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«VS Staat «nv Land.

Di« hHn, den 4. Aug. 1922.

Die nächsten

Gchwnrgevtt isverhandlurrgen werden in Len drei hessischen Provinzen am Montag, den 25. September, beginnen. Sie werden in Starkenburg von Lanbgericbtsrctt S ch m i d L II., für Ahei.chessen von Land­gerichtsrat Dr. Schneider, und für Ober- Hessen von Landgerichtsrat Dr. Hansnlt geleitet werden. Aeber die Zahl der hier zur Verurteilung kommenden Falle sind noch keine Bestimmungen getroffen. Fraglich ist, ob der Kombacher Raubmord schon zur Aburteilung kommt, da noch psychiatrische Feststellungen zu machen sind. Die Darmstädter Anruhen sol­len, wie verlautet, durch ein besonders zu bil­dendes Schwurgericht abgeurtellt werden, nachdem auch schon ein besonderer Richter die Voruntersuchung leitet.

*

** Amtliche Persvnalnachrich- t e n. Ernannt wurde am 25. Juli der Lehrer Peter Döhrbatz zu Sickendorf zum Leh­rer an der Volksschule zu Maar, Kreis Lau­terbach, der SchulamtSanwarter Heinrich Weber aus Ober-Sorg zum Lehrer an der Volksschule zu Maar, Kreis Lauterbach; am 26. Juli der Lehrer Arthur Bramm zu Obbornhofen zum Lehrer an der Volksschule zu Pfungstadt, Kreis Darmstadt. Ernannt wurde am 26. Juli der Lehrer Philipp Lud­wig Walter zu Schönnen zum Lehrer an dec Volksschule zu Pfungstadt, Kr. Darm­stadt. 3n den Ruhestand versetzt wurde am 29. Juni 1922 der Lehrer an der Volks­schule zu Hamm im Kreise Worms Adam Krebs auf fein Rachsuchen unter Anerken­nung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Juki 1922.

** Straßensperrung. Wegen Vor­nahme von Walzarbeiten sind bis aus wei­teres folgende Straßen für jeglichen Fuhr­werks- und Aadfahrverk-rbr gesperrt: Rod- heimerStrahe.KrofdorferStraße und Wiesecker Weg.

** Diebstahl. Aus einer hiesigen Klinik wurden gestern zwei weiße Bettdecken (Waffeldecken), gestempelt QL K., eine weiße Tischdecke mit blauen Feldern und demselben Stempel und ein meiner D e ckbet t b ez u g, gestempelt QL K., Priv.-Station, entwendet. Für die Wiederherbeischasfung der Sachen oder die Ermittlung des Täters ist eine angemessene Belohnung ausgesetzt. Bor Ankauf wird gewarnt.

= 3 m Kino erschossen. Gestern avend gegen 9 Ahr hat sich ein hiesiger etwa 20jähriger lunger Mann von hier im Abort erschos­sen. Er hatte sich einer Veruntreu ing schuldig gemacht, wegen der er seU einigen Tagen flüchtig gegangen war. 3m Laufe des gestrigen Tages ist er hierher zurückgekehrt und wurde abends im Kbw geseden, w)raif ferne Verhaftung durch einen Schitzmcrnn veranlaßt wurde. Als der junge Mann dies bemerkte flüch­tete er da ihm kein anderer Ausweg blieb, in den Abort, und als der Schuhmann Einlaß be­gehrte, krachte ein Schuß. Der Anglücklichr hatte Y sich eine Kugel tn die rechte Schläfe gejagt, die E seinen sofortigen Tod herbeiführte.

F Bornotizen.

Tageskalender für Freiraa.

Oswaldsgarten 8Vs Ahr: Zirkus Heppenhei­mer. Lichtspielhaus, Bahnhofstr.:Frauen- vpfer".

AuS dem Stadttheaterbureau. Am kommenden Dienstag, abends 7 Ahr, findet im Stadttheater die einmalige Aufführung des SchwankesD e r R a u b der S a b i n e r i n n e n" statt. Für die Rolle des Theaterdirektors Striese ist rs der Direktion gelungen Herrn Earl William Büller als Gast zu verpflichten, der somit nach langjähriger Abwesenheit in Gießen von den zahlreichen Freunden seines köstlichen Humors sicher mit Freuden begrüßt werden wird. Die Preise sind anläßlich dieses Gastspieles nicht erhöht worden.

Eine Schneider-Versammlung findet am kommenden Sonntag im Hotel Hopselo statt. (Siehe Anzeige.)

Wettervoraussage

für Samstag:

Bewölkt, mäßig warm, trocken.

Hoher Druck verlagert sich ostwärts. Eine einschneidende Aenderung der Wetterlage steht nicht bevor.

Kreis Alsfels.

H. Mücke, 3. August. Das Kurhaus Waldesruh geht am 1. Oktober in den Besitz der Chrischonamission über, welche be­kanntlich 1840 von Spittler gegründet wurde. 3hre Prediger werden als Erangelisten und Stadtmissionare in Deutschland und de. Schweiz verwandt. Eine ihrer wichtigsten Ausgaben ist die Rettung der Trunksüchtigen

Kreis Schotten.

* Ruppertsburg, 2. Aug. 3m Sommer vorigen Jahres fing die hiesige Wasser­leitung an zi versagen. Sie ist 1895 ausgeführt worden. Die Dürre zu diesem Aebelstand beigetrogen und die allgemein konstatiert? Sen­kung des Grmdw sstttpl g 13. Auch hi ten de Tonröhreir nicht dicht ge.mg Aach mo.atelanger Arbeit fand man den Fehler, faßte die oberhalb des Dorfes liegenden Quellen nei ind hat mn mit großem Kostenaufwand für di? Gemeinde eine bessere Wa serveisorg mg ermöglicht. Das große Denkmal, welches für die Gefallenen auf dem Friedhof errichtet tixrt>, geht auch seiner Vollendung entgegen. Architekt Burg, Gießen, hat den Plan vorgcbrachten Wünschen en t. p e- chend au5gxrrbi'et and den Bai geleitet. Das Denkmal, eine große Gedenkhalle, wird am näch­sten Sonntag cingeweih werden.

Kreis Friedberg.

* Dad-Aauheim, 3 Aug. Bis heute betrug der Gesarntbefuch 24 925 Personen.

Starkenburg und Nhcrnheiien.

Wd. Mainz, 3. Aug. Ein Llnglück, das leicht schlimmere Folgen hätte haben können, ereignete sich am Mittwoch im französischen Munitionslagger 41hlerborn, wo zahlreiche deutsche Arbeiter beschäftigt sind. Als gerade zwei Arbeiter mit dem Losschrauben der Zünder von Granaten beschäftigt waren, explo­dierte eine von ihnen und verletzte die beiden Arbeiter, davon einen sehr schwer. Die beiden Verunglückten wurden ins Krankenhaus überführt.

Mainz, 3. Aug. (Wvlff.) Die Handels­kammer in Mainz hat an das Reichsarbetts- minifterium und an das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft in Darmstadt die Ditte gerichtet, da die Ausladung Holländischer Schiffe im Mainzer Halen durch holländisch- deutsche Transportarbeiter-Gewerkschaften verhin­dert würden, wodurch wertvolle, lebensnot­wendige Waren dem Verbrauch, nicht zu- geführt werden könnten und zum Teil dem Ver­derben ausgesetzt seien, durch rasches Eingreifen die allgemeinen Inkressen zu wahren.

Hessen-Nassau.

Streik der kaufmännischen Angestellten.

tob. Fran kfu r t a. W.» 3. Ä.ig. . Der Streik der hiesigen kaufmännischen Angestellten b t hr t? v rmtt a; b gon e i. 3nsgesamt sind an d.nn ©trd? ungesih 30 000 Angestellte beteiligt. Pesch offen sind sämt­liche Filialen bei- großen QebenSmlttelfirmen, die Warenhäuser, Konfetti)nsfirmen üsw. Aach tn den Zabriwetrieben feiert das kaufmännische Per­sonal. V)n den Angestellten wird eine sehr scharfe Streikkontrolle audgeübt So wurden zahlreiche größere Betriebe zur Sch irßung veranlaßt.

Israel. Religivns - Gesellschaft (Sabbatfeier den 5. Aug. 1922. Freitag add. 7.05. Samstag vorm. 8.00. Rachm. 4.30. Dabdaraus- gemg 8.53. WochengotteSdienst: morg. 6.00, abds. 7.00 älhr.

3frael Religivnsgemeinde. Gottes­dienst tn der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 5. Aug 1922. Vorabd. 7.45. Mora. 8.30. Abds. 8.15 u. 8.55 älhr.

Handel.

Berlin, 3. August. Börsen st im­mun g s b i l d. Die aufs äußerste angespannte außen- und innerpolitifche Lage in Deutsch­land, die Deutschland, wie leider schon so oft, erneut erlebt, lassen die von dec Mark- bzw. Devisenkataftrvphe erhoffte Umwertung der Dividendenpapiere trotz aller Versuche nicht zum Durchbruch kommen. Ein Hauptgrund hierfür liegt auch in den stark angespannten Geldderhältnifsen und der enormen Verteue­rung des Spekulativnskredits für berufs­mäßige als auch für private Spekulanten. Auf der Börse lastet ein gewisses Gefühl der Beklemmung und Unsicherheit vor den drohen­den kommenden Ereignissen, deren Tragweite niemand zu beurteilen vermag. Am Devisen­markt setzten sich vormittags die Kurssteige­rungen trotz gelegenllicher Rückschläge, denen aber bald wieder ein doppelter Aufschlag folgte, sprunghaft fort. Die Auszahlung Reu- hork erreichte gegen 11 Ahr mit 890 ihren

Höchststand. Dann aber gewann bte Reali­sationsneigung die Oberhand und der 'Dollar senkte sich auf 820. Diese Schwankungen wirk­ten ernüchternd auf den Hausseeifer der Spe­kulation. Diese hatte, teilweise untersrützj durch Kaufaufttäge aus dem Publikum, die Kurse der Dwidendenpapiere durchschnittllch um 20 bis 40, vereinzelt auch um 6080 Proz. her- aufgesetzt. Später wurden die Gewinne jedoch bei nachlassender Kauflust unter Hinweis auf die Dollarfenkung nicht mehr aufrecht er­halten. Auch am Markte für Auslandsrenten hat die stürmische Aufwärtsbewegung der letzten Zett einem ruhigeren Tempo Platz ge­macht. Rumänische, bulgarische, ungarische; österreichische und mexikanische Renten er­höhten ihren Kursstand im Groß- und Kassa­verkehr zwar noch Wetter, türkische und bos­nische Werte wurden aber bereits realisiert. Von ausgesprochenen Valutapapteren über­schritten Baltimore bei 450 Proz. Gewinn den höchsten Stand von 4000. 3n den zu EmheitS- kursen gehandelten Ondustriewerten lagen etwas vermehrte Kaufaufttäge des Publi- kums vor, hauptsächlich in Textil-, Braun­kohlen- und emigen Maschinenfahrttaktten. Die Kursbildung war hier überwiegend nach oben gerichtet.

Frankfurt a. M.» 3. Aug. (Börsen- st immu ng s b i ld.) 3m heutigen Börsenver­kehr wurden anfänglich infolge der außerordent­lich hohen Bewertung der ausländischen Devisen­kurse auf fast allen Marktgebieten festere Kurse genannt. Die ungünstige Lage des Geldmarktes sowohl wie auch die wenig erfreulichen Aus­sichten, die sich für eine Sanierung der deutschen Finanzen zeigen, hemmten jedoch die Antemeh- mungslust. Die Grundstimmung war freundlicher. Lebhaftere Amsatztätigkett trat für verschiedene Industrleaktien ein. Die Tendenz am Montan­markte war vorwiegend fest. Von den anderen variablen Industrieaktien traten chemische Werte durch größere Kurserhöhungen herrwr. Elettri- zitätspaplere wurden auf erhöhter Preis bas is gehandelt. Auch In Metall- und Maschinensabrik- aktien traten Kursbesserungen ein. 6ebr gesucht waren Zuckerfabrikaktien. Am Rentenmarkt wa­ren die Amsätze bescheidener. Dollarnoten fetzten nut 800845 ein, gingen dann auf 875 und er­niedrigten sich später wieder auf 860, 850, 840. Der Einheltsmarkt zeigte vorwiegend Kursbesse- rungen. Privatdiskont 5»/46 Prozent

Sranffurt a. M. 4 August 1922.

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Ktors Kurs ftiicd

799, 890,

Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elettr.-Ges. . . Selten & Guilleaume

830,- 78?,-

933,-

232,- 72,50

510.- 365,-.

283, 268,-

Sü5,- 392,50 290, 233,- 273 -

1536.-

800 -

225

74, 600, 358, 280, 266, 495, 386, 286, 232

865, 793,

Datum:

5'/ Btfch. KriegSan!. 4°/, Disch. Reichsanl. 3"/o Disch. Reichsanl. 4e/0 Preuß. Konfols Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschafi Dresdner Dank. . . Mitteld. Creditbank.

2.8. 3.8

77 »0 77,eO

112,50 112,-

Nationalbank f. D.. ^66, Doch. Gußstahlwerke 1^20, Dud.-Gisenw.-Akt.. 7»0,

D.-Luxernb. Dergw.. 138?r Gelsenkirch. Bergto.. 1t40,- 1525, Harpener Bergbau. 3050, - 3200. Oberfchl. Eisenb.°B. '230,- 1030, Oberfchles. Ersenind. 803,- 849, Phönir-Bergb.-'Akt 1580,- 1595, - - -- 680

Schuckert-Werke. . . 800,- 812,-

2.8.

77,60

113 75

225 -

74. »07,- 353,- 282, - 267, 485,- 389,- 283 - 235,- 271,-

2450,- 770,-

1310,- 1410,- 2910,-

980,- 830,

1570,- 865,- 784,- 778,- 899,-- 810, -

Adlerwerke 514,- 515,- 500,-

Daimler 465,- 476, 460.-

4°« Heff. Staatsanl. 74,- 73,50 70,- Electron Griesheim 890, «13,- 895, Dtsche. Dereinsbank 183.- 180.-

Züricher Devisenmarkt.

S. 8.

3.8.

77,50 118,50 234,-

72,- 521,- 359,75 282, - 267,- 489,- 3d?,- 284,- 233, 27k,-

1460, 760,-

1360, - 1470,- 3125,-

950Ä 810, 1555,-

9j0,- 795,- 770,- 935,- 8J 0, w 510.- 464,

72,- 902, -

4. 8

Wechsel auf Schweizer Frank«

Holland 100 M » 203.15 20W

Deutschland 100 Mk. = 0.6» 0.655

Wien IOC Kr. = 0.01 0.01

Prag 100 Är. » 12.80 12.90

Patts 100 Fr. = 43.05 43.215

London 1 £ «. 23.39 23.42

Italien . 100 ß. -- 23.90 24.15

Druffel 100 Fr. » 40.65 40.90

Budapest . . 100 Kr. = 0.175 0.225

Aeuyork 100 $ --- 526.12 526-50

Agram 100 Kr. ----- 1-65 1.55

Warschau ..... 100 Mt- 0.08 0,08

Berliner Devyrnmarkt.

Geld Bttef Drld Btt«!

Datum: 2. Äugust. 3. Äugust.

Amstd.-Rstterv. 2662,50 30037,56 32559.25 32640,75 Drüffel»Antw. . 5932 5 5 5 947,45 6 49',8 5 6508,16 Ehttstiania... 12983,75 10016,25 1 4531,80 1456^/20 Kopenhagen . . 1617t«,75 16.520,65 18227 15 4&27Z.85 Stockholm. . . . 20174,75 20225,26 220?3,35 22127,65 HelsingsorS. . . 1657.9V 1662,10 roj 1830,70 Ötalien .... 3515,60 3524,10 3735,2 > 3774,Tu London .... 3445,65 3454,35 375f,3O 3764,76 Rcuyork 776,52 778,48 828,96 L'1F4 Patts .... £267,15 6282,85 6791,50 6808,50 Schweiz 14981,- 1501J»- 15955,- Ud95, - Spanien 12209,50 122iCrrJ 12853,86 12916,15 Deutsch-Oesterr, -#23 1,27 1,33 1,37

Prag 1872,65 1877,3a 2057,40 2062^0 Budapest.... 31,96 32,64 83,20 33,70

Buenos AireS . 282,12 28 2,»7 307,hO 308,40 Bulgatten . . . 459,40 464,60 519,35 62 ,65 Japan 374,50 375,50 397, - 398,- Rio de 3anetn> 10786,- 10814,- 113d5,- 11416,*

Markuotiernngen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Saturn: 1.7.14. L 8.

Zürich ... Fr. 125.40 ,67

Amsterdam Fl. 59.20 -,33

Kopenhagen Kr. 88.80 - .63

Stockholm Kr. 88.80 -,53

Wien ät. 117.80

Prag Kr. 117.80 5,-

London Sh. 97.80 -, -

Neuhork r 23.80 -,12

^attS Fr. 125.40 1,62

S.8

-,G4

-,31

-.58 -,46

4'75

-,'12 1-47

Markte,

Frankfurter Schweine- und Klemviehmartt.

Frankfurt a. M., 3. Aug. (Amtlich.) Markwerlauf: Langsamer Handel. Markt ge^ räumt. Sm Einzelnen ist zu bemerken: Aus - getrieben waren 651 Kälber, 200 Schafe uni) 259 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: Kälber beste Qualitä­ten 48005200 Mk., mittlere Qualitäten 4300 bis 4700 W.» geringe Qualitäten 4000 Mk. Schafe 30003500 Mk. Schweine unter 8C Kilo Lebendgewicht 69007200 Mk., von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgew. 73007600 Mk.. von 100120 Kilogr. Lebendgew. 73007600 Mark, von 120150 Kilogr. Lebendgewicht 73007600 Mk. Sauen und Eber 69007300 Mark. Außerdem wurden Z6 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spe sen und Händlergewinn in sich schließen.

1Än einem Teil der Auslage wicberholt.)

Lvrd Rodert Cecil für di« allgememe Abrüstung.

Lvndon, 3. Aug. (WTB.) Loick» Robert Cecils sagte gestern In einer Rede in Oxford, der Völkerbund müsse nicht nur gegen den Angriffskrieg Vorgehen, sondern er müsse auch den Geist der internationalen Zusammenarbeit in der Welt stärken. Das sei eines der wichtig­sten internationalen Probleme. Richt nur wegen seiner wirtschaftlichen Seite, sondern auch wegen seiner D^iehungen zum künftigen Weltfrieden sei eine Formel zu finden für die internationale Abrüstung. In Frankreich bestehe eine der Haupt­schwierigketten barin, daß zahlreiche Leute be­haupten, daß, wenn man Deutschland nicht die Pistole auf die Stirn fetze, man nichts erhalten werde. Auf der anderen Sette werde aber Ame­rika kein Geld geben, solange Europa seine Wtt- tel für Rüstungen verschwende. Er sei davon überzeugt, daß die Rüstungen genau wie im Zahrc 1914 die Hauptgefahr für einen künftigen Krieg bedeuteten.

Gin englisch'Ss Blatt übe: die Rote Balfours.

London, 3. Aug. (WTB.) Die ,,'Mor- ningpost" schreibt in einem Leitartikel, das ein­zige Land, das Grund habe, sich über die Bal- fournote zu freuen, sei Deutschland, weis die Rote geeignet sei, die Kluft zwischen Groß­britannien uno Frankreich zu erweitern.

Beratungen deck neuen italtenischen Ministeriums.

Rom. 3. Aug. (WTB.) Gestern nachmittag ist der M i n i st e r r a t zusammengetreten unter Teilnahme sämtlicher Minister und prüfte die durch den Streik entstandene Lage der öffent­lichen Verkehrszweige. Er beschloß, energische Maßregeln zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu ergreifen. Der Ministerrat hat die Minister S ch a n z e r und Paratore mit Ver­tretung Italiens auf der Londoner Repa' rationskonferenz beauftragt und ist dann zur Ernennung der neuen -llnterftaatdfefreiärr geschritten.

Die Mlmdes oon DM.

Roman von Ernst Scheitel.

26. Fvttsehung. (Rachdruck verboten.)

Er betrat eines der am besten erhaltenen Gemächer, welches vor Zetten vielleicht als Bi- bliothekraum der Priester gebient hatte. Jetzt schien irgend ein Händler aus der nahegelegenen RiLderlc^sung Kvm Ombos hier feine Wacev auf» gestapelt zu hoben. Ballen and verschnürte Körbe lagen herum and übereinander, inb ein Gerrch von Spezereien erfüllte das Gelaß.

Der Doktor machte sich daran, die ausgehä.if- ten Gegenstände einer genaueren Betrachtung z 1 unterziehen, aber er war noch nicht weit damit gekommen, als er Schritte hörte, die ihn zwangen, nach einem Versteck zu suchen.

Er hatte gerade noch Zeit, sich in eine Mauer­ecke zu drucken, als eine Anzahl Eingeborener unter bet Türe erschienen, di» leise mitelnarber sprachen und sich an den Warenballen z i schaf­fen machten. Gelber vermochte Perzelius nicht viel zu sehen, da er sv zwischen der Wwrd inb den Säcken eingefeilt war, daß ihm nur ein ge­ringes Gesichtsfeld blieb. Dennoch tonnte er ge­wahren. daß die Schwarzen eine£ der größeren Bündel herausKogen, im es wrgzrtiagen. Da trat ein Mann durch die Türe, bejfen Züge dem Doktor nur zn gut bekannt waren: Iechiel den Zehud, so wie er ihn in jener gräßlichen Rächt zum letztenmal vor sich gesehm hatte.

Der Jude schien btc Leute arznwrisen. Er bezeichnete irrten .in anderes Bündel zum Weg­tragen und beaaftragte dann einen der Rrbier. mittlerweile die ierabgerutschten Gegenstand' tn

Ordnung za bringen. Darm verschwand er wieder, gefolgt von den farbigen Dienern, die einen großen, länglichen Sack mit sich nahmen.

Beim Anblick dieses Gebildes g'a.b.e der Doktor jeden Schwur ablegen zu können, daß es eine der Leichen war, die er selbst nach Kom Ombo zu schaffen geholfen hatte. Der Zug der Leute entschwand jedoch bald f Len D icten, 'inb die Anwesenheit des zurückgebliebenen Rabiers verhinderte ihn, aus seinem 'Versteck hevarszi- kriechen. So war es ihm nicht möglich, zu ver­folgen, wohin die Träger mit ihrer Last gingen, er hatte mir die Richting wahrnehmen können, In der sie w.ggeschritten waren unb piRt mißte er sich lediglich aus sein Gehör verlassen. Das leise Knirschen der Schritte in dem toridjen Sanbe war noch in der Ferne vernehmbar, dann ver­klang es fast gänzlich, um plökstich deitlicher als Echo von einer andern Seite widerzuhallen. Sann brach ei ab. Die Leute schienen stehen g-blieb en zu fein, man konnte hören, wie sie ihre Last aif dem Boden nisderfetzten. Wieder folgte eine Stille und bann ein 2ait gleich dem Aisspringen einer Feder. Dann breitete sich aufs ne re das Schweigen der Wüste über den Raum.

Der Rubrer, welcher sich mit dem Ordnen der Warenballen b fJxj.t'gt hatte, war fertig damit und faß mn stimm am Boden.

Dec Doktor brannte vor Spannung, seinen umriinfltgen Standort verlassen zu tön ne-», um nachzuforschen, wohin der 3-ibe mit seinen Knech­ten verschwurrden war. Gab es da irgendwo eine Türe? Er dachte einen Augenblick daran, den nichtsahnenden Reger, der ba dicht vor ihm saß zu überrumpeln inb dann den a'be-n nach­zuschleichen, aber eS dünkte ihn schließlich doch

zu bedenklich, denn seine Anwesenheit wäre da­mit betraten worden.

So blieb er also zähneknirschend in seinem Verstecke, bis der zurücttehrendL Zig von Schwar­zen, geführt von dem CJubcn, aifs ne je seine Ais- merksamkett fesselte. Vor allem fiel dem Doktor auf, daß Iechiel ben Iehid einen Dinsenstengel in her Hcmb trug, was PerzelraS bad erstemal nicht beachtet hatte. Zetzt aber erregte dieser Stab seine Beachtung, weil der (^ibe ihn einem der Reger übergab, der nun die Führung zu über­nehmen schien. 'War es ein Abzeichen der Wurde oder hatte es eine praktische Bedeutung? Per- zeliuö konnte die Frage tm Augenblick nicht ent­scheiden.

Der Jude trennte sich von den übrigen und schlug den Weg nach dem Tal z'i ein. Die Reger aber hoben nun auch die zweite Leiche in ihrer ülmhüllung auf die Schultern mb verschwanden in derselben Richtung wie das erstemal. Doch blieben jetzt mehrere zurück, so ba': der Doktor wiederum nicht aus seinem Versteck hervorkonnte, um nachzusehen, wohin sie gingen. Aber die Ge­räusche waren die gleichen wie vorher. Erst ein langsames Berllingen der Schritte, dann ein plötz­liches deutliches Scho, dann ein Stehenbleiben und der knackende Laut und hieruf tiefe Stille.

Erst nach langer Zett unterbrach ein ferner Rus, der aus dem Tale heraufdrang, das Schwei­gen. Die Reger, welche sich noch in dem Gelaß aufgehalten hatten, erhoben sich und folgten dem Klang bei Stimme. Ein zweites und drittes Mal ertönte diese noch, und Perzellis glaubte sicher zu fein, daß sie dem 3uben angehörte.

Sobald sich der Doktor allein sah, kroch er aus feinem Hinterhalt hervor .mb schlich tiefer

in den Tempel hinein, um btc Stelle zi finden, wo vorher die Leute verschwunden waren. Oedoch nichts als starre, zerbröckelnde Mauern zcigten sich ihm, und der Sand war überall zi sehr durch- wühll, als daß sich in dem lockeren Geschiebe eine Spur hätte verfolgen lassen. So mußte er iriver» richtetet: Dinge den Rückweg antreten, mn Ediard aufz'isichen, der wohl inzwischen seinen Aifttag Qiisgeführt hatte.

Mancherlei Gedanken durchkreizten sich tm Kopse des Doktors, als er nun wieder in das Tal tinabftieg, wobei er erhöhte Vorsicht ge­brauchen mißte, im nicht dem Juden und dessen Leute In die Hände zi laufen.

Die Abenddämmerung begann herrinz ihre- chen und die länger werdenden Schallen der westlichen Berge verliehen dem Strombett des Riis das Aussehen etnes dunkeln Nords.

Perzelius lief quer über die Sandhalden nach dem Flusse hinab. Denn nachdem er vorher genau Ausschai gehalten and nichts von Zechiel ben Zehud bemerkt hatte, glaubte er sicher fein zu dürfen, daß dieser sich in den unteren Kata­komben befand, um auch die dritte der Leichen nach dein Tempel zu schaffen. Gs galt also, noch vc rher v orüberzukonrrnen. um eine Begegn tag aus?.'schließen.

Rach einem längeren Lauf erreichte der Dop tor den Ort. tt» er sich von Eduard getrennt hatte, und dieser wartete auch bereits a if ihn.

Eduard hatte das Telegramm an den Baron auf gegeben uni) die nötigten Ledmsmittel ebt» gekauft, ferner auch ein Fe.,erzeig, eine Laterne und andres mttgebracht.

(Fortsetzung folgt)