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Mittwoch, 28. Dezember 1921

m. Jahrgang

Erstes vlatt

glettung Dtt Txii befltnunien Villa.

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wäft- | wurden ui

rcnb ix- Sinajymtmfler fit habe uTNergehen I uerurteilL

la'len wollen. Die ei^una teridflti-

I non der deut- deutschen Zah-

Aus der französischen Kammer.

Paris. 27. De- (WTB.) In der heutigen Kammersitzung ergriff Ministerpräsident Briand da- Dort, um auf die Interpellationen über die Sanierung der Dan que inda- strielle de Thine zu antworten. Er be- schästigte sich im einzelnen mit den gegen den abgegangenen ©eneralfefntär Philippe Der- thelot vorgebrachten Beschuldigungen und er- flärc. da- Xclegramm. daS DertHelot dem fran- zölischen Finanzagenten übermittelt habe, fei kein offizielle» Telegramm g-noefen, jedoch habe Der- tb'lvt geglaubt, er fei im Unrecht und fei des­halb gegangen. 2- fei ein Unglück für daS Land, einen derartigen Beamten zu verlieren. Die Lage der Banque Industrielle de Thine werde jetzt durch den Gesetzentwurf, den er heute, in der Äarrmcr ein gebracht habe, gerettet DaS hindere nicht, dal) wenn Fehler begangen worden feien, die schuldigen bestraft würden. 6me Unter­suchung fei im Gange. Im Laufe der Debatte, die fortgesetzt wird, sprach der Abgeordnete Painlevc den Wunsch auS. dah in Zukunfi die Regierung über alle bedeutende Bankunter­nehmen eme Kontrolle ausüben möge Abge­ordneter Teittinger, der die Anklagen gegen Bert Helot am Samstag erhoben hatte, ergriff nochmal- daS Dort, um feine bona fideS fefi- -ustelfen. Gr fei nicht stolz darauf, dah Phllwve Derrhelot tem fiioniert habe, den er jedoch mit Vergnügen davvnaehen lebe. Al- der Abgeord­nete de Moro Da'feri emgre^en wollte fchrie fre Stemmer: Lan dru' Der T.gaWe Tel-

(Öärnnq in Indien.

London. 27. Dez. (WTB.) Reuter meldet. In Rchmedabod fand eine allindifcht Kalifatskonferenz statt auf der Hakim 2 dfchmal Khan einen Ueb erblick über die Lage in der mohammedanischen Dell und übet die Lage in Indien gab. ®r führte auS. Klein­asien auf der einen und Indien auf der ander» Scire feien die äuhersten Glieder der Kelte de» künftigen islamischen Bunde- Gr beg'.uckwün'chte die Afghanen zur (Erlangung ihrer vollkommenen Unabhängigkeit infolge de» englifch-afgl-anischen Der trage-, ebenfo die Türken zu ihrem Lieg über die Griechen. durch den die englische Di­plomatie eine vollkommene Riederlage erlitte»

Die deutsche Regierung ersucht die Reparationskommission um Aufklärungen.

Part». 23. Dez (Havas) Die Reparation,- kommission veröffentlicht folgende» 6ommuniqui Die deutsche Regierung hat die Repara- tionSlommisfion ersucht, ihre Vertreter wegen g c* wifser Aufklärungen, deren die deutsche Regierung nach Beantwortung de- Bricie» vom 16. Dezember bedürfe, zu empfangen. Die Repara- tion-kommission hat beschlollen. die Derlreter der deutschen Regierung am 29. Dezember. 4 Uhr nachmittag-, zu empfangen.

Berlin. 27 Dez. Laut der .D I." befchloh die deutsche Regierung im Dege mündlicher Ver­handlungen wettere Erkundigungen bei der Reparalion-kommissivn einzu.ic- hen. Zu diesem Zwecke wurde der Vorsitzende der Kricgslastenkommiffion, Staatssekretär Fischer, nach Pari- entsendet.

(?inc ncnrVerfehlung"Deutschlands.

Paris. 28. Dez. (DTB) Die die Blätter Mitteilen, hat die Reparation-kommillion sich tcu4 mit einer angeblichen Verfehlung Seuild)* land- in der Lieferung von Kok- zu beschäftigen. Die regelmäßige Lieferung von 15 000 Tonnen pro Tag fei seit 15. Dezember auf 910 000 Tonnen ftutüagcgangen.

U-Dootkräste auf dem gegenwärtigen Stande zu befallen Diele Anregung hat jedoch noch in keiner Delegation die Zustimmung der maritimen Kreife gefunden.

Die .Times" erinnert in ihrem Leitartikel daran, dah nach neuerlichen am«^i'ani'chen Dvr- fchlägen tic T nnag? der amerikanischen und eng­lischen Unterfeebvvte auf je 63000 Tonnen t-erringert fcvrben tolle während die Tonnage der Unterfeebooke Italiens und Frankreichs auf 22 030 bzw. 24 000 Tonnen erhöht werden solle. Das Blatt weist darauf bin, dah die deutschen Unter'erbv rie von den arte-len Hill-fchffen ge­schlagen wo.^en feien, und fügt hinzu, di? Sicher- beit der w cht g'ten Handelsstraßen habe-Cnq» land die gleiche D^eutung wie für Frankreich die Sicherh i: f iner Cft<m:en Die Anwesenheit pro fier Urterieebootskräfle i" der Rade der eng- li'chen 5ran7e!»st ratzen würke T- g!ant- unbesi-gt die Pflicht auferleqcn. genügende ilnterfceboot- ab Wehrkräfte zu orgarifiren und auf der HL '

haben nicht wenig dazu bei getragen, im 2u-- land eine völlig irrige Anschauung schon Zahlung idhigkcit und dem i lungswillen hervvrzurufen.

Nr. 304

Der »ietzeeer Aizeiaer erscheint täglich, a»her Sonn, und Feienao». Monatlich» tzezia,preise: Tlh KLO einld ' Träger- lohn, durch di« Post Md. 7.50 einld-1. Bestell­geld, auch bei Richterschei­nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Feralprech. Anschlüße: für di«SdirihUtiunq 112; ftr Drucke rei, Der lag und Getchutiosteue 51. Lnschrist für Druhwach- richten I»,ei-er Etetze».

vests checkten!»:

S reift« rt o. M. 1I6M.

London. 27 Dez (WTB) Der Schah­kanzler wird morgen nach Tanne- abfobren. Gr sollte eigentlich mit Lloyd George zusam­men abreisen. ist aber zurückgeblieben, weil er heute in der Sihung de- AuSfchulle» von Sachverstän­digen. der den Plan der Regierung betreffend die wirtschaftliche B>iederHerstellung Europas berät, den Vorsitz führen muhte.

Die deutsch-polnischen Verhandlungen.

Genf, 27. Tei. (WTB.) Der Präsident der deutsch-polnischen Konserenz. Ca­lo n d e r, wird auf feiner Reife nach Oberschle- ficn von mehreren Mitarbeitern des^Bölk.-rbund- fefrclarial» begleitet fein, darunter, wie bereit- festgestellt, von dem Holländer Dr. Hamel. Direk­tor der jurisli'chen AbteUung. und dem Schweizer Dr. Wcllmann, Privatdozent an der Genfer Uni­versität, letzterer al- persönlicher Sekretär (Sa- londer-: auherdem werden u. a. t*r Engländer Lo- veh von der Finanzabteilung und der Schweizer Montenah von der polllischen Abteilung als wahrscheinliche Begleiter genannt, wahrend eine Pressemeldung über die Beteiligung des Fran­zosen Ernest DeniS nicht zutrifst. Endlich wird die Teilnahme eines Mitglied- de- Arbeitsamts in Erwägung gezogen dagegen sind dem Völker­bund nicht angehörende Personen oder besondere Sachverständige, wie seinerzeit Hodach. nicht vor- gesehen 3m ganzen dürften etwa sechs Herren nach Oberschlesien mitgehen.

Oesterreich und der Wiederherftelluttfisausschnft.

Wien, 27. Dez. (WTB.) Die österreichische Regierung stellte an die ReparationSkom- Mission da- Ersuchen, ihr bi- zur endgültigen Rückstellung de- Generalpfandrechtes die Aus­nahme eine- Interim-Vorschusses von drei Millionen Psund Sterling birch Freigabe von Aktiven zu ermöglichen. Die Repa- ration-kommifiion erflarte sich bereit, zu diesem Zwecke Gobelin- und eventuell auch andere Pfän­der sreizugeben.

Rücsgang des amerikanischen Handels mit (Europa.

Paris. 28 Dez (WTB) Wie dem .Reu- horl Herald" aus Washington gemeldet wird, ergibt die Statistik für die 11 ersten Monate deS Jahre- 1921. dah die Geschäfte mit Europa um 50 Prozent hinter denen des Jahres 1920 zurückblieben.

Die Konferenz in Cannes.

Sannes. 27. Dez. (TBofif.) Lloyd Ge

vrge ist . I tu halten. Die ' ;tT. r

men und wurde auf dem Bad -ho» vo: den Be» l selbst, wenn das Unter!: joc:. roblem in Wa- Hörden begrübt. Er begab sich darauf in Be-1 fhingwn nicht gelöst werden könne, werde Ena-

Paris, 27. Dez. (WTB) In der Kam­mer wurde nach nochmaliger Kontrvre.se zwilchen intntfieiprdfibcnt brianb uaö dem ncten Teittinger. der wiederholt verlangte, bah die Derantwvrll ichkeiten in der Angeleaen- heil der Bangue industrielle de Ohl ne klttufteUi werden, und bah evtl. S nifnuU-mib nen ergriffen werden sollen, die Debatte geschlossen. E- wurden aus dem Hause verschiedene Tages­ordnungen eingebracht. 3Hiidftcrpt6ltecnt Briand nahm die Tagesordnung des Abgeordneten Outrey an, in bei gesagt wird, man vertraue der Regierung dah sie das Prestige und den Kredit Frankreichs Im ferne« Osten nicht vermindern late, und dal) sie alle erforderlichen Mahnahmen hierzu ergreife, auch alle Verantwortlichkeiten in der 2 igelegenheit der Bangue industrielle de Chine lef'ftelle. um S-anktionen gegen die Verantwortlichen zu er­greifen. Zu dieser Tagesordnung stellte der Ab­geordnete H e r r i o t den Zusatzantrag, jedem fkii lamcnt6miiallel> und icbem ©taat. beamten u verbieten, in den Aufsichtsrat von Fmanzgesell- schaften einzutreten. Den gestellten Antrag, eine Cnguetekominillion einzufetzen. lehnte Brrand ab. Die Kammer lehnte ebenfalls mH 393 gegen

[lettung des Bürgermeisters nach der für ihn I land durch <etne Darstellung und Erläuterung der --- Frage einen groben moralischen Sieg errungen | haben

ringer fuhr fort und erklärte, der Untergang der Bank sei erfolgt. weil nach umlaufenden Ge- rüchten das Ministerium für auswärtiae Ange­legenheiten die Bank babe reiten wollen träft-

Die Unruhen in Aegypten.

London, 2; D« I S ne« be­

richtet aus Kairo: Die Lage wurde Ende Ub­ier Woche kritischer. In Kairo traten Xe- gierung-beamte in den 2 u s st a n d. In säst allen Schulen Aegypten» wurde gestreikt. In Port Said und Suez trafen britische Kriegs- schisse ein. Die Gattin Zaglul Paschas, der in Suez interniert ist. lehnte die Aufforderung Allen- bys ab. ihren Mann zu begleiten, und erklärte, das ODcrf Zagluls in Kairo forlehen zu wollen.

London. 28 Dez. (WTB ) Da- Ausvxirttge Amt verösfenllicht eine Mitteilung mit der Liste der Opfer der Unruhen in Kairo. Da­nach wurden 11 Aegypter getötet und 14 verwun­det. Engländer b sinken sich nicht unter den Olfern. Die Rude in Kairo ist noch nich' völlig wtedcr- beigcftcllt. In Oberägypten ist e» ruhig.

- o, 2? Dez. (W

Auch in Suez ist es aj Meu tereien gekom­men, wobei ein Mcu'erer gelötet und ein Meu­terer verwundet wurde. In Port S.nid wilden zwei Meuterer getötet und zwei oerr unbet. In Port Said selbst herrscht gro :e -Aäiu g A «s dem unteren Aegypten we den ebenfalls zahlreiche Sabotageakte gemeldet. In Kairo stockt der Be kehr vollständig. Die etrahoibah­nen fahren immer noch nicht Auch die Taffarnrter und die fonftigen Mietwagen haben seit gef^m den Betrieb eingestellt Die Menge scheint nicht geneigt zu sein, sich mit den Truppen in ein Handgemenge einzulassen, doch trnirben vor­gestern im Tbdrn-Vteriel vrn den D 'chern Steine gegen taS Mllitär geschleudert D c Truppen drangen in die Häuser ein und nahmen 15 Ver­haftungen vor Die Flotten -inhciten haben ihre Stützpunkte in Suez, Ismailia, Port Said und Alefandrien.

Kairo. 27. Dez. (OBoIff.) Reuter. Der gemeldete Aufruhr ereignete fid) im Viertel Sakheldfchedid. wo Barrikaden errichtet waren. Line PatroaMe auf einem Lastauto er­öffnete das Feuer, tötete zwei und verwundete vier Aufrührer. 3m ganzen wurden vier Personen getötet. In Zista feuerten ägyptische Truppen auf die Volksmenge. Sie töteten zwei und. ver­wundeten dne Perlon. Meitere Unruhen gab es in Port Said, wo »toet '^erfonen getötet und drei Personen verwundet worden sind. In Tantah zerstreute die Polizei eine von Frauen geführte Demonstration. Die grobe Mehrheit der Regie- rung#beamten nahm die Arbeit wieder auf, doch haben sich verschiedene AuSstände in verschiedenen Orten der Provinz weiter ausgedehnt.

SeMbeie nr leifiac* für bir 2age*nueimcr »ii jum Rach» ttaq vorher ol ne|t>< Uerbtnt l ^hnL Srm tir l mm ch-he für n|ri$cnp 34.nir.Breite örilirb S5 Pt , du»a>4rtS 65 Pf., für Reklame. Vnjfigrn von 70 mm Br rite 250 Pf. vei Ploy. eorfArdt 20 Auf chlag. Aoup.l*r:ftletter Mea. U-oes PerantrooNlich für Politik: Aug. ®o«h; für den übrigen led: Aarl svasther - für den Anzeigenteil Aen* Deck,

Pari-. 27. De, (Dolff.s Hava- meldet: Laut .Petit Zoumai' fallen Lloyd George und Priand bei ihrer gestrigen Besprechung auf dem Lyoner Bahnhof dahin übereingefommen fein, vor der Eröffnung in EanneS nochmal- zufammenzukommen. um in einer privaten Unterredung alle Fragen zu prüfen, die der Ent­scheidung de- Obersten Rate- vvrgelegt werden sollen. Journalisten gegenüber verweigerte Lloyd George jegliche Mittcilung und beschränkte sich aus die Erklärung: .Ich fühle mich sehr wohl, und eS wird In Eannes sehr gut geften.

(^inr internationale Abrüstungskonferenz?

Pari-. 28 Dez. (MTD.) Der Korre­spondent de- Ssschange^Telegrapbenamtes in Washington teilt au- autorisierter Quelle mit. dast Vorbesprechungen im Gange seien, um eine neue internationale Konferenz für die Entwaffnung einzuberusen. auf der eine gröbere Anzahl von Rationen oertreten fein soll Präsident Hardi ng sei tatsächlich der Ansicht, bah 5 Mächte nicht allein der gesamten Well die Gesetze diktieren könnten.

Keine Wirtschastokonferenz mit den Lowjetdeleaierten.

Paris, 28. Dez. (WTV.) Die Rach- richt, Tschttsche rin und Litwinow seien von Lloyd George und Briand zum 8. Februar zu einer WirischaftSkonferenz nach London eingeladen worden, wird im Ministe­rium für auswärtige Angelegenheiten als falsch erklärt. Eine derartige Entscheidung sei niemals getroffen worden.

Orin französisch englischer Zwischenfall.

London. 27. Dez. (WTB.) Einer Mel-

(rünbe der wirllichen ßöfung der Frage des nahen Ostens im Dege. Hoflentlich, fo fuhr er fort, werde Italien dem Beispiele F-a-kreichs folgwi und einen Sondervertrag mit Angova schliehem Der Redner fügte die Mitteilung ftirtyi. bah in Malabar unter dem KriegS^etetz unmenschliche ®rautarntetten von der Regieruna begangen würden. In Atlahabad werden noch immer Verhaftungen vorgenommen 45 Peckone» i drei bis sechs Monaten Gefängnis

213 .Stimmen die verlangte Untersuchung ab. ®cgca die beantragte einfache Tagesordnung stellte Minister L o u ch e u r namens der Regie­rung die Vertrauensfrage. Die eiillache Tages­ordnung wurde mit 373 gegen 153 Stimmen abgdeftnt. Hierauf folgte die Abstimmung über die Tage-vrdnung Outrey und über den Zusay- antoag Herr io t, den Briand ebenfalls angenom­men halle.

Paris. 27. Dez (WTB.) Die Qkrtrauen*- tagesordnung Outrey wurde in der Kammer mit 355 gegen 117 Stimmen angenommen.

Ein französisches Spiel mit deutschen Zahlen.

Es ist von Interesse, zu beobachten, wie fdbfi zu einem Zeitpunkt, in dem die Heber- Mugung sich fast in der ganzen Welt durchgeictzt hat. bah man Deutschland untragbare Lasten auf gebürdet habe. tote in einem solchen Augen­blick mit allen Mitteln des Bluff* in Frankreich Sttmmung-mache gegen Deutschland getrieben wird Offenbar gilt eS. die Zahl derjenigen bei der Stange zu halten, die der Aufwallung sind, dah Deut'chla d. wenn es nur wolle, unbedingt auch zahlen könne. Man rechnet damit, dah die grobe Menge der Beweisführung politischer v . folgen werde, und man

glaubt das Ziel politischer Verhetzung am besten dadurch erreichen zu können bah man die Zaft- Iung»fal Ig'eit Deutschlands durch einen Ter l ich der SchuIden lch: Deut'ch'and und Frankreich haben, und der S t e u e r n. die hier und dort ge­zahlt werben, zu .beweisen" versucht Geslissent- Nch unterläßt man es babei, zu prüfen, ob dieser Beweis nicht auf gänzlich unrichtigen Voraus­setzungen aufgebaut ist.

So hat noch jüngst in einem Artikel des ,Echo de Paris" der Senator Gaston Iapy aus- gesührt, bah Deutschland in finanzieller Hinsicht wett günstiger dastefte. als Frankreich, well es nicht an das Ausland verschuldet fei, seine Kapi­talien brauhen stehen lasse, weniger Steuern zahle, feine Bevölkerung ein billigeres Geben führe u. a. m. Rach Herrn Hapy beläuft sich blc än­dere Schuld Deutschlands auf ungefähr drei Milliarden die französische dagegen auf 35 MU- liarbcn Dolbsrarken Dem Verlaffer ist offenbar die Reparation-schuld von 132 Milliarden Gold­mark völlig und Linnt. die Deut'chland auf Grund des Londoner Ultimatum* zu zahlen sich hat ver- pslichtet^, müssen.

Roch erstaunlicher ist. was der Herr Senator über die innere Schuld Deutschlands und Frankreichs herausrechnet. In Deutschland, er- klärt er. beträgt sie 320 Milliarden Papiermark

32 Milliarden Frank, in Frankreich aber 230 Milliarden Frank Er zieht hier also die 2luhen- toerte des Frank und Per Mark zum Vergleich heran, vergiyt aber dabei, dah es sich hier um die innere Schuld handelt, und dah für alle Lasten und Zahlungen innerhalb eines Landes nur der Innenwert der betreffenden Wäh­

rung mahflebenb ist. Der aber ist nicht nur in Deutfchland. sondern auch in Frankreich erheb­lich gröber als der Aubenwert Herr Iapy hat einen Kur» deZ Franken 10 Papiermark an­genommen Was würde er wohl lagen, wenn ein Amerikaner nach seinem Rezept finanzielle Vergleiche zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich anstellte? Hier könnte angesichts der Unterwertigkeit be» Franken gegen­über dem Dollar hie sranzösische Schuld an Ame­rika auf einige hunderttausend Dollar zusammcn- fdft rümpf en ES ist also vollkommen sinnlos und irreführend, die Aubenwerts verschiedener Wäh­rungen zum Zweck solcher Vergleiche heranzu- zichen. Auherdem läht Herr 3apt) ganz da» Ver­hältnis dieser inneren Schuld zum VolkSvcrmögen auhcr Betracht. Diese» ist in Deutschland so stark gtfunren. dah die deutsche innere Schuld, die in Wirklichkeit auch nicht 320, sondern 328 Milliarden Mark auSmacht. absolut wie im Ver­hältnis zum Volk-vermögen hinter der fran­zösischen Schuld nicht zurucksteftt

Gleich treilg beweiskräftig ist, wa» der Herr Senator über die Steuerbelastung in den beiden Dergieick^ländern sagt. Auch dabei be­rechnet er die Steuer pro Kops in Deuttchland in Franken Dast aber der Deutsche fein Ein­kommen nicht in Franken bezieht, sondern in Papiermark. übvrtebt er vollkommen. Rach ge­nauen neueren Untersuchungen hat im Abrigen der deutsche Einkommen-träger von einem Durch­schnittseinkommen von 48i5 Papiermark ohne Be­rücksichtigung de, noch au-stehenden neuen Steuern 1401,70 Mk. 28 75 Prozent feines Einkommen» bem SteuersiSkus zu bez thlcn. währenb der fran­zösische Steuerzahler von einem DuichchnittSein- fenrmen von 2703 Papieriranken 479.40 Papier­sranken 17,75 Prozent seines Einkommens zu neucrlldbcn Zwecken absugeben bat. HicrauS folgt, wa» davon zu halten ist. wenn Herr Iapy einer Prvkopsbelastung durch Steuern von 563 Fran­ken in Frankreich eine deutsche von 152 Franken gegenübcrfteHt Wer objektiv sein trill. mub die Steuern im Derhälinis zum Einkommen betrachten, und da ergibt sich auS dem Vorher­gesagten. dab die deutsche Belastung nicht ein Drittel oder noch weniger, sondern ganz er­heblich gröber ist al» die französische.

In dieser Weife jongliert Herr Iapy auch noch mit anberen Ziffern, auf bie einzuzehen sich wohl erübrigt Aus dem Getagten geht zur Ge­nüge hervor, mit welch naiver Zahlenspielerei ein französischer Politiker ber Oellenllichkeit au'warten darf Da» ist bie Art. mit ber in Frankreich über bie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutsch­land- geurteilt wird. Und solche schiefen Dar­stellungen. die sich in vielen Fällen al» bemühte Vorspiegelung sal'cher Tallachen charaktcrifiercn.

bung des ..Daily Expreß" aus Konstantino­pel zufolge erregte dort die Nachricht arvtzeS Aufsehen, datz britifche Kontrvllbe- amte eine aus Frankreich kommende Schiffsladung von 200 Tonnen Muni­tion für Anatolien beschlagnahmten. Französische Beamte seien in die Angelegen­heit verwickelt.

Die (ttegenfätze in der U-Bootfraqe.

Neu York. 27. Dez. (WTB.) Durch Funkspruch. DieNeuyvrk Times" meldet, aus Washington verlaute aus guter Quelle, dah die amerikanische Delegation hin- sittlich der U-Boot ton nage auf der Höchstziffer von 60 000 Tonnen für die Ber­einigten Staaten und England, 36 000 Tonnen für 3apan und 35 000 Tonnen für Frankreich und Italien beharre.

Wie derNeuyvrk Herald" aus Washing­ton meldet, gelangen die Franzos en zu der Ansicht. dah sie gegen eine amerikanisch-englische Kombina­tion kämpfen. Frankreich fürchte, dast Grotz- britannkn beabsichtige, sich Amerikas zum Ausbau der angelsächsischen Herrschaft zu be­dienen.

London, 27. Dez. (Dolfs.) Der Agentur Reuter wird au-Wosbington gemeldet, man glaube zu wissen, dab der Flottenausschub feine nächste Sinung bi» Mittwoch vertagt habe, um der französischen und der lapanischen Delegation Gelegend'it zu geben. Infkruktionen aus Pari- und Tokio wegen de» amerikanischen Vorschlages bezüglich der Abschaffung der Unterieeboote ein- xubolcn. Wenn auch behauptet werde, dab die Versagung auf Grund eines Gefuche» ber fran­zösischen Delegation erfolgt sei. so beuten doch verschiedene Anzeichrn daraus fttn. dab die fran­zösische wie auch bie japanische Delegation aus ihren Einwänden beharren werben. Fall» der amerikanische Vorschlag keine Grundlage für eine Verständigung bieten soll, spricht man in Kon- serenzkrelscn von einem Versuch, die Flotten­pause auch aus die Unterseeboote auSzudehnen. Die fünf Mächte würden dann befchlieben. ihre

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

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