Einzelbild herunterladen

Liebesgaben ans Südwcstafri?a.

Leipzig. 28 Ott (Wolff.) Sn den ersten Rovembertagen trifft, wie wir h^ren. mit dem DampferTlrunbi" eine Sendung' Liebes­gaben für die deutsche i Kinder aus büdwestafrika in Hamburg ein Cs ist dies die erste Sammlung von Er?,'' nissen deutscher Farmer Südwestafrikas. welch- die Farmwirt- schaftsgesellschaft in Windhuk veranstaltete Es wurden in Südwestafrika auch bereits 360 Milch­kühe als Geschenk für die deutschen Kinder zu- fammengebracht: der Ueb<-rsührung nach Deutsch­land stellten sich jedoch noch Schwierigkeiten ent­gegen.

Schwere Znfanimrnftöfie in Böhmen.

Plauen. 28. Ott (Wolfs ) Wie hierher berichtet wird, ist es gestern, dem Mobilmachungs­lage der Tschechoslowakei, in G r a s l i tz zu d l u- tigen Zusammenstößen gekommen. Die deutschen ^lilitärpilichtigen haten sich geweigert, bdem Einderusnngsbefehl zu folgen, und es war deutscherseits auch der Generalstreik als Protest gegen die Einberufung proklamiert worden Sämt­liche Betriebe, auch die $?ä>en. wurden geschlossen. "Gegen 5 Uhr nad>mittagd trafen aus Eger etwa 40 tschechische Legionäre mit Maschinengewehren unter Führung einiger Offiziere zur Verstärkung der schivachen tschechischen Besatzung ein Bala daraus kam es aus dem Marktplatz zu schweren Zusammenslöten zwischen D monstrant-'n und tschechischem Militär, das lebhastes Feuer auf die Deutschböhmen eröffnete. Bon letzteren wurden der .Teilen Bogtländischsn Zei­tung" zufolge sechs getötet und etwa zwanzig verwundet, auf tschechischer Veite gab es einen Teten und mehrere Verwundete Das tschechisch« Militär trieb schließlich die Deutschböhmen ge­waltsam auseinander

Deutsches Bier in Belgien?

Schreckliches ist geschehen, und der©tolle Dclge" muß sich am 3. Oktober selbstver­ständlich dagegen wehren: Die Deutschen be­ginnen schon wieder. Belgien zu erobern. Deut­sches Bier wird nämlich von einigen Cafes wieder anaevriesen. Freilich konstatiert die bel­gische Faszistenseele mit Genugtuung, dah diese Cafös auch leer seien. DaS belgische Volk )J sich bewußt, daß die vielen Mil­lionen. die eS vor den^ Kriege für deutsches Bier ausgegeben habe/zur Vorbereitung des brutalsten uff. Angriffs gegep das unschul­dige Belgien benutzt worden seien. Das bel­gische Volk wisse, daß jetzt belgisches Bier von gutt.n Geschmack hergestellt werde. Also seien die Tische in den bewußten Eaf6-Lvkalen icer und die wenigen Gäste, die s'(h hinein­wagten, tränken nur belgisches Bier. Selbst- iverständlich. Die belgische Volksseele wär? rasch zum Kochen gebracht, wenn eS anders wäre, und die Gäste, die es wagten, das .feindliche Bier zu trinken, könnten rasch ihr pLestament machen. Aeberschrift: Der Friede U

Wahlen in Norwegen. *

Kristiania, 28. Oft. (Wolff.) Das vor- Tfiufige Ergebnis der vtortingwahlen in Torwegen ist folgendes: Recht.'Parteien 296 000, Linksparteien 185 000 Kommunisten 175 000, Bau­ernbund 117 000, Sozialdemokraten 84 000, A» Mterbemotraten 23 000 Stimmen. Man berech­net danach die Stärke der Parteien im Storting folgende rmaten: Rechtsparteien 56 Abgeordnete (50), L'mke 37 (51), Kommunisten 29 (9), Bauern­bund 8 (3), Sozialdemokraten 8 (9), Arbeiter- fdemokraten 2 (3). Mehrere Abgeordnete des Bau­ernbundes gehören zu den Aechtsparteien.

Das Teuerung b'att .Dagbladet" schreibt: l Die je' ige Linksregierung wird jedenfalls dlei- chen, bis der neue S'.orting im Januar z^sammen- iF (tritt. Wenn eine Partei eine neue Regierung wünscht, müh dec neue Storting die Initiative ' Dazu ergreifen.

Aus dem Neichswirlschastsrat.

Berlin. 28. Oft (Wolff.) Der vorläufige Aeichswirtjchaftsrat nahm das Börsen- umsahsteuergeseh nach den Vorschlägen des Meparatioirsausschusses an. Der Antrag auf Festsetzung terHrnsatzsteuerauf zwei Prozent wurde ebenfalls angenommen, ferner die Anträge auf Freilassung der auS dem Meere eingebrachten Fisct>e und auf Milderung der LuxuSsteuer für Erzeugnisse der bildenden Kunst. Der Bericht über daS Körperschaft-st euergesetz wurde genehmigt

Der Schuh im Blut.

Roman von Horst Dodemer.

24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ja du! Dem Henner hast du mit ihr das Rückgrat gebrochen. Da war keiner, der dich abhielt I Vor meinen Kindern aber stehe ich!"

Hnb die hören hier zu!"

»Das ist deine Schuld! Die sollen wissen, zu wem sie gehören!"

Hetzt ging dem Alten der Atem schwer.

Also wohl nicht zu mir?

Sn erster Linie, nach Naturgesetz, zu mir vnd ihrem Vater! Treib d i ne Ee.b lherrlichttit nicht zu weit! Muß mein Mann unter ihr seuf­zen, so bleibt mir nichts anderes übrig, als sie mit ihm zu ertragen. Wenn du sie aber über unsere Kinder aus üben willst mit deiner Strenge, so setzeir wir uns sehr entschieden zur Wehr, Kommt Kinder!"

_ Auf seinen Schreibtischsessel lief) sich Christoph Wärhahn fallen, stemmte den Kopf in leine brei­ten Fäuste, die Rkundwinkel zuckten. Also das mutzte er sich sagen lassen! Vicht einmal gefragt wurde er, was Hänschen denn b gangen hatte. Er, der diese Frau alS armes Mädchen mit offenen Armen aufgenommen und ihr keinen Wunsch ver­sagt hatte! . . . Hetzt jetzt half nich s. er mutzte in den Hainbuchengang Die Wände brüd- ten die ruhige Heber leg ung tot und sein Herz schlug wie toll! Da war er auch schon zum Zimmer, zum Hause hinaus.

Oie Mamsell hatte den Zank gehört. Also so weit war's nun gekommen, datz man sich an- schrie! IInb natürlich wegen der Ktnd.r! Ha, tev Srlnih km Blute"! Der berbarb gute-, hcs» fi|d)c8 Banermblut. der An «ich, war sic- von allem iSUddng an gewesen. And 2»^ doch

Aus dem Reiche.

Veugest. lttng des -Besoldungsgesetze-.

Berlin, 28. Ott (WTB.) Von be­teiligter Seite wird zu den Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und den Beam­tenverbänden mitgeteill: 3m Reichsfinanz­ministerium haben am 26. und 27. Oktober Verhandlungen über die nötig gewordenen Gehaltsverbesserungen für die Be­amten stattgefunden. Vach Auffassung des Reichsfinanzministeriums handelt es sich die­ses Mal nicht ausschließlich um eine Teue- rungsaktion, sondern um eine Neugestal­tung des Besoldungsgesetzes. Den Vorschlägen der Beamtengewerkschaften stehen die Vorschläge des Reichsfinanzministeriums gegenüber. Die Verhandlungen dauerten am Donnerstag dis nachts 1 Uhr und führten noch zu keiner Einigung. An der Bewegung sind fünf Spitzenverbände beteiligt, die eine 2Oglieteriqe Verhandlungskommission ent- sandlet. Hierzu steilen der A lgem ine Deutsche Gewerkschaftsbund und die Afa 8, der Deutsche Deamtenbund und der Deutsche Gewerk- schaftSbund je 5 und der Gewerkschaftsring 2 Vertreter. ES ist geplant, zuerst über die Beamtenforderungen und anschließend daran über die Angestellten- und Arbeiterforderun­gen zu verhandeln. Die Verhandlungen sollen mit größter Beschleunigung zu Ende geführt werden.

Wohnungsbau m Heidelberg.

Heidelberg, 28. Oft. (WTB.) Der Magistrat der Stadt Heidelberg hat beschlos­sen, einen Betrag von 30 Millionen Mark zur Forderung von Wohnungsbauten im Jahre 1922 vorbehaltlich der Genehmi­gung der Stadtvewrdnetenversammlung be­reitzustellen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 29. Ott 1921.

Die Hungersnot in Rußland.

Heber dieses Thema sprach gestern abend im Cafe Leib in einer gut besuchten Versammlung 3nacnieur Ertel im Auftrage der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur, die damit die Reihe ihrer für den Winter vorgesehenen Vorträge er­öffnete. 3n kurzen einleitenden Worten wies Dr. Rennert als Leiter der Landesgruppe Hessen-Nassau und Westfalen auf die parteipoli­tische Veutralität der Liga hin, sowie auf ihre Aufgabe, die Parteigege s itze nach Möglichkeit zu überbrücken. Sodann ergriff Eisenhütteningenieur Ertel das Wort. Herr Ertel war bereits vor Kriegsausbruch in Rußland tätig, war dann wäh­rend des Krieges an der sibirischen Grenze inter­niert, die Revolution gab ihm endlich die Freiheit. Unter der Bolschewist en Herrschaft war er zuletzt In hoher leitender Stellung tätig, bis ihm zu Be­ginn dieses Jahres die Erlaubnis zur Rückkehr nach Deutschland erteilt wurde. Herr Eickel sprach kurz über die Verhältnisse vor und während des Krieges, um dann in schlichten einfachen Worten das zu erzählen, was er selbst geschaut und erlebt hatte. Und so zog denn vor den Augen der gesparmt Zuhörenden das Bild jener schrecklichen Hungerkatastrophe vorüber, von der sich doch nur der ein Bild machen kann, der dies alles selbst miterlebt hat. Die Schuld aber für diese grau­sigen Zustände sieht der Redner einzig und allein in dem bolschewistischen Stzstem. Lebhaftes Beifall wurde dem Redner zuteil.

AlS erster Diskussionsredner ergriff Herr Stephan das Wort und stimmte im allge­meinen den Ausführungen des Redners bei, nur will er die Schuld in dem bolschewistischen System nicht allein erblicken, sondern vor allem in dem Weltkrieg. 3m Gegensatz zu den ruhigen Aus­führungen des Herrn Stephan standen die weniger sachlichen Ausführungen des Herrn Haupt von der V. K. P. D., der in einer halbstündigen Rede nichts neues brachte. 3n seinem Schlußwort ging' Herr Ertel scharf mit den bolschewistischen und kommunistischen Führern zu Gericht und zeigte, wie wenig die wirklichen Zustande in Rußland mit Freiheit und Gleichheit zu tun hätten.

Am Schluß seiner Ausführungen wurde Herr Ertel durch immer größere Unruhe der K. P. D - Hünglinge, die zuletzt in lauten Lärm und Ge­brüll überging, gestört, so dah seine letzten Worte kaum noch verständlich waren. Auch hier zeigte es sich wieder, daß diese Gernegroße gar nicht imstande sind, auf ihre Gegner sachlich einzu-

auf den Knien gedankt, wenn ihre Ansicht saficb gewesen wäre. Als sie ihren alten Herrn schnell die Treppen herunterkommen hörte, schlich ftc nach ihrem Zimmer im Gttbelstock, baS ging nach dem Garten hinaus. Rur jetzt nicht die Frau sehen, sonst gab es womöglich einen harten Zu­sammenstoß . . . Aufgeregt ging sie in ihrem Zimmer auf und ab, ein paar Tränen rannen ihr die Wangen herab, die Fäuste ballte sie. 3hrcm Herrn, der fein Lebtag nichts anderes gekannt hatte als arbeiten von Soirnenaufgang bis zur hereinbrechenden Rächt, ter immer nur an |ttn Land und seinen Sohn gedacht, sollte der Lebensabend verbittert werden. Verbittert werden von einer Frau, die nichts anderes kannte als die Händchen zu schonen und Musik zu machen! Eine Frau, die nur milgebracht hatte in die Ehe, was sie auf dem Leibe trug! Da sollte ein tatkräftiger Mensch nicht wütend werten! Und der Hemier tanzte, wie seine Frau pfiff! 3hr Henner! Zum Teufel auch, es war doch gut, dah aus festen Bauernjungen keine gesch i g' l en Herren zu machen waren! Daß ihr kluger Herr daS nicht begriff . . . Sie trat an's of ene Fen­ster, auch Tic bedrückten die Wände. Und schob jäh den Kops vor, klammerte die Hände um's Fensterkreuz. 3m Hainbuchengang ging ihr Herr auf und ab. Gebeugt, den Hut im Genick. Lind nicht ruhig wie sonst, wenn ihn die Sorgen auch noch so bedrückt hatten, hastig lief er aus uitd ab.

Da setzte sich die Mamsell, legte den Kopf auf die verschränkten Arme und weinte bitterlich.

Und fuhr plötzlich auf. 3hr Gehör war scharf. Der Henner war im Hause, sprach mit seiner Frau . . . Da lies sie die Treppe hin­unter, trat ohne weiteres in das Zimmer, packte den Henner am Arme.

Komm mit! Schnell komm mitV*

Er ging mit, wollte sich frei machen. Aber die Duste ttambftc die Hand noch fester in seinen

gehen, sondern lieber von dem Mund Debrauch machen als von dem Geist.

Ein Au-nohmetarif für frische Kartoffeln bei Aufgabe als Frachtstückgut.

Rach einer Mitteilung des Hessischen Lan- deS-Emährungsamtes hat der RerchsverkehrS- minifter die Cisenbahndtrektionen beauftragt, mit größter Beschleunigung einen Auönahme- tarif für frische Kartoffeln bei Aufgabe als Frachtstückgut eißzuführen, dem für die Zeit vom 6. bis Ende Oktober d. Zs. die Sätze der Klasse A für das volle Gewicht, vom 1. Ro- vember d. 3- bis auf Widerruf, spätestens bis zum 15 Mai 1922, die vom 1. Novem­ber 1921 ab gültigen Frachtsätze der Stück­gutklasse II für das halbe Gewicht der Sendungen zugrunde zu legen sind. Die Aenderung der Frachtberechnung vom 1. No­vember ds. Is. ist durch die zu diesem Zeit­punkt eintretende allgemeine Erhöhung der Gütertarife verursacht. Don einer Einschrän­kung der Ermäßigung auf Kartoffeln, die im Onlante verwendet werden, hat der ReichS- derkehrSminister im Einverständnis mit dem Reichsernährungsminister abgesehen.

»

Oberhessischer Kunst verein. Wegen des außergewöhnlich regen Besuches der Ausstellung von Werken hessischer Künst­ler bleibt auch noch nächste Woche, bis ein­schließlich Donnerstag, die Ausstellung täg­lich von 111 ilffr geöffnet. Am Freitag wird eine teilweise Aenderung der Ausstel­lung vorgenommen.

Vorlesung über Dante. Die von Professor Dr. A. Franz für Hörer aller Fakultäten angekundigte Vorlesung über Dante mußte verlegt werden. Sie findet statt Mon­tags von 56 Ahr (im Hörsaal 13, Beginn 7. November).

" Einbruchsdieb stahl. 3n der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurden aus einer Veranda einer Villa der Liebig- straße verschiedene silberne und andere Eß­bestecke und Geräte sowie Tischdecken und Ser­vietten entwendet. Dor Ankauf wird gewarnt.

** Eine unglaubliche Roheit lei­stete sich ein Herr in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag an einem Geschäftshaus auf dem Marktplatz, indem er eine Türfüllung und ein Fenster e i n s ch l u g. Die Tat tourte von Herrn Strack, Mitinhaber des Wach- unb Schließ­instituts, entdeckt, und es gelang ihm mit Hilfe einer Pvlizeipatroullle, ten Täter zu ermitteln.

* D ie Vorschriften der Melde­ordnung toerden vielfach nicht beachtet. Das Polizeiamt bringt deshalb die in Betracht kom­menden Bestimmungen in Erinnerung. Die Po» lizeibeamten sind angewiesen, die meltepflichtigen Veränderungen streng zu überwachen und etwaige Verfehlungen gegen die Melbevvrschriften zur Anzeige zu bringen. An- und Abmeldungen bei Zu-, Am- und Wegzug sind zu erstatten im I. (III.) Polizeirevier beim Meldeamt (Weiden- gasfe 5. Zimmer 7). im II. Polizeirevier bei der Me d stelle te3 R vttrs (Lieb gstraß: 18). Melde­amt und Meldestelle sind wähceno ter Winter» monate für das Pub ilum geöffnet von 8 bis 12'/, Ahr vormittags unb von 2 bis 4'/, Ahr nach^ mittags: Samstags von 8 dis l1/, Ahr.

Hausbesitzerverein. 3n dem gestrigen Versammlungsbericht ist ein sinn- störenter Druckfehler unterlaufen. Es ist rich­tig zu lesen: .... Stadtbaurat Diefenbach, der übrigens nicht Hausbesitzer sei . . .

Vornotrzen.

Tageskalender für Samstag: Hotel Grvßherzog, 11 Ahr vorm., Parteitag, 8 Ahr abends im Kath. Dereinshaus: Partei­versammlung ter Deutschnationalen Volkspartei. Großer Hörsaal des Vorlesungsgebäudes, 384 Ahr nachm.: Generalversammlung des Akade- mikerbuntes Oberhcs ens Stadttheater. 71/, Ahr Turnerisch e Kunst abend. Astoria-Licht- spiele, heute und morgen:Sato" und »City Dank", ab Montag:Cherchez la femme".

Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 10 Ahr dotm.: Wiederholung des Kunstturnens, 3/, Ahr nachm.:Die Postmeiste­rin". 7 Ahr:tz§°Koller". Hotel Grohherzog, 11 Ahr vorm.: Beratungen: 331 Ahr nachm., im Hotel Einhorn: Oesfe^tliche Versammlung ter Deutschnationalen Volkspartei. Reue Aula, 5 Ahr: 2. Konzert des Gießener Konzcrtvereins.

Arm. Aus seine Frage anttoottete sie nicht. Zog ihn in ihre Giebelstube ans Fenster, zeigte nach dem Hainbuchengang.

Sieh dir das an! . . . Sieh dir das an!... And nun geh runter und red mit deiner Frau weiter!"

12.

Den alten Wärhahn hatte noch niemand von einer gründlich durchdachten Meinung abge­bracht. Er blleo des Glaubens,ter Schutz im Blute" werde im Lause ter Zeit doch noch vor­teilhaft zur Geltung kommen. Ein guter Wein schäumte eben tüchtig als Most. Es kam auf die richtige Behandlung an! Heber die hatte er im Hainbuchengang anstrengend nachgedacht, nach­dem er sich erst die Erregung aus dem Leibe ge­laufen. Himmelkreuz^ onnerweller, er war di.ch aus zähem Dauernstamm! And BeharrlichteU führte zum Ziel! Das Rötigße war, daß die Ellern, vor allem Maria, einfahen: so konnte es nicht weiter gehen. Bis das ater eintrat, mußte es wohl noch schlimmer kommen. Da war es freilich nötig, daß Gott ihn am Leben ließ, bis er seine Aufgabe erfüllt hatte, sonst stimmte seine Rechnung nicht. Al)o vorläufig d:e Karre lauten gelassen. And das tat Christoph Wärhahn. R.cht einmal die Schulzeugnisse lieh er sich zeigen und da man sie ihm nicht brachte, würden sie nicht gut ausgefallen fein. Mit den Enkelkindern war er immer gleichmäßig freundlich, das Ver- traiten zu ihm durften sie nicht verlieren.

Marias Augen aber blitzten mitunter schaden­froh. vor allem, wenn sie mit ihrem Manne in Meinung^ Verschiedenheiten geriet.

^3ch werte mit Grossvater fertig, das stehst du ja. 3n die Kintererziehung redet er mir nicht mehr hinein! And wenn du kräftig den Tickkcpf aufietzen würdest, torfd)riebe er dir den Besitz!"

Das war eigentlich immer der Punkt, um den

Gölhs ®arten Kaninchen, anv Gefwgelau-ff^- lung.

" Aus tem Stadttheaterbureau Auf die beiden morgigen Dorstellungen ses nochmals ganz besonders hingewiesen. Die reizende OperetteDie Post meifterin die am Donnerstag auch in Bad-RauHerrn ganz außerordentlich gefallen hat, wird am Rachmitlag gegeben bei einem Dorstellungs- beginn von 31/, Ahr. Am Abend geht ter neue lustige Schwank§ § - Kvller", in Szene unter Spielleitung von Rudolf Goll, für den das Stück auch eine Paradervlle ent­hält.

Waldbühne. An ihren in nächster Woche beginnenden literarisch -musikali­schen Abenden wirt» sich die Waldbühne, abgesehen von kleineren Dichterwerken, mit Tasso, Preciosa und einer griechischer Tragödie teschäftigen, alles Stücke, di« zum Teil für Waldaufführungen im Sommer 1922 vorgesehen sind. Gleichzeitig wird das Ein- studieren eines Weihnachtsmärchens und von Hänsel und Gretel (nach Humper­dinck) eifrig fortgesetzt, so dah man beide 'Dich­tungen noch im Laufe tes Winters das eim vor. das andere bald nach dem Fest auf einer geeigneten 3nnenbühnen herauszubringen hofft. Mit ten Vorbereitungen fürHänsek und Gretel" wurde schon im Spätsommer begonnen#

Handwerkerbund und VezirkS- verband der Ortsgewerdcvereine la­ten alle Handwerker und (te-rerbetreibente .jj einer Versammlung für Dienstag, 1. Rov., 10 Ahr vormittags ins Gewertehaus. Es handelt stch darum, irrten Beschluß herbeizuführen, ob die Errichtung einer Ve/W. l u gshelle ter Kranken- und Stertekaffe für selbständ.ge Handwcr.er und Gewerbetreibente, Sih Frankfurt a. M., oder eine andere Regelung der Kassenfrage erwünscht ifi. Weiter )oU die Frage ter Bildung einer Ar­beitsgemeinschaft besprochen werten, die als Ziel die Stellungnahme zur neuen Steuergefergebung hat. Die Wichtigkeit beiter Fragen sollte jeden Handwe.-ker und fclb' gm GXtocib tttttenten veranlassen, unbedingt zur Versammlung zu geben.

Von der Deutschnationalen Volkspartei. Auf die heule abend im Katho­lischen Vereinshaus siattfindenten To.träge wird nochmal- besonders hingetoiesen. Pfarrer D r. Ritter ist leider verhindert. Für ihn hat sich in liebenswürdiger Weise G- Heimrat Dr D r tz- ander-Derlin zur Verfügung gestellt, ter überPolitik und Weltanschauung" sprechen wird. Prof. Dr. Werner spricht über das ThemaDas Reich muh uns doch bleiben". Äe Oeffentliche Versamm­lung am Sonntag im Hotel Ein Horn, in ter Staatsminister a. D. Erz. Herg» sprechen wird, beginnt um 4 Ahr nachm. (Siehe Anzeige.)

Turneriseher Kunst abend Für die morgen, Sonntag, vormittag 10 Ahr statt- findende Wiederholung des Äunfttumenfl sind noch Karten an der Kasse des Stodttheatert zu erhalten.

Wettervoraussage

für Sonntag:

Vorwiegend wolkig, vereinzelt leichte Nie­derschläge, Temperatur nicht verändert, Winde aus Nordwesten.

Das gestern über ter östlichen Ostfee gele­gene Tief hat sich westwärts verlagert Dadurch ist eine stärkere Bewölkung eingetreten Für mor­gen sind leichte Niederschläge zu erwarten.

Landkreis Giesten-

k. Allen d orf a. d. Lda., 23. Ott (31n hiesiger Handelsmann war gestern zum Heu», einkauf noch Kirchhain gefahren. Dort bestieg er ten Heuboden und stürzte jo unglücklich durch ein Loch in die Tenne, dah er einen ge jährlichen Beinbruch davvntrug und mit dem Auto hierher zurückg:bracht werten muhte.

M. M u s ch e n h e i m, 27. Okt. Die Samm­lung für die Geschädigten in Oppau ergab 420 Mk. Für das Gefallenendenkmal tourten bis jetzt gesammelt über 10 000 Mk.. die Sammlung ist aber noch nicht abgeschlossen, und man hofft. 15 000 Mk. zu erreichen. Hebet di« Plahfrage ist man sich noch nicht ganz einig, man erwartet deshalb in ten nächsten Tagen einen Sachverständigen, der sein Gutachten über die in Frage kommenden Plätze abgeben soll.

die ernstlichen Aiseinanderfeyungen zwischen Mann und Frau sich drehten.

Da gibt er nicht nach! Versuch du dein Heil, dann wirst du's rasch einsehen!"

Maria hütete sich. Den Trumpf wollte fre in Händen behalten. Sie selbst glaubte nicht daranten Alten" dazu bringen zu können Aber es fiel ihr nicht- ein, dies einzugestehen.

Meine Recht« weiß ich zu erkämpfen, wenn es sein muh, erkämpf du dir die teinen, ba$ kann deine Frau von dir wohl verlangen!"

Ater über ein paar schwache Versuche wat ter Henner nie hinausgt.kommen. Der Vater schnitt ihm dann immer kurz das Wort ab.

Was willst du derm e g entlieh? Bist mein einziges Kind, was mir gchö t. g hört doch auch dir! Hab ich mich jemals gegen eine Geldsor- terung von deiner Seite geftemmtV 3ch w^h e nicht! Hnd dah ich meine in langen fahren eitoortenen landwirtschaftlichen Kenntnisse in einer öde verslauten lasse, das zu verlangen, ein solcher Narr wirst du nicht sein!" Dasdu" be­tonte er.Hnd wenn ich nur dein Berater Hiebe, was käm dabei heraus? Nichts wie Siank. und für den danke ich bestens, das hab ich wohl bewies en. ES gibt Dinge, da muh man sich fügen. Henner, selbst wenn man fic-ht, waS da g-m.rcht to.rd, irt verkehrt! Recht ater muh Recht bleiben. 3ch achte die Rechte anderer, achte du die meinen! Mir gehört das Gut! Hnd danke Go't, dah ich für mein Alter noch recht grate aus den Beinen stehe!"

Getreulich berichtete der Henner feinet Frau seine Mißerfolge.

Da antworte du drauf, wenn du kannst!'

Sie zuckte mir die Achseln. Weil sie keine Antwort wußte und sah ihren Mona spöp- tisch an.

(Fortsetzung foIflQ