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finn, CBtibSen, am 5. OTtober in Paris wieder Ixin. ®r soll Dem Matt zufolge die Auffassung der (amerikanischen Regierung von der Reparations- frage, wtt sie sich in letzter Zett herausgebildet Hat, bald nach feiner Ankunft den Vertretern der Alliierten vvrzutragen beabsichtigen.

Von der Völkerbunds­versammlung.

Genf, 30. Sept. (Wolff.) Die Volker- buadSversammlung trat heute morgen zu ihrer vorletzten Sitzung zusammen. Zur Wahl der sechs nicht st ändigen Mitglieder des Völkerbundsrats wurden keine Vorschläge gemacht. Die einzelnen Delegationen waren sicht­lich bereit- vor der Sitzung über ihre Kandidaten einig geworden. Die Wahl fand in geheimer Abstimmung statt. Wie in den Vorjahren, schrit­ten die Vertreter der einzelnen Länder in alpha­betischer Reihenfolge an der Wahlurne vorbei. 45 Delegierte beteiligten sich an der Wahl. Unter allgemeiner Spannung und tiefem Schweigen ver­kündete der Präsident Edwards die Ramen der somit im ersten Wahlgang gewählten sechs Län­der: Brasilien 42 Stimmen, Spanien 40, Uru­guay 40, Belgien 36, Schweden 35, China 27. Die vier bisherigen nichtständigen Mitglieder Spa­nien. Velgien, Brasilien und China wurden also wiedergewählt. Die beiden neuen Sitze erhielten Uruguay und Schweden, so daß nunmehr Süd­amerika über zwei Sitze im Rat verfügt, wäh- renb die Kleine Entente keinen Sitz erhielt, da Südslawien nur 15 Stimmen bekcun, Mo not­wendige Stimmenzahl aber 23 betrug. Von den weiteren Stimmen fielen auf Portugal 12, Per­sien 9, die Schweiz 3. Die Amtsdauer der Ge­wählten ist, da das endgültige Wahlreglement noch nicht angenommen ist, ein Jahr. Der ge­samte Völkerbundsrat setzt sich nunmehr aus folgenden Staaten zusammen: England, Frankreich, Italien, Japan, Spanien, Belgien, Schweden, Drasilien, Uruguay und China. Rach der Wahl vertagte sich die Versammlung auf den Rachmittag zu ihrer Schlußsitzung, um die Schlußreden des Präsidenten und verschiedener Delegierter und vielleicht Mitteilungen über den Stand der österreichischen Frage entgegen- zunehmen.

Die österreichische Frage.

Genf, 1. Oft. (WB.s Die Völkerbunds­oersammlung beschäftigte sich in ihrer ge­strigen Schlußsitzung ausschließlich mit der äste r- reichi schen Frage Balfour (Englands er­klärte, daß es nur eine Lösung gebe: Innere Re­formen mit Hilfe einer äußeren Anleihe, ga­rantiert durch die vier großen Mächte. Der öster­reichische Delegierte Graf Mansdorff erklärte, daß Oestereich nach Abschluß des Abkommens sich mit voller Kraft dem Wiederaufbau zuwenden und alle Übernommenen Verpflichtungen erfüllen werde. Rach wetteren Ausführungen Lord Robert Cecils (Südafrika) und Bourgeois (Frankreich) wurde hierauf eine dritte Sagung des Völker­bundes mit einer von starkem Beifall aufgenom­menen Schlußrede des Präsidenten Edwards ge­schlossen.

Aus dem Reiche.

DeLriebsrätekongretz.

Berlin, 1. Oft. (Wolff.) Die Be­triebsräte Groß-Berlins haben für Heute vormittag die Arbeiter, Arbeiterin­nen, Angestellten, Beamten und Hausfrauen einer Demonstration nach dem Wittenberg- vlatz eingeladen. Da die Bereinigten sozial­demokratischen Parteien und die Gewerkschaf­ten jede Beteiligung abgelehnt hatten, war der Anmarsch von den 22 Bezirken Groh-Ber- kinS nur gering. Man schätzt die Zahl der Teil­nehmer auf etwa 25 000. Die Demonstranten trafen unter roten Fahnen mit dem Sowjet­stern teils zu Fuß, teils mit der Bahn ein. Zwölf Mitglieder des Fünfzehner-Ausschus- ses der Betriebsräte Groß-Berlins hielten Ansprachen, in denen sie zum Kampf gegen das Wucher- und Schlebertum, gegen Teue­rung und Verelendung aufforderien, für eine Kontrolle der Produktion und für einen Reichs-Detriebsräte-Kongreß etntraten. Der Verlauf der Veranstaltung war vollkommen ruhig. Rach Schluß zogen die Teilnehmer ein­zeln oder in Trupps nach ihren Treffpunkten zurück.

Die neuen DeanttengehLlter.

Berlin, 30. Sept. Gestern wurden im Reichsfinanzministerium die Besprechungen Mischen der Regierung und den Gewerkschaf­

ten über die Llmgestaltung per Beamten- besoldung fortgesetzt. Lieber die von der Regierung gemachten Vorschläge teilt eine Korrespondenz mit, daß hei Festsetzung der Grundgehälter in jeder Ortsklasse die Summe der drei Gehaltsfaktoren, «des ehemali­gen Grundgehalts, des Ortszuschlags und des Kinderzuschlags zuzüglich 677 Proz. Teue­rungszuschlag als neues Grundgehalt in An­rechnung kommen. Auch der Kopfzuschlag In Höhe von 10 000 Mark soll in das neue Grund­gehalt hineingerechnet werden. Da voraus­sichtlich eine Stabilisierung der deutschen Mark in absehbarer Zeit nicht «erfolgen dürfte, schlägt die Regierung vor, in Zukunft auch weiterhin das System der LeuerungSzuschläge beizubehalten.

Die Gewerkschaften werden morgen zu den Regierungsvvrschlägen Stellung nehmen. Am Montag werden dann die Verhandlungen mit der Regierung fortgesetzt werden.

Die Löhne der Bergarbeiter.

Berlin, 1. Okt. Der Schiedsspruch im Ruhrkvhlenbergbau ist vom Zechenverband abgelehnt worden, da man nach den letzten starken Lohnerhöhungen die jetzigen Forderungen der Bergarbeiter unbe­rechtigt und den allgemeinen Interessen schäd­lich findet. An dem Schiedsgericht des Reichs- arbeitsministeriums haben von den Arbeit­gebern nur die Direktoren der staatlichen Bergwerke teilgenommen, während der Pri­vatbergbau eine Beteiligung ablehnte.

Die für den Monat September von den Lieberschichten erwartete Förderungssteige­rung im Ruhrkohlenbergb-au ift, tote dieDeut­sche Allgemeine Zeitung" erfährt, durchweg wett hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Gegenüber der erwarteten Förderungssteige­rung von 50 000 Tonnen wird man mit einer solchen von höchstens 10 000 Tonnen zu rech­nen haben.

Die Löhne der Metallarbeiter.

Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Die Haupt­versammlung des Verbandes der Berliner Metallindustriellen hat, wie von die­sem mitgeteilt wird, den Schiedsspruch des vom Reichsarbeitsministcrium eingesetz­ten Schlichtungsausschusses, der die Löhne der Metallarbeiter für den Monat Oktober um 47 Prozent gegenüber dem Vormonat erhöht, zugestimmt.

Aus Hessen.

Die Leitung des LandesftnanzamteS wird noch der5>armft. Ztg." mit dem 1. Oktober tn andere Hände übergeben. Finanzmini st er Henrichi, der nach einer Vereinbarung mit der Reichsregierung dieses Amt seit dem 1. Oktober 1919, also seit drei Jahren, nebenamtlich versehen Hatz tritt mit dem 1. Oftober ds. Zs. von diesem Äntt zurück.

Als Rachfolger ist, wie wir zuverlässig hören, der frühere Oberbürgermeister von Wiesbaden. Geheimer Oberfinanzrat Gläs - sing, in Aussicht genommen, der bekanntlich vor seiner Wahl ztun Oberbürgermeister von Wies­baden Mitglied der Steuerabteilung des Hessischen Finanzministeriums war.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 2. Oft. 1922.

Umfangreiche Ausprägung von Dreimarkstücken.

WTD. meldet: Gemäß den Beschlüssen des Reichsrats vom 27. Juli 1922 sind die Prä­gungen zunächst von Dreimarkstücken in vollem Gange .Da sämtliche Münzstätten vor­wiegend mit der Ausprägung dieser Münzgattung beschäftigt sind, werden große Mengen als­bald dem Verkehr zugeführt werden können. Auch die Herstellung von Münzen der höheren Rennwerte steht bevor. Mit Rücksicht auf die Preissteigerung des Materials und die Er­höhung der Arbeitslöhne sowie mit Rücksicht dar­auf, daß der Verkehr diese Münzen angesichts der gesunkenen Kaufkraft mcht mehr in dem Um­fange wie bisher benötigen wird, ist die Einstel­lung der Ausprägung von Münzen mit ge­ringerem Rennwert feit langem beschlossene Sache.

Die Herweghs.

<Kne rechtsrheinische Geschichte van Liesbet Dill.

5. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Dann kam er auf seine Zukunft. Er stand dicht vor einem neuen Lebensabschnitt, bald würde er das Examen hinter sich haben und auf eigenen Füßen stehen und sich dann auch vielleicht ein eigenes Heim gründen.

Alle blickten verwundert auf, die Mutter stutzte.

Lind, ohne sich durch den Blick seiner Mutter beirren zu taffen, gestand Ernst, daß er sich heute entschlossen habe, Rechtsanwalt zu werden und sich verlobt habe.

Ein leichter Schrei, ein Stimmengewirr, man ließ ihn nicht mehr aussprechen, man umringte ihn, sie sprachen alle auf ihn ein. Doktor Rickert packte Ernst beim Kragen.3ft das vielleicht die Dame, mit der ich Ihnen neulich in der Dämme­rung hinter dem KurhauSweiher begegnet bin?

»Sie ist es, sagte der Glückliche,Grete Kollin."

DonnerwetterI rief der General,das ist kein schlechter Gedanke!"

Am aufgeregtesten gebärdete sich Fräulein Schmidt . . .Das ist mir grab in die ©[lebet gefahren wie der Blltz tn den Schornstein! Wo habt ihr euch denn um's Himmels willen kennen gelernt?"

Das war das einzige, was Ernst ungern gestand, beim die Kurhausredouten standen in feinem sehr guten Ruf.

»Mich hat hauptsächlich ihr wundervolles Klavierspiel angezvgen," erklärte er, und er be­schrieb, wie er Abend für Abend seit Jahren unter ihren Fenstern gestanden habe, um zu­zuhören.

Lutz klemmte fein Monokel ein.Grete Kollin spielt Klavier? Das ist das erste, was ich höre." Du kennst fte ja gar nicht," verwies ihn seine Mutter, die vor Bestürzung gar nicht Muhte, ob sie sich freuen sollte.

Gott, so ein Junge und jetzt verlobt! Hast du denn schon mit ihrem Vater gesprochen?"

Rein, aber ich will es heut noch tun, wenn ihr es gestattet, geh' ich jetzt hinüber. Grete er­wartet mich."

Man fand das famos.

Za, Kind, so macht man bas aber heute," beruhigte der General seine erregte Gattin, die es immer noch nicht fassen konnte, daß man die Braut heute noch $u sehen bekommen sollte. Sie schob mit ihren kleinen dünnen Händchen nervös das Mechelner Fichu zurecht. Wenn sie nur hier hereinpaht, dachte sie, und sie blickte besorgt zu dem genialen Lampenschirm auf.

Ernst stürmte fort.

Bring' die Alten gleich mit!" rief ihm der Lümmel auf der Treppe nach. Die anderen um­ringten Frau von Herwegh, und. nun kam heraus, daß jeder einmal das Paar in der Dunkelheit irgendwo begegnet war und daß jeder es vor dem anderen verschwiegen hatte.

Ja, ja, die jungen Leute.

Doktor Rickert, der seine Stunde näher ge­kommen glaubte, versuchte der kühlen Liane, die heute so bräutlich aussah, heimlich die Hand zu drücken, und sie lieh fte ihm.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab heute:Erpresser" tirtb Der maskierte Retter". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße, ab heute:Luise Millerin" undEr, der Pechkavalier". Palast-Lichtspiele, ab heute: Die Schande des Orlygssons" undKnoppchen kauft Porzellan".

heutiger Stand des Dollars

10 Ahr vormittags: Berlin 1662, Frankfurt 1660.

Äteto hineingeweht, den sie zwar recht genau rannte, biefe sogenannte erste Gesellschaft", über Deren Schwächen sie noch bis vor kurzem tn den Damenkaffees wacker mitgeaetert hatte hoffent­lich erfuhr das nie die Schmidt. Sie machte vor Aufregung einen Knicks nach dem anderen, und als ihr der galante Lutz die Hand küssen wollte, schlug sie ihm mit ihrer knochigen Rechten berartig gegen seinen Kopf, daß er das Gefühl hatte, er sprühe Funken.

Die junge Braut frisch und niedlich tn ihrem leuchtend roten Kleid, mit ihren dunklen ©amt- äugen, dem Grübchen im Kinn und der naiven Drolerie frühreifer Rheinlandskinder, war rasch warm geworden.

Grete duzte sich mit dem Lümmel, der sie früher mtt Schneeballen geworfen hatte, lieh sich von Lutz die Zigarette anzünden. trank Brüder­schaft mitOnkel Anton" und nannte Frau von Ludwiger gleich Tante Betty, obwohl diese sich zurückhaltend verhielt, denn fte war aus Pots° Dam. Bei ihr dauerte es immer etwas lange, tote bei ihrem Gatten, der mit Rheinwasier ge­tauft war.

Lind dem netten Doktor Rickert setzte Grete ehre weiße.Nachthaube aus dem Knallbonbon auf, mit langen Bändern, die ihm über das fröhliche rote Gesicht baumelten, was alle sehr lustig fan­den, nur Liane nicht, denn es sah aus, als wollte er eben darin fein Bett besteigen.

Grete war selig. Run war das Eis gebroäen und sie konnten bald heiraten

(Fortsetzung folgt)

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 12. August der Rektor an der Volksschule in Mainz Zakob Dach mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Kreisschulrat bei dem Kreisschutarnt Mainz und mit Wirkung vom 20. Juli 1922 ab zum Stadtschulrat bet dem Stadtschulamt Mainz. In den Ruhestand ver­seht wurde am 25. September 1922 bet Amts- vbergehilfe an der Llniversitäts- Frauenklinik Georg Mandler zu Gießen auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mtt Wirkung vom 1. Oktober 1922 an.

Sein 25 jähriges Arbeitsjubi­läum bei der Firma Tribus u. Gundheim feierte gestern der Prokurist Richard Hünig.

** Die Liste der Stimmberech­tigten zur Wahl der Stadtverordneten, Kreistags- und Provinzialtagsmitglieder liegt in der Zeit vom 6. bis 12. Oktober im Stadt­haus, Bergstraße 20, offen. Näheres teilt eine Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteils mit.

** Der Ankauf von Reichsfil- bermünzen durch die Reichsbank und Post fändet unverändert zum 100fachen Betrage des Nennwertes statt.

** Der Hauptgewinn der Gieße­ner Herbstpferdemarktlotterie, der auf Nr. 13 678 gezogen wurde, ist nach Darm­stadt in die Lofe-Verkaufsftelle von Friedr. Hartmann gefallen.

** Einstellung des Luftpo st ver­kehr s; Fortsetzung des Luftpost die n- stes Königsberg (P r.)M o s kau. Wegen allgemeiner Einstellung des regelmäßigen Luftver­kehrs am 30. September endet zu diesem Zeit­punkt bis auf weiteres auch der Lustpostdienst. Nur die stark benutzte Flugpost auf der Linie Königsberg (Pr.)SmolenskMoskau wird wei­ter Verkehren, da der Flugbetrieb auf dieser Linie, soweit möglich, auch im Winter aufrechterhalten werden soll. Die Flüge finden in beiden Richtun­gen jeden Dienstag und Freitag statt. Abflug von Königsberg (Pr.) 8.30 vorrn., an Smolensk 3.45 nachm., an Moskau 7.15 abends. Zurück ab Moskau 6.30 Dorrn., ab Smolensk 10 vorrn., an Königsberg (Pr.) 3.15 nachm. Die bei Smolensk und Moskau angegebenen Zahlen sind osteuropäische Zett. Zur Flugpostbeförderung nach Rußland sind nur gewöhnliche und eingeschrie­bene Briefe und Postkarten zugelassen. Reben den gewöhnlichen Auslandsgebühren wird ein Flug­zuschlag von 25 Mk. für jede Postkarte und für Briefe für je 20 Gramm erhoben. Rach der am 1. Oktober eintretenden Aenderung der Aus­landsgebühren kosten eine Flugpostkarte nach Rußland 12 Mk. gewöhnliche Gebühr und 25 Mtz Zuschlag, zusammen also 37 Mk., em Flugpostbrief bis 20 Gramm 20 Mk. gewöhnliche Gebühr und 25 Mk. Zuschlag, zusammen 45 Mk., ein Flugpost­brief über 20 bis 40 Gramm 30 Mk. gewöhnliche Gebühr und 50 Mk. Zuschlag, zusammen 80 Mk. ufto. Der übrige Luftpostverkehr soll im nächsten Frühjahr wieder ausgenommen werden.

** Oef f entliche Dücherhalle. 3m September wurden 1718 Bände ausgeliehen. Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1082, Zeitschriften 96, Zugendschristen 116, Literatur' geschichte 17, Gedichte und Dramen 21, Ländcr- und Völkerkunde 64, Kulturgeschichte 43, Ge­schichte und Biographien 76, Kunstgeschichte 7, Raturwissenschast und Technologie 83, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 7, Ge- sundhettslehre 14, Religion und Philosophie 38 Staatswisfenschaft 12, Sprachwissenschaft 5 Fremdsprachliches 24 Bände. Rach auswärtt kamen 35 Bände. Vom 1. Oktober an fäll: zur Kohlenersparnis die Dücherausgabe an Montag aus.

** Die neuen Po st gebühren sind seit gestern in Kraft. Briefe im Fernverkehr bis 20 Gramm kosten jetzt 6 Mk., über 20 btt

Sie war, trotz ihrer Kühle, immer umschwärmt von Männern, aber ihre Verehrer waren leider meist noch nicht mündig oder ganz alt. 3n der Mitte fand sich nichts für sie. Rickert war bis jetzt der einzig ernsthafte Bewerber Llanes, von der die anderen ahnten, daß sie eine sehr kost­spielige Frau sein würde.

Rach einer halben Stunde, die den Wartenden sehr lang wurde, hörte man das Brautpaar auf der Treppe. Die Tür flog auf, und die junge Braut am Arm' Ernsts trat ein. Die Eltern folgten. Die Zyklobettgestalt des alten Weinhänd­lers mit seiner hageren kleinen Gattin schob sich hinter dem Brautpaar zur Tür herein. Frau Kollin hatte erst ihr schwarzseidenes Kleid an­ziehen müssen, deshalb habe es so lange gedauert. Llnd der Vater habees ja erst nicht gewollt".

Ra ja," sagte der alte Kollin und drückte allen Anwesenden jovial unb sehr kräftig die Hand.So ein Referendar, nicht wahr, Frau Major, die gibtS wie Sand am Meer, und es hat mal einer gesagt, daß sie noch billiger sind wie Schreibmaschinen, denn so einen Referendar braucht man überhaupt nicht zu bezahlen. Mer, als ich dann hörte zu spat, wie immer, der eigene Vater kommt ja immer zuletzt, daß er," er klopfte Emst auf die Schulter,vorhat, Rechts­anwalt zu werden, dagegen läßt sich nichts sagen. Einem tüchtigen Anwalt kann man seine Tochter geben."

Meine Frau," stellte er die magere kleine Dame vor und schob Frau Kollin energisch tn den Lichttreis. Sie war unsäglich befangen, sie hatte sich so rasch umlleiden müssen, daß sie nicht wußte, ob ihr Kleid im Rücken zugehakt war oder nicht. Sie war zu unvermittelt in diesen neuen

Die neuen hessischen Miniftcrgehalte.

Mtt dem 1. September überschreitet das Diensteinkommen der hessischen Minister den Be­trag von einer Mrllion. Es beziehen jetzt: a) Staatspräsident LNrich 1 087 260 Mk., da­neben Aufwandsentschädigung 35 000 Mk. und freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung: b) Mi­nister Raab, Brentano und Henrich je 1 009 560 Mk., daneben Aufwandsentschädiguna je 20 000 Mk.

DerDarmstadter Tägliche Anzeiger" be­merkt dazu kurz und treffend: Davon läßt sich auch in der heutigen Zett noch sehr anständig leben.

KreiS-Obst- und Gartenbauverein Gießen.

Die aus allen Teilen Les Kreises gut beschickte Obst- und Gartenbau-Ausstellung wurde im Beisein der hierzu geladenen Damen und Herren von dem Vorsitzenden, Herrn Ober­regierungsrat W e l ck e r, am Samstag, den 30. September, gegen 12 il'fjt mittags mtt Worten des Dankes für alle die, welche zum Gelingen der Ausstellung beigetragen 'haben, und mit dem Hin­weise auf die Ziele und Zwecke einer solchen Aus­stellung eröffnet. Krersobstbautechniker H e b e r c r erläuterte sodann die den Ausstellern gestellten Ausgaben und fjtob besonders hervor, vor welche ungemein schwierige Ausgabe sich die Herren Preisrichter bei dem fast gleichmäßig schönen Aus­stellungsmaterial gestellt sahen.

Einen ausführlichen Bericht über die Preis-- Verteilung sowie über den Verlauf der im An­schluß an die Ausstellung am Sonntag statt- gefunbenen Versammlung des Landes­obstbauverbandes für Hessen werden tetr in unserer morgigen Ausgabe veröffentlichen.

Billiges Obst.

Man schreibt uns:Sie haben von Münzen­berg und Ortenberg dieser Tage berichtet, daß bei ObstversteigeruNgen ein Durchschnittspreis von 20030Ö Mark für den Zentner Aepfel am Baurn erzielt worden sei. Aus anderen Teilen der Pro­vinz können noch wesentlich niedrigere Versteige- rüi'gspreise mitgeteilt werden. So sind ttn K r e i se Gießen bei Versteigerungen des Kreises und der Gemeinden vielerorts äußerst billige Aevfel verkauft worden. Der Preis für den Zentner blieb oft bedeutend unter 100 Mark. Dabei handelte es sich, besonders an dm Kreisstraßen, um durch­weg edle Obstsorten. Bei Münster beispielsweise wurden an der Kreisstraße so niedrige Angebote gemacht, daß die Versteigerung abgebrochen wurde und der Kreis selbst die Ernte ausführen will. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Kreise Alsfeld. Hier ist bei Versteigerungen der Preis von 100 Mk. pro Zentner am Daum kaum erreicht worden. Zn K i r t o r f wurden für gute Sorten und voll behangene Bäume höchstens bis zu 1000 Mk. bezahlt, ein im Volksmunde sehr hoher Preis. Wenn aber an solchen Bäumen bis zu 30 und 3h Körben Goldparmänen geerntet wurden, so müh man doch von äußerst billigen Preisen spre­chen 20 Korbe andere Sorten kamen durch­schnittlich nicht höher als 400-500 Mk. Auch in Den anderen Orten des Kreises Alsfeld bewegte sich der Preis für den Zentner Aepfel am Baurn durchschnittlich nur zwischen 50 und 100 Mk., kam teilweise aber auch viel nichtiger. Da das gesteigerte Obst vielfach nach auswärts geschickt worden ist, kam die Fracht teurer als der Gestehungspreis der Ware. Zm Han­del, der sich nur langsam betätigt, haben sich stehende Preise noch nicht herausgebildet. Das Kelterobst wird zwischen 60 und 100 Mk. bezahlt. Für gebrochenes Obst werden an den einzelnen Orten noch verschiedene Preise angelegt. Zn Ehringshausen wurden dieser Tage Aepfel nach Westfalen verladen für den Preis von 150 Mark. Anderorts wurden im Kreise Alsfeld für gutes Tafelobst 200250 Mk. im freien Ver­kauf gezahlt. Die L a n d l e u t e zeigen bei der Belieferung der nicht er?seugenben Bevölkerungs­kreise anerkennens wertes Entgegen­kommen Es fehlen bis jetzt die norddeut­schen Händler, die die Preisgestaltung sonst we­sentlich beeinflußt haben Für die Zwetschen fehlt vielfach jede Absatzmöglichkeit. Soweit die Land­leute sie nicht selbst in großen Mengen zu Honig gekocht haben, kommen sie massenhaft um.

Wettervoraussage

für Dienstag :

Wechselnd bewölkt, strichweise leichter Re­gen, kühl, nordwestliche bis westliche Winde.

Die Ausläufer einer starken nordischen Depression bewirken vorübergehend eine Ver­schlechterung deö Wetters.

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VERBÜRGEN LAUT WISSENSCHAFT­

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