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Montag, 4. September 1922

Druck und Verlag: vrühl'sche Unto.=Bud)= und Steindruckerei N. Lange. Schrtstleitnng, Geschäftsstelle und vruckerei: Schulstrahe 7.

werden könnte.

leitet worden. Die Rentenempfänger auß

iden- unb Angestelltenver- er'halten bisher schon neben der er-

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Heutiger Stand des Dollars

Provinz Oberschlesien bei Preu­ßen, und 50 528 für die Autonomie Ober­schlesiens.

Beuthen, 4. Sept. (WTB.) An der

Aus dem Reiche.

Neue soziale Maßnahmen des Reiches.

10 Uhr vormittags:

Berlin 1425, Frankfurt a. M. 1470

Die neue Abstimmung in Oberschlesien.

Oppeln. 4. Sept. (WTB.) Aach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis der Bolks- abstimmung über die Autonomiefrage stimm-

sicherung erhalten bisher schon neben der er­höhten Rente lausende Tlnterstützungen. Zu au herordentlichen Rotstand rnaßnahmen für sie stellt das Reich jetzt auherdem eine Milliarde Mark den Landern zur Derfü-

in der Antwort ausgeführt, dah die fran­zösische Schuld an England aus Billig­keitsgründen herabgesetzt werden müsse, ba die Preise des Materials, das Frankreich wäh­rend des Krieges von England bezogen habe, auherordentlich hoch angeseht worden seien.

Der griechisch-türkische Konflikt.

Paris. 4. Sept. (WTB.) Aach einer chavasmeldung aus Achen stellt eine offizielle Äote in A b r e d e, dah die griechische Regie­rung bei den Alliierten oder bei England einen Schritt unternommen habe, durch s o - fertige Intervention den griechisch- türkischen Konflikt zu beheben.

Athen. 3. Sept. Der Fall von Eski- schehir wird offiziell bestätigt. Die Türken stehen schon zwechundert Kilometer östlich von Smyrna. Die griechische Flotte hat Befehl erhalten, sofort nach Smyrna abzu­fahren. Dieser Befehl wird dahin ausgelegt, dah die Heeresleitung die Wiedereinschiffung der kleinafiatischen Armee in Aussicht nimmt.

kommen, bevor die von Frankreich für die Wieder- herstellung gemachten Au gaben von Deutschland auf direktem oder indirektem Weg erstattet seien. Wenn Deutschland dies getan habe, werde sich . Frankreich einer allgemeinen Regelung der inter- I l alliierten Schulden nicht widersetzen. Endlich wird fl

dergesundung des deutschen Volkes hin. Auchdem notwendig seien. Es^ürfe natürlich der Zu- Städtekampf Köln-Bremen konnte der Reichs- * - - t f rh r« n h « um bie Entschei-

Präsident noch kurze Zeit beiwohnen. Danach war er Gast des Senats. Am Abend erfolgte seme Weiterreise nach Kiel.

linnat)ine von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 300 'Pf., auswärts 400 'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Vreite1200pf. Bei Platz. Vorschrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen.

Frankreich und die interalliierte Schnldcnregelnng.

Paris, 2. Sept. Havas verösfentlicht den Wortlaut der französischen Antwortauf die Balfournote. Darin heiht es u. a., auch die französische Regierung sei überzeugt, dah iaS Reparatonsprobiem ein. endgültige Lösung nur erhalten könne, wenn es mit dem Problem der interalliierten Schulden in Verbindung gebracht werde. Es erscheine ihr nötig, dah diese Frage binnen kurzem auf einer Konferenz aller interessierten alliierten Staaten geprüft werde. Ferner wird in der Antwort be­tont, dah die interalliierten Schulden und die Reparationsschuld nicht auf gleichem Fuh miteinander gestellt werden könnten, denn die interalliierten Schulden seien im Interesse der gemeinsamen Sache etngegangen worden, um den Sieg zu sichern. In moralischer Hinsicht würde daher eine Annullierung der inter­alliierten Schulden gerechtfertigt sein; auf jeden Fall hätten sie einen anderen Charakter als ge­wisse andere interalliierte Schulden. Dagegen sei die R e pa ra t i o n s s ch u l d Deutschlands festgesetzt worden wegen absichtlicher und zum größten Teil zweckloser Zerstörung und mit Rücksicht auf die Pensionen, die die Alliierten zu zahlen hätten. Diese Reparationen mühten naturgemäh feine Priorität vor jeder anderen Regelung haben. Frankreich habe, da die von Deu,sch.and zu leistenden Zahlungen ausgeblieben seien, die Wiederherstellung der zerstörten Ge- . biete auf eigene Kosten in Angriff nehmen müssen. I Das sei der Grund, dah sein Budget aus dem Gleichgewicht gekommen sei. Daher könne eine Begleichung der von Frankreich während des Krieges eingegangenen Schulden nicht in Frage

Ur. 207

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Vorjahr sich von eigenen Geschäften zurückgezogen und das Feld dem sachverständigen Handel und den Verbrauchergenossenschaften geräumt, die viel­fach organisatorisch und durch Kreditgewährung unterstützt werden. Rur in einigen wenigen Städten soll eine gewisse Aotreserve von der Stadtverwaltung eingelagert werden. Die gleich- mäßige Verteilung der nächsten Zucker ernte unter die Bevölkerung wird zunächst in der Form erstrebt, welche eine völlige Zwangsmäßigkeit ver­meidet. Mit der Beschränkung der zuckerverarbei- tenben Luxusindustrie ist man selbstverständlich einverstanden. Die Seefischversorgung ist in der Hauptsache eine Kohlen frage; entsprechende Anträge sollen gestellt werden. Es wurde noch eine ganze Reihe anderer städtischer Ernährungs­sorgen erörtert, der Grundton war aber, wie ge­sagt, der, dah neue Lasten und Ausgaben von den Städten nur getragen werden können, wenn die notwendigen Geldmittel von Reich und Staat bewilligt werden, da die Städte völlig am Ende ihrer Kräfte angelangt sind, wenn nicht endlich einmal dieGemeindefinanzreform verwirllicht wird.

gung. Diese oder die Gemeinden, oder beide zu­sammen, sollen dazu aus eigenen Mitteln wenig­stens i/5 der auf31 itcenbenben Beträge beistoaern, so dah rund 1,2 Mlliarden Mark auheimrbent- liche Mittel zur Linderung der c.ezenwär igm Rot- lage der Sozialrentner alsbald verwendbar sind. Auf dem Gebiete der Krankenversiche­rung wird eine Ausbesserung der Leistungen durch'H e raufsetz ungder Höch st grenzen sür die Bemessung des Grundloims vorgesehen; außerdem wird die Versicherungsgrenze erhöht. Auf dem C-ebi te der Unfallver­sicherung wird ebenfalls eine Erhöhung grenze und einiger der Leistungen mah-

schöpfen, das müden und lähmenden Pessimismus bannt und uns stärkt für Den harten Weg, den wir noch zu gehen haben. Hanseatischer Geist und niedersächsische Zähigkeit haben, wie ihre Geschichte zeigt, auch in den schwersten Tagen aus den Kräften der Heimat, aus der opferfreudigen Hingabe für sie stets Wille und Kraft zum Schaffen und zu neuem Wagen gefunden. Ich freue mich, aus Den Wor­ten meiner Herren Vorredner vernommen zu ha­ben, dah dieser starke Geist auch heute nicht werzagt ist, sondern fest und unerschüttert wetter- lebt und dem Kampf mit allen wirtschaftlichen und politischen Sorgen der Zeit zuversichtlich Trotz bietet. Mit diesem Willen wird Bremen auch künftighin seiner Aufgabe getreu und ge­recht bleiben, der deutschen Wirtschaft ein wert­voller Mittler des Welthandels und des See­verkehrs zu sein. Mit dieser Tatkraft wird es auch der großen Schwierigkeiten Herr werden, die fvember Machtspruch unserer überseeischen Arbeit bereitet hat. Seien Sie überzeugt, dah Sie habet rechnen können auf verständnisvolle Förderung des Reiches. Die Riederdeutsche Woche ist in erster Linie eine Kundgebung der nieder­sächsischen Stämme. Sie will aber auch darüber hinaus eine Kundgebung sein für die Gemein- 'fchaft aller deutschen Volksstämme und ein Be­kenntnis für die Rotwendigkeit des Zu­sammengehens aller Deutschen in den Lebensfragen unseres Vater­landes. Da tut uns besonders not in dieser schicksalsschweren Zeit das Bewuhtsein, dah sich auf dem Boden der Heimatliebe alle Glieder und alle Schichten unseres Volkes eins wissen in der Pflichttreue zur ganzen deutschen Ra­tion. Tln zertrennbar verbindet ein hartes Band des Schicksals Heimat und Vater- land, und unlösbar sollen auch die

Bande sein, die jeden Deutschen mit beiden verbinden. So hoffe und wünsche ich denn, dah von dieser Riederdeutschen Woche zweierlei aus­gehen möge als Anregung und Wegweiser über ganz Deutschland: der zähe, mutige und unver­zagte Geist, der hier in Bremen und in Rieder­sachsen lebt, und das Gefühl fester Zusammen­gehörigkeit und innerer deutscher Volks­gemeinschaft. Mit diesem Wunsche und herz­lichem Danke an alle, die an diesem Werke mit­helfen und weiterhelfen, begrüße ich die Rieder- deutsche Woche und wünsche ihr reichen Erfolg.

Zum Schluß sprach als Vertreter der nieder- deutschen Tlniversitäten der Rektor der Tlniversität Münster Professor Dr. Roh mann. Am Rach- mittag besuchte der Reichspräsident das Sportfest auf Peterswerder, wo er d'r siegreichen Mann­schaft im Stafettenlauf den Pokal'Der Wesergilde überreichte. Hierbei wies der Reichspräsident auf die große Bedeutung des Sports auf die Wie-

nige Hilfe zuteil würde.

Der Rat schien sich im allgemeinen der Auf­fassung General H a k l n g s anzuschliehen und teilte mit, möglichst schon am Montag ober Dienstag bie Frage unter Berücksichtigung der heutigen Darlegungen Hartings unb Volkmanns zu erörtern. Mitte ober Ende nächster Woche wird her Rat bann barüber Beschluß fassen.

Senator Volkmann bleibt daher noch in Genf, um der Kommission unb beni Völker- bunbsrate mit Vorschlägen bienen zu können.

Das englische Echo der Ent­scheidung der Reparations­kommission.

Lonbon, 1. Sept. (Wolff.) Das in her Reparationskommission erzielte Kompromiß wirb von der Presse als ein Moratorium unter einem an Deren Rainen bezeichnet. Die Tatsache, bah bie Entscheibung einstimmig er­folgte, wirb mit besonderer Genugtuung hervor- gehoben.

Daily C h r 0 n t c l e schreibt, die Dele­gierten hätten einen Ausweg aus dem Dilemma | gefunden, das einen Augenblick lang einen voll- 1 fl an big en Zusammenbruch der Entente und einen Zusammenbruch Deutschlands herbeizuführen drohte. Da aber die Belgier unb bie Italiener bie Rotwendigkeit erstens her Abwendung eines Bankrottes Deutschlands und zweitens bie Ab­weichung eines Bruches zwischen Großbritannien und Frankreich einsahen, sei ein Weg für ein gemeinsames Vorgehen gefunden worden. Frank­reich habe nichts vergeben und brauche nichts anzubieten, warum solle es da nicht annehmen, und Dcu schland geto nne den Aufschub, den Groh- britannier. für notwendig gehalten habe; er werde allerdings nicht Moratorium genannt, sei jedoch tatsächlich ein Moratorium. Der Auf­schub sehe nur die Zeit bis zum Ende dieses Jahres yor, bann könne bie Krisis von neuem anfangen, aber bis zum Rovember könn­ten anbere Heilmittel gefunden w e r- d en. Den belgischen und italienischen Delegier­ten müsse es angerechnet werden, dah bie Re­parationen, wenn auch nur für den Augenblick, das geblieben sind, was bie Englänber wün­schen, nämlich eine Frage her Finanzen, anstatt eine Handhabung für andere politische Zwecke. Europa habe wenigstens jetzt eine neue Atempause. Dafür müsse man Delacroix bauten, für seine Geschicklichkeit als Vermittler, unb Bel­gien für bie edelmütige Rolle, bie es wieder in den großen Fragen der europäischen Politik ge­spielt habe.

DieTimes" schreibt: Die große und will­kommene Rachricht, die alle Freunde der Entente unb bes europäischen Friebens mit tiefster und wirklicher Erleichterung hören werden, sei die, bah bie Reparationskommission eine einstimmige Ent­scheibung gefällt habe. Selbst bie Anhänger eines bebingungslosen Moratoriums würben anerken­nen, dah die Vereinbarung Deutschland jene Er­leichterungen gewährt, die für das laufende Hahr

furchtbaren Finanznot zu diesem Zweck nicht das cine Milliarde Mark erhöht.

geringste unternehmen ohne die Gewährung der Zusammenstöße in Charloitenburg.

nötigen Geldmittel von Reich unb Staat. Alle ' 22 x c .

jetzt öffentlich erörterten Hilfsmaßnahmen, bie Berlin, 3. Sept. (Wolf!-) 5)eute nach­natürlich bebeutenbe Kosten mindestens vor- mittag kam es in Eharlottenburg zwischen ju- schuhweise verursachen, sind und bleiben ohne I genblichen kommuni st isch en Demon - finanzielle Reichs- ober Staatshilfe gänzlich un- ß r an ten unb S ch u tz p 0 l i z e i b e a m t e n durchführbar. Die Fürsorge könnte sich auch immer Zusammenstößen, wobei nach ben

r e n t ne r unb bie Militär rent ne r «Kriegs- waren am Morgen nach P chelsberge gezogen befähigte und Kriegshinterbliebene). Diesen aber unb kehrten am Rachmittag nach Ehar-- toirb vielfach wirkungsvoller geholfen werben fottenburg zurück. Bei bem Zuge burch bie können durch Raturalien, einschließlich Heizstoffe, Stabt kam es zu verschiebenen Zusammen- aks durch Daiunterstüyungen. Die Versorgung stoßen. Der erste ereignete sich am Bahnhof durch fertiges Essen in Form von Mass^spe'sun- Witzleben, wo ein Installateur, der ein Halens

aus vielerlei Gründen übereinstimmend als durch- plünderte ihn. An der Charlottenstraße aus unwirtschaftlich bezeichnet. Iedensalls würde | _ ....... ....................

es sich nicht enrpfehlen, etwa neue Einrichtungen zu schaffen. Rur die Erhaltung der Mittel- standsküchen werde als ein dringendes Be­dürfnis für gewisse Devölkerungskreise überein­stimmend befürwortet. In der Kartoffel­versorgung haben die Städte schon seit dem

Eine Rede des Reichs­präsidenten in Bremen.

Bremen, 3. Sept. (WTB.) Bei der Feier l-im Schauspielhause hielt Gerhart Hauptmann nach Degrühungsansprachen Der Professoren Schillings und Hellmars eine Rede, in der er allen Europäern deutscher Zunge zurief:

Bleibt einig im Höften, im Glauben und in bet Gewißheit, bah Deutschlanb ben Hafen erreichen unb wiederhergestellt werben wirb. Inzwischen sammelte sich vor bem Schauspielhause eine grobe Menge an. an die der Reichspräsident, lebhaft begrübt, einige Worte richtete, wobei er bie Rotweiidigkeit betonte, daß jeder an feinem Teil mitwirken müsse an den großen Aufgaben der Ration zum Wiederaufbau Deutschlands. Rach der Gerhart-Hauptmann-Feier wohnte der Reichspräsident der Eröffnung der Rie- d e r d e u t s ch e n Woche bei, wo er auf bie An­sprachen des Generalkonsuls Roselius und bes Bürgermeisters Dr. Spitta mit .folgender Rebe antwortete:

^Darf ich Ihnen, Herr Bürgermeister, und Ihnen, Herr Generalkonsul, auch im Ramen der mit mir anwesenden Herren her Regierung des Reiches und Preußens, zunächst herzlichst danken für bie sreunblichen unb herzlichen Willkommen- grübe, bie Sie an uns gerichtet haben. Wir sinb Ihrem Rufe, gemeinsam mit Ihnen diese volks­tümliche Veranstaltung her Heimatliebe, bie 'Rieberdeutsche Woche" zu eröffnen, gerne gefolgt, besonders gerne diejenigen unter uns, die sich persönlich mit Riederbeutschland verbunden ।fühlen. Sie, Herr Bürgermeister, haben der Jahre gedacht, die ich als Rfitbürger und Mitglied der Bremischen Bürgerschaft unter Ihnen gelebt habe, unb ich kann Ihnen barauf nur ertoibern, baß ich gerne an biefe Jahre meiner Tätigkeit in Bremen zurückbenke, unb baß ich mich freue, auch heute noch Bürger dieser alten Stadt zu sein.

1 Tatkräftiger Dürgersinn und wirtschaftlicher Weitblick, wie sie von altersher in Bremen lebten, haben zur Gründung herWesergilbe" geführt, bie es sich zur Aufgabe stellt, tätig am Wiebe raufbau deutscher Wirtschaft und beut- scher Kultur in her niebersächsischen Heimat mit- zuarbeiten. Ihr verbauten wir das großzügige unb vielgestaltige Werk biefer Riederbeutschen Woche, welche bie Liebe zur Heimat unb zur Heimatkultur Pflegen und vertiefen unb in Er­füllung dieser Ziele alle niederdeutschen Stämme zu einer Gemeinschaft verbinden will. Eine große und schöne Ausgabe, und denen, die sie erkannt haben und sich in ben Dienst ihrer Erfüllung stellten, gebührt herzlicher Dank. Gerabe in biefer trüben Gegenwart, in her unser armes Voll so schwer wie nie sich unter äußerem Drucke an der Entfaltung seiner freien Kräfte gehindert sieht, ist es nötig, aus der Verwurzelung mit der Heimat, aus der Erkenntnis ihrer Kräfte unb "deren Zusammengehörigkeit mit bem großenVater- lanb das Vertrauen auf bie Zukunft zu

stirninung Deutschlanbs, um bie Entschei­bung Tatsache werden zu lassen, es könne jedoch kaum angenommen werden, daß die Deutschen so töricht seien, sie abzulehnen. Die Entscheidung gebe allen in Betracht Kommenden eine Atem­pause, in der bas Problem als Ganzes erwogen

172. Jahrgang

GietzenerAnMer

General-Anzeiger für Oberhessen

Berlin, 1. Sept. (WTB.) Im Rahmen der von der Reichsregierung unternommenen Ak­tion zur Bekämpfung der wirtschaft­lichen Rotlage sind vom Reich arbeitsmini- sterium eine Reihe von Maßnahmen in bie Wege

Sitzung des Völkerbundsrates.

Genf, 2. Sept. (WTB) In der heutigen öftentl. Sitzung des Völkerbundsrats kam es zu einer ausführlichen Aussprache über die Finanzlage der Freien Stadt Danzig, die bereite Gegenstand der Ratstagung vom 17. Mai d. I gewesen war. Damals hatte die vorlausige Wirtschafts- und Finanzkommission des Bolter bundes einen ausführlichen Bericht über d e Danziger Frage vorgelegt und auch die ^an ziger Regierung um ©egenaufrerung

die dem Rate inzwischen vom General H a - kin g zugegangen ist unb in her heutigen Tagung durch mündlichen Bericht der Kommission zu dieser Frage, wie auch durch den Vorsteher der Finanz­vertretung Danzigs, Senator V 01 k m a n n, er­gänzt wurde.

General Haking führte aus, daß bie außer­ordentlich schwierige Finanzlage der Freien Stadt nur bei schleunigster Durchführung besonderer ; Maßnahmen behoben werden konnte, und zwar. Erstens und vor allem Annullierung der un­geheuren Schulden, die der Reichsstadt bei ihrer Begründung von der Entente ausgebürdet wurden, und ungefähr 39 Milliarden Mark betragen. 2. Regelung durch die sog. Verteilungskommission der Desihverhältnisse in der Werft- und Eisen- bahnhauttwer.sttttenfrage, wobei Haking anregt, der Stadt die ersteren, Polen die letzteren zuzu­sprechen. 3. Ermächtigung der Reichs^Merung, an Danzig Schahanweisungen zu diskontieren unp zwar im Verhältnis zu seiner Bevotterungszah -

Senator Volkmann schloß M) in diesen Punkten ganz und lebhaft den Ausführungen Hakings an. Er wies darauf hin, daß bie Giun- dungsschulden, die auf der Reichsstadt laftai, pro Kopf der Bevölkerung das Hundertfache des jährlichen Existenzmininiums ausmachten Wenn diese Forderungen bisher auch noch nicht eingefordert seien, so belasteten sie doch den Kredit der Stadt aufs schwerste. Die Befreiung der Freien Stadt von diesen Grundungslasten ei daher die dringendste Rotwendigkeit.

Die Anschauung der von dem Franzosen Avenel seinerzeit in Danzig geleiteten Kom­mission deckt sich in dieser Beziehung durchaus mit der Aufsassung des Danziger Senats. In Uebereinftimmung mit der Kommission hob «Ve­nator Volkmann die folgenschwere Wirkuna des günstigen Markkurses in Danzig hervor und warnte vor der Katastrophe, die derselbe der Stadt verursachen mühte, wenn ihr nicht schleu-

Abstimmung nahmen hier etwa 70 Pro- , . - ^»i-ficberunasarenze und einiger deut ber Wahlberechtigten teil. 21 836stimm- £er Rechnung der Pistungen maß­ten für das Berbletben Oberschlesiens bei * ßcn£r Betrage erfolgen. Auch in der A n ° Preußen, 1663 für einen Bundesstaat. gestelltenverficherung wird bie Verficht

-- I rungsgrenze erweitert. Die Reichszufchüffe an bie Die Volßrsernährung und der Cänber für Maßnahmen zur Unterstützung notleidenderKleinrentner würben von Deutsche SIÜÄrerNg. _ 500 Millionen Mark auf eine Milliarde Mark

Berlin, 2. Sept. (WTB) Die Geschäfts- erhöht. Die Teuerungszuschüsse für Kriegs- ftelle des Deutschen Städtetages teilt beschädigte und Kriegshinterblie- mit: Infolge der dringenden Sorgen um die bene die durch das Gesetz vom 21.7. mit Wir- Volksernährung während des kommenden Win» £>om 1.8.1922 ab neu geregelt waren, sind ters war der Ernährungsausschuß des Deutschen jjurd) Verordnung vom 11.8 für September um Städtetages gestern nach Halle einberufen worden, durchschnittlich 66-/3 Proz. erhöht Außerdem soll Auch die Vertreter verschiedener Reichs- und nDjk -im September eine Rachzahlung cr- Staatsministerien waren zugegen, darunter Staats- folgen, die durchschnittlich die Hälfte der am 1.9. sekretär Heinrich vom Reichsernährungsministe- zahlbaren Teuerungszuschüsse betragen wirb, so rium. Es zeigte sich, dah die Stadtverwaltungen hah die Teuer-ungszuschüsse gegenüber den August­durchweg vom besten Willen beseelt sinb, um mit betrügen insgesamt um runb 140 bis 200 Prozent ihren Kräften unb Mitteln gegenüber ber Valuta- ^^t sein werden. Die Reichsmittel der sozialen blockade zu helfen, wie einst gegenüber der Kriegs- Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenen­blockade. Doch können sie in ihrer gegenwärtigen füHorge wurden bereits von 500 Millionen auf