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ip der engen Zusammenarbeit und der gegen» eiligen Verständigung zwischen den Alliierten be- olgt hat.

Sodann bringt die Note die Ueberraschung

mit natürlich die sanitären Verhältnisse 'in unserem Lande außerordentlich gefährdet würden. And glaubt man wirklich, daß ge­rade Deutschland wirksam helfen könnte?

betrachten. Auch wenn man sich bei dem Hilsswerk an der bolschewistischen Regierung nicht stoßen wollte, so hätte man doch so viele schwer zu erfüllende Bedingungen zu zu stellen, daß den hungernden Vollsmassen schwerlich rechtzeitig geholfen werden könnte.

Die parteipolitisch.' Att, toi: un ere Radi- kalsozialisten in Deutschland unter dem Pro­letariat den Sammelteller für Rußland um­gehen lassen wollen, wird dafür sorgen, daß in den leistungsfähigeren Kreisen die Zurück- Haltung nur noch mehr um sich greift. Rach dem unabhängigen und kommunisttschen Plan

.Gerhart Hauptmann hat zwar in einer seiner neuen Werbekundgebungen einem amerikani­schen Journalisten gesagt, selbst ein kleines Stück Brot sei teilbar, aber wie sollten die

soll jeder Arbeiter einen Arbeitötagesver- dienst im Monat für das russische Volk ab­liefern. Russische Kinder sollen in deutschen Arbeiterfamilien untergebracht werdenwo-

Aerzte und Medikamente, so heißt es. sollen aus Deutschland zur Verfügung gestellt wer­den. Gegen den Hunger werden sie nicht viel auSrichten. Reichere Völker als das deutsche werden einzuspringen haben, um die Gefahr des OstenS einzuschränken. Die soge­nannten Eiegerstaaten, die am ehesten die Macht hätten, Rußland wieder auf die Beine zu bringen, betragen schon bei wesentlich leich­teren Aufgaben. Gewiß blickt Deutschland auf einen östlichen Rachbar als auf einen Faktor, den eS bei seiner Wiederherstellung notwendig brauchen wird. 0n diesem Gefühl wird wohl auch manches geschehen, um dem russischen Volke Sympathie und hilfreiche Hand zu bieten, aber der Gedanke, Dank für die Zu­kunft zu erwerben, muß doch zurücktreten, weil eben jede Hilfeleistung bis zu einem gewissen Grade der bolschewistischen Regierung das Leben fristen hilft, die innerhalb des früheren Zarenreiches heute sicher weit mehr Gegner als Freunde besitzt.

Die neue englische Note an Frankreich.

Nr. 176

Der »ifttetr Snjdger mit frer Dlenstaqsbeilage Spert-Hm|d?au- er- scheint täglich, autzei Sonn* »nd Feiertags. Monatliche Sem««»reise: 9J<ark 5.- einschließlich Irägerlobn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. 5 < r n p r t d) Anschlüsse: sürdieSchriftleilung 112; für Druckerei, T erlag und töt chLsisstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten Mnielgtr Ziehen.

pestschearonto:

Sretiflurl a. Dl. HM6.

Eine baldige Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens liegt nunmehr im Bereiche der Möglichkeit. In wenigen Tagen wird der sogenannte Oberste Rat in Paris tagen, um das brennende Problem ;u lösen. Das Reichskabinett Wirth erläßt heute einen ziemlich überflüssigen Aufruf an die oberschlesischen Landsleute und überhaupt an das deutsche Volk,die Ruhe zu be­wahren", damit uns kein Vorb urf treffen könne und die gerechte Entscheidung nicht ge- tört werde. Das klingt so. als ob wir's nötig hätten. Jedermann weiß aber, wie groß die Geduld der armen Deutschen in der um» trittenen Provinz bisher gewesen ist und was wären wohl vom deutschen Volle für Störungen" zu befürchten, wenn das Kabi­nett seinen Aufruf sich geschenkt hätte! Man will offenbar daS erregte f r a n z ö s i s ch-e n g- lische Duett, in dem seit gestern der eng­lische Fiedelbogen ziemlich energisch hörbar geworden ist, mit einem gespannten und herz- kröpfendenPst pst!" begleiten. Wohl. eS den kt kein vernünftiger Mensch daran, irgendwie mit Wort oder Tat jetzt loszu­schlagen, aber eine allzu ängstliche Zurück­haltung der Meinung, der nationalen Teil­nahme. wäre unnatürlich und würde uns nichts nüyen. Wir brauchen bei der englisch-französi­schen Auseinandersetzung uns nicht ins hin­terste Stübchen zurückzuziehen, dürfen als in­teressierte Zuschauer ruhig auf der Straße verweilen, und wenn wir heute die e n g l i s ch e Antwortnote, durch die Frankreich einigermaßen in Verlegenheit gesetzt wird, mit beifälligem Kopfnicken begrüßen, so wird unser Glück deshalb nicht in Scherben gehen. Warum sollten wir es verhehlen, daß uns derversöhnliche, aber zugleich energi-. sche Ton", den Herr Lloyd George seinem Gegenspieler gegenüber angeschlagen hat. besser gefällt, als die vollkommene von Frank­reich diktiette Harmonie zwischen den beiden Ländern! Wir überschätzen die neue Wendung nicht. An einen Bruch zwischen England uno Frankreich ist vorläufig nicht zu denken. Wohl aber dürfen wir uns daran erinnern, daß wir nicht für alle Zukunft bloß Objekt der Be­drückungspolitik anderer Staaten bleiben, son­dern unseren natürlichen Einfluß im Rate der Völler wieder zur Geltung bringen werden. Auch außerhalb Deutschlands darf man sich schon heute ein wenig daran erinnern.

Berlin. 29. Juli. (Wollt.- Wie wir hören, wurden zwischen der deutschen und öcc schweizerischen Re ierung dir TerbanDlun- den Abschluß eines allgemeinen Schied«- und Verg leichsvertrage ö ein- geleitet Es handelt sich darum, für bie -rmschea

Die Zukunft des Memelgebietes.

an e m e l, 29. Juli. (Wolff) In der gestrigen Sitzung des Staatsrates wurden dem Memeler Dampfboot" zufolge drei Anfragen beantwortet. Die erste Anfrage betraf die Reise des Präsi­denten Altenburg und de« Handelskammerprali- denten Kraus nach Warschau 3m .Winnigschen Morgen" war anonym behauptet worden- beide Herren hätten mit dem polnischen Minister de» Aeußern über den Anschluß des M e m e l g e biete« an Polen gesprochen und sich dabei mit einem nur nach schweizerischem Man tonal- system selbständigen Memelgebiet unter prl-nschem Schutz einverstanden ei-flört Hand lskammeiPrä- sident Kraus, der gleichzeitig Vizepralibent De« Staatsrates ist. wies diele Behauptungen auf« schärfste zurück und erklärte u a.: Wir beabsich­tigen von ter polnischen Regierung einen großen Auftrag für den Bau von Eisenbahnwagen xu erhalten um die Arbeitslosigkeit in Memel ab­zustellen' Da nun die polnische Regierung natur­gemäß nicht in bar zahlen konnte, wollte sie durch Holzlieferungen bezahlen. ES ist richtig, daß wir gelegentlich der Verhandlungen mit der polnischen Regierung auch Besprechungen mit dem Minister Dombski hatten, aber nicht als Vertreter deS Memelgebietes. Wir versuchten der polnischen Regierung Har zu machen, daß dem polnischen S-yanbel besser damit gedient sei. mit einem f e 1 6- ständigenMemelstaatsür beide Jelle Vor­teil bringende Handrisver träge abznfchüchen al« mit dem als Kantonal an Litauen angegliederten Memelgebiet. Es ist aber durchaus unwahr, wenn in der Presse von angeblichen Memelländern be­hauptet wird, daß wir mit einer außenpolnischen Vertretung des Memelgebietes durch Polen ein­verstanden gewesen wären.

Die zweite Anfrage wünschte den sofortigen Abschluß eines Wirtschaftsabkomme n« mit Deutschland. Der Staatsrat stimmte dem Vorschlag zu, daß eine Kommission de« Staatsrates nochmals beim Oberkomnnslar vor­stellig we de. daß diese Verhandlungen ich'eunigsl aufgenommen würden. Die dritte Anfrage be­schäftigte sich mit der in der Königsberger Presse aufgestellten Behauptung, ter Haushalt p an des Memelgebietes fei zu rofiggefärbt. Landesrat Schröder teilte mit. daß die Voranschläge zum Etat in den Einnahmen im ganzen weil über­schritten werden, wenn nicht ganz unvorherge­sehene Störungen des Wirtschaftslebens eintreten.

Ein deutsch schweizerischer Vertrag.

50 Pf.; für Reklame, Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz. Vorschrift 20" .Ausschlag, tzaupischriftletter Aug. Goetz verantwortlich für Polink. Aug Goetz; für den übrigen Teil Dr. Beinhalt» 3enj; für den Anzeigenteil. Hans Beck, sämtlich In ® teben.

Wochenrückblick.

Während die tropische Hitze in Deutsch- 1 (anb die Ernteaussichten immer ungünstiger 1 gestaltet und die ohnehin so zahlreichen Sorgen dadurch erheblich vermehrt werden, hat man 1 un« auf die Hungersnot des russi­schen Riesenreiches hingetoiesen, Mit­leid und Hilfe angerufen. Maxim Gorki, der fDichter de« Proletariats, der in seinem Le­benskämpfe so viele Sphären von Armut und Entbehrung selbst durchlaufen hat, wurde uns zuletzt der Herold einer in so riesenhafter Aus­dehnung nie erlebten nationalen Rot, die den schwermütigen Inhalt seiner Bücher vollkom­men In den Schatten drängt. Maxim Gorki war vom Sowjet-Staate von einemStaat" kann man allerdings kaum sprechen, denn das neue Rußland erfüllt die Voraussetzungen da­für in keiner Welse, wird auch nirgends als »Staat" anerkannt eine bevorzugte Stel­lung etngeräumt worden; er wird bisher kaum Rot gelitten haben, denn in dem Dvl- Schetoistenreiche herrschte alles, nur keine »Gleichheit. Maxim Gorki, der traumhafte /Weltverbesserer, der in der russischen Mmtoäl- ßung ein längst ersehntes Ziel verwirklicht sah, erlebte eS, daß seine politischen Illusiv- ßien zerrinnen. AlS Prophet einer besseren Weltordnung auf deS Lebens Gipfel gestellt, schaute er, nach so viel Irrungen, auch die Tragödie des Geistes. Aus utopischen Vor­stellungen drängte die Wirklichkeit 'den voll- jtändigen wirtschaftlichen Zusammenbruch eine« Rlesenvolke« hervor.

Wir wissen nicht, ob der Dichter auch die Greuel des Terrors mitgemacht oder ent- schuldigt hat, die uns die bolschewistischen ^Führer nach bürgerlicher Moral als Ver­brecher erscheinen lassen. Wir wollen ihn als -Dichter und Seher gelten lassen eines namen­losen Unglücks, daS gewiß unsere innigste Teil- mabme, vielleicht auch unsere Hilfe, heraus- iforbert. Aber daS hungernde und verzweifelte Sowjet-Rußland regt doch in erster Linie auch denkende Bettachtung an. Ein natürlicher Bodenreichtum hat die selbstbewußten russi­schen Staatsreformer nicht befähigt, ihrem «Volke auch nur des Lebens Notdurft zu geben jinb zu erhalten. Die Probe einer utopischen Gesellschaftsordnung hat nicht nur kläglich, sondern mit einem furchtbaren Verhängnis geendet. Das ist e S, was bei dem Rotschrei aus dem Osten sich uns zuerst aufdrängen muß. Wir wußten es, daß die Versuche Le­nins und seiner Genossen von Enttäuschung au Enttäuschung geschritten waren, daß sie durch Blut und Schrecken schließlich auch ihre vielgepriesenen Grundsätze Preisgeben und sich der alten Gesellschaftsform wieder nähern mußten. Und nun ist es zu spät. Auch die Rückkehr zu privatwirtschaftlicher Freiheit hält daS Unheil, die DolkSverelendung, nicht mehr auf. Aber immer noch halten die Volkskom­missare mit Gewalt ihre Herrschaft aufrecht. Die Sendboten ihrer politischen Propaganda sind noch tätig; die Klubs der dritten Inter­nationale in den übrigen Kulturländern schü­ren noch unablässig die Hölle politischer Ver­nichtung. Daher nimmt man die Hilferufe der Dichter und Geistlichen Sowjet-Rußlands mit so sehr gemischten Gefühlen auf. Wie kann man von außen her dem russischen Volke helfen, wenn die Anfänge seiner Selbst­hilfe noch von den Armen der Gewaltherrscher umklammert sind! Würden die Nahrungs­mittelsendungen in dem Riesenreiche, dessen Verkehrsleben vielfach abgestorben ist, richtig verteilt werden können? Wen unterstützt man mit Hilfsgeldern: den Bolschewismus oder Das hungernde Voll?

So wird des Mitleids fromme Stimme nur schwer da« Mißtrauen und den Unglauben Durchdringen, die in den Ländern desKapi­talismus" das erschüttette Reich des Ostens

(£inc Forderung des deutschen Ausschusses für Qderschleste«.

K a 11 o w l h. 29. Juli. (WTB ?Der Deutsche Ausschuß für Oberschlesien richtete am 28. Juli an die Ministerpräsidenten in London. Paris und Rom sowie an die Botschasterkonferenz in Pari« olgendes Telegramm: Namens aller deutschen politischen und wirtschaftlichen Organisationen Oberschlesien« richten wir an die zur Entscheidung berufenen Mächte die Bitte, In den beginnenden Verhandlungen endgültig über da« 0 d) Id- a l Oberschlesiens zu beschließen. Un­ter den gegenwärtigen Verhältnissen gebt die Bevölkerung seelisch und wirtschaftlich zugrunde. Eine provisorische Lösung würde den jetzi­gen Zustand verschlimmern. 3m Interesse der gesamten Bevölkerung Oberschlesiens fordern wir deshalb die sofortige endgültige Entscheidung. Deutscher Ausschuß für Oberschlefien. Gez. Dr. Lukafchek.

Das polnische Bandenunwesen.

Das -.Verl. Tagebl." meldet weitere« Umsichgreifen de« Bandenunwesen« In Oberschlesien. Das Dorf Raschltz im Kreise Ratibor wurde von stärkeren polnischen Banden angegriffen. Besonders im Kreise Pleß ist die Lage außerordentlich unsicher und bedrohlich. In das Gut Waldhof drang ein Trupp Polen ein und stahl mehrere tausend Mark. Auch da« Gut Adelheidshos wurde von den Polen beraubt unb der Wirtschaftsinspektor schwer mißhandelt. Die Abwanderung der deutschen Bevölkerung au« dem Kreise Pleß hält Infolge deS polnischen Terrors immer noch an, da die französische Besatzung«- behörde nichts zum Schutze der Deutschen unter­nimmt.

Einjdänisches Blatt über die Weltkrise.

Kopenhagen, 29. Juli. (WTB.) Die Finanz! idende" schreibt über die wirtschast - liche Krise der Welt u. a.: Ehe nicht eine allgemeine Regelung, die den Erdball umfaßt, ge­troffen ist, wird die wirtschaftliche Krise nicht überwunden werden können. Selbst wenn das geschieht, können Jahre vergehen, bis Europa an dem Fortschritt beteiligt fein wird. Die Berichte aus Oberschlesien, den besetzten Rheingegenden, aus Rußland und vom Balkan zeigen die Summe der Rot und des Hasses, von denen Europa ver­zehrt wird. Frankreich rächt sich brutal durch dieSanktionen", feine Negerpolitik und feine Machtbegierde. Seine Machibe- gierde ist endlos. Seine Freunde ziehen sich von ihm zurück und isolieren es. In Ooerichlesien stehen England und Italien wesentlich aus Deutsch­lands Seite. 3m Mittelmeer orientieren sich beide auf eine Isolierung Frankreich« 3nK lein- a f i e n durchkreuzt England mit Hilfe Griechen­lands die Intrigen Frankreichs. Ganz Europa wird durch diese Politik zugrunde gerichtet.

Der Sachverständiaen-Ausschust.

Paris, 29. Juli. (WTB) Die alliierte Sachverständigenkommission zur Prü­fung der Aufteilung Oberschlesiens ist heute im Ministerium des Innern zusammengetreten.

Die Stellungnahme Italiens.

Rom, 29. Juli. (Wolff.) Der italie­nische Dotschaster in Berlin, Frassati, ist hier eingetroffen und hatte eine lange Unter­redung mit dem Minister des Aeußeren della Torr et ta.

Italienisch-französische Zusammenstöße.

Berlin, 30. Juli. Die Blätter melden aus Oppeln, daß das Verhältnis zwischen Italienern und Franzosen in Oberschlesien mit jedem Tage gespannter wird. Gestern kam es zwischen italienischen und französrchen Offiz eren in Oppeln zu einer Schlägerei, die schließlich in eine Schießerei ausartete. Ferner sanden vor der Oppelner Kaserne zwilchen italienischen und französischen Soldaten Zusammenstöße statt, bei denen auch Handgranaten gew orsen wurden. Auch in Äanbrzin kam es zu einem Zu­sammenstoß zwischen Italienern und Franzosen. In einem Zuge sich befindende Franzosen weiger­ten sich, sich von der italienischen Bahnhofswache kontrollieren zu lasten. Einer der Franzosen schoß auf die italienischen Mannschaften. Diele ent­waffneten darauf die Franzosen und nahmen sie fest.

Die Reichsregierung und die oberschlesische Frage.

B e r l i n, 29. Juli. (WTB.) Amtlich. An­gesichts der herannahenden Entscheidung Über das Schicksal Oberschlesiens hat die Reichsregierung hn Verein mit der preußi­schen Staatsregierung gestern beschlossen, in enger Fühlungnahme mit der Bevölkerung Schlesiens dahin Zu wirken, daß die Bewohner des Landes sich auch weiterhin die größte Zu­rückhaltung auferlegen, um zu ihrem Teil dazu beizutragen, eine sachliche Entscheidung zu er­möglichen. CS gilt, der Welt ein Beispiel zu geben, wie ein Volk durch seine Selbstbeherr­schung der sachlichen Lösung einer Frage von so großer Tragweite den Weg ebnet. Die Reichsregierung richtet ihre Mahnung nicht nur an die Sch^sier, sondern an das ganze deutsche Volk. Sie erwartet, daß jeder, der der deutschen Sache dienen will, ruhiges Blut bewahrt und sich der hohen Deranttoor- tung bewußt bleibt, die uns der Augenblick auferleqt. Jede unbesonnene Haltung wurde i gen über die von uns beanspruchte sachliche und rechte Lösung der Frage gefährden.

Riesenelend auch nur irgendwie spürbar bei-1 an da« zu erinnern, wa« sich tatsächlich ereignet kommen? ES handelt sich in jedem Fall um hat sondern auch dazu, die Form zu beleuchten. Nicht viel mehr als um bloße schöne Phrasen, ftn der die britische Regierung immer das Pnn-

Hum Ausdruck, die die britische Regierung bei >er Aenderung der Haltung der französischen Regierung empfunden hat, die in den ersten Tagen dieser Woche sich von dem Prinzip der Zusammenarbeit entfernte, auf das Lord Eurzvn und der französische Botschafter dringend hin- getoiefen und worüber sie sich verständigt hatten. Die französische Regierung wird an die Tatsache erinnert daß nach dem Zwischen fall von Frankfurt im April des vergangenen Jahres der damalige Ministerpräsident Millerand die enbgiltige Zusicherung gegeben habe, daß die ranzösische Regierung in Zukunft keine isolierten Maßnahmen mehr in den Fragen treffen würde, die die gemeinsamen Interessen der Alliierten berühren.

Die Rote drückt dann die Ueberraschung au«, die nicht nur durch die offenbare Absicht der ranzöfischen Regierung, von dem damals an­genommenen Prinzip abzu weichen, hervorgerusen wurde, sondern auch durch den ungewohnten und offensichtlich unfreundlichen Ton der Mitteilung der französis hen Re­gierung vom letzten Mittwoch. Es widerstrebt der britischen Regierung, zu glauben, daß ein solcher Ton unfreundliche Absichten seitens d r französischen Regierung einschließt. Alle«, was Großbritannien verlangt, ist, daß eine Allianz, die durch die schrecklichen Opfer der Alliierten zusammengekittet wurde, auf der gleichen Grund­lage gegenteiligen Vertrauens weiterbesteht. Die Rote seht hinzu, daß Großbritannien, um zu diesem Ziele zu kommen, der französischen Re­gierung schon viele Zugeständnisse ge­macht habe, und bereit sei, solche zu machen, wenn Frankreich fortfahre, England vollständig betr. seiner Wünsche auf dem Laufenden zu halten. Was aber das Prinzip der gemeinsamen Verant­wortung der Alliierten in der oberschlesischen und in anderen Fragen, die die Friedensverträge be­rühren, anbetrifft, so ist es Großbritannien durchaus unmöglich. Verhandlungen gutzuheihen, die unvermeidlich dieGrund - lagen der Allianz Infolge des durch den Ton der letzten französischen Rote hervorgerufenen Erstaunens ers'chüttern müssen. Die b irische Regierung fühlt sich verpflichtet, zu fragen, welche Erklärungen die ftanzös.sche Regierung ihr für ihr Verhalten geben will. Denn so­lange diese Frage nicht getlärt ist, ist es schwie­rig zu sehen, auf welcher Grundlage die Zu­sammenarbeit der Alliierten fortgesetzt werden kann.

Paris, 29. Juli. (WTB ) Lord Hardinge. der englische Botschafter in Paris, überreichte heute Briand die Antwort seiner Regierung auf die letzte französische Rote. Die Unterrebung dauerte eine Drei, ririelstunde.

London. 29 Juli. (Havas.) Das Reuter- sche Bureau erfährt, daß die Rote, die gestern abend von der britischen Regierung an Frank­reich gesandt wurde, ein in versöhnlichem, aber gleichzeitig in energi sch em Tone gehaltenes Dokument ist. Sie wurde, dem Reuterbureau zufolge, von Lord Eurzon nach dem gestrigen Ministerrat ausgearbeitet und in der Rachmittagssitzung von den Ministern mit nur einigen geringfügigen Aenderungen nach ein- stündiger Debatte angenommen. Die Rote ist ein etwa zwölf Seiten langes Doku­ment. Der erste Teil enthält eine Prüfung der von der ftanzösischen Regierung vorgebrachten Tatsachen und wiederholt in klarer Form die Aufzählung der Ereignisse, die seit der Lieber­reichung der französischen Rote an Deutsch­land am 16. Juli ohne vorherige Ver­ständigung mit den Alliierten sich abgespielt haben. Das war das erste Anzeichen eines Ab­gehens von der Politik der Zusammenarbeit, ______________ ,_______ -.Sie bisher befolgt wurde. Diese Auszahlung spärlichen Arbeitergrofchen dem russischen bient nicht nur dazu, die französische Regierung

General-Anzeiger für Oberhessen

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