Ausgabe 
28.2.1921
 
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An

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mo na tlidi

Gießen, den 68. Februar 1931.

Verlag des Gießener Anzeigers

dem Regisseur firft mehrmals banfenb tvrncigcn fotinte, so tfh das dem unzntiix'gftii Älatidjcn derer yrmf'bmbc-n, bte bet jeder Prrmte.e aus ihre Kosten kommen unb deit Diäter feben werten Ortncn bleibenden GftHa örrhdxat diese Ausnahme nnrf- luti nicht tt.

An die Bevölkerung richtet ba» Ätci&amt aber btc Birte, mitzuhelfen, d

Atts Stadt «nd Land.

Gtetzsn, den 28. Febr. 1921.

die Leser des Gietzener Anzeigers.

I

Wettervoraussage

für Dienstag:

Dunstig, vorwiegend bedeckt, kerne, oder nur geringe Niederschläge. Temperatur all­gemein über Null Grad.

Die über Skandinavien liegende Depres­sion hat sich südwärts ausgebreitet und das atlantische Hoch am Vordringen verhindert. Bei westlichen Winoen ist mit wärmerem, trübem Werter uno mit Neigung zu schnxp- chen Niederschlägen zu rechnen.

BeranftaUungeu.

Monrag: (Safe Leib, 7V, Uhr. Stimm und Vontellmig der (Dnenrieer. £'idtti>teltb«rter rote gestern.

Wir freuen uns, feststeklen zu können, daß unsere Bemühungen um den textlichen Aus­bau des Gießener Anzeigers durch ständige Zunahme der Leserzahl anerkannt werden. Während nun andere Zeitungen von der Be­deutung des Gießener Anzeigers die Höhe der Bezugsgebühren längst den allgemein ver­teuerten Verhältnissen angepaßt haben, sind wir mit dec .Höhe des Bezugspreises im Rück­stand geblieben. Wir wurden dabei 'von der Er­wartung geleitet, daß die Bewirtschaftung des Zeitungspapiers durch das Reich bald aufgehoben würde. Diese. Annahme hat sich indessen nicht bewahrheitet; das Zeitungs- Papier bleibt der Zuteilung unterstellt und wird von neuem durch die erhöhten Fracht- tarife verteuert. Dazu kommt die erhebliche Steigerung alter Unkosten seit der letzten Bezugspreisfestsetzung. Wir nennen mrr mehr­fach erhöhte Löhne und Gehälter, die allein eine tarifliche Steigerung der Teuerungs- Zuschläge für die Zeitungsherstellung von 775 auf 1OOO Prozent bzw. 1050 Prozent be­dingen. Die Belastung der Zeitungsdetriebe infolge der einschneidend erhöhten "Lost-, Porto-, Ferusprech. und Telegrammgebnhren scnd allgemein bekannt. Weitere Erhöhungen stehen bevor. Bei dieser Sachlage find wir leider genötigt, eine bescheidene Bezugspreis- steigerung eintreten zu lassen, so daß mit Wir­kung vom 1. März ab die nachstehenden Be­zugspreise gelten;

schmerzvoller noch trifft ixrfe Plünverungs- rout den Bienenzüchter Gerade lreule, in der Zeit des Zuckcrnianqels, der ba» W.nterfutter der Völker auf» äußerste einschränkt, sind düse mehr denn sonst ans die erften Blüten angewiesen und so sind die Weiden- und .Haselnußsträucher für die Erhaltung der Bienenzucht von außerordent­licher Bedeutung. Das hiesige Üreisaml bittet uns daher, erneut daraus aufmerksam zu machen, daß für den Kreis Gießen eine Polizeiver­ordnung besteht, die das Feilbieten und den Berkaus von Weidenkätzchen ver­bietet und Zuwiderhandlungen mit Geld­strafen bis zu 30 Mark bedroht.

Au» dessen.

Der Landtag.

Tm. Darmstadt, 27 Febr. Die Einla­dung zur 83. Sitzung des Hess. Landtags ist auf Dienstag, den 15. März ergangen. Auf der Tagesordnung stehen 36 Beratungsge- genstönde, darunter 20 Regierungsvorlagen. Wir erfahren hierzu, daß die Hinausschiebung der Beratungen von dem zuerst auf 8. Marz festgesetzten Termin um 8 Tage mit Rücksicht auf die noch nicht fertig gestellte Vorlage über die Beamtenbesoldungen erfolgt ist. Der Kammer ist u. a. zuaegangen ' eine Regie­rungsvorlage betr. die Wohnungsbe- s ch a f f u n g für Flüchtlinge. Als Anteil Hessens werden außer den vom Reich bereite gestellten Mitteln 234 780 Mk. angefordert, die zur Ausstattung dec Flüchtlingswohnun­gen für den Winter Verwendung finden sollen.

den. Eine Verminderung des Bers»- n a l s sei im Gange und werde auch weiterhin unaufhaltsam betrieben werden müssen; da­bei werde jedoch an plötzliche Massenentlassun­gen nicht gedacht. Auf die Ausgestaltung des Fahrplans sei er besonders bedacht; eine könne aber nur allmählich nach Maßgabe der verfügbaren Kohle unb dec Lokomotiven erfolgen. In erster Linie werde er oabei den Berufs- und Arbeiterverkehr zu bessern suchen; 'aber auch der internationale Verkehr müsse auSgebaut werden. Der Wa­genmangel sei in den meisten Fällen ein Man­gel an betriebsfähigen Lokomotiven. Der Be­darf an Wagen für die wichtigen Dünge­mittel-Transporte sei im Januar 1921 rest­los gedeckt worden. Aus voller Ueberzeugung sei er für eine Verbesserung der ma­teriellen Lage der Eisenbahner in den Grenzen des Möglichen eingetreten. Er hoffe, daß «nunmehr eine allmähliche Beruhi­gung des Personals eintrete. Die Dieb- lta hl-bekämpfung habe unzweifelhaft Erfolge aufzuweisen. Ec habe scharfe Weifnn- gen gegeben, alle Schädlinge rücksichtslos aus dem Eisenbahndienst zu beseitigen. Die Ar­beitswilligkeit des Personals sei im erfreu­lichen Zunehmen, insbesondere bei alteren Leuten, deren Einfluß wieder im Steigen sei. Der Achtstundentag führte durch seine plötz­liche Einführung in der Eisenbahnverwal- tuna zu großen Schwierigkeiten. Diese Schwie­rigkeiten müßten durch eine verständige An­wendung dieses Grundsatzes beseitigt werden. Em Gesetz Über die Arbeitszeit Bet cen Gn'enbabnen sei in Vorbereitung, durch das, wie ier hosfe, auch diese Schwierigkeiten peieitigt würden. Inzwischen sei alles einge- leitet, um ine Schäden schon jetzt zu verrin­gern. Er freue sich, feststellen zu können, daß er dabei bei dem Personal auf volles Ver­ständnis stoße.

Bevorstehende Erhöhung de» Milchpreise».

In Wiesbaden tagte cao 'Verannmung des hefsisckten £,<mbe6ernä!)ni gamtes ei e Kon­ferenz von Vertretern dec 91 c g 11 r u r» gen von Baden, Hessen, Württemberg und der Pfalz, fow:e der Städte Mannheim, Fran k tur r unb Wiesbaden. Zur fkipri» fbong stand die von den peritfne enen lanbwitt- 'gastliche» Orgaeiiationen gewrde re McvmetS- erhöhung. Es nntrbc folgende Entschließung angenommen:

Tie Erhöhung der jefrigen Milch- vre,1 e wird trotz großer <ratb ä&idxr Be­denken gegen eine PreiserhS'^nng in der Zeit de» Abbaus anerkannt. Ter letzt befbehende Mstand m den Preisen in ben rin tobten Er- zengergebieten soll namentlich mit Rückstcbt am die Uionberen BerhäUnise im belebten Geb toi teibebalten werden Tie Ktinferenz mmmt bo von Kenntnis, daß das hessische Landes- ernährungsamt teabsicktigt, einen Stallpreis von 2 Mart reo Liter Kht pstzusetzen.

Der Streik in Wetzlar.

Wie wir erfahren, hat am Freitag eine Betriebsversammlung der Leitz-Werke im Schützengarten zu Wetzlar zu dem Schieds­spruch, den wir in unserer Samstag-Nummer veröffentlichten, Stellung genommen. Die Ab­stimmung ergab 502 Stimmen für die A n- nahme oes Schiedsspruchs, 20 dage­gen; 8 Zettel waren unbeschrieben.

Schützt die Weidenkätzchen!

Die linden Borfruhlinqstage mit dein ersten wärmenden Mitlagswnnenfch'rn haben schon seit Tagen die Knospen der Saalwridc gesprengt und die schlanten Gerten bi&r Sträucher über unb über mit den ersten milchweißen Frühlingskündern be­steckt. 'In die Freude des naturliebenben Spazier^ gängers mischt sich aber ein Tropfen der Wehmut und des Zornes, wenn er sehen muß, wie diese ersten Frühlingsboten sinnlos abgcrifint und oft armdicke Kätzchensträuße m die Stadt getragen werden

mttiubdfett, daß die den ersten Blüten- .. :benben Sträucher in weitgehendstem Matze vor der Vernichtung mtb oft auch mut- willigen Zerstörung geschont werden. Aus Bü­dingen wird uns weiter berichtet, daß die bär­tig« Kreisschulkvm Mission in dankens­werter Weife rin Ausschveiben an die Sdmlm» stände erlassen hat. daß die Blüten dec Salweide, oie das erste f8ienenfutter, besonders für die mnge Brut, liefern, durch die Kmdeii geschützt werden möchten

Minister Gröner über die deutschen Eisenbahnen.

, Berlin, 26. Febr. (Wolff.) Am Hauptausschuß des Reichstags «mkrde die Debatte über den > Etat des Reichsverkehrsmini st eri ums forte «efetzt. Reichsverkehrsminister Gröner führte aus, durch persönliche Fühlungnahme sei er bestrebt, die Einheitlichkeit der Verwal­tung zu sichern. Es sei gelungen, die schweren Verkehrsstockungen zu vermeiden, obwohl in­folge des niedrigen Wasserstandes der Flüsse die Eisenbahnen vor besonders schwierige Auf- . gaben gestellt worden wären. Er sehe es als teste Ausgabe der Verwaltung an, den tech­nischen Apparat auf eine möglichst hohe Stufe iu bringen, um allen Ansprüchen des Ver­kehrs gewachsen zu fein; gleichzeitig sei ec be­müht, das innere Getriebe der (Verwaltung zu festigen unb überall moderne Gedan­ken undWirt sch astlichkeit zur Durch- iührunq zu bringen. Er denke nicht an eine übermäßige Zentralisation in Berlin. Die Reichsverwaltung dürfe nicht in dem bürokra­tischen System der Verwaltungen eingeschnürt bleiben, wenn sie schnell oen wechselnden Bc- dürrmffen der Wirtschaft folgen sötte. Die be­vorstehenden Tariferhöhungen seien unbedingt notwendig, um das Betriebsdefizit ju decken. Es sei unmöglich, die Betriebskosten des Berkehrsunternehmens etwa durch Steuern auszubringen. Die Beseitigung des Defizits roerbc in der Weise zu erfolgen ha­ben, daß 10 Milliarden Mack durch Tariferhöhungen, undSMilliar- d e n d u r ch E r s p a r n i f s e eingebracht wür-

m bte Smelvla» «angenommen, in bei» 5Vrr ©an btt befannie Rolle des 5triefe geben wird Tu erste Auitührung btefte Stücke» findet morgen 'm Adonnemeitt statt Für ben ©teb??QUT. bäum Frankreich unb Belgien toll Ine L'trvnuta jy" EllarzrI« geln aus ton mitWid? der zugehörigen First- und vaTfovoei verölen werden. TaS iiwebw tarnt aut bdX] ä-oße 'HtJigen abgegeben werden. Die bat aler^nur in vollen Seggtmfabungen w Q. tohj«. -ue nähere» Bedingungen mtb aus Rr Y. des Am soerkündtaungsblanes vom 2_' FkwM, zu ersehen. Turch Verovdnung de» tess-'chv s^e amtmmiüeriums vorn 8. Februar 1921 tB I » 3tfrcrl der Verordnung vom 9 Jun, 1920 J:5e bte AusbiLung für d-n mittleren ?taars>tenst q Vermrimngstoch wie folgt geändert:Tte Rte» für Cbenehrnba eine» Gomua iums, 'Ketiamn- nm'ums, einer CberrMlfdmle ober rmer Real-

fiebern"Sbngem Shnfu»

** Bornotitzen. Gießener Hau»- fcauen-Berein. Bei her Veranswltm^ am 3. May, üirdei eine Ausstellung statt, bte praktische G« en stände aller Art. auf Aläbung*- Nücke auflorist, die von «ätali-bcm des Verem» betgcirvllt sind. Ferner werd m rtnirex-nrolle i'ante arbeiten, insbesondere feine Strickürleiken ausge­stellt. Der -2«ü wird um 7 Uhr ^eöfiM, so bafc die 'Iw.idliutö ut Rupe bcfutxiflt werden tarnt lieber Mavcell Salzer, der m'rqeit einen reven ilbaib" m ter llniperfüätS»Aula vera» 1 tolteL schreiben dieDresdener Rachr." folgtnM; "Wer könnte sich >röulub-wes deutet als Wübelm Bu,ch unb Ludwig Thoma nicht erzählt nein von ilmterlegt ui laufend turrngt Te»lchen !toben Erleben»!" Tem Eate Leib ist es qs- jungen, bu- mt» 11 Perfonen beuetvnbe bcoewax Bauernrnwoe der Me dick-W e l din ae r für den Monat Mär» zu venjflidxci: Morgw, fmbet bte erste 'Jüifrübi'unfl stall. Zm Liäufprelhau» BahnlMraf.e wird von deute ad cm FilmTö­tet n i ch t rn e br" gegeben, der sich uni tk'x Frage besaßt, ob die Todesstrafe gcieiftfertigt ist

**JnderIahr«spersammlungder Deutsche» demokratisch Partei sprach tute uus nut geteilt wird, am Freitag alxnib Uiantt ftoxefi über:Unsere Rot und Dille.' nächst ferne Eindrücke in Oste und Westgreußw fchildemd, stellt er feit, baR dort bic gleiche» politisch»sozialen Zustände derrfchten wie vor daw .Kriege, daß die dort allmächtige Parte, der Grote Agrarier weder durch strieg noch durch Revatuttso etwas gelernt hätte, sondern tue unheilvolle Ztta>- senzerklüftung nach ttne vor bestehe. Rur durch die van den Kvrn itunifteu den Polen in (an-xte verräterischer Wei e le geigten 2y mxitincn Dringt etwas Leben m die Partei. Tie Entwaitnungssragr spiele dort eine ernste Rolle, da man ro-.te r Stdmc* lerg iwch Lätzen rabifal entwaffnen könne ange­sichts der polniichen Machenschaften tm Falle, ba| untere dcuisäxn Hopnungen au» ein aiuifhqrief Atstimmungsergebnis am 20 M irz sich erfüflen t'eibcc kompliziere die baijerifcte Frage tnc pol. nilche Frage. Von 'Laris aus angeblub um grte Lerer Schonung botzandeU, Ba.:<rn tun Prestigepolitik treiben zu bürten, bte die $e> Handlungen febr erschwere: immerhin stütze map vor einem Aüschtutz, so daß Lv-schla-m ber Frankl. w8tg. aur Bavern ernt ratfthe tettif Hi. In LoTidon werbe Minister StnuiH nicht Ja sogen zu dem liktzrt ber

Ernennung. Petec Spietmonn za Gießen wurde mit Wirkung vom 1. März 1921 rum Amtsgehilsen btt dem Finanzamt Gießen er­nannt.

** Kleine Mitteilungen AuS dem E ta dttde aterbureau: ES ist wiederholt der Dnnim geäußert worden, daß nach ber schweren literarischen Kost der letzten Zeit auch das heitere Element wieder einmal zu Worte kommen mögt Tlie Direktion hat deshalb ben klastischen Schwank ..De r Raub der Sabinerinnen" wieder

Seuifleton.

Frankfurter Thriller.

:LenseitS" ron Walter Hasenclever.

Frankfurta. M., 27. Febr 1921.

In den neuen 'Drama jenseits" von Walter Hasenekever (da- am Samstag a(xitb int R tanTfinter Sistxrusmelhausc zrrm ersten Male gegeben ward), ist dv dfefetzlvsigkrit -um Getzetz erhoben. Keine teitumriffeien Boigänge. keine bühnenmäßigen ober gar dramatiül-en Eeichehnissc werden in ihrer ütmmzn Entimcklunz auf gezeigt; in völliger Foinr'osigkeil führt unS tncer, ko man- Am Stil w vastungSsShigc, Erpreistoniü snxi Menschen, Raul und Jeane, vor. zwi'che i bemt Leidenschaft sich als Dritter die unfttfitbare mnfH'dSe Lauptperion, ein Toter, der Mann der F-ran, drängr. Die Beiden tretet auf und verschwinden.

Ötc fDbpnot'gt und Dwloyc, zergliedern süß selbst imd ihr fecli'chr- Tricbleaen, ohnr daß tm Mindesten dramatische Svarmung-momriite ui» fanimer-'i-^ailt nilrhcn. Soukdastes. Ph.-.ntasti- spielt hmern, Ibsenkche und Strindbcrg'cde Anllange werden wach, wiederum erstrebt Hase.'- clever rote schon früher im Dech'el der szonilchcn Drienchtumt vx t billige Wirkung: abet Kkuflcer unb dürr ist dieses Werk reraten, und we-m r- temen hunnti Zauber» ettflei'e- mürbe, baivt MifL' roiibrlxiftig nut ein frtlcntefe» Spie! mit Schatten übrig

'Ebert wxd Gerda MüNer stellten ihre unb Darstellimgskunst in Unt Dienst

bei Dramas, dem Richard Weichert» tedeittcnde Regiel»i.iung nock> *u Gu: kam Der Beifall war He ia anbenpäit» auch g misch:: w nn wirk lich Walter S^afcndever utit den Künstlern und

lieferung läßt sich nun feststellen, daß ber in ben Brunnen geworfene Stein mit dem Atem zusam- m en bangt, der ja der eigentliche Mittekvunkt oa Geschichte von den Weisen aus dem Morgcnlana ist. Nach dem Bericht Gregors von Touri an­dern sechsten nachchristlichen Jahrhundert errate» mir, daß in dem Brunnen bei oct Geburtsstöttr Ehristi ber Stern, der ben Magicrrn erschien, pen

Frommen gezeigt wurde, da er in den Brunnen gefallen war. Wer nur die, die reinen Herzens find, können ihn schauen Roch h?ute wird das runde Loch in der Gchurtskavelle der Marienkirche gticiat, in das der Stein nach bet Erfutdmy feiner Mission acsallen fein soll Daß da- Chri'luskvtd ben Weisen ein r"eiengcicfx» machte, erfahren wir auch aus einer Er-adkung bei berühmten Crientreifcnben Marco Polo, ber kick babci auf eine alte persische Lokalirad't'on beruft, danach gab das gottltcbe Kind ben E'isen ein* kleine Büchse, in der sich ein Stttn beianb, unb mtcb hier werfen bte Magier den wundertätigen Stein in den Brunnen. Fn enter Version d.» ara- btscben Historikers Masudi ist das Geschenk de- Cbrtintskittdes ein Brrukuchen geworden. Zeden- fall- mutz die orientalische Fassung bei Sage von ben Maqtern, die b er in oerschäedencti Forme» nacdawicscn ist, ins Wend'and gflangt sein. Tom e» kann kein Zn^i'cl bestehen, daß bic das ganx Mittelalter beherrschenbe 'Txnftrllunq vom mnstte ' 'EN Stein b.T Weifen an diese Cegmbe vom Stein ber Magier an kn mm, der, in den Brunnen g» fallen. Mm Goldglanz unb Heiligenfeuer rourbc und van dep'en nnmberfamcn, nicht .."sgenutzttv Gaben bic Sage berichtet

, Tte geschichtliche Echtheit von Lauvtmanns ^Florian ® c u c r". Gerhart Hauptnianns historifchts DramaFlorian (3cBer" bit m der Neuriustudierung des BerlinerGrohen Schauspttlhauses einen bedeutenden Eindruck btnierlafirn, unb bte ergreifendem Szenen au» bem Bauernkrccg werden jetzt erst einem großen Dub- Iifurn nate gebracht Da tritt auch die Frage nach b^r getckichtlich'n Echtheit der Hanptmannschen DarstcUimg wieder in ben Vordergrund. Dähreno tnc aus ringebenben Studien aufgebaute Milieu- Schildnumg und tee Lebendigteii der genial be- <ovrachiürbung gl-.'ich nach bem Erscheinen do» Werk s vor 25 Fahren anerkannt mürben, fällte damals em Kenner, rote ber bekannte Historiker Mar Lenz, über die Cb-irakteristik des Helden ein abfäl­liges Urteil. Da ber Dichter in den großen Zügen d. r Hand'ung der temrxiv ment voll geschriebenen, ch>er unssenschastlich uniuläntikben Geschichte des Bauernkrieges von Wübeim Zimmermann gefolgt war. so imülte man in der Sflllmg be>Schwär- Ben Ruters- zu ben biftorifavn Ereignifen n>ndr Fehler entdecken. Cs scheint aber, als ob auch hier wieder- die geniale Intuition des Dichters tiefer g fchaut lx.it als der B:ick manches Geschicbtsfor- utvr» Ta.' ronjntiirfx.1 HelLnrnke!, in bw tee Ge fi.' bet* nfüteo? aehtillr ist lifer twch eine .ec. vnu-itnij; f.'inn PersönliäE.it und 1 einer

.u unserer besten Kenner bei Sie-

vierteltährlich (Dom 1. April ab) 19.75 Mk.

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15 - Mk

formatümSzeit, Hermann Barge, hat nun im Ber- lag von B. G Teubner eine brogravbische Studie über Florian Gever oeröfsenllicht, in ber er auf Grund eingehendster Skuvien ein Charakterbild feine» Helden entwirft. Tie Arbeit, Pie Gerhart >Nrup.inann «y^odmitt ist, beweist »ugleich. daß die Darstellung des Dichters geschichtlich: Echtheit be* fitzt, und bah Hauptmann in fernem Drama tvn Monii so in seine Zeit stellte, wie cs nunmehr die Forschung nachgewiesen hat-

Woher stammt der Stein der Weisen? DerStern ber Weisen", jenes wun­derbare Elexirr, das nicht nur als Mittel unn Goldmachen, sondern als llnwerfalmitte! über­haupt gepriesen wurde, ist aus der Ge'chichte ter Alchimie allgemein befamtt. Der aber bte®ev fett" waren, nach denen er genannt ist. hatte man biSoer nicht cnmttdt Run weist ber Münchener Orientalist Geh. Rat Fritz Hmnrnel in einem Auf­satz von ^.Nolur unb Ätiltur" darauf hin, daß H die «Werfen aus Morgenland", bte jo erst ui ber späteren Leinde alsHeüige bra ftonige" auftreten, waren, von denen ber Stein feinen Ramon dal. Zn einer kürzlich aufgetauchten tür- kischen lleberefaing her Ge äüchte tvn den Dei en be» Morsenlanbes. bte aus ben Biblwthekschäven von Öbincfucb-Iurfcftan stammt, wird näm-ich dn aebeinrm-5Doller 6tfin envähnl. den das »n den Ttagi-rn anffe5ctetc Kindtei, rlrichsam ah Gegen- gcichenk ihnen mit auf den Weq gelben habe Da bic Weisen diesen von der Kriipve aiaebaxberten ^trin nicht Itz'brn konnten, warfen sie ipi in einen Brunnen Ta stieg plötzlich ein fdntedlufr-r großer ^tani <nn, von »ttuerblitzen begleitet, unb bte W^ fcn beteten das Licktzeichcn an Lus ant>-fn ^Oflcu und aus der noch deute üorhandeue» Heber«

Entente! Im Bereich der Mögltächnc liege erm Verständigung tm Wortlaut d.»S 5 2 der Darifci Beschlüsse, die freilich für Frankreich bxe sich midwr* holenden Crinnen Betraue durch weniger häufige größere Summen eitetzt. lieber deutichc (SegtKDor- sch läge ist noch nichts bekannt, man glaubt, dah ungeheure Warenlieferungen und eine internal to­nale Anleihe besprochen werden sollen. Mimstn Timons wird den von der Rechten verminten patriotischen Ton durch die allein wirksame nüch­terne Sachlichkeit ersetzen- die verha-cene politithe Leidenschaft wird durchllingen? deiner wird die Situation erschwert durch bic Hetze ber radikale» Parteien der Rechteii und Linken, die den Klaffen- kompf vor den Augen des Auslandes propamcren, rote denn bicTinten' nach bem Ausfall dec Wahlen am 30. Februar feststellte:Dnrtsch- land rolll die Extteme links nnb rechts?" Riemgl- lann bte bcmokratnchc 'Bartet itch einem etroaiwi ..Bürgerblock" anfchließe», eben weil ftv ben Klaftenlampi in teber Form abt'ebuL weil fie btc wirt'cha'ilichc Frage nicht partoipolniich e»t» Denn wir bic Demokratie als die einzig möqtiche scheidend als Trief'^xr benutzt feien will. Staatsfa'm betrachten, N> mriiven rotr damit berat Grundsätze, nicht bic Partei, nicht bic Männer, bte das undankbare Geschäft brr Regierung über­nommen hatten, um noch ber Revoluttvii zu rennt, was zu retten war. Denwkratische Ideen dürfe« wir auch bei anderen Parteien gierte inten, wo sie s«b finden, und diese Jdevr ui üärfir.t, M un tre Aufgabe! Der Redner befd'äftigic sich rann mit bnn erncs Gobi! deien »unwürdig n Auti «mitismus, stellte bte Ostrudenfrage als gesonp r es Pivbl.» aus, ging auf bte hon der Odrvfition gerügten sseblcr ba Dnrokratte in der R gierung ein, und

SvroierIkern, ^n cem Zun ruuäe aui i_a Tragbahre em mit Eisernen Äweuo.n gr'chtnückter -schwarttr Sarg getragen mit der AufschriftTas neue Dersorgungsgeetz". Ter Zug bewegte 'ich nach b m Rech ar ellSnnnisterium. IL de tret» e - eigneten sch zahlcriche Zwischenfälle. Ter gesamte Fährverkehr wurde lahmgelegt inch emze' nt Sttaßenbrhnführer tütlch angtg-ffrm. Zu Zu- 4amraeni' en mit bet Schutzpolizei kam es am AlexanLechlatz, wo die Tomonst a ten ein 13aR* iau'-o m t Schutzpotiumzingelten. Ten £d> rem gelang es fchkietzlicb. bte Menge zum Weirer- gehen y: ttoartlafen. Mit 9äe:emifen auf die Schutzroliz.i unb Hochrufen aui bte 3 Zmt-wnatr»- nate gmg e$ weiter. Ta bas Arbeitsmirr terrum m ber Schamhorststraße von ber Schutzpolizei be­setzt war b. wegte sich der Zug nach bem Jnvaliden- lhauie, wo Tievt aoerinals eine Anfpcaä^ hielt, bte mit einem Hoch aut bte Wettvevolution chlotz. Tarnt löste sich ber Zug auf.

Klatsch.

Berlin, 26. Febr. (Wolff.) Zu der Vorwärts-Melduna , wonach kürzlich in der Diele des WeinhaufeSTraube" ein Ban­ke t t für etwa 60 Industrielle unter dem Vor­sitz Ludendorffs stattsand, wobei ein- aeheiid die Aussichten der Reaktion für eine Gegenrevolution erörtert worden seien, er­fährt die ,,B. Z. am Mittag", daß das vom Vorwärts" erwähnte Essen eines der jeden Winter stattfindenden gemeinsamen Essen der seit mehr als 100 Jahren bestehenden christ- lichen Brandenburgischen Gesell­schaft war. Ludendorff wohnte diesem Essen -war olS geladener Gast bei, doch die Geselk- schaft sei eine vollkommen unpolitische und verfolge ausschließlich gesellschaftliche Zwecke.

Bezugspreis 4.85 Mk

Träger lohn75

5 Mk.