Ausgabe 
9.10.1922
 
Einzelbild herunterladen

Amtliche 31 otierun

Vx Ctiobev

14476x50 4454*50 4505*90 45147x10

bamate schon bemerkbaren Entwertung

daran festzuhalten fei, die elektrische

Rund

L1

UTT«

Um-

serer ständen

:N7O6,2O 33833.80

«590,40 9009,00

1655H.40 *E4O X»l&90 932810

Der Provinzialtag über die Durchführung des Vauprogramms der elektrischen Ueberlandanlage

OEGEA-SDAPGLUH KÖPPER

VERSORGEN LAUT WISSENSCHAFT- LKLMEQ FESTSTELLUNG EINE GASERSPAQMiS VON 2S2S

. . 85204.00

9077,80

Geld 177x34,40 sr>9i*- 9777,70 10870,60 41KU.10

London Baris Schweiz Spanien Italien Ltssabon-Ovorto Dancinark . . . . Norwegen . . . . Schweden . . . . ÖelnngsorS. . . . ilieuuork......

Deuisch-Oesterr.

Budapest Prag Sofia

38038.

57337;»

2157^30

3,07

85.09

7394,90

gen.

7. Oktober

Bries 15667x70 85435,40

9697,20 1659L60 40590,!» 33OK1.1O

$046x91'

Datum:

Antw-Brüssel Holland....

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Eine Verzögerung im Rathenauprozeß.

Leipzig, 7. Oft. (WTB.) 3m Ra» thenauprvzetz wurde die heutige Sitzztng auf Montag vertagt, da die Angeklagten Günther und Warnecke, wie der Vor­sitzende ausführte, durch irgend einen An­fall, der noch nicht aufgeklärt fei, ernst- l i ch erkrankt und v e rh a n d lu n g s u n- fähig feien. Wie es heißt, haben Günther und Warnecke von vergifteten Prali­ne es gegessen, die ihnen gestern zugeschickt worden sind.

Wiederaufnahme der Konferenz von Mudania.

London, 7. Oft. (WTB.) Einer Ex­change-Meldung auS Konstantinopel zufolge ist die Konferenz von Mudania wie­der aufgenommen worden. Die Alliierten hät­ten es abgelehnt, den kemalistischen Streit­kräften freien Durchzug durch Thrazien vor Abschluß des Friedens zu gestatten. Die Lage bleibe gespannt.

Die notleidenden Kleinrentner.

Berlin, 7. Oft. Der Stadt Berlin sind aus Staatsmitteln 57 Millionen Mk. über­wiesen worden, die den in großer Notlage be­findlichen Kleinrentnern, Sozial­rentnern, aus öffentlichen Mitteln Anter- stützten und allen wirtschaftlich ähnlich gestell­ten Kreisen zugute kommen sollen.

3903!^

7x8458,50

5005-

222730

£08

89,84

753230

Kirche und Schule.

** Erledigte Schul st eilen. Erle­digt sind: eine Lehrerstelle für einen ev. Leh­rer an der Volksschule in Wixhausen, zu­ständiges Kreisschulamt Groß-Gerau. Dienst­wohnung ist nicht vorhanden. Wohnung für einen unverheirateten Lehrer kann beschafft werden; eine Lehrerinstelle für eine evang. Lehrerin an der Volksschule in Rüssels­heim, Kreis Groß-Gerau. Wohnung für eine alleinstehende Lehrerin kann beschafft werden. Dienstwohnung ist nicht vorhanden: eine Leh- rerinstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Biebesheim, Kreis Groß-Gerau. Wohnung kann beschafft werden, doch nicht für einen ^vollständigen Haushalt; eine Lehrerinstelle für eine katholische Leh­rerin an der Volksschule in Groß-Gerau. Wohnung für eine alleinstehende Lehrerin kann beschafft werden; eine Lehrerinstelle für eine katholische Lehrerin an der Volksschule in Walldorf, Kreis Groß-Gerau. Dienst­wohnung ist nicht vorhanden. Wohnung für eine alleinstehende Lehrerin kann beschafft werden.

Lomdarven 1575. Philipp Holtzmann 910. Me» guin 1600. Vernachlässigt blieben Montan- Papiere Auf dem Markt der unnotierten Werte wurden u. a. folgende Kurse genannt: Decker-Stahl 920, Ufa 430. Der Schluß ge­staltete sich ruhig bei fester Tendenz.

Frankfurter Devisenmarkt.

Die Reichsbank am Quartalswechsel. ' 330 Milliarden Mark Papiergeld.

Brief 15565,40 8608«,-

9797,30 16904.40 1191090

ZanDel.

Frankfurt a. M^ 7. Oft. Börsen­stimmungsbild. Die Börse blieb heute für den offiziellen Verkehr geschlossen. Es wurden Devisen und Roten amtlich notiert. 3m Vormittagsverkehr stellte sich der Dollar auf 2230. An der Börse stellte sich die Rotiz auf 2200. 3m Effektenverkehr von Bureau zu Bureau waren es hauptsächlich Valutapapiere, welche durch regere Amsätze in Frage kamen. Starkes Interesse bestand besonders für Ota- viminen, 10 07510 100. Entreprises 20 400 bis 21 000. Deutsche Petroleum waren bevor­zugter 25752625. Türkenwerte lagen ruhig, Zvlltürken 1625. Höher stellten sich 5proz.

Weib 15K14.30

Zahlungsmittel unter allen

Rach dem jetzt vorliegenden Ausweis vom 30. September batte die ReichSbank zum VierleljahrSschluß, wie zu erwarten war, außer­ordentlich großen Ansprüchen zu genügen. Der Bedarf an Krediten sowohl wie an Zahlungs­mitteln übertraf während der Dcrichtswoche jedes bisher beobachtete Maß. Die gesamte Kapi­talanlage ist um 63,3 aus 400,5 Milliarden Mark, die bankmäßige Deckung allein um 68,2 auf 400 Milliarden Mark angewachsen. Von die­ser Zunahme entfielen 61,1 Milliarden Mark auf Reichsschahanweisungen und 7,1 Milliarden Mark auf Geschäftswechsel. Von den beanspruchten Kre- ditbctragen flössen im ganzen 38,3 Milliarden Mark den Konten der fremden Gelber zu, die damit auf 110 Milliarden Mark an wuchsen; der Rest wurde der Bank fast ganz in Form von Zahlungsmitteln entzogen. An Banknoten und Darlehnskassenscheinen zusammen mußten in der letzten Woche des September 2 6,3 Milliarden Mark neu in den Verkehr gegeben werden 3n der letzten Zuniwoche wurden insgesamt 12,2 Milliarden Mark aus- gegeben. Der Danknotenumlauf schwoll um 26,2 Milliarden Mark auf 3 1 6,9 Milliar­den Mark an, während sich der Umlauf an Darlehnskassenscheinen um 149,1 Millionen Marr aus 14 Milliarden Mark ausdehnte. Bei den Darlehnslassen nahm der ge­samte Darlehnsbestand beträchtlich ab, nämlich um 5,3 Milliarden Mark auf 35,9 Milliarden Mark. Einen dieser Abnahme entsprechenden Betrag an Darlehnslassenscheinen gab die Reichsbank an Me Darlehnstasse zurück, demzufolge sich die Be­stände der Bank unter Berücksichtigung der in den Verkehr gegebenen Summen auf 21,8 Mil­liarden Mark verminderten.

Neue Preise für Stickstoffdünger.

Berlin, 7. Oft. (Wolff.) Die mit Wirkung ab 1. Oktober beschlossene Erhöhung der Kohlen» preise hat eine entsprechende Erhöhung der Stickstoffpreise im Gefolge. Die neuen Preise für Stickstoffdünger sind deshalb die fol­genden: Per Kilogramm Stickstoff im schwefel- sauren Ammoniak nicht gedarrt und nicht ge­mahlen 297,90 Mk., gedarrt und gemahlen 305 Mark, im salzfaurcn Ammoniak 297,90 Mk., im Kaliammonsalpeter 297,90 Mk. Daneben wird der Kaligehalt mit den für Kali in Ehlorkalium für die jeweilige Abladung geltenden Preisen in Rechnung gestellt, im Natronsalpeter 359,30 Mk., im Kalistickstosf 265,10 Mk. Diese Preise gellen für alle seit dem 1. Oktober abgerollten Sendun­gen Auch nach der Erhöhung bleibt der Preis des Onlandstickstosf-Düngers bei dem heutigen Markst an de noch unter der Hälfte deS Weltmarkt­preises. Die Werke waren am 1. Oktober ohne Bestünde 3n den letzten Tagen ist die Verkehrs­lage schwieriger geworden.

Berliner Produktenmarkl.

Berlin, 7. Oft. (Wolff.) Das Hauptmerk­mal des heutigen Produktenmarltes war das fast vollständige Fehlen des Angebots aus erster Hand Das Mehlgeschäft verlief ohne besondere Anregung und die Forderungen gehen weit aus­einander. Für Weizen und Roggen hält dic Kauflust der Mühlen an, findet aber keine Be­friedigung. Gerste und Hafer waren trotz hoher Gebote kaum zu kaufen, und auch für Mais, Futtermittel und andere ®etreibearten hielt die beträchtliche Preissteigerung an. zu der auch wie immer die Festigkeit am Devisenmarkt beiträgt.

379(52,-

57242,79

2152,70

2,97

84,91

7380,11)

<Eigener Bericht des Gießener Anzeigers)

Dn. Gießen, 7. Oktober.

3m Sitzungssaale des Regierungsgebäudes trat heute der Prooinzialtag der Pro­vinz Oberhessen zu einer außerordentlichen Tagung unter dem Vorsitze des Provinzialdirek- torS Ma tthias zusammen. Einziger Punkt der Tagesordnung war eine Aussprache über bie Durchführung des BauPro­gramms der elektrischen Aeberland- anlage.

Provinzialdirektor Matthias leitete die Beratungen mit einem längeren Refe­rat ein. Er führte aus:

Am Schlüsse des letzten Provinzialtages, als wir den Voranschlag berieten, ist aus­drücklich beschlossen worden, daß trotz der

Büchcrtisch.

Werner Hansen: Firdusis Ko­ni g s b u ch. Hanseatische Verlagsanstalt, Ham­burg 36. Die Sagen des Ostens, um 3tan und Turan, sind zu einem gleißenden, funkeln­den Geschmeide gewirkt durch das große Heldenepos des Schahnameh, des Königsbuches des Persers Firdusi. Werner Hansen hat den Kern, das bleibende aus dem Königsbuch Fir- dusis herausgeschält. Mit strenger Sachlichkeit gibt er den Inhalt. Ganz knapp in Sah und Wort, aber jeder Sah prägt eine Welt und füllt die Phantasie mit groß geschauten Bildern. 3n Rustems treu dienenden Heldentum ist deutsche Treue, in seinem Kampf mit dem Sohn Svhrab. den er erschlägt, deutsche Tragik, Sijawusch, der Herrliche, ist eine Siegfriedsgestalt.

Der Marienkantor. Roman von Johannes Hohn. Hamburg 1922. Ouickborn- Berlag. Johannes John zeichnet auf düsterem Grunde ein liebliches, fein abgestimmtes Kultur­bild aus dem Anfänge des 18. Jahrhunderts. Deutsche Menschen leiden unter der staatlichen Zerrissenheit ihres Vaterlandes, unter Hvfkabale und Günstlingswirtschaft, unter feindlicher In­vasion und fremder Herrschaft. Meisterhaft ist die Technik der Erzählung; nirgends schiebt sich der Verfasser zwischen feine Gestalten und den Leser. Humor und Poesie sind die Grundfarben.

3n der Sammlung Zeit- und Streit­fragen (Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg) sind kürzlich einige wertvolle Bändchen erschienen: Dr. Hans Qeifegang: Sie Grundlagen der Anthroposophie, Felix Krue­ger: Der Verkehr und Bruno Golz: Faustisch und Deutsch.

3 n der Mainacht. Aus dem Werke »Dom Erdenleben" von Eginhart Adolf. (Verlag Rote Erde, Dützen in Westfalen.)

Ach du armer Judas, der Roman eines Virtuosen, von Hans Joachim Moser. (Musenverlag, München.)

Deutsche Bühne. Erste Jahres gäbe der Deutschen Bühne E. V. (Hanseatische Verlags­anstalt, Hamburg 36.) Die Zahresgabe bringt m einer großen Reihe von Aufsätzen grund­legende Einstellung zum Theater- und Bühnen- toefen überhaupt. Das Wesentliche an ihr ist, daß neue, aus frischem Leben entspringende Kräfte hier zu Wort kommen.

Der Stockball. Sin illustrierter Leit­faden für Hockey-, Golf- und Polospiel. Don Dr. Hans O. Simon unter Mitarbeit von E. A. Hellmers und F. Graf Montgelas. (FrancHs Sportverlag, Dieck & Eo., Stuttgart.)

aut den jetzigen Strompreis für Verzinsung, Tilgung und Abschreibung etwa 1 Mark pro Kilowattstunde, für die Zukunft werde das viel­leicht 12 Mark mehr ausmachen Dieser Betrag werde den übrigen Kosten gegenüber nicht be­sonders ins Gewicht fallen.

Hierauf fand

die Abstimmung

über einen inzwischen vorgelegten Antrag der Mgg Grünewald-Aaron statt Dieser lautet:

»Der Provinzialtag wolle beschließen: 1 den beabsichtigten Ausbau der ikberlanb- zentrale zu bewirken und die Mittel hierzu durch Anleihen aufzunehmen. 2. Diese An lechen sollen nach Möglichkeit kurzfristiger Kündigung seitens der Provinz unterliegen, ferner aber durch innere Rücklagen nach Maßgabe einer vernünftigen geschäftlichen Gebarung so sicher­zustellen sein, daß ihre Alcheckung in der Haupt­sache noch unter der gegenwärtig bestehenden Geldwährung erfolgen kann "

Der Teil 1 dieses Antrages wurde ein­st i mm i g angenommen und damit die Vollendung des Ausbaues einhellig gutgeheihen, der Teil 2 wurde gegen 4 Stimmen gebilligt.

Sodann wurde die Beteiligung der Provinz an dem Projekt des Schlitzet: L a ndes, entsprechend dem Vorschläge des Prv- vinzialdirektvrs, einstimmig genehmigt

Schluß der Sitzung.

Strom in unser Werk hineinnehmen. Daher müssen mir auch aus wirtschaftlichen Gründen die Hoch­spannungsleitung nach Schlitz bauen, die sich aber schon deshalb rentieren wird, weil wir rückwärts durch diese Leitung den billigen, duvch die Fulda erzeugten Strom beziehen können. Hierzu kommt noch der überschüssige Strom aus den Krafterzeu­gungsanlagen von drei kleineren Mühlen, die wir ebenfalls zurückbekommen würden. Mithin bekom­men wir aus dem Schlitzer Land eine schöne Ver­stärkung unseres Stromes.

Diese Schützer Sache müssen wir für sich be­trachten. Darüber wird aber kein Zweifel be­stehen, daß wir die Hochspannungsleitung nach Schlitz bauen, weil dort günstige Möglichkeiten liegen. Die zweite Kategorie bilden die Ortschaften in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach

Die Aussprache.

die nach den fesselnden Darlegungen des Provin- zialdircktors einsehte, war recht lebhaft.

Abg. Korell» Angenrod trat als Vertreter aus dem Kreise Alsfeld sehr warm für den Aus­bau der Anlage in seinem Kreise ein. Er habe sich über die Befürwortung des Weiterbaues durch den Provinzialdirektors sehr gefreut, und hoffe, daß der Provinzialtag seine Astimmung za dem Ausbau auch unter den veränderten Verhältnissen geben werde. Ebenso finde der Vorschlag in bezug auf das Schützer Land seine Zustimmung.

2lbg. Hustizvat Grünewald- Gießen wünschte, die Frage der Deckung der Baukosten gleich mit zu erörtern.

Prvvinzialdirektor Matthias erklärte, hierzu fei eine ^lebersicht über die Kosten sehr an- gebracht, die auf fein Ersuchen von

Prvvinzialrat Wolf gegeben wurde. Dieser erklärte, im Frühjahr 1921 seien als Kosten angefordert worden: 25 Millionen zu Lasten der Provinz, 40 Millionen auf die Schultern der Gemeinden, mit Ausnahme des Werkes von Liß- berg. Wie sich die Kosten jetzt stellen, könne man natürlich nicht genau wissen. Man könne 1 5 0 bis 17 0 Millionen für den Gesamtausbau taxieren, ohne Lißberg. Davon gingen 3/< auf die Gerne n.en Lißberg allein werde 405)Millionen beanspruchen, die von der Provinz aufzubringen seien. Dis heute feien 3035 Millionen ausgenom­men worden. Verhandlungen über weitere Geld­aufnahme feien im Gange, auf ein befriedigendes Ergebnis sei zu hoffen.

2lbg. Zustizrat Grünewald- Gießen empfahl hieraus, möglichst viele reale Werte zu schaffen. Er sei dafür, daß das Geld auf dem Wege kurzfristiger Anleihen beschafft werde.

Abg. Rechtsanwalt Aaron-Gießen wünschte gleichfalls, die Anleihen möglichst schnell zur Tilgung zu bringen. Zu diesem Zwecke ersuchte er um die Ermächtigung für den Provinzialaas­schub, die Strompreise den Anforderungen einer möglichst schnellen Schuldentilgung entsprechend gestalten zu dürfen. Die Strompreise müßten so bemessen werden, daß sie in Einklang zu bringen feien mit den Preisen der benachbarten großen Werke, die schon vor dem Kriege ausgebaut wurden, die aber nicht die hohen Kosten gehabb hätten, wie sie für das Werk der Provinz entstan­den seien Die Baukosten des Provinzwerkes seien viel hoher als diejenigen der benachbarten, in früheren Zähren erbauten Werke, ater die Strom­preise des Provinzwerkes seien sehr weit hinter denen der anderen Werke zurückgeblieben Hier müsse also ein Angleichen der Preise ftattfinöen, llcht werde ^chu^nabbürdung ermög-

Prvvinzialdirektor Matthias erklärte, der Vorschlag des Abg Aaron finde seine volle Billigung. Er sei einverstanden, wenn der Pro- vinzialtag beschließe, daß die aufzunehmenden Schulden in möglichst kurzer Frist za tilgen fyen, fei es nun auf dem Wege einer hohen äußeren, oder, wenn dies nicht möglich, auf dem Wege einer entsprechenden inneren Tilgung.

2lbg. Rechthien- Vilbel äußerte Be­denken gegen eine starke innere Tilgung, die e. als gefährlich bezeichnete. 3m übrigen trat er dafür ein, daß die Gemeinden, die ihren Waldbef'.h früher zu einem gegen heute viel billigeren Preise vei-kausten, nicht schlechter gestellt sein sollten als diejenigen Gemeinden, die ihren Wald bis heute noch behalten konnten.

Prvvinzialdirektor Matthias und Abg. Justiz at Grünewald- Gießen zerstreuten die Bedenken Rechthiens gegen die energische innere Tilgung und wiesen in überzeugender Weile nach, daß eine nachhaltige und möglichst rasche Schulden - abbürbung eine Rotwendigkeit ist.

2Ibg. ? ux - Rieder-Aorstadt sprach sich für unbedingte Vollendung des Ausbaues aus, damit die noch in Betracht kommenden Ortschaften der Provinz möglichst bald die Möglichkeit erhalten, ebenfalls den Strom beziehen zu können. Selbst­verständlich müßten auch d e Strompreise erhöht werden, damit die finanzielle Seite des Unterneh­mens in gedeihlicher Weise geregelt werden könne.

Provinzialdirektor Matthias betonte, die Verwaltung hoffe, die Anleihen so günstig wie nur möglich aufbringen zu können. Hier handele cd sich ja nicht um einen Kommunalkredit, fon- bern um einen Kredit für eine werbende Anlage, und dieses Kapital könne nach guten Grundsätzen aus dem Betrieb herausgewirtschaftet werden. Dieses wirtschaftliche Unternehmen sei vollkommen in der Lage, die Bedingungen zu er­füllen, die die Verwaltung den Geldgebern zu­sichere. Man fei nach verschiedenen Richtungen bin in Verhandlungen, und hoffe auf günstigen ®rfD[g. Er freue sich feststellen zu können, daß arte Redner sich für die Fortführung des Aus- baueS ausgesprochen und damit den früheren Be­schluß auf unbedingte Vollendung des Werkes beute erneut bekräftigt hätten

Die Abgg. Aaron und Grünewald- Gienen traten noch einmal für eine den Erforder- mnen entsprechende Heraufsetzung des Strom­preises ein, damit eine umfassende und schnelle Schuldentilgung erreicht werden könne Abg. goutier- Gießen nahm gegen die Erhöhung ber Strompreise Stellung, weil er befürchtet, daß bann bie Bestiftung für die Strvmkvnsumenten cuftach unerträglich werden würde Rach kurzen Ausführungen der Abgg Langsdorf- Fried- berg und Aaron-Gießen erklärte Provinzial- direktor ,.ia11hias. die Verwaltung rechne

Ueberlandanlage als einheitliches Werk fertigzustellen Auf Grund dieses Beschlusses hätten wir mit dem Ausbau der Anlage fort- fahren können. 3nzwischen ist aber die Ent­wertung unseres Geldes und damit die Ver­teuerung der Material- und personellen Kosten in ganz unerwartetem Maße gestiegen. Wir haben deshalb im Provinzialausschuh wiederholt darüber gesprochen, ob unter diesen- Umständen der Provinzialausschuß und die Verwaltung allein die Verantwortung dafür tragen können, daß in der beschlossenen Weise mit dem Aus­bau fortgefahren wird Der Provmzialausschuß sprach schließlich den Wunsch aus, dem Provin- zialtag Gelegenheit zu geben, sich über diese Frage auszusprechen. Die Gelegenheit hierzu soll die heutige Sitzung bieten.

lieber den Stand der Dauarbeiten ist folgendes zu berichten: Wesentlich im Aus­bau noch begriffen ist ein Teil der Kreise Lau­terbach und Alsfeld, weiter stehen noch wenige Ortschaften aus dem Kreise Schotten aus. Rur zwei kleine Gemeinden Oberhessens sind mit uns noch nicht in ein Dertragsverhältnis getreten. Alle übrigen Gemeinden haben mit uns Verträge geschlossen, oder haben sich sonst mit uns zusammengetan. 3n der Dau gruppe Alsfeld kommt der Bau von 89 Ortsnetzen In Betracht. Don diesen sind 44 bereits im Be­trieb, 45 sind noch nicht im Betrieb. 3n der Baugruppe Lauterbach müssen wir mit 58 Ortsnetzen rechnen. Davon sind 22 im Be­trieb. 36 noch nicht. Von den in der Bau - gruppe Alsfeld bis heute noch nicht im Betrieb befindlichen Ortsnetzen sind 16 fertig zur 3nbetriebnabmc, 11 sind fertig bis auf das er­forderliche Kupfer, das noch aufzunehmen ist, 4 sind angefangen und die Kupferleitung ist vor­handen. Für 14 weitere Ortschaften ist das Ma­terial vorhanden, außer Kupfer. Diese 14 Ge­meinden sind also noch am übelsten dran. Von den in der Baugruppe Lauterbach bis heute noch nicht im Betrieb befindlichen Rehen sind 18 fertig zur 3nbetrie5nal>me, für die übri­gen 18 ist das Material vorhanden bis auf das Kupfer: zum Teil ist mit den Arbeiten schon angefangen.

Wir haben in der Ueberlegung. daß wir aus dem schon vorhandenen Material bauen wollen, soweit eS möglich ist, mit Zustimmung des Prv- vinzialauSschnsses beschlossen, überall da. wo eS technisch möglich und im Hinblick auf die Be­triebssicherheit zu verantworten ist, das Kupfer herauszunehmen und eS durch Eisen zu ersetzen. Das Kupfer wollen tun- dahin bringen, wo es unbedingt nötig ist, z. B für die Fernleitungen. Ferner lassen wir mich Eisenteile herausnehmen, wo es möglich ist Rachdem diese Arbeiten abge­schlossen find, tnerben wir folgenden Kupf c r- bedarf haben, für Ortsnetze 22 552 Kilogramm, für Fernleitungen 10 250 Kilogramm, zusammen allo 32 802 Kilogramm, d. h. 3235 Tonnen Kupfer. Entsprechend dem heutigen Preise sind hierfür 37 Millionen Mark erforderlich Der B e ° barf an Eisen beläuft sich insgesamt auf rund 12 000 Kilogramm, die rund 16 Millionen Mark kosten Für Kupfer und Eisen zusam° men sind also 53 Millionen Mark er­forderlich.

Wir müssen bei diesen großen Ausgaben natürlich alle Gesich.tspunfte genau prüfen. Ver­schiedene find in den Erörterungen des Provin- zialauSschasses hervorgehoben worden Der Pro- vinzialmisschufi war der Aufsasluna tmb das ift auch meine eigene daß wesentliche und aus- schlaaa bende Gründ- dafür sprechen, in dem Bau 6e8 Werks nicht aufzuhören sondern alle Mittel AU versuchen, jrn de" Ausbau 'veiterzubringen sprechen dafür nicht nur Erwaaungen mora­lischer Art den Gemeinden gegenüber, wir sind auch durch die Verträge mit den Gemeinden ge= wissermak-en rechtlich verpflichtet, und wirtschaft­lich ist in Betracht zu ziehen, nachdem wir so weit in die Provinz vorgedrungen sind daß es nun auch wesentlich ist. alle Abnehmer an die Leitung zu bekommen, die nur irgendwie erreich­bar sind. Wenn wir erst am Anfang des Werkes ständen, wenn wir erst beginnen würden, dann könnten axr uns nicht zweifelhaft sein, was zu tun wäre. Anders ist es Ker. Hier bandelt es sich im wesentlichen nur noch um 14 Ortschaften aus dem Bezirke Alsfeld und um 18 aas dem Bezirke Lauterbach bei denen das Kupfer fehlt.

Außerdem fehlt es noch an einer Anzahl von Hochspannungsleitungen, die wir bauen müssen. Da ist vvr allem die Gruppe Schlitz, das Schlitzer Land. Dieses wird von der Fulda durchströmt. Dort wurde angeregt, die Wasser­kraft d e r Fulda auszunutzen. Für mich war e5 wesentlich die Frage des Schlitzer Landes in bie Erwägungen über unsere Anlage hineinzu- zrehen. Dort beabsichtigt eine Anzahl von Ge­meinden. das Schlitzer Land in ehre kleine Zen­trale zusammenzuschließen, die ihre Kraft du ich das Waster der Fulda erzeugen soll Außer Schlitz find es noch die Ortschaften Huhdors. Queck. Schwarz, Pfordt und andere. Da nun aber die dort erzeugte Energie von den Eetcügten Ge- mernden nicht voll verbraucht werden kann, ift es notwendig, um das «Werk rentabel zu machen daß der überschüssige Strom abgenommen wird Dafür kommen wir nur in Frage, wenn wir diesen

38961,- 5634L50 4995,50 2222,70

2,99 8M8

7517,40