Ausgabe 
4.2.1922
 
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©emDnft ratteren Dauern noch an. Die OrdnungS- polizei traf alle Sicherhtttsmaßnahmen.

Rürnberg, 3. Zebr. (WTB) Die Gisen- bahndireLion Rürnberg teilt üter die Qlud- teirlung des (StieifaS auf die bayerische Derkehrs- lage folgendes mit: Der Zugverkehr Über die Uevergänge von Aschaffenburg bis Hof wurde eing-eflcllt Die Schnellzüge enden nach Franksurl in Aschaffenburg, nach Berlin in Bamberg. Aus der (Sticde nach Probstzella wurde der Personen- zugveickehr bis Ludwigsstadt durchgeführt. 3m Direktionsbezirk Nürnberg ist das Personal vollzählig zum Dienst er» schienen.

Die Wirtschaftsbcihilfen für die Reichsbcanrtcn.

Berlin, 3. Fcbr. (WTB ) 3m Rei chs- fa'binett wurde bereits vor einigen Dagen der Rachtragseta t zum Reichshau^haltsplan fr 1922 verabschiedet. wodurch die M ttel für die Bewilligung der Wirts cha f t s d e i h i l f e an die Reich, b.xrm ten in Or.e i mit besonders schwie­rigen Wirt chasteverhältrissen in Anlehnun i an die den Arbeitern beteiligten Teuerung zr chläge bereitgestellt werden. S-ie cr Rachlragsetat ging bereits den Landesregieiungen zu and wird voraussichtlich Mitte nächster Woche verabschiedet, so das) bann der Reichstag darüber beschließen tann.

Eine neue Erklärung Poincar^S.

Paris, 4. Febr. (WTB.) 3n der Se - natskommission für auswärtige Ange- gelegenheiten erklärte Poincars, er werde nur nach Genua gN-en, wenn das Pro­gramm der Konferenz und hinsichtlich der Teil­nahme Rußlands die Bedingungen klar fest- gestellt seien. Die Konferenz werde wegen der italienischen Ministerkrise wahrscheinlich hinauSgeschvben werden. Mit Bezug auf den Völkerbund und die ReparativnSkommission fügte Poincare, die französische Außenpolitik müsse sich auf die völlige Aufrechterhaltung der Befugnisse der Reparationskommission und deren des Völkerbundes stützen. Die Verhand­lungen über den französisch-englischen Pakt würden in voller Herzlichkeit weitergeführt.

In Aussicht gestellt, klang Don Anfang an wenig wahrscheinlich; denn der Vorfall trug sich innerhalb des Machtbereiches der inter­alliierten Kommission zu, in dem nicht die deutsche Regierung, sondern die interalliierte Kommission für die Aufrechterhaltung der Ordnung allein verantwortlich ist.)

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 4. Sehr. 1922.

Zur Ttrciklage.

Die Streiklage im Bahnhof Gießen ist noch unverändert. 3m Nahverkehr ist eine Anzahl Züge vorgesehen, die auch möglichst durchgeführt werden. Es sind dieS:

Zug 504 nach Hungen ab 5.40 vorm.

516 , . 5.30 nachm.

501 von . Gießen an 7:40 norm.

513 . 9.36 nachm.

Zug 5199 nach Durg-Dd^-Gemünd. ab 5.20 norm.

n 561 . 5.45 nachm.

552 von , Gießen an 7.58 vorm.

564 ... 9.16 nachm.

Zug 5042 nach Butzbach ab 3.47 vorm.

. 726 3.05 nachm.

. 728 . 10.47

791 von , Gießen an 5.25 vorm.

, 707 . » 5.32 nachm.

. 5053 . , 12.24 vorm.

Zug 791 nach Marburg ab 5.33 vorm.

. 707 . 5.49

. 729 , , , 10.47 nachm.

790 von . Gießen an 7.46 vorm.

. 793 . , , 8.21

. 5054 . w , 12.24

Zug 631 nach Betzdorf ab 5.24 vorm.

641 , , , 3.48 nachm.

- 1629 . w 10.14

» 644 von , Gießen an 8.02 vorm.

638 , , 9.26

. 634 5.24 .

632 . . . 12.25 nachm.

Zug 4340 nach Londorf bzw. Lollar ab 8.20 vorm.

4344 5.10 nachm.

4341 von . Gießen an 7.30 vorm.

. 4337 2.37 nachm.

Der frühere Botschafter Gerard gegen Frankreich.

Reu York, 3. F:br. (MTB.) Durchs Fink- spruch. Der frühere amerikanische Dvischafter in Berlin, Gerard, hat in einer Rede, die sich mit der europäischen Frage beschäftige, erklärt, er bedauere, daß Frankreich eine Taktik befolge, die er als napolevnische3deen kennzeichnen müsse. Er glaube, daß Pvincarö und seine Anhänger unrecht handellen. indem sie auf Deutschla ch wegen der Reparationen einen so starken D.uck ausübten. Es sei völlig klar, daß Deutschland eine so schwere Last nicht tra­gen könne.

Das amerikanische Gesetz zur Konsolidierung der Schulden.

Paris, 3. Febr. (WTB.) Rach einer Meldung desReuyvrker Herald" aus Wa° shingwn wurde im Finanzausschuß des Re­präsentantenhauses mitgeteilt, daß Ha r- ding gewisse Einwendungen gegen den Ge­setzentwurf zur Konsolidierung der Schulden der Alliierten in der vom Senat angenommenen Gestalt erhebe.

Die Zwischenfälle in Oberschlesien.

Berlin, 3. Febr. (WTB.) Der fran- zösische Botschafter in Berlin über­gab dem Reichskanzler eine Aufzeichnung mrer dte Vorgänge inPeterSdorfbei Gleiwitz. Die Aufzeichnung enth-ält eine Darstellung des Verlaufes der Schießerei in Petersdorf und verschiedener Waffenfunde in Oberschlesien. Der französische Botschafter totes auf Grund dieses Tatbestandes darauf hin, daß an der Schießerei in Petersdorf an­scheinend eine militärisch ausgebil­dete Geheimorganisation beteiligt war, deren Wurzeln nach seiner Angabe über Oberschlesien hinaus nach Mittel- und Rie- reichen sollen. RamenS der fran­zösischen Regierung ersuche er die Reichs» regterung, bei der Feststellung und der ge- richtlichen Verfolgung der Tellnehmer einer Mlllwrischen Organisation mitzuwirken. Der Reichskanzler sagte die Mitwirkung der deut­schen Behörden bei der Verfolgung der Schul­digen zu. (Anmerkung des WTB.: Die in der französischen Presse verbreitete Meldung, die französische Regierung habe Sanktionen

Eine Gewähr für wirkliches Verkehren kann bei der augenblicklichen Lage nicht gegeben werden. Erkundigung auf dem Bahnhöfe ist stets zu emp­fehlen.

Eine Warnung an die Beamtenschaft.

Don zuständiger Seite wird und geschrieben:

Der Herr Reichspräsident hat unterm l.d M eine Verordnung über das Verbot der Arbeits­niederlegung von Beamten der Reichsbahn er­lassen, welche bereits in der Tagespresse ver­öffentlicht worden ist. Eingangs dieser Vorschrif­ten ist ausdrücklich darauf hingewiesen, daß den Beamten der Reichsbahn, ebenso allen übrigen Beamten nach dem geltenden Be­amt e n r e ch t die Einstellung oder Verweigerung der ihnen obliegenden Arbeiten verboten ist. Aus der Ungesetzlichkeit des Streiks folgt, daß alle Handlungen untersagt sind, welche seiner Forde­rung dienen. Hierunter fallen insbesondere auch die Drucklegung von Aufrufen, die Aufforderun­gen zum Deamtenstreik enthalten, sowie die Ver­teilung von ©treilblältcm ferner Störungen des noch stattfindenden Bahnbetriebes. Personen, welche sich derartiger gesetzwidriger Handlungen schuldig machen, insbesondere gegen die Vorschrif­ten der Verordnung oder gegen reichsgesehliche Strafbestimmungen verstoßen, haben die Fest­nahme und Einleitung eines gerichtlichen Straf­verfahrens zu gewärtigen. Dies gilt besonders auch für Mitglieder von noch bestehenden Streik- kitungen. Etwa vorhandene Streikfonds unter­liegen der Beschlagnahme. Die Polizeiorgane sind zu entsprechendem Vorgehen beauftragt.

*

Pvstautoverkehr nach Frank- urt. Tas beute abgefahrene Postauto w irbe von 19 Personen zur Beförderung nach Frank- furt benutzt; es toar vollständig besetzt. 3n An­betracht des hierdurch zutage getretenen Be­dürfnis es hat sich die Po'tverwaltung entschloß en, auch morgen, am Sonntag, ein Auto nach Frankfurt abzulassen. Es fährt bis ajf weiteres wie folgt: Ab Gießen: 6 Vs (nicht 71/e) Ahr vormittags, an Frankfurt: eitea 10i/2 ilbr vormittags. Ab Frankfurt (Haupt­wache): 6 Uhr nachmittags, an Gießen: etwa 10 Uhr abends. Vorherige Anmeldungen sind beim Postamt mindestens i/3 Stande vor Ab- abrt einzureichen.

* Der Deutsche Beamtenbund, Orts­gruppe Gießen, hielt gestern abend im Saale des Eafö Leib eine allgemeine Beamtenversammlung ab die so stark besucht war, daß der Saal über­füllt war und viele umkehren mußten. Rach drei- einhalbstündigen Verhandlungen wurde eine Ent­schließung gefaßt, die den Deutschen Beamten-

Georg Brandes.

(Zuseinem8 0.Geburtstag, 4.Februar.) an in Dänemark als eine

Art Volksfest bie 50jahrige Wiederkehr jener Zeit begangen, in der Georg Brandes seine be- rubmten Vorlesungen über die .Hauptströmungen der Literatur bed 19. Jahrhunderts" hielt und da- durcb zum geistigen Befreier seines Vaterlandes tourbe. Der 80^ Geburtstag dieses großen litera- rifcym Knitters wird ganz Skandinavien zur Hul- dlgung vereinen, ja die ganze zivilisierte Welt. Brandes nimmt in der Literatur seines Landes eine so überragende und beherrschende Stellung ein, wie sie nur in einem so kleinen Staat möglich TIf:Jeit^r aI? Jahren hat er die geistige Kultur Dänemarks bef.-uchtet, und ihre Sntwick- Jung deckt sich auf weite Strecken mit seinem Ramen. Aber über die engere Heimat, über den skandinavischen Borden hinaus, gewann seine Per­sönlichkeit und sein Werl internationale Bedeu­tung, und der Einfluß seiner schriftstellerischen Tätigkeit auf die moderne Literatur ist nur zu vergleichen mit der Wirkung, die derMagus aus dem Dorden", die 3bsen gewann. So ist Brandes der Entdecker der skandinavischen Literatur für die übrige Welt gewor­den, und wie eS keinen Achill ohne Homer gäbe, so wäre auch die große Blütezeit der nordischen Literaturen im letzten halben Jahrhundert ohne diesen ihren Herold und Vorkämpfer nicht möglich Das Wirken dieses genialen Darstellers der Deisteshelden und der geistigen Beziehungen be»

gÄnn im kleinen Kreise und mündet in daS un- endliche Meer der Weltkultur. Er begann mit der Schilderung heimischer Dich er, wie Andersen und Paludan-Müllcr, und endet mit der Gestaltung gewaltiger Werke über die Größten der Mensch­heit, mit liograph schen Meisterwer'ei über Shake­speare, Goethe, Voltaire, Julius Casar, Michel­angelo. Der junge Brandes zeigte sich schon mit seinen erstenAathetischen Studien", mit feiner wahrhaft schöpferischen Habilitationsschrift über Saine als ein Kritiker, der feinen großen Vor­bildern Sainte-Beude und Taine ebenbürtig zur Seite steht. Aus seiner großen Eurvpareise 1870 71 sammelte er dann in London, Paris und 3tallen die grundlegenden 3deen, mit denen er in seinem Vaterland eine neue geistige Epoche heraufführte durch feine im Herbst 1871 gehaltenen Vorlesungen.

Mit diesen Vorlesungen beginnt die große Zeit der skandinavischen Dichtungen. Allen wurde ihnen der Weg gebahnt, die jetzt von Brandes eingeführt wurden, Sbsen und Strindberg, die ihm in Hingabe und Widerspruch so unendlich viel verdankten, Heidenstamm und Jacobsen und den vielen andern. Als er mit dem wunder­schönen BuchDänische Dichter" sich gleichsam von der Heimat verabschiedete, hatte er fein Werk getan und konnte sich nun während seines längeren Aufenthaltes in Berlin selbst zum ..guten Europäer" ausbilden. 3n diesen Jahren ist er xum Meister der Essaykunst und der Per- sönlichkeitsschilderung herangereift. Er hat als Erster das künstlerische Bild Paul Heyses ge­zeichnet, hat Klinger entdeckt und Keller gerühmt.

sich mit Bismarck und Moltke beschäftigt, und damals erschienen neben seinen Essay-Büchern, in denen die Charakterkopfe aller bedeutendsten Geister mit feinstem Spürsinn porträtiert waren, seine meisterhaften Werke über Lassalle und Dis- raeli, über den Religionsphilosophen Kierkegaard, der von ihm für Europa recht eigentlich entdeckt wurde, und über den »dänischen Möllere" Hol- berg. Wie amüsant ist sein 1834/85 entstandenes Buch über Berlin, wie geistvoll sind seine Reise- Werke über Polen und Rußland. Den Höhepunkt dieser »deutschen Zeit" bildete aber dieEnt­deckung" Nietzsches, über den er zum erstenmal Vorlesungen gehalten hat, auf den er die Welt hinwies, und der von seinem Verständnis die letzte große Lebensfreude empfing.

Brandes hat auch nach feiner Rückkehr nach der Heimat unermüdlich weiter geschaffen. Dom knappen Essay ging er In seiner großartigen Shakespeare-Biographie zur großen umfassenden Lebensbeschreibung auf breiter kulturgeschichtlicher und literaturvergleichender Grundlage über. Der jugendfrische Greis, der noch immer der verständ­nisvollste Vorkämpfer junger Talente ist, schrieb eine Reihe von Biographien, die an äußerem Umfang wie an geistigem Gehalt gleich schwer­wiegend sind. SeinGoethe" ist uns jetzt In einer deutschen llcberfetjung vorgelegt worden. Aber danach entstand noch die abschließende Biographie seines Liebling- Voltaire, das weitsichtig-tief­sinnige Werk über Casar, und jetzt soll er an einemMichelangelo" arbeiten.

Binger

*

stellten fN K' Die nächste Das d« )ödien Dk statt

murte, seine Häuser verwüstete, feine Bewohner in schwerste Bedrängnis brachte. Das so entstan­dene Elend zu lindern, haben sich mehrere Or­ganisationen u. a. auch die hiesige Ortsgruppe zur Aufgabe gesetzt. Der angekündigte Abend wird nach einer musikalischen Einleitung (Frau Müller- Bangert), einen Vortrag über Südtirol mit Licht­bildern (Univ.-Professor Dr. Küster) und eine Vorlesung aus tirolischen Dichtern (Dr. d. Faber) bringen.

Die (Siebener Frauenvereine veranstalten eine Reihe von Vorträgen, deren Inhalt die Fürsorge für die gefährdete Sagend bildet. Eltern und Erzieher werden dringend ge­beten, an diesen Bestrebungen teilzunehmen. Der erste Vortrag findet Montag, den 6. Februar, abends 7 Uhr. in der Turn Kille statt. Fräulein A Keller, Referentin im Ministerium, Darm­stadt, sowie Schwester Anita Hermannh werden sprechen.

- Ein plötzlicher Witterungs­umschlag ist über Rächt eingetreten, und hat uns wiederum Schnee gebracht. Hoffent­lich ist das nur ein übler Scherz, den sich der Faschingsmonat Februar mit uns erlaubt; wir wünschen jedenfalls dringend, daß er sich bessert.

* Diebstahl. Am Donnerstag wurde aus den Geschäftsräumen einer hiesigen Behörde eine braune Aktentasche im Werte von 250 Marl gestohlen.

"DlevonderDeutschen Demokra­tisch e n P a r t e l für gestern abend angelünbigte öffentliche Versammlung, in der ReichStags- abgeorbneter K 0 rell überDie Regierung Wirth-Rathenau und die Lage im Reich" sprechen sollte, mußte in letzter Stunde abgesagt werden, da der Redner infolge des Eisenbahnerstreiks nicht kommen konnte. Die Versammlung wird nach Be­endigung des Streiks stattfinden.

** Sn der Oberhessischen Gesell - schäft für Qlatur- und Heilkunde sprach Professor Dr. Petersen überProbleme Der Skelettforschung. Der Vortragende versuchte, die Probleme, die der mechanische Apparat als Teil des lebenden Körpers bietet, dem Verständnis näher zu bringen. An einigen Beispielen (Pferd, Kabestaukopf) wurde die Art der gestellten konstruktiven Aufgabe, deren Lösung eben der Dau des betreffenden Tieres ist, er­läutert. Dann ergab sich das Problem, wie diese Aufgabe denn nun tatsächlich in der Entwicklung gelöst wird. Die Erbfaktoren wirken in der Ent­wicklung sich auS, kontrolliert gleichsam von dem Regulationsprinzip des Organismus. Sv kommt zwar nur das Art-typische zustande, jedoch stets in individueller Ausprägung. Sn gewisser Weise löst der Organismus seine Konstruktionsaufgabe jedesmal neu und auf seine individuelle Weise.

einen Vortragsabend zu Gunsten der Verunglück- feiten " ten von Klausen in Südtirol. Wie sehr unsere treuen Volksgenossen aus dem Lande Walters von der Vogelweide, die der Friedensvertrag zum Hohn auf alle Selbstbestimmung unter Fremdherr­schaft gestellt hat, unter politischer und wirtschaft­licher Rot zu leiden haben, ist unter uns kaum hinreichend bekannt. Gegen das malerische Heine Klausen, halben Weges zwischen Driren und Bozen an der Brennerbahn gelegen, scheinen sich auch noch die Elemente verschworen zu haben. Roch heute steht vor Klausen ein gewaltiger Stausee als Rest der üeberflutung, die am 9. August vor. Jahres in weniger als zwei Stunden das ganze Städtchen unter Wasser setzte, seine Straßen ver­

bünd aufforöert, der Regierung klar zu machen, daß die Forderungen der Eisenbahner berechtigt seien, daß die Versammlung mit letzteren sym­pathisiere und die Gründe, die zum Streik führ­ten, würdkge. Es wurde weiter die Erwartung ausgesprochen, daß die Regierung mit dem Deut­schen Deamtenbund in Verhandlungen tritt, um weiteres llmfidjgreifen des Streiks in letzter Stunde zu verhindern. Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Der Redner und Berichterstatter des Abends war Eisenbahnsekre­tär D e t r e - Gießen. Er erklärte, die heutige Versammlung wolle die Allgemeinheit über die Gage der Eisenbahner auf Flären; diese seien nicht ftreifluftig, sondern verlangten nur die auto­matische Anpassung der Gehälter an die jeweilige Teuerung. Reichstagsabg. Beckmann -Gießen fordert ein Gruirdgehall für die Beamten In nur 7 Klassen, die Teuerungszulagen müßten aber überall die gleichen sein. Aeynlich äußert sich. Landtagsabg. Mann; die Forderungen der Be­amten seien berechtigt, nur durch einheitliche Or­ganisation aller Arbeitnehmer sei das Ziel zu erreichen. Cs sprachen ferner noch Erle- Klein- Linden über das Arbeitszeitgesetz und Steph a n » Gießen über die Verhandlungen, die dem Streik vorausgingen.

Schiller, Heine vortragen. Da die Hoß» Bvv» tragskunst des Herrn v. Faber durch eine Reih« von wohlgelungenen literarischen Deranstaltui'gen besonders durch einen Dortrag an der Dante- Feier der Lit. Gesellschaft - In Gießen bekannt i|t, so kann man einen stimmungs- und genuf« vollen Vortragsabend erwarten Die Leitung der Gesellschaft weist in einer heutigen Anzeige, um Srrtümer zu vermeiden, nochmals darauf hin, daß die für diesen Scholz-Abend ausgegebenen Karten morgen abend Gültigkeit haben. Um aber den Defuchern eine kleine Entschädigung für den Programmwechlel zu bieten, werden an fie bei der Rachholung des Scholz-AbendS. die nach Beendigung des Strelks vorgesehen ist. gegen Vorzeigen der für morgen abend gel­tenden grünen Eintrittskarten ermäßigte Karten zum Preise von 3 Mk. ausgegeben werden. Däheres wird darüber noch später bekannt- gegeben. Es empfiehlt sich daher, morgen abend die Eintrittskarten nach Vorzeigen an der Kon­trolle am (Saaleingang wieder" sovgsällig aufzu- bewahren. (S^ehe heutige Anzeige.)

Verein für das Deutschtum im Ausland. Wie schon angekündigt, veranstaltet dte Ortsgruppe Gießen am Donnerstag, dem 9. Februar, 8 llhr abends, in der Reuen Aula

An Hand der mechanisch-mathematischen Analyst der Sprungbeine eines Säugelieres wird gezeigt, daß der zweckmäßige Fall immer ein ausgezeich­neter Fall einer funktionellen Beziehung ist. DieS liefert die Drücke zu erkenntnistheoretisch wich-

AnsEÄ laW A Ls Ms. 116 nw Ferne M die 2.1 desSst mal SdnnhaÜ' Pläne sollten 1 1 Ttreinen, t Lrutzerung vv( \.Januar abai btr Dorsihend' auch andere Derlaus der j1 ten Mglie^er ^getragen Hal kommenden Dir tertesch.'ning al

Bornotizcn.

Taaeskalender für SamStag. Hörsaal 44 der Universität, 4 Uhr: Ordentliche M itgliederversammlung der Hesiischen Vereini­gung für Volkskunde; anschließend 5^/z Uhr: Oesfentlicher Vortrag. Astoria-Lichtspiele: Heute und morgenDie Camera obscura" unb ..Die Macht des Blutes". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße: Heute und morgenDer ewige Kampf".

Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 31/3 Uhr:Schwarzwaldmädel"; 7 Uhr:Turandot". Reue Aula, 8 Uhr: 4. Dichterabend. Turnhalle, 7 Uhr: DollS- liederabend des Svang. Arbeitervereins.

Aus dem Stadttheaterbureau. Zweites Gast spiel des Peh-Kainer- Balletts, am Montag, dem 6. Februar. Rach dem großen Erfolg, den am Donnerstag das Petz- Kainer-Dallett erzielt hat, wird es gewiß von allen Freunden der Kunst mit Genugtuung begrüßt werden, daß für Montag, den 6. Februar, sich eine Wiederholung des hochinteressanten und außer­ordentlich sehenswürdigen Gastspiels ermöglichen lieh, da die Gäste durch Stillegung der Eisenbahn in Gießen erzwungenen Aufenthalt haben. Wir find überzeugt, daß die vielen Sntereffenten, die am Donnerstag wegen des ausverkauften Hauses keine Plätze mehr bekommen konnten, diese Ge­legenheit ergreifen werden. Um dem zu erwarten­den starken Kassenandrang begegnen zu können, wird am morgigen Sonntag die Tageskasse bis 1 Uhr offen gehalten.

Oberhessi scher Kunstderein. Die Ausstellung von Werken der Sturmkünstler ist nur noch morgen (Sonntag) von 11 bis 1 Uhr geöffnet Von Montag an soll die Ausstellung wegen voll­ständigen Wechsels der Gemälde geschlvsten wer­den. Studenten der Universität Marburg und eine Gesellschaft von Wetzlar hatten sich für gestern und heute zum Besuch der Ausstellung angemel­det konnten infolge der eingetretenen Verkehrs­behinderungen nicht kommen. Wenn sich ihr Besuch am Dienstag ermöglichen läßt, bleibt an diesem Tage die Ausstellung noch am Vor- und Rach- mittag geöffnet Die nächste Ausstellung, deren Eröffnung am 15. Februar erfolgen soll, bringt Sammlungen des Süddeutschen Slluftratoren- bundes München.

Oberhessischer GeschichtSver- e l n Gießen. Der für heute (SamStag) an­gekündigte Vortrag von Geheimrat Dr. Ed. O t I 0 and Darmstadt muß wegen des Eisenbahnerstreiks verschoben werden.

Der VereinStadentenhilfe" trdrb unter Mitwirkung der Gteßener Fra »en- veeeine am Donne -stag. dem 23. Februar, in den Räumen des Gesell.'chaftSvereins einen öffentlichen Unterhaltungs-Adei d re anftal en, dessen Rein­ertrag für den Zweck des Vereins, Hllfe für den notleidenden Teil der Studentenschaft, verwandt werden wird. Zahlreiche hiesige Damen and Herren haben ihre Kunst für den Abend zur Ver­fügung gestellt; in einer großen Pause wird m Gestalt von kaltem Büfett und Getränken auch für die leibliche Rahrung Sorge getragen fein. An diesem Abend wird auch ein Herr vom Vor­stand der europäischen ötibentenbilfe anwesend sein und über Wesen und Zweck dieser Organi­sation sprechen.

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Literarische Gesellschaft Da es unbestimmt ist, ob Wilhelm von Scholl zu feinem morgigen Dichtei--Abend infolge des Eisenbahner- Streiks kommen kann, fo hat die Leitung der Lit Gesellschaft für diesen Fall Dr. von Faber du Faur gewonnen, der sich bereit erflärte, einen deutschen Dalladen-Abend zu geben, fo daß also auf alle Fälle die angesetzee literarische Veranstaltung morgen abend statt­findet Sollte der Dichter nicht kommen, so ______ u_ ___________________,

wird Herr von Faber Balladen von Goethe, tlgen Gesichtspunkten, daß nämlich der zweck-

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Besprechung,"

'beide"

Eine deutsche Sugen&burg auf dem Ludwigstein. Die Burg Qudwigstein. die sich links der Werra über der Werkes Häuser Pforte erhebt, trägt eine stolz ragende Burg, er­baut von dem hessischen Landgrafen Ludwig I., der damit eine Trutzfeste gegen die rechts der Werra sich erhebende kurmain;ische Burg Han- ftein schaffen wollte. Der Dau erfolgte 1415 unter dem Schutz eines an den Ufern der Werra lagernden Heeres mit solcher Schnelligkeit t>af) später die Sage ging, der Teufel habe dem Landarafen geholfen. Die Burg, die durch viele Jahrhunderte von hessischen Amtmännern ver­waltet wurde, war zuletzt Sih des AmteS Ludwigstein und verfiel bann als Vorwerk der nahen Domäne Wendershausen immer mehr. Wie Heidelbach In der Zeitschrift »Hessenland" mitteilt soll die alte Feste vor gänzlichem Verfall bewahrt werden, indem die deu'schen Hugendrerbände hier eine Hugendburg errichten wollen. Die aus Ange­hörigen fast aller IugendvQrbände gebildete ^Ver­einigung zum Erwerb und zur Erhallung der Burg Ludwigstein" hat den alten Q5au von der Regierung käuflich ertoorben. Der Bergfried ist neu 'ausgebaut der rechte Burgflügel neu auf- gerichtet worden, und so dient die Burg als Her­berge und zugleich als Erinnerungsmal der Int Kriege gefallenen Brüder. GS bleibt a'er noch viel für die Wiederherstellung und Erhaltung der alten Werraburg zu tun, wofür das nötige Geld erst aufgebracht werden muß.

_ , Sonn v,