Ausgabe 
9.6.1922
 
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Ur. 135 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

Stdtag, y. Juni (922

Das Gesetz über die Iroangsanleihe. Bon Dr. Julius CurtiuS. M. d. R.

Einleitung.

Dem Reichstag ist der Entwurf des ^wanasanleihegeseyes zugegangen. Das Ge^ seh soll den 8 i des Gesetzes über Aenderun ranAwesen vom 8. April 1922 3teuerfvmpromi!>) ausführen, der folgendet- vesttmmt: ..Die Reichsreaierung wird für die Kredite, die durch das RcichSdauShaltSgesetz '^0 Rechnungsjahres 1922 derritgestellt und echt für die Lerkehrsanstalten bestimmt sind. Mittel im Wege einer in Reichsmark ein- rzahlenden, in den ersten drei Jahren unver> i zinslichen ZwangSanlethe in Hohe des Ge aenwerteS von 1 Milliarde Goidmark flüssig rachen."

Die Vorlage hat bereits mehrere Wand­lungen durchgemacht. Der erste Entwurf der Reichsregierung ist im Reichsrat und Reichs^ wlrtschaftSrat einer eingehenden Kritik unter­zogen und daraufhin in wichtigen Befttm munaen abgeändert worden, lieber Mei Punkte, Verzinsung und Ueberzeichnung. hat sich eine Uebereinstimmung zwischen Reichs- rat und ReichSregterung nicht erzielen lassen. Gemäß Artikel 69 der Reichsverfassung wer­den daher bei § 4 und hinter § 34 der Vor­lage die beiden Vorschläge dem Reichstag un­terbreitet.

Im Reichstag wird voraussichtlich die erst« Lesung unmittelbar nach dem Wieder- Zusammentritt (13. Juni) stottsinden. Es ist zu erwarten, daß die Vorlage debattelos dem 11. Ausschuß überwiesen wird, der nach seinen bisherigen Disposittonen am 19. Juni die Beratungen beginnt. Die Vorlage muß noch vor Beginn der Sommerferien des Reichstags verabschiedet werden.

Inhaltsübersicht:

1. Anlethetechnische Vorschriften.

Zeichnungspreis: 100 vom Hun­dert des Nennwertes (§ 2).

Schuldverschreibungen auf den Inhaber; Stückelung noch Vorbehalten; keine Schuldbuchetnttagungen (§ 3).

Verzinsung: Bis 31 Oktober 1925 unverzinslich, von do ab a) Vorlage des RetchSrats: 4 Proz.; b) Vorlage der Reichs­regierung: bis 31. Oktober 1930: 2Va Proz., vom 1. November 1930 an: 4 Proz.4).

Tilgung. Mit i/2 Prvz. deS Nennwer­tes vom 1. November 1925 an durch Ankauf zum Börsenkurs oder durch Auslosung zum Nennwert nach der Wahl der Reichsregie­rung (§ 5).

Beleihung. Kein Beleihungszwang für ReichSbonk oder ReichSdarlehnSkassen.

Ueberzeichnung. Wenn Einnahmen auS Zwangsanleihe den Betrag von 60 Mll- liarden Mark um mehr als 10 Prvz. überstei­gen, können überzeichnete Beträge im Verhält­nis des Gesamtertrags zu 60 Milliarden Mark bei der nächsten freiwilligen Anleihe kosten­los umgewandelt werden (§ 34a).

2. Steuerliche Vorschriften.

Zeichn un gSvflichtige Perso­nen. Natürliche und juristische Personen, die vermögenSsteuerpflichttg sind (§ 6).

Umfang der Z4ichnungSpflicht. a) Maßstab: Vermögensstand vom 31. Dezem­ber 1922 nach BewertungSvorschristen des Dermögenssteuergesetzes (§ 7); Wertpapiere mit Börsenkurs zu 75 Proz. der Kurswerte dvm 28. 2lprtl 1922 (§ 32).

b) Freigrenzen (§ 8): allgemeine: 100 000 Mark, besonders bei überwiegendem Kapital­vermögen :

Mein Vetter Jolua.

Roman von Richard Skowronnek.

6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ihre Verlegenheit gab mir meine alte Sicherheit wieder. ich sah ihr keck In die Augen jn£> behauptete, feine neuen Sünden begehen zu fönnen, wenn sie mir die alten nicht zuvor ver­geben hätte."

Sie sentte das 5köpfchen, eine feine Rote fließ*ibr in den Wangen empor, und ganz leise, >o bot} ich es kaum verstehen konnte, kamen die Worte von ihren Lippen: .Wenn Ihnen über- ctwas daran liegt?! ... Ich bin Ihnen nicht döse."'

Ich wollte nach Ihrer Hand greifen, doch ba stand mit einem Male die junge Frau Doktor zwischen uns und sagte mit einem Tone, der idXTäbah Mn sollte, in Wirklich! U aber recht Idxirf Dang: .Was sehe ich, hier giot's Heimlich­keiten? Das wird nicht g^buKet. meine Herr­schaften!- Damit ergriff sie Helenens Arm, zog fie fort unb sprach im Abge^en eifrig auf sie ein. ohne bofj ich verstehen konnte, um was es sich handeln mochte."

Das unvermutete, aber sicherllch ad tchtllche Dazwischen treten der ju .gen Fi.au machte mich stutzig, aber ich hatte keine Zeit, der Sache weiter nachzugehen, denn ich wurde vom schönen Heinrich angerufen, um durch mein Zeugnis irgendeine fürchterliche Lügengeschichte zu bekräftigen, die er den jungen Mädchen erzählt hatte, and später war mir die ganze Angelegenheit überhaupt aus dem Sinn gekommen."

Der Tag verging unter Tafeln, Singen. Tanzen und allerhand Kurzw'il, tri: Pfände - spiel, Scharadenlösen. Ti chrücken und so webe.. Es war eben eine richtige, altmodische Hochzeit, die ordentlich unb so lang; g.s.iert wird, bis Küche und .Keller der Vrauteltern leer gegessen trrtb getrunken sind."

Ich hatte wenig Gelegenheit, Helene allein zu sein, denn sie wich mir anscheinend mit Absicht aus, und zudem war sie auch rtetS von einem halben Duzend der Vcautjüng i:g. mnlaacrr. die heute ihren Respekt vor uns .--et» loren" hatten und gaiid ftbPig ins Kraut schossen.

1 Proz.

von

sich

ergebende

weiteren Beträgen 10 Prozent.

Dic hieraus zahlenmäßig iftung ist folgende:

die Erzeugung erheblich zu stei - gern. Qluf diese Steigerung kommt eS an.

Wir haben durch den Versailler Vertrag

wird nur erhoben, wenn

a) das endgültige Vermögen das vorläu­fige um mehr als ein Viertel über­steigt (§ 23).

b) als vorläufiges Vermögen mindestens der vierfache Betrag des Nowpfer- vermögens angenommen war, bas end­gültige Vermögen aber mehr als das Sechsfache des Nowpfervermögens be- yägt (§ 24).

Nachträgliche, das heißt bis zum 31. Ja­nuar 1923 erfolgende Zeichnung und Zahlung ermäßigt die Abgabe auf die Hälfte (§ 25). 3. Schlußbestimmungen.

Stundung bei Gefährdung der wirtschaft­lichen Existenz ober drohender Betriebsein­stellung. Beschwerde an das Landesfinanz­amt. Entbindung von Zeichnung ober Voraus­zeichnung bei Härten durch Reichsfinanz­minister. Strafvorschriften. Ergänzende An­wendung der Vorschriften der Reichsabgaben­ordnung. Inkrafttreten des Gesetzes mit dem Tage seiner Verkündung.

300 000 Mark, wenn 30 000 Mk. Ein­kommen,

1 000 OCO Mark, wenn Einkommen unter 50 000 Mk. vorwiegend aus Erträ­gen dieses Vermögens, für Per­sonen. die über 60 Jahre alt oder erwerbsunfähig sind.

c) Tarif (§ 9): Zu zeichnen sind:

den ersten 100 000 Mark Vermögen

Juristische Personen die Halste der vov- stehenden Sätze.

d) Anrechnung zuviel gezahlter Reichs- notopferbeträge: Kriegsanleihe in Höbe des Annahmewertes. Barzahlungen (Schatzwechsel) unter Belassung der gewährten Vergütung (§ 12).

Voraus zzeichnung (§5 1318).

Selbsteinschätzung bis Ende Oktober 1922. Ge­schätztes Vermögen vorläufiges Vermögen.

Zeichnung und Zahlung in bar bis 1. No­vember 1922 . bei noch näher zu bestimmenden Annahmestellen.

Endgültige Zeichnung:

Mit erster Veranlagung zur Vermögens­steuer setzt Finanzamt den endgültig zu zeich­nenden Anleihebetrag fest und erteilt dem Zeichnungspslichtigen einen schriftlichen Be­scheid (Steuerbescheid") darüber, welchen Be­trag er noch zu zeichnen oder zurüllzuerhalten

vornehmlich im Osten wertvolle Korn- und Kartvfselgebiete verloren. llmso wichtiger ist es. baß die Landwirtschaft in Deutschland sich auf die höchste Stufe der technischen Entwick­lung einzustellen vermag. Das geht nur, wenn die Erträge aus der Wirtschaft ausreichend sind, da der Betrieb sich nicht mehr in der Dreifelderwirtschaft erschöpft, son­dern ein kostspieliger und empfindlicher Me­chanismus geworden ist. Während In Deutsch­land die Landwirte von jeder staallichen Zwangsbewirtschaftung stei sein wollen, ver­suchen die Sanner in Kanada, die staatliche Bewirtschaftung wieder einzuführen, und zwar deshalb, weil die Weizenpreise in Amerika gefallen sind. Die staatliche Bewirtschaftung gewährleistete den kanadischen Farmern einen angemessenen Preis, der Veranlassung gab, immer neue Bodenflächen dem Weizenbau zu­zuführen. Nichts kennzeichnet schärfer die Wandlung auf den Getreidemärkten, daß die günstigen Ernteaussichten in den Lleberschuß- länbem die Drotpreise in den Zuschußländern so gut wie gar nicht beeinflussen. Darin drückt sich die Wirkung der staallichen Zwischenhand aus. Wenn es vor dem Kriege einen muster­gültig eingerichteten Markt gab, so war es der Getreidemarkt. Er war Handels- und Verkehrs- technisch international ausgebaut und so Der» vvllkommnet, daß in den sogenannten Zuschuß­ländern Hungersnöte nicht mehr entstehen

llnwille der Verbraucher zu Unrecht immer gegen di. Stellen wendet, oie den erhöhten Preis er: eben. Die amtlichen Organe, die ben Brvtpreis bestimmen, sind indessen jo -.ufammenge <tjtk daß sie eine Gewähr dafür bieten, die Interessen und den Geld cutel bei Verbraucher eher zu bevorzugen als zu be- iiach eiligen Cc- müssen also zwingende Gründe gewesen fein, die Veranlassung ge­geben haben, bcii BrotpreiS neuerdings hin - aufzuseyen. Diese Grunde sind Ieid)l ya fin = teil' jnb zu nennen: in der Haup.ii . i t eS d ie Entwertung der G e l b Sc i - cf) c u. die auch die Brvtpreise aufbläht. Mit den tatsächlichen Vorgängen auf Dem Ge tccibemarft Hai der BrotpreiS nicf)L mehr ?u tun. Das ist eine Folge der Zwangs- Bewirtschaftung des Brotgetreides, die sich

\ Allerdings ist die Zwangibewirtschasttlng als < solche aufgehoben, besteht aber immer noch in < der Erhebung der Getreide um läge fort. > Es ist bekannt, daß die zuständigen amtlichen Stellen glaubt.a, auf diese Umlage nach nicht verzichten zu können. In der Auswirkung ist die Umlage ein Verfahren, durch das die Landwirte gezwungen werden, einen Teil ihrer Ernteerträge zu einem Preise an die ReichS- getreidestelle abzugeben, der wesentlich nied­riger ist, als es die Inlandspreise für Brot­getreide ionft. sind. Damit wird den Land­wirten zweifellos ein Opfer auferlegt, das in dieser Form und in dieser Höhe andere Be­rufsstände nicht zu tragen brauchen. Die Re­gierung will schon deswillen nicht auf die Ge- treibevmlage verzichten, well"sie sich gezwun­gen sieht, die sogenannten Lebensmittel- zuschüsse abzubauen. Trotzdem ist die Umlage ein schlechter unb unzulänglicher Ersatz für üie früheren Zuschüsse. Diese hätten seinerzeit zweckmäßiger angelegt werden können, wenn i ar die Milliarden, die ausgegeben wurden, nicht nur ausländisches Brotgetreide, sondern , vor allem hochwertige Düngemittel aufgelauft

Brotpreis und Getreidepreis.

In Deutschland wird der BrotpreiS als sinnfälliger Ausdruck amtlich festgesetzt. Das darf bei der Beurteilung der BrowreiS- erhöhungen nicht übersehen werden, oeson- ders deshalb, well sich gewohnheitsmäßig der

worden wären. Mit gleichzeitiger, vollstän- baf ($ 19). I biger Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung

Üeberfteigt das endgültige Vermögen das^ für Getreide hätte diese Wirtschaftspolitik die vorläufige, so wird eine Abgabe in Höhe von > 'kutsche Landwirtschaft m den >^tano gesetzt, 20 bis 70 Proz. des Unterschiedes erhoben, s "' " " " es sei denn, daß der ZeichnungSpfllchlige ge­wissenhafte Schätzung nachweist. Die Abgabe

. «nächsten 150000

2

250000

4

. 250 000

6 "

. 250 000

5

Vermögen 250 000 Mk.

Anleihcbetrag 4 000 Mk.

Prozen ts a 1,6 v. H.

500 000

14000 .,

2.8 ..

750 000

29000

3.86 ..

1000 000

40 000 .,

4,9 ..

2 000000

149 000 .,

7,45

3 000 000

259 000

8.3

5 000 000

449 000

8.68

10000 000

949 000 .,

9,49

20 000000

1949 000

9,74 ,.

konnten. Der Handel übersah die gesamten Getreidevorraic auf der Erde, um sie dahin zu führen, wo sie gebraucht wurden. Heute sind die Vorräte wohl auch noch zu übersehen, aber die zerrütteten Wechselkurse der Zuschuß- linder erweisen sich als fast unüberfteigbare Zollmauern. Weiler kommt chnzu. daß Ruß- l i n b <nis einem Ueberschußland zu einem Zu­stand geworden ist. Die Nachfrage Ruß- irds nach Brotgetreide ist so stark, daß sie auf den ausländischen Getrcidemärklcn die den» lung deS Getreidepreisc. verhindert. Für D. .ttschland sind bisher die Erntcaussichten als nicht besonders günstig bezeichnet worden. Die ZwangSumlage wird diese Aussichten nicht verbessern Da das freie Getreide dann umso !:öhcr im Preise steigen muß. wobei der In­landspreis durch den Auslandspreis gebun­den ist. Was aber im nächsten Jahr werdet, soll, das ist wesenllich davon abhängig, ob der Gewinn der Landwirtschaft ausreichte, um die Erzeugung im Inland zu steigern.

Die ©etreifcebcmirtfd)aftung 1922/2S.

Berlin, 6. Juni. Dem ReichSrat liegt zurzeit der Regierungsentwurf ?esGesetzeSüberdieRegelungdeS Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 vor. über den er schon am 12. Juni d. 3. beraten wird, um die rechtzei­lige Verabschiedung durch den Reichstag zu ermöglichen. 'Der Entwurf enthält derDeut­schen Allgemeinen Zeitung" zufolge gegen­über dem Gesetz für 1921/22 einige wichtige s Aenderungeu. Unverändert bleibt in­dessen die Pflichtder Landwirtschaft, v-le in diesem Jahr 2 '/,> M i l l i 0 n e n T 0 n - n en Getreide durch Umlage aufzu­bringen. Die Herstellung völlig freier ©e» stileidewirtschaft ließ sich illcht durchführen, da die heimische Ernte nicht ausreicht zur Deckung des Bedarfs und ausländisches Getreide nur in sehr beschränktem Umfang eingeführt wer­den kann. Da die Getreidepreise leider ganz in Abhängigkeit vom Valutamarkt geraten sind, ist ohne Vorsorge der Regierung eine Gewähr für xine ausreichende, stockungsfreie Beliefe­rung der Verbraucher mit Mehl und Brot nicht gewährleistet. Würden Geirewepreise in Zukunft zugrundezulegen sein, wie sie Ende März auf der Berliner Effektenbörse notier­ten, so würde der Preis für das Weizenbrot (1900 Gramm) etwa 36 Mark, für ein gleich­wertiges Roggenbrot etwa 29 Mark fein. Eine staatliche Einfuhr ist angesichts der Valuta­risiken bei Wegfall des ReichSzuschusses nur bann durchführbar, wenn die Reichsregierung aus dem Inland genügende Mengen Getreide zu einem gegen den Marktpreis ermäßigtet) Preis in die Hand bekommt, um aus beit Preisen für daö Ausland- und Inlandgetreibe einen MischpreiS bilden zu können. Die ober­sten Landesbehörden können zum A u S - g le ich von Ausfällen bis zu 15v.H. (bisher 10) mehr auf die Kommunalverbände unterverteilen, als nach der ursprünglichen Vertellung auf daö Land entfällt. Sie kön­nen auch die gesamte landwirtschaftlich be­nutzte Fläche ganz oder zum Teil der Ver­tellung zugrundelegen (nicht nur die Getreide­fläche wie bisher). Betriebe mit einer land­wirtschaftlichen Flache bis zu fünf Hektar blei­ben von der Umlage befreit. Für das lau­fende Wirtschaftsjahr war ein einheitlicher Preis für das Umlagegtereibc für das ganze Jahr festgesetzt toprben. Infolge der großen Preisschwankungen soll für die zweite Hälfte des Wirtschaftsjahrs ein neuer Preis festgesetzt werden, der den veränderten Verhältnissen Rechnung trägt Um zu verhüten, daß in Erwartung dieses Preises

Na," erwiderte ich mit der selbstbewußten Bescheidenheit eines Jndiairerhäuptlings, der seine ?,toc'H?ng Slalpe am Gürtet 'h ngen hat,ich weih jo nicht, was diese Lawtnier können, aber ich glaube es ihnen schriftlich geben zu können, daß sie sehr viel Prügel h-imlragen toe d.n. Unb wenn ich mciic Doppel, urchzogenen übermorgen 1 icht flach schlage, bann kann mein vorehelicher KLMporent seiner Mama eine ganz nette Backe nach Hause bringen.

Sie sah mich an mit angsterfüllten Augen, wie ein verschrecktes Rehkihchen, and durch ihren schlanten.per ging cli plötzlicher Schauder: .Es ist doch eigentlich eine barbarische Roh­heit, so mit einem Menschen um-,u.,ehen, den man gar nicht kennt und der einem im Beben nie etwas getan hat!"'

Was wollen Eie, liebes Fräulein," erwiderte ich,er, ber Lawinier. f>egt doch im Augenblicke gegen mich genau dieselbe 1 f eundwill gen Ab­sichten?' Unb ich Weitz nicht, wie ich dazu tarn, brom7, b fierend und ganz g'gen m.iie for.ftige Art hirzuzufiigen:Ober vielleicht ist er aich eine Suse, die nicht gern den Spietz in die Hand nimmt, unb die Sache ist ihm eklig."

Wie kämen Sie von Ihrem (Segnet so etwas kehaapten?!" versetzte sie darauf, fast entrüstet Das ist nicht ritterlich, finde ich!"

Und ich," gab ich gereizt durch ihre Partei­nahme. zurückmöchte grrae w.ssen, weshalb Sie sich so für einen Menschen ins Zeng legen, der Ihtwn doch, gelinde gesagt, gleichgültiger sein mu", als mcimr geschätzte We'.llgkeit zum Beispiel?

Woher wissen Sie, datz er mir gleichgültig fein null- ?" sagte 'ie herausfordernd.

Ei e eifersüchtige Wu flieg mir jäblingä aus dem Herzer: empor, dach es mir fast rot wurde vor den Augen;na, dann lann das Lawinier- bürfchlein sich ja gratulieren! Die Sympathie» die Sie ihm zuworwen, wird ihm übermorgen nicht zum Segen gcrdbenl

.Nun, viell icht wird er sich zu wehren wissen!' Damit stand sie auf, lietz mich sitzen und ging aus dem Zimmer."

(Fortsetzung folgt.)

Bitte, sprechen Sie nicht weiter," unter­brach sie mich leise und ohne aufzublicken.

Fräulein Helene," erwiderte ich, »jetzt müssen Sie mich anhören!"

Ich darf nicht!" unterbrach sie mich wieder.

Fräulein Helene," jiig ich von neuem an, ich will ja augenblicklich keine Entscheidung, wie sollen mir nur erlauben. Sie im stillen zu' ver­ehren. Ich will geduldig sein und werten ober haben Sie Mitleid und las en Sie mich nicht von hier fortgehen ohne ein Wvrt, bai mir wenigstens einen Schimmer von Hoffnung gibt für bie Zukunft!"

Sie blickte mich an und ich sah, wie tn jedes i wer schönen Augen langsam eine g.otze Träne trat: .So vuajleu oie mich doch nicht, ich darf Sie ;a nicht anhören!"'

So tarn es über mich wie em wilder Bausch. Das ldg mir an den Gründen, die ihr es ver­wehren nwchten, mich anzuhören, ich sah in dem Augenblicke nur baö ci-e, bat) auch sie mich liebte Ich 'achte sie übermütig an, hob mein Glas und tränt ihr zu: .Auf Wiedeuf-ehen. näch­stes Semester in Halle!'"

ünb bann begann ich zu schwatzen von allem möglichen durcheinander, gab ihr die Ver­sicherung. la, ich streben würee, um in zw<', Semestern m.ii (S amen zu machen, datz ca2> rm üb i'«n aber egal wäre, denn im Notfälle könnte ich ;a auch Landwirt werden, wozu ich, nebenbei g-f^gi, bedeutend ni.br Lust Hütte, als zur Juristerei, kurz, was Weitz ich, was ich ba» mr-I? nllss m meinem Elü-s ligkeitstaumec zu- sammenf chwadronnert habe."

Sie hörte mir still zu mit gesenkten Augen anb "lietz mich gewähren. Plötzlich unterbrach sie mich mit der 5ixye: Sagen Sie. Herr Daum- lehner, watrr findet Ihre Suite mit den 2a» miniem fto.t?*" .

Ucbermorgen, mein verehrtes Fraulein. Aber tt«5f>3[b f ugen Sie danach?"

..Nun es interessiert mich. Unb welche Partie fechten Sie?"

Ke ipsburfchenpar'.ie. ratürllch."

'<3 c -iickte jufa nmen und wurde ganz blatz. Üni>- das folgende kam zögernd heraus, als koste sie jedes Wort eine besondere Anstrengung; tote glauben Sie, wird die Alensur ausgehen

Erst beim Nachtessen gelang es mir durch cm ge­schicktes Mannöver, sie an einem kleinen Tischchen in der Ecke zu isolieren, das ich mit meinem breiten Rücken gegen etwaige Eindringlinge deckte. Miu schlug das Herz, datz ich es bis in die Zähne hinein spürte, und ich "tonnte vor Aufregung nicht einen Bi'seu hirnunterbringm, denn letzt mutzte die Cnkschei^ng fallen. Es bauerte ja nur noch ein paar Stunden, dis die Geschichte hier zu Ende war. Am andern Morgen um zehn ll.hr mutzten wir Wetter nach Halle."

Sie sah mir gegenüber, anscheinend heiter unb unbefangen, aber ein i rstinkttves Gefühl sagte mir bat; Tie meine Absicht durchschaute und m^ch innerlich drrb.,cht.te. Mit dem Au gebot alle Energie führte ich eine Viertelstunde lang irgend ein gleichgültiges Gespräch, dann gab ich mir einen Ruck, iommandterte innerlich .losst unb eröffnete die Feindseligkeiten mit der Frage, ob sie später zuweilen noch an diese beiden schönen Tage zu- rückdenten würde."

Gewiß," erwiderte sie schernd^r anbefangen, es ist ja das Hochzeitsfest meiner liebsten Freun­din."

Da satz ich nun fest auf dem Sande und war genötigt, eine Kunstpause zu maajen, denn mir wurde klar, datz es hier mit der alten Tanz- stundentattit nicht getan wäre, wo man bekannt­lich in solchen Fällen den gchchickten lleergo.g vom allgemeinen auf das persönliche Gebiet voll­zieht."

Mit dieser Ei kennt.ats ton nur aber auch der Mut, ich sah ihr fest in die Augen und sagte: .Mein gnädiges Fräulein, ich h-de Ihnen ein paar Worte zu sagen. Sie dürfen mich aber nicht unterbrechen. Wollen Sie nicht, datz ich spreche, bann sagen oie nur ein einziges Wort, unb ich werde schweigen.,"

Sie wurde mtt einem Male ganz bl atz, hob."wie abwehrend ti Hand sah dann aber zu Boden unb sagte gar nichts."

Ich lietz ihr noch eine Sekunde Zett und dann fuhr ich fort: .Was ich bin, das wissen Sie seit gestern. Ich hab- in der "Schilderung meiner persönlichen Verhält niste nichts hinzu- qefeht noch verschwiegen, llud, um es also kurz zu machen, ich weiß, datz ich von W an ohne Sie nicht mehr leben kann