Einzelbild herunterladen

die

Amsterdam.

«

er- der 45,

teL Und ich lebe noch einmal eingehüllt In die Liebe einer süßen, milden, mir grenzenlos hin- gegebenen Frauenseele. Eine Constanze finde ich < war nicht wieder! jeder, der etwas im Leben bedeutete, ist individuell unersetzlich: wie es auch dir kleine Do gewesen sein würde, wäre s i e zuerst in mein Leben getreten. Ich fühle das auch! denn obgleich die törichte Leidenschaft, die einst meine chönsten Lieder hervorqerufen, mich noch einmal geparkt hat, so lebe ich doch in dem steten Gefühl >er Vergänglichkeit. Am 13. v. M. liehen wir uns von einem alten Schulkameraden aus einem benachbarten Dorfe trauen, in Gegenwart meiner Mutter, die ganz überzeugt ist, daß noch einmal eine Perle der Frauen mein geworden, und meiner vier ältesten Kinder. Dann waren wir acht Tage in Hamburg . .

**GiehenerFamiNenb!ütter." Zu unserer Freude haben wir auS unserem Leserkreise deS öfteren anerkennende Zuschrifs ten für unsere Literarisch« Beilage bekommen- nicht selten ist dabet der Wunsch geäußert wor­den. die Beilage im Umfange -u verstärken. Trotz der noch immer bestehenden, ja sogar noch gewachsenen Schwierigkeiten haben wir uns entschlossen, diesen Wünschen Rechnung zu tragen. Wir werden, am kommenden Sams­tag beginnend, unsere lehener § ami lienblätter" wöchentlich einmal im Um­fange von vier kleinen Seiten wieder regel­mäßig demGießener Anzeiger- einfügen. GS wird uns auf diese Weise möglich sein, auch die Heimatkunde In verstärktem Maße wieder zu pflegen.

Aus dem Reiche.

Ein Dementi.

Berlin, 31. Dez. Der .Dorwätt«" erklärt zu der Meldung des .Lokal'Anzeiyers", tah einige Tage vor Reichstags e.inn b.e Führer der Koalitionspar eien zum Reichskanzler berufen werden sollen, um ein Kompromiß in der Steuerfrage herbeizujüh.en. bieie Meldung trcf;e schon deshalb nicht zu. weil die Steuer- ausschü'se schon neun Tage vor Beginn der Pll- nar.-e.atungen (am 10. J anuar) wieder zusammen- treten, also die Möglich'eit besteht, auch dort eine Verständigung heroeizuführen.

Die Dörfenumsatzsteuer.

Berlin. 30. Dez. (WTD.) In der Presse wurde die Ansicht geäußert, daß die Beschlüsse des ReichStaqSauSschusseS für ©teile cf ragen über den Entwurf des Kapi- talverkehrSsteuergesetzeS eine Her­absetzung der Börsenumsatzsteuer für Kundengeschäfte bedeuten. Diese Annahme trifft nicht zu, wie sich auS §71 des Gesetz­entwurfs in der vom Ausschuß beschlossenen Fassung ergibt. Danach ist die Reichsregierung ermächtigt, die Steuer für Kundengeschäste über Aktien, ausländische Banknoten und De­visen bis 1 Prozent zu erhöhen. Diese Er­mächtigung entspricht der im Gesetz vom 7. November über die Erhöhung der Börsen­umsatzsteuer der Reichsregierung erteilten Er­mächtigung.

Die Aufklärung des MordeS an Erzberger.

Den Lesern des Gießener Anzeigers zur Beachtung!

AuS wiederholten Berichten ist unseren Lesern die Zuspitzung der Lage im deutschen ZeitungSgewerbe bereits bekannt geworden. Inzwischen wurde eine weitere, alle seicheri- gen Verteuerungen um ein Vielfaches über­treffende Preissteigerung für Zeitungspapier festgesetzt. Der neue Aufschlag ist um mehr als die Hälfte höher als der Dezemberpreissatz, der ebenfalls bereits sehr wesentlich gestiegen war. Dazu kommt noch die Auswirkung der neuen Lohn- und Gehaltstarife im Duchdruck- gewerbe.

Diese Mehrbelastungen können von den Zeitungen nicht allein getragen werden; auch wir müssen einen Teil davon auf unsere Leser umlegen. Demgemäß beträgt der Be­zugspreis vom 1. Januar ab

Mk. 8.25 monatlich.

Der Trägerlohn wird auf Mk. 1.25 erhöht.

Verlag des Gießener Anzeigers.

ihnen nicht überlegt.

D i e Weihnachtsfeier de- Ver» e i n - e h e m a l i g e r 1 1 6 e r. die am 27. Dezem­ber in der Turnhalle stattfand, verlief dank des geschmackvollen und dankbar ausgewählken Pro­grammes in der würdigsten Form. Ausgesuchte Rezitationen, Gesang, und Musikvorträge. sowie Singspiele, wechselten in bunter Reihe ab. Große 5reube wurde jung und all durch die Tombola bereitet die wertvolle Geschenke, unter anderem zwei echte Rohrsessel, enthielt. Das Tanz-ergnuaen >i.lt die Kameraden und deren F rm llenmitgl.eder der große Turnsaal war bis auf den letzten Platz besetzt lange zusammen.

Untersuchung nicht nur schwerwiegendes Ma­terial gegen die flüchtigen Täter ermittelt wurde, sondern daß darüber hinaus wichtige Feststellungen über die Helfer und über die polnischen Motive und Zusammenhänge, d:r zu der Tat führten, getroffen sind.

Allerhand Tilvcfte, Weisheit.

Wieder ziehen wir durch daS Tor des Silvesters in ein neues Jahr ein und wünschen uns bei Punsch und Pfannkuchen auch der Mohnspeisen und der Karpfen nicht zu vergeben ein frohes Reujahr. - Em neuer Abschnitt voller Rätsel tut sich vor uns auf aber der Rätselfragen, die er der Menschhett und dem Vaterlande, der Gemeinde, der 5 mühe, dem Einzll ten aufaibt, wollen wir hier nicht gedenken nur als Svrachfreund (und auch Geschichtsfreund) möchten wir auf manche Einzelheiten Hinweisen, die vf en zutage liegen und doch auch dem Ge­bildeten gft unbekannt sind. Wer von den vielen, die meinen nicht ohne Mohnspeisen und Karpfen und es müssen rogene sein Silvester feiern zu dürfen, und die In den beiden Speisen Gluck«, verheihungen sehen, sind sich dessen bewußt, daß in den Körnern des Mohns und des Fischrogens ein Abbild der Fülle sich uns zeigt, die wir uns für die Zukunft wünschen? Auch der Rame des letzten Tages des Jahres und der Feiernacht i|t um­stritten; von manchen ist er mit dem Walde, der silva, und den in ihm webenden Geheimnissen ver­knüpft worden, in Wahrheit rührt er von dem Papst Silvester im 4. Zahrhundert her.

Da« Festgetränk des Silvester« aber, der Punsch, der mit seinem .nsch" so deutsch aus­sieht stammt aus dem fernen Osten: es ist da« Hindostanische pantsch 'fünf), und wird nach ten fünf V'standteilen des Getränks genannt, das ur­sprünglich ein ,starkes Gesöffe" der Seeleute auo Branntwein, Wasser, Zucker, Zitronensaft und Rum war. Dr>

Vornotizen

Tageskalender für Samstag. Astvria-Lichtspiele, heute und morgen:Ski geheimnisvolle Dolch" undIm Bahntvürter- häufl". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße- Die Nächte des EorneliuS Brvuwer".

Neue Funde vom ältesten indischen Drama. Das Wissen vom in­dischen Drama, dessen hohe Schönheit uns im Zusammenhang mit der wachsenden Liebe für indische Kunst immer näher tritt, ist durch einige wichtige neue Funde bereichert worden, über die der Breslauer Sanskritist Geh. Rat Hildebrandt in einem Aufsatz ..Neuere Fvr- schungen über das altindische Drama" in der ..Deutschen Revue" berichtet. Bisher war der Name, der im Mittelpunkt der indischen Lite­raturgeschichte stand, der Mitte und Ende de« 5. Jahrhunderts n. Ehr. anaehörend« Ka­li da sa, dessen wichtigste Dramen uns in älebersetzungen zugänglich sind. Von feinen Vorgängern, die in indischen Quellen hoch ge­rühmt wurden, fehlte bisher jede nähere Kunde. Da fand in den Schätzen der König-

und verlange deshalb vom H a u P t vor st and umgehend Bekanntgabe der augenbhcfliS herr­schenden Verhältnisse 3m Eilenbahlwtreklwns. bezirk Kassel ist auch heute abend alles ruhcg Selbstverständlich haben durch den Streik un Westen die Züge teilweise Verspätungen erlitten^ Es ist damit zu rechnen, daß, falls der ^eilstrell in Köln. Essen und Elberfeld »eiter anha.: tm Eisenbahndirektionsbezirk Kassel stacker Kohlen­mangel eintreten wird.

Pariser Cnnflnffe.

PariS 33. Dez. (Haras.) Ein Telegramm aus Essen an ten Minister der öffentlichen Arbeiten meldet den Streik der Ei enbahnarbettcr des Kölner und Elberfelder Ge. vk«. Der Minister der ösie.tt ichrn Ar eiten Le Trvcguer. hat beim Kri -gsminister sofort beantragt, zur Sicherung der linksrheinischen Kohleitransporte die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, und die linksrheinischen Eisenbahnen zu regulieren. Zu diesem Zweck hat lich der Direktor der Eisen- bahnen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten mit dem General Weygand ins Einvernehmen geletzt. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat ferner dir Reparationskommission au'geforbert, dir aupmblicklich in Paris besind- lichr deutsche Kommi'üon daraus hmzuwe sen. raß alle Rc-paratisr-s-KohlentranSpo te v^n bec deut­schen Regierung als dringende Transporte be­trautet werden müßten.

Militärisches 2trr'kv<rl»ot.

Koblenz. 30. Dez. (WTD) Die Inter­alliierte Rheinlands-Kommission hat für daS gesamte besetzte Gebiet das mili­tärische Streikverbot für de Eisenbahner erlassen. Die gestrige Meldung, daß das Verbot nur für das neubesehte rheinische Gebiet ergangen sei, entspricht nicht den Tatsachen.

Tonwägelchen" des Königs Schudraka ge­wesen ist. Bhafa hat manche maßgebend ge­wesene Neuerung auf dem Gebiet der drama­tischen Technik eingcführt und eröffnet die Möglichkeit, durch feine Technll zwischen neuen und alten Partien deS auf Bharata zurückgeführten Lehrbuches der Schauspielkunst zu unterscheiden. Manch« Gelehrte stellen die Kunst BhasaS noch höher als die KalidasaS und rühmett an ihm die Behendigkeit und Schlagfertigkeit der Wechselrede, die Feinheit des Dialoge«. Noch überraschender ist ein anderer Fund, der den deutschen Ausgrabungen tn Ost-Tur­kestan verdankt wird. Von seinen großen For­schungsreisen brachte Le Eog eine Anzahl indischer Palmblattfragmente mit, die in den Höhlentempeln unweit Kutscha gefunden wor­den waren. ES ist nun aelungen. etnige die­ser Schriftstücke, die durch ihre eigentümliche» Schriftcharaktere auf daS zweite Jahrhundert unserer Zeitrechnung Hinweisen, zu entziffern, und man erkannte, daß Bruchstücke indischer Dramen vorlagen, die älter sind al« alles, was wir bisher von der Bühnenkunst In­diens besitzen. Diese Dramenfraamente weise» auf die Umgebung AschwagyoschaS hin, de« großen Theologen de« nördlichen Bud­dhismus. der zur Zeit des indoskhthischen Kö­nig« Kanischka lebte. Unsere Kenntnis des in­dischen Drama« ist durch diese Funde bedeu­tend erweitert worden und reicht nun bi« ins 1. oder 2. nachchristliche Jahrhundert zurück. Wir besitzen jetzt aus jener Zeit Schauspiele, die durch Anwendung von Sanskrit und VolkS- dialekten, die durch die Person deS aus dem Vollsslück stammenden Spaßmachers, deS Widuschaka, die Eigentümlichkeiten des spä­teren Dramas teilen. Dadurch ist die Grund­lage gegeben, um die Anfänge des indische» Dramas genauer zu erforschen und darüber neue Ansichten aufzustellen, wie die« Hille- brandt in seinem Aufsatz tut

Theodor Storm als (Batte.

(Neue Dekenntnisbriese.) 1

Briefe Theodor Storms, die in das Innerste seines Wesen« und In bisher noch viel­fach verhüllte Einzelheiten seines Erlebens bin- einleuchen, werden von Elfe Brenke im neuesten Heft von .WestermannS Monatsheften" mit­geteilt. Die Briefe find gerichtet an die Familien v. Guffow, v. Byern und v. K a i f c n - berg, mit denen Storm während feine« Aufent­halts in dem Städtchen Heiligenstadt in nahe Be­ziehungen getreten war Nachdem er nach der Vaterstadt £>ufum zurückgekehrt war. blieb er in schriftlichem Verkehr mit den Freunden, und fo hat er ionen am 21. Mai 1865 den Tod seiner geliebten Eonstanze tn einem erschütternden Sch e ben ml geteilt .Lieben Freunde. Mamachen, Tantchn. Paul und Klärchen." heißt es da, .ich hatte diese Zeit abgewartet, um an alle meine Freunde draußen tm Reich rech ausführlich unb heitere Briefe zu schre.ben: d'nn die G bart unser« ftebenten Kindes sollte Im Anfang dieses schönen Frühlingsmonats eintreten, und Ihr wißt, daß Constanze und ich als wir noch beisammen tt»arcn. unser Päckchen, wenn e« auch immer schwerer wurde, doch mit ziemlich leichtem Akute trugen. De.summen waren, sage ich! benn Constanze ist nicht mehr. Nachdem sie am 4. Mai In ziemlich leichter Geburt einer Tochter das Leben gegeben, ist sie gestern morgen früh gegen 6 ilbr nach sch-vcrem Kamp e dem hi;r epid misch aultretenden Kinddettfieber erlegen, sie starb, ihre Hand in der meinen doch hat sie un$ in den letzten sechs Stunden wvbl nicht mehr ytaimt; nur der per kämpfte seinen Kampf mechanisch noch zu Ende: zuletzt wurde das schwere Stöhnen fanft wie Dienende bn: dann ging eine eigentümliche Ver­klärung über ihr Gesicht, ein sanfter blauer Glanz flog durch das gebrochene Auge- und dann 'oar sie tot. ich hatte sie verloren. Den Nachmittag vorher lieh ich die vier ältesten Kinder herauf- kommen, damit sie ihnen noch einmal die Hand gebe- sie tat es. drückte sie Ihnen schwach sagte aber nicht« - nur al« Ernst hereinkam und mit bebender aber d'.her wohl ziemlich lauter St'mme sagte ..Guten Abend. Mutter", sagte sie: .Guten Abend", oder, wie er meint, .Gate Nacht, mein Kiitd, ich sterbe." Nachher hat sie dann nicht

Aus Stabt unb Canbe

Gießen, den 31. Dez. 1921.

Berlin, 30. Dez. (Privattelegr.) Wie dasB. T." hört, hat kürzlich eine Besprech­ung über den Stand der Ermittlung in der Mordsache Erzberger und der damit verbundenen Untersuchung gegen die soge­nannte Geheimorganisation stattgefunden. Die Untersuchung gegen die Geheimbündler ist im wesentlichen abgeschlossen. Sie ergab, daß sich die Geheimorganisation tatsächlich über daS ganze Reich erstreckt und in allen Provinzen Preußens verbreitet ist. Es ist damit zu rech­nen, daß demnächst Anklage erhoben wird. Die Untersuchung gegen die Mörder ErzbergerS ist bisher noch nicht abgeschlossen. ES kann jedoch soviel gesagt werden, daß in der bisherige^

viel mehr getagt . . O meine lieben Freunde. I Ihr habt sie gekannt: war das eine Frcnr zum Sterben?l Paul und Elärchen. wie oft mit ihrem glockenhellen Lachen hat sie an Eurem Tische ge- sessen! Ich werde es nimmer wieder hören. Wie ich weiterleben soll, begreife ich nicht, ich weiß nur, daß ich eS muh, und daß ich jetzt mehr als zuvor in der Welt zu tun habe."

Ein Jahr danach unterrichtet Storm dann die Freunde über seine neue Ehe, und es ist von höchstem dntcrefle, zu sehen, tote er diesen Bund, der anfangs so mancher Mißdeutung ausgesetzt war, in feinfühligster Form begründet. .Endlich muß doch ein Wort von mir über das gesprochen werden," schreibt er am 14. Juli 1866, »was Ihr schon anderweit wohl erfahren habt: zürnt mir nicht, daß ich Mange geschwiegen: es mußte erst alles llar und fertig fein, wie es jetzt ist. Sie. liebe Frau Anna, sagten damals zu mir: eint Constanze finden Sie doch nicht wieder. Ich war damals schon im Begriff, Ihnen zu sagen, daß noch eine lebe, die einst die erschütterndste Leidenschaft in mein Geben gebracht, die feit ihrer Kindheit das ist buchstäblich nur mich geliebt, die mit Constanze sich in meine Poesie teilt, und von der jetzt jeder ohne diese Dinge zu ahnen sagt, daß ich die Tote durch diese Wahl geehrt. Constanze selbst wußte alles dies, und sie dachte immer darauf, die kleine Dv solle zu uns kommen und mit un« zusammen leben bi« zu Ende. Zu dem Ende hatte sie sie vor zwei Jahren hierher eingeladen: aber die kleine Do vermochte es noch nicht, und Dange nahm sie an ihr Herz und sagte, wir müffen Geduld haben: später wird es schon geben. Sie. Con­stanze. äußerte auch einmal vor Jahren, da wir froh und gesund zusammen waren, im Fall ihre« Tode« müßte ich doch wohl Dv heiraten: ihr würde sic die Kinder am liebsten anvertrauen: und die Kinder, große wie kleine, haben die Mit- teilung. daß ich sie auf ihrer Mutter Play führen würde, mit der innigsten Zustimmung ausgenom­men. Ihre Schwester ist die Frau meine« Bruders Io ha im cs unb sie war längst die geliebte .jTante Dv" der Kinder, da« bleibt sie auch: der Mutter- name wird unserer geliebten Toten nicht geraubt Unb fo waltet sie denn unter uns wie ein Deiner i guter Hausgeist, der Sauberkeit, Ordnung unb l freundliche Kinder gesicht er um sich her verbrel-

3m Sprichwort wird über- den Jahres­wechsel folgendes getagt: Zu Silvester ein gut Ge­wissen, ist besser als Punsch und gute Bissen. - Silvester Nachiwind und Morgenfonne, wirft jebe Hoffnung auf Wein und Korn in Born. ©il- vester Wind, früh Sonnenschein, bringt keinen guten Wein. -- Wie s Wetter zu Silvester war. ist's toieterum Im Februar. Silvester kalt mit Schnee, gibt Korn auf jeder Höh'. Zu Silvester Schnee oder Regen, streut auf die Felder reichen Segen. Geht zu Silvester nachts der Wind, im

Ungeklärte Lage im Eisenbahnerstreik.

Berkin, 31. Dez. Dem D T. zufolge ist bk auf gestern nachmittag anderaumte Kabinetts- f i h u n g der Aeichsregierung. In her die For­derungen der Eifert bahnet besprochen werben soll­ten, auf heute vormittag verschoben worben. Da­gegen sand eine eingehende Aussprache des Reichs­kanzler« mit dem Vizekanzler Dauer, dem Reichs- verlebrsminister Gröner unb dem Reichsfinanz­minister Herme« über biese Frage statt.

Wie die _Vvsi. Ztg." mitteilt, wurde gestern nachmittag zwifchrn dem Deutschen Eisenbahner- Verband und der Re.chsgewerkschrft deutscher Eisenbahnbeamten und -anWärter über eine Auf­forderung des Eisenbahnerverbandes an die Reichsgewerkschaft verhandelt, sich unverzügltch dem Streik anzuschlie en. Die Reichsgewerk chasi hat jedoch dicseS Ansinnen abgelehnt unb betont, daß sich die Beamtenschaft an dem AuSstand der Arbeiter nicht beteiligen werde.

Heber die Lage um Mitternacht im Sifenbahn- birektionsbezirk Berlin teilen bie Blätter mit, daß der Verkehr bei der Berliner Stadt- und Ring- bahn unregelmäßig ist. Der Fernverkehr vollzieht sich dagegen im allgemeinen planmäßig.

sichen Bibliothek von Travancvre tn Indien ein einheimischer Gelehrter Ganapatt eine alte Palmblatthandschrtft und darin eine 2lnzahl der verloren geglaubten Werke de« -roßen Dramatikers B h a sa. Auf diese Weise wurden 13 Werke dieses Dichters ans Licht gebracht, dessen Lebenszeit man gegen Ende des zweiten Jahrhundert« n. Ehr. ansetzt. Anter den Stücken beftndet sich eine«, das Ausgangspunkt unb Grundlage für das vielgenannte Drama»

Berlin. 30 Dez. (WTB ) Heber die Eisen­bahnlage im Westen teilt das Reichsverkehrs­ministerium mit: Im Bezirk Köln wird der Perfonenverkehr im allgemeinen aufrechterhalten: im Bezirk Essen nur zum Teil, da die Lokomotiven nicht mehr bekohlt wurden. Der Güterverkehr im Essener Bezirk ruht größtenteils, besonders über die westlichen und östlichen Bahnhöfe des Bezirks hinaus.

Berlin, 30. Dez. (WTB.) Die Abend- Verhandlungen im ReichsVerkehrs­ministerium über die Ausgestaltung der TeuerungSzuschusse bet Sisenbahnarbetter Dauern an Sie wurden von 8.30 Uhr auf 9.45 llhr abends vertagt Allseitig besteht das ernsthafte Bestreben, noch heute zu einer Einigung zu ge­langen.

Eine Erklärung der Spitzenorganlsationen.

Berlin, 30. Dez. (WTB.) Bei der heute nachmittag Im R e i ch« ve r ke h r s m i ni­st e r i u m abgehaltenen Besprechung mit den Gij.nbabnDiganifationen wurde fol- S:be Erklärung aogeg'bcn: Die unterzeichneten rteien des Reichs! ohntarisvertrages e klären, ) zwischen ihnen über die Lohnverhältniise der Arbeiter De Handlungen gelüjrt werden, bie be­gründete Aussicht auf eine befriebtgenbe Lösung bieten Vie legen entscheidenden Wert darauf, daß an anderen Orten des Reichsgebiets k e i n e S o n- derverhandlungen gepflogen werden. Deutscher Eisenbahnerverband, gez. Scheffel. Gewerkschaft deutscher Stfenbahner und Staats- bcbicnfletcr, gez. Bruno. Allgemeiner Sisen- hahnerverband. gez Scaruppe. ReichSverkehrS- minifter, gez. ®ebner.

'' AnS dem Direktionsbezirk Kassel.

Kassel. 30. Dez. (WTD.) Sine stark be­suchte außerordentliche Mitgltederversammlung de« Deutschen Sisenbahnerverbandes nahm eine Entschließung zu der Gehalts­und Lohnbewegung, Arbeitszeitgeseh und Orts- klasseneintellung an und erklärte sich bereit, au« Solidarität mit den Kollegen der westlichen Be­zirke in den Kampf zu treten, andererseits aber wolle man bie gewerkschaftliche Disziplin wahren

neuen 3abr viel Nüsi an den Baumen itnD.. Zu Neujahr turn« nichts Kllige-.es ge ex, als man fängt an, gescheiter als im allen zu leben. Scheint Neujahrstag die Sonne llar. so lacht darob ber Fischer Schar. - Ist zu Neujahr auf den Flüssen EiS, wird der Sommer trocken und MK , .

Rückwirkung der Zugeinstellun- gen auf den Postbetrieb. Die Nollag«, In &cr bie allenbahnverwaltung sich durch den Man­gel an Sij.Vttoolen vefindet, und btt sie zwingt, eine Verminderung der dem Personenverkehr dienenden Züge ein treten zu lassen, wird nicht ohne nachteilige Folgen für den Pottverkehr bleiben. Mit dem Wegfall von Zügen, der um fo mehr zu beklagen ist. als die Zahl der jetzt txrkehrenden Züge gegenüber der Vorkriegszeit ohnehin noch wesentlich eingeschränkt war, vermindert sich auch die 3abl der Postbeförderungsgllegenhei'.en, so daß eine Verlangiamuna in der Beförderung der Postsendungen nicht überall zu vermeiden sein wird. .

Carrarischer Marmor unb deutfche Valuta. K-rzlltz tour Oe über b.e (Sntbcdung von schwarzem Marmor in Bayern d?r cht<t. w.mit die Mo wpoll'.ellurg Belgiens auf dielem Gebiete beseitigt Ul Be- züg'ich deZ weißen Marmor« mm ml..3 t a - l i e n nach wie vor bie'e Mo-wpositellung ein, and es gehört -a den vielen traurigen Beweisen Uhlenden vaterländischen Sinns, daß werteste Krerie unserer Bevölle ung, urbetümmert um den Steffianb des Matt W rt «. KU oh -e alle *>t auf U3 B z g Li f « kvstfp eli^e.r ce tcli« aus uem 2usla. de txrfteifen. So h^ren wir, baß Käufer aus der Umgebung von Gießen sich allen Ratfchlägrn auf Vcrwendang von trefflich geeignetem Lahnmarmor, der mit feinem Äxirbenr i ;tum aLei tnd vida Nen Wün­schen toeiLften öbk.B Jt n t b Tfd.4 e en inb für die von ihnen bestellten asch - und Nachttische aas Dez ig von carrarischem Mar­mor, mögen die Preise sich noch so hoch stellen, be-

1 harren. Daß He fcamit uafere HandcUsb.lMrz inb unsere deutsche Kaufkraft schädigen, wird von

der Ursache des Weltkrieges ist gestern abend eine Mittellung vervssenllicht worden tn der es heißte Hervorragende Burger tn den meisten kriegführenden Ländern haben den Wurtsch nach einer solchen Untersuchung ausgesprochen Obwohl schon viel Material verösientlicht worden ist, hat man noch feine genügenden Wit t e l für ernsthafte Anstrengungen, zur Wahrheit »u gelangen Der politische, wirtschaftliche und ge­schichtliche Hintergrund des StonfütteJ wird unter­sucht werden DaS Komitee hat keinen amtlichen Charakter: es empfängt nur Unterstützungen von Bürgern neutraler Länder Alle diejenigen, die Im Besitze wichtigen Materials sind, werden sucht dieses an das Komitee au senden unter Adresse Dr. Manger, Dtc. MaeSstraat