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Ernannt wurde am ich Müller zu Erben- r Dostsschule zu Ober- i 27. Hum' der Lehrer zu öchadenbach Vorschule zu Ober- t 30. Juni der Leh- cranMt mit Dielung Deltvr an der Dolls- s dem Staatsdienst ent- der Kanzleigchilse Otto uf sein Aachsuchen mit >. - 3n fcen Ruhestand efrelär Kanzlcirat Karl ^Finanzamt) auf seinen t 1.Oktober d.J. ab. M evangelischen Lehrer an der Dollsschule zu
nmn für die Ernährung j aste Lebensmittel fri । Preise,' emporlleitern, Das nicht nir vH- etav.W Mrlvgs' jjigcr öem st eil M derer, die » ilswanoern, umW men wachst OnM
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** QI18 Berichtigung KU unserem gestri- <gen Bericht über die Jah resfeier der U n i- versität ist nachzutragen, daß stud. theol. ^Schäfer Verfasser ist der Leydhccker-Preis- arbeit: ..Zas Verhalten Englands gegenüber der evangelischen deutschen Missionen während des Weltkrieges".
Bornotizen.
Tageskalender für Mittwoch. Ästoria-Lichtspiele: „Die entfesselte Menschheit" und „Claim 36".
Kreis Friedberg.
* Butzbach, 4. Juli. Die Demonstrations-Versammlung der hiesigen Angehörigen der sozialistischen Parteien fand heute mittag auf dem Marktplatz statt. Nach einer Ansprache des Beigeordneten Wittich, des Vorsitzenden der S. P. D., formierte sich ein Zug der Kundgeber, der sich in voller Ruhe und Ordnung durch die Straßen unseres Ortes bewegte. Alles verlief ohne Zwischenfall, die Demonstranten gingen ruhig auseinander.
sf. Friedberg, 4. Juli. Die heutige De - monstrationsveranstaltung der sozia- listischen Parteien nahm unter starker Beteiligung einen ruhigen Verlaus. Am Dismarckdenk- mal und am Kriegerdenkmal wurden Ansprachen gehalten. Später marschierten die Demonstranten durch die Stadt und nach Dad-Rauheim. Auch dort hat sich alles in Ruhe abgespielt.
Kreis Lauterbach.
rr. S ch l i h, 3. Juli. Am Sonntagvormittag sand die feierliche Weihe des Heldendenkmals für unsere Gefallenen und für die Mitkämpfer des groben Krieges statt. Unter Glockengeläut und Posaunenklängen bewegte sich ein Unübersehbarer Zug nach unserem wundervoll gelegenen Bergfriedhof, wo das Denkmal aufgerichtet ist, ein 6 Meter hoher, aus weißem Mrinsandstein errichteter Obelisk mit der Sn- schrifn „ Zum Gedächtnis! Allen, die starben, Allen, die kämpften im Weltkrieg 1914/18." An der 'Feier nahmen die oberen Schulklassen, sämtliche Vereine unserer Stadt, wie auch die Kriegervereine des Schliherlandes, mit umflorten Fahnen teil. Die Ansprachen, die am Denkmal von den beiden Geistlichen und dem Bürgermeister unserer Stadt gehalten wurden, klangen in die eindringliche Mahnung aus, daß die Toten vergeblich gefallen, die Kämpfer umsonst gestritten und geblutet hätten, wenn nicht endlich alle Volksgenossen zur Erkenntnis kämen, daß nicht in gegenseitiger Verhetzung und Selbstzerfleischung, in Mord und Totschlag, in Klassen- und Bruderkampf eine bessere deutsche Zukunft beruhe, sondern in brüderlicher. werktätiger Gesinnung aller Volksgenossen zueinander. Wie einst draußen in Kampf u,w Rot die Tapferen als eine Rotgemeinschaft sich wußten mit der Losung: „Einer für alle und alle für einen", so müsse es heute in bitterschwerer Zeit in Deutschland ebenfalls gelten. Der unerschütterliche Entschluß. durch den einst das Schweizer Volk aus den Tagen der Knechtschaft das Morgenrot der Freiheit heraufführte, könne allein nur unserem Volk Bestand und eine schönere Zukunft sichern: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Rot uns trennen und Gefahr." Sn diesem Sinne wolle und solle das Denkmal stets eine ernste, eindringliche Mahnung sein. Umrahmt mürben die Ansprachen von stimmungsvollen Gesangs- und Musikvorträgen. Am Schlüsse der Feier wurden zahlreiche prachtvolle Kränze unter ehrenden Ansprachen niedergelegt.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 4. Juli. Die heutige Kundgebung der sozialistischen Parteien zum Schutze der Republik ging wieder unter großer Beteiligung vor sich. Auf dem Marktplatz wurden vier Ansprachen gehalten und die bekannten Forderungen durch Handerheben gebilligt. Der Strahenumzug verlief diesmal ohne Störung; erfreulich war das Fehlen der Galgen, roten Messer aifto. Die Polizei hatte hinreichende Vorkehrungen getroffen, die Regierung hatte durch ein Plakat gewarnt.
Hesseu-Nassau.
gn. E s ch w e g e, 3. Zull. Sn Gegenwart der Gemeinde- und Staatsb^örden sowie zahlreicher Wandervögel- und sonstiger Iugendvereine wurde gestern durch den Regierungsprästdenten in Kassel der Qubtoigflein im Werratal, die Burg der Wandervögel, als Geschenk des preußischen Staates der Deutschen Wanderjugend übergeben. Ferner bewilligte die Regierung Mm weiteren Qlusbau der Burg ein zinsloses Darlehen von 200 000 Mk. - Auf dem benachbarten Ritteraute Hübenthal zielte der 19jährige Verwalter H o- muth im Schwz mit einem Deschin, von dem er annahm, es sei nicht geladen, auf ben gleichalterigen Knecht Müller. Die Waffe war jedoch geloben und entlud sich. Durch den Schuh wurde Müller getötet. Der leichtsinnige Schütze ist flüchtig.
][ Marburg, 4. Juli. Bei dem heutigen Demvnstrationsumzug, der durch hunderte fremder Arbeiter verstärkt war, kam es in der Rahe des Marktes, wo gerade Jahrmarkt abgehalten wurde, zu Tumulten. Ein Student, der durch einen Schuh einen Zugteilnehmer verletzt hatte, wurde durchgeprügelt und muhte dann im Zn.g ein Schild tragen. Bei der Tapetenfabrik wurde das Tor eingeschlagen und Fensterscheiben zerttümmert.
wd. Wiesbaden, 4. Juli. Am Sonntag- morgen gegen 9 Uhr fanden einige Waldarbeiter in einem dichten Tannenwald auf der Platte, un- ,mittelbar am Hrrzoasweg, zwei Kindesleichen weiblichen Geschlechts im Alter von 3—4 Jahren bzw. 1 Zahr. Aeußere Zeichen, auf welche Weise die Kinder ums Leben gekommen sind, trugen die Leichen nicht. Die Polizei wurde benachrichtigt, um an Ort und Stelle den Tatbestand aufzunchmen. Auch die Staatsanwaltschaft und die Gerichtsbehörde sanden sich zu diesem Zwecke an dem Fundort ein. Allem An- schein nach liegt ein Verbrechen, vielleicht die Wahnsinnstat einer Mutter vor.
Kunst und Wissenschaft.
Ein Rocüpolarflug AmundsenS.
Roald A m u n d s e n isst bekanntlich vor jkurzem mit seinem Schiffe Maud ausgewogen, um
seine vor drei Zähren begonnene Rordpolexpe- bttion wieder aufzunehmen. Am 9. Juni telegraphierte er an die Zeitung Aftenposten in Kristiania, daß er beabsichtige, schon diesen Sommer von dem Kap Barnow, der Rordspitze Alaskas aus, über den Pol zu fliegen, und zwar sei sein Ziel das Kap Columbia, wo Depots für ihn angelegt sind. Er will einen Larsen- aeroplan benutzen, der ganz auS Metall ist und dessen Motor 225 Pferdekräfte hat. Der Apparat kann sich 32 Stunden in der Luft halten, während die beabsichtigte Strecke in 15 Stunden zurückgelegt werden kann. Als Begleiter wird Arnund- sen nur den norwegischen Leutnant Omdal haben, der als ein besonders tüchtiger Flieger gilt. Wenn das kühne Unternehmen glückt, werden wir vielleicht schon bald von der Meberfliegung des Poles hören.
Gerichtsfaal.
Berlin, 4. Juli. (WTB.) Wegen Tötung und Beraubung eines 75jährigen Pfefferkuchen-Hausierers wurden heute vom Schwurgericht der Schriftsetzer M e t i - schowski zu lebenslänglichem Zuchthaus, der Möbelflechter Wehner zu 15 Jahren Zuchthaus, und der Schlosser Scharkowskizu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Turnen, Sport und Spiel.
49. Gauturnfest des Gaues Hessen In Wetzlar.
-o- Unter günstigem Wetter wickelte sich der zweite Arbeitstag des 4 9. Gauturnens des Turngaues Hessen (D.T.) in Wetzlar flott ab.
Um 9 Uhr begann unter Leitung des Gau- fchwirnrnwarts Freitag-Wetzlar das Wettschwimmen, das hier zum ersten Male als Bestandteil eines Gaufestes auftrat, und zwar trotz starken Südwindes gegen die Bahn mit gutem Erfolg. Die Ufer der Kampfstrecke an der Lahn waren von ungefähr 3000 Zuschauern beseht, die mit großer Aufmerksamkeit, mit Anfeuerung und Beifall die Wettkämpfe verfolgten. Gleichzeitig turnten auf dem Festplatz die älteren Turner (von 35 Jahren ab) und zeigten damit, daß das Turnen nicht eine Zugendsache, sondern eine Lebensaufgabe ist.
Einen Glanzpunkt des Rachmittags bildete der Kampf um die G a u m e i st e r s ch a f t e n. Viele Hunderte umstanden das Podium, auf dem die Besten ihre höchsten Leistungen zeigten. Anton Ries, Tv. Ridda, acwann die Meisterschaft am Reck und Darren wieder unter wiederholtem brausenden Beifall; an beiden Geraten wurde Max Engelmanw Tv. Wetzlar, 2. Gau meist er. Am Pferd wurde Gcrumeister Karl Schmidt, T. u. Sp.-D. Marburg, 2. Gaumeister ist Wilh. Siebert vom gleichen Cßcretn.
Am Rachmittag kam auch die Wetzlarer- Schuljugend zu ihrem Recht mit einem farbenfrohen Festzug, allgemeinen Freiübungen und Spielen.
Von den Ergebnissen der Wettkämpfe lassen wir folgen:
Wettschwimmen: Damenjugendbrust-
schwimmen 1. Siegerin Frl. Ahbach Tv. 1846 Gießen. — Damenbrustschwimmen (50 Meter): 2. Siegerin Frl. L inde n stru t h, Tv. 1846 Gießen. — Herrenjugendschwimmen (50 Meter beliebig): 1. Sieger Geismar, Tv. 1846 Gießen. — Dirnen-Hauptspringen: 2. Siegerin Frl. Ah - bach, Tv. 1846 Gießen. — Herren-Seitenschwim- men (100 Meter): 1. Sieger Klein, Mtv. Gießen. — Herren-Zugend-Dlustschwimmen (50 Meter): 1. Sieger Geismar, Tv. 1846 Gießen, 5. Sieger Heck, Tv. 1846 Gießen. — Damen- Rückenschwimrnen (50 Meter): 3. Siegerin Frl. L i n d e n st r u t h, Tv. 1846 Gießen. — Herren- Hauptspringen: 3. Sieger Geismar, Tv. 1846 Gießen, 4. S ch i ck, Mtv. Gießen. — Herren, 200 Meter beliebig: 2. Sieger Klein, Mtv. Gießen.
Turnen, Altersstufe I (35—40 Jahre) : 8 Bewerber. Ehrenfieger Martin Textor, T. u. Sp V. Marburg, 154 P., 1. Sieger Adam Ghl- hardt, T. V. Wetzlar, 153 P., 2. Schmidt, Friedr., T. V. Lich, 139 P., 3. Schneider, Karl, T. V. Biedenkopf, 137 P., 5. Hch. Hamel. T. V. 1846 Gießen, 129 P. Altersstufe 11 (über 40 Jahre): 9 Bewerber. 1. Sieger Karl Bender, T. V. Wetzlar, 162 P., 2. Paul Schüler, T. V. Wetzlar, 154 P., 3. Fritz Hartmann, T. V. Dad-Rauhhim, 146 P., 6. Karl Möser, T. V. Grünberg, 133 P.
Wettkämpfe imVolksturnen: Stab- hoch 1. Sieger Ernst Römer, T.V. Großen-Linden 2,70 Meter, 2. Wilhelm Magnus, T. V Großen- Linden 2,60 Meter, 3. Gustav Muller, T. V. Holzheim, 2,50 Meter. — Weitsprung: 1. Sieger- Karl Reuter, T.D. Gießen, 5,70 Meter, 2. Otto Textor, T. u. Sp. V. Marburg, 5,58 Meter, 3. Rich. Kaiser, T. V. Lang-Göns, 5,22 Meter. — Hochsprung: 1. Sieger W. Schäfer, T. u. Sp. V. Butzbach, 1,55 Meter, 2 Karl Reuter, T. V. Gießen, 1,45 Meter, 3. Richard Kaiser, T. V. Lang- Göns, 1,40 Meter. — Dreisprung: 1. Sieger Otto Textor, T. u. Sp. V. Marburg, 10,30 Meter. 2. Wilhelm Magnus, T. V. Großen-Linden, 10,20 Meter, 3. Ernst Römer, T. V. Großen-Linden, 9 Meter. — 5000-Meter-Lauf: 1. Sieger Söhngen, T. V. Steindorf. 18,44 Min., 2. Eidmann, T. V. Gießen. 20,51 Min., 3. Reinhardt, T.V. R.°Girnres, 22,49 Min. — 100-Meter-Lauf: 1. Sieger Paul Tonndorf, T.V. Wetzlar, ll3/s Sek., 2. Karl Reuter. T. V. Gießen, 121/-, Sek.. 3. Richard Kaiser, T.V. Lang-Göns, 122/ Sek.
Musterriegen: Attive Tr»n r, s h. git: Mtv. Gießen, Stützhantel, 110 P.; Tv. Treis an der Lumda, Barren, 104 P: Tv. Krofd)rf, Barren, 103' ■ P.; Tv. Heuchelheim. Reck, 1021/2 Punkte; Tv. Großen-Linden. Reck, 101 > P.: Tv. Grünberg, Darren, 101 P. — Gut: Tv. Lang- Göns, Reck, 99 P.; Tv. Gießen, Pferd, 98 P.; Tv. Lich, Reck, 93 P. - Genügend: Tv. Rlünchhvlzhausen. Pferd. 80! ■ P — Zugend- turncr: ®ut. Tv. Krofd- i P'e d, 91 P; Tv. Heuchelheim Barren, 9' * Schüler: Sehr
gut: Tv. Krofdorf, Biederes Reck, 115 P. — Turnerinnen: Sehr grt: Mtv. Gießen. Darren, 112 P.
*
°v- Großen-Linden, 4. Zuli ilnfet Turnverein brachte vom Gauwetturnen des Gaues Hessen (D. T.) in Wetzlar an Ergebni se i nach Hause: Beim Einzeltarnen in der Mittelstufe den 6 (Sieg, Wilh. Magnus; den 7., Wilh. Weiß', in der ilnterftufe den 10., Karl Keßler; den 22., Hcinr. Volk; den 29., Hriirr. M a chn u s; den 30., Heinr. Kehler; den 31., August V o l k; ,den 36., Ernst Römer. Bei den Wettkämpfen
im Volks turnen wurde beim Stabhochsprung Ernst 1 Römer 1 und Wilh. Magnus 2. Sieger;
beim Dreisprung wurde Wilh. MagnuS 2. und Ernst Römer 3. Sieger. Eine Musterrnege der aktiven Turner am Reck bekam die Rote sehr gut.
Aus dem rlmtsverkünvigungsblalt.
♦* Das Amts Verkündigung sblatt Rr. 77 vom 4. Zuli enthält: Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln. — Verordnung, betr. Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit. — Verkehr auf der Straße Rordenstadt—Hochheim bei Wiesbaden. -Wiederaufnahme in die Erwerbslosenfürsvrge. — Dienstnachrichten des Kreisamtes. — Feldbereinigung Lumda
Vermischtes.
Fliegerabsturz.
H a m b u r g, 4. Juli. (Wolfs.) Das heute vormittag von Berlin hier eintreffende P o ft- flugzeug O 148 stürzte kurz vor dem Flugplatz bei der Landung ab und überschlug sich durch die Berührung mit Bäumen und Telegraphendrähten. Die Insassen, zwei Herren und eine Dame, wurden verletzt. Der Pilot. Freiherr Lothar v. R i ch t h o f e n. ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Unter den Passagieren besano sich auch die Filmschauspielerin Fern Andra.
Eisenbahnunglück in Frankreich.
Paris. 4. Juli. (WTB.) Bei der Ent- gleisung des Schnellzuges Paris — Straßburg, die gestern abenb kurz vor der Einfahrt tu ben Bahnhof Saarburg erfolgte, wurden vier Personen getötet, drei schwer und etwa 20 leicht verletzt. Unter den Leichtverletzten befinden sich der Abgeordnete Seltz, Senator Delsor und Senator Weiller.
•
wd Reuß , 4. Suli. Ein etwa 2,50 Meter lwhec Reliefst-in, das Grabdenkmal cineö römischen Standartenträgers, ist dre- ser Tage bei Ausschachtung-a^b.iten an bei Kölner Straße vor Reuß Im Gebiete des alten augusteti-schen Römerlagers ans Tagesttch^ gebracht teorben. Das Denkmal zeigt in der Figur des Verstorbenen, dem nach 'Oec Snfdnift sein Bruder Tungro daS Denkmal g setzt hat. sowie in der Darstellung seines vom Diener gefübr‘en Pferdes außerordentlich künstlerische Arbeit. Es gehört wohl zu den schönsten, überhaupt fehr seltenen Standbildern des Rheinlandes aus dieser Zeit. Es wird tin Reußer Museum Aisstellung finden.
* Krebse, die auf Bäume klettern. Die Weihnachtsinsel, das klerne Eiland un Snbt- schen Ozcan ist die Wtrckungsstätte der englischen und der deutsch-holländischen Erpeditton geworden die hier int September dieses Jahres zur Rachprüfurg Der Einsteiuschcn Th orte die Sonnenfinsternis beobachten wollen. Dieser ferne Erdsleck. der auf kiese Weise in aller Munde kommt, besitzt in seiner Tierwelt verschiedene Merkwürdigkeiten, darunter auch Krebse, dtc auf Bäume klettern. Der Leiter der britischen Expedition, H. Spencer Zones, der bereits jetzt die ersten vorbereitenden Arbeiten ausführt, erzählt m einem Bericht von der Plage der Land- hel4c. Es gibt deren verschiedene Arten auf der Weihnachtsinsel. Die zahlreichste ist der rote Ktcbs, der in Löchern in der Erde lebt und sich von Blättern und allerlei Abfall nährt. Große Exemplare haben den Umfang eines Tec- tabletts. Sie sind sehr furcht)am und verbergen sich wenn man näher kommt. Einmal tm Zähre aber legen sie alle Scheu ab, und zwar geschieht dies tverm sie zum Laichen nach dem Meer ziehen. Dcmn kann sie kein Hindernis aufhalten; sie kriechen über die Hütten und durch die Hütten, tommen sogar in die Betten, und die Ansiedlungen sind ganz rot von ihnen. Einen Monat später kommen dann bi$ ausg keochcnen jungen Krebse an Land, und nun sind die Felsen an ter Küste rot von der ungebeaven Anzahl. Eine andere Art ist ein großer häßlicher blau- licher Krebs der mehr einer Hummer als einem Krebs gleich'. Diese .,Räuberkrebse" klettern auf Bäume und nähren sich von Früchten; fie haben in ihren Scheren gewaltige Kräfte, und es kommt vor daß sie einem Kull den Finger glatt abzwicken. Eine britte, weniger zahlreiche Art ist ein blauer Krebs, der nur in der Rähe von frischem Wasser lebt und eßbar ist. Aber nrcht nur die Krebse leben auf dieser Sasel auf dem Lande sondern auch verschiederre Seevögel nisten in Bäumen. Die Bewohner der Snfel, die Malaien sind nehmen an den Arbeiten des Pro- fessor-s großen Llnteil, bett-achten io aber mit einem bedenklichen Kopfschutteln. Sie glauben, daß die Domre krank wird und daß sie dann einige Stunden dunkel ist, bis es ihr wieder besser geht. Sie glauben, daran, daß der Professor den sie Tuan-Mata-Hari nennen — Mata- Hari,' das heißt Auge des Tages, ist das malai- ischc 'Wort für Sonne — die Krankheit Vorhersagen kann, aber wie dies geschieht, davon haben sie nicht den gcrtngften Begriff. „Es ist nicht recht" sagen sie, „bah Shr Bilder von der Sonne nehmt, gerade zu der Zeit, wo sie front ist."
HonDel.
Frankfurt a. M., 5. 3uli.
Dalum:
1,24
88.80
Kr.
1,10 ,95
Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm .
Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . .
12,25
1,85
-,28
2,77
Kr. 88.80
Kr. 117.80
Kr. 117.80
Sh. 97.80 $ 23.80
Fr. 125.40
1.7.14.
Fr. 125.40
Fl. 59.20
Marknotterungen.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: ---- 3.7.
4.6.
1,19
1*08
0,89
ll'l>2 1,96 "2,78
Züricher Devisenmarkt.
4. 7.
5. 7,
Wechsel auf
Holland Deutschland Wien Prag Paris London Italien Brüssel Budapest Reuyork Agram ....... Warschau......
Schweizer Franken 100 Fl. — 203. 203. -
100 Mk. — 1.21 LI9
100 Kr. — 0.025 0.025
100 Kr. — 10.10 10.10
100 Fr. — 43.95 43.45
1 Z — 23.30 23.31
100 L. = 24.65 2^.30
100 Fr. — 41.505 41.35
100 Kr. = 0.47 0.455
100 5 — 526.505 52-4.75
100 Kr. = 1.62 1.70
100 ÄL - 0,11 0,11
(Sn einem Teil der QbrfTage wieberHolt.) Angebliche Aeußerungen deS früheren
Kaisers.
Bonbon, 4. Zull. (WTB.) .Daily Expreß- meldet aus Reuyork: Reuyork Times" veröffentlicht eine ilnterrebung, die Bar 0 n Kieme nS von Radowih-Reiß, angeblich ein früheres Mitglied des deutfcheir diplomatischen Dienstes und jetzt naturalisierter Oesterreicher, der sich auf einem Geschäftsbesuche in den Vereinigten Staaten befindet, mit dem bormaligen Sah ser bei einem Besuch in Doorn am 20., 21. u. 22. A!ai gehabt haben will. Radvwitz erzählt, der vormalige Kaiser habe ihn gefragt: WaS glauben die Menschen heute von mir? Radowitz habe erwidert: Sie wissen nichts von ShnenI Der Kaiser habe geseufzt und erklärt: Sch will nichts weiter als In der Verborgenheit leben. Aber sagen Sie mir, hat die neue Gesellschaft ihre monarchistischen Sdeen und den Ruhm der Hohen- öDtlern vergessen? Radowitz habe erwidert, es sei eine ziemlich starke monarchistische Stimmung in Deutschland vorhanden, worauf der Kaiser erwidert habe, die Monarchie werde »bieder kommen, nicht jetzt, aber in einigen Jahren. Wie oder wann, wissen wir nicht. Sch aber werde nicht wieder kommen. Radowitz habe ihn hierauf gefragt, wie die Monarchie wiederhergestellt werden solle. Der Kaiser habe nichts gesagt. Als das Gespräch auf den Präsidenten Ebert kam, habe der Kaiser erklärt, Ebert sei ein fähiger Mann und sei tatsächlich der rechte Mann am rechten Platze, da nun einmal dieser Platz bestehe. Ebert betrachte sich als Diener der Republik, nicht als ihr Meister. Gr tue nicht mehr, als seine Pflicht ihm auferlege. Radowitz teilte außerdem mit, daß der Kaiser eine große Achtung vox R a t b e n a 11 gezeigt, ihn jedoch als eine große Gefahr für Deutschland bezeichnet habe. Rathenau sei ein Jude, und der vormalige Kaiser empfinde jetzt anscheinend eine große Feindschaft gegen die Guben. Der Kaiser habe außerdem erflärt, daß eine Vereinigung Deutschlands mit Oesterreich nicht empfehlenswert sei. Deutschland werde einen schwierigen Kampf haben, um sich wieder zu erheben. ES sei unklug, wenn es an ein Land gebunden wäre, das in einer so schlechten Verfassung sei. Die französischen Republikaner seien Republikaner von innerstem Herzen. Der Kaiser habe cs abgelehnt, über die französische Regierung zu sprechen, habe jedoch erklärt, er sei über den jüdisch-freimauerischen Einfluß in Frankreich be unruhigt. Der Kaiser lehnte es auch ab, in irgend einer Weise über Großbritannien zu sprechen.
Einer „Times"-Meldung zufolge heißt es u dem Interview noch, Baron von Radowitz habc den Kaiser im Hause Dovnr gemetnfam mit dem Oberhvfprediger Dryander, dem Maler Egon Dämme und dem Freiherrn von Keppler be sucht. Radowitz zufolge weiß der Kaiser, daß die monarchistischen Krersc das bayerische Haue Wi t telS bach vvrzichen. Der Kaiser fei überzeugt, daß Deutschland industriell, wirtschaftlich und politisch wieder aufleben und in der Zukunft ebenso groß sein werde wie in der Vergangen' beit. Sn seiner Verbauirung fei der Kaiser von einem tiefgehenden Antisemitismus ergriffen tix-rben. Dieser Haß gegen di? Juden sichre in Richtung auf den r ö m i f ch - k a t h 0 l i f ch e n Glauben, dessen mystische Seite immer größeren Einfluß 0.1T ihn gewonnen habe. Der Kaiser höre dauernd von römisch-katholischen Bischöfen am Rhein Vorträge über rollgiöse Fragen; ferne -Unterhaltung dreh? sich ständig um diese. Der Kaiser hat sich schliesslich noch über die tschechisch- slowakische Republik geäußert. Er betounsere die Vaterlandsliebe Masaryks und erwarte daß in einigen Zähren eine freundschaftliche Vereinbarung zwischen Tschccheu und Deutschböhmen zustande gctommen s l.i w.rde und daß sie ,rch bann in einer wr Ischastlichen Union zusammen- schließen würden.
Deutschlands Geldzahlungen.
Paris, 4. Juli. (WTB.) Auf eine Anfrage der kommunistischen Abgeordneten Marcel C a ch i n antwortete der F i n a n z m i n i- ster, seit dem Waffenstillstände bis Ende März 1922 habe Deutschland Geldzahlungen geleistet im Bettage von 1426 Millionen Goldmark, und Sachlieferungen im Bettage von 2958 Millionen Goldmark; im ganzen also für 4384 Millionen Goldmark. Davon habe Frankreich erhalten in bar 140 Millionen Goldmark, Sachlieferungen für rund 1170 Millionen Goldmark. Hierzu kamen Lieferungen für die Rheinarmee im Betrage von 560 Millionen Goldmark, von denen auch Frankreich 285 Millionen Goldmark erhalten hat. Also im ganzen leistete Deutschland 4944 Millionen Goldmark, von denen Frankreich 1595 Millionen erhielt
Ein Bombenanschlag.
Mannheim, 4. Zull. (WTB.) Sn bei vergangenen Rächt um etwa 11 Uhr wurde im Hofe des Volkshauses eine Bombe zur Explosion gebracht, wodurch das Haus stark" demoliert wurde. Soweit bis jetzt bekannt ist, sollen einige Personen verletzt worden fein.
Die deutsche Derfassungsfrage im englischen Parlament.
London, 4. Zuli. (WTB.) Sm Unterlaufe fragte Wedgewood. ob dem britischen Botschafter in Berlin Lord d'Abernon irgendeine Anweisung gegeben worden sei, hinsichtlich der Haltung, die er einnehmen solle, falls in Deutschland ein Aufruhr in der Art des Kapp- Putsches ausbrechen sollte, der dem Fortbestand der deutschen Republik wahrscheinlich verderblich sein würde. Lloyd George antwortete: Wedgewood darf versichert sein, daß der britische Botschafter in Berlin in enger Fühlungnahme mit dem britischen auswärtigen Amte über alle die britische Regierung interessierenden Dinge steht. Wenn aber eine reaktionäre Bewegung etwa Erfolg haben sollte, so würde durch dieses Ereignis eine ernste internationale Lag e entstehen. Die Alliierten könnten gegen ein solches Ereignis nicht gleichgültig fein.
Eine Reise Schanzers nach Paris.
Paris, 3. Juli. (WTB.) Der italienische Außenminister S ch a n z e r wird morgen in Paris erwartet. Der „Sntranfigeant" schreibt aus diesem Anlaß, Ministerpräsident P 0 i n c a r ö werde sich bemühen, nicht zu sehr daran zu denken, daß Schanzer Lord Balfour die Unterstützung Italiens in der Frage von Tanger Angeboten hab«.


