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Gin französischer Rohling.

Berlin, 29. 0uli. In Schoneberg- Serltn war gestern der Untermieter einer Frau Dr. Schlüter, der französische Ser­geant Parrot, anscheinend wegen der Miete, mit seiner Wirtin in einen heftigen Streit ge­raten. Im Verlaufe der Auseinandersetzung ver­setzte der Sergeant der schwangeren Frau einen Stob gegen d i e Brust, so dah sie zu Boden stürzte und in SchreikrLmpfe verfiel. Polizei­beamte verhafteten den Franzosen und brachten ihn, da die Menschenmenge vor dem Hause eine drohende Haltung gegen den Franzosen einnahm. I tm Automobil auf die Polizeiwache. Aach sest- .Aellung seiner Personalien er gehört dem Ver- 1 waltungsstab der äleberwachungSkommisfion an ' wurde er wieder fretgelassen.

Unwetterschäde».

1 Verl in. 29 Juli. In verschiedenen Teilen DommernS sind durch Gewitter schwere Schä­den ungerichtet worden. Durch Blitzschläge und Feuer wurde eine ganze Reihe von Ge­höften vernichtet. Im Gewittersturm kenterte in der Dollersdorfer Bucht am Stettiner Haff ein Doot. Die drei Insassen sind ertrunken.

imafwebend. Die Preise gelten für Lieferung ohne Cod. Die näheren Bestimmungen für leihweise Aleberlassung von Säcken, insbesondere über die Leihgebühren und über die Preise der Säcke, trifft JLeichsget reidcstelle jeweils durch Deröffent- IMjung im .Deutschen Reichsanzeiger". Stellt der Verkäufer Säcke nur bis zur Verladestelle des Ortes, von dem die Ware mit der Bahn oder zu -jJ3affer versandt wird, zur Verfügung, so darf hierfür eine Leihgebühr nicht berechnet werden. 4Hc Preise gelten für Barzahlung binnen 15 Lagen nach Ablieferung. Wird der Kaufpreis länger gestundet, so dürfen biS zu 2 vom Hundert Jahreszinsen über ReichSbankdiSkont zugeschla­gen werden.

Die Anmeldung und Beschlag­nahme von Urkunden und Wertpapieren der Republik Liberia auS Anlah der Durch­führung der Bestimmungen des § 10 Absatz 1 der Anlage zu Artikel 293 deS Friedensvertrages nebst AuSsührungSanweisung ist erforderlich. Das Hessische Landes-ArbeitS- und Wirtschaftsamt macht die Interessenten ausdrücklich darauf auf-

ch^weinerotlauf (Backsteinblat- lern) in Gieben. In dem Gehöfte Hamm- st ratze Ar 11 ist Schweinervtlauf (Backsteinblat­tern) amtlich fest gestellt worden. Sperrmabregeln sind ungeordnet.

Pari». 28. Juli. (HavaS.) Lieber den Be­zirk von Millarn in Südfrankretch ist ein I heftiger Zyklon niedergegangen, der die Wein­berge der Täler von Tarbes. Aquessac und Vom- pehre vernichtete.

Verheerende Waldbrände.

fpd. Kaiserslautern, 28. Juli. In den letzten zwei Tagen sind in den verschie­denen Teilen der Aheinpfalz Waldbrande ausgebrochen, die vielfach noch heute wüten und grobe Verheerungen anrichten. Bei Hom- Hurg wurden nahezu 150 Morgen Waldbe- Stände zerstört. Dem Feuer konnte erst durch das Eingreifen der Feuerwehren zahlreicher Ortschaften und der tätigen Mithilfe von Hun­derten von DesayungStruppen Einhalt geboten werden. In den Staatswaldungen bei Kaiserslautern richtet zur Zeit ein Brand einen Schaden un, der nach Millionen zählt. Aach Millionen wird auch der Schaden ge­wertet. der durch einen Brand in den Waldun­gen der MaximiltanSau angerichtet wurde.

rm. Darmstadt, 28. Juli. Ein großer Waldbrand entstand hepte nachmittag in dem südlich der Stadt unterhalb des Bahn­hofs gelegenen WalddistriktTann e. Durch rasches, energisches Eingreifen der Feuerwehr gelang es unter tatkräftiger Mithilfe der Schupo de5 Feuers, das anscheinend durch Leichtfertigkeit eines Rauchers entstanden ist, Herr zu werden, so dah nur einige hundert Meter Tannenwald den Flammen zum Opfer fielen. Aach hierher gelangten Meldun- gen ist auch zwischen Everstadt und Bicken- ach a. d. Dergstrahe ein starker Waldbrand auSgebrochen.

Ein Eisenbahnunfall in Rußland.

Christiania. 28. Juli. (WB ) Die Aosta meldet aus Moskau: Ein Zug mit Delegierten des Gewerkschaftskongresses erlitt auf der Kursker Dahn einen furchtbaren Unfall. Von den De­legierten wurden Strumat und Geibrich (Deutsch­land). Hewlet (England), Konstantin (Bulgarien). Freeman (Australien) und der Vorsitzende des De bandes der russ.schen Bergarbeiter, Sergciew, getötet.

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Ein Aotruf der Vogelwarte auf Helgoland. Aus der Zeitschrift des Heimat­bundes Mecklenburg sowie aus Zeitungsnotizen ist zum Schrecken aller Aaturfreunde befännt ge­worden, dah Mecklenburg die bisher staatlich ver­

walteten Reviere der Lowitz an Private al» Jagd I verpachten will. Für den Schutz der Aatur ist aber vorher kein Gesetz feftgelegt worden. Die > Folge davon ist die Vernichtung des herr­lichsten und seltensten deutschen Sumpf- und WafservogelbestandeS. den wir noch haben. Die mecklenburgische Forst - Verwaltung hat uns mit gröhtem Aaturverständni» dieses Aaturschuygebiet bis jetzt erhalten. Alle Charaktertiere, die sonst in Deutschland schon aus- gerottet sind, oder die^daS Schicksal bald ereilen wird, sind dort noch vertreten: Seeadler. Schrei- und Fischadler, Kranich, Schwarzstorch. Grotz- trappe, Zwergrohrdommel, arohe Rohrdommel, alle Sumpffchnepfenvögel. auch die seltensten, nicht weniger als sieben verschiedene Arten dort brü­tender Wildenten. Trauerseeschwalben und vieles andere. Kein Wunder, dah die Lewitz von allen Ornithologen, Aatur- und Heimatfreunden als Heiligtum verehrt wird. Unb jetzt wird diesen Tieren als Tcichfcinden unterschiedslos der Krieg erklärt. Das Brüten wird ihnen einfach un­möglich gemacht. Mit Gift und Visen hat man die Adler und den Schwarzstorch soweit auSge- rottet und bei anderen Arten wird dieses Ziel in kurzer Zeit auch glücklich erreicht sein. Deshalb muh e s gelingen, dah die Verhinderung, die Jagd- und Fischereirechte an Private abzu- treten, erwirkt wird. In unseren Tagen ist la Aaturschuh niemand fremd- was für die Volks- ernährung in Frage fcmmt, wird den Volkswirt­schaftlern hugestanoen. Es wird ja garnicht vom Fischereipachter verlangt, Graureiher oderTaucher zu schonen. Der Aaturschutz aber verlangt Ver­nunft: Leben und leben lassen« er Meck­lenburgische Landtag wird es später zu verant­worten haben.

* Die Romantik des Eishandels. Es gibt wohl wenige Handelszweige, die so viel Risiko mit sich bringen, alS der Handel mit Cis, denn Gewinn und Verlust richten sich hier nach dem Thermometer, und das plötzliche Aufhören einer Hitzewelle kann dem Eisgrohhändler riesige Summen kosten. Bei der heißen Witterung, die gegenwärtig in England (mb Frankreich herrscht und auch bei uns eingesetzt hat, schnellt der Gis­verb rauch gewaltig in die Höhe. London kühlt sich täglich mit 4000 Tonnen und Paris mit 1200 Ton­nen Cis und Aeuyork hat noch einen viel gröberen Eiskonsum. Die außerordentlichen Ansprüche in groben Hitzeperioden kann das aufgespeicherte Aatureis und die Fabrikation des künstlichen EiseS nicht befriedigen. Man ist daher auf Einfuhr von Eis angewiesen, und diese erfolat aus Aorwegen.

Wenn eine Hitzewelle einsehk, so teilt ein eng­lischer Eisimporteur mit.bann gehen augen­blicklich Schiffe von Aorwegen ab, die Tausenbe

von Tonnen gefrorener Blöcke heranbringen Aber wer steht dafür ein, dah nicht, wenn di« Ladung an Land gebracht wird, die Hitze vorbei ist unb das Vis iMerslüs'ig wird? Aun kann man aller­dings solche- Vis lagern, unb es gibt Firmen, die 10 000 Tonnen Gis aufgespeichert haben, aber ehr warme Zeiten vermindern diese Menge von selbst Das Schmelzen von Vi- läßt sich auch bei vorzüglich eingerichteten Lagerhäusern nicht ganz vermeiden. Das EiS wird von Stoffen umgeben, wie Kork oder Wvllabsällen. die Hitze nicht leiten und so kann man in dem kalten Klima Aorwegen» Eisblöcke jahrelang aufbewahren, ohne dab sie viel an Gewicht verlieren Das Aut reiS wird in diesem Lande in starken hölzernen Schiffen befördert; In einem Stahl- ober Sisenfchiff würbe die Ladung sehr schnell zu Wasser werden. DaS norwegisch« Gis kommt von den hohen Bergseen. In jedem Frühling werden diese friftalUlarcn Eisfelder durch den Pflug von tiefen Furchen durchschnitten, so daß eine Art riesige- Schachbrett entsteht Dann kommen Arbeiter mit langzähniaen HandsSgen. heben die Blöcke heraus, legen sie in eine feste hölzerne Umra&mung und lassen sie zu Tal gleiten, von wo die Gismassen dann in die Schiffe gc bracht werden. Tausende von Tonnen finden icbcn Sommer ihren Weg nach England, Frankreich und Deutschland: eine geringere Zufuhr erfolgt auch von den Schweizer Gletschern. Das norwegische Seeis ist da- reinste und beste nach dem künstlichen Eis. Der Gefrierprozeb bei der künstlichen Visier­st eilung nimmt etwa eine Woche in Anspruch, unb da die Hitzen sehr plötzlich einsetzen, so kann man nicht rasch genug genügende Mengen Künstel» zur Hand haben, so dah man auch aus diesem Grunde auf die Einfuhr des DatureiseS angewiesen ist."

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Wolfgang

Die glückliche Geburt eines Jungens r beehren sich anzuzeigen

Professor von IaschKe und Frau. ;

Gießen, den 28. Juli 1921. |

Für die uns anläßlich unserer Der- j mählung erwiesenen Aufmerksamkeiten | danken wir herzlichst. I

Konrad Nust und Frau Th ekla >

geb. Dechert.

Nen-Petershain (Niederlansttz), 28. Juli 1921.

Bürgergesellschaft samstag den 30. Juli, 8 Ubr abends, aus der Ltebig-böbe:

Sommernachts Ball 8908v ____________________Der Vorstand.

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