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Lranlfmi a. HL 11S86.

Die Rede Lloyd Georges

Alliierten zu behandeln.

Männern, Frauen und Emdern ourcy oie j deportiert worden, Zehntausende würden ruhiger Lieberlegung ausgerottet.

dieses Läuterungsprozesses durch die ent­sprechenden, ihnen zur Verfügung stehenden Druckmittel veranlaßt, dann wird die Lon­doner Konferenz, genau ebenso wie die vor- cmgegangenen, nur eine große Enttäuschung mehr bringen. Dann werden sich mit der deut­schen Valuta Ausgleichs- wie Reparations­zahlungen ganz verflüchtigen.

alliierten Regierungen auf Anregung Eng­lands zur Zeit die Frage erörtern, ob es rät» lief) sei, einen Appell an die Adresse der Anion in der Frage des Schuldenausgleichs zu richten. Von der Antwort auf diesen Rot­ruf wird es abhängen, ob die Reparations­frage jetzt in Fluß kommt, die eben nur zu lösen wäre auf der wiederholt vorgeschlage­nen W e l t s ch u l d e n k o n f e r e n z, auf der alles davon abhängen würde, ob die Anion, dem Beispiel Englands folgend, sich zu einer entsprechenden Streichung oder doch Kürzung | ihrer Forderungen an die Alliierten bereit fin­den, und ob zweitens Frankreich durch einen Verzicht auf Reparationsausbeutungund auf die Sabotagepolitik der Sanktionen eine Zurückführung der Reparationen zur Wieder­gutmachung ermöglichen würde.

Wenn die neueste Katastrophe der Mark, die sich anscheinend auf dem abschüssigen Wege zum Sowjetrubel befindet, die Pariser Staats­männer nicht zur Einkehr nnö Amkehr, und die anderen Alliierten nicht zur Anterstützung

Die Antwort auf die französische Drohnote.

bedeutet.

Es ist unschwer zu erkennen, daß die Rote Balfours an die Alliierten in Sachen der Schuldenzahlung der französischen Extratour ein Paroli bieten soll. Die Dereiterklärung Großbritanniens, alle ihm von den Alliierten geschuldeten Anleihen und die ihm von Deutschland geschuldeten Reparationen zu an­nullieren,wenn eine solche Politik den Teil einer befriedigenden internationalen Regelung bildet", stellt nichts mehr und nichts weniger als ein hochbedeutsames Programm zur Lö­sung des Reparations- und Kriegsschulden- prvblems und damit zum Wiederaufbau Euro­pas dar. , L

Aber die britische Regierung begnügt sich nicht damit, ein solches Programm aufzustel­len, sondern sie gibt gleichzeitig den Weg und deutet ihre Druckmittel an. Die letzteren, indem sie die Notwendigkeit betont, die For­derungen an die europäischen Alliierten jetzt i einzutreiben. Den Weg mit dem Hinweisso-! weit einzutreiben, als England gezwungen ist, seine Schulden entsprechend den mit großer Heftigkeit aufgestellten Forderungen der Ver­einigten Staaten zu bezahlen". Selbstverständ-- lich weiß man in London, daß Frankreich und I die übrigen europäischen Schuldner nicht zah­len können; aber wenn die Mahnung jetzt in so scharfer Form erfolgt, so ist das ein Avis an die Adresse Frankreichs, daß man ent­schlossen sei, dies Druckmittel zur Lösung der ReparationSfrage anzuwenden.

Es bildet die Ergänzung hierzu, wenn die

Was wird London bringen?

Was wird die so oft hinauSgeschvbene Londoner Konferenz den auf Erlösung harren­den Völkern Europas bringen? Reue Ver­schleppungstaktik oder Offenbarung der laten-! !ten sranzösisch-enqllschen Spannung oder aber die Ansätze zu einer Lösung des Reparations- Problems, welche die Vorbedingung zum Wie­deraufbau Europas bildet.

Das Vorspiel zur Londoner Konferenz, nämlich die Drohnoten Poincarös an Deutschland in Sachen der Aus-

heutiger Stand des Dollars

11 Ahr vormittags: Berlin 700, Frankfurt a. Rl. 730735

Die fran ösischen Zwangsmaßnahmen.

Paris, 4. Aug. (WB.) DieLiberts" hält sich für ermächtigt, zu präzisieren, daß die Zwangsmaßnahmen mit der Ausweisung einer Anzahl im Elsaß und i n L o - thringen wohnender Deutscher dn Sequestrierung ihres Besitzes ihren Anfang nehmen würden. .

Die ..Information" nennt die Zahl der in Elsaß-Lothringen wohnender Deutschen, die kom­mende Woche aus gewiesen würden und de­ren Bernrögen sequestriert werden sollen. Sie spricht von 15 0. Eine Woche später würden die gleichen Maßnahmen eintreten. Weitere wür­den alsdann folgen.

Beschlüsse der Reparationskommission.

Paris, 5. Aug. (WTB.) Die Repa­rationskommission hat gestern dem Arbeitsplan Le Troquers ihre grundsätzliche Zustimmung erteilt, jedoch verlangt sie wei­tere Aufklärungen über die Arbeiten selbst und ihren Kvstenvoranschlag. Alle Sonder­bestimmungen sollen nunmehr zwischen der deutschen und der französischen Re­gierung festgelegt werden, der die Repa- rativnskommission die Genehmigung erteilt hat, in Verhandlungen hierüber einzutreten. Rur muß der Minister nach demMatin" die technischen Einzelheiten der Ausführung be­stimmen und für jeden einzelnen Plan die Materialien und Arbeitskräfte anfvrdern, angefordert werden sollen.

Großmächte ernannten Kommissionen in Paris vorgeschlagen worden. Die britische Regierung habe die Arbeiten der Kommissionen niemals be- einflußt. Diese hätten vorgeschlagen^ daß Smyrna und die angrenzenden Gebiete Griechenlarw zu- fallen sollten, weil sie ihrer Kultur und der Mehrheit ihrer Bevölkerung nach uberwnegmd griechisch feien. Die sei Englands, Frankeichs und Amerikas Auffassung. Die eurzige Macht, die keine Meinung lundgegeben hätte, sei. Italien gewesen und zwar aus begreiflichen Gründen Frankreich habe seither seine Auffassung geändert. Er glaube nicht, daß dies der üall gewesen Ware, wenn Beniselvs am Ruder geblieben Ware. König Konstantin sei verantwortlich für die feindlichen Akte gegenüber den Alliierten, die Frankreich tief verletzten. Frankreichs öffentliche Meinung sei darüber erbittert, daß Griechenland sich hinter seinen König gestellt habe, doch sei dies die Sache der Griechen. Die ganze Frage müsse nach sachlichen Erwägungen beurteilt werden.

Lloyd George gab dann eine Aebecsicht über die Bemühungen der Alliierten, den Frieden zwischeii Griechenland und Angora herbeizu­führen, und betonte, daß diese Versuche stets an der Haltung Angoras gescheitert feien. Grie­chenland habe den Vorschlag Curzons an­genommen, weil Konstantinopel der Sitz des Ober« Hauptes des Islams sei. Aber Mustafa Ke­mal Pascha habe abgelehnt und es sei nichts erreicht worden. Lloyd George erklärte Oie Griechen hätten Recht, sich dagegen zu mehren, daß sie ihre Truppen zurückziehen und eine halbe Million von Landsleuten schutzlos zurücklassen sollten. Im Pontus feien Hunderttausende von Männern, Frauen und Kindern durch die Turke' hc-hnTtiort Warden. Zebntausende würden mii

Volk. (Beifall.)

Die Orientfrage.

London, 4. Ang. <WD.> Das Anter. Haus hat sich heute nachmittag v e r t a g t -vor­her kam es noch zu einer Aussprache über Die Orientfrage, wobei Lloyd G e v r g e das Wort ergriff. In Erwiderung auf die an bei Politik der Regierung geübte Kritik führte er aus, die Regierung sci durchdrungen von der Rotwen- digkeit, den Frieden im Rahen Osten wiederher- zustcllen, doch müsse es em gerechter und wahrer Friede sein Die Darstellung, als ob England sich die Türkei durch seine Polttik entfremdet hab^ entspreche nicht den Tatsachen. Cnglarw.habe der Türkei jahrzehntelang sem«i Schu^ gewahrt und dafür den Lohn geerntet, daß das ottomonlsche Reich 1914 den Alliierten die Durchfahrt durch die Dardanellen gesperrt und sich gegen sw am Kriege beteiligt habe. Dies habe den Krieg wahr- peinlich um Jahre verlängert und den Zusam­menbruch Rußlands verursacht. Es fei auch leicht zu sagen, daß die Besetzung Smyrnas und I die Bestimmungen des Vertrages von Sevres I ausschließlich das Werk Großbritanniens seien. I Alles, was geschehen sei, fei von den durch die

Berlin, 5. Aug. In den gestrigen Beratun' gen der Reichsregierung wuroe der endgültige Text der Antwort an Poinoare festgesetzt Aach den Morgenblättern erklärt die Rote, baß die deutschen Ausgleichszahlungen erst am 15. August fällig seien, und daß die Folgen die sich aus der Richtzahlung Deutschlands er­geben könnten, in den Abmachungen über das Ausgleichsverfahren festgelegt worden sind. Rach diesem Vortrag könne von selten der Mächte eint sofortige Kündigung der Abmachungen ausge- prochen werden. Zwangsmaßnahmen für den Fall daß die deutsche Regierung bis zum 5. August die Zahlung der geforderten Beträge nicht zu. gesagt habe, seien aber nicht möglich. Set- artigen Maßnahmen würde j epr rechtliche Grundlage fehlen. Cs wirk dann hervorgehoben, daß in der letzten Mitteilung der Reichsregierung an den französischen Mi nisterpräsidenten über die Ausgleichszahlunger mals von der Absicht einer gänzlichen Einstei , lung der deutschen Zahlungen die Rede geweser : sei sondern nur von der Llnmoglichkeit, sie ir der geforderten Höhe zu leisten. An Schluß der Rote wird dann noch einmal auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage Deutsch lands hingewiesen und der Hoffnung Ausdruc gegeben, daß von der französischen Regierung keine Zwangsmaßregeln ergriffen werden, benot nicht die ganze Frage endgültig gemeinsam mit allen Mächteii geregelt fei Die deutsche Rote, der eine Abschrift der Antworten Eng« la n d s u ii d B e l a i e n s auf oas deutsche Gesuch um Herabsetzung Der Ausgleichszahlungen bei« liegt ist noch gestern nach Paris übersandt wor­den ' und wird heute mittag der französischen Regierung übergeben werden.

Hierauf ergriff LlohdGeorg e das Wort 1 und sagte, Asquith scheine den Standpunkt des i britischen Steuerzahlers nicht zu verstehen. Er, Lloyd George, habe nicht den Wunsch, hierüber 1 einen Streit anzufangen. Er sei durchaus bereit, zuzugeben, daß die gegenwärtige Politik der Re­gierung und der Alliierten bezüglich der Repa­rationen e.brteit werde. Robert Cecil habe oie Re­gierung zu einem kühnen Vorgehen ermahnt habe aber nichts darüber verlauten lassen, worin dieies bestehen solle. Die Regierung sei in zwei Rich­tungen kritisiert worden. Erstens werde verlang^ daß sie sich Frankreich an die Sette stelle und zweitens, daß sie Frankreich ermah.ie, nich^ so bart auf Deutschland einzuwirken. Diese beiden Arten von Politik seien nicht vereinbar. Hner lägen die Schwierigkeiten in den Tatsachen Die Lage sei so, daß es sich nicht um eine Verhandlung ! zwischen der britischen und der deutschen Regie- I iung bandle sondern um Verhandlungen zwischen den vier Alliierten. Man könne versuchen, eine Politik durch udrücken; aber werde eine Zeit kommen, wo nur die W a hl zwi­schen einem Kompromiß und Dem Bruch bleibe. Wenn die Saite, die von per Regierung eine kühle Politik verlangten, nicht den Rat geben wollten, zu brechen, hätten sie auch kein Recht, zu sagen, die Regierung sei nicht kühn genug. Das Memorandum, das er aus der Versailler Konferenz verteilt 'frabe, sei von einem italienischen Staatsmann veröffentlicht wor­den. Er habe für diesen Schritt keine Verant- wortuna, aber das Memorandum stelle seine (Lloyd Georges) Auffassung und die der britischen Delegation dar. Es sei das Ergebnis sorgfältiger Erwägungen gewesen. Er wolle nicht behaupten, daß der Versailler Vertrag dieses Me­morandum buchstäblich au: geführt ha. e, aber es gebe noch andere Gesichtspunkte, nägilich die Auf­fassung Frankreichs, Belgiens, Italens und anderer Regierungen, die am Kriege beteiligt ge­wesen seien. Das Beste wäre, alle diese verschie­denen Auffassungen miteinander in Einklang zu bringen. Was die Forderung Robert, Cecils an- ! belange, daß von vornherein ein bestimmter Be- , | trag für die Reparationszahlungen hätte festgesetzt , werden sollen, so sei zu erwidern, daß es damals : unmöglich gewesen sei, die angerichteten Schäden und die Zahlungsfähigkeit Deutsch­lands festzusetzen. Man würde den Schaden, aus die Zahlungsfähigkeit Deutschlands hin, zu hoch bewertet haben, weil damals gerade eine Hauste im Handel im Gange gewesen sei, von der manche geglaubt hätten, sie würde andauern. Da es also unmöglich gewesen sei, einen bestimmten Be­trag fcstzulegen, fei eine unparteiische Kommisston eingesetzt worden. Deutschland werde im großen und ganzen zugeben müssen, daß dieser Teil des Versailler Vertrages fair und unparteiisch von der Kommission zur Anwendung gebracht worden fei. Die Kommission habe die einlaufenden Entschädigungsansprüche geprüft und DeutfchwnD aufgefordert, inzwischen seine Angaben zu machen. Deutschland habe das nicht getan, auch nach I Monaten nicht. Die Reparationskommission habe darauf ihre Beschlüsse gefaßt.

Roch eines sei in Betracht zu ziehen: Damals habe es in Frankreich kein Ministerium ge­geben, das in der Lage gewesen sei, irgend eine vorgeschlagene Zahlung anzunehmew Es sei zweck- los, bei solchen Dingen Die politischen Tatsachen nicht in Rechnung zu ziehen. Clemenceau sei einer der mutigsten Staatsmänner, die lemclls i die Geschicke Frankreichs geleitet hätten Er habe keine Furcht vor der Opposition gehabt. Selbst Clemenceau würde sich nicht bereit gefunden ha­ben, zu jener Zeit der Kammer vorzuschlagen I irgend eine bestimmte Zahlung zu billigen, selbst eine solche, die von den französischen Staats- | männern als annehmbar erachtet worden wäre. I Er möchte betonen, daß die Reparation»« kommission nach dem Versailler Vertrage das Recht habe, zu erftären, Deutschland solle den I festgesetzten Betrag bezahlen. Wenn die Kom­mission ein Moratorium gewähre, oder Die Iahreszahlungen herabsetze, handle sie volllom- men entsprechend Dem Vertrage. ® r f e i f r o y, daß Poincar 6 Vorschläge habe, Die er den britischen Ministern vorlegen wolle. sei überzeugt, daß das Haus erlauben werde. Daß die Regierung die Hände frei habe^ um ihr -Benes xu tun, damit eine Einigung erreicht werde. (Bcn fall.) Es sei zugegeben, daß ein zu harter Druck auf Deutschland nicht nur feine ateparauong- Zahlungen einbringen werde, sondern auch Die Ge­fahr in sich berge, daß Deutschlan d z ur Verzweiflung getrieben werde. Ob es Dabei in die Hände Der Reaktionäre oder der Kommunisten geriete, bedeute wenig ünterfd)ieD. Bezahlen würde es dann nicht. Ein revolutio­näres Deutschland in Mitteleuropa sei etwas ganz anderes als ein revolutionäres Rußland. Die

russische Devöllerung sei in vieler Dezichung hilf- 1 los; sie könne nicht einmal eine gute Revolution machen. Es fei ein Segen für Europa gewesen, Daß Der erste Ausbruch Des Kommunismus in 1 Rußland erfolgt fei. In dieser Dezishung seien Lenin und Trotzki die Retter Der Gesellschaft gewesen. (Heiterkeit.) DieRevolution werde meinem, so wohl organisierten und gebildeten Lande tote Deutschland eine wirkliche Gefahr fu r D i e Welt bedeuten. Deshalb würde es in dieser Beziehung verkehrt sein, Deutschlaiid über seine Leistungsfähigkeit hinaus zu drangen. Anderer­seits dürfe man nicht aus Furcht vor dieser Ge­fahr auf eine faire und gerechte Forderung ver­zichten. (Beifall.) Deutschland wisse, daß be­zahlen müsse. Die Reparationszahlungen hatten nichts mit einer Bestrafung zu tun. Deutschlan!) gleiche einem Privat manne, Der die andere Partei vor das Gericht gezogen, dieses Gericht selbst ausgewählt mid seinen Prozeß .verloren habe. Jetzt wolle die gewinnende Partei iyre alnkosten wieder haben. Das habe nichts mit Rache zu tun. Es sei aber falsch, in das andere Extrem zu fallen and Deutschlands Zahlungsfähigkeit zu unter­schätzen. Deutschland leide wie jedes andere Land unter Der Tatsache, daß die Welt keinen Handel treiben könne. Da sei es nicht die rechte Zeit, seine volle Zahlungsfähigkeit abzuschatzen. Man müsse an die Zukunft denken. Deutschland sei durch die Entwertung Der Mark seiner in ner en Schuldsogutwieentledigt. In Deutschs land werde also später folgende Lage fern: Es werde keine innere Schuld haben, nur eine äußere Schuld von einer bis eineinhalb Milliarden. Alle Fabriken seien intakt und neu ausgestattet, wozu Die letzten Drei Jähre Der Inflation benutzt worden seien, wenn auch in hohem Maße auf Kosten der Arbeiter und d e S M i 11 e 1 st a n o e s. Deutschland habe 60 Millionen tüchtige, geschulte Menschen Die Zett werde kommen, da die Welt fidb wieder erholen werde. Die Verwirrung werde verschwinden, und Die Welt werde genesen. Eng- land müffz sich davor Mm d-h trenn d>° - Zeit kommt, sich einem Deutschland Mit 60 Mil­lionen Menschen ohne innere Schuld gegenüber-

befinde und mit einer äußeren Schuld, die m : einer Zett Der Depression festgesetzt worden sei, währenD EnglanD mit einer inneren Schuld von sieben Milliarden und Der bekannten äußeren Schuld da siche. Deutschland könne nicht aus ge- sühlsmästigen ober moralischen Gründen Die SchulD von einer Milliarde erlassen werden, wah­rend England die Aufgabe 'habe, mit zwei großen InDustrttmächten in Konkurrenz zu treten.

Lloyd George meinte: Wenn Home und ich Sonntag zur Konferenz gehen, werden wir beide uns diese Erwägungen vor Augen halten. Es ist alles zu verlieren, wenn man Deutsch­land zu weit treibt.

Aber Deutschland hat seinen Prozeß verloren. Wenn wir zusammenkommen, werde ich, wie bis­her jedem Vorschlag Widerstand leisten, der Die Wirkung haben wird. Die Auslösung Europas zu vergrößern. Aber ich muß betonen, ich bin da- aeaen daß Großbritannien sagen soll, diese Schwierigkeit muß auf Kosten Großbritanniens beseitigt werden. (Großer Beifall.) Wir smd auf Der Konferenz auf gleichem Fuße. Wir sind sozusagen eine Zusammenkunft von ©laubigem eines Konzerns, der sich nicht für bankerott erklärt, aber sagt, daß er nicht bezahlen kann. Wir haben unsere Forderungen, Frankreich die seinen, Italien und Belgien die ihrigen. Aber diese müssen gl ei chmähig behandelt w er d en. Wenn wir Den Vorschlag machen, daß für den Augenblick ein Moratorium gewährt werden soll, oder oaß für Den Augenblick eine bestimmte Jahreszahlung festgesetzt wird, darf es nicht h^ßen: Wenn Ihr das tut muß es aiif Eure Kosten geschehen. (D-ifall') Welche Milderung auch vorgenommen wird es wird eine Milderung sein, die notwendig ist Sie wird im Interesse aller Beteiligten er­folgen. Es ist höchst schwierig, die Menschen dazu zu bringen, den Tatsachen ms Gesichc zu sehen. Aber ich hoffe, wir werden imstande sein, zusammen zu marschieren, Frankreich, Belgien und wir selbst. Wir werden jede Forderung des ver­wüsteten Frankreich sympathisch erwägen. Groß­britannien hat keinen Mangel an Sympathie für Frankreich und Belgien: aber wir Jagen, daß

1 der englische Steuerzahler nicht für immer die Lasten tragen und daß er nicht sagen soll: leder muh fair behandelt werden, außer unseren eigenen Bürgern. Wir wollen Deutschland fair behandeln und wollen £ ran Er eich Gerechtigkeit gewähren: aber Gerechtig­keit heißt auch Gerechtigkeit gegen unser eigenes

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|82 ' J72. Jahrgang i Tamslag, 5. August 1922

GietzenerÄMger

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WW General-Anzeiger für Oderhesien

Vr°ck unb Verlag- vrühl'sch- Univ.-Vuch- und St-mdrucker-i B. Lange. S<^rtftIeUung, S-Mst-Me und Vruüer-i-^uIMtz^

Conbon, 4. Aug. (WTB.) Asquith schlug im wetteren Verlaufe feiner Rede im älnterhause vor, daß England auf alle ihm geschuldeten Be­träge verzichten solle. Ein solches Verfahren wurde nicht nur edelmütig, sondern auch gefchaftsklug fein. Wedgwood sagte, es werde fernen ytoed haben, die Schulden der Alliierten zu annullieren, wenn sie fortführen, Flugzeuge und älnterfeeboote zu bewilligen oder wenn die kostspielige Besetzung des Rheinlandes fortdauere. Dec Arbeiterführer T v m Shaw verlangte, Die Reparationssumme I solle dem tatsächlich angeistchteten Materialschapen angepaßt werden. Lord Robert ©eeil erklärte, Die Lage Europas habe sich neuerdings .ex* u M u., ~ ...---v - immer mehr verschlechtert. Es fei cm grunDlegenD^r

«leichszahlungen und .Pte| gebier gewesen, die Reparationen als Slrase ValfvurS an die Alliierten in o<£ r I steutf^fanDg, anstatt als Entschädigung für die Schuldenfrage, zeigt ein doppeltes Ge- ------

sicht, wenn auch beide Kundgebungen in engem Zusammenhang stehen. Das Vorgehen Pom- cares, der über den Kopf der Alliierten hm- weg wieder einmal souveräne Politik treibt, I bezweckt unverkennbar, einmal für die Lon­doner Konferenz eine vollendete Tatsache zu schaffen und zweitens den britischen Staats­männern klar zu machen, daß Frankreich ent­schlossen ist, auf eigene Faust zu handeln, wenn eS nicht seinen Willen in Punkto Repa­rationen und Sanktionen durchsetzt.

Auf die letzteren kommt es den franzo- lischen Revanchepolitikern aber letzten Endes -noch mehr an als auf Reparations- und Auö- aleichszahlungen, die ja das sieht man an­gesichts der neuesten Markkatastrophe letzt! auch an der Seine ein nicht annähernd, in dem erträumten Milliardenausmaß aus der Zitwne Deutschland zu pressen sind. Daher die Drohung, die Inkraftsetzung von Sank­tionen für die Richterfüllung von Zahlun­gen, die erst am 15. August fällig werden, be­reits am 5. August, noch vor der Londoner Konferenz (!) in Kraft treten zu lassen was ja im Grunde eine Sabotage dieser Konferenz