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rrr. 56 Zwettes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, fl. 5ebruar (922

Zen-

und

Hn=

dem

Vermischtes

Privaten, Pfarrämtern uni) aßoffltätigfeitd« ; her ' grobe Pferde schlitten. Er beherrscht darunter 1000 Bande und Handschriften vereinen zu, bis die Nachforschungen einer gegenwärtig ba« ©traßenbilb. Hebnall frort man . Trecento und Zehntausende von dieser Stellen ergaben, datz alle Angaben auf' anheimelndes Schlittengelauie. Die hiesigen Lohn-laus vem ^recenrv mm o j__

die es Mutter Gies« nicht nachtrug, datz sie dir

(Nachdruck verboten.)

26. Fortsetzung.

Nun lack eit Luise:3e nun, Mama, es, Mädchen, bie m, Hegt tm ^anDumox scheint doch, dah es nach Ihren Wünschen gehen | Sollen doch die Wewsleute General werden,

ma-

Die Viehbestände im Freistaale Hessen

Die Blüchernichten.

Noman von HannSvonZobeltitz.

)( Lihberg, 9. Febr. E i n S ch w i n d - ler trieb in den letzten Monaten hier und in der Umgegend sein Wesen. Er kam mit Frau und Kind mittellos hier an und gab an, daß er in Oggersheim in der Pfalz bei einer Fest- lichkeit wegen eines Attentates auf seine Frau mit mehreren Schwarzen der DesatzungSttuppe Streit bekommen und zwei der Angreifer ver­wundet habe und deshalb unter Zurücklassung alles Habs und Guts flüchten und seine übri­gen Kinder bei Verwandten unterbringen mutzte. Da er einen vertrauenerweckenden Ein­druck machte und sehr fleitzig war, flössen ihm auf seine Ditte um Darlehen die Mittel von

chen's vielleicht am besten i Potzblih! So kommt die Lore schon auch noch an die Neih'. Werd s dem von Dause sagen, sobald ich drautzen bin. Ter toirb sich freuen, der verliebte Stint!"

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* DaS Amtsverkündigungsblati Ur. 19 vdm 10. Februar enthalt: SnmclDung von Dergteerkskonzessionen in der Türkei, China und Bulgarien aus Anlah der Durchführung der Be­stimmungen des Artikels 260 b«3 FriedenSver- träges. Sicherstellung von österreichischen und ungarischen Dorkriegs-Staat5schulbverschreibun- gen. Laufende Teuerungszuschüsse an Schwer­kriegsbeschädigte ufto. Kriegergräberfürsorge Rabenplage. Dienstnachrichten.

dem Herrn Feldmarschall. Durchlaucht. seine Der- lobung gemeldet und hat alles erzählen müssen. Worauf der Blücher sich lustig aut die Schenkel klopft: »Also ich alter Krirgsgirgel werd' ab­geschlagen mit Paulen und Trompeten, und das Mädchen, die Luise, siegt im Handumdrehen.

ter-Seibertenrod.

Kreis Friedberg.

Sin wertvoller Fund.

Berlin, 10. Febr. DemD.T." wird aus Rom gemeldet, dah in der fequeftrierten deutschen DillaGünther" in Gar- dvne am Garda see bedeutende wissen­schaftliche Schätze entdeckt und kvnfisziett tour-

Schwindel beruhten. In die Enge getrieben, verlieh er plötzlich die gastliche Stätte unter Mitnahme des Rucksackes eines seiner Ar­beitskollegen. Da er gewitz das Feld feiner Tätigkeit anderswo unter Aenderung feines Namens (hier nannte er sich Josef Münch aus Oggersheim) wieder eröffnen wird, sei ein­dringlich vor ihm gewarnt.

Kreis Schotten.

lg. Gedern, 9. Febr. Am Sonntag feierte die hiesige Einkauf sgenvs sen- schaft ihr lOjahrigeS Bestehen unter großer Beteiligung ihrer Mitglieder. Entstanden aus kleinsten Anfängen, hat der Verein jetzt eine Mitgliederzahl von 188 erreicht. Mit der Feier waren Verlosung und Tanz verbunden. Zur ersteren hatten zahlreiche Lieferanten der Kon­sum-Vereinigung wertvolle Geschenke beige­steuert. Das hiesige B e a m t e n k a r t e l l richtete für feine ortsansässigen Mitglieder im Verein mit den Arbeitern, Kleinrentnern und Kriegerwitwen ein Gesuch an dieFürst - liche Kammer Stolberg - Wernige­rode-Gedern mit der Ditte um Abgabe von Drennholz zum Tarifpreise. Auch hier halten sich die Brennholzpreise auf einer Höhe, wie sie von der Allgemeinheit nicht gezahlt werden können.

e. Rainrvd, 8. Febr. An Stelle des seithettgen Rechners Otto Carle wurde der Landwirt Wilhelm Straub III. zum Rech­ner der hiesigen Spar - und DarlehnS-

sehr bestimmt.

Noch ein paarmal möchte die Giesin auffahrrn unb aufbegehren, doch Luise lätzt nicht locker, nicht mit den Händen, nicht mit Worten. 3|t jetzt febr ernst, spricht ganz offen von ui.angebrachtem Starrsinn, sagt sogar: .Wenn nun meine liebe Frau Schwiegermama auch Einwände gehabt hätte? An Gründen hätt's ihr nicht gefehlt. Doch sie hat ihre Arme weit offen gehalten . .

Ter hüllende Schleier ist herabzesunlen, wäh­rend sie so eifrig spricht. Und die Mutter m-ifj immer wieder auf das große rote Brandmal schauen. Immer wieder. __

taffe gewählt.

c. Stu mpertenrvd, 8. Febr. In den um zwei Mitglieder erweiterten Vorstand der hiesigen Landwirtschaftlichen Be­zugs- u. Absatzgenvssenschaft wur­den gewählt Heinrich Schneider I. Heinrich Finkernagel T., beide von

kutscher hatten zum Teil die Tage her reichlich Derdienstm5giichk.il. indem viele Kurgaste Schiit- tenpartien In die Umgebung unternahmen. Gegen­über dem Rvdelsport tritt das Schlittschuhlaufen auf dem groben Teiche stark zurück.

Starkenburg und Rheinhessen.

e. Offenbach a. M., 8. Febr. Nach einer Bekanntgabe der Flcischerinnung werden die Fleisch - und Wurst preise ab heute wiederum erhöht. Darnach kostet jetzt: Ochsen- und Rindfleisch, Kalb-, Hammelfleisch, Rindswurst unb Hackfleisch 22 Mk., Schweine­fleisch mit Zugabe 30 Mk.. Kotelett 32 Mk., Rindsfett, ausgelassen, 26 Mk., Sjausmadjcr Leberwurst 30 Mk., extra Wurst 28 Mk., Fleischwurst 26 Mk., Blutwurst 24 Mk., ge­wöhnliche Leberwurst 18 Mk., argentinisches Gefrierfleisch 16 Mk.

Hessen-Nassau.

Nassauischer Städtetag.

fpd. RüdeSheirn, 9. Febr. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Voigt- Frankfurt a. M. hielt hier der HauptauS- schutz des Nassauischen Städte­tag e S eine zweitägige Sitzung ab. Er be- schlotz, gegen die Einschränkung deSLehrer- w ah l rechts der Städte zu protestieren und die zwangsweise Einführung der Konrektor­stellen abzulehnen. Mehrere Gemeinden ha­ben sich geweigert, an die Lehrer BesatzungS- zulagen zu bezahlen. Infolgedessen wurden ihnen die Reichs- und Staatsbeihilfen ge­sperrt. Der Hauptausschutz empfahl diesen Ge­meinden. die Beihilfe unter Protest mit dem ausdrücklichen Verlangen weiter zu bezahlen, dah der Staat die Gesamtkosten für die Wirt-

schaftsbeihllfe übernimmt. Bürgermeister KrüSmann-Limburg berichtete über bie Wvhnungsbauten und kam zu dem Er­gebnis, dah die Gemeinden am Ende ihrer Leistungsfähigkeit seien und nur noch mit Staatshilfe bauen könnten. Das Anleihe­wesen der Gemeinden soll auf dem nächsten Städtetag besprochen werden. Im allgemeinen warnte man bei der stark entwerteten Kauf­kraft der Mark vor der Aufnahme von Dar­lehen. Die Verhandlungen über die Desol- dung der Gemeindebeamten sollen weiter geführt werden. Dr. Nürnberg- Frankfurt betonte in einem Vortrag die Not­wendigkeit und Zweckmäßigkeit der D e - zirkswirtschaftsräte. Wegen Heber* führung der Trägerschaft der gewerb­lichen Fortbildungsschulen auf die Gemeinden soll eine besondere Kommission mit der Regierung verhandeln. Weiter beschlotz man den gegenseitigen Austausch von Kries- notgelo zwischen den einzelnen Gemeinden und Heberweisung dieser Scheine an ein Mu­seum. Die nächste Hauptausschutzsitzung findet im Mai 1922 in Eronberg, die Hauptver­sammlung des Städtetages im September In Marburg statt.

In den Mitteilungen der Hessischen _ tralftelle für die Landesstattstik werden die Ergebnisse der letzten Viehzählung vom 1. De­zember vottgen Jahres veröffentlicht. ES er­gibt sich aus dieser Zusammenstellung, dah in der Viehhaltung die Provinz Oberhessen

Nun ist nach aller Aufregung wieder Rihe in Berlin eingezogen. Ruhe vor dem Sturm.

Ter Feldmarschall war schon am Rhein, wo sich die preutzische Armee sammelte und sich tang- sam ins Belgische hineinfchob. während der Eng­länder. der Herzog von Wellington, feine briti­schen Divisionen, niederländische Regimenter, wackere deutsche Hilfstruppen, Braunschweiger zu­mal, um Brüssel zusammenstellte.

Die Nachrichten sind sehr langsam gegangen. Die Zeitungen hatten schwere Zeil, hinkten immer nach, Don Napoleon und dem, was er vorhatte, wutzte man wenig. Wenig in Berlin, und wenig sogar in den Hauptquartieren. Nur dah er wreder auf dem Thron in Paris satz, wieder Empereur war, und datz er rüstete: das wuhte man.

Als die Diesig ei:'.es Abends bei den Dttg- lichtern um den runden Tisch zusammensaben rnd Scharpie zupften, sollte Lulse aus der ^ossischcn das Neueste vom Neuen vorlesen. H.nd so Las sie dast der Pariser .Moniteur", das Haupt- sta'ats- und Lügenblatt, nacheinander gemeldet hatte, dah das H n g e h e u e r am 26 Februar die Insel Elba verlassen. Da^ber R au der am 30. in Eames gelandet. - Dab der Hs ur- pa t o r in Grenoble eingezogen. Datz der Korse am 11. März in Lyon von den ^Hor­den feierlich empfangen worden fei. Dab der furchtbare Rivale der Douroor^ sich m Fon­tainebleau befinde, in demselben Gemach, m dem er seine Ab^antu-g unterzeichnet, und eidlich. Seine Majestät der Kaiser trifft morgen, am 20. März, bi den Tuilerien ein.

Hat Mutter Giese mit der fleißigen harten Hand auf den Ti'ch gstchlagen: Hnler Blücher wird ihm den Empereur schon versalzen!

Diel und oft sprachen sie vom Feldmar- schalt. Manchmal kam ja auch die Frau Fürstin.

fan allgemeinen und der Kreis Gietzen im besonderen recht günstig abschneiden. An Pferden wurden gezählt in Oberhessen 22 443, in Starkenburg 20 184 und in Rhein­hessen 14 686; im Kreise Gietzen 4159. Der Kreis steht damit im Lande an zweiter Stelle und wird nur vom Kreise Friedberg über­troffen. der 6057 Pferde aufwies. An Rind­vieh gab es in Oberhessen 133 158 Stück, in Starkenburg 93 720, in Rheinhessen 46 197; die Zahl für den Kreis Gietzen lautet hier 27 541. womit der Kreis alle an­deren übertrifft; am nächsten kommen Als­feld mit 25 002 und Friedberg mit 22 589 Stück; die niedrigsten Zahlen sind 5413 für Mainz und 6221 für Darmstadt; in Obe r he ssen hat den kleinsten Rindvieh­bestand der Kreis Schotten mit 18 259 Stück. An Schafen wurden gezählt in Oberhessen 56 275 Stück, in Starkenburg 20 689 und in Rheinhessen 979. Hier steht der Kreis A l s f e l d mit 10 888 an der Spitze, an zweiter Stelle folgt Gietzen (10 578). an dritter Düdingen (10 315); die kleinste Zahl überhaupt hat Dingen mit 80. in Ober- Hessen Friedberg mit 7698 Stück. S chweine wurden gehalten in Oberstes- se n 120 315, in Starkenburg 106 612, in Rhein­hessen 59 030. Die Höchstzahl hat hier Fried­berg mit 29 344, Gietzen folgt mit 27 435, Düdingen mit 21922; die kleinste Zahl überhaupt lautet für Dingen auf 6866, in Oberhessen für Schotten auf 10618. Ziegen wurden am meisten in Starkenburg gehalten, nämlich 87 197 Stück; in Ober- Hessen 38 432. in Rheinhessen 33 673. Die Höchstzahl ist hier Offenbach: 15 728, die kleinste Schotten 2287; im Kreise Gietzen wurden 8889 Stück gezählt. An Feder­vieh gab Ss In Oberhessen 55 030 Gänse, 11 265 Enten und 458 835 Hüh­ner; die entsprechenden Zahlen für Starken­burg lauten 65 562, 13 928 und 525 228; für Rheinhessen 42142, 9291 und 359 008; im Kreise Gietzen wurden gehalten 11287 Gänse. 1836 Enten und 113188 Hüh­ner. Dienenvölker gab es in Oberhes­sen 9648 mit beweglichen. 1344 mit unbe­weglichen Waben, für Starkenburg lauten die Zahlen 9191 bzw. 2677, für Rheinhessen 7112 bzw. 968; im Kreise Gietzen gab es 1909 bzw. 234 Völker. An Kaninchen wurden in O b e r he s s e n 36 895 Stück, in Starkenburg 38 795 und in Rheinhessen 18 144 Stück ge­zahlt; im Kreise Gietzen 8511.

^Bad-Nauheim, 9. Febr. Hnsere Dade- stadt steht seit Sonntag ganz im Zeichen des Wintersports. An den verschiedensten Enden haben sich Rodelbahnen auf getan, auf denen sich jung und alt tummelt Der stärkste Betrieb herrscht an der sehr langen Dahn am Johannis­berg, die auch von autzerhalb täglich besucht wird. Stark vertreten sind vor allem Sport­lustige aus Friedberg. Dfa die Dahn mehrere Kurven auf weist, bietet sie dem Sportler mancherlei Reize und den zahlreichen Zuschauern häufig Gelegenheit zu amüsanter Hnterhaltung. Der hiesige Sportverein hat seither die Ord­nung aus der Bahn aufrechterhalten. Leider ist die Rodelbahn seit gestern an manchen Stellen stark vereist, so datz ihre Benutzung für den Nichtkundigen mit Gefahren verbunden ist. Es ereigneten sich gestern allein fünf schwere Unfälle, alles Arm- und Beinbrüche, die Heberführung der Betroffenen ins Krankenhaus erforderten. Nachdem die Polizei die Benutzung des oberen Teils der Sttecke untersagt hat, wurde heute auf dem weniger gefahrvollen Teile weiter gerodelt. Hnglücksfälle ereigneten sich heute nicht. Grober Spor tbetrieb herrscht auch auf dem Winterstein. Neben Rodlern sind dort auch Skiläufer zahlreich vertreten. Für Rodel- und Säsport sind dort die Verhältnisse äußerst günstig. Die hiesigen Schulen machten zur groben Freude der Iugend bereits zweimal rodelfrei. Ein Verkehrsmittel, das fast in Vergessenheit geraten war hat sich wieder volle Geltung verschafft:

Ein Opfer deö Eisenbahnerstreiks.

2S Bad-Nauheim, 9. Febr. In... am Westabhange des Wintersteins dicht an der hessischen Grenze gelegenen preutzischen Orte Friedrichsthal wird seit dem 2. Februar der Schuhmacher PH. Odenweller vermiht. Er war geschäftlich in Frankfurt gewesen, mutzte aber die Heimreise infolge des Cisenbahnerstreiks zu Futz antreten. Unterwegs ist er in Köppern noch gesehen worden. Nachforschungen undStreifen durch die Taunuswälder waren biS jetzt ergebnis­los. So kann noch nicht gesagt werden, ob ein Verbrechen oder Tod durch Erfrieren vorliegt.

hätte.

Kirchen st euer. Der Evangelische Ge- samtkirchenvorstand bittet uns um Ausnahme fol­gender Erklärung: In den letzten Tagen und Wochen haben die Bewohner unserer Stadt ihre endgültigen ReichSeinlommcnsteuerbeschelde f ü r 1920 erhalten. Es findet sich daraus auch em Betrag für allgemeine und örtliche evangelische Kirchensteuer für 1920. Die allgemeine evange­lische Kirchensteuer beträgt 6 Proz., die örtliche evangelische Kirchensteuer 5 Proz. der Reichs- einlommenfteuer. Die Festsetzung und Erhebung der Kirchensteuern erfolgt tür 1920 zum erstenmal auf Grund der neuen Reichssteuergeseye Die ört­liche Kirchensteuer wurde bereits in einem Zeit- punkt bei dem hiesigen Finanzamt angemeldet, und mit 5 Proz. festgesetzt, in dem die Veran­lagung der Reichseinlommensteuer noch nicht be­endigt und daher ihr Ertrag noch nicht zu über­sehen war Fehlgrisfe in der Hohe des not­wendigen Zuschlags konnten daher leicht vor- lommen und dürfen weder dem Finanzamt noch uns zur Last gelegt werden. Es hat sich nunmehr nach Beendigung der Veranlagung herausgestellt, dah ein 5proz. Zuschlag zur Reichseinlommen­steuer den Gesamtbedarf an örtlicher evangelischer Kirchensteuer in 1920 weit übersteigt. Wir wären mit einem geringeren Zuschlag ausgekornrnen Der Mehreingang in 1920 wird selbstverständlich in 1921 und 1922 nach dem Kirchenvoranschlag ver­wendet werden. Der vorläufig auch in 1921 zu erhebende Zuschlag an örtlicher Kirchensteuer wird bei der enbgültig?n Festsetzung des Zuschlags für 1921 wes ntlich herabgesetzt werden können, so datz bei der Zustellung der endgültigen Steuerbescheide für 1921 (etwa im Sommer 1922) eine Rück­zahlung zu viel bezahlter örtlicher Kirchensteuer- betrage erfolgen mutz.

Der Mitteldeutsche Sänger- verband hielt kürzlich im Hotel Kobel eine Vertreterversarnrnlung ab, die sich mit der weiteren Ausgestaltung des Verbandes und seinen nächsten Aufgaben befaßte. Im all­gemeinen wird an den bewährten Einrich­tungen festgehalten werden, deren Ergebnisse auf den DerbandSfesten in Gietzen (Mendels- svhnferer), Duhbach, Lollar, Lich, Srotzen-Lin- den sowie auf den Sänger- und Dirigenten­tagen bei allen Verbandsangehörigen in bester Erinnerung stehen. Einzelne zweckmäßig er­scheinende Aenderungen in der Organisation des Verbandes werden einem am 19. Februar ebenfalls im Hotel Kobel stattfindenden Ver- bandstag zurBeratung und endgültigen De- schlutzfassung unterbreitet werden. Für den 14. Mai ist eine Sängerfahtt nach Lollar ge­plant; ihre Vorbereitung hat die dorttge Sän- gervereinigung übernommen.

Landkreis Gietzen.

* Beuern, 8. Febr. Hm daS Andenken fei­ner 22 im Weltkriege gefallenen Mitglieder zu ehren, errichtete der Gesangverein ,Lie­derkranz" in seinem Vereinslokal eine Ge­denktafel, die am Sonntag feierlich eingeweiht wurde. Die Tafel enthält außer den Namen auch die Bilder der Dahingeschiebenen. Nach der Be­grub ungsansprache durch den Vorsitzenden hielt Pfarrer Wagner eine Weiherede. Entsprechend gewählte Ehöre umrahmten die Feier.

Kreis Büdingen.

Aus Stabt und Land.

(Sieben, den 11. Febr. 1922.

** Beschränkte Beitragserstat- tun g bei Heirat. Einen Anspruch auf Er­stattung der Hälfte der Beiträge Aur Angestellten- versicherung haben weibliche Versicherte, wenn sie infolge ihrer Verheiratung aus der versicherungs- pflichtigen Beschäftigung ausscheiden. Dies gilt aber nur dann, wenn die Wartezeit abgelaufen ist. Nach einer neuen Entscheidung des Ober­schiedsgerichts ist dieser Anspruch aber nicht ge­geben, wenn die Versicherte vor dem Inkrafttreten des Reichsgesetzes vom 31. Mai 1920 au6 einer versicherunassreien Beschäftigung ausgeschiedeni ist, weil sie die damalige Gehaltshöchstgrenze von 7000 Mark überschritten hatte. In dem betreffenben Falle waren 80 Pflichtbeiträge und zwei freiwillige bis zum März 1920 entrichtet to-orben. Seit dem 1. Februar 1920 hatte der Zahresarbeitsverdienst 7300 Mark betragen. Der Rentenausschuh Berlin wie das Oberschieds-

Drautzen will die Giesin grab in die Küche geben. Sie hat eingetauft, war auf dem Wochen­markt an der Gertraubenbrücke, trägt einen schweren Sack, Kohl unten, oben ein paar grobe Fischköpse aus dem Netz schimmernd. Atmet ha­stig die Stiegen wurden ihr mit der Last doch nicht mehr so leicht, wie ehedem.

Luise will ihr den Marttsack abnehmen, doch sie wehrt sich. Ader Luise hat feste Hände, siegt gegen die Abwehr, brückt bie Mutter sanft auf den Küchenschemel nieder, beginnt: .Können nicht ahnen, Frau Mutter, wer horten drin ist. Wilfs brrnn gleich sagen: ber Kapttan von Neblitz mit dem lieben Fiekchen."

Möcht bie streitbare Frau hochsahren doch die Hände von Lui e ruhen mit gle'ch "astigem Druck auf den breiten Schultern, und fie spricht weiter Don den beiden nebenan, von lyrem Glück unb Hnglück, von ihren Hoffnungen unb Wünschen, und datz bie Frau Nkatter unrecht hätte unb jetzo, wo ber Kapitän für König unb Daterlanb in ben neuen Krieg zöge, r.achgeben müsse. Sie spricht sehr ehrerbietig, aber auch

fDtl, hübsch der Reihe nach. Die Aelteste ist fort, können also bie andern herankommen"

Tu vergibt bie Zilie," wirst bie ®iefin heftig ein, wie um sich am eigenen Willen feft- zuNammem.

,Julie? Das ist doch eine Sach' für sich.' Die Julie, schätze ich. lätzt nicht los von ihrem Di° comte Hnb ich fürchte, datz sie dadrum ganz ledig "bleibt. Wirb eine liebe, alte Jungfer blei­ben unb willkommene liebe Tante für uns unb, will'S Gott. Kinder unb KindeSiinber. Darunter aber dürfen Sie bie andern nicht leiden lassen. Das dürfen Sie nicht Hnb sie lätzt enblich bie breiten Schultern frei, schiebt bie Hänbe in­einander unb fleht: .Ich bitt Sie inständigst, Frau Mutter!"

£ie Giesin sieht immer noch auf bas schone Gesicht mit dem stammenden Brandmal

S.e schüttelt zwar den Kopf. 2L-er Plötzlich steht fie auf: .Also, mein Kind, was willst da, datz ich tu?"

Fällt ihr bie Tochter um den Hals, kutzt auf die Runzeln der hatten Wangen: »Hinüber- gehen unb ben beiden den Segen geben!

Da lätzt bie Mutter erst noch ben Kopf ein wenig hängen, reitzt sich barm das Tuch vom grauen Scheitel, geht mit polternden Schritten, dah ber Boden dröhnt. Die Luise aber hu chl hinterher auf ganz leisen Sohlen, und ihre Augen leuchten. Sie muh wieder an ihren Franzt Leuten. Der würde gewitzlich sagen: .Hast da halt recht gemacht!"

Also konnte die Giesin in der nächsten Nummer ber Doh bie zweite Derlobung anzeigen: von Fräulein Sophie von Giese mit dem König­lichen Hauptmann unb Adjutanten Herrn Werner von Nedlitz. Noch vorher aber hat ber Kapitän

Avantgarde" hatte addlihen lasten; manchmal brachte sie sogar einen ber schönen Briese mit, bie ihr Blücher geschrieben. Immer schrieb er Io liebevoll von feinem fchwerkranken Sohn, bem Franz.

da bin ich nun den Rhein Passirt, sitze an sein Ufer blicke zurück in bie Vergangenheit unb benfe in ber zu tunst, recht Watz tröstliches Will mich nicht einleuchten, mein unglücklicher Frantz steht mich beftenbig vor Augen . . . meine Reise ist bisher ohne Unfall von statten gegan­gen, morgen gehe ich nach Lüttich, wo ich mein Haüptpuattier finde, rod; sind keine Feindseh» ligteiten vorgefallen, lange dürften sie wohl nicht mehr ausbleiben, ich kann nicht g'.aubzn, datz wir viel zu tuhn bekommen, inbef e.i häuft sich eine grotze Masse von Menschen unb die tauber werben toieber verzehrt werden ... Ich bin mit Freuden von die Truppen Smp7an-en worben, unb ich glaube datz wir ben Kcig tomn er be­ginnt balde beendigen werben, bie Armeh ist muthvoll und im Schönsten Stande . .

Sagt das freche Ding, bie Lore, p^hllch: 5er Herr Oheim mühten eigentlich noch mcu in die Schule. Mit der Otthvgraptzie haperfs." Woraus man sie aber von allen Seiten mit ent­setzten Augen angesehen hat: nur bie graj Fürstin hat milbe gelächelt: »Du Kinbskops! Mem Gerhard Leberecht kann schreiben, wie er teilt bleibt darum doch ber einzige grotze Blücherl Watt's übrigens nur ab: dein Bau e totrö in Schlesien auch kaum eine be fere Schi'.e gehabt haßen, als meiner in Mecklenburg!" Woraus die Lore knallrote Ohren gefriegt, denn ihr ist mx* gefallen, dah der Lexi in seinem letzten heim­lichen Brieflein von einem »Coup" geschrieben, ben er zu machen gedacht, datz aber aus dem »Coup" mir nichts dir nichts ein »Kuh" ge­worden war.

s Fortsetzung folgt)

I gericht wiesen den Anspruch zurück. Die Erhöhung | ber De Haltsgrenze teure erst später erfolgt, so datz f sie keine Wirkung mehr auf diesen Fall gehabt