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Berliner Verhüttn! se. tno von

Bedauerlich ist, daft der Besuch. namentlich

Hc-bbel daS Heilige un Weibe, ba» .Gwia-Weib- auf den wohlfeileren Plätzen. au wünschen übrig Üche" Goethe-. gesunden und nun läßt er in einem lieb. Das Publikum sollte e6 sich angelegen fein

Aus dem besetzten Gebiet.

Saarbrücken, 29. Rov. (WTB.)

Die die

lassen, die 5l>eaterlcltung in ihrem anerkennens- Werren Bestreben, den Spielplan auf einer Diesten angemessenen Höhe zu halten, zu fördern. UnD gerade bei Heboel sollte sich diese 2lnteilnahme an der kulturellen Ülrbeit, die an unserer heimischen Bühne geleistet wird, in verstärktem Maste geltend machen't-

und man versäumt heute ganz, mit dem Theater erzieherisch zu wirken. Das hat seinen Drund darin, datz sich das Publikum sehr geändert hat, und der gebildete Mittelstand mehr und mehr fehlt. Dafür macht sich eine Schicht breit, deren Unkultur eine ernste Gefahr für yiftt Theaterleben bedeutet. Dies zeigen besondere die - - - '* *"iwn

nichtphysischen Personen bekunden sollte, lehnte mit allen gegen 4 Stimmen der äußersten Linken die Begutachtung deS vorliegenden Gesetzentwurfes ab und beauf- fragte den Oberbürgermeister Dr. RetkeS, diesen ablehnenden Beschluß mit einer Be­gründung als Beschwerde an den Völ­kerbund weiter zu leiten.

Offene Sonntage-. Auf Grund des § 105 d Absatz 2 der Reichsgewerbeord­nung (in der Fassung der DeichSvervrdnung vom 5. Februar 1919) ist an den drei le tzte n SonntagenvorWethnachtensd. i. am 4.» 11. und 13. Dezember dS. IS.) für alle Geschäftszweig? des HanbllSgewerbsS der Ge- Werbebetrieb in offenen Verkaufsstellen und die Beschäftigung von Gehilfen. Lehrlingen und Arbeitern von 11 Ahr vormittags bis 6 Ahr nachmittags zugelassen. ________

heutige Stadtverordnetenversammlung, ihre Stellungnahme zu dem Entwürfe einer Verordnung der Regierungskommission bett, die Einkommenbesteuerung der

Spiegelbild eigensten Erleben- in feiner Tragödie das auf Mürbe begründele Menschentum OHarlam- neS gegen die brutale Kraft des Herodes ringen und am Schluß des Werke» auS der 3crlrümmc- tung der todgeweihten Vergangenheit die auS der edlen Liebe MariamneS geborene Zukunft auf­erfteben.

Aus Stabt unb Land.

Dietzen, den 30. Rod. 1921.

An unsere Leser!

Mit dem 1. Dezember tritt neben anderen Verteuerungen eine weitere empfindliche Preis­steigerung für Zeitungspapier ein. Wir können diese neue Belastung nicht allein tragen und stnd deshalb gezwungen, wenigstens einen Teil davon auf unsere Leser umzulegen. Der Be­zugspreis für den Monat Dezember stellt sich auf .... Alk. 5.50 dazu kommt der Trägerlohn von 1. Verlag des (Siebener Anzeigers.

nur sechs wirklich Künstlerisches bitten.MLin spielt aus geschäftlichen Gründen, ohne Rücksicht auf die Verwüstungen, die man damit an richtet. Dis Direktoren rechnen ja mit einem Theater­skandal. weil sie darin die beste Reklame erbllden. .Der Hühnerhvf. eine der schmutzigsten franxb- fischen Komödien, ist schon zwölf Abende vvrher völlig ausverkaust. Da ist cs P'sicht aller denen eS um die Zukunft ihres Dolles ernst ist, mit au helfen, diese Verseuchung der 'Volksseele unter dem Dechnantel .Freiheit der Kunst" zu verhilv dem Aus diesen Bw «gründen heraus wurde oer christlich-Tratwnale Dühnenvvll-dund gegründet. Sine örgantfatton Der Tteaterd.fucher ist not­wendig, nicht als Konsumverein, sondem. um tat­kräftig mitzuardeiten und milzi!verantworten an der SpielVlM'gesiaüu g Die Kunst ist frei und edel und unsere heutigen Dichter sollen wieder zur Geltung kommen. Die Bühnenkunst mutz als die fr*, Wilf te aller Künste von dem Vewutzsirin irnD dem Willen einer Kulturgemeinschaft getra­gen sein. Alles, was zerfetzend wirkt, mutz zu­rückgedrängt werden, und so aut man mit Hilfe Des Theaters Revvlutwnen vordereilen kann, rann man mit Ihm auch em zerrüttetes Volk mit einer neuer Seelenstärbr erfüllen Das Theater bart nicht in der Ctxrtile versinken. sondern es mutz ein Schaufpielplan ausrochterhaUen werden. Wir muf­fen aktive Theatcrpofitll treiben und das Theater- gefetz mutz neu geregelt toerben. Die Vorberei­tungen zu allem find getan und es ergeht nun an alle, die es emft meinen, die Mahnung, mitzuhel­fen an der Erneuerung unterer Theater. Der aus­ländische sremdrasfige Ginsiutz mutz ausgeichaltet werden und ein chlln fich-nattonales DühneTTweien mutz neu erstehen Mögen auch in unterer UntDer- fitätsstadt die Bitten um Untedtübung und Bei­tritt zum Deutschen Bühnenvollsdund nicht unge- hört verhallen. «du

Betriebr beschlossen heute vormittag, ha) Den bdit- männlichen Angestellten anzuschl netzen und um 2 llhc nachmittags die Arbeit niederzu­legen Die Berliner Elektrizitätswerke liegen feit 2 llhr nachmittags still. Der Straftenbahnver- kehr ist eingestellt und die Stromversoraung der privaten und Geschäftshäuser hat aufgehört Die vtrahenbahnwagen blieben auf offener Strecke in den Straften stehen.

Berlin, 30. Rov. (WTB) Auf Grund der zwischen dem Magistrat und den Werkangestelltcn erzielten Einigung wurde die elektrische Stromversorgung Berlins in Gang ge­setzt, so daft es um Mittemacht wieder Licht gab.

Die Mitglieder der ©enfet internationalen ArbeilLkonfrrenz beim ReichLkanzfer.

Berlin, 29. Rov. (WTB.) Der Reichs­kanzler empfing heute nachmittag in Anwe­senheit deS Reichspräsidenten die Mitglieder der Genfer Internationalen ArbeitSkonfrrenz, die zurzett in Deutschland wellen, um sich einen Einblick tn die durch die neuen Forderungen der interalliierten Kontrollkommission ge­schaffenen Lage der Deutschen Werke zu ver­schaffen. Die Abordnung der ArbeitSkonfe- renz setzte sich zusammen aus Verttetern der kanad.schen, südafrikanischen, französischen, belgischen, japanischen, brasilianischen. schwei­zerischen, schwedischen und spanischen Gewerk­schaften, denen sich ein amerikanischer Han- delSkammervertreter angeschlossen hatte. An dem geselligen Zusammensein nahmen teil: der Vizekanzler, der Reichsschatzminister Bauer, Reichsarbeitsminister Dr. Braun, RetchStagS- präsident Lobe, als Vertreter des Allgemeinen GewerlschaftSbundcS die Herren Leipart, Grahmann und Kunze, die Direktoren der Deutschen Werke Funke und Hauser, und einige Vertreter der zuständigen ReichS- ressortS.

Es war ein hohes Ziel, das sich unser Stadt- tbcatcr gestern gesteckt hatte. Hebbel erfordert, eben weil er alles Geschehen aus seinen Eharak» tcren entstehen labt. Darsteller, die faJ? voll in ihn einzufühlen vermögen. Richt allen Mitwirken­den gelang das. Umfo erfreulicher ist, daft die bei­den Träger der Titelrollen das Richtige trafen. Da ist Herodes: ein Vulkan brennt in diesem Menschen, gewaltig und packend, jedoch zugleich sengend und vernichtend. Karl Juhnke war der Fürst, wie ihn der Dichter sah. Sine ebenbürtige Partnerin Kitty Franke, man glaubte dieser Mariamne ihre Liebe, ihre Verachtung und ihr Todess.'hnen. Zwei Gestatten, die tiefes fünfl- lerischeS Ginfühlen schuf Auguste MarckS gab ihrer Alerandra, zum Schaden ihres sonst grob angelegten Spiels, etwa» zu Megärenhaftes: die stolze Tochter der Makkibäer, die durch den Mord an ihrem geliebten Sohn ins Herz getroffene Mutter darf fluchen und hassen, aber nicht zur gurte werden. Richt ganz gelungen schien uns auch die Salome Slse Koops: die Begabung dieser Künstlerin liegt wohl auf anderem Gebiet. Schlicht und tieffenb als ausrechten Soldaten dagegen gab Georg Badura feinen Titus, auch der Svemus OSkar F e i g e l s gelang. Konnte man schließlich Georg Heding al# Joseph wohl gelten lassen, so wsikte umfo verzeichneter der PharisrerSarnca». Schon in der Sprache Der griff sich Adolf Teleky: was mag ibn nur dazu veranlaftt haben. diefeS peinigende, aezvgene Rrrr in seine Worte hinein» zuzwingen. Doch auch tn der Charakteristik wurde bet ihm au# dem Fanatiker ein Intrigant. Ver­dient dagegen hatte er sich als Spielleiter gemacht und das Werk tn einen würdigen Rahmen gestellt.

(Bie^ener Stadlthealer.

Aerobe# und Mariamne.

Sine Tragödie von Friedrich Hebbel.

Dietzen, den 30. Rov. 1921.

Am Dnde der Nasisifchen Periode und am Be­ginn der deutschen Dichtung der Gegenwart steht daS Werk deS genialen Riederdeutschen Fried­rich Hebbel. Dem klasssischen Kunstioeal der edlen Schönheit setzt er die Gestaltung der unerbitt­lichen Wahrheit entgegen. Das Ditterherbe deS menschlichen Daseins, daS oft Vergebliche edelsten Strebens, daS Tragische im Kampfe einzelner Groh?r gegen die stumpfe Masie, überhaupt das Ernste sind die Grundlagen des Hebbellchen Schaf­fen#. Echte Menschen fino es, die der Dichter zeich­net, und das gerade ist das Drotze an feinen Dich­tungen, datz die Personen so. nur so und nicht an­ders handeln können. alS sie es Hebbel tun läht. Richt das Schicksal, nicht ein böser oder guter Stern leitet diese Menschen, sondern aus ihrem eigensten Charakter heraus folgert ihr Tun und ihre Schuld, ihr Aufstieg und ihr Fall. Die grafte Tat grober Menschen sie ist es schlietzlich, die in die düstere Tragik deS irdischen Geschehen# das Licht bringt; .ES gibt keinen Weg zur Gottheit als durch das Tun deS Menschen. Durch die vorzüglichste Kraft, daS hervorragendste Talent, was jedem verlieben worden, hangt er mit dem Ewigen zusammen zu­sammen, und soweit er dies Talent ausbildet, so­weit nähert er sich seinem Schöpfer."--Wurzel-

echt dem wahren Wesen des Menschengeschlechtes entflammen HebbelS Eharattere, und so ist er der deutsche Dramatiker, der am meisten zu dem hin­weist, der uns noch immer fehlt, und Der hoffent­lich einmal kommen wird, zum deutschen Schikcspeare.

Dühnenvolksbund.

Dietzen, den 30. Rov. 1921.

Siner leider nur sehr kleinen Anzahl von (Siebener Konzertbesuchern bot der Bühnen­volksbund auf Veranlassung von Frau Men» delssohn-Bartholdy gestern abend einen seltenen musikali chen Genutz. Kammersänger P. Daust- Derlin brachte mit feinem umfangreichen Tenor drei Schubert-Lieder zu Gehör dann eine Arre au3 Hatztes .Schöpfung". Ss folgeneinige Robert- Franz-Lieder, die leider in Dietzen so selten ge­boten toei:ben, und den Schluß bildete .Am stillen Herd" aus den .Meistersingern", wo die ganze bühnentechnische Begabung des Sängers voll zur Gelteng kam. Sine leichte Erkältung mag den Künstler veranlafu haben, besonders im ersten Teil, manche Töne etwas sehr nasal zu neh­men. aber die wundervolle Klangfarbe, die Weich­heit und Innigkeit der Vortragsweise, besonders in dem Lied .Aus meinen graften Schmerzen", totesten vielfach Da­gegen auf ES war wirkstpe Kunst und der Sänger hatte leinen Stof, ganz durchfühtt und durchlebt. Der überaus reiche Beifall kam Der kleinen begeisterten ^Hörerschaft von Hrrzen, so datz Der Sänger noch .Das alte Retterlled von Han» Herrmann zugab. Dderhard Deip - Darmstadt hat mit Pinct klaren, sich immer an- passenden Begleite ng einen wirkungsvollen Hintergrund für Den ®e»ang geschaffen und an Dem öidngen des Abends hat seine Kunst einen nicht geringen Ante l.

Generalsekretär ® e r g t - Sranff urt ft eit im Berlaus der Darbietungen einen Vortrag übet Den Zweck und Die Ziele Des Deuttchrn Bühnen- vollsbunDes Gerade In Dieter <Xtl des litt- stchen Zerfall« fei eine Besinnung untere* Vol­kes auf feine deutsche Art mehr Dem je notwendig

falsch Dar. Was Dte Deutschen Fabriken noch be­sagen, genüge höchstens für einen kleinen- stur.gLaiUIel. Für die Herstellung des graften Materials komme diese Ausrüstung nicht mehr in Bestacht Der Berichterstatter schildert dann bte Zerstörungen, die die Delegation in Den Fa­briken vorgefunden habe und sagt schlietzlich, wenn man daS gesehen und sich von den unerhörten Schwiei.igkri.en Rechenschaft gegeben habe. Denen Die deutsche Industrie trotz aller Hllssmittel be­gegne, so Dürfe man fest stellen, datz Die Behaup­tung. dieselben Fabriken könnten in einigen Wo­chen wieder zu voller Tätigkeit in den Dienst des Kriege- umgestellt werden, nicht ernst zu nehmen sei, denn die moderne Technik sei für solche Phantasien nicht zu haben.

P a r i S, 29. Rov. (Wolfs.) Der Abgeordnete 2&>n Vlum stellt im .P o p u I a i r e" fest. Daft nach den ersten TageS des DluffS numnehr Die Oesientl ich leit und selbst das Parlament Den Witzerfvlg Driands Har zu sehen begän­nen. .WaS war daS Ziel DriairdS" fragt er. .sich von Amerika und England aufs neue die formelle Garantie unserer Sicherheit anbieten zu lassen, wie sie ehemals Wilson Lloyd- Georgs anbot? Durch welches Mittel wollte er eS er­reichen? Dadurch, Saft er das Auditorium von unserem Friedenswillen und von den KriegSge- fabien überzeugte, die unS bedrohen. Mit anderen Worten, er wollte die Tatsachen forcieren, e r wollte schwarz malen. Gr sprach von ge­heimen Rüstungen Deutschlands, hat also Reden gehalten, die er in der Kammer zu - rückweist, wenn sie von AndrL Le - fövre gehalten werden. Ich weift nicht," fährt Bmm fort, .ob sich die Absicht Driands Mite verwirklichen lassen, ich bin aber ungefähr sicher, haft die angewendeten Mittel nichts taugten, denn dis Operation war doch ein wenig zu plump. Wenn Briand sich eingebildet hatte datz er eS vor der Washingtoner Konferenz ebenso leicht haben werde wie vor dem nationalen Block, täuschte er sich. Wir erhalten keine Garantien und überzeugten niemand Satron, haft unser Wille, unS zu entwaffnen, aufrichtig ist. Jetzt haben wir den Mitzersvlg. er ist bitter, daft der nationale Dlock bereit? anfangt, sich darüber zu epegen. Blum sagt ferner daft die Gegenschlage in Ame­rika ernst sind, aber noch ernster seien die Gegen­strömungen in England und Deutschland. Schlietz- lich fragt Blum: Wem solle daS alles Rutzen bringen y Arbeite etwa Driand für Poincarh?

Aus dem Reiche.

Ein Vorschlag des Rctchsvcrbandes der deutschen Industrie.

Berlin, 30. Rov. 3n der gestrigen Sitzung deS Präsidiums des ReichSverbandeS der deutschen Industrie erstattete Hugo S t i n n e S eingehend Bericht über seine Londoner Besprechungen. SS schloft sich daran eine ein­gehende Aussprache über die Kreditaktion der Industrie im Zusammenhang mit der Frage einer ausländischen Anleihe. Dem Berliner .Lokalanz." zusolge kam man schlietzlich dahin überein, den geschästSführenden Dor.itzenden des DecbandeS. Geheimrat Bücher, zum Reichs­kanzler zu emsenden. um ihm mitzuteilen, daft der ReichSverband mit dem Vorschläge Dr. Wirths einverstanden sei, eine aus OKtlflhcDern der In­dustrie und der Finanz gewählte Kommission von sechs Herren mit Den englisch-amerikanischen Wtrtschaftskreisen über die Kreditsrade in Ver­bindung treten zu lassen. Die Kommtssion selbst soll von Dr. Wirth bestimmt werden.

Streik in Berlin.

Berlin. 29. Rov. (Wolfs.) Der _D. Z. a. M" zufolge trat auf das beständige Drängen der link-radikalen Elemente im Zentralver- l band der Angestellten heute morgen ein Teil der städtischen Angestellten, kaum fünfhun- F dert Mann, In den Streik. Der Ausstand be­schränkt sich einfttoeilen auf die städtischen Glek- $ trizttätSwerke im Ost Has em Sine Gesahr. datz durch ihn die städtischen Werke oder sonstige Be­triebe zum Stillstand kommen könnten, ist bis heute mittag nicht vorhanden gewesen. Der De- mobilmachungSkommissar erklärte dem genannten Watte zusolge den Schiedsspruch bezüglich der städtischen Angestellten für beide Parteien rechtsverbindlich Das würde dem Magistrat daS Recht geben, diejenigen Streikenden, die nicht so­fort zur Arbett zuruckkehren, fristlos zu entlaßen.

Berlin, 29. Rov. (Wolff.) Die techni­schen Ange st rillten der Berliner städtischen

Mit feinet Im Jahre 1848 vollendeten 5ra- gbbicHerodeS und Mariamne" Ist Der Dichter auf der Höhe angenommen Hier fand er ?te Gestaltungskraft wieder, der einsteine .Judith" entsprang. Im Stoffe diesem Erstlingswerk glct- chend ist die neue Schöpfung doch ungleich tiefer und gereifter. In feiner Gemahlin Shristine batte

Heften einen tiefen, nachhaltigen Eindruck unb zeugen don der starken, poetischen Kraft des indi­schen MhUtters. Das zarte, dramatische Idyll griff mit letfer und doch unenuinobarer Gewalt an alle Herzen."

LlterarifcheGrfellfchaft. Für den nächsten Dichter-Aberrd. zu deut die Gesellschaft einlad«, ist ein erfvlggettönter Dichter Will Vesp« aus Meiften gewonnen worden, der in weiten Kreisen unterer hiesigen Litera tu rfeunde durch feine köstlichen und frilvollen Roseilen und Liebeslieder bekannt fein dürfte. Mit Begeisterung und Hingebung wird man immer und Immer wieder dir -artgebildeten Rokoko-Ro. eilen Will Bespers genieften. Von der Perfönlichkett des Dichters und von feinem Schaffen ist folgendes für untere literarischen Kreile von Interne: Der Dichter Ist geboren am 11. Oktober 1832 zu Bre­men. Er geb zuerst die Lyrik .Der S^zen'. Tri­stan und Isolde" (Liebesroman). .Parzi ai (Aben­teuerroman). .Spiele Der Liede" tSchwänke in Versen), .Vom graften Krieg" (Gedichte > und tefc: viele Authologlm heraus Rruerr Derösse uli^un» gen von ihm sind .Bücher zweier üheoenben" lGc>ichie), .Der blühende Baum, neue CiiDcr und Gedichte". .Luthers Iugendjahre", .Schön ist der Sommer" (ein Buch Liebeslieder). .Traumgewal­ten" (ein Buch Rovellen», .Mutter und Kind" (Gedichte). Der Dichter l!t der Herausaeder der bekannten literarischen Zeitschrist: .6.:mit Lite­ratur" Wiederum Ist ein genussreicher Abend zu erwarten, dessen Besuch wir dringend allen Li­te raturs reu n den warm empfehlen. (Siehe Anzeige.)

Bund zur Pflege von Musik und Literatur. Der 3. VorttagSadend In der Reihe der Veranstaltungen mit oem Kauf­männischen Verein und dem Gewerbe-Verein kann als ein musik-wtssenschafllicher Einfüh- rungSvorttag in das deutsche Lied bei Schu­bert, Schumann, Brahms und Wolf angesehen werden, der aber fo gehalten ist, daft jeder auch der nicht Musikbeflissene den lehr­reichen 2lusfuhrungen und Erläuterung« am Klavier mtt GesangSeinlaaen wird folgen kön­nen. Für den Vortrag sind 2 bekannte Musik­kräfte Kapellmeister Mörike vom Deut­schen Opernhaus In Berlin und seine Gattin die Opern- und Konzertsängerin Ida MS- ricke-Batzler (Sopran) gewonnen worden. Die Künsller haben überall, im In- und Aus­lande, durch ihre lehrreichen wie sttmmunaS- vollen Musik-Vortragsabende reichen Beifall gefunden. (Siehe Anzeige.)

KrciS Ariedberg.

D o h n b a ch, 29. Rod. Am Sonntag be­ging der TurnvereinG>ui Hell" in feinen* Vereinslokal die feierliche Einweihung der Gedenktafel für seine im Weltkriege ge­fallenen Mitglieder. Eingelettet wurde die Feier durch Den wohlgelungenen Vortrag des MännergesangverelnS »Rach graften Opfern solche Sieber und eines Prologs, den Frl, Pauline Berg sprach. Die darauf folaenbe Weiherede hielt der 1. Vorsitzende, Wilhelm Sichel mann !! worauf der Turnverein in Gemeinschaft mit den Jungfrauen .Retters Morgenlred" fang. Rach einer Ansprache von Pfarrer Waldeck und einer Rede deS 2. Vorsitzenden. Wilhelm Huber, über die Tätigkett unserer gefallenen Mttglieder im Verein folgte der Chor des Gesangvereins ^Freundschaft und Liebe". Rach dem nun noch von dem Mitglied Gustav Kraft einige Worte deS Dankes den Gefallenen gewidmet worden waren, wurde die würdige Feier ge­schlossen. Die kunstvoll gearbeitete Tafel wurde von dem Steinbsidhauer Robert Wer­ner in Hungen aSgeführt.

Starkenburg und Rheinhesfeu.

Dta. Da rmstadt, 29 Rov. Goldens Hochzeit. Generalleutnant Ma, Freiherr von Hehl und seine Gattin konnten gestern das rtrit Der Goldenen Hochzeit begehen D« Ju­bilar Ist der Bruder des bekannten LcDerinduftriel- len und Polt liker S Freiherrn Wilhelm von Heyt. Gr hat daS Paulusmuseum In Worms begründ« und im Jahre 1881 Der Stadt Worin- überaeden Freiherr Mar von Heyl ist ein gcvtzer Kunst- . freund und hatte enge Beziehungen zu Wagner,

Zur Warnung? DaS Betteten Der teilweise zugefrouenen Lahn ist mit Lebens­gefahr verbunden. Das Betteten und Befah­ren des Eises auf der Lahn wird daher vom Polizeiamt bis auf weiteres untersagt.

Erhöhung der Hebammen- gebühren. Die Gebührenordnung für die hessischen Hebammen, die ün Juli v. IS. in Kraft trat, hat, wie das letzte Amtsveäündi- gungSblatt bckanntmacht, mit Rücksicht auf die herrschende Teuerung eine Erhöhung um 50 vom Hundert erfahren, und zwar mtt Rück­wirkung vom 1. Oktober L IS. an.

" Kriegerveretn Giehen. In sei­ner letzten am Montagabend im »Postkeller" ab gehaltenen Monats Versammlung hat der Kriegerderein, dem Wunsche deS Vereins ehe­maliger ßeibäarbiftcn (ehem. 115er) entspre­chend, beschlossen, die diesjährige Weihnachts­feier gemeinsam mit den Leibgardisten am 3. Weihnachtstag auf der LiebigShöhe zu Der- anftaüen. Ter Vergnügungsausschuh des SL- V. hat ein vielversprechendes Programm dazu in Vorbereitung. 3m Kriegerverein Gie­hen herrscht überhaupt ein sehr reaeS Leben: weit über 500 Mark hat er in Den letzten Wochen als Unter ftütjung an bedürftige Kriegshinterbliebene auSgezahll und feit Ok­tober If. 35. sind 49 Mitglieder neu beige­treten. Arn kommenden Sonntagnachmittag beteiligt sich der Verein an der Gedächtnis­feier für die gefallenen Äameraben anläßlich der siebenten Wiederkehr der Schlacht bei Lodz auf dem hiesigen Ehrenfriedhof.

D i e Markusgemeinde hielt am Sonntag einen 5amiüenabenb in Der Sladtkirche, der sehr gut besucht war. 3m Mittelpunkt stand ein Vortrag von Bibliothekar Dr. Koch über .Urchrist engemeinde und ®egcn- toartfc gemein b|c". In feinen und anschau­lichen Schilderungen von dem urchristlichen Leben unb' in tiefem Eingehen auf die Rot unterer Gegenwart mit ihrer vielfachen Zerrissenheit wur­den die Ausführungen zu einem packenden, ja erschütternden Aufruf zu innige ."er wirklicher Ge­meinschaft unter denen, die Christen fein wollen. Organist Lehrer Görlach fpielte zum Eingang ein Präludium von Rheinberger und nach Dem Vortrag eine Bearbeitung über .Lobe den Herrn" von Radecke mit bekannter Meisterschaft: ebenso war es ein feiner Genust, Der von dem Quartett (Rluflllehrer Kruse Vater und Sohn, DaubertS» bäuler und Roll) mit der stimmungsvollen Wie­de'gäbe vonWeihnachtSglocken" von Gade und Rachtgesang" von Vogt geboten wurde. Frau Oberlehrer Pache» Wetzlar, die schon im Vor- mittagSgottesdienste die Gemeinde mit dem ju­belnden .Mein gläubiges Herze" von Bach erfreut hatte, sang am Abend, von Organist Döllach be­gleitet, daS .Hlrtenlled" von Eornelius,O Je­sulein sütz" von Bach und .Mariens Wiegenlied" von Reger. Diese Lieder, von solch schöner unb warmer Stimme gesungen, sind gewltz allrn eine ganz besondere Freude gewesen. Sv war das Schlutzwvrt worin Kirchenvvrsieher Horst den herzlichen Dank an alle Mitwirkenden aussvrach, im Sinne aller, die sich zu diesem ersten SamUten- abenD der Markusgemeinde so zahlreich zulam- mengesunden hatten.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, Z äthr: ^Der Detter auS DingSda '. Lichtspielhaus. Bahnhof strafte, .Der vergiftete Strom".

AuS dem Stadttheaterbureau. Zwei Autoren, die in der Weltliteratur Geltung haben, kommen am nächsten Freitag zu Woll: Rablndranath T a g o t e mit feinem .P o sta m t, Tolstoi mit .Er l st an allem schuld". Man wird sich noch deS graften Aufsehens er­innern, daS In vergangenem Sommer die Reise des indischen Weisen unD Dichters durch Deutschland machte. Die Vorträge, die er damals in verschie­denen Städten, so auch In Darmstadt, hielt, Haden das .Interesse für Rablndranath TagoreS Dich­tungen in weiteren Kreifen erweckt und tn meh­reren Städten wurde z. B. die eigenartige zwei- altigc DichtungDaS Postamt" mit starkem Erfolg gegeben. Wir entnehmen folgendes einer Berliner Besprechung: -Dir beiden Bühnenfpiel- bilDer TagoreS, .DaS Postamt" betitelt, hinter-