Ausgabe 
3.6.1922
 
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□Kittelort bestimmt, unb im Februar war es, an einem frost klaren Sonnabendvormittag. als wir vpn Königsberg fuhren.

Die Korpsbrüder gaben uns das Geleit an die Dahn, und es war viel Stimmung vor­handen. Denn wir drei fochten wie die Deuwel, und es war ziemlich vorauszusehen, das; nur auch in Halle gut abschneiden würden.

Der alte Herr Greil war auch ar die Dahn gekommen. Das Wasser stand ihm in den Augen, denn der Druch mit den Zürichern, bei denen er zwei herrliche Semester verlebt hatte, ging ihm nahe. Aber er schüttelte uns die Hände und sagte: .Desorgl'S ihnen gründlich!' Denn mit seinem Herzen stand er natürlich bei uns.__

Die zwei, die mit mir fuhren, hast du nicht gekannt. Der eine, mein Leibbursch Franz, i|i bald darauf nach Amerika gegangen, um inter den Vankees als german doctor sein Heil zu versuchen ein forscher Bursch mit Haseln utz- braunen. treuen Argen, und die beste Klinge, die ich je gekannt habe. Es war ordentlich ein künstlerischer Genutz, ihn mal fechten zu sehen.

Der andre war ein blonder, baumlanger Gesell, der ferne Erfolge auf der Mensur seiner Massigkeit verdankte. Er schlug seinen Gegnern meistenteils in den ersten Gängen durch die Pa­rade. Wir furnnten ihn den schönen Heinrich, weil er gern mit seinen zarten Beziehungen re­nommierte und sich die flachsigen Haare mit wohlriechender Pomade salbte. Er ist nachher leider bei St. Privat geblieben. Armer (Zunge er lebte so gerne! . . .

Du siehst mich an und wunderst dich, wes­halb ich so weit aushole. Aber erstens geht mix selbst Sie Zunge durch "bei der Erinnerung

an diese Seit, und zweitens ist es gewissermatzen notwendig, denn diese Fahrt nach Halle mit tfyrem Drum und Dran hat meinem Leben die entscheidende Dichtung gegeben. Ohne sie sätze ich jetzt nicht hier ....

Ra, trinken wir mal zunächst eins auf das Andenken des schönen Heinrich und auf ver­gnügte Urftänb, alle mitsammen!"

Er füllte die Gläser, sttetz mit mir am und steckte sich eine neue Zigarre an.

Hier muh ich noch etwas eurschalten," fuhr er fort,wir hatten für unsre Steife nämlich noch einen Auftrag. Unser alter Herr Schleh­dorn, der in einem kleinen Aeste der Riedcr- lausitz für die Erhöhung der Eterblichkeitsziffer sorgte, feierte just in diesen Februartagen 1 >me Hochzett, sozusagen den Friedensschlutz nach einer ebenso langen als hartnäckigen Kampagne. Sein jetziger Schwiegervater, der Oberpfarrer, hatt: nämlich gleich nach seiner Aiederlafsung wegen eines ziemlich heftigen Disputes cm Honora- tiorenstammtisch über wissenschaftliche Fragen mit ihm Streit bekommen. Lind ehe der alte Herr feine Einwilligung gab, mutzte er nicht nur erft in dem häuslichen Guerillakriege gründlich mürbe gemocht toerben, sondern sich auch aus eigener Anschauung davon überzeugen, datz der junge Doktor trotz seinerketzerischen" Ansichten genug praktischen Ehristentums im Leibe hatte, um da- mtt erforderlichenfalls em halbes Dutzend Kan­didaten der Theologie aus zu staffier en. Die schöne Gertrude, des Oberpfarrers Töchterlein, stand natürlich schon längst mit dem jungen Doktor auf teinem so gespannten Futze, wie ihr Herr Papa.

Zu dem solennen Friedensfeste hatte der LoÜvr rmn auch jfl» helwcMiches Korps

geladen, freilich ohne sich der Hoffnung hinzu- geben, datz ferne Einladung bet 'der weiten Ent­fernung einen praktischen Erfolg haben würde. Als es sich aber so ^ücklich trat, datz die Suite mit den Qatoiniem und die Hochzeit in eine Woche zusammerHielen, erhielten wir die Bollmachten einer Glückwunsch^ putalron und wurden zugleich mit einem Riefenbukett in unfern Farben aus­gerüstet, bo3 wir der neuen Korpsschwester mit nem zierlichen Knicks zu Zützen legen sollten.

Als wir nach langer Fahrt und einer wenig geruhsamen Rächt in dem großen Babel Berlin endlich m dem kleinen Städtchen an tarnen, läu­teten schon die Glocken zu dem feierlichen Sitte der Trauung. Wir hatten gerade nur noch fo viel Seit, uns in Wichs zu werfen, denn als wir vor dem Pfarrhofe eintrafen, setzte sich der Zug nach der Kirche bereits in Bewegung.

Boran der glückstrahlende Bräutigam, am Arme seiner S^viegermutter, die ihm eine treue Helferin und Verbündete gewesen war, als es galt, den alten Herrn Oberpfarrer herumzu- Eriegen; dahinter die liebliche Braut, im myrten­geschmückten, wallenden Schleier, geführt von einem würdigen älteren Herrn aus Doktor Schleh­dorns Verwandtschaft, und schlletzlich wohl ein halbes Dutzend Brautjungfern, eine immer schöner wie die andre, so blitzsauber in ihren hellen Kleiderchen, datz es ordentlich ein wahrer Staat war, wie sie mit ihren zierlichen Atlasschuhen über den tannenbestreuten Weg trippellen. Du siehst, ich werde beinahe poetisch, wenn ich nur daran denke, aber ich sage dir, es war auch wirk­lich ein ganz reizendes und liebliches Bild,' matt bekam fast selber Luft zum Heiraten."

Nr. 129 Zweiter Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 5. Zvni (922

2. Juni.

1. Juni.

Datum.

2284,20

2400,40

2394,60

Kurs Kurs

die Industrie mit ihren hohen Löhnen

720.

618,

623,

1.7.14.

125.40

59.20

88.80

88.80

117.80

117.80

9730

23.80

125.40

2.6.

1,92

800, 878, 9U6, 1800,

770, 568 tato;

700, 623, 655,

Bad Anilin-u. Soda Höchster Farbwerte. Allg. Eiektr.-Ges. . . Zelten & Guilleaume Schuckert-Werie. . . Adlerwerke......

Daimler.......

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Aeuhork . . Paris. . . .

Fr.

Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh.

I

Fr.

Schweiz..... Spanien.....

Deuffch-Oesterr» Prag......

Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan......

Rio de Janeiro

570,-

494,-

423,-

84.56

719,-

202.-/'

565, *95, 405,

80, 688, 200,

eine g< zu, be

2.6.

77,50 120,- 153,-

89,- 396.50 313,- 301,- 289,- 550 - 415,- 311,- 249,- 295,-

4911,15

5987,50

7073,85

577,75

1416,86

1214,05

Kurs 2.6.

77,50 120,-

145, -

86,60

312'1

299,- 291,- 550,-

418,- 314,50 250,- 296,-

945,- 805,

839,- 911,-

1830,- 789,- 57*,-

1049,- 703,- 625,- 730,- 7*0,-i 580,-

480,- 425,-

80,- 730,-

4866.10 5942,45 7058 8j

530,75 1421,80 1216,55

27.,09

2503,15 5246,-5

43lol40

2,39

527,20 32^0 98,87

19»,75 130,-

8755,-

4857,90 5927,55 7041,15

679,25 1418^0 1213,-.5

271,41

24 «6-85 5233,45

4304,60

2,0 5

525,50

32,50

98,62

199,25

129,25

37*5,-

gelemte übernehmen Fabrik- oder Erdarbeiten, nur ige Zahl wendet sich der Landwirtschaft

2483,10 5216,55 4300,40

2,47 526,70 33j25 QQ _

202^0 130,- 3730,-

Derlmer Devisenmarkt.

Geld Brief Gell» Brief

489^,65 5972,50 7056,15

576,25

1413,20

1210,96

272,15

2476,90

5203,45

4289,60

2,43

525,30

33,15

98,75

202,20 129,- 3720,-

1,72

1,45

4382,59

19,22

142

,36

4,02

Büchertisch.

Elektrotechnik für Alle. Eine volkstüm­liche Darstellung unseres Wissens von der Elektri­zität. Von HannsGünlher. Technischer Verlag. Dieck & Go., Stuttgart. Dieses Buch führt gründlich in das ganze Stoffgebiet ein, bringt aber doch nur das. was den Laien wirklich intereffiert, keine Einzel­heiten, die allein den Fachmann angehen.

1.6.

1,93 0.95

1,72

1,44 4170,-

19,15

V<9 ,37

4.05

Vom Daseinskampf des deutschen Studenten.

Die traurige Lage der studierenden Jugend von heute bildet einen wichtigen Teil der Krise, von der der ganze Stand der geistigen Arbeiter er­griffen ist, und dieser schwere Daseinskampf des eirtfr so heiteren und leichtsinnigen Bruder Studio ,ift besonders traurig, weil er trübe Aussichten in die Zukunft der geistigen Arbeit eröffnet. Aeue 'Beiträge zu diesem in letzter Zeit viel behandel­ten Kapitel bietet Dr. med. F. Goldmann in einem Aufsatz derKlinischen Wochenschrift". Schon aus der Herkunft des größten Teiles der Studierenden farm man darauf schließen, wie beschränkt und ' ungenügend der Wechsel der meisten ist. Aach den einwandfreien Erhebungen an der Technischen Hochschule zu Dresden, die sich bei den Um­fragen in Leipzig und München bestätigt haben, stammt mehr als ein Drittel aller Stu- deuten auS dem Beamtentum und den freien Be­rufen. Die Industrie liefert mir 26 Proz., Handel unf> Verkehr 17 Proz., die Landwirte und Aentner je 2 Proz. Für die Höhe deS Monatswechsels er­gab sich aus den Dresdener Feststellungen, datz bei einem monallichen Existenzminimum von 683 Mark im Mai 1920 nur 2 Proz. 70v-Mk.-Wechsel besahen und 3,7 Proz. darüber. Dagegen 5,7 Proz. Wechsel von 200 Mk., 9,1 Prvz. von 250 Mk., 19,4 Proz. von 300 Mk., 10,5 Prvz. von 400 Mk. 3m Sommersemester 1921" muhte auf Grund von Auskünften der einzelnen Universitäten bei einer Gesamtzahl von 110000 Immatrikulierten die 3af)t derer, die das Existenzminimum nicht er­reichten, auf etwa 80 000 geschätzt werden, und unter ihnen hatten 30 000 ein Einkommen von weniger als 350 Mark monatlich. Während die Wohnungsverhältniffe auf Grund straffer Organisation in manchen Uni­versitäten vielfach nicht ungünftig liegen und sich z. B. in Kiel bei einer Umfrage als ausreichend erwiesen, sind sie anderen Orts recht traurig. Diel schlimmer aber ist eS mit der Ernährung. Man muh annehmen, dah der wirtschaftlich schwer gefährdete Tell der Studentenschaft, etwa ein Drittel bis ein Viertel, der gleichzeitig mit dem Studium einen ziemlich anstrengenden Broterwerb verbindet, trotz der gemeinnützigen Beihilfen in Gefahr chro­nischer Unterernährung ist. Ein Brot­erwerb ist heute für den Studierenden zum groben Tell netto enbtg geworden, und der Werkstudent hat sich allmählich auf dem Arbeitsmarkt seinen festen Platz erobert. Von diesen Aebenbeschäf- tigungen kommt in erster Linie zumal während des Semester«, Kopfarbeit in Betracht, Tätigkeit in der Dank, im Bureau, bei Versicherungen, Un­terricht. Studentinnen wählen meist Schreib­maschine. Die körperliche Arbeit wtrd vorwiegend in den Ferien.getan, und da läfji sich eine be­sondere Vorliebe für die Arbeit im Bergwerk fest­stellen. Viele gehen rn die Metallindustrie, Un-

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Aussichten für daS Zustandekommen einer internationalen Anleihe an Deutschland

London, 2. Juni. (WTB.) Der gut unter­richtete Pariser Berichterstatter derTimes" meldet, die Informationen bezüglich ter Aus­sichten aut eine internationale Anlrihe lauteten dahin, dah die Beratungen des Dankter- ausschusses in Paris sich einer kritischen Periode annäherten. Die Hinderniffe aaf dem Wege zu einem Ucfxnx ttcko mm en träten mit peinlicher Deutlichkeit zu Tage. Ein gewisser Pes­simismus werde in mo'^'bcnben Keifen ver­treten Man sei sogar der Ansicht, datz die Aus­sichten weit weniger günstig seien als noch vor einigen Tagen. Der Berichterstatter tonne end­gültig versichern, datz die Anleihe nicht zu« Hande kommen werde. Der Korrespondent schreibt weiter, dieser pessimistischen Spe­kulation dürfe keine übertriebene Be­deutung beigemessen werden, da sie die unaus» bleiblichc Folge des übertriebenen Optimismus fei, der bestand, als Amerika in der Person M)r- ganz zum ersten Male in Fühlung mit den euro­päischen Finanzmännern trat. Es bedeute nur, dah die wirklichen Schwierig­keiten erkannt werden. Daraus sei nicht 3folgern, datz diese Schwierigkeiten nicht über­wunden würden. Zeder Versuch werde inter* ntmmen, um eine feste Grundlage für ein lieber» eintommen zu finden Selbst toenn nur eine ge­ringe Anleihe gegeben werden könnte, so würbe sich die internationale Lage bessern Deutsch-

Kurs L6.

77,50 118.-

159,60 87,60

380.- 29-,- 298.- 291,-

555 - 418, 313, 25» 296, 933,- 800,- 873,- 910,- 1763,-

721,- 545,- 1004,-

701,- 018,- 688,- 750,- 555,- 480,- 41*.-

79.-

matfnottenmgee.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Brüssel-Antw. Ehristiania. . Kopenhagen . Stockholm. . . HelstngforS. . Italien . . . . London

s Reuyori Paris.....

Datum:

5*/., Dtsch. Kriegsanl. **/0 Dtsch. ReichSanl. 3°^ Dtsch. ReichSanl. 4°/a Preuh. KonsolS tzamburg-Paketf.. . Rorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Mitteld. 6rebitb*nL Jlationalbanf f. D. . Boch. Guhstahlwerke Bud.- Eisenw.» Akt.. D.-Luxemb. Bergw..

Amstd -Kotterb -0561,8010588,25 10561,76 10586,25

' ....... 2 90,<U

saugt den Hauptstrvm auf. Der Umfang der ge­sundheitlich befonl)ert gefährlichen Gelegenheits­und Nachtarbeit, wie bei Kellnern, Musikern usw. läht sich nicht übersehen. 3n Berlin gingen im Wintersemester 1921/22 annähernd </.. aller Studenten einem Heben» erwerb nach Ueber die Einflüsse dieser Ver­hältnisse auf den Gesundheitszustand der Studentenschaft läht sich nur schwer ein Bild ge­winnen Doch wird von den Professoren über starke Ermüdbarkeit, Mangel an Konzentrations­vermögen und Reizbarkeit bei den Studenten geklagt. Einen Anhaltspunkt für die Der- f chlechterung der Gesundheit bieten die Erkrankungsziffern und Sterblichkett an Tuber­kulose bei der Studentenschaft. Rach Feststel- tmigen an dar Leipziger Universität ist die Zahl der tuberkulösen Studenten, die die akademische Krcmkenkasse in Anspruch nehmen, von 2 Proz. 1914 auf 12 Proz. 1920 angewachsen: in Breslau wurden in der medizinischen Poliklinik im Winter 1919 "20 2 Prvz. Studenten mit offener Tuber­kulose behandelt gegen 0,6 Prvz. in den Jahren 1910/12. Bei dieser Gefährdung der studentischen Gesundheit ist die Pflege der Körperkultur, wie sie jetzt allgemeiner unter den Studenten verbreitet wird, von allerhöchster Wichtigkeit.

Märkte.

Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt.

mc Frankfurt a. M.. 2. 3uni Die Zu- uhr zum heutigen Marit wurde in der Ha rpt- ache von einhermischen und auswärtigen Erzeu­gern bestritten. Das Angebot war recht gut. Dri der Pieisgestaltung trat die typffche Erscheinung des Anziehens der Preisr vor den Feiertagen hervor. Kartoffeln kosteten b im Grotzha.dtt ter Zentner 2302<0 Mk.: Zwiebeln (ausländische) 9.50 13.50 Mk.: Spargel 1215 Mk. das Pfund: Spinat der Zentner 600800 Mk.: hol­ländischer Blumenkohl der Kops 2728 Mk.: Gur­ken das Stück 2226 Mk.: Rettich das Stüa 1.502.00 Ml. Bei Erzeugern kostete Krpfsalat die Staude 1.504.00 Mt.: Lat.ich das Pfund 1.503.50 Mk.: Spinat der Zentner 600850 Mari: Rhabarber das P,und 1.401.6) Mk.; Spargel für Gemüse 1416 Mk.: für Suppen 4 bis 7 Mk. das Pfund: Kohlrabi das Stück 3 dis 5 Mk.: junge Zwiebeln das Bündel 2.50Mk., das Pfund 35 Mk.: die Krauter für Saucen 810 Mk. das Pfund: Rettich das D ndel 2 bis 3 Mk., das Stück 34 Mk.: Petersilie das Teilchen 1.502.00 Mk. und Lauch das Stück 7080 Pf. Auf dem Obstmarit wurden Erd­beeren und Kirschen häufiger ang^boten. Das Pfund der ersteren kostete 5080 Mk., der letz­teren 2228 Mk. Orangen kosteten in Packung rn von 240 bis 504 Stüa 14001700 Mk.: Zitronen in Packungen von 300 Stück 10001200 Mk.: im Zentner 2200 Mk. Auf dem gestrigen Fisch- marti wurde für Flutzfische 622 Mk., für See­fische 6.5010.00 Mk. pro Pfund bezahlt. Butter war im Angebot etwas besser. Das Pfund kostete 8085 Mk. Margarine 34.0036 50 Mk. Eier hatten den Preis von 4.805.00 Mk.

4° 0 Hess. StaatSanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank

Handel.

Berlin, 2. Juni. (Börfenstimmungs- bild.) Anfangs schien es, als ob die Börse oe- reitS im Zeichen des Feiertags ftünbe, denn der Verkehr setzte auf Llktien ein, die auf dem gestern 0 belebten heimischen Rentenmarkt recht still lagen. Immerhin war die Grundstimmung in Aktienwerten als fest bei durchschnittlichen Kurs­gewinnen von 20 biS 40 Prozent und vereinzelt von 50 bis 70 Prozent zu bezeichnen. In einigen Papieren waren allerdings auch Kurtnachlässe in mähigem Umfange festzustellen. Rach den ersten Kursen belebte das Geschäft namentlich den Montanmarkt, wo oberschlesilche Werte mit Laurahütte und Kattowitzer an der Spitze bei Kursgewinnen von 200 bzto. 100 Prozent für diese beiden die steigende Bewegung wieder auf- nahmen und dadurch auch die Kurtentwicklung Ser westdeutschen Montanpapiere und teilweise auch anderer Industrieaktien stärker nach oben beeinflussten. Deutsche Kaliaktien setzten ihre Äurtfteigerung um weitere 100 Prozent fort. Rach den starren gestrigen Kurssteigerungen kam in hei­mischen Rentenwerten Material heraus, und auch Realisationen erfolgten, so dah der Kursstand nicht ganz aufrecht erhalten wurde. Don Aus­landsrenten waren österreichische, türkische und rumänische fest und mätzig höher, ungarische chwankend. Die Devifenpreise holten die am Vormittag eingetretene Abschwächung wieder ein und bewegten sich über der Reuyorier Parität. Auch zu Einhcitskursen gehandette Industrie­papiere setzten ihre Kurserholungen fort Die nächste Börse ftndet am Dienstag, den 6. Juni tatt Morgen, Samstag, werden keine Devisen, Roten und Produkten gehandelt.

Frankfurt a. M., 2. Juni. Börsen- stimmungsbild. Der letzte Dörsentag vor den Pfingsffeiertagen brachte emen Verhältnis- mätzig schwächeren Besuch. Trotzdem war das Geschäft nicht so unbebeutenb. Der Dollar begann mit 267 unb stellte sich später auf 268269. In amtlich nicht notierten Werten war die Hal­tung ruhig. Benz 440435, Gebr. Fahr 510, Gummi-Stöckicht 425, Rastatter Waggons 500. Am Montanaktienmarkt neigten die Kurse zur Abschwächung. In chemischen Aktien waren bie Veränderungen gering. Zuckerfabrikaktten notier­ten anfänglich höher. Die Börse schloh still bei festerer Tendenz. Die nächste Börse findet Diens­tag, den 6. Juni, statt. Am Samstag, den 3. Juni, bleibt die Börse auch für den Devisen- und Roten- verkehr geschlossen. Privatdiskont 4»/, Prozent.

Frankfurt a. HL, 3. Juni.

Börsenkurse. -

Frankfurt Berlin Schlutz- Schlutz- Schlutz- Schlutz-

1.6. 77,50 115,- 156 -

88,- 383,- 304,- 300,- 289,- 642,- 416,- 110,- 250,- 280,- 916,- 786 - 865,- Gelfenkirch. Bergw.. 904,- Harpener Bergbau. 1792, Oberschi. Eisenb^B. 728,- Oberschles. Eisenind. 560,- Phönix-Bergb.-Akt. 1030,- ----... - - 697,-

fonb würde in 6er Lage fein, seine Versprechungen auszuführen und iönne viel tun, um sich nm' teriell unb moralisch wiederherzustellen. Anderer­seits würde Fraickreich eine grivts c Befriedigung erhallen. Denn jedoch bie Verhand.ungen zu« sammenbrächen, so sei eine allgemeine Verstimmung der europäischen Be­ziehungen zu ertoorte.L Die Andeutungen, datz in bet ilnteriommiflbn nicht allrt gut ver­laufe, werde eine Reaktion erzeugen. Die Aut» wort Frankreichs aus die Einladung nach dem Haag werde möglicherweise von der Art der Enttäuschung abljängen, die erzeugt werde, wenn die Ergebnisse der Pariser Unterredungen bekannt: werden. Es sei zu hoffen, datz die augen­blicklichen Einwände ggei tie Au gab3 einer Anleihe zerstreut wu.de n. Für icn Augenb.ick sei der Banfterauc schutz nicht voll­ständig befriedigt von den Bedingungen, bie zur Sicherung des insolventen DeuffchtaiidS bzfummt unb von der Berliner Regierung angenommen werden. Berlin scheine sich vorzustellen, mit der Anleihe entoeber Erfolge zu haben, oder datz das jetzt konstruierte System sich ändern werde. Sua Res etattrnskommission sei in ihrer Antwort aüs die deutschen Vorschläge vvriich ig. Wao btc Zahlungen in Waren anbetrefse, fo werde wahricheinlich ferne diesbezügliche Frage vor Ende des Jahres ent­stehen. Der fchwache Punkt sei der, tatz Deutschland behaupte, ohne eine aus­wärtige Anleihe nicht in der Lage zu fein, selbst den herabgesetzten Be­trag zu zahlen, ohne dauernd die nicht ge­deckten Degenausgaben zu vermehren. Das fei ge­rade bas, was bie Alliierten entschlossen seien nicht zuzulassen. Die ReparationSkommission weigere sich zuzugeben, datz für den Fall, datz keine Qlnlcii e verfügbar ist, Deutschland das Recht haben sollt?, seine Zahlungen einfach durch Llusgabe ieinrt Papiergeldes nachzukommen. Einen Mitzersolg würde es bedeuten, wenn Deutschland berechtigt würde, neue Vorschläge zu unterbreiten, und datz das gesamte Problem von neuem erörtert werden mühte. Die Franzosen widersetzen sich dem Vor­schläge, dah, bevor eine Anleihe ausgegeben würde, ste sich zu einer neuen unb beträchtlichen Einschränkung ihrer Forderungen an Deutschland lereit erklären müf.ten. Rur <.tn? wesent.ihe Kom­pensation könne die Franzosen veranlassen, rod- teren Opfern zuzustimmen. Man fei aber der Tatsache gegenübergetreten, bafk so bereit auch Frankreich sei, irgend eine Art von befriedi­gendem zettweisen ilebereintommen zu erzielen, es nicht seine Ansprüche zur Wieder­erstattung der Summe aufgeben könne, die es bereits für bie Reparationen au«» gegeben habe. Der Berichterstatter schlieht, der Mittelpunkt bleibe das Problem ber Anleihe. Im Dankierausschutz bestehe ein gewisser Streit über die Art der Funktionen des Aussc^tsses selbst.

Die AttfriaHme der Rede Poinccrres in der französischen Presse.

Pari.S, 2. Juni. (WTB.) Die gestrig« Rede de-s Ministerpräsidenten fin­det in der Presse fast ausnahmslos Zustim­mung. Zum Teil sprechen sich die Blätter begeistert über die Art aus, nut der der Letter der französischen Politik die Roller Frankreichs in der Welt gekennzeichnet', habe.

Ablehnung deS schwedisch-russischen WirtschastSvertrageS.

Stockholm, 2. Zuni. (WTB.)Der schwe­dische Reichstag stimmte dem Antrag des Ausschusses auf Ablehnung der Regle­rn ngsvvrlage betreffend des Wirt­schaftsvertrages mit Rutzland zu.

GenfNürnberg auf deut Luftwege.

Zürich, 2. Juni. (WTB.) Oberleutnant Pillichobh, der gestern morgen 7,15 Itfrr mitz einem Paftagier in Genf aufgritlegen war, ist nach einer halbstündigen Zwischenlandung in Dü­bendorf um 12 Uhr in Rürnberg gelandet. Um 21/; Uhr verlieh er Rürnberg wieder mit vier Passagieren unb der deutschen Post. Gr rastete von 561/. Uhr in Dübendorf unb ging nach. 7 Uhr wieder in Genf nieder. Diese Qu f t r e i f c 1 Genf Rürnberg unb zurück soll nun alle Werktage zurückgelegt werben.

Urteil tm Mailänder Anarchistenprvzeh.

Mailand. 1. Zuni. (WTB.) Im Dnar- t chistenprozetz wegen des Attentats im Diana- ' theater ist gestern abend bas Urteil gesprochen ' worden. Mariani unb Doldrini würben ' zu lebenslänglichem Zuchthasls, fünf ' wettere Angeklagte zu Zuchthausstrafen von elf ' bis dreißig Jahren unb die übrigen zu gerbt- ' geren ©tnafen verurteilt.

Mein Vetter Iolua.

Roman von Richard Skowronnek.

2. Fortsetzung. (Aachdruck verboten)

Weitzt ja, wie das geht. Erst so ein Schutz ,O alte Burschenherrlichkeit', dies Sirenenlied, bei dem die verstocktesten Philister wieder ring werden, dann das Sei bst belügen, datz man b.i einiger Energie Aktivsein unb Arbeiten ganz gut miteinander vereinigen könne, schlietzlich die alte, hinter den guten Vorsätzen lauernde Rei­zung zum Bummeln und fertig ist die Laibe,

.Als er nach zwei Semestern wieder heim- kam. ba brachte er natürlich keinen Doktorhut mit. wohl aber ein neues Banb auf der Brust und den lebhaften Wunsch Der Low in iu zu Zürich, mit uns. der Celtia zu Königsberg, in ein be­freundetes Verhältnis zu treten. Die Sache wurde auch gemacht, obwohl sie für uns keinen rechten Sinn hatte. Wir waren immer am stärksten, wenn wir uns auf uns allein verliehen und weder mit dem schwarzen noch mit dem grünen .Ring' im Kösener liebäugelten.

Das Verhältnis hielt nur ern paar Se­mester vor, dann kamen Strcitigkettrn wegen irgendeiner Sache im Kösener, und am Ende natürlich bie übliche P. P.-Suite. Die alte Ge­schichte: Mit der Freundschaft zwischen zwei Korps geht es wie mit der zwischen jungen Mädchen. Ehe man sich's versieht, hat sie einen Knacks.

Bis die Suite zum Ausfechten tarn, ver­ging ober noch eine ganze Weile, denn es dauerte fast ein Semester, dis bie Lawinier ihre bret Männerchen aus Göttingen, Jena ober sonst wo­her ^ampienfletrcmmeU hatten. Halle war als