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tet, als Die MebertoinDung der gegenwärtigen Kon­sum- und Produktionskrise und die Ermöglichung eines gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Aufbaues.

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3m Zusammenhang mit den Ausführungen des Diederaufbauministers Dr. Rathrnau gab Der Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Hirsch einen llebcrblid über die Srörte- runaen bezüglich des sogenanntenLocheS im Westen" und die Gestaltung der deutsch-franzö­sischen Handelsbeziehungen. Er betonte die Schä­digungen, welche der deutschen Wirtschaft durch die Unterstellung der deutschen Ein- und Ausfuhr tm Rheinland unter das von de^ Entente ein- aeführte Ein- und Ausfuhr-Regime zugefügt wer­den und hob hervor, das) die innere Berechtigung der meisten deutschen Beschwerden auch von der Gegenseite nicht verkannt wird. Der Wunsch der Gegenseite nach einer allgemeinen Kontingentie­rung derjenigen Einfuhr, die nicht ganz frei zu» aelassen werden könne, begegne von deutscher Sette keinen grundsätzlichen Bedenken, natürlich unter der Boraussetzung, Daß die wirtschaftliche Einheit wieder hergestellt wird und damit über­haupt eine Wirtschaftsregelung für Deutschland wieder möglich wird. Hierüber soll demnächst weiter verhandelt werden.

Die Washingtoner Konferenz.

Paris, 28. Juli. (WTB.) DasJour- ttaV' meldet, daß die gestrige Besprechung zwischen 23 r i an b und Herrick sich Haupt- sächlich mit der geplanten Konferenz Über den Stillen Ozean befaßte, die am 11. November in Washington stattfinden soll. Falls es bei diesem Zeitpunkte bleiben sollte, so würde es Briand unmöglich sein, Frankreich persönlich zu vertreten, wie. es seine Absicht gewesen sei. In diesem Falle würde er V i v i a n i beauftragen, auf dieser 'Konferenz im Namen Frankreichs zu sprechen. Der Kolonialminister S a r r a u t würde Bi- piani begleiten, denn da auf der Konferenz auch die Interessen der französischen Kolo­nien zur Sprache kommen würden, sei dieser tatsächlich unentbehrlich. Sarraut, der. die Absicht habe, im September und Oktober die Kolonien in West- und Südafrika zu besuchen, werde zeitig genug zurück sein, um Piviani nach den bereinigten Staaten begleiten zu können.

Die griechisch-türkische Kriegslage.

Konstantinopel. 28. Juli. (Havas.) Tel^ramme aus Angora melden, daß Fewzi Pascha, der Kommissar für die Can oeSverteidigung. am 23. Juli vor der . Nationalversammlung folgende E r - tlärung abgegeben hat: Seit vierzehn Tagen setzt der Feind seine Offensive fort mit dem Ziel, »unsere Flügel aufzurollen, um unsere Stellungen dann im Rücken angreifen zu können. Aber die * feindlichen Angriffe konnten aufgehalten werden. . Unfere Gegenangriffe auf der Linie Seid Ghazi- ' GSktrschehix hatten anfänglich befriedigende Er- , aebniffe. Aber Der feindliche Druck auf unseren linken Flügel zwang unsere Truppen, sich auf Stellungen östlich von Eskirschehir zurückzuziehen. Auf der Front von Diledjik und Afium Kara- hissar haben unsere Angriffe die feindlichen Ab­teilungen zum Stehen gebracht. Unser Heer be­wahrte vollkommen feine Kampfkraft, Diese Er­klärungen riefen in der Rationalversammlung einen beruhigenden Eindruck hervor und die Ver­sammlung brachte ihr Vertrauen zum Heer und zur Regierung zum Ausdruck.

Fewzi Pascha dementierte in aller Form Die griechischen Rachrichten von Der Gefangennahme von 30 000 Türken unD der Erbeutung von be­trächtlichem Kriegsmaterial.

Angora, 28. Juli. (Havas.) Mu st ap ha Kemal Pascha hat einen Aufruf an Die Bevölkerung gerichtet, in Dem er sich an ihre DaterlanDsliebe wenDet und jeDcn waffenfähigen Mann auflordert, zur Verteidigung des anatv- lischen Bodens herbeizueilen.

Aus dem Reiche.

Beratungen des Reichskabinetts.

Berlin, 29. Hüll. Wie die Blätter er­fahren, beschäftigte sich gestern das Reichs- f abinett wiederum mit der ok> erschle - fischen Frage. Heute wird das Kabinett Über die neuen Steuern beraten.

Regierungskrise in Thüringen.

Weimar, 28. Juli. (Wolff.) In der Sitzung des Thüringer Landtags er­

klärte nach Ablehnung des Drundsteuerge- setzeS durch die Rechtsparteien und der Kom­munisten Staatsminister Dr. P a u l s s e n, die Staatsregierung sei gezwungen, zurückzu- treten. Hierauf stellten die Unabhängigen einen Antrag auf Auflösung des Landtages. Der Antrag wird am Samstag behandelt.

Der bayerische Gesandte in Berlin.

München, 28. Juli. (WTB.) Amtlich. Der bayrische G.e sandte in Berlin Dr. von Greger wurde nunmehr zur Vertretung Der bayerischen Regierung bei Der Aeichsregiecung be­stimmt. In seiner bisherigen Stellung als bei Der preußischen Regierung be^l >uli ter außerordent­licher Gesandter und bevollmächtigter Minister tritt eine Aenderung nicht ein.

Bayerische Schulpolitik.

Berlin, 28. Juli. Wie die Blätter aus München melden, erlitt im Berfassungöstteit über einen Berordnungsentwurf betreffend die Reuordnung der Schulpflege und Schulaufsicht die bayrische Regierung in der gestrigen Plenarsitzung des Landtages eine Niederlage. Mit 54 gegen 47 Stim­men der bayerischen Bolkspartei wurde be­schlossen, daß der Entwurf, von dem der Kul­tusminister nur einige Teile dem Landtage zur Beurteilung übergeben wollte, in allen Tei­len der Genehmigung des Landtages ent­sprechend Artikel 46 der Verfassung zu un­terstellen sei. Die Frage wird nunmehr vor dem Staatsgerichtshof ausgetragen.

Die Zusammenstöße in Stettin.

Blättermeldungen aus Stettin zufolge wird eine neutrale Kommission, be­stehend aus Mitgliedern des Reichsmini­steriums des Innern und des Reichswehr- ministeriumS, die Untersuchung über die Zu­sammenstöße zwischen Schutzpolizei und Reichswehr in Stettin führen.

Derhaftung einer kommunistischen Landtags­abgeordneten.

Rach einer Meldung derRoten Fahne" aus Breslau wurde dort die kommunistische Landtagsabgeordnete Frau Rosa Wolff- st e i n verhaftet.

Ein Aufruf der A. S. P. D. für Rußland.

Berlin, 28. Juli. (Priv.-Tel.) Das Zentralkomitee der U. S. P. richtet in der Freiheit"' an die werktätige Bevölkerung Deutschlands einen Aufruf zur .Hilfeleistung für Die hungernden russischen PolksteiIe. Ter Lohn eines Arbeits-- tages im Monat sollte für das russische Volk gespendet werden. Weiter werden die dcutscl>en Frauen aufgesordert, sich der Mw- der Rußlands anzunehmen. Ter Aufruf tritt für eine gemeinschaftliche Aktion aller sozia­listischen Parteien und der Gewerkschaften ein.

Gill Schwarzwaldort in Flammen.

Freiburg i. Br., 28. Juli. (Wolff.) Der bei Neustadt im Schwarzwald gelegene Ort Löffingen steht seit heute mittag in Flammen. Ein Drittel des ganzen Städt­chens ist dey Flammen bereits zum Opfer gefallen.

Aus Stabt unb Land.

Gießen, Den 29. Juli 1921.

Wettervoraussage

für Samstag:

Wechselnd bewölkt, Regenschauer, kühlerRord- ostwind.

Die Depression, Die sich vor Dem Golf von Biscaya zeigte, wandert nordöstlich und liegt mit ihrem Kern über Süd-England. Aus Der Rückseite dieses Tiefs ist morgen mit unbestän­digem, kühlerem Wetter zu rechnen.

** Einer der heißesten Tage war gestern. Gießen wies ein Maximum von 35° Celsius und ein Minimum von 19° auf. In Darmstadt war es am Tage noch um 1 Grad wärmer, während es sich in der Nacht nur auf 23' abkühlte. Lauterbach hatte die gleiche Ta­gestemperatur wie Gießen. Nachts war es 1 Grad kühler.

fd. Kassel, 28. Juli Eine hiesige Wetter­säule zeigte am Mittwoch im Schatten 4 1 Grad Celsius an. Mit diesem Thermometerhochstand dürfte Kassel den Rekord geschlagen haben. Oder in welcher Stadt wurden noch höhere Wärme­grade gemessen?

'* Die Zahl der Hess. Staatsbeam­ten und Lehrer. "Rach einer statisti'chen Liebersicht über den Bedarf Der heff. HauptstaatS-

gur Hundertjahrfeier der Stadtkirche zu Bietzen

1821 29. Juli 1921.

Don Pfarrer Heinrich Bechtolsheimer.

II.

Am 2. Februar 1809 wurde mit dem Ab­bruch begonnen, Ende April war man Damit fertig. Mit Dem Neubau konnte Sonnemann nicht sofort beginnen, da fast kein Geld in der Baukafse war. Ein ganzes Jahr zog sich die Sache bin, erst im April 1810 fing man mit Der Maurer­arbeit an. Die dem Maurermeister Schweihguth aus Obervsleiden übertragen worden war. Als der Dau in der Höhe eines Stockwerkes aus Der Erde herausgewachsen war, offenbarten sich solche Mängel, daß die Gießener Geistlichen im Ein­vernehmen mit vielen Einwohnern sich an den Kirchen- und Schulrat wenden mußten. Es wurde namentlich geltend gemacht, daß die neue Kirche zu wenig Licht habe, sie werde so dunkel sein, daß man nicht im Gesangbuch lesen könne, zudem sei der für die Kirchenbesucher in Betracht kom­mende Platz viel zu klein. Sonnemann hatte nicht weniger als 50 Säulen für das Innere vorgesehen. Die Folge war, daß der Oberbau rat Moller von Darmstadt berufen wurde, um über den Neubau ein ilrtcll abzugeben. Er erklärte, daß Der seitherige Kirchenplah ganz ungeeignet sei, und brachte den östlichen Teil des Brandes (jetzt Landgraf-Phllipp-Plah) als Bauplan in Vorschlag. RlollerS Idee war, die Kirche so zu stellen, daß sie hart an die heutige Ost-Anlage stoßen und auf beiden Seiten von Alleen um­geben fein solle. Das Hauptportal sollte in der

Richtung nach dem Kanzleiberg angebracht wer­den. Sicher bekundete Diefer Plan künstlerischen Geschmack. Run gab es aber in Gießen heftige Erörterungen. Ein Tell der Einwohner stimmte Moller bei, die anderen machten geltend, daß man schon 15 000 Gulden in den Neubau gesteckt habe und daß der Brand von dem Zentrum Der Stadt zu weit entfernt sei. Der Vtadtmagistrat stand auf Der Seite derer, die Den alten Platz beibehalten wollten, er erbat sich eine Audienz bei dem Landesfürsten, und dieser entschied im Sinne des Magistrats. Zugleich aber wurde be­stimmt, daß Sonnemanns Plan nach Den An­gaben Mollers umgestaltet werden sollte. Die Folge war, daß Sonnemann sich gekränkt Aurüd- zog. So wurde Denn Der Bau Dem Cberbaurat Moller übertragen. Der mit Der eigentlichen Aus­führung Den Hofkammerrat Hofmann aus Fried­berg beauftragte. Heber diesen Verhandlungen batte naturgemäß der Dau ganz gestockt, erst im Sommer 1812 wurde die Arbeit wieder aufge­nommen, ein großer Teil des bereits aufgeführten Mauerwerks mußte wieder niebergerlffea werden.

Durch die kriegerischen Verwickelungen Der nächsten Jahre geriet das Werk, über Dem über­haupt ein Unstern zu walten schien, toieDer ins Stocken. Erst im Oktober 1815 würbe man mit der Ausführung des Mauerwerkes fertig. Den Neubau hatte man mit einem Rotdache ver­sehen: Denn im März 1816 hören wir, baß man das Dach mit 5630 Dielen gedeckt hatte. Auch bie weitere Ausführung beS Baues hat sich un­glaublich verzögert, erst im September 1818 wurde oaS Dach mit Schiefer gedeckt. Die Ursachen lagen hauptsächlich an dem Mangel an Mitteln. Als man anfing zu bauen, standen hierzu 3743

fasse an Besoldungen mr Die Staatsbeamten, Volksschullehrer. Pe sionäre und HinterdUedenen derselben, wohnen zur Zeit im Voltsstaate Hesten 4193 Staatsbeamte, 1165 Deamtenanwärter, 3314 Volksschullehrer, 1050 Schulamtsanwärter. 1104 Ruhegehaltsempfänger. 1928 Witwen und Voll­waisen.

Aus Anlaß Der Wasfenfunde in Frankfurt a. M. wurden auf Antrag Der Frankfurter Polizeibehörde auch zwei Gieße­ner Studenten in Untersuchungshaft genom­men, da sie in Verdacht standen, in die Angele­genheit verwickelt zu sein. Wie wir erfahren, konnte sich das Gericht von ihrer Schuld nicht überzeugen und hat die beiden Studenten wieder entlassen.

'* Der Mieterverein hatte für Mitt­wochabend im ,,Postkeller" eine Versammlung an­beraumt, au Der alle diejenigen eingeladen waren, die gewillt sind, sich aus eigener Kraft ein Ei­gentum zu schaffen. Die Derfammlung war überaus stark besucht, ein Zeichen dafür, welches Interesse dem Bau von Eigenheimen entgegen­gebracht wird. Die allgemeine Aussprache knüpfte an einen Artikel des Stadtv. Winn in der Diens­tagnummer unseres Blattes an, zu dem er­gänzende Ausführungen gemacht wurden. Die Aussprache war sehr rege. Allgemein wurde der Wunsch laut, daß gebaut werden möge. Während von einer Seite die Frage Der DoDenreform emp­fehlend angeschnitten wurde, betonte man haupt­sächlich, daß auch Arbeitern, die über keine Bar­mittel verfügen, Der Bau von Eigenheimen ermög­licht werden sollte. Hierbei wurde besonders her- vorgehoben, daß Die Arbeiter einen großen Tell Der Bauarbeiten selbst mit kameradschaftlicher Hllse ausführen könnten. Als wichtigste Frage wurde von allen Rednern die Beschaffung von Baugelände erachtet und die Hilfe, die die Stadt Gießen bei Der Einrichtung Der städtischen An­lagen: Gas, Wasser, Kanäle, Straßen usw. ge­währen könne. Eine erhebliche Anzahl Der An- wesenDen erklärte sich sofort bereit, einer zu grün­denden Gesellschaft beizutreten. Man wählte eine Kommission, die die Vorarbeiten machen und sich mit der Stadt wegen der Beschaffung von Bau­gelände in Verbindung setzen soll.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadthaus 5 Uhr, Stadtverordnetenversammlung. Schöne Aussicht, 8 Uhr, Konzert. Lichtspiel­haus,Ich bin Du":Großstadtmädels" (letzter Tell).

** Aus dem Stadttheaterbureau. Zur Aufführung Koller" am Sonntag lassen wir die Kritik der Düsseldorfer Zeitung folgen: Der Schwank schlug gestern ein wie eine Bombe: das ausverkaufte Haus lachte, quietschte, wälzte sich, jauchAte, brüllte vor Vergnügen. .... Ein schier unerschöpflicher llebersluß an witzigen Pointen, die so hageldicht niederpraffeln, daß Dem Zuschauer schier Hören und Sehen vergeht.

Kreis Friedberg.

BaD ° Rau heim, 29. Juli. Bis zum 28. Juli betrug Der Gesamtbesuch Des Bades 30 393 Personen.

fd. R i e d e r w e i s e l, 28. Juli. Bei der Heimfahrt stürzte ein hiesiger Bäckermeister mit seinen beiden Töchtern von einem Fuhrwerk ab. Der Vater kam zu Tode, Die Töchter er­litten nur leichte Verletzungen.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 23. Juli. Unter Bezugnahme auf Die am 29. Juni in Rr. 149 erschienene Rotiz aus Lauterbach teilt uns Die Elektrische UcberlanD -Einlage Der Provinz Oberhessen folgendes mit: Die Ermittlungen haben ergeben, daß der Artikel aus Dem- Dinger Allgemeinen Anzeiger" Rr. 76 vom 28. Juni D. Js. stammt. In Dem Artikel war angegeben, Daß eine Firma em Ortsnetz einer ©emeinDc im Kreise Lauterbach zuerst mit 350 000 Mart veranschlagt habe, im öffentlichen Wett­bewerb aber Dann auf 160 000 Mark zuruckgegan- gen sei, wobei Die kluge ©emeinDc 193 030 Man gespart habe. Die Notiz desBüDinger Allgem Anz." war vollständig frei erfunDen, Da ein solcher Wettbewerb überhaupt nicht stattgesunDen hat und Die angegebenen Zahlen Demgemäß auch auf Unwahrheit beruhen. Die Ermittlungen haben weiter ergeben, Daß Der Artikel von Herrn In­stallateur Enrico Marelli, Lindheim, an Den- Dingcr Allgem. Anz." toci ergegeben wurde. Herr Installateur ®. Marelli, Lindheim, schrieb uns aus unsere Vorhaltungen unter Dem 21. Juli d. Js. wörtlich:In Erwiderung Obrer Zuschrift vom 15. d. Mts. habe ich den Artikel im Auftrage Des Verbandes veröffentl cht. Das Material wurce mir von Lauterbach zugesandt. Es lag nicht in meiner Absicht, die UeberlanD-Anlage zu schä­digen. sondern es galt lediglich Den großen Fir­men, welche in unverschämter Weise hier gegen uns vorgegangen sinD." Aus Dieser Erklärung ist ohne weiteres ersichtlich, Daß Der 'BtrbanD Der Eleltro-Jnstallateure für Die UeberlanD-An­lage Der Provinz Oberhessen Die großen Firmen zu schädigen beabsichtigte. Wir haben es zunächst

auch diesen überladen, in Der ihnen geeignet er­scheinenden Wcise Vorzug:hen, weisen aber i tzl schon Darauf hin. Daß Die Provinz im Wieder­holungsfälle gegen Einsender Derartiger unwahrer Behauptungen klagenD vorgehen wird. Friedberg, Ende Juli 1921. Die Direktion Der Elektrischen UeberlanD-Anlage Der Provinz Oberhessen.

Hessen-Nassau.

Frankfurter Herbstmesse.

Frankfurt a. M., 28. Juli. (Wolff.) Die Aussteller-AnmeldungenzurFrank- f u r t e r Herbstmesse, tont 25. Sep'e.nber bis 1. Oktober 1921, gingen, wie wir hören, beim Meß­amt Frankfurt a. M. und bei seinen Vertretungen im In- und Ausland wiederum in so großer Zahl ein, daß auch diesmal nur ein Tell der Interessen­ten berücksichtigt werden kann. Neben Dem .Haus Werkbund", das beste deutsche Werkkunst in einer sorgsam gesiebten Qualitätsschau und die neu er­standene Frankfurter Buchmesse aufnehmen wird, nähern sich mehrere kleinere und größere Erweite­rungsbauten Der Fertigstellung, die gleichfalls während der Herbstmesse erstmals bezogen werden können. Auch eine Modeschau wird mit der fünften Frankfurter Internationalen Messe wieder ver­bunden sein.

Frankfurt a. M, 28. Juli. (Wolfs.) Die Frankfurter Buchbinder sind In Den Streik getreten, well "die Arbeitgeber sich in keine Ver Handlungen mit ihnen eingelassen haben. Dic Buchbinder verlangen einen wöchentlichen Zuschlag von 30 Mk. bzw. 20 Mk. für weibliche Arbeiter.

Gerichtssaal.

Ein politischer Prozeß.

Mannheim, 28. Juli. (Wolff.) Heute nach­mittag kam vor dem hiesigen Schöffengericht dic Klage des Reichstagsabgeordneten Geck gegen den Schriftsteller Lederer zum Austrag, der Weihnachten 1920 imRevolutio­när" einen Brief Gecks veröffentlicht hatte. Der auch etwa in 70 Zeitungen na^-ged ruckt wurde, und in welchem ©eck das Verhalten Der Wehr- heitssozialdemokraten vor und während des Krie­ges verurteilte und sein Bedauern Darüber zum Ausdruck brachte. Trotzdem ©eck, sobald er von diesem Dries erfahren hatte, die Urheberschaft ab­leugnete, blieb Lederer in einer Zuschrift an den Vorwärts" dabei, daß er das Original in Händen habe. Ei ie Klage wegen Urkunl e isälchung wurde von der Staatsanwaltschaft abgcleßnL In der heu­tigen Verhandlung wurde versucht, die Gutgläu­bigkeit Lederers Dem gefälschten Bries gegenüber nachzuweifen. Das Urteil lautet auf drei Wochen Gefängnis und Veröffentlichung des Ur­teils imRevolutionär".

Landwirtschaft.

Die Folgen der Trockenheit.

DieBossische Zeitung" meldet: Am Freitag findet in Berlin eine Beratung der Vertreter der Länder darüber statt, was ge­gen die Folgen der katastrophalen Trockenheit getan werden könne?

)( Marburg, 28. Juli. Dom Lande Eout- men jetzt wieder Klagen über das nächtliche Ausdrefchen der Getreidegarben aus den Feldern: es ist auch vorgekommen. daß etwa 20 Garben über Rächt vom Acker verschwanden.' Die Bauern bemühen sich deshalb, daS Getreide so schnell wie angängig, heimzufahren. In einigen Gemarkungen ist man dazu übergegangen, Nacht- wachen auszustellen.

Nus dem -lmtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 108 vom 28. Juli enthält: Verordnung über die Preise für da« Umlagegetreide auS der Ernte 1921. Bekanntmachung des Reichsministers für Wiederaufbau. Pflegegeldsätze in Der Anstalt Alicestist" bei Darmstadt. - Instandhaltung und Reinigung der Schulgebäude. Viehseuchen

Ausführungsbestimmungen au r Verordnung über Die Preise für das Umtagegetreibe aus Der Ernte 1921. Auf ®runD des H 3 der Verordnung über die Prelle für das Umlagegetreide aus der Ernte 1921 vom 4. Juli 1921 (Reichs-Gesetzblatt S. 804) wird bestimmt: Der Preis für zusammengewachsenes Gemenge richtet sich nach der Art des Getreide« und seiner Zusammensetzung. Als Getreide von mindestens mltüerer Art und Güte gilt ©etreibc nur, wenn Die Feuchtigkeit bei Lieferungen Dvr Dem 1. Oktober 1921 19 vorn Hundert und bei

Lieferungen vom 1. Oktober 1921 ab = 17 vom Hundert nicht übersteigt, und wenn eS gut und gesund ist, auch hinsichtlich seiner sonstigen Eigen- schäften Der Durchschnittsbeschaffenheit Der be­treffenden Getreideart in Der Abladegegend ent­spricht. Für die Bewertung des Getreides ist seine Beschaffenhell bei Der Ankunft an dem von Dem Erwerber bezeichneten Bestimmungsorte

Gulden zur Verfügung Die Stadt hatte 500 Gulden bewilligt, Bürgerschaft und 3unft<batten 2083 und dieHonoratioren" darunter sind die Beamten und Professoren zu verstehen - halten 1160 Gulden aufgebracht. Das meiste mußte durch Anleihen beschafft werden. Aber auch Streitigkeiten mit Den nicht immer eifrigen Handwerkern, zuletzt eine gewisse Saumseligkeit des Hofkummerrates Ho mann hemmten Die Sache. Im März 1820 reden Bürgermeister und Rat von einemin allen feinen Zweigen wahrhaft unglücklichen, dem babylonischen ziemlich ähnlichen Kirchenbau". Für die innere Ausstattung. Die im Jahre 1820 vorgenvmmen wurde, gab Dic Stadt 16 000 Gulden her.

In Den Jahren 1809 bis 1821 fand Der Gottesdienst in Der Durgkirche statt. Sie stand zur Hälfte im heutigen Botanischen Garten, zur Hälfte auf Dein Grundstück der Frau Adam (Sonnenstraße 1). Diese Kirche, die man 1824 nieberlegtc. war in jenen Jahren so baufällig, daß man jeden Tag ihren Einsturz befürchten mußte.

3m Jahre 1821 hat man endlich Den Bar so energisch betrieben, baß am 29. Juli, :m:.n Sonntag, die Einweihung stattfinden konnte, lieber die Feier selbst war nicht viel zu ermitteln. Weder dasDieser AnzeigungSblättchen" noch Die Großherzoglich Hessische (Darmstädter) Zeitung brachten hierüber einen Bericht. Es fand an die­sem Festtag nur vormittags Gottesdienst statt. Superintendent Palmer hielt die Wciherede, Pfarrer Dieffenbach sprach vom Altäre auS, und Superintendent Buss hielt die Predigt. 3m Zunft­buche Der Gießener Äramcraunft machte damals Georg Bemerkung:Einwei­

hung Der neuen Dtadtkioche am 29. Julv Sie heiligen Gefäße wurden durch weiß gekleidete Mädchen von Der alten Durgkirche, wo bisher nur allein Gottesdienst gehalten worden war, nach der neuen Stadtkirche getragen, nach diesem folgte ein Zug der Bürgerschaft unter Voraus tritt sämt­licher Geistlichkeit und Der Obrigkeit." Mll Dem Festgottesdienste war Die Ausführung einer Kan­tate verbunden. Den Text hatte der auch als Historiker bekannte Professor der Medizin Rebel gedichtet, in Musik gesetzt war Die Kantate von dem Musikdirektor Dr. Gaßner. Ein Orchester von 95 Personen spielte mit, besonders rühmte man Dabei Die Mitwirkung des KantorS Hiepe und des Stadtmusikus Dauer. Die Konfirmation. Die sonst immer im Frühjahre stattfand. wurde tn diesem Jahre auf den 5. August verlegt, well Die Kinder in Der neuen Kirche clngefegnet wer- Den sollten.

Der StaDt Gießen erwuchs Die schwere Ver­pflichtung, Die Zinszahlung und Schuldentilgung auf sich zu nehmen. Interessant ist. Daß bei_ dem Dau ein Maurer für Den Tag 44, ein Taglöhner 32 Kreuzer bekam

Was Den Stil Der neuen Stadtkirche betrifft so stellt das Werk .Der Kirchenbau des Protestan­tismus". herausgegeben von der Vereinigung (Berliner Architekten, Berlin 1893, fest, daß es sich hier um französische Einflüsse aus der Rheinbund- zeit und um Den selten angewendeten Empirestil handelt. Der 3nnenraum ist eine schlichte Lang­hausanlage und ist mit einem auf doppelten Säulenstellungen ruhenden Holztonnengewölbe be­deckt. Daß an dem 1821 fertig gestellten Dau im Lauf Der Zell mehrfache Veränderungen vor­genommen wurden, ist in Gießen bekannt.