Arbeits- und Heimatsschulgeist im Grundschulunterricht, K. E ck h a r d t -Bieden­kopf über Deutsch-Anterricht in der Grundfchnle, H. G r u p e - Frankfurt über Naturkunde-Llnter- r.icht, K e m p i n s k y - Perskau über monodischen Rechrnunterricht. Letzterer hielt auch einen Volks- Vortrag über Schule, Kunsterziehung und Wieder­aufbau. Ferner sprachen Reiniger- Essen über Geschichtsunterricht und am letzten Tage im An­schluß an einen Bortrag des Direftors Koch über Auslandsdeutschtum, W o h l r a b - Bram­bach über den Gesamtunterricht. An alle Dor- träge schlossen sich Aussprachen und Lehrproben.

Turnen, Snort und

Westdeutsche Fuhballmeister- schaft. Zn den beiden Entscheidungsspielen um die Fustballmeisterschaft von Westdeu schland un­terlag der Duisburger Spielverein überraschender­weise gegen Arminia Bielefeld mit 1:2, während der Kölner Ballspiel-Club den Turn- und Sport­verein 48 Kassel mit 5:0 abfertigte. Das Entschei­dungsspiel staben nun mehr die beiden Sieger, Kölner Ballspiel-Club und Arminia Bielefeld auszufechten.

Die Spieleum dieMitteldeutsche Fustballmeisterschaft wurden am Sonntag fortgesetzt. In Erfurt trennten sich die Spielver­einigung und Halle 98 3:3 unentschieden, in Leip- zig gewann die Spielvereinigung gegen den Chem­nitzer Ballspiel-Club 5:0 und in Dresden behielt Ring über Concordia Plauen mit 3:2 die Ober­hand.

Um die Norddeutsche Fustball- Meisterschaft fanden am Sonntag drei Treffen statt. 3n Kiel siegte Holstein über den Allgemeinen Bremer Turn-Sportverein mit 2:0, in Hamburg fertigte St. Georg den Hamburger Sportverein mit 3:1 ab und Eimsbüttel blieb über Arminia Han­nover mit 3:0 siegreich.

Die Berliner Fußball-Mei st er- schaftsspieleder Oberliga brachten am Sonn­tag folgende Ergebnisse: Borwäris gegen D.B.C. Brandenburg 1:0, Norden-Nordwest gegen Ba­varia 1:0, Spandauer Sportverein gegen Sad- mama 3:1, Union 92 gegen Minerva 2: 1, D. f. D. Pankow gegen Union S C. C. 1:0, Nord gegen Fustballverein 1:1, Berliner Sportverein 92 gegen

Was enthält i)as Reichsmietengesetz?

Nachdem wir in Nr. 56 desG i e h. Anz. aus der Feder des Reichstags- abgeord.ie en Beyt h i e n krit sche Aeu e- rungen zum ReichsinteteNtje.etz gebracy. hatten, erhalten wir nun von Stadt- Lbe fefretär Rothamel vo n Cie en r Wohnangramt die nach elenden Erläute­rungen zu den AuSführungsbestimmun- gen des Gesetzes.

Am 28. Marz 1922 ist im Reichsgesehblait das Rei )emiet ngeseh verkünde worden, das in jedem Lande <»es Reiu-^ a i dem von der obersten Landesbehörde zu be limme iben Tag, spätestens aber am 1. Juli 1922, in Kraft tritt. Nach der Mieterschutzgesezaebunz, wir sie seiche bestand, konnten bei Wohnräumen, Läden unL Werkstätten Mietpreissteigerunzen nur mit r>o^ ausgeganzener Zustimmung des Mieteinigun amts vorgenommen werden. Jeder Absch.u ) ei c Mietvertrags war der Gemeindebehörde anzu- zeigen. Diese konnte, wenn der vereinbarte Miet­zins nicht als üblich und angemessen anzusehe: war, bei dem Mieleinigungsamt Herabsetzung beantragen. Auch dem Mieter stand ein solche- Einspruchsrecht zu. Die Mieteinigungsämter ent­schieden über die Höhe der Mietpreise nach be­stimmten Grundsätzen, wobei entweder von bei Friedensmiete ober bem Steuerwert bzw. bei ortsgerichtlichen Schätzung bes Grunbstüks vo> bem Kriege ausgeganzen würbe. Die eigentliche Mietzinsberechnung war sehr verschieben und in ihren Ergebnissen voneinander mehr oder wenige« abweichend. Das Reichsmietengeseh stellt nun ein- heitlich für bas ganze Reichsgebiet Grunbsähe unb Richtlinien für bie Berechnung der Mieten auf. Die Durchführung erfolgt burch bie obersten LandeSbehörben. Die Beteiligung ber Mieter an den Instandsetzungskosten der Wohnungen und Häuser wirb gesetzlich festgelegt. Diese Belastung der Mieter kann, so schwer sie auch emvfunden werden wird, ba sie zu bet fast jebes Mast über- steigenben Erhöhung ber Kosten ber gesamten Lebensführung hinzukommt, als ungerecht nicht bezeichnet werben. Der in ben heutigen Mieten enthaltene Betrag für Instandsehunzen ist, ge­messen an ben derzeitigen Kosten für biese, so gering, bast er kaum noch in Betracht kommt. Die Herrichtung ber Wohnungen unb bie Ber° hinberung bes Häuserverfalls wirb aber mehr unb mehr zur unabweisbaren Notwendig eit. Die Angleichung ber Mieten an bie wirtschaftliche Entwicklung ist unmöglich.

Die zum Schuhe der Mieter über Künbigung bes Mietverhältnisses erlassenen Dorsch iften wer­den burch bas vvrliegenbe Gesetz, bas nur Be­stimmungen über bie Mietpreisbilbung enthält und bem eine Partei deshalb auch bie Bezeichnung ReichHmiet;in3gesetz" geben wollte, nicht berührt. Doch wird auch das Kündigungsrecht in Kürze neu geregelt.

Das Reichsmietengeseh bestimmt, dast der Vermieter wie der Mieter eines Gebäudes oder Gebäudeteils jederzeit dem anderen Bertragsteile erklären kann, dast die Höhe des Mietzinses nach den Dorschriften dieses Gesetzes berechnet werden soll (gesetzliche Miete). Die Erklä- vung ist schriftlich abzugeben. Sie bewirkt, dast die gesetzliche Miete von dem ersten Termin ab, für den die Kündigung nach ben Dorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs zulässig sein würde, an die Stelle des vereinbarten Mietzinses tritt Eine Mitwirkung des Mieteinigungsamts ist hierbei mit erforderlich, wenn eine Einigung zwischen Bermieter und Mieter über die Höhe der gesey-

Kurs

<. 4.

7 .50 97 10

142,-

9i 75 455 - 358,- 318 - 326 - 585, 488 - 339 301 - 334 -

1)50, 1210,

8 5.

1348, 780, 712, 765,

Züricher Devisenmarkt.

j. L

1.7.14.

125.40

59.20

88.80

117 80

88.80

117.80

97.80

125 40

23.80

7.4.

77, 0 97 20

141,60 88,50

446, 350,50 320,- 325, 5^1,- 430,- 314,- 300,- c35.- 1'69,- 2030,- 1040,-

Hertha 2:0.

Fuhball in Wien. Der Wiener Meister Rapid unterlag im Meisterschaftsspiel überraschenderweise gegen Hakoah mit 1: 3, Dienna schlug ben Was mit 3:0, bie Amateure blieben gegen Wacker mit 4:0, Floribsbvrs gegen Ostmark mit 3:2 unb Rubolsshügel gegen Simmering mit 2:0 siegreich. Der Wiener Sport-Club weilte Prag unb schlug Union Zizkow, des tschechischen Meisters Sparta,

I »gen K u auftri g: vor El ktri-it t p 1 lcre an- eci.h.i.liy. Die Börse s^l e -t ent d) ebvn srcand- itj^r. Prioatdftkont 4 Prczrnt.

3 ran ff uv: a M.« 11. April.

Börsenkurse.

araiujurt Berlin

Schlutz- Scylutz- Schlutz- Schluh-

Loch. Guhstahlwerke -, Bud.-Eiscnw.-Akt.. 1040, 9-Luxemb. Dergw.. 1060, Gelsenlirch. Dergw.. 1115, tzarpener Bergbau . 1800, Oberschi. Eisenb.-B. 1 > 30, Qberschles. Cisenind. 8 0,

emigungdamt sestgestellten oder festgesctzlen Frie- uenemieien sind der Geineindebeyoroc milzu- teilen.

Die Aussührungsvorschriften tre den d e cber- sten Landesbehörden erlassen. Diese sind verech- tigt, die oben erwähnten Hundertsätze, deren De° .nessung natürlich von autzerordeutlicher Wich­tigkeit ist, festzusehen oder die Festsetzung den Gemeindebehörden zu übertragen. Es ist anzu- nehmen, bat} bie obersten Lanbesbehöiden vor dieser Möglichkeit Gebrauch mähen, sich aber b.c Zustimmung Vorbehalten werden. Die oberstc Landesbehörbe bestimmt bie Stelle, die im Falle ber Nichtverwendung der für die lau en ^e: ' Nstandseyu .g arbei.en gezahlten Ge b -r d c2Iu> fübrung ber Arbeiten burch geeignete Anorbnun- gen zu sichern hat. Hierfür sind die städtische!» Bauämter bzw. bie Kreisbau eamten in Aus­sicht genommen. Ferner sinb durch ^luslührungs- Bestimmungen zu regeln: bie Berechnung der Untermiete, die Einrichtung unb Berwenduog .es Hauskontos, bie Berwaltung ber Mittel des Ausgleichsfonds (s. o.), bie Erstattung von Anzeigen an bie Gemeinbebehörbe. bie Umlegung ber Kosten für b fmbere Neb^nlei tungen unb bie Führung eines Mieten eerzeichnisses.

Ein De Mieter, ber eine ihm nach bem Gesrh obliegenbe Anzeige (Meldung der Friedens- un ber vereinbarten Miete) vorsätz'ich nicht ober nicht rechtzeitig erstattet ober wissentlich unrcch ige obe* unvollstänbige Angaben macht, wirb mit Geld­strafe bis zu hunbcrttaasend Mark ober mit Hast gestraft.

Das Gesetz tritt mit bem 1. Juli 1926 allster Kraft. Die Derlängerung der Geltungsbauer ist aber heute schon als feststehend anzusehen.

Phönix-Bergb.-Akt. 1350,

Dad.Anilin-u. Soda 760,

mungsbild.

auS Genua und mit Rücksicht

lieben Miete nicht zustande kommt. Mietzins­oereinbarungen sind zugelaisen. sie können aber durch das Mieteinigungsamt nachgeprüft und durch die gesetzliche Miete erseht werden. Die oberste Landesbehörde kann bestimmen, dast Miet- preisvereinbarangen der Gemeindebebö de ober dem Mieteinigungsamt anzuzeigen sind. Auch farni angeordnet werden, dast für das ganze Land oder bestimmte Gemeinden die gesetzliche Miete für alle Mietverhältnisse gelten soll.

Bei ber Berechnung der gesetzlichen Miete ist zunächst die G r u n d m i e t e zu bestimmen. Sie wird ermittelt, indem von der Friedensmiete (1. Juli 1914) die in dieser für Betriebs- und Instandsetzungskosten unb bestimmte Neben leist un- gen enthaltenen Beträge abgerechnet werben. Für bie abzurechnenben Beträge werben Hundertfähe der Friedensmiete festgeseht. Der Bermieter hat bem Mieter auf Verlangen Auskunft über die Höhe ber Friedensmiete zu geben. Sie ist auf Antrag durch das Mieteinigungsamt festzustellen, wenn sie nicht mehr zu ermitteln ist, nicht ver­einbart war ober wenn über ihre Höhe Streit besteht.

Zu ber Grundmiete treten Zuschläge für 1. die Steigerung ber Hypothekenzinsen. 2. bie Betriebskosten (Grundsteuer, öffentlich? Abgaben, Bersicherungsgebühren, DerwalMngskosten usw.), 3. die Kosten für laufende Instandsehungs-

arbeiten. Die Zuschläge sind in Hundertfähen der Grundmiete festzusehen. Der Bermieter hat den Jnstandsetzungszuschlag für die erforderlichen lau­fenden Instandsetzung ^arbeiten sachgemäst zu ver- wenden und der Mietervertretung die Berwen- düng der Gelder auf Antrag nachzuweisen. Zur Schaffung von Mitteln für grobe Instand- sehungsarbeiten (Erneuerung der Dach­rinnen und Ablaufrohre, Dachumdeckung, Anstrich des Hauses und des Treppenhauses) hat ber Mieter einen weiteren Zuschlag in einem Hunbert- sah ber ©runbmiete zu zahlen, ber .von bem Bermieter in einem besonderen Hauskonto anzu- legen ist. Der Bermieter kann über das Hauskonto nur mit Zustimmung ber Mieter verfügen. Die Zustimmung kann erseht werden. An wirtschaftlich Schwache können aus einem Ausgleichsfonds Bei­hilfen für grvhe Instandsehungsarbeiten gewährt werden.

Für gewerblicheDetriebe istdie Fest- fehung besonderer Zuschläge zulässig. Ist ein Mietraum weiter vermietet, so mub ber Mietzins unter Berücksichtigung etwaiger Nebenleistungen in einem angemessenen Verhältnis zu bem au ben Raum entfafienben Teil des Hauvtinietzinfes stehen. Auf Neubauten, die ohne Zuschüsse nach bem 1. Juli 1918 bezugsfertig hergestellt find, findet das Gesetz keine Anwendung.

Die Mieter eines Hauses sind berechtigt, einen ober mehrere von ihnen mit ihrer Vertretung tn Mietangelegenheiten zu beauftragen (Mie t er- bertretung). Es kann angeordnet werden, dab bie Vermieter dec Gemeindebehörde die Frie­densmiete anzuzeigen haben. Die von dem Miet-

Höchster Farbwerke. Allg Elektr.-Gef. . . Fellen L Guilleaume Schuckect-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank

Märkte.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 10. April. (Amtlich.) Marktverlauf: Bei Rindern langsames Geschäft. Kleinvieh und Schweine lebhafter Handel. Rinder und Schweine hinterlassen ileberftanb. Im ein­zelnen ist zu bemerken: 2Iufgetrieben waren 1862 Rinder (einschließlich 21 Rinder aus ber Tschecho- Slowakei), Darunter 184 Ochsen. 96 Bullen, 1582 Färsen und Kühe, ferner 918 Kälber, 133 Schafe unb 2125 Schweine. An Preisen würben angelegt pr. Ztr. L»chendgewicht: für Ochsen 16002800, für Dullen 15002450 Mk, für Färsen unb Kühe 20002800 für beste Färsen und bis 2200 Mk für beste Kühe: für Kälber beste Qualitäten 28003100, mittlere Qualitäten 24002800, ge­ringe Qualitäten 18002200, für Schafe 1000 oft 2000 Mk.: für Schweine unter 80 Kg Gebend gewicht 260c.-2900, von 80100 Kg. 29003200, von 1001'2-0 Kg 30003300, von 120150 Kg 30003300, Feltschweine über 150 Kg. 3000 bi? 3300. Sauen und Eber von 28003000 Mk. Dir Marktpreise liegen um so viel über den Stall preisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichts Verluste, Hoesen und Händlergewinne in fid schließen. In der Karwoche wird der zweite Mark am Mittwoch, den 12. Avril 1922, abgehalter in de- Woche nach Ostern findet der Hauptmark: am Dienstag, den 18. Avril 1922 unb bet zweite Markt am Freitag, den 21. Avril 1922, statt.

Frankfurter Getreide-Börse.

Frankfurt a. M., 10. (April. Die Ge­treidebörse wird durch die unsichere Haltung der ausländischen Zahlungsmittel mehr oder weniger beeinflußt 5M Geschäft ist wesent-

Die Untemehmu-gslust erstreckte sich auf ein-1' ch ruhiger geworden, da die Käufer zurück- zelne Sp^ia Pa le re. Am 'De ijen markt giig c dheater £e-orten s nd. Die Forie.ungcn rujig zu Jn ben Bormi ta]» tu.iben trat eine leitete Hal.ung ein, die aber spater wieder schwan­kend wuroe. Der Dollar ward« mit 309, 30», 302 bis 299 genannt Im freien Verkehr war das Gefd-äst etwas leb xU er. Dcu sche Petro­leum 21502175. S ö.ticht Gummi 490. Decler- S.ahl 485, Benz 615. Iu ius Sichel 700. Gebr 5a e 740. In Au »land werten war das Ge- jchaft re hält i ma ig ea tiger. Unter de t Mon- tanatiied sanden Ove. de aal größere Beachtung, sonst ging es auf diesem Gebiete weniger lebhaft ;u. Mas '.inen- u-.b Metallwerte waren höhet vei bc)d) ibenen Llmsährn. F ir chemi che Aknen

Amstd.-Rotterb. 1163 ,4011664,60114^5,6511464,35

------- 211-,d0-----------

(In einem Teil ber Auflage wiederholt.) Die englische Presse

zur Eröffnung der Konferenz von Genua.

London, 10. April. (WTB.) Zu der heu­tigen E.össnu g der Genueser Konferenz schreibt Ge.wia imObserve r ", immerhin tonne es möglich sein, dast Lloyd (jkorge nach Genua komme mit H lnden, die durch die Entente u'.tb Frankreich geburtben seien Durch ein Bünd­nis mit den Konservativen zeige er, datz er keinen überraschenden und energt ch n Schlag wage. Lloyd Geor.es polnische Erfolge h.t en in den letzten 2 Monaten so abge.wmmen, datz rr sich einen groben Erfolg sichrrn odrr gestürzt wc - den müsse. Eu.opa sei zu sehr enttäuscht, im sich noch einmal irrelci en zu lassen.

Daily Expretz" schr i >t aus Genua, es verlaute, bah Ruyland bereit sein werbe, sein grotzeS Heer abzurüsten, wenn Frankreich gleichfalls einer Qlbt-ü.tung zu Lande zustimme. Außerdem toerbe bie Dow:etre.i:rung die ms i- schen Borkriegsschulden a.;erlcnnen unb bafür volle Anerkenimng fordern.

ImS u n d a y E r p r e Ü schreibt Key­nes, wenn man Enttäuschungen vermeiden wolle bann müsse man bie groben Nachteile zugrden, unter denen diese grobe Konferenz liege. Unter der Oberfläche treibe die europäische Diplomatie ihr altes Spiel.

Daily Chronicle" schreibt. tt>enn Rutz- land die Bedingungen ber Alliierten annehme, einschließlich ber Anerkennung ber russischen Schulden, wenn bie Alliierten bie Sow,etiegierung anerkennen würben mb damit bie Verträge, die Ruhland mit den Ranbstaaten. abgeschlossen habe, wenn das russische Heer daraufhin in einem Matze abgerüstet werde, batz bie Nachbarn Rutzlands in bie Lage versetzt würben, entsprechende Matz> nahmen zu ergreifen, unb wenn infolgedessen ein tatsächlicher Friebe unb ein geregelter Hanbelsverkchr zwischen bem Osten unb dem übri­gen Europa wi .'de i her gestellt würde, dann fei ein grober For.sch.itt g macht.

DieTime s" schreibt in einem Leitartikel, alles beute darauf hin, bah bie Deutschen keine Anstrengungen unter.o fe i würden, i re Stellung zu behaupten unb intec ben ehemaligen Siegern Uneinigleit zu säen.

Amerika und Sowjetruhland.

London, 10. April. (WTB)Daily Tele­graph" meldet aus Neuyork, der Washingtoner Berichterstatter derNew QJorf Times" erfahre aus bester Quelle, bah bie Bereinigten Staaten vielleicht bie Sowjetreaierung anerkennen wür­den, wenn die Sntwicttung auf der Konferenz von Genua befriedigend ver aufe und wenn Sowjet- ru^Ianb bieDedin ungen LlohdGeorge; anerkenne unb bas russische Heer auf einen Bruchteil feiner augenblicklichen Stärke herabsetze.

Amerika und die Abrüstung zur See.

Paris, 10. April. (WTB.) Nach einer Havasmelbung aus Washington wirb Marine­sekretär D e m a y sich gegen bie in ber Marinebill festgesetzten Herabsetzungen toenb<n, über bie bem Repräsentantenhaus ein Bericht bor­gelegt worben ist. Er habe erklärt, infolge ber vorgeschlagenen Herabsetzungen würbe bas Der- hältnis der Seestreitkräfte Englands, ber Der- einigten Staaten unb Japans 5:2/*:3 betragen, anstatt 5 5:3. Cs gshc. daraus die Auherdienst- feyung von 5 der 18 Kriegsschiffe hervor, dic den Bereinigten Staaten in Washington zuge- sprochen worben seien.

Die internationale Studentenkonferenz.

Leipzig. 10. April. (WTB.) ®le in­ternationale Stubentenkonferenz nahm folgende Entschließung an: Die Teilnehmer an der Leipziger internationalen Studentenkonferenz halten es für ihre Pflicht, den in schwerer Not befindlichen russischen Studenten mit allen Kräften zu helfen.Sie find bereit, dabei Hand in Hand zu arbeiten. Heber den Weg der Zusammenarbeit werden die Organisationen unmittelbar miteinander verhandeln. Am Sonntag abend gab der Bor­stand der Deutschen Studentenschaft den aus­ländischen Konferenzteilnehmern ein Essen. Der Borsitzende der Deutschen Studenten­schaft. Holzwarth, betonte in seiner Be­grüßungsansprache den Wert menschlichen Näherkvmmens für sachliche Arbeit. Namens der ausländischen Vertreter dankte Mac Adam -England mit sehr herzlichen Worten für die liebenswürdige Gastfreundschaft der deutschen Studentenschaft und betonte, daß die Ausnahme, die sie in Deutschland gesunden, seine Erwartungen bei weitem übertroffen habe, und daß er sich nicht vorstellen könne, daß eine internationale Konferenz von einer Studentenschaft besser vorbereitet werden könnte, als die Leipziger Tagung. Er schloß mit einem Hoch auf die deutschen Studenten.

Wahlen in Salzburg.

Salzburg, 10. April. (WTB.) Gestern sanden in Salzburg die Lanbtagswahlen unb gleichzeitig mit Ausnahme von der Lanbes- hauptstabt auch die Gemeinbewahlen statt. In ben Wahlfttrnps waren eingetre'en dir christ- :ich-nationale Wahlgemeinschaft (Christliche u -br Nationalsozialisten), bie sozialb m kratische Parte- unb bie grohbeutsche Partei. Dis jetzt sind nur bie Ergebnisse für bie Lanbeshauptslabt bekannt. Es wurden 17013 gültige Summen abgeaeben, davon entfielen auf die christlich-nationale Wahl- gemeinschaft 7181, auf dir sozialdemokiatifche Par­tei 6323 und auf dir Grohdeutschen 3609. Danach erhalten die christlich-nationale Wahlgemeinfchaft zwei, bie beiden übrigen Parteien je einen Sitz.