nimmt daS Theater einen Teil davon dadurch, daß die Mietpreise für diese beiden Serien niedriger angesetzt sind als für die Voll- mieten. Die dritte Reihe Fremdenmieten, hauptsächlich den näher liegenden und leichter erreichbaren Orten zugedacht, ist auf die Sonntage gelegt und läuft in den normalen Abendvorstel- lungen.
— Gemäldeversteigerung ausGie- ßener Besitz. Bei der AuSb'e'.ung des Rachlasses von Frau Geh-Rat Netto .(Dietzen) und fürstlichem Besitz durch Rudolf 'Bangel in Frankfurt a. W. am 20. September wurden u. a. die folgenden Preise erzielt: A. Achenbach, Gebirgslandschaft, 8200 Mk., Herrn. Bai'ch. Kuh. 14 000 Mk., (Zakvb Becker. Hefsenmädchen, 7000 Mark, Du gen Bracht. Feldwacht, 10 000 Mk., H. BürkLl, Rückkehr von der Alm. 11000 Mk., F. v. Defregger, Bauernmädchen. 13 000 Mk., derf, Schulaufgabe. 9000 Mk.. Jak. F. Dielmann Hej- sischer Bauernhof, 14 000 Md, Max Gainer, Trompeter. 15 000 Mk.. ders. Gelehrter, 6200 Mk., Ed. v. Grutzner, Dierprobe, 40 COO Mk.. H. von Habermann, Damenbildnis, 17 000 Mk.. F. A. v. Kaulbach, Damenbildnis. 16 500 M'., A. von Keller. Weiblicher Akt, 14 000 Mk., derf., 3n- dische Tänzerin, 10 500 Mk., derl., Halbakt, 7000 Mark, Mar Liebermann. Landschaft mit Staffage, 30 000 Mk.. W. Löwith. 'Raucher, 10 000 QUatf, G. v. Mar, Irrlicht, 18 000 Mk., Leo Putz, Akt, 10 000 Mk.. WUH. Schreuer, Kaffeegesellschaft, 15 000 Mk. Toni Stadler, lZondschaft,
20 000 Mk. Insgesamt erbrachten die Bilder laut „Frist. Ztg." ungefähr 900 000 Mk.
— Humperdinck b e i Richard Wagner. Wie Humperdinck Richard Wagner kennen lernte und wie sich freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Meister und ihm entwickelten, hat der Künstler selbst einmal ausführlich erzählt. Er war im Winter 1879 80 mit einem Berliner Reisestipendium zu seiner weiteren Ausbildung nach Italien gekommen. Als er in Reapel in der Billa Angri nach Richard Wagner fragte, erhielt er den Bescheid: „Der gnädige Herr ist für niemand zu sprechen." Darauf schickte er seine Karte, auf der er hinzufügte: „Mitglied des Ordens vom Gral". Kaum war er wenige Schritte fortgegangen, als ihm ein Diener eilig nachkam: „Der gnädige Herr läßt Sie bitten." Bald stand er nun in einem halb verdunkelten Gemach, „in dessen Dämmerschein," so schreibt Humperdinck selbst, „zwei große ernste Augen auf mir ruhten." Wagner empfing den iungen Musiker mit der Frage: „Was machen Sie denn hier in Reapel, Sie Gralsritter," gab ihm Ratschläge für seine weitere Reise und lud ihn ein, bei feiner Rückkehr ihn wieder zu besuchen, um „etwas ganz Reues" kennen zu lernen. Am 67. Geburtstag Wagners sollte zum erstenmal die Liebes- mahtszene aus dem Parsifal aufgeführt werden, und auch Humperdinck war hierzu eingeladen. Rubinstein und der Dalladensänger Plüddemann hatten die Leitung übernommen. In einem grotzen Kreise satz Wagner, vor sich auf einem Pult die Skizze des Parkifal, aus der er fang und dirigierte. „Mit Hn<*r md>t nrr^en. abe- klangvollen und um
fangreichen Stimme, der alle Register zu Gebote standen, wußte er alle einzelnen Vorgänge in eindrucksvollster Weise wiederzugeben. Alles schwieg in lautloser Entrücktheit, als hätte eine unerhörte Offenbarung aus einer höheren Welt sich soeben verkündigt, dann löste der Dann der Ergriffenheit sich in spontaner, nicht endenwvllender Begeisterung auf." „Ra, Kinder, Ihr dürft mit mir zufrieden sein." lächelte vergnügt der Meister, „ich war nicht auf den Kopf gefallen, als ich dies schrieb. Run aber hinaus tn4 Freie, wir brauchen frische Luft!" Als Humperdinck spät Abschied nehmen wollte, bedachte sich Wagner einen Augenblick und sagte dann: „Junger Freund, hätten Sie nicht Lust, nach Bayreuth zu tommen ? Es gibt dort allerlei zu tun, was Ihnen vielleicht Spatz machen wurde.' Ein Lieblingstraum Humperdincks ging damit in Erfüllung. Er sollte eine Abschrift der Partitur für den Handgebrauch anfertigen, außer» dem bei Vorbereitungen zu den Aufführungen des Weihespiels behilflich sein. „(Ja, mein Lieber," sagte Wagner, „die alten großen Meister der Malerei haben auch erst Farben reiben müssen, ehe sie anfangen durften, selbständig zu arbeiten." „Gut," erwiderte Humperdinck, Jo komme ich als Farbenreiber." Als Humperdinck mit Plüddemann und Rubinstein dann fvrtging. hörten sie eine tiefe wohlbekannte Stimme durch die Rächt herabllin» gen: „Drei Knäblein, jung, schön, hold und weise, begleiten Euch auf Eurer Reise." So sandte Wagner ihnen noch einen Gruß nach. D.
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werden. Wir müßten dafür sorgen, dah alles im Rahmen unseres Wirtschaftslebens getan, werde. Vor allem sei es notwendig, die vielen bisherigen Stellen mit ihrer Unübersichtlichkeit zu beseitigen. An Stelle des bureaukratischen Betriebes mühte möglichst eine freie Selbstverwaltung der beteiligten Wirtschaftszweige treten. Auch die vielen Reibungen innerhalb der einzelnen Wirtschaftskreise müßten verschwinden, ebenso die Rivalität zwischen den Landern bei der Erledigung der Reichsausträge. Unsere Sachleistungen mühten so erledigt werden, dah unsere Stellung auf dem freien Markte möglichst gestärkt wird. Dies werde nur durch gute Sachleistungen erreicht. Bei einer mangelhaften Erledigung würde unser Ansehen verloren gehen, Aeberflüssige Reparationsgewinne müßten vermieden werden, ebenso der unnötige Druck weiteren Papiergeldes. An der weiteren Aussprache beteiligten sich dann noch Direktor Dr. Peters vom Leistungsverband der landwirtschaftlichen Industrie, Reichstagsabgeordneter Dr. F i ck und Reichstagsabgeordneter Dr. Reichert. Schliehlich wurde eine Entschliehung betreffend die Durchführung der Sachleistungen angenommen.
Im Verlaufe der heutigen Schlutzsthung hat der Reichsverband der deutschen Industrie eine Entschließung angenommen, derzufolge Präsidium und Vorstand des Verbandes der Reichsregierung folgendes erflären: Die Industrie ist zu Verhandlungen darüber bereit, wie unter Ausnützung des Kredits, welchen sie im Auslande genießt, Der Reichsregierung Gold oder Devisen zur Verfügung gestellt werden Ginnen. Die Voraussetzung dabei ist, daß die übrigen Kreise der Wirtschaft, Landwirtschaft. Hand l Banken und Bankiers, in gleicher Weise sich betätigen und dah unverzüglich wirksame Maßnahmen durchgeführt werden, die die jetzige Finanzmißwirtschaft, die den Kredit des Reiches und der privaten Wirtschaft untergräbt, beseitigen.
Die Antwort Lloyd Georges an de Valero.
London, 29. Sept. (Wolff.) Die heute nachmittag veröffentlichte Antwort Lloyd Georges an de Valero besagt:
Die Regierung Seiner Majestät hat dem Briefwechsel, der zwischen uns stattgefunden hat, seitdem die Regierung Sie eingeladen hat, Delegierte zu einer Konferenz in Inverneh zu entsenden, eingehende und ernste Erwägung zugewendet. Trotz des aufrichtigen Wunsches der britischen Regierung nach Frieden und trotz des versöhnlichen Tones Ihrer letzten Mittellung kann die Regierung auf der Grundlage dieses Briefwechsels nicht auf eine Konferenz eingehen. Trotz Ihrer versöhnlichen gegenteiligen Versicherung, die von der Regierung sehr geschäht wird, könnte in Zukunft gefolgert werden, dah die Annahme einer Konferenz auf dieser Grundlage die Regierung zu einer Anerkennung verbunden habe, die keine britische Regierung gewähren könne. In diesem Punkte muh sie sich vor jedem möglichen Zweifel sichern. Mit einem weiteren Austausch von Erklärungen und beweisenden Mittellungen in dieser Frage ist keinem Zwecke gedient. Die von der Regierung Seiner Majestät eingenommene Haltung ist grundlegend für den Bestand des btttis-Hen Reiches und kann von ihr nicht geändert werden.
Meine Kollegen und ich stnd jedoch weiter ernstlich bedacht, im Zusammenwirken mit Ihren Delegierten einen neuen Versuch z u unternehmen, jede Möglichkeit einer Regelung durch persönliche Erörterungen zu erforschen. Die bereits von uns gemachten Vorschläge sind von der gesamten Well als Beweis dafür ge- nenpnen worden, dah unsere Bemühungen zur Versöhnung und Regelung nicht leere Worte sind Wir sind der Ansicht, daß eine Konferenz und nicht eine Korrespondenz der praktischste und aus- siHtsreichste Weg, den wir gern zu erreichen wünschen, ist. Wir senden Ihnen daher hiermit eihe neue Einladung zu einer Konferenz in London am 11. Oktober, wo tour Ihre Delegierten sprechen können als Wortführer des Volles, das <3ie vertreten, um zu bestimmen, tbie die Association Irlands mit der als Britisches Reich bekannten Gemeinschaft von Rationen am besten mit den irischen nationalen Bestrebungen versöhnt werden tann.
Die demokratische Opposition in Amerika.
Washington, 30. Sept. (WTB.) Die demokratischen Senatoren beschlossen in einer Konferenz, auf einer vernünftigen Prüfung des FriedensvertrageS zu bestehen, bevor eine Abstimmung vorgenommen wird. Anterwood erklärte, dies bedeute einen Widerstand gegen den republikanischen Vorschlag, Nachsitzungen abzuhalten, sobald die Debatte sich erschöpfte. Augenscheinlich ist die Hälfte der demokratischen Senatoren gegen die Ratifikation. Die Frage der Vorbehalte
wurdL erörtert, aber es ist noch keine Einigkeit erzielt worden.
Ei» Abkommen über Albanien.
Rom, 29. Sept. (Wolff.) Stefani meldet: Zwischen den Kabinetten in London und R o m ist ein älebereinkommen über Albanien zustande gekommen. Frankreich hat bereits zugestimmt.
Der „Messaggero" schreibt zum Abkommen über Albanien: England erkennt die volle Anabhängigkeit Albaniens innerhalb der 1913 festgesetzten Grenzen an. Die Disttikte von Ka- niza und Argyrokastro werden als zu Albanien gehörig bettachtet. Da der Völkerbund die albanische Anabhängigkeit nicht genug schützen könne, wollen, wie das Blatt erklärt, Italien und England mit Zustimmung Frankreichs beantragen, dah der Völkerbund Italien diese Mission in seinem Namen übertrage.
Vom türkisch-griechischen Kriegsschauplatz.
Konstantinopel, 29. Sept. Von der Front wird gemeldet, dah die ungünstige Zahreszeit in Anatolien eingesetzt hat. Auf den Hochplateaus beginnt Schnee zu fallen. Größeren Operationen ist daher Einhalt geboten, und es herrscht verhältnismähige Ruhe. In griechischen Kreisen ist man der Meinung, daß ein Win- terfeldzug unvermeidlich ist.
Der Streik in Nordsrankreich.
Paris, 30. Sept. (WTB.) Nach einer Meldung des „Matin" aus Lille haben in Tourcoing die Aufständischen Zwischenfälle hervorgerufen dadurch, dah sie in eine Metallfabrik einzudringen versuchten. Nachdem sie das erstemal von dem Personal der Fabrik zurückgewlesen worden waren, kamen sie mit Verstärkung zurück und griffen zwei Nachtwachen an, von denen sie den einen zu Boden warfen, während der andere entkam. Ein Chauffeur wurde verletzt.
Das Frauenstimmrecht in Belgien.
Brüssel, 29. Sept. Die Kammer hat den vom Senat angenommenen Gesetzentwurf, worin den Frauen das Stimmrecht bei den Piwvin- zialwahlen verliehen wird, abgelehnt. Der Konflikt zwischen den beiden Häusern dauert somit an.
Maxim Gorki in Deutschland.
D e r l i n, 29. Sept. Wie die „Voss. Ztg." hört, wird Maxim Gorki in zwei Tagen in Berlin eintreffen. Gorki will in Bad- Nauheim längeren Kuraufenthalt nehmen.
Ans dem Reiche.
Beratungen über die Umbildung des Reichskabinetts.
Berlin, 29. Sept. (Wolff.) Die Beratungen über dieAmbildungdeSReichS- k a b i n e t t S im Sinne der Erweiterung der Regiernngskoalitton nahmen heute ihren Anfang. Die Vertreter der KvalittonSparteien und der Deutschen Volkspaxtei folgten gestern abend einer Einladung des Reichskanzlers zu einer gemeinsamen Aussprache. Die Aussprache hatte den Charakter einer Vorbesprechung, wozu auch der Reichs- Präsident und der preußische Ministerpräsident erschienen waren. In mehrstündigen Verhandlungen, an denen die Vertreter aller beteiligten Parteien teilnahmen, wurden u. a. die innerpolitische Lage, die außenpolitischen Richtlinien, die Steuerfragen und die Form der eventuellen Ambildung des Kabinetts erörtert. Die Verhandlungen werden in den nächsten Tagen wettergeführt.
Die Tabaksteuer.
Berlin, 29. Sept. (Wolff.) Das Reichskabinett befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Frage der Besteuerung des Tabaks. Es wurde beschlossen, dah die Verordnung pom 4. Iuli 1921 über Besteuerung der Tabakfabrikate ab 1. Oktober 1921 in Kraft treten soll: doch wurde in Aussicht genommen, bei den Zöllen für R«oh- tabafe Erleichterungen zu schaffen.
Aus Hessen.
AuS dem Finanzausschuß.
rm. Darmstadt, 29. Sept. Der Finanz- ausfchuß des Landtags beriet heute über die Vorst cllung der Fabrikarbeiter betr. Förderung des Wohnungsbaues. Da nach der Regierungserklärung die Frage reichsgesehlich geregelt und alles was möglich, geschehen ist, wird die Vorstellung für erledigt erklärt. Die Vorstellung
des Lehrerinnenvereins betr. Berufung einer zweiten Referentin in die Schulabteilung geht den gleichen Weg, da die Regierung die Berufung einer weiteren weiblichen Kraft nicht für so nötig erachtet. Die Vorstellung des HilssschulverbandeS Rhein-Main-Gau betr. Ersah für die jetzt weggefallene Zulage für den Anterricht der Q2Zincerbegabten wird der Regierung empfohlen. Die Vorstellung des Hessischen Reallehrervereins Offenbach zur (Benmlenbeföl- öung wird für erledigt erklärt. Eine Regierungsvorlage zur Abänderung des Gemeindeumlagen- gesehes wird mit einem Zusatz zu Artikel 4 angenommen. Hierauf wird in die Beratung des Gesetzentwurfes über die Abgabe zur Forderung der Wohnungsnot eingetreten, die am Freitag fortgesetzt werden soll-
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 30. Sept. 1921.
Reichsuotopser und Schenkungen.
Vorn Finanzamt wird uns geschrieben: Erleichterungen bei Zahlungen des Reichsnotopfers durch Hingabe von Kriegsanleihe stücken sind in Schenkungsfällen geschaffen worden. Rach den Bestimmungen des ReichSnvtopfergesehes werden Schenkungen dem Zu wen den den zunächst zugerechnet, also bei diesem veranlagt. Die auf die Zuwendung entfallende Steuerschuld wurde jedoch von dem Bedachten angefordert. Nunmehr ist zugelassen, dah der Schenker die Zahlung leisten kann durch Hingabe selbst gezeichneter Kriegsanleihestücke zum Vorzugskurse, lieber die Bereitwilligkeit der Schenker, die Steuerschuld der Bedachten zu übernehmen, muh ersterer eine entsprechende Erklärung bei dem zuständigen Finanzamt abgeben, auf Grund derer ihm eine Bescheinigung erteilt wird, durch welche die Sinan?,taffe zur Annahme von Anleihestücken ermächtigt wird. Die Anträge sind binnen einem Monat nach Zustellung des einstweiligen Steuerbescheids zu stellen.
Schmückung deutscher Kriegergräber iit Feindesland.
Der Vvlksbund Deutsche Kriegergräberfürsorge ist in der Lage, auf einer Anzahl von Friedhöfen in Frankreich, Belgien, England. Estland, Lettland, Polen einschließlich Galizien und Rumänien die Schmückung bestimmter Graber auf Wunsch der Angehörigen zu Allerseelen und zum Totensonntag zu vermitteln. Die Liste edr in Frage kommenden Friedhöfe und der für den Schmuck geforderten Preise befindet sich in Heft 9 der Zeitschrift „Kriegsgräberfürsorge", die bei jeder Postanstalt zum Preise von zur Zeit 4 Mk. für das Vierteljahr abonniert werden kann. Die Zettschrift kann auch bei der Geschäftsstelle der hiesigen Ortsgruppe, Gartenstrahe 2, Obergeschoß, Zimmer Nr. 17, eingesehen werden. Anträge für den yräberschmuck zu Allerseelen wolle man bis zum 7. Oktober, zum Totensonntag bis zum 28. Oktober bei der genannten Stelle einreichen.
Mettervorairssage
für Samstag:
Frühnebel, vorwiegend heiter und trocken, nachts noch kühl, tags milde, Winde aus südlichen Richtungen.
Das mttteleuropäifche Tief hat sich heute über der Nordsee zufamrnengezogen. Da an der Westküste ein starkes Fallen des Barometers eingetreten ist, werden wir unter dem Einfluß der von dort herannahenden Depressionen morgen mit südlichen Winden, milden und trockenem Wetter rechnen können.
Heute Nacht wird infolge der nördlichen Luftströmung noch stärkere Abkühlung eintreten.
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** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 22. September der Lehramtsassessor Dr. Ernst Widmann aus Büdingen zum Oberlehrer an der Viktoriaschule in Darmstadt. Ernannt wurde am 23. September 1921 der Gefangenaufseher Peter Kardaun in Gießen zum Strafanstaltswachtmeister am Landgerichtsgefängnis in Gießen. Ernannt wurden am 2 September die vortragenden Räte im Ministerium des Innern, Oberregierungsräte Dr. Viktor Reitz und Paul Emmerling, beide zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Oktober 1921. zu Ministerialräten bei dem Ministerium des Innern. Am 22. September 1921 wurden die vor* tragenden Räte bei dem Ministerium der Finanzen, Oberfinanzrat Hermann Hesse, Oberfinanzrat Dr. Franz S ch r o d und Oberfinanzrat Erich Doerr, sämtlich zu Darmstadt, vom 1. Oktober d. 3 ab zu Ministerialräte n bei diesem Ministerium ernannt.
** Großer Diebstahl im O-Zug. AuS einem Abteil erster Klasse des Schnellzuges Frankfurt a. M. --Gießen — Hamburg wurden am Dienstag einem ausländischen Ehepaar, während es sich im Speisewagen befand, sämtliche Reifeeffekten, sogar Hut und Mantel, gestohlen. Es wurden u. a. auch Goldwaren und Schmucksachen im Werte von 63 000 Mk .aus
einem braunen Handkoffer gestohlen. Der Täter ist vermutlich in Marburg mit dem Diebsgut ausgestiegen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dah er mit Helfershelfern in Verbindung stand.
* Fahrraddiebstahl. Vorgestern wurde hier ein Fahrrad „Marke Weil" (unleserlich) Fabr.-Numm. unbekannt, mtt schwarzem Rahmenbau, ebensolchen Felgen, Frellauf mit Rücktritt- und Dvrderbremse. gelber, eingedruckter, dreieckiger Werkzeugtasche, am Hinterrad zwei Aufstiege rechts und links, und Schelle mit der Aufschrift „Mees Saarbrücken" tgeftohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.
** Ein- und Ausfuhrbewilligungen für das besetzte Gebiet. Zu der Frage der Verlängerung der Ein- und Ausfuhrbewilligungen im besetzten Gebiet hat die <3 i n - unb Ausfuhr st eile in Bad Ems eine neue En tscheidun g getroffen und teilt darüber mit: Da jeder Bewilligung ein tatsächliches Geschäft zugrunde liegen soll, hat der Emser Anterausschuh der Interalliierten Rheinland- kommifsion bestimmt, daß nur solche Bewilligungen verlängert werden, auf die wenigstens ein Teil der beantragten Ware ein- oder ausgeführt worden ist. Für völlig unbenutzt gebliebene Bewilligungen wird eine Verlängerung im allgemeinen nicht erteilt. Bewilligungen, die nach Verfall zur Verlängerung in Ems eingereicht werden, müssen unberücksichtigt bleiben. Die Einreichung eines entsprechenden neuen Antrags steht nichts im Wege.
* Heizungszuschlag für Winterreisende. Im Organ des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen wird der Vorschlag gemacht, dah der Reisende im Winter zur Bezahlung für die Beheizung seines Wagens heranaezogen werden soll, und zwar in der Weise, daß er auf dön jewelligen Fahrpreis einen Aufschlag von 10 Pro» zent zu zahlen hat. Mit der Verwirklichung dieses Vorschlags würde also außer der bevorstehenden Eisenbahntariferhöhung eine neuerliche Verteuerung der Bahnfahrten ein* treten, die den Reisenden aufs schwerste belasten würde. Zur Begründung wird die Haftpflicht angeführt, die der Eisenbahn für durch unterlassene Heizung erwachsenen Schaden an Gesundheit dem reisenden Publikum gegenüber erwächst. Das neue Vorgehen der Eisenbahnverwaltungen würde zu dem höchst ungerecht wirkenden Ergebnis führen, daß der Winterreisende wegen Aufbringung der Heizkvsten gegenüber dem Sommerreisenden äußerst benachteiligt wäre.
•* Trinkhäuschen sind keine Wirtschaften. Die Frankfurter Polizei hat den Inhabern von etwa 60 Trinkhäusch«* eine scharfe Verwarnung zugehen lassen, weil sie neben alkoholfreien Getränken auch einen u m- fangreichen Handel mit Rauchwaren betrieben haben. — Zu dieser Frage fällte daS Schöffengericht Offenbach eine grundsätzlich wichtige Entscheidung. Es verurteilte mehrere Besitzer von Trinkhäuschen zu je 50 Mark Geldstrafe, wett sie Zigarren verkauft hatten.
** Die Hauptgewinne der Gießener Pferdemarkt-Lotterie fielen wie folgt: 6000 Mk. auf Nr. 26 634, 3000 Mark auf Dr. 19 207, 1000 Mk. auf Nr. 6233, 27 983. 500 Ml. auf Nr. 10904, 17 423, 20 073, 20 165.
** Das Wohltätigkeitskonzert im Eaf 6 Astvria zugunsten der Verunglückten in Oppau hatte einen Reinertrag von 640.30 Mk., der an die Darmstädter Dank abgeführt wurde.
Bornotizen.
— Tageskalenber für Freitag: Gewerbehaus, 6 llhr, Sitzung der Frauenyruvpe der Deutschen Volkspartei. Hotel Einhorn, 8 tthr, öffentlicher Vortrag des Naturheilver- einS über den Wert der Wärme. — Oswalds- garten, Schaumesse.
— Sin Familienabend wird am Sonntag abend 8 tthr vom Evangelischen Bund, dem Evangelischen Arbeiter- und dem Wartbuvg-Der- etn in der Stadtkirche veranstaltet, wobei Mis» sionsdirektor D. Dr Witte aus Berlin einen Vortrag hält über das Thema „Was ich in China und Japan erlebt habe". Der Redner hat selbst als Missionar des Allgemeinen protestantischem Missionsvereins im fernen Osten gearbeitet und gilt als ein vorzüglicher Kenner chinesischer und japanischer Kultur. Der Besuch des Vortrags steht allen Gemeindegliedern frei. S. Anzeige!
— Konzert des Gesangvereins Heiterkeit. Wie aus dem Anzeigentell ersichtlich, veranstaltet der Gesangverein Heiterkeit am 16. Oktober nachmittags 4Va ^Ihr lein diesjähriges Konzert in der neuen Aula. Als Solisten sind gewonnen Herr Adolf Müller aus Frankfurt a. W., der wett über seine Vaterstadt hinaus bekannte, beliebte Bariton, sowie Frau Annie Schmidt-Müller. Sopran. Außerdem der hiesige Pianist Herr IuliuS Hahn.
JfeuHIeton.
Ausstellung hessischer Keramik.
fd. F r a n t f u r t a. M, 29. Sept. Im Kunst- gewerbe-Museum wurde eine Ausstelluna neu- zeitiger hessischer Keramik eröffnet. In ungemein reicher Auswahl wird die über ganz Hessen verbreitete und noch in alten üeberliefe- rungen arbeitende Bauerntöpferei sowie die im Kannebeckerländchen im Westerwald seit Jahrhunderten heimische Steinguterzeugung gezeigt. Neben diesen Erzeugnissen hat auch die Wächtersbacher ctcingutfabrif eine große Auswahl neuerer Arbeiten ausgestellt.
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Das Landestheater für das Land. Die Erfahrungen der vorigen Spielzeit, in der die Fremden mieten als eine Neuerung eingesühtt wurden, wurden jetzt zum weiteren Ausbau dieses Systems nutzbar gemacht. An Stelle einer einzigen Serie treten in diesem Jahre drei Reihen Fremdenmieten zu je 12 Vorstellungen, die jede den besonderen Verhältnissen der einzelnen Ortschaften Rechnung trägt Zwei dieser Reihen liegen wieder, wie im vorigen Jahre, auf den Samstagnachmittage.-.. Diese Vorstellungen sind in erster Linie den entfernter liegenden Ortschaften zuHedacht. Ihr Beginn (und demnach Schluß) ist bei der einen Reihe früher, bei der anderen etwas später und damit den Bahnverbindungen für Her- und Rückfahrt angepaht. Da der Fahrpreis bei der vielfach großen Entfernung nicht überheblich ist, über-
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