Rt. 149 Zweiter Vlatt Gießener Anzeiger (Gen ral-Anzeiger für Gderhesfen)Mittwoch. 29. Juni 1921
Deutscher Reichstag.
128. Sitzung, nachm. 2 Uhr.
Berlin. 28. Juni 1921.
Aus bcr Tagesordnung stehen zunächst kleine Qtafragcn.
Aus eine Anfrage des Wg. Schwär» (H.) über den Ausstand des Maschinen- unb Steffel* personal- der Lchl ppschisfahrlsämterWestdeutschlands. ertoi ert ein Degierurigsvertreter nach eingehender Schilderung der einschlägigen Verhält- nksie. daft sich die Arbeitszeit deS Maschinen- und KesselpeisonalS nach der Arbeitszeit deS Fahrpersonals der Schiffe richte, und daft nach den abgefchl-sfenen Verträgen Uebcrftunden besonders vergütet würden. Auf Veranlassung des ReichSvelkrhreministeriums seien neue Verhandlungen eingeleitet.
Abg. Dr. Mumm (D.-Rall.) fragt an, ob die AeichSregierung bereit fei. in der Rähe grober Städte Wohnunaransie^langen für vermögenslose Knder-reiche Familien aller Stände mit ausreichendem Land für Selbstversorgung zu schaffen.
Aegicrungtseitig wird erwidert, dab die mangelhafte Unterbringung kinderreicher Familien von der Regierung bedauert wird. Ihre Gründe reichten la die Vorkriegszeit zurück. De- st hliche Mabnahmen seien getroffen worden, im Nahmen der Zuständigkeit des Reiches. Woh- nungsftedlui'gen zu schaffen, fei Sache der ßänber.
Wg Ad. Hoffman n (5t) fragt an, ob zur Rachprüfung der Urteile der Sondcrgerichte Vertrau en kleute der Arbeiterorganisationen herangezogen werden sollen. Regierungsseitig wird dieS verneint.
Wg. Hensel (D.-Rall.) fragt, wann ein Personenschädeigesetz vorgelcgt wurde. Regierungsseitig wird erhärt, dab ein solche- Gesetz bei* Letchsrat zur Deschlublassung vorliege.
Wg. Schultz- Drvmberg (D.-Rall.) sragt an. waS die Regierung zu tun gedenke, nachdem die polnische Regierung den deut'ch?n Domänen- vachtern in den abgetretenen Provinzen Posen und Westpreuhen das Pachtverhältnis zum I. Juli gekündigt hat und sie auS den Domänen vertreibt.
Regierungsseitig w rd erobert, die deutsche Regierung habe Schritte getan, die nicht ohne Wnkung geblieben zu sein sch:inen.
DaS Gesetz über die Geltungsdauer deS Gesetzes gegen die Kapitalslucht wird in zweiter und dritter Lesung erledigt mit Geltungsdauer bis 1. Januar 1923.
SS folgt die Fortsetzung der zweiten Be- ratunfl de» Rcich'ragsttatZ. Zum Haushalt des Reichsministeriums des Innern führt
Abg. Dr Rosenfeld (ULP ) aus: 3n Ostpreutzen wird die Aufrechterhaltung deS Ausnahmezustände» mit der Anw senhell polnischer Formationen an der Grenze begründet. Die Mehr- l-eitSsozialisten in Ostpreuben sind durchweg für Aufhebung de» Ausnahmezustandes: nur Herr Minister 5hr Dradnauer ist dagegen. Der Ausnahmezustand in Vayern ist von der Lande»- regierung verhängt. Trotdem fann die R ichs- eegierung hier eingreifen. Sie will es tun. sobald die SntwaffnungSfrage endgültig ge-eg?!t sein wird. Da lann Herr Gradnauer lange tourten i Auch in Coburg ist der Ausnahmezustand verhängt worden. Gerade hier hat man sehen tönnen. dab die Verhängung nur erregend gewirkt hat. 3n Württemberg find mit dem Ausnahmezustand sehr eigenartige Anordnungen getroffen worden, die der Relchsverfassung widersprechen, z. D. besonders tm Druckereigewerbe die Unbrauchbar- machung von Druckpressen auf acht Tage. Die Reichsregierung nimmt sich aber die AuSrede, he müsse sich erst mit den Ländern verständigen. AIS die sozialistische sächsische Regierung gegen die Ausnahmegerichte protestierte, bleit die Reichsregierung eine Verständigung mit ihr nicht für notwendig, sondern sedte Ihr die Dondergerichte aus die Rase. Die ReichSregierung hat jc'jt end- lieb die Aushebung der Einwohnerwehren in Batz- em angeordnet. In einer sehr zahmen Verordnung .mit lächerlich geringen Dtra'a 'drohrfgen. Man denke dagegen an die TvdeS- und <*ul ! Hausstrafen in bei Verordnung deS ReichSpräf^.nten für Mitteldeutschland. Wir sprechen dem Herrn Minister Gradnauer unser schärfstes Misstrauen au».
Präsident Löbe macht daraus aufmerksam, baft keine Generaldiskussion stattfinde, sondern der Titel Kanzlci'ekretäre auf der Tagesordnung stehe. (Sturmi!che Heiterkeit.)
Reichsminister d«S Innern Dr. Gradnauer:
Wenn lautschallende Reden Politik machen würden, fo würde Herr Dr. Rosenfeld noch sehr viel erreichen, lieber meine gestrige Aeuherung im AuSschub ist in der..Freiheit" ein völlig ent- stellender Bericht erschienen, im übrigen hatte ich gestern im Romen ter R ichsregierung zu sprechen. Ich habe erklärt, dab der Ausnahmezustanb so schnell wie möglich beseitigt werden soll. In einer
Herrn Collins Abenteuer.
Roman von Frank Heller.
96. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Rein, ich hatte nicht das Geringste gemerkt. Alles war nicht weg. aber ein paar Juwelen, die ich darin hatte . und eine Uhr . Man mut) e» furchtbar geschickt geöffnet haben, fo das) M) gar nichts gemerkt habe."
.Lier in London," sagte PhillpV zerstreut, „tft alles möglich."
„Aber. jeU sprechen Sie tote Mr. Philpott. DaS 'ist doch faktisch postiert . ."
Ihnen? dachte Philipp, und unterbrach dann
Warum haben Sie mir denn nicht» gesagt. oIS wir unS trafen Y Ich hätte Ihnen vielleicht helfen können, wenigstens zum Srottand Darb zu finden."
„Rein, ich wollte Sic nicht bemühen." sagte ste ein bibchen ungeschickt.
mhütpp betrachtete sie mit gespieltem Vorwurf, und sie fuhr eifriger fort, während sie an der Zigarette rauchte:
Ich wollte zur Scotland Pard, weil ich einen richtigen Detettio haben möchte. Ich brauche doch einen richtigen Detektiv?"
„3a.- sagte Philipp mit verschleierter Ironie, «btifi ist sicher."
Die Gedanken brausten nur so durch seinen Äot>f: auf der Strafte bestohlen, ohne das) sie eS gemerkt hat — sehr möglich: ohne es mir gleich zu erzählen — unwahrscheinlich: Juwelen und eine Uyr im Täschchen — noch unwahr-
von 1908 feftgenommen, die der Scotland Bord über drei Wochen getrotzt bat."
..Glauben Sie, das) er sehr teuer ist?" fragte Fräulein Holten.
„Ach nein, getolft nicht. Er übt seinen Ve- ruf mehr al« Amateur au», für einen interessanten Fall nimmt er vielleicht überhaupt nichts. Ich bin überzeugt, dab er sich für Ihren interessieren totrb. Fräulein Holten Aus der Strafte bestohlen — ohne das) Cie etwa» merken, ohne das) Ihnen da» Täschchen enteisten wird Richt übel"
„Unb er kann meinen Dieb arretieren, wenn er ihn findet?"
.Aber ja, feien Sie ganz ruhig. Fräul.nn Holten. Er ift etn ebenso richtiger Detektiv, tote nui irgend einer von der Scotland Drrd Ich kann Ihnen feine Adresie auf eine «arte aufschreiben."
„Danke, wenn Sie fc freundlich fern wollen . .
Philipp rift ein Vlatt au« seinem Brock- CEeicT- unb schrieb mit zierlichen Buchstaben: Mr 3. Kenhon. 5 Vradford MonsionS. W.. und über- can cs Fräulein Hollen, die es in ihr Täschchen steckte
Denn er nach Smpsehlungen 'ragen sollte — man weis) ja nicht —. so beraten Sir itch nur aus Professor Pelotard'
„Aber ich kenne ia teerten Profesior Pelo- tard.' wendetr sie ein.
Das macht nichts. Ich kenne ibn gut. Unb ich nehme mir die Freiheit. Ihnen in Jeinem Hamen die Erlaubnis zu geben. Ich wer!) auch.
baft Äentjon grobe Stücke auf den Profesfoe hält."
„Danke." sagte Fräulein Ho'tr-i, und nippt« an ihrer Äaffeciafle, während Philipp etwas bleich In sich hineinlächelte.
„Haben Sie da« Cigna lern tut der verschwundenen Dachen gegenwärtig. Fräulein Holle»T*
Sie stutzte, offenbar au« ihren Grübelet« herausgeristen.
„DaS Signalement? 3a, natürstch."
Philipp betrachtete sic einige Augenblicke, während die blttern und die hvsinungSvollen Ge- barüen sich ickandenrafch in seinem Innern ablösten War e« mögllch? Muht« er ihr nicht un- rechr tun? Konnte sie eine angenommene Roll« so gut spielen? Ob, Weib. Weib . der erste Gedanke, den Lott hatte aber wir wolle» sehen. Die Zukunft wird mir bald zeigen, ob str-echt habe ober nicht, und heute ist heute
Gr raffte sich auf und sagte:
„Fräulein Hollen, waS meinen Sie? Dari Ich die Freude haben. Die zu einem kleinen Theoterbcs ch einzuladen? Garrick gibt etn Stück, das interessant sein soll. The Wvman m tbt (Safe.**
„Danke," Tagte fic. und lächelte .nmerkttch über den Titel. „Sie überhäufen mich mit Freund- sich ketten, Herr Tolltn. aber ich kann doch nicht tm etraftenllctb kommen?"
..Wir nehmen eine Loge für int«,“ fagtt PHUipv ..Ich glaube wahrhastig, eS ist fch», acht Uhi Kellner, die Rechnung, und ein Tab.“
sForisttzung folgt)
Koalitionsregierung must ich versuchen, meine per- önliche Meinung möglich't durchzulehen. DaS habe ich gerade auf diesem Wege im grössten Umfange getan. Aber die Tatsache bleibt beleben, das) die Mehrheit dieses Hauses die sofortige Auf'e-ung der Ausnahmezustände abgelehnt hat ebenso haben einzelne -Länder diese Meinung. Diese Ansicht muft auch ich achten und lauft mit den Landesregierungen verhandeln. Die Ma ft nahm en. die in Stut gart gegen di kommunistisches Vlatt ergriffen worden find. billige ich Per fön sich nicht wie ich überhaupt gegen jede Vorzensur bin Wenn in früheren Verordnungen härtere Strafen angedroht worden sind, so bin ich dasür nicht verantwortlich. Ich hoffe, baft wir überhaupt recht bald zu einer Milderung der Litten und Strafen kommen. Ich erwarte viel weniger von den Strafen, als von der Einsicht de« Volkes, baft wir unter dem grossen Zwange der Derhältnisie stehen.
Abg. Müller- Franken (S.) schliefst sich den Ausführungen des Minister» an. Seine Partei habe geglaubt, daft man in Vat-ern auch ohne AuSnahm zustände auelommcn würde, doch habe gestern Minister Dradnauer im AuSschuft ibn von cm Gegenteil überzeugt. Die Länder edflierten nun einmal und das Reich habe die Pflicht sich mit den Ländern auf friedliche Weise auSeinander- zusetzen.
Abg. Dr. G e h e r (5t) tritt für sofortige Aufhebung aller Ausnahmezustände ein, die sich speziell gegen die Kommunisten richteten. In Sachsen habe Herr Dradnauer nur mit den Ausnahmezuständen regieren können. (Sine vernünftige Re- ?ierung würde als erste» Mittel zur Entwaffnung er Reaktion in Vayern dort die Ausnahmezustände ausheben. Durch die Aufhebuftg der Son- cergcrichtt m .ftten erst die Kräfte cittsesielt werden, auf die sich eine wirkliche demokratische Regierung stützen konnte. Tue die Regierung daS nicht, so mühten die revolutionären Parteien selbst den Kamps aufnehmen.
Reichsjustizminister Schiffer stellt gegenüber den Ausführungen des Abg. RosenfcL» fest, baft der frühere Pclizeichef von Iagow gegen die Stellung einer Kaution von 503 0X Mk. und auf ein ärztliches Attest, daS von einer Rachwirkung der Tuberkulose und von einer Lebererkrankung spricht von b.-r Untersuchui g?haft befreit worden sei. Diese Tatsache habe er, der Minister, auch schon früher erwähnt, daran werde auch nichts geändert, wenn Herr von Iagow jetzt in einer Tageszeitung erkläre, er fei feil längerer Jett nicht krank gewesen. (Heiterkeit bei den Kommunisten und Unabhängigen.)
Es folgen weitere Ausführungen der Abg. Mittwoch (11) unb Rosenfeld (11), ber den Fit! Iagow alS ein fchlagende» Beispiel der Älalfcn- justiz bezeichnet, sowohl hinsichtlich ber Kaution, wie auch hinsichtlich ber Krankheit, von der Herr von Iagvw scheinbar selbst nichts wisse (Zwischenruf de» Abg. Ad. Hoffmann: Vielleicht zahnt er noch? Stürmische Heiterkeit)
Iustizminister Schiffer: Ich werde immer bestrebt sein, mit gleichem Maft zu messen, aber meine Kompetenz ist begrenzt durch die Rechte ber Länder. Auch muft ich mir verfügen, den RechtSspruch des Reichsgerichte» zu tritt I ren, da» Herrn v. Iagow auf freiem Sufte lässt. Aufterdem. nicht bloft die Rümberger hängen keinen, den sie nicht haben, ich z. V. weift nicht, wo sich Herr von Iagow befindet. (Lärm und Heiterkeit linkS.)
Dbg. Rosenfeld (11SP): Die ilnab- hängigleit der Richter steht nur auf dem Papier. Die Richter wisien, was oben gewünscht totrb. Ilm Hölz zu fangen, hat man eine hohe Belohnung auSgefeht. Tun Sie das bet Iagow auch, aber ordentlich hoch, bann werden Sie ihn auch bekommen.
Iustttminlster Schiffer: Auf die Ergreifung der Kappleule find hohe Belohnungen aus- gefetzt worden. Tie Unterstellung, als touren unsere Richter nicht unabhängig gegen äb'r den vorgesetzten Behörden, weise ich alS objelttD unwahr entschieden zurück.
Abg. Kuhnert (HSP.) wünscht Neuregelung des Schulgesetze».
Damit ist Kapitel 1, Titer I, kanzleisekretäre, angenommen.
Zu Kapitel 1, Titct 16a (Entschädigung ber ReichSeisenbahnen für die Freifahikarten von ReichSratSmitgliedern) wird ein Antrag der MehrhsttSparte;en anaenommen. welcher die Zahl der Frei'ahrkarten beschränkt
Aus einen von dem Aög. MoseS (ULP.) vorgebrachten Wunsch wird rcg*.erung5fcitig zugestimmt. bah eine neue Statistik unserer KrregS- verluste veröffentlicht werden soll.
Der Rest des StatS totrb angenommen. Cbcn- fo eine Reihe von Titeln deS ReichShauShaltS de» Minister» für Ernährung unb Lanc w r f haft.
Abg. Körner <Dtfchnttt,' be'ürwortst eine Dntfchlieftung dc» AuSfchuffeS. dir für mi.'chwtr:>
schaftliche Fvrfchungsanstallen in Süddeutschland eintritt.
Die Entschlietzung wird angenommen.
Hieraus benagt sich da« Hau«
Rüchste v.tzung Donnerstag. 2 Uhr. Tages- Ordnung. Interpeltation Ltrrscmann wegen Aufhebung der Sanktionen. Fortsetzung der kleinen Anfragen.
Schlutz nach 6 llhr
Aus Stabt unb Lanb.
Dietzen, den 29. Juni 1921.
Die 2oniita<i»fabrfartrn.
Mll Gültigkeit vom 2. Iusi 1921 ab kommen wieder die SonntagSfahrkarten zur Einführung Die Eifenbah.lvelWallung entspricht damit einem längst von weiten Kreisen gehegten Wunsch. Gegen früher werden die Sonnta^Skarten dem reitenden Publikum einige eihebltche Dorteile bringen. Die Hinfahrt kann bereit« am SanrS- tag und am Tage vor den Feiertagen, an denen Sonntaglkarten au «gegeben werden, mit Personenzügen an getreten werden, jedoch nicht vor nachmittag- 4 Uhr. Die Rückfahrt an den Sonn- und Feiertagen muft mit solchen Personenzügen erfolgen, die spätesten« um 12 Uhr Mitternacht« planmäftiq die ^ielstation der Sonntag-karte verlassen. Don llnterwegsstatloneri muft die Rück- reife unter den gleichen Bedingungen angetrtien werden. Aus der Hin- und Rückreise ist je eine einmalige Fahrtunterbrechung gestattet. Der Ucbcrgang In Lil- oder Schnellzüge ist nicht gestaltet, eberrsowenlg ber liebe.gang in die zweite oder erste Wagenllasse. Die Srnntag«larten werden am Sonn- und Feiertag selbst unb am vorhergehenden Tage ohne Rücksicht auf den Reise- antrlti und solange au «gegeben, als nach Lage de» Fahrplane- und den vorstehenden Bedingungen di.' Tcnurung möglich ist. Auster von Frankfurt werden Im Bereich der Direktion Frarkturt noch von folgenden Stationen Sonntagsfahrkarten au«- gegeben:
von Fulda nach Bad Salttchlirf, Bieberstein. De S elb, Belke: Har fen, Hi ber«.
von Fulda n ch Langenbieber, Lauterbach (Hessen), Lütter. QHlUcburg.
von Fulda nach Schmalnau unb Tann.
von D i e ft e n nach Bad-Rauheim, Laubach, Lich. Ridda, Schotten.
von D r i e s h e i m nach Eppstein, Hosheim, Lorsbach, Soden.
von Höchst a. M nach Eppstein. Hosheim, Wiesbaden.
von Offenbach (Hauvtbahnhof) nach Afchafsenburg. Dettingen, Gelnhausen,
von Offenbach iHauvlbabnhof) nach Höchst (Odenwald!. Kahl, 91 tn Ostheim.
ES werden Fahrkarten für die dritte und vierte Wagenklasie verausgabt.
falsche NeichSbanknotcn -« IO Mark.
Don den Reichsbanknoten zu 10 Mark mit dem Datum vom 6.2.1920, die feit Anfang Januar d. I. dem Verkehr zugeführt werden, ist eine Fälschung aufqetaucht, die als solche bei einiger Aufmerksamkeit an den nachstehend aufgeführten hauptsächlichsten Merkmalen zu erkennen ist.
Papier : DaS Wasserzeichen fehlt. Der kupferbraune Faserstreifen ist durch schwachen Sttichaufdruck geschickt dorgetäuscht. (Striche sind hn Gegensatz zu den Fasern de» echten Faserstreifens mit einer Radel zu entfernen.)
Vorderseite: Gesamteindruck dem der echten Roten ähnlich. Im graubraunen Druck fehlen unter den Worten „ReichSbank- note“ de» oberen Felde» und ..Reichsbank- blrcftrrium“ de» unteren Feldes die Hellen Iierflächen (gut sichtbar). Die Hellen Zierran- ken in den dunkelbraun getönten Eckfeldern — mit Iadlen 10 — sind auffallend dick und unregelmäßig nachgebildet.
Rückseite: Erheblich hellere Tönung. In der Mitte der Verzierung unter dem rechteckigen Mittelfeld sind die auf echten Rv- len deutlich sichtbaren lleinen Buchstaben „mb“ durch einen Schnörkel — ähnlich einem „R" ersetzt. Die Tvpen deS SttafdruckS und der Worte „Mark** find ungleich (vergleiche „Mark- rechts zu „Mark- links).
Gleichzeitig wird in Erinnerung gebracht, daft da» Reichsbank-Direktorium für die Aufdeckung von Falschmünzerwerkstätten und für zweckdienliche Mi.tellungen, die zur Festnahme und Bestrafung von Herstellern und wissentlichen Verbreitern von falschen ReichSbankno- icn führen, Belohnungen ausgesetzt hat.
die tm Einzelfalle, je nach der Gesahrlichkett der Falschstücke, dem Umfang des Münnver» brechen« und dem Matze ber Beihilfe bei der Aufdeckung bi« zu einer Höhe von 10000Mk bemessen werden und sowohl an Fahndungsbeamte. al« auch an Privatpersonen zur Verteilung kommen können. Auch in den Fälle« werden angemcflc a :. in
denen durch die Aufmerksamkeit des Publikum« und der Beamten Münzverbrechen verhütet werden.
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** Don der Landesuniversität Im Sommersemester beträgt die Gesamt* zahl der Studierenden 2329. Im vorigen Se« meftcr waren aufgeführt 2108 Studierende Hiervon gingen 543 ab, während Im gegenwärtigen Semester 547 neu hinzukamen. Somit beträgt die Zahl der tmrr dierenden 2112 (hierunter 131 Studentinnen! Dazu kommen noch 6 Hospitantinnen sowie 115 Hörer und 96 Hörerinnen. In diesen 3abien sind Hessen und Richtdessen mit ziemlich gleichen Hälften vertreten. Die 2112 immatrikulierten Studierenden verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Facher: Medizin 377, Landwirtschaft 303, Rechtswissenschaft 279. Veterinär-Medizin 211. Staatswistenschaften 199, Chemie "163, Reuere Philologie 122, Philosophie 114, Theologie 87, Forstwissenschaft 69. Mathematik 63, Raturwissenschaften 5<, klassische Philologie 27, Pharmazie 21. ®e» schichte 17 und Pädagogik 3. Von den nutzer- hessischen Studierenden entfallen auf Preutze» 838, Ikiftcm 21, Sachsen 25. TBüruemberq 18, Baden 49, Mecklenburg-Schwerin 1. Sachsen- Weimar 4. Oldenburg 9. bmetg 2. Sachsen-Meiningen 1, Sachsen-Altenburg L Sachsen-Koburg-Gotha 3. Anhalt 3, Schwarz» burg-SonderShausen 2, Waldeck 6, Lippe-Detmold 1, Schaumburg-Lippe 1. Reust jünaett Linie 2, Hamburg 9, Bremen 2. Lübeck X Bdhmen 6, Bulgarien 9, Glsaft-Lothringe« ?, Finirland 3, Griechenland 1. Holland 2, Kurland 3, Litauen 5. Livland 9, Oesterreich- Ungarn 12, Polen o, Rumänien 2, Schweiz 5. Türkei 4 und die Hfratne 1.
— Schlafwagen 8. Klasse Die Schlaf- tixigen 3. Älafle sind im Dau Dieser soll fo beschleunigt werben, bat), wenn irgend mög ich. späte st en« am Ende des Sommer« diese Schlafwagen dem Verkehr übergeben werken können. Al erding« Tagen tlejen'gen, die bereit5 solche »men Schlafwagen gtieben haben, baft ba« Publl- m Infolge der aufteror^entlichen Beengung diele« Raume» — bre 1 Betten sind In jebem Raum untergebachi — hieran wenig Freude haben werd»
•• Sin Kursus für Heimatkunde, verbunden mll heimatkundlichen Stubienfahrte». beginnt, wie wir bereit« vor längerer Zett an- fünblgen konnten, am 24. Juli in Dietzen untre Leitung von Professor Dr. Küster. Lehrer au« verschiedenen Teilen Deutschlands, sogar aus Ober- schlesien nehmen daran teil. Zahlreiche Freiquar- liere stehen bei den Lehrern ©ieften« unb der llmgegenb ,ur Verfügung. Am 24. Juli findet tot Hotel Schütz eine Begrüßungsfeier statt. Der Kurfu« sieht Dotträge, Stubiensahrte» unb V»- fichtigungen vor.
Landkrei- Giesten.
X Vl11ingen, 23. Juni. Die ®emnnbt befdjloft die Errichtung eine« 3 hrendenkmals für dir Gefallenen auf dem hiesigen Friedhof. Die Entwürfe stammen von dem hettiichen Denk- malbfLeger. Geheimrat Walde i» Darmstadt. Mb der Ausführung, die in Mufchellalkstein erfolgt, wurde dcr Dikbstauer Werner tn Hungen beauftragt Das Denkmal soll noch ie biefem Herbst eingeweiht werben.
SchlichtunstSausschntz der Provinz Lbcrhc^e«.
Sitzung vom 24. Ium 1921
Dem Antrag dreier am 30. 6. 21 zur Entlassung kommender Arbetter des RcichSverpsi»» I gungsamteS in Gieften auf BewiMguna einer lieberaangsgebühr von einem Monatslohn als Entla fargjunterflüfturg konnte nicht ftattgeqrb-e weiden, mpli die Vorausfeyung für bu Bewilligung, F«affung weg n Vttricbs.t. f tzränkung ober AtmFsi^g aus Aniatz der Verringerung ber ReichewW? auf 100 000 Mann, nicht gegeben ist.
Der Verband der Stclnfetzer. P «öfterer ult» stellte Antrag gegen sieben Psiastermeister aus den Kresten Friedberg. Dietzen und Wetzlar aus Zahlung des Pflasterertariflohns Die 3rbeU-
scheinlicher. Warum nicht DeB r Ja. Geld nach- zufpüren lohnt sich kaum, allo Iuwrlrm und eine Uftr nach denen gefahndet werden kann — von ber ' Scotland Bard. Unb bie vcotlanb Parb kann auch ben Dirb arretieren — ober mich betm Rendezvous Sie kennt ja meine Adresie nicht. Aber warum nicht ein gewöhnlicher Konstabler? Hm. vielleicht glaubt sie nicht, baft es geht, odrr sie finbet es zu austrhenerregenb ... Ober ist ihre Geschichte wahr? Tue ich ihr unrecht' Ric- manb könnte eS sehnlicher hoffen al« ich. Wenn ich recht habe, warum nur von £ cd t lanb Q^arb erzählen? Das weif) baS Weib! Habe ich recht? Ist es möglich? Ach, mein falsche« Herz sagt mir, baft es nur allzu möglich ist unb daft man in meinem Beruf nicht au viel riskieren dar! Tue ich Ihnen unrecht. Fräulein Holten, dann bitte ich Sie ergebend um Entschuldigung. Und habe ich recht, bann dreitauler.d Kronen! Leben unb leben lasten! Wenn bie bret- taufenb noch feststehen, gönne ich Ihnen gerne ben Versuch, sie zu gewinnen.
Ohne seine Gedanken zu verraten, hatte Philipp ihr noch einige Fragen über ben mftftcn- ölen Diebstahl gestellt. Plötzlich kam ihm etne Idee, unb er sagte
,<Ja, Sie brauchen unbedingt einen richtigen Det^tiv, Fräulein Holten, wenn Sie Ihren Verbrecher fangen wetten. Wlli-n Sie was 't Gehen Sie nicht zur Scotland Parb — bie sind fo über» laufen, baft sie Ihrem Fall leine fün, Minuten opfern können. Denn ich an Ihrer Stelle ware^ ich ginge zu einem geschickten Priratdttrktrv Ich habe viel von einem Irländer g-hörl. einem Mr. Kenpon, der- phänomenale Sache 1 geleistet taoen jolt ^impr anberm hat er hie Fallchmünzerbande


