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9.1.1922
 
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Erstes Blatt 172. Jahrgang Nontag, 9. Januar 1922

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Einladung an Deutschland, eine Delegation zu entsenden

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sich keinem geben.

Vor der Abreise deutschen Delegation.

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Die Einladung an Deutschland.

Berlin, 8. Jan. (WTD.) Vormittags 11 Uhr wurde dem Reichskanzler als dem Minister des Auswärtigen durch die fran­zösische Botschaft folgendes Telegramm zur Kenntnis gebracht, das der Präsident des Obersten Rates an die französische Botschaft in Berlin zur Aebermittlung an die deutsche ReichSreaierung übersandte:

Der Oberste Rat wird ohne Zweifel das Be­dürfnis haben, Ihre Vertreter in der nächsten Woche (vom 8. bis 15. Januar) zu hören, älm Zeit zu gewinnen, regen wir an, daß Ihre Ver­treter sich nach Paris begeben und sich dort be­reit halten, um unserem Rufe zu folgen.

(gez.) Vriand.

(SanneS, 8. Ian. (Wolff.) Wie der Sonder­berichterstatter derHavas meldet.bezog sich beider Zusammenkunft der mit der V o r p r ü f u n g der Reparationsfrage beauftragten alliierten Minister am gestrigen Vormittag die Debatte fast schließlich auf den englischen Vorschlag, nach welchem Deutschland für die Zahlung des Jahres 1922 Aufschub, Frankreich dagegen seinen vollen Anteil mit Hilfe des Wiesbadener Abkommens erhalten solle. Die englischen Dele­gierten hatten auf den Rückschlag der Wirtschafts­lage der gesamten Welt hingrwiesen, der sich auch in Dei t'chland fühlbar mache. Im Jahre 1921, so hatten die englischen Vertreter ausgesührt, als das Zahlungsstatut vom 6.Mai aufgestellt worden sei.hätte die jetzigeKrisis nicht bestanden,man hätte mit dem Wachsen der Geschäftstätigkeit gerechnet, wodurch Deutschland instandgeseht worden wäre, seine Schuld innerhalb der gesetzten Fristen völlig abzutragen. Seitdem aber sei die Ausfuhr der _ ganzen Welt beträchtlich zurückgegangen, und zwar um 50 Prvz., was insbesondere auf Deutschland zu- trefse. dessen Zahlungsfähigkeit durch diese außer- gewöhnlichen Umstände erheblich beschränkt sei. Allerdings hätte Deutschland Maßnahmen ergrei­fen können, um diesen Mangel an Einnahmequellen zum mindesten teilweise auszugleichen: das habe es nicht verstanden oder nicht gewollt. Die Alli­ierten forderten also heute mit Recht, daß es sich

einschlägigen Material ausgerüstet, um jede an sie gerichtete Frage Auskunft zu ben. Die deutsche Delegation begibt sich nächst nach Paris, um dort das weitere zuwarten. Es wird angenommen, daß

sitzenden der Kriegslastenkommissivn in Paris, Staatssekretär Fischer sowie Ministerialdlrek- wr Lrendclenburg und Legationsrat Martms.

verteilt iperden solle.

Loucheur über Deutschland.

Paris, 8. Jan. (WTD.) Wie der Son­derberichterstatter des Inttansigeant in Can­nes berichtet, erklärte gestern abend Lou - ch e u r, niemand hättt nach der Beendigung des Krieges voraussehen können, daß ein Chaos entstehen würde, wie es heute fest- gestellt sei. Die Deeinttächtigung des Han­dels nach dem Kriege sei schrecklich. Der Ge­samtumfang der Ausfuhr der Völker habe sich in beunruhigender Weise vermindert. Auch Deutschland sei unter den Völkern, die in ihrem Handel beeinttächttgt seien. Man dürfe sich also nicht wundern, daß das Deutsche Reich die Verpflichtungen nicht ausführen könne, die man im Jahre 1919 von ihm ge­fordert habe. Der Sonderberichterstatter fügt hinzu, das sei vielleicht die Sprache der Ver­nunft, aber Minister Loucheur habe hinzu­gefügt, Frankreich brauche die Reparations­zahlungen, es wolle sie und werde sie haben. Der Berichterstatter bemerkt, es scheine a priori schwierig, diese beiden Erklärungen Loucheurs miteinander in Einklang zu bringen.

Die geplante Wirtschafts- Konferenz in Genua.

Ein Moratorium für Deutschland.

Sannes, 7. Jan. (WTB.) Die Kon­ferenz beschloß, Deutschland unter noch festzusetzenden Bedingungen für einen Teil seiner Zahlungen Aufschub zu ge­währen.

Paris, 8. Jan. Havas erfährt von seinem Sonderberichterstatter in Cannes, daß heuteimallgemeinenRuhe geherrscht habe, jedoch hätten die Finanzsachverständigen heute vormittag eine Sitzung abgehalten. 3m Laufe des Rachmittags werde sich hieran eine Zusammenkunft der mit der Reparativnsfrage besonders befaßten Minister anschliehen. An­scheinend seien jetzt alle Delegierten für eine Heraufsetzung der von Deutschland für das Jahr 1922 geforderten Barzahlungen auf 700 Millionen Gvldmark gewonnen.

Englischer Verzicht aus deutsche Zahlungen?

Cannes, 7. Zan. (Wolff.) Havas be­richtet: 3n gut informierten Kreisen erhalt sich hartnäckig das Gerücht, daß England auf die von den deutschen Zahlungen chm zu­stehenden 450 Millionen Goldmark im Jahre 1922 verzichten wolle. Dadurch werde erreicht, daß Frankreich auf keines seikler Rechte zu ver­zichten brauche. v

Paris, 7. Jan. (WTB.) Wie der Sonderberichterstatter der Agentur Havas meldet, wird in der Reparativnsfrage getrennt verhandelt. Die alliierten Minister und Sachverständigen beraten in gesonderten Sitzungen. Die Sachverständigen studieren in der Hauptsache die Zahlungsfähig- leit Deutschlands. Die belgischen Dele­gierten, unterstützt von ihren französischen Kol­legen, sind tatsächlich der Ansicht, Deutsch­land könne im Jahre 1922 eine höhere Summe als 500 Millionen Goldmark, die in London vorgesehen worden seien, bezahlen. Sie ^al­ten Dokumente vorgelegt, die beweisen sollen, daß das Deutsche Reich dieses Jahr min­destens 300 Millionen Goldmark mehr be­zahlen könne. Wenn diese Meinung durch­dringe, wie es wahrscheinlich sei, würde ein zweites Problem politischer Art auftauchen, wie diese Goldzahlung unter die Alliierten

Paris, 8. Ian. (WB.) Der Sonderbericht- , erftatter desPetit Irmrnal" berichtet seinem , Blatte, daß man sich in den 'Beratungen der alli- ierten Finanzminister gestern in Sannes über die Rotwend gk-.it gcein gt h b.', Deu 'chl nd Zah­lungserleichterungen für 1922 zu ge­währen. Der zwischen Briand und Lloyd George am 22. Dezember ausgestellte Plan, der neun Punkte enthält, solle als Grundlage für die wer­teren Verhandlungen der Alliierten dienen. Der Matrn" gibt den Inhalt des Abkommens wreder. Art 1 klimmt, daß Deutschland im Kalender­jahre 1922 nur 500 Millionen in Gold­mart zahlen soll. Art. 2 bestimmt die Garan­tien, die von Deutschland für die Sanierung seiner Finanzverhältnisse vei langt

werden sollen. Art. 4 beschränkt die Sach­lieserungen Deutschlands an Frankreich sür 1922 aus 1200 Millionen Goldmark, für die brr- den folgenden Jahre aus 1500 Millionen Gold­mark. Art. 5 bestimmt, daß d.e anderen alit­ierten Mächte zusammen von Deutschland im Jahre 1922 nur Sach'ie.e u tgen im Wette von 500 Millionen Goldman: verlangen können. Ar­tikel 6 setzt fest, daß die Ausgaben für das Vesahungsheer ans 200 Millionen Goldmark limitiert we den müssen unter Hinzu­fügung von 2 Goldmark pro Lag und pro Mann für das britische Heer. Art. 7 beschäftigt sich mit dem Preis der von Deutschland zu liefernden Kohlen. Art. 8 mit dem al­liierten Finanzabkommen vom 13. August. Rach demMat.n" scheint intern eine Aen-- derung dieses Abkommens g pta-r.t za sein, daß nicht das Kalenderjahr für die Berechnung zu­grunde gelegt wird, sondern daß man ein so­genanntes Reparationsjahr schaffen will, das am 1. Mai beginnt. Hierdurch werde es ermöglich, die letzte Rovember?,a.hlutrg Deutschlands zu den zu erwartenden Geld'ahlungen in den Mcnaten Januar bis Älpril zu schlagen.

von der gebracht,

Verfügung habe.

Französische Prcsseftimmen.

Paris, 7. Jan. (Wolff.) Die Pariser Mor» genpresse beschäftigt sich mit dem Ergebnis des ersten Verhandlungstages der Konstwenz von Cannes, also mit der Frage der Einberufung einer allgemeinen Konferenz, zur Wiederausrich­tung Mittel» und Osteuropas.

DieLiberte" schreibt, in Cannes habe gestern mit dem Schlage 4 Ahr ein Krieg von vier Jahren seinen Sinn verloren. Hugo Stinnes und Walther Rathenau hätten begonnen, die Riederlage Ludendorffs zu rächen. Die Resolution von gestern mache die Garantien des Versailler Vertrages, der an sich schon eine Enttäuschung gewesen sei, zu einem reinen Gerede, habe die Reparationen entwässert und aufgelöst, die Resti­tutionen erschüttert. Das hätte man nach derLi­berte" haben können, ohne den Krieg zu ver­längern, wie es geschehen sei. Dazu hätten Aoyd George und seine Kollegen nicht bis gestern zu warten brauchen, und es wäre billiger gewesen, Lord Lansdowne, den man als Defaitisten be­handelt habe, im Jahre 1917 anzuhören, anstatt im Jahre 1922, aber was man ohne Widerrede im Jahre 1917 für schlecht gehalten habe, fbnno heute nicht gut fein.

DerTeinp s" stellt fest, Z-ntteich hatte seine Zustimmung zu der nunmehr in Cannes angenommenen Resolution in dem Aug n lick nicht mehr verweigern können, wo auf Vo.' mag lands die anderen Alliierten sich mit dem »stane eines Wirlschaf tskongreste3 ein. erstanden erklär­ten der über den Wiederaufbau von ganz Europa beraten werde. Briand habe gut daran getan, nubt abseits zu stehen und Frankreich ntcht einer Zuch-

London, 7. Zan. (WTB.) In der Begründung, die über die Einberufung der internationalen Wirtschafts- k v n f e r e n z bekannt wird, die in der ersten Hälfte des Monats März in Genua statt- inden soll, findet man zwei Punkte, die Deutschland interessieren: Lloyd George habe in seiner Rede vormittags ausdrücklich er­klärt, man dürfe Deutschland nicht zur Verzweiflung bringen, dadurch, daß man zu hohe Anforderungen an es stelle, sonst werde man es dem Bolschewismus in die Arme treiben. Lloyd George erklärte ferner, Deutschland könne Reparationen erst dann in bemerkenswerter Weise leisten, wenn es imstande sei, seinen Handel mit Rußland wiederherzustellen. Lloyd George versuchte, den Satz durchzudrücken: Auch Hindernisse politischer Art, die Schaden zufügen könn­ten, mußten durch die Beziehungen der Völ­ker untereinander beseitigt werden. Auf An­trag des Ministerpräsidenten Briand wur­den die Wottepolitischer Art" aus dem Text gestrichen.

Italienische Einladung an Lenin!

Rom, 9. Jan. (WTB.) Die Agenzia Stephani meldet, infolge des Beschlusses des Obersten Rates in Cannes hat die italie­nische Regierung durch Vermittlung der rus­sischen Wirtschaftsdeleqation Lenineinge- laden, an der Konferenz, die in Genua stattfinden wird, teilzunehmen.

London. 9 3an. Reuter meldet aus Cannes, bezüglich der Teilnahme Rußlands an der Kon­ferenz von Genua werde darauf hingewiesen, daß die Einladung bedingungslos fei, daß jedoch gewisse Bedingungen mit der Frage der je jure Anerkennung der Sowjetregierung ver­knüpft würden. Die italienische Regierung werde eine Cin'adung nach Mn5km senden.

_<y rGV e veräffent'ich' ein? M st düng feine 5 ©onDeruericoierftatterd in Moskau über die

Strittig sei im Augenblick noch deren Vertei­lung unter die beteiligten Mächte.

Wie der Sonderberichterstatter des In­ttansigeant aus Cannes meldet, begegnen die Verhandlungen über einen eng­lisch-französischen Defensivver­trag wirklichen Schwierigkeiten. Man dürfe übertriebenen Opttmismus hin-

B e r l i n, 9. Jan. (Privattelegramm.) Zu Chefbesprechung beim Reichskanzler Sonnlagmittag meldet der BerlinerLv- kalanzeiger", daß Rathenau nochmals in großen Zügen über den Gang seiner bisheri­gen Pariser Besprechungen berichtete. Die Ressortvertteter haben dann einen eingehen­den Bericht gegeben über den Stand der ein­zelnen Budgets und wie diese sich nach der Durchführung der neuen Steuerreform vor­aussichtlich gestalten würden. Die Abreise der am Sonntagnachmittag vom Reichskabinett ernannten deutschen Delegation soll am Montag nachmittag 2 Ahr erfolgen. Die Vertteter sind, wie derLokalanzeiger" mel­det, mit allen nötigen Vollmachten und dem ' auf

Delegation über die Garantiebedingungen Auskunft geben werde. Anter diesem Gesichts­punkte hat die Auswahl der Vertteter statt­gefunden.

Berlin, 8. Jan. (WTB.) In der Ka­binettssitzung, die heute nachmittag stattfand, wurde insbesondere die Einladung deutscher Vertteter durch den Obersten Rat der Alliierten erörtert und beschlossen, die zu entsendende deutsche Delegation unter die politische Führung des Reichsministers a. D. Dr. Rathenau zu stellen. Der Delegation werden angehören: Staatssekretär Schröder vom Reichsfinanzministerium, Staatssekretär cki'sch vom Reick " wirtschaft'm: Ast er: 'IM, -Staatssekretär Bergmann, ferner die Vor-

PariS, 7. Jan. (WTB.) Der Sonder­berichterstatter der Havasagentur meldet aus Cannes, die Sitzung des Obersten Ra- : e S hat von 7 Ahr abends bis 8.45 Ahr ge­bauert. Ministerpräsident Briand hat vom Obersten Rat den Auftrag erhalten, die deutsche Regierung einzuladen, Delegierte nach Paris zu entsenden, wo sie sich bereit halten sollen, nach Cannes zu kommen, Denn der Oberste Rat sich über die Repa­rationsfrage geeinigt habe. Die deutschen De­legierten werden so gemäß den Bestimmungen des Verttages die Möglichkeit haben, ihre Bemerkungen über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands zur Kenntnis zu bringen und sie werden Mitteilung von den Bedingungen der Alliierten erhalten. Der Vorschlag, die deutschen Delegierten einzuladen, wurde britischen Delegatton ein- die ihre soforttge Berufung verlangte. Ministerpräsident Briand, un- lerstützt vom Ministerpräsidenten Theunis, hatte auf die Rotwendigkeit für den Obersten Rat hingewiesen, zu diesen Verhandlungen erst zu schreiten, nachdem man sich über die Bedingungen, die man Deutschland unter­breiten wolle, geeinigt habe, namentlich was die Garantien betreffe, die von seiner Regie- rung verlangt werden sollen, um seine Finanz­lage zu sanieren. Dieser Standpunkt wurde vollkommen gebilligt. Man glaubt, nicht in der Lage zu sein, die Vertreter Deutschlands vor 48 Stunden nach Cannes einzuladen.

von Irrtümern feiner fiskalischen P olitik abwende, deshalb sei es im Augenblick, wo die englische Regierung einen Aufschub für Bezahlungen Vorschläge, von Wichtigkeit, diesen Aufschub Deutschland nur unter der ausdrück­lichen Bedingung zu gewähren, daß es künftig unter interalliierter Kontrolle eine vorsichttgere Finanzpolitik treibe. Bekanntlich han­delte es sich insbesondere darum, einmal die Voll­machten des Garantiekomitees zu erweitern und dann von der Berliner Regierung zu erreichen, daß sie den Papiergeldumlauf einschränke, ihr Budget ernstlich ins Gleichgewicht bringe. Cs handle sich jetzt nur noch darum, Einzelheiten dieser Garantien zu bestimmen.

Der Verzicht Englands auf die ihm für das I«hr 1922 als Reparation zustehenden Summen, so fährt der Berichterstatter fort, stehe nach wie vor fest. Von diesen 500 Millionen Goldmark verlange England nur die etwa 60 oder 70 Mil­lionen betragende Summe seines Anteils an der 25prvzenttgen deutschen Exportabgabe. Zu diesen 60 bis 70 Millionen kämen alsdann noch etwa 500 Millionen für die Desahungskost en. Es fei alsdann noch die Summe festzufetzen die man von Deutschland für das Iahr 1922 fordern werde. Der englische Plan sehe nur 500 Millionen Goldmark vor, wovon die Hälfte Belgien zu- gefprochen werden solle. Die belgischen Minister feien aber, unterstützt von ihren französischen Kol­legen der Ansicht, daß Deutschland in Gold eine etwa'um das Doppelte höhere Summe bezahlen könne

unerwartete Herzlichkeit, die vor kurzem in der russischen Haltung gegenüber Frankreich eingetreten sei. Die letzte Aeberraschung sei eine deutliche Tendenz für eine Orientierung nach Frankreich zu. Zahlreiche Personen in Ruß­land seien der Aisticht, daß Frankreich wieder ein entscheidender Faktor in den russischen Beziehun­gen in Europa werde. Die Orientierung nach Eng­land sei in Rußland fast vollständig aufgegeben worden, selbst bei denen, die durch Sympathie und Tradition stets englandfreundlich waren. Der Korrespondent meldet noch, es werde berichtet, daß Frankreich durch die polnische Regierung an die Bolschewisten herangetreten sei. Polens ver­änderte Haltung gegenüber Rußland werde in Moskau nicht nut auf den Einfluß Frankreichs, sondern auch auf die oberschlesische Regelung zurückgeführt, da Polen jetzt eine beträchtliche Metallindustrie für den russischen Markt zur

tigung auszusetzen. .

Oeuvre' sagt, das ge^ern in Can-es ge­troffene Abkommen sei nicht w?it davon entfernt, dem Abkommen über den pazifischen Ozcan gleiÄ- zukommen. Dieses Abkommen sichere nicht nur ben Frieden in Europa, sondern auch seine Sanierung, und trenn morgen ähnliche JUa v a a bm e n j" r ^ti; fen würden für Deutschland und die S'aoili- ficrung der Mark, so sei es kein übertriebener Optimismus, fick einzubilden, daß das große Problem zur Hälfte gelöst sei. Warum soll? man nicht eriennen. daß Engla ed d es mal ein Maxi­mum an g -tem Willen au geb acht h'bec

Der sozialistischeP o p u I a t r e" ist der An- sickt daß die Enttäuschung bei den französi­schen Rationalisten groß sein werde. Sie fei um so größer, als die offiziösen Communiqucr gezwungen seien, zuzugestehen, daß die Erlluruu- gen Lloyd Georges von den Belgiern, Italienern« und Japanern geteilt würden.

T?rFigaro" ist enttäuscht, weil durch die gestrigen Vechand u^gen die Reparations- fraqe an die zweite Stelle gerückt wurde. Lloyo George habe die Interessen Eur pas und der Welt im Auge and an diesen Interesten habe Frankreich zweifelsohne nur einen schwachen 2In= teil. Tas sei der Bankerott der Reparationen, den das französische Parlament um jeden Preis zu ve'hindern beabsichtigt frbe.

TerExcelsior" cu et Zweifel tarrb-r, ob man das erforderliche Gold au'brinqen tonn?, das den wirtschaftlichen Rotwend igkciten Ruß­lands entspreche. Wenigstens zwei Länder, Fran! reich und Belgien, seien weit davon entfernt, sich, an der Zcichru-g neuer russ s er Anle'he: zu beteiligen, da sie siiarzstll nicht lebms ah g seien ohne die deutschen Zahltagen. Wie tonne man das mit den britiften Plä 'en v reinigen1

TerGaulois" ist der Ansicht, daß emo wirkliche Evolution sich in Europa vorbereite, von der es aber unmöglich fei, schon beute den Ausgang zu bestimmen. .

Paris. 8. Jan. (WTB.) Heber den gestri­gen Beschluß des Obersten Rates, deutsche Dele­gierte nach Paris bzw. Cannes ein-uladen, schreib derTemps", man müsse die Rervosität den Schwachen überlassen. Frankreich habe ein mäch­tiges Heer und halte das linke Rheinufer beseh., und man wolle das Zittern bekommen, well der Oberste Rat sich entschlossen habe, Vertreter des Deutschen Reiches an zu Horen? Man könne sagen, daß die Frage der deutschen Zahlungen anders hätte geprüft werden können, aber der Vertrag sehe doch eine Prozedur vor. die Zahlungsfrist zu verlängern und die Zavlungs- mobalitäten abzuändern. Die Bevarationskom- mission hätte die Angelegenheit durchiu^ren festem Q30r ihr hätten die Vertreter Deutschlands gehört werden müssen, aber dic alliierten Regierungen hätten, damit diese Bedingung durchgef thrt wer- r- konnte etnia fein muffen Bevor die c nstswen Vertreter anaehört würden, mäste man to: fen, was man ihnen zu sagen ha^e. Wenn man bvz1