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Eine Rede des bayrischen Landtagspräsidenten.

München, 4. Qlug. (WTD.) Der Land­tag Hat heute nachmittag feine Arbeiten beendet, nachdem er einen Dringlichtettsantrag der Koa- UttonSparteien angenommen hatte, der für die notleidenden Kleinrentner besondere HilsSrnaß- naHmen in Fühlungnahme mit der Reich-Sr-egte- nmg Vorsicht und u. a. 25 Millionen als sofortige Httfeleiswng bereitstellt

Präsident Königsbauer führte ht seiner Schlußrede aus, auch in der größten Rot des deutschen Volkes wolle man sich in Bayern freudig Hum Deutschtum bekemien. Uni aus dem tiefen >Elend heroriLzukommen, sei eine verständnisvolle DrHandlung der Länder durch das Reich Voraus­setzung. An Stelle des einseitigen Zwanges müsse die freiwillige Vereinbarung treten. Die not­wendige Abwehrunerträglicher Ein­griffe in die bayerischen Hoheits­rechte sollte alle im Hause vereinigt finden. Es sei ein Irrtum, daß in Bayern eine Reichsver- drossenheit herrsche. Die Bayern wollten ihre Reichsfreudigkeit dadurch heben, daß sie ihrem Lande die unveränderlichen Rechte für die Zu­kunft bewährten. Das möge auch in Berlin ver­standen werden.

Der Präsident schloß mit dem Wunsche, es möchten für die Zukunft Sicherheiten gegeben werden, damit die Hoheitsrechte der Län­der nicht ohne ihre Zustimmung beseitigt würden. Der Lomdtag wird im Oktober wieder zusammen- treten.

Berlin, 4. . Aug. (Wolff.) Die Ankunft des bayerischen Ministerpräsidenten Grafen Ler­chenfeld in Berlin kann derD. Z." zufolge erst Sonntag erwartet werden.

Die Attentäter gegen Scheidemann verhaftet!

Deuthen. 4. Aug. (WTD.)' 3n Kleiualthammerbei Gleiwitz wurden die beiden Scheidemann-Attentäter fest genommen. Sie hatten sich unter den Sternen Wurm und Halber in Kleinalt- hammer aufgehalten. Die Berliner Kriminal­polizei hatte die Spur bis dorthin verfolgt und erwirkte nach Umstellung des Dorfes mit Schupo und Landjägern die Festnahme der beiden Attentäter. Während der angebliche Wurm sofort verhaftet worden ist, ist es dem «nderen Verbrecher gelungen, in seine Woh­nung zu entkommen. Er wurde dort von den ihn verfolgenden Beamten gestellt und gleich­falls verhaftet. Die Attentäter sind unter siche- .rer Bedeckung nach Berlin gebracht worden.

Dchauzer über die Konferenz in London.

Paris, 5. Aug. (WTD.) Der italienisch» Außenminister S ch a n z e r erklärte dem franzö­sischen Korrespondenten der Havasagerrtur unter anderem: Was die nächste Konferenz in London anlangt, so glaube ich, daß die Dis­kussion beschränkt sein wird auf die Repara­tionsfrage und auf die Frage der i n t e r - alliierten S chulden und daß selbst in die­sen ®ebanfentixifen die Verhandlungen einen rein ivorberertenden Charakter haben werden, d. h., 'daß sie eine spätere Konferenz vorbereiten wer» fcben, deren Aufgabe viel werter gesteckt sein wird.

5 Neue litauische Währung.

Kvwnv, 2. Aug. (Wolff.) Der Ministerrat hat beschlossen, bis spätestens 1. Januar 1923 ehre selbständige Währung einzuführen. Die betreffende Gesetzesvorlage wurde bereits vom Ministerrat genehmigt und wird sobald als mög­lich der Kammer vorgelegt. Statt der bisherigen Ostmark soll eine neue Währungseinheit unter hem RarnenAuvenas" (Gold) eingeführt wer­den, die sich in 100 Statikas teilen wird. (Ein Statikos ist so viel wie ein Groschen.) Die Re­gierung erwartet von der Selbständigmachung her litauischen Währung eine Entspannung des wirtschaftlichen Lebens.

Aus dem Reiche.

Die Schutz Verordnungen in Preußen.

Berlin, 4. Aug. (Wolff.) Wie der amt­liche preußische Pressedienst mitteitt, hebt der Minister des 3mrem infolge des Inkrafttretens des Reichsgesetzes zum Schutze der Republik feine zu den Verordnungen des Reichspräsidenten ergangenen Bekanntmachungen vom 26. Juni un­ter Hinweis darauf auf, daß die Verordnung des Reichspräsidenten vorn 26. Juni über das ^rbvt bestimmter Versammlungen und die zu dieser Ver- ortmung q^angenc Bekanntmachung des preußi­schen Ministeriums des Innern vom gleichen Tage nicht aufgehoben sind. Zu dem in dieser Bekannt­machung erlassenen einstweiligen Verbot von Regimentsfeiern und anderer Versamm­lungen von Angehörigen ehemaliger Truppenteile bemerkt der Minister, daß Vereinigungen, die Ivie her Bund deutscher Militäranwärter, der Reichs­bund der Kriegsbeschädigten und der 'Bund ehe­maliger Kriegsgefangener, in der Hauptsache die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Inter­essen ihrer Mitglieder bezwecken, von dem Ver­bote ausgenommen werden. Rur den Mitgliedern zugängliche Veranstaltungen retn gesellschaftlicher Art der Vereinigungen von Angehörigen ehe­maliger Truppenteile gelten nicht als Versamm­lungen im Sinne des Verbotes des Ministers, sofern sie in gedeckten Räumen stattfinden.

Der Fortschritt der Teuerung.

Berlin, 4. Aug. (WTD.) Die auf Grund der Erhebungen des Statistischen Reichsamts über die Aufwendung für Ernährung. Heizung, Be­leuchtung und Wohnung berechnete Reichsinder­ziffer für die Lebenshaltungskosten ist im Durchschnitt des Monats Juli auf 4990 ge- stiegen, gegenüber 3779 im Juni. Die Steigerung ist diesmal außerordentlich groß. S i e beträgt 3 2 v. H. gegen 9,2 v. H. vom Mai auf Juni. Die Reichsinderziffer für Er- nährungskvsten stellt sich im Durchschnitt des Monats Juli auf 6836, die Steigerung von 33,5 v. H. gegenüber dem Vormonat ist demnach nicht viel höher als die der Gesamtausgaben. Zu der Erhöhung der Lebenshaltungskosten tru­gen die der Valutaverschlechterung ständig folgen­den sprunghaften Preissteigerungen sämtlicher in die Erhebung einbezogenen Le ensbedürfnisse (mit Ausnahme von Wohnur.g im ete) besonders auch hohen Preise für Kartoffeln neuer Ernte bei.

Der Fortschritt der Teuerung ist sowohl in den Großstädten wie in den mittleren und kleineren Städten wenig einheitlich. 3n keiner Erhebungs- gemeinde ist indessen die Teuerung gegenüber dem Vormonat um weniger als 20 v. H. gestiegen. Der Verein für das Derttschtum im Auslände.

Kulmbach, 4. Aug. (WTD.) Der D e r° ein für das Deutschtum im Aus­land e eröffnete heute vormittag in Anwe­senheit zahlreicher Dertreter aus allen Gauen des Deutsa)en Reiches, aus den Grenzländern und aus dem Auslande hier seine diesjährige Hauptversammlung mit einer Sitzung des Hauptvorstandes. In der heutigen Rachmit- tagssitzung des Hauptausschusses des Vereins schilderten nach Besprechung einer Reihe von Satzungsänderungen die Auslands- und Grcnzlandvertteter die Rot des deutschen Volkstums im Auslande. Rach dem Berichte des Vereins für 1921 wurden in diesem Jahre rund 5 Millionen Mark für Unterstützungen ausgegeben und 119 neue Ortsgruppen gebil­det. Außerdem wurden über 450 Schulgrup- Pen mit etwa 100 000 Mitgliedern gegründet. Der Verein konnte 1921 einschließlich des Deutschen Schulvereins rund 2000 Orts- und Schulgrupven mit rund 360 000 Mitgliedern feststellen.

Aus Hessen.

Zur zeitweiligen Amtsenthebung desAlsselder Kreisdirektors.

Der Alsfelder Stadtvorstand hat sich in feiner Sitzung vom 3. August mit der zeitweiligen Amtsenthebung des Kreisdirek­tors Dr. Stammler von Alsfeld be­schäftigt und hierzu mit 14 gegen 5 Stimmen die folgende Entschließung zur KenntniS- gabe an die Regierung angenommen:

Die Beurlaubung des Herrn Kreisdirektors Dr. Stammler hat unter der Bevölkerung des Kreises und insbesondere der Stadt Lllsseld eine außerordentliche Erregung hervorge­rufen. Aus diesem Grunde sicht sich die Stadt­verwaltung veranlaßt, sich mit der Angelegenheit zu befassen. Die Bevölkerung hat das Gefühl, daß die Beurlaubung deS Herrn Dr. Stammler darauf zurückzusüh-ren ist, daß der Verlauf der 700°Iahrfeier der Stadt nicht ben Wünschen der Regierung entsprochen hat. Die Stadt hat aber bei den Vorbereitungen der Feier nur Mitglieder des Gemeinderates, und der Vereine, sowie sach­verständige Persönlichkeiten aus der Bewohner­schaft zugezogen, durchaus nicht Beamte tesKreis- amte, und so ist der Kreisdirektor Dr. Stammler, der lediglich eingeladen war wie die Mitglieder der Regierung, überhaupt nicht in der Lage gewesen, auf die Vorbereitungen und den Ver­lauf der Feier irgendeinen Einfluß aus­zuüben. Infolgedessen geht das Gefühl der Bevölkerung dahin, daß Herrn Stammler ein, trenn auch nur auf Mißverständnissen beruhendes großes älnrecht widerfährt und dagegen äumt sich das Gerechtigkeitsgefühl der Bevölkerung um so mehr auf, als ter Betroffene in den Jahren feiner Amtstätigkeit 5rcr im Kreise Alsfeld durchaus und in un­beschränktem Maße das Vertrauen der Kreiseinaesessenen genossen hat. Dieses Ver­trauen genießt er bei dem ganz überwiegenden Teil der Bevölkerung auch heute noch, und der Stadtvorstand richtet deshalb an die Regierung des Dolksstaates Hessen die öringenbe Ditte, den Herrn Kreisdirektor Dr. Stammler an der Spitze der Kreisverwaltung zu belassen.

Man trägt sich weiter mit dem Gedanken, eine Deputatton zur restlosen Aufklärung der Angelegenhett nach Darmstadt zu entsenden.

Zu dem Vorfall geht uns heute noch eine Information unseres Darm städter rm.-Ver­treters zu, in der es auf Grund von zuverlässigen Mttteilungen heißt: Außer dem Minister Raab und dem Minister v. Brentano, der noch in letzter Stunde i i-rt al, dem Abg. Bornemann und anderen hatte sich auch das frühere Groh- herzogliche Paar zu dem Jubiläum in Als­feld eingefunden, das aus der früheren Zeit dort noch unzählige Verehrer und Anhänger hat. In Ermangelung der neuen Reichsfahnen, die nach der Erklärung des Staatspräsidenten bis jetzt noch nicht in ausreichender Zahl geliefert werden können, war auf der Kreisdirektion die schwarz-weih-rote F'agge gezogen, auch der demokratische frühere Abgeordnete hatte sein Anwesen mit der gleichen Flagge ge­ziert, schließlich wehte die alte Reichsflagge außer auf vielen anderen Häusern auch aus der Woh­nung eines Gewerkschaftsführers. Starke Erregung erregte schon die Feststellung dieser Tat­sache, dazu kam aber, daß beim Erscheinen des früheren Grvhherzogs beim Gottesdienst in der Kirche, sich die ganze Gemeinde erhob, während die Vertreter der Regierung weniger beachtet wurden und kaum Platz fanden. Alle diele Um­stände werden dem Kreisdirektor in die Schuhe geschoben. Inzwischen scheint sich doch einiges aufgeklärt zu haben, insbesondere steht fest, dtß von einer Schuld des Gemaßregelten kaum die Rede sein kann. Ein Gewerk" schaftsführer sollauch persönlich für St eingetreten sein.

Aus Stabt und Land.

G i eben, den 5. Aug. 1922.

Kreistag.

Der Kreistag des Kreises Gießen hielt am Mittwoch im Regierungsaebäude seine ordentliche Sitzung. ES waren 28 Mitglieder des Kreistags und 2 Mitglieder des Kreisau5schu'ses erschie nen. Den Vorsitz führte Oberregierungsrat Weicker. Rach Bestellung der älrkundspersonen und Ver­pflichtung des Protokollführers wurde in die Tagesordnung erngetrefen.

D ie Rechnung der Kreiskasse für 19 2 0, die mit einem Rechnungsrest von 1 745 365,92 Mark davon liqu. Ausstände 1 605 127.05 Mark abschließt sowie der Ver­waltungsbericht und die Kreditu bersch,rettungen trurben vorbehaltlich der Prüfung durch die Oter- rechnungskammer genehmt.

Der Vorsitzende trug sodann den Voran­schlag der Kreiskasse für 1 92 2 vor und gab zu den einzelnen Rubriken kurze Erläuterun­gen und Aufklärungen. Bezüglich der K-eis- sammeiwasenmelsteoei entstand eine längere Aus­sprache. Der Kretetag ermächtigte den KreiSauS- schuh bzw. die gewählte Kommission, die wegen | der Erinnerung der maschinellen Einrichtting er­

forderlichen Verhandlungen selbständig zu Ende zu führen, auch bezüglich des Pachtverhältnisses die erforderlich erscheinenden Schritte zu unter­nehmen. Der durchberatene Voranschlag wurde unverändert angenommen.

Die von dem Kreisausschuß beschlossene Or­ganisation der Kreisfürsorge st eile für Kriegsbeschädigten nd Kriegshinter­bliebene wurde gutgebeißen und die anteil­mäßigen Kosten auf den Kreis übernommen.

Ein Antrag des Kreisausschusses, der Kreis­tag möge die Mitwirkung des Kreises als eines die sämtlichen Landgemeinden und selbständigen Gemarkungen des Kreises umfassenden Woh­nungsverbandes im Sinne des Artitels 8 Abs. 2 des hessischen Ausführungsgesetzes vom 12. Ok­tober 1921 bei der Erhebung und Ver­waltung der Wohnungsbauabgabe beschließen und den Kreisausschuh für die je­weilige Festsetzung des Derbandszuschlags und die Verwendung des Steueraufkommens bevoll­mächtigen, wurde abgelehnt bzw. es wurde be­schlossen, daß die erhobene Wohnungsbauabgabe, soweit sie den Anteil der Gemeinden betrifft, den Gemeinden rerblelben soll.

Ein Antrag des Kommunalverbandes, der Kreistag wolle für das Erntejahr 1922 die rechts­verbindliche Haftung für einen Gesamt­kredit von 15 Millionen Mark über­nehmen, wurde genehmigt

Weiter beschloß der Kreisteg, daß das Klei­dergeld für ortsarme Geisteskranke vom 1. April 1922 ab von den zuständigen Orts­armenverbänden zu tragen ist

Einen Antrag auf Erhöhung der Vergütung für D r a n d h i l f e l e i st u n g uitrbc -u^eftimmt. Hiernach werden rückwirkend ab 1. Dezember 1921 folgende Sätze gewährt: 1. Vergütung der Mann­schaften: 3 Blk. für Mann und Stunde, jedoch nicht über 15 Mk. für den Mann. 2. Vergütung für Fahrleistungen: Für 2 Pferde nebft Fuhr­mann bei Fahrten ohne äleberschreitung der Ge­markungsgrenze, wenn das Dran dhilfeers uchen vorher zurückgenommen wurde 15 Mk., bei Fahr­ten außerhalb der Gemarkungsgrenze 35 Mk.

Ferner wurde die vorgelegte Satzung über die Krankenversicherung der Haus­gewerbetreibenden genehmigt.

Die Aenderung der Kreissatzung über die Gebühren für die Bauaufsicht, wonach die Mindestgebühr auf 20 bzw. 25 Mk. erhöht werden soll, wurde genehmigt

Der Vorsitzende schloß hieraus mit Worten des Dankes die Sitzung.

Wettervoraussage

für Sonntag:

Unbeständig, zeitweise leichter Degen, Temperaturen schwankend.

Andauernde Luftdruckschwankungen über dem gesamten Konttnent deuten auf noch immer unbeständige Wttterung hin.

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 27. Juli der Lehrer Aloys Gut hier ^u Hausen. Kreis Offenbach, zum Rektor an der Volksschule daselbst Ernannt wurde am 28. Juli 1922 der Kanzleigehilfe Lud­wig Pabst zum Kanzlisten bei dem Amtegericht Darmstadt I mit Wirkung vvm 1. August 1922 ab. Ernannt wurde am 29. Juli der Lehrer Heinrich Arnold zu Drauerschwend zum Lehrer an der Volksschule zu Ültphe, Kreis Gießen, der Schulamtsanwärter Wilhelm Hemel aus Darm­stadt zum Lehrer an der Volksschule zu Hausen, Kreis Offenbach

** Der Brief 5 Mark "Porto. Auf 1. Oktober ist eine neue Erhöhung der Postgebüh­ren geplant, um den voraussichtlichen Fehlbetrag für 1922 von 11 Milliarden zu decken. Vereinfache Fembrief soll 5 Mark kosten, die Fernpostkarte 2,50 Mk. Drucksachen biS 20 Gramm 75 Pf., von 2050 Gr. 1,50 Mk., von 50100 Gr. 3 Mk. Die Gebühren für Pakete sollen sein: in der Rah- ftone £ Kilo 10 Mk., in der Fernzone 20 Mk. usw. Bei Telegrammen ist die Wortgebühr von 2 Mk. vorgesehen. Die am 1. Juli mit 160 Proz. gesteigerten Fernsprechgebühren sollen um weitere 160 Prozent erhöht, also verdoppelt werden.

* * Rückstände von der Reichsein-' kommen steuer 19 20 sind innerhalb acht Tagen zu bezahlen. Näheres ist im Anzeigen­teil enthalten.

* * Die Ausgabe v«n Kohlen auf Marke 2 der Kleingewerbekarte wird im heu­tigen Anzeigenteil mitgeteilt.

* * Eine weitere Erhöhung der Kohlenpreise wird im heutigen An­zeigenteile bekanntgegeben.

** Oberhessischer Sun ft betet n. Der Besuch der Otto älbbelohde-Gedächtnis-Ausstel­lung ist fortgesetzt sehr rege. Der Vorstand des Kunstvereins wird wohl die Ausstellung nicht, wie sonst üblich, 4 Wochen, sondern den ganzen Mo­nat hindurch noch offen halten.

** Heirnatschulwochein Gießen Der ./Reichsbund Heimatschule", der sich die Pflege des Heimatgedankens in Schule, Haus und Volks­gemeinschaft zur Aufgabe gesetzt hat, veranstaltet in der kommenden Woche in Gießen eine Heimat­schulwoche. Hervorragende Vertreter des Heimat - gedankens haben ihre Mitarbeit zugesagt. Als Teilnehmer kommen neben Lehrern aller Schul- gathingen alle, die an der Pflege deS Heimat­gedankens Mitarbeiten, in Betracht. In einer Reihe von Vorträgen soll gezeigt werden, wie durch die Heimatsorfchung und durch die Pflege der heimatlichen Ratur und Kunst die Liebe zur Heimat in der Schule gefördert werden kann. Reben diesen Vorttägen finden mehrere Führun­gen durch Museen und eine Tagesführung zum Limes, Kloster Arnsburg, Hügelgräber, Müschen- heim, Burg Münzenberg, Butzbach statt.

Bornoii.zcn.

Tageskalender für Sams­tag. Caf4 Leib, 8 älhr: Vortrag überS>ie amerikan schen Zustände nach dem Alkoholverbot". Oswalds garten 3 und 81,.. ilbr: Zirkus Hep­penheimer. Lichtspielhaus, Dahnhofstr., heute und morgen: ,Frauenopfer" und ^Rettung aas dem Eise".

Aus dem Stadttheaterbureau. Wie bereite bekanntgegeben wurde, findet am Dienstag ein Gastspiel des berühmten 6 t rief c - Darstellers Carl William Büller statt. Heber 200?mal spielte Herr Büller denStriefe in dem bekannten SchwankDer Raub der Sabinerinnen", so daß eine fein ausgearbeitete Leistung zu erwarten ist.

Kreis Schotten.

' Ober-Lais, 4. Aug. Die beiden neuen (Moden für unsere Kirche wurden heute auf festlich geschmücktem, sechsspännig gefahrenem

Wagen am Bahnhof Ridda abgeholl. Das neue Geläute wird im Laufe der kommmenden Woche in unserem Kirchturm angebracht werden- am da­rauffolgenden Sonntag soll die Eimveihungsfeter ftattfinben. Die Glocken, deren Kosten in Höhe von ca. 40 000 Mk. durch freiwillige Stiftungen der Gemeindeglieder gedeckt wurden, sind aus der Glockengießerei Rinker in Sinn hervor- gegangen; die eine, kleinere, trägt die Inschrift: »Bete und arbeite, die andere und größere die Worte:Rach Krieg um) Leid und harter Zeit ruf ich erneut zur Seligkett". Konsistorialrat B e r n b e d aus Darmstadt, der Vertreter der obersten hessischen Kirchenbehörde, der gerade in Aidda anwesend war, wohnte der üebemabmc des Geläutes am Bahnhof in Ridda bet

Starkenburg und Rheinhessen.

Kunstgewerbliche Wanderausstellungen in Hessen.

Die hessische Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst hat beschlossen, all­jährlich Ausstellungen der"Erzeug­nisse hessischer Künstler und Kunstge - werbler in vielen Städten Hessens zu ver­anstalten, und zwar in Form von Wander­ausstellungen. Die erste Ausstellung soll vom September 1922 bis Juni 1923 ftattfinben. Zugelassen sind Werke der Malerei, Graphik, Plastik und nichttndusttielle Kleinkunst- arbeiten.

rm. Darmstadl, 3. Aua. Die Stadtverord­neten genehmigten heute nach längerer Debatte den Abbruch des alten Liebighauses in der großen Kaplaneigasse und dessen alsbaldige Wiederaufrichtung an einer anderen Stelle, damit die Straße an dieser Stelle entsprechend ver­breitert werden kann. Ein Baulostenplan formte nicht vorgelegt werden und die Aussühl-ung muß der Stadtbauverwaltung überlassen bleiben.

tob. Mainz. 4. Aug. Infolge der sprung­haften Entwertung der Reichsmark und der da- zusammenhängenden fortwährenden Steige­rung der Kosten des Lebensunterhaltes hat sich der Bevölkerung große Erregung bemächtigt, die sich in Angstkäufen auswirkt. Die Waren­häuser waren in den letzten Tagen dem Andrange der Käufer kaum noch gewachsen und haben teil­weise in wenigen Stunden ihre Lager geräumt. Da an eine rasche Herbeischaffung neuer Waren nicht zu denken ist, haben am Donnerstag eine Reihe größerer Geschäftshäuser bis auf weiteres geschlossen.

Hessen-Nassau.

Das Kaiserstandbild im Dürgersaal.

Frankfurt a. M., 4. Aug. Die deutsch­nationale Fraktion der Stadtverordnetenver­sammlung hat einen Antrag eingebracht, in dem ber Magistrat ersucht wird, das Standbild Wilhelms I. wieder an seinen bisherigen Standort im Dürgersaal zurückzubeför- der n.

Eitze Räuberbande ttn TaumrS.

tob. Höchst, 4. Aug. Der hiesigen Pokizet ist es gelungen, gestern hier und in dem nahe­gelegenen Riedereschbach eine Einbrecher­bande dingfest zu machen, die in den vergange­nen Winter-und Fl-ühjahrsmonaten die Taunus­gegend brandschatzte. Die Bande hatte stch hauptsächlich daraus gelegt, in den verschieden«! Taunusorten die CBillen auszuplündern, wobei sie hauptsächlich Wäsche, Silberstücke, Teppiche, Bil­der. wie überhaupt alles Wertvolle mitgeben hieß. Ein großer Teil des geraubten Gutes konnte jetzt noch herbeigefchafst werden. Auch die Hehler der Einbrecherbande konnten festgenom­men werden.

Mißglückter Ravbüberfall.

fpd. Frankfurt a. M., 4. Aug. Der Lehrling einer hiesigen Privatbank wurde am Donnerstag nachmittag, als er mit einer Summe von 52 000 Mark von der Post den Hausflur seines Geschäfte in der Weißfrauen- strahe betrat, von zwei jungen Bur­schen überfallen, die ihn schwer miß­handelten und ihm dann das Geld raubten. Auf die Hilferufe des Lehrlings machten sich sofort Hausbewohner und Strahenpassanten an die Verfolgung der Räuber. Es gelang auch, beide festzunehmen, und auch das Geld, das sie inzwischen fvrtgeworfen hatten, wie­der zu finden. Es handelt sich um den 20jähri- gen Ernst Kupfer aus Frankenreuth und den gleichaltrigen Georg F. Lex aus Pittsburg.

Frankfurter Krimmalstatistik.

fpd. Frankfurt a. M., 4. Aug. Die Kri­minalpolizei nahm ttn Monat Juli 566 Personen fest, darunter 46 steckbrieflich gesuchte. Sie bearbeitete u. a. 5 Mvrdsachen, 159 Einbrüche, 214 Betrugssachen, 128 OWnzverbrechen und Münzvergehen, 56 Sittlich? itsverbrechen, vier Sch l ei chhandelsanzeigen und 36 Ra hrungsrnittel- fälschungen. Die Sewstmordstattstik weist 16 Falle auf.

Straßentaufen ht Höchst.

fpd. Höchst a. M., 4. Aug. Die Stadt­verordnetenversammlung beschloß die Umtaufc der Kaiserstrahe in Rathenaustraße, und der Sedanstrahe in Liebknechtstrahe.

Schlichtungsausschuft der Provinz Oberhcssen-

Verhandlung vom 1. August 1922.

In bet Lohnstreitsache be5 Zentral­verbandes der Bäcker gegen die Bäcker-Innung Dad°Rauheim vereinbarten die Parteien bis jim neuen Wirtschaftsjahr die Wochenlöhne der Schießer, T.igmacher und Letztgehllfrn att 1300, 1200 und 1100 Mk., mit Anrechnung von 550 Mk. für Kost und Wohnung.

Für die Bäcker-Zwangsinnung Gießen wurden diese Löhne mit einem Abschlag von je 50 Mk. und zwar mit Wirkung mm 7. August 1922 drrch Schiedsspruch vor geschla­gen und ber Anrschaurige betrag für Kost inb Wohnung ebenfalls mit wöchentlich 550 Mk. an» gesetzt.

Der Zentralverba nd der Hotel-, Restaurant- and Cafö-Ange ft eilten in Dad-Rauhrim hatte 'Verhandlarg mit dem Verband der Bad-Rauh:imer Ernährung?- inb Derpflegungsinduftrie (Ho "tino ind Gastwrrte- verein) wegen belferet Enttohmrng des Küchen-