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Er. 281

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Pohi^e Joafe: freetlert a. M. 1I6M.

Erstes Blatt

UL Jahrgang

Vlittwoch, 50. November 1921

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvd und Verlag: vrühl'sche Univ. Such- und Sltinöruderti H. Lange. Schriftleitnng. GeschäfirsteÜe und Drudcrd: Schulstratze 7.

a&ad9Mt ilajeietB flrbie Taqe^nueim« bi« ;un 51a£in ttaa o^nejebe ixrbtnththkeiL Srtis Mr I mm yöveür njci^rio 34mm 1»reite örtlich M> Dt. ausm&rt» 65 Pf - für Seklome. njeiqtn von 70 mm Brette 250 VL Bei Pley. »ortd)nh?O Auf chlag HauprfchfistleUrr ?l»a.

2><i4nimortntt ftzr volhüi Du-. ®ee i; für be« übrigen Teil: Mail Wültber, für ben Sujet'. <nt cd: Aane deck, lömtltch in (Biegen.

(England wünscht ein neues Finanzabkommen u. Aufhebung der militärischenSanktionen"!

Frage für gewiße ^bciterfki'fen ba^ can^c £> (lern her morriftifd>en IDktfdxilt^oIiii! in Dcullch- lanb mit sich bringt emgeftebt, u.ib wenn sie sich zweitens Daran fernbält her deutsche - Arbeiter- schäft politische unb wirtschaftliche 'IH-DMcrn: näher zu bringen, die sich entmeber schon als uacrfüllbare Ideale durch die erschütternde Prarir des Sowie:- ruhLinb hcrausgestellt haben oder die überhaupt nkbt verstanden toerben Die kommunistische Par­tei von heute will nichts anderes als ' K"

Line neue kommunistische Aktion.

Man schreibt uns.

Durch die Sorgen, die das deutsche Voll heute Infolge der Reparation-Verpflichtungen an die En­tente aus politischem, wirtlchafllichem und sozialem Gebiete Hit, zieht sich immer deutlicher dir Krage, werben wir auch in dem Kugcnblil der grübt en vaterländischen Hot uns auch noch gegen eine Qlrt -Weiler kvmmumfttschcr Revolution wie sie Ruhlanb zur Zeil seines Zusammenbruches erlebt hat. ui wehre i Haden f Dir dufteren Lrschcinun. gen, die zu dieser Frage führen, werden meist durchaus ichtig beurteilt Man sagt sich, bah die augeni lldii4>e choch^niunkiui der d utschrn ußiri- schall nicht lange andauern kann unb man urteilt, hab mit bem plötzlichen Umschwung in der wirt­schaftlichen Konjunktur eine ditieitAlolgleit ganz befondeien Um lange» entstehen müsse Man fürch­tet. bah die andauernde Verscy!echtemng der Mark durch ständige Lohnerhöhungen nicht eingeholt werden kann, zumal bei der wirtschaftlichen Ran­ft ruhten, die Deutschland infolge der Repara- ttensverpflichtungen nun einmal Hal. gerade der Höhe der Belastung der Industrie durch Lostn- differenzen eine bestimmte Grenze gesetzt worden ich. Man besürchlet daft. je schwieriger die Lage des Vaterlandes wird, um fo mehr wieder einzelne Telle der Bevölkerung ihr Heil in irgendeiner Wahnidee suchen Die Folgen, die dann aus sol­chen äinzelerschUnungen der deullchen Wirtschaft gezogen werden, für die Frage ob es eine kom­munistische Revolution gebe ober nicht, werden meist vollkommen falsch beurteilt Schon hört man wieder havon. bah Kommunisten eine Art be­waffneten Ausstand in Mitteldeutsch'anb. In Ber­lin. im Ruhrrevier. In Hamburg pla/.cn; es wer­ben wieder angeblich richtige Protokolle von kom­munistischen Geheimberatungen verbreitet, in de­nen die Pläne zum mllitär.schen Angriff gegen die Reichswehr und gegen die Sipo erörtert wor­den sein sollen. Man spricht wieder von einer kommunistischen Strategie gegen die Hauptftütz- punkte der deutschen Wirtschaft, kurz, man glaubt, bah sich eneniueU die Ereignisse, die Deutschland im März 1919 und im März 1920 an sich Vorbeigehen lassen muhte, über kurz oder lang wiederholen werden. Licht- liegt in 'Babrbeit Demgegenüber der Leitung der kommunistischen Partei ferner, als noch einmal den Versuch zu machen, mit Wassengewalt politische und wirtschaftliche Positionen zu erobern. Würde es nur auf die gröhten Schreier in der Leitung der kommunistischen Partei Deutschlands ankommen, so würde man in der Tat solchen Versuchen au rechnen haben Da aber die Politik der deut­schen kommunistischen Partei nicht von Berlin, sondern von MoSkau bestimmt wirb, so muh man auch damit rechnen, bah die Taktik, bie bic kommunistische Partei anwendet, ganz von der ohne Frage sehr hoch stehenden Kenntnis der wirtschaftlichen und politi'chen Zu'am ne.thänge In Deutschland getragen ist. bi? man in Moskau bat ES wirb bie höchste Zeit, bah die ganz überwie­gende Mehrheit des deutschen Volkes, die die ersten örunblagen für die Erhaltung der Deul- schen Winschast unb für ben Wiederaufbau In der Festigung der Ordnung und der Autorität deS Staates sieht, sich einmal über die Grundlagen der kommunistischen Taktik klar wirb. Das ist einmal deshalb besonders notwendig, weil man nur bei richtigem Verständnis für die Pläne der kommu­nistischen Partei die enge Zusammengehörigkeit er­kennen kann, die In dieser Frage weit über bic Grenzen des Bürgertums hinaus auch in groben Teilen der handarbeitenden Masten besteht. Es ist Sim -weiten deshalb notwendig, weil bereit» jetzt le Gefahr besteht, daft sowohl bie Abwehrver- suche. die daS Bürgertum gegen eine neue kom­munistische Aktion anstellen könnte, wie auch bie Abweh rv ersuche des Staates ins Leere hinein- stoften.

Die kommunistische Partei von heute hat eine ganz andere Taktik alS bic kommunistische Partei des HahreS 1920. Wir sind In ber angenehmen Lage, daft bic kommunistische Panei nach wie vor bie Resolutionen, nach denen sie ihre Politik und Taktil einstellt, und die ihre Zentralen beraten, in aller Oefsentlichkeit bekannt gi^t. Man fön.tc auf die Absicht einer Irreführung bei der Veröffent­lichung dieser Resolutionen schlichen, wenn nicht der ®runb darin zu suchen wäre, daft innerhalb der kommunistischen Partei selbst noch Meinunas- Verschiedenheiten über die cinzuschlagende Taktik bestehen, unb daft insolgedcs'cn bic Kämpfe zwi­schen den einzelnen Gruppen der kommunistischen PaNci In den kommunistischen Blättern auige ra­gen werden Die Taktik ber kommunisti­sch e n Partei von heute sicht nach dem letzten Beschluß des ZentralauSchu'ses der Partei vom 16 unb 17. Lovemrar so'.gendermaften aus Ruf der Grundlage ber wirtschaftlichen, po'.i i'chen unb sozialen Erscheinungen, dir im allgemeinen in der Oefsentlichkeit richtig beurteilt werden. will bie kommunistische Partei eine Vcrknabberungstahik gegenüber ber gewerkschaftlichen Bureaukratie durchführen. Sie sicht durchaus voraus bah He gegen die Gewcrkschaftsburoaukratl: nur dann auf- tomracn kann, wenn sie offen bic Schäden, die ohne

sieht In der sozialdemokrai /chen Partei von beute I bie Hütenn der Lut ort: des bestehenden S au e-, | und He wlll, wie das bk Sozialdemokraten | 30 3abre lang gemacht haben, bie Lrbeitermassen hinter sich sammel« Duft He ihnen Verfptcchunaen und Hoffnungen macht, bic von bem bestehenden Staate niemals erfüllt werden könne t. So will sie, wie deutlich in genauer Formulierung der enucinen Programinvuntte ui ben letzten Be­schlüssen des ^.entralausschusses ber Partei au> etnanbergdcbl ist. erstens bic wirtschaftli­chen Kumpfe mit aller Gewalt ausdehnen und verstärken, sie will »um zweiten den Kampf um die Steuern zu einem Kampf für bie Be­schlagnahme ber Goldwerte machen, wobeik ei e Kontrolle ber Steueroerwaltung burch bie Ar- beiter fordert, unb sie will zum brüten mit allen Mitteln dagegen anfämbfen. bah bie soziaidemo- kratische Partei noch einen kleinen Schritt weiter in bem Willen der Unterstützung der Autorität des Staates geht unb das Koalitionssy­stem von heute erweitert Das heiht: He will in Wirklichkeit bie an ber Verantwortung für bas 6 um te irden mtlaroeitenbe sozialdemokratische Panei mit allen Mitteln verhetzen, um ihr die Massen zu en^iehen. In den Hintergrund ihrer Taktik wird dann die Hoffnung gestellt, daft die kommunistische PaNci e n? rein sozialistische Re­gierung im Deutschen RNchstage unb in den Par­lamenten ber einzelnen Länder unterstützen werde. Als Voraussetzung einer solchen Entwicklung wirb ausge-eichnet. ,baft die gesamte Arbeiterklasse aufterbalj bes Parlaments den Kamps um ihre Forderungen aufnimmt" In diesem Kampf allein könne, wie cs In ben Beschlüssen des Zentralaus- schuiscs ber kommunistischen Partei t>ei )U »ich dir Einheitsfront ber arbeitenden Masten voll ent­wickeln. Die kommunistische Partei will sich also einem Wort g.fagt zur Trägerin einer groben außerparlamentarischen radikalen marristilchen Be­wegung machen. Sie will in dieser Arbeit bie nicht aus Wochen, auch nicht auf Monate, son­dern wahrscheinlich aus Jahre hinaus berechnet ist. in Parallele der Häufung der wirtschaft­lichen unb politischen Sorgen des Leiches die Massen, bie in einer ferneren Zukunft für eine Eroberung ber Macht im Staate durch die kom­munistische Partei in Betracht kommen, langsam ben parlamentarischen Parteien entzic hen. Sie will bi fortschreitender Entwicklung ihrer Macht von auhen her bie sozialdemokratische Partei be» Parlaments im Sinne der rabJdlei maeristischen Ziele beeinflussen Das ist ein Plan von einer Grobzügigkeit, kaft man ihm mit den Mitteln, die man bisher der kommunistischen Putschaktik ent­gegengesetzt bat, auch nicht im geringsten betfom- men kann. Dieser Plan, ber In Wahrheit aus bie Vernichtung aller kulturellen Grundlagen Euro­pas hinauslaust, kann nur bann zunichte gemacht werden, wenn sich die grobe nichtmarristische Mehrheit de- deutschen Volke- gleichfalls auf ihre Pflicht ber Sammlung beruft, unb wenn im einzelnen jeder und jede Organisation die in ber Ausbreitung der marfistischen Ideen eine Gefahr für Deutschland und Europa sieht, in dem einzelnen Winschastsbetrieb, in ber ein­zelnen Fabrik, im täalichen politischen unb wirt­schaftlichen Kampf, sich konsequent und direkt auf die Bekämpfung der (5in.it Larbeit der kommu­nistischen Partei einstellt. Die Desahr. die durch die Taktik der kommunistischen Partei entsteht, erkennen, heibt sie schon zur Hälfte überwunden haben, an ber wirklichen Gestaltung ber kommu­nistischen Taktik blinb vorübergehen, heiht ihr zum Siege verholfen zu haben.

Berlin. 29. Lov. (WTB.) Im Unter- fuchungsausschuft über die Vorgänge in Mitteldeutschland wurde über den Inhalt der verschiebenen Strasakten. insbe'ondere Derjenigen von Hölz Bericht erstattet. Ss wurde fcftgeftellt. bah von Hölz unb Genossen bie fürch­terlichsten Mißhandlungen an Geiseln vorgenom­men würben Die erste Begrünung waren Faust­schläge ins Gesicht und Fufttntte, benen Erpres­sung von Gelb unb Bedrohung mit Srschicben folgten Daraus sei die Erbitterung bei ben Schupobeamten zu erklären. Der AuSschuft be- schieb, am Donnerstag nächster Woche noch meh­rere Zeugen zu vernehmen. Lach ber Beschlag­nahme ber kommunistischen Ak.en bei Tiara Zet­kin befragt, erklärte ber Regierungsvertreter, bah bas Material Dem älntersuchm^saus'chah in Der nächsten Sitzung vor gelegt werden würde.

London. 29 Lov. (Wolff.) Der Sonder­berichterstatter Der .Westminster Gazette" auf Der Washingtoner Konferenz meldet seinem Blatte, es sehe mehr denn je Danach aus, als ob Die gesamten europäischen Fragen Demnächst in Washington zu rSrörte- rung kommen würden ES scheine, als ob Die Finanz- und Reparationsfragen ebenfalls auf« Tapet gebracht werben sollten In Beantwortung Des amerikanischen Vorschläge«. Daft DeutschlanD zu Den künftigen Konferen­zen cingdaben werden, vielleicht sogar nach Wa'- hingwn cingdaben werden solle, bevor bie augenblickliche Konferenz fehlere hätten Die Franzosen zu verstehen gegeben, bah sie nur unter Der Bedingung ihre Zustimmung geben mürben, bah Die Vereinigten Staaten Frankreich bei der Snnr erbang der von Deutschrand gdchul- ntctu venranoen u>cda3i uMiuuiuimm* . deren Repavanonen jur Seite ftänbat. «taut tri von heute will nichts anderes als genau Die .Westminster Gazerae- besteht Die Möglrchkert. gleiche Taktik nachahmrn. mit Der bic t ^zialdmw- Daft 'ich bie Haltung Frankreichs ändert, wenn gatil^e ^irtci einmal gn>3 ist- ^ie > du deuischen Reparataowm «1 ben fran-östschen

Schulden an Die Vereinigt en Staaten verknüpst würden. Lach dcm BerichtcrstaNer Der .Westmin­ster ®a*<fte' ist im gegenwärtigen Augenbluk eine amerikanische Inuiative in der Reparattensfragc nicht wadlscheinlich Die Amerikaner iähen ihre finanzielle Macht al» politische Wasse zur För- Derung ihrer eigenen Ideen an. Amerika würde bereit sein, eine Brücke zwischen Frankreich und Deui'chland zu bauen, toerbc jedoch kaum den Iran- »ös.fchen Standpunkt ann hmen. Iah die augenblick­lichen Reparationsforberungen nicht geändert wer­den könnten, und daft bei ihrer Lichterfullung Frankreich deutsche Gebiete auf unbegrenzte Zeit bdeljt halten könne. Augenblicklich sehe man in Washington ein Hin- unb Her-Manövrieren in dieser Frage. Man erwarte ledoch mcht. bah die Franzosen so ünnachgiebig sein mürben, wie aus tpren Erklärungen geschlossen werden könnte. Da sie sich sonst isolieren würden.

Sinern Bericht Der .Westminster Gaaelte" aus PariS zusolgc entspricht es nicht den Tatsachen, dab verantwortliche britische Wirtschastskreise der Ansicht seien, daft Deutschland int Januar zahlen könne. Ss scheine, daft iraendeine Inter­vention von feiten deutscher Industriellen ober ausländisch« Bankiers ftattfinbe. Ss fei au be» fürchten, daft Frankreich von neuem tl? Forderung ttach Besetzung bc» Ruhrgebictcv stellen werde. Eine solche D.setzung müsse man jedoch ver­hindern, sonst würde sich die europäische Derwir- rung noch vergröbern.

PariS, 29. Loo. (Wolfs.) Die .Oeuvre" schreibt, man kündige von allen Sriten an, dab Lloyd George vielleicht dem Bedplel Hughes folaen könnte, um feincrieite eine grobe diploma­tische Offensive cin>ulciten. öd handle sich um nichts weniger, als eine neue Reparations- Politik an die Stelle der bisherigen yi setzm, bie der Vertrag von Versailles vor chretbe. DaS Blatt tod t Darauf hin, Dab Lloyd George niemals verheimlicht habe, dab zwei Mabnal'rnen eilig seien: Die Liquidation der Internationale! Schul­den und die Wi.d?rhcrstellung eine» normalen Handelsmarktes In Deutschland Das Blaü glaubt auch, mitleilen au können, dab Bal­four bei d« letzten Völkcrbundskonset enz in Genf einem französischen Delegierten die Franc vorgelegt habe, waS er davon denke, wenn ein Ab­kommen getroffen würde. daS Deutschland bie Verpflichtung abnchme. bic Pensionen zu bc-ahlcn unb zu seinen Lasten nur die Kofte.i für ben Wiederauf rau ber verwüsteten Gebiete las e DaS Blaü erklärt, bie Grundlagen deS Vorschlages von Lloyd George, wie er sic schildere, für wert, einer Prüfung unterzogen zu werden.

London. 30. Lov (WTB.) .Daily Lews" berichtet, daft die Londoner Eity ein Mo­ratorium für Deutschland gutheibe.

London. 30. Lov. (WTB.) Reuter erfahrt, baft die britis che Regierung die deut­sche Reparationssrage jetzt von al­len Gesichtspunkten eingehrnd beleuchte.

Paris, 29. Loo. Der .Tcinp t macht im Leitartikel die aufsehenerregende Mitteilung, daft England eine Lote an die Dotschafterkonfe- renz gerichtet hat, um di' Aufhebung der militärischen Sanktionen" am Rhein anzuregen. England schlägt in der gleichen Lote die Organisation einer weniger umfang­reichen Kontro,,<'<'ft6roe zur Heber- trachung ter d utfchcn Abrü ung tor.

Besprechungen RakhenuuS in London.

Berlin. 30. Lov. Wie ber Londoner Korrespondent der ..Dossischen Zeitung- er­fährt, haben zwischen Dr. Lathenau und dem Direktor der Dank von England, Sir Lo­ben KinderSleh. zwei Konferenzen statt­gefunden. Weitere Konferenzen mit ben ersten englischen Finanzfachmännern und dem Schay- minister Sir Loben Horne sollen sich unmit­telbar anschlieften. Der 5konespondent hält eS für mdglich. daft Lathenau auch mit Lloyd George Zusammentreffen wird.

Neue Mahreyeln gegen Teuerung und Preiswucher.

Berlin, 29 Lov. (WTB.) DaS Reichs- ka b i n e 11 beendete heute nachmit:ag unter Tell- nahme der preußischen Mini!er Hine "Beratungen über Die durch die Teuerung g schafsene Sage. In Ergänzung unb Verschärfung ber bereit» be- fiehenden g - etzlichm Dockchriften zur Bekämpfung des Wuchers wird den gekfcgebenbc^ Körper­schaften unverzüglich eine Vorlage unterbreitet toerben. welche Die Veröffentlichung s ä m t l iche r Verurteilungen wegen Schleichhandels und Preistreiberei durch die Presse vvrschreibt. Bei Beurteilung wegen schwerer Fälle ^Gefängnis über 3Monate ist auteibrai Beröffentlrchuna durch 2 nschlag vv'pcfeben. Ferner Ix-schlotz das Kabinett. Die test chrndra PreisprüsungS st eilen durch Kommissionen zu ergänzen, wie fk sich in manchen Städten bereits ge£-UD t haben. Dielen KommiPlrncn sollen neben Vertretern Der Ver­braucher auch Vertreter der Dcwerfchaftra an» gehören Die Prcusprüfungsfteilen werden als- Dann Anweisungen zu ent^iebenem Vorgehen gegen ben Wucher erhalten. Zur 2JeHerung Der Milchversvrguog öxrDcn in Dem Haus ­hast des Reichsmini'eriums für Währung und Landwirt'cha'r für 1920 auf 1921 403 Millionen Mark bereSzestellt werden und zwar für solche Gemeinden 'n Denen die MilchveNorguna be­sonders notleibet, das heisst. Der MlchdedaN nur dis zu einem bestimmten noch fest;u fetzen den Bruch test gedeckt ist Don ben 400 Millionen Marckfollen je ein Drittel Die in Brtracht kommen- Sterben Länder und Gvoeteden aufbringen. So­

weit bte Gemeinden hierzu nicht in der Lage sind, soll kaS Leich auch bic von be i Gemeinden mch> auf zu biingenden Mittel übernehmen. Ten C-e- nxi;ib»n soll In Der Q3efive.it u g D r Mst ei bt ex- halb der gesetzlichen Bestimmung freie Hand ge­lassen werden, doch sind die Gemeinten darauf hinzuweisen. daft sich als Weg zur Be'fcrang Der Mllchvepsorguna. soweit sie unter ungenügender Anlieferung leiDct, tttebelnnDcrc Der A daul vv>. Futter, vor allem von ausländischem Kraft,utter und die verbilligte Abgabe solch-., Futters an die Kuhhaltcr empficdlt. weiche die Gemeinder. beliefern, unb bei Denen, wie tun DeUpiei den gimxcindHchcn 7ldmelk< wirtschaften, clat

Sicherh, ir Dafür geschaffen werden kann, bat! Die Mehrerzcugung von 2JH14) auch Den Gemeinden zugute kommt.

B e r l i n. 30. Lov Das Aachener Wucher- gc,icht verurteilte < t \

Verlaufs von Siern an Belgier zu oler Monaten Gefängnis und 5D00 Mark Geldstrafe Mehrere anDae Personen wurden wcaen ähnlicher Ver­ne hen zu Gefängnis- und Geldstrafen ocrurtcUt. In Herlen sind Eier mit 23 Mark das Stück ver­kauft worden

Die Washingtoner Konferenz.

Französische (Erörterungen.

Paris, 29. Lov. (WTB.) Der Sonder­berichterstatter der Havasaqentur in Was()ingten hält cs für möglich, daft Diviani. wenn Be­schlüsse über Die Adrüstungzur See bis da­hin zustande kommen, am 14 Dcrcm'rar Die Rück­reise an treten und Dem französischen Kolonial- Minister Sa r raut überlaflen werde, Frankreich igen des fernen Osten- zu vertreten. In denen noch feine Beschlüsse gefaftt wurden In eng­lischen Kreisen In Washington glaubt man nicht an das Gerücht, daft Lloyd George zur Teil­nahme an den Verhandlungen erscheinen werde. Die Tatsache, daft ber f.anzölilche Finanzsachver­ständige Eheysson mit B. land algere ft fei. betrefft daft die interalliierten Schulden von Der jetzige» Konferenz nicht besprochen würben. Ebensowenig denke man in Washington an eine bevorstehend« Zusammenkunft der deutschen Delegierten mit den Vertretern In Washington Präsident Hav ding habe offiziell keine Derartige Abstcht zu er­kennen gegeben. Vei Dem letzten Journalisten, empfang habe er sich auf folgende Antwort be­schränkt. Wenn eS ber Konferenz gelingt, bie zur Erörterung stehenden Fragen zu lösen, wäre es natürlich, ihr weitere Kon'erenzen folgen zu las­sen. um bie anderen Streitfragen zu regeln, unb wenn Deutschland Dabei bteee fiert wäre, so könnte eS cingdaben werden. E- handle sich also, so fährt der HavaSbcrichterstatter fort, um eine Hypothese und nicht um einen Plan. Im übrigen würde diesranzösischeDelegatlon es ablehnen, bn gegenwärtigen Zeitpunkte mit den deutschen Vertretern in Wa Dingten zusammen zu treffen. Ihre Tellnahme sei nich: vorgeleben wor­den. unb die blS jetzt erörterten Fragen berührten Die Deutschen nicht, denn die Abrü,tung Deutsch­lands zu Waster und zu Lande sei. ebenso wie seine Stellung Im fernen Osten, durch den Versailler- Vertrag bestimmt worden ES bleibe die Repara- ti. n-frage. Dis jetzt sei sie als eine reine deutsch-französische Frage mit Deutsch­land als Schuldner und Frankreich als Gläubiger betrachtet ©o^'en. Wenn künstig die ganze Welt sich aüB tnter.fHert an ihrer Lösung betrachte, so müsse sie Dafür auch bte Mittel zu ihrer Lösung finden und sich am Risiko beteiligen. Lur wenn Frankreich solche Garantien geboten würden, körnte es an die Möglichkeit einer terartlgen Ver­handlung denken und auch barm vicht, ohne zuvor die D. undlagen und den Rahmen der Derhanblung fest gestellt zu haben.

Esel")

P a r i S. 28. Lov. (WTB.) Der Svndeck- berid)tcrftalt£r des .OHatln in Washington, dem man die Verantwortung für seine Mit­teilungen überlassen muft, berichtet: In den Klubs von Deuyork würde erzählt, Balfour habe, als er die Lede Lu rson S kennen gelernt habe, sich über den Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten eines WvNeS bedient, das durchaus akademisch, aber ein wenig zoologisch sei. Das Wort bestehe aus drei Buchstaben und stehe im fran-ösischen Wörterbuch unter dem ersten Buchstaben des Alphabets. (3m Englischen heiftt das Wort w3mm, Im FranzösischenIne, auf Deutsch bedeutet eS<W*. D. Led.)

Japans Haktunq.

Paris, 29 Led (WB) Lach einer Ha- oasmddung aus Washington hat Admiral Kato tn einem Interview erklärt. Der springende Punkt Der Rüstungsbeschränkung fei Die Herabsetzung Der mit Den Rüstungen verbundenen Lasten. Ja­pan fei von ganzem Herzen bereit, die im Bau befindlichen GrvVIampfschiffe unb Die alten Kreuzer zum alten Erlen zu werfen Aber cs hoffe, bah Die Vereinigten Staaten sich mit einer japanischen Tonnage von 70 Prozent ein- v-rstanden erklärten. Das fei das THrbnnm an Macht. daS Japans Sicherheit erfordere.

Die Kritik an Briand.

Paris. 29. Lov. iWollf.) Der Sonder- berüpcrstatier des .Peuple . ber bie von b?n deutschen Gewerkschaften eingelabene Delegation der Genfer Llrbeite-konferenz auf ihrer Lei'e I durch Deuischlaird begleitet, erklärt in seinem heu­tigen ersten Bericht au» Hanau, Briand stellte b* Äüftungifrage in feine Lede m Dashio.gwtz