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Landtagswahlen in Lippe-Termold

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berg-unter dem Gesichtspunkt der Wirkung für die allgemeine Volkswirtschaft. Also endlich einmal ein Schlichtungsausschuß, der es offen auszusprechen wagt, daß die Gesundung der allgemeinen Volkswirtschaft nicht durch ..mehr Lohn", sondern durchmehr Ärfi*«*"

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Selchrminifter Simons über Außenhandelssragen.

Berlin, 26. Jan. [Wolfs.) ReichSmrnister T-r. Si mons etffärte im Hauptausschn tz des Reichs darr), das Auswärtige Amt intb das NeichSlmrtsck<aftsmrnisterrum leien da in einig, datz die cmgenblidlidic R y lang und Wahrnchmnng unterer Außenhandelsintereisen nicht endgültig lern könne. Tie 5tt>mt>?ten,ten müßten gegen das Reichswirifdjaf temüriItei üim sckätser ab- gegrenzt werden. Mit dem Gedanken, ein neues Reichshandelsministerium ru sdxiften, könne er sich vom Standpunkt bei Auswirt'gen Amts nicht einverstanden erklären. Die Autz^n- handelsstelle des Auswärtigen Amts werde ge­genwärtig umgestaltet. Tie Pflege der Aub-m- Handelsintereßen sei durch die neue Form der Handelsverträge kompliziert. An die Stelle von Lägen sei 'infolge der in allen Staaten

Veranstaltungen.

Tonnerdtag: Physikalisches Institut, 8> Uhr, Generalixisammlung her Oberhesn chm Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und Festsitzung beider Abteilungen zur Feier des 25jährigen Jubiläums der Entdeckung der Röntgenstrahlen. Gemeinde- hcms, Kirchstraße 9, Haupivcrsarnmlimg der Män­ner- und Frauenoereinigung der Matchäus- gemeinbe. Cais Leib, 7y» Uhr, Konzert und Vorstellung der Ehiemseer. Lichtspieltheater tote

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am 29. -und 30. Dezember v. Js. eine Heran­ziehung von Schutzpolizei und am letzten Tage außerdem die Teilnahme eines unserer Be­amten notwendig. Eine gewaltsame Enteig­nung von Kartoffeln fand jedoch nicht statt: man beschränkte sich auf freiwillig«

rung der Landwirte, zu denen die Heinen Landwirte fast ausnahmslos, wenn auch Heine

Der onnMe sianopuntt in der logtnannten wiedergutmachungrfrage.

Berlin, 26. Jan. (Wolff. > Ans Anlaß zahl­reicher Aeußenmgen der inländischen und aus­ländischen Presse, die sie mit der Frage der R e p a« rativnsvcrbandlungen beschäftigen, ließ sich .geftern abend der Reichskanzler von dem Reichsminister des Aeußeren und dem Reichsfinanzminister eingehend über die Frage unterrichten. Es bestand Uebereinstimmung in folgender Beurteilung des Sachverhältnisses und der Stellungnahme der deutschen Regierung : Nach wie vor ist es ein dringendes Jnterelse Deutschlands, die Höhe seiner Revarationsschuld sobald wie möglich kennen zu lernen. Es hat ein vertragsmäßiges Recht daraus, daß ihm diese Kenntnis bis zum 1. Mai 1921 verschafft wird. Andererseits verkennt Deutschland nicht, daß zur­zeit die Festsetzung der Schuldsumme technisch und Die Verständigung über die Festsetzung psychologisch schwierig wäre. Die deutsche yiegicrung würde dal>er bereit sein, auf diese Einhaltung der Frist zu verzichtep, wenn es ihr gelänge, sich mit den alliierten Regierungen über die Teilleistnn- gen Deutschlands »nährend der nächsten fünf Jahre zu verständigen. In diesem Sinne hat sie Jahres Zahlungen als Ausgangspunkt der weiteren Verhandlungen angenommen. Die deutsche Regierung verlangt nun, daß bei den Verhandlungen über diesen Plan die zah­lenmäßige Sööbe der Jahresleistungen einst­weilen Vorbehalten bleibt, daß zunächst die Methode der Sachleistung und ihre Bewertung und die für die Bemessung von Deutschlands Leistungs­fähigkeit maßgebenven, in Brüssel näher bezeich­neten Umstände erörtert werden, und daß über die Höhe der Gesamtschuld auch beim Zu­standekommen einer Vereinbarung übt die Annui­täten nicht etwa erst nach Ablauf der fünf Jahre, sondern sobald als möglich weiter verhandelt wird. Dieses Verlangen ist von dem französi­schen Botschafter in Berlin bei seiner ent­scheidenden B'sprechung mit dem deutschen Mi­nister des Aeu^rn als berechtigt anerkannt worden. Es bildet also die Grundlage der weiteren Verhandlungen. Ohne ein Entgegenkommen der editierten Regierungen auf dem von der deutschen Delegation in Brüssel bezeichneten Gebiete könne die deutsche Regierung die Annahme von fünf Jahresleistungen, die ein großes Entgegenkommen ihrerseits darstellt, nicht verantworten. Die Brüsseler SachverstSndigenbespvechungm sind noch nicht zu Ende geführt worden. Es ist eine Pause einfletreten, damit einzelne, von beiden Seiten bezeichnete Sachverstöndiaenpaare Zeit gewinnen, bestimmte technische Vorfragen ter Repa­ration miteinander zu erörtern. Auch diese Er­örterungen sind erst zum Teil erledigt. Die gegen-- wärtige Tagung der Ministerpräsidenten in Paris steht mit dem vereinbarten Gange der Repa'm - tionsverbandlunZen in keinem immite(baren Zu­sammenhänge. Sie kann weder die noch ausstehen­den Besprechungen der Sachverständigen noch die in Spa zugesagte Regierungskonferenz in Gms ersetzen. Vorher bedarf es unbedingt einer Be­sprechung der industriellen Sachverständigen über die Methode der Sachleistungen.

Mengen, die größeren Betriebe jedoch nichts oder nur unverhältnismäßig wenig beitru­gen. Die Rechtsgrundlage über die Zwangsbeitreibung der Kartoffeln in Hofheim bildeten die §§ 12 fs. der Bekanntmachung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen uni) die Versorgungsregeluna vom 25. Sep­tember 1915 (RG.Bl. S. 607) insbesondere § 15 Absatz 3, wonach die Landeszentralbe- börden die Versorgung der Bevölkerung des Landes gemäß den §§ 1214 auch selbst regeln Wunen.

Wunen im kleineren Rahmen als Vorläufer der Entscheidung gelten, die in Preußen am 20. Februar fallen soll. Im Wahlkampf spie­gelten sich genau dieselben Gegensätze wieder, die auch die Agitation für die preußischen Neu­wahlen beherrschen. Die im lippischen*Land ehemals herrschende demokratische Partei gab sich unter ihrem Vorkämpfer Neumann-Hofer, den bekannten früheren Neichstagsabgeordne- ten, die erdenklichste Mühe, ihre Position zu halten. Sie hatte sich mit dem Zentrum ver­bündet, und beide Parteien haben trotzdem (wie sich entgegen der gestrigen Mitteilung gültig herausgestellt hat) noch nicht ganz 9000 Stimmen erhalten. Zieht man ihnen die an­nähernd 2000 Zentrumsstimmen ab, so kom­men auf die Demokraten nicht ganz 7000 Stimmen, was gegenüber den Reichstagswah- lcn einen Verlust von rund 1400 Stimmen bedeutet. Die Deutsche Volkspartei hat rund 15 200 Stimmen erzielt, gegenüber der Reichstagswahl vom 6. Juni (14 962) also et­was gewonnen. Dagegen haben die Deutsch­nationalen nach den vorliegenden Ziffern es auf 17 669 gebracht, d. h. also gegenüber der Reichstagswahl,(17916) «ein wenig eingebüßt. Die Neugruppierung der sozialdemokratischen Richtungen jergibt eine leichte Ausbesserung oer unabhängigen Sozialisten uno einen starken Zuwachs der Kommunisten. Inwieweit sich dieses Ergebnis des Lippeschen Wahlkampf- Verhältnisses auf Preußen übertragen wird, ist abzuwarten. Jedenfalls aber ist es von guter Vorbedeutung, daß in Lippe durch die Neu­wahlen die sozialistische Parlamentsmehrheit gebrochenmorben ist. Die allgemeine Zunahme der Abstimmungsziffern ergibt sich aus der Tatsache, daß in Lippe Wahlzwang herrscht. Zu den Gesamtstimmen der bürgerlichen Par­teien ist ferner zu bemerken, daß bei den Reichstagswahlen rund 1500 Kurgäste in Bad Pyrmont mitabgestimmt haben, die diesmal auf der bürgerlichen Seite fehlen.

Kabinettskrise In Braunschweig?

Berlin, 27. Jan. Im braun- schweigischenLandtag erklärten gestern, ber Beratung des Etats des Staatsmini- fterimns die Führer sämtlicher bür­gerlichen Fraktionen, daß ihre Partei­freunde der rein sozialistischen Regie­rung in Braunschweig kein Vertrauen mehr entgegenbringen und daher den Etat ablehnten. Von der Haltung der drei Kommu­nisten «im Landtag wird es abhängen, ob eine Kabinettskrise in Braunschweig eintreten wird.

Der sozialdemokratische Oberbürgermeister von Hannover.

Berlin, 26. Jan. (Wolff.) Der rnehrheits- sozialislisck.c Parteieiusschuß in Hannover faßte den Beschluß, an den bisherigen Oberbürgermeister Seincrt das Ersuchen zu richten, fein Rück­trittsgesuch zurückzuZiehen. Wie der Vorwärts^ dazu schreibt, ist die rechtliche Lage die, daß, solange die GemeindebehSrden und die Aufsichtsbehörden über das Rückt: ittsgesuch Lei- nertö noch nicht entschieden haben, er es noch zurückziehen kann. Wie dem .Lokalanzeigt" aus Hannover berichtet wird, erklärte Oberbürgermeister ßeinert 5000 seiner Parteigenossen, die vor dem Rathause demonstrierten, daß er ihrem Wunsche stattgeben und, wenn auch schweren Herzens, sein Rücktrittsgesuchi zurück^iehm werde, erwerdeim Anitebteiben. Die bürgerlichem Parteien wür­den, wie es weiter heißt, in der morgigen Sitzung der Stadtverordneten Stellung zu der Frage neh­men. Es stehe eine sehr erregte Sitzung, in Aussicht.

Ein LaiwfrieüenSbruch durch amerikanische Beamte.

Berlin, 26. Jan. LautB. Z. am Mittag" wurden die beiden amerikanischen Beam­ten, em Detektiv und ein Sergeant, die in Eber- bach versuch'en, die beiden amerikanischen Deser­teure Begooll und Stecher auf deutsch m Gebiet zu überfallen und mit Gewalt über den Rhein zu schleppen, verhaftet. Sie werden unter die Anklage des Landfriedensbruchs gestellt.

Der Schlichtungsausschuß in Hamburg für mchr Lohn und mehr Arbeit.

Der Schlichtungsausschuß zu Hamburg hat kürzlich einen bemerkenswerten Schieds- spruch gefällt. Tie Hamburger Feinmechani­ker und Metallchirurgen hatten neue Teue­rungszulagen gefordert. Ter Schlichtungsaus- schutz stellte sich auf oen Standpunkt, daß der Allgemeinheit eine weitere Erhöhung oer Löhne einer einzelnen Acbeitergruppe ohne gleichzeitige Mehrleistung nicht mehr zugemu- tet werden kann. Durch Schiedsspruch vom 13. 12. 20 gestand der Schlichtungsausschuß zwar erhöhte Teuerungszuschläge zu, gleich­zeitig stellte er aber den Parteien «anheim, über die Einführung der neunstündigen Ar­beitszeit eingehend zu verhandeln, beson-

Au» StaM und Land.

Gie ßen, den 27. Jan. 1921.

Konferenz der hessischen BergwerkS- i betriebsleiter.

Am 20. d. M. fand int geologisch-mineralogi­schen Institut der Universität Gießen eine stark besuchte Konferenz der Betriebsleiter der hessischen Bergwerke statt. Sie wurde eingeleitet durch einen Vortrag von Professor Dr. Harrossowitz über die Steinkohlenvorkommen des rususchen Donctzgebietes. An Hand feiner Beobachtun­gen als Kriegsgeologe gab der Vortragende einen fesselnden Heber blick über die natürlichen und wirt­schaftlichen Grundlagen jenes bedeutendsten russi­schen Kohlenreviers. Er betonte gleichermaßen die dort vorhandenen EntwickelunasmöglickKeiten wie die unverkennbarewestliche" Einstellung der vor­handenen Jndusttie, die der oeu'schcn Technik und Unternehmungslust aussichtsreiche Möglichkeiten bietet. Die vielseitigen Ausführungen beS Vot- tragenben fanden das volle Interesse und den leb­haften Dank der Versammlung. Sodann berichtete Grubenverwalter Freitag- Gießen über d i e berufliche Ausbildung der Bergleute. Er gab eine erschöpfende Darstellung der Gesichts­punkte, die dafür sprechen, daß der Bergbau auS der im Krieg leider unvermeidlich gewesenen wahl­losen Beschäftigung jeglicher Arbeitskraft zckrück- lepren muß zur ordnungsmäßigen Ausbildung der Bcfchäftigten und vor allem zur Heranziehung eines ausreichenden Nachwuch eS an tüchtigen Hauern. Schon allein die Verminderung der Un­fälle durch Fernhalten unkundiger Arbeiter von den verantwortungsreicheoen Ackeitsvosten lohnt die vorgeschlagenen Maßnahmen. Denn der er­fahrene Bergmann vermag sich selbst und seine mit ihm arbeitenden Kameraden vor mancherlei Gefahr zu bewahren, der ein Unkundiger oder Ungeeigneter sich und die Kameraden ausfetzt. Da­zu kommt der wirtschaftliche Vorteil, den die sach­kundige und zielbewußte Arbeit des gelernten HauerS dem ganzen Betriebe bringt gegenüber dem bloßen mechanischen Kraftaufwand bellen, bet kaum bie nötigen Hanbgrifse, nicht aber ihren wirtschaftlichen Zweck versteht. Der Vortrag löste eine lebhafte, allseitige Aussprache aus unb führte »unöchst zur Feststellung der wesentlichen Fraaen, Die für bie verschiedenen Betriebsarten (Tagebau, Tiefbau, Kohlen- ober Erzbergbau ui'rori in Be- tracht kommen. Es wurde zunächst eine Bericht- erfiattinta der einzelnen Werke über daS seither geübte Verfahren der Hauerausbildung für er­wünscht gehalten, nach deren Vorliegen eine be­sondere Kommission bie Findung einheitlicher Vor­schriften unternehmen soll

vir pariser Konferenz.

Paris. 26. Jan. Uebar die Konferenz von heute ntKfcmittag ist folgendes ®omrnuniqu6 aus- flegrhen worden: Die Konferenz hat um 4 Uhr begonnen unb eine turne Sitzung ab gehalten. Sie bestkäftigte sich mit der rechtlichen Anerkennung der baltischen Staaten und der Staaten im Kaukasus. ES hmrbe beschlossen, schon setzt rechtlich an werf ernten Estland und Lettla"d. Die .recktlickc Anerkennung Litauens ist svmpath'sch auf­genommen worden, aber jede Entscke düng müsse «ufgeschoben werden bis <nrr endgültigen Regelung von Wilna, hrit der der Völkerbund betraut werden sei. Die Konferenz erklärte formell der Anerken- .rtung Georgiens günstig gtgcnübe^uPieben. wenn seitens dieses Staates ein formelles Ersucken ge­stellt wird. Der Pariser Vertreter Georgiens in Paris wird soßrri in diesem Sinne beschirden wer­den. Die nächste Sitzung der Konfervwz findet mor­sen über den Beacht der militärischen, maritimen tmh Lustfachverständigen statt.

Spaltung der «nionistische« Partei in England?

London, 26. Jan. (Wolfs.') Der Bericht­erstatter desDaily Mail" schreibt, daß sich die Tifferenjen in der unionistischen Par­tei Dafd) zuspitzen. Vor kurzem hatte eine geheime Versammlung der jüngeren Parlamentsmitglieder dieser Partei in London stattgefunden, um die Lage zu erörtern. Man bereite sich auf eine Loslösung von der koalistischamionistischen Gruppe unb auf die Bildung einer eigenen unionistischen Partei vor mit einem eigenen Programm unb dem ausgespro­chenen Bestocken, bem auntnblüfitfnt Koalitions- Ministerium in bet Macht zu folgen Lord Hugh Cerii, ein Bruder von Lori) Robert Cecil, habe erklärt, tontn sein Bruder zur Opposition übergebe, werde er seinem Beispiel folgen. Er habe jedoch nicht die Absicht, eine neue Partei zu bilden.

Wiedereröffnung des Löwe-Derkes.

Berlin, 26. Jan. (Wolff.) Wie derVor­wärts" meldet, erklärte sich die Direktion des Ludwig-Löwe-Werkes bereit, den Betrieb wieder unter der Bedingung zu eröffnen, daß der Vorsitzende deS BetriebsratS, ein Mitglich des Betriebsrates unb ein anderer An»?ftellter nicht wieder eingestellt roerixn. Auf Vorsch.ag des Be­triebsrates entschied sich die Bel g'chaft mit 1020 gegen 620 Stimmen für die Wiederaufnahme der Arbeit unter den angegebenen Bedingungen.

2lus Hessen.

Wirtschaftsbeihilfe an die Beamten im be­setzten Gebiet.

Dem hessischen Landtag ist eine Regie­rungsvorlage zugegangen, in der es heißt:

Im Hinblick auf die ungünstigen Wirt­schaftsverhältnisse, jdie in den von den Entente- truppen besetzten Gebieten des Reiches herr­schen, (Uitib unter denen insbesondere die Bv- amten!und Angestellten usw. wegen der zahl­reichen Aufkäufe aller zum Leben notwendigen Gegenstände durch die Besatzungstruppen zu leiden haben, wird den Beamten und den Lohnangestellten des Reiches in den besetzten Gebieten eine besondere monatliche Beihilfe mit Wirkung vom 1. Januar 1920 ab bis auf weiteres widerruflich gewährt. Auch in den übrigen in Betracht kommenden Ländern (Preußen, Bayern und Baden) wird dem Vor­gehen des Reichs entsprechend den Beamten und Angestellten usw. eine besondere Wirt­schaftsbeihilfe gewährt. Nach erteilter Zustim­mung des Reichstages zur Uebernabme von 80 v. H. des von den Ländern für die Gewährung der Wesatzungszulage aufgewendeten Betrags, ist, «nachdem die Zustimmung des Finanzaus­schusses !zu dieser Maßnahme bereits früher er­teilt worden ist, wegen Auszahlung dieser Wirtschaftsbechilfe auch an die hessischen Beamten usw. im besetzten Gebiet das Er­forderliche veranlaßt worden. Die Beihilfe wird tin Höhe der Sätze des Reiches, und zwar rückwirkend vb 1. Januar 1920, gewährt. Für die Vorübergehend besetzten Gebiete werden Beihilfen für die Dauer der Besetzung, d. h. vom Tage des Einrückens der Besatzungstrup­pen, 6. April 1920 bis zum Ablaufe des Mo­nats, lindem die Räumung der Gebiete erfolgt ist (Mai 1920) bewilligt. Der Landtag wird um Genehmigung zu der von der Regierung getroffenen Maßnahme ersucht.

Die Zwangsbeitteib'rng von Kartoffeln , , in Ho sh r im.

Auf die Anfrage des Abg. Nuß foont 3. Januar Ifd. Js. wird eine Regierungsant­wort veröffentlicht, der folgendes )u entneh­men fist: Der Widerstand der Landwirte machte

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baren Bücheraustausch mit bem Auslande üorg^fdt.'agen, damit ber brntidje Bucbbandeü Unb bie deutsche >tU.ttirpwpag>r. di im Auslände nicht unter der schwauikeiü>en Valuta leide. Er |et auch letzt noch für einen solchen Versuch, lieber bie Frage der internationalen VerüLndr.mngsrersuLe werde er eine Denkschrift oorLcgcm Lagen, die auch bie Hemmnisie 'berücksichrigen wird Bckauerlicher- roeiie werbe Deutschland an der im März bevor­stehenden internatiomalen Tagung _ des Roten Kreuzes nicht leilnchmen. Tte Zulassung Deutfck- Lands sei 'nachträglich von ber Abgabe einieih^cr Erklänmgen abhängig gemacht wo.den, die niit Würde Teutschla.chs nidjt vereinbar feien.

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mchr oberÄLZiflkr herrschenden staats oziali llsil en WirN'ä^'t -poli die Form ber Ävinpou a t -u v »ertrage gctretcX Erne gejunbt Wirtfchans.ag.' bvauckie eine solche nicht. Gegenwärtig aber 'eien sie nötig, daher auch bie Kontingentierung ber Em- und Ar^N-br unvermeid.rch. Zur Bekämpfm'g ber Schwierigkeiten ber Ausfuhr b ut-.*».«,x. , fdjer Bucker Tmfte er fdxxn 1919 einen unmittel-1 iU erreichen ist.

gestern. *

**EinneuerRoman beginnt in oer heutigen Nummer unseres Blattes.Das Geheimnis oes Alten" schildert Sven E l v e st a d mit bekannter Meisterschaft, wie ein weit zurückliegendes Verbrechen in seinen Folgen sich auswirkt. Die glückliche Entwir- rung der verwickelten Vorgänge wird durch das Eingreifen ber von Elvestad geschaffenen Detektivfigur Asbjörn Kray ermäglicht. Wir sind jüberzeugt, daß unsere Leser unb Leserin­nen die seltsamen Ereignisse nri-t größter Spannung verfolgen werden.

** Hermann Kellers 70. Geburts­tag. Gestern vollendete ber Wirkt. G H. Ober- Baurat Dr. Hermann Keller m Berlin sein 70. Lebensjahr. In Gießen geboren, fhibierte er in Aachen und Berlin, führte hier u. a. beit großen Packhof" aus unb wurde zum Bauleiter des westlichen Teils des Nordostfe.kanals berufen, um dann drei Jahre als technischTr Beirat in Rom tätig zu sein. Nach feiner Rückkehr widmete sich Keller ganz feiner Wirksamkeit im Ministerium ber öffentlichen Arbeiten, wo unter seinem Einfluß ein Wasser-Ausschuß gegründet würbe, ber bie bekannte Denkschrift über die Nordost-Gewäs'cr berausgad Keller ist ein hervorragender Mitarbeiter be» Wasserge.etzes und ber geistig: Urheber ber yrvßen (Ebertal}perre. Im Feldzüge 1870 mit dem Eisernen Kreuz g.'schmückt, beteiligte er sich auch noch am Weltkrieg, inbem er nach Belgien zur Mit­arbeit in der Ueberschwemmungsfrage berufen wurde. 1918 trat Keller aus dem Staatsdienst aus. Seine Gutachten auf kaliwirtschaftlichem Ge­biet werden noch heute sehr begehrt.

' (Einbruch. In ber Nackt vom 25. zum 26. b. Mts. wurden in einem hiesigen Friseur- gefc^ft durch Einbruch 10 Haarschneidemaschinen (Marke Juwel und Kdh-i-nor), fünf braune und ein blonder Frauenzops, zwei Kosmasept Zahn­pasta, ein Kosmasevt Mundwasser, drei Stück Ze- rahan .und ztvei Stück englische Rasierseife (Ker- vale) gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.

** Entwendet wurden aus ernenn Gebäude Schokolade, Z garetten und Apsrisinen, sowie au» einer Klojet a tage bie bleiernen Leitungsrohre. In letzter Zeit wurden von bis letzt noch unbe* tonnten Tätern Tür vorigen, Trerwenräu er und mit Vorliebe Fonftervorhänge von Trevreirhäulem entwendet. Vor Anvauj wird garumt.

** Beschlagnahm t wurden in Gießen 3 weiße Tamenheinden, gez. L. M., die lärenfallS von einem Wäscke^i.bstiahl ber üb- en. (Eigentümer wollen sich bei der Kriminal-Abteilung deS Poli­zeiamts Gießen melden.

** Holz-Ausgabe. Tie von dem Brenn- stoffamt veröffentlichte Holz-Ausg^ibe, welche Öen Zweck verfolg', die Bezugsbcioä^tigten mit Holz zum bisherigen Preise zu bevorraten, kommt auch für die gewerblichen Betriebe, insbesondere für diejenigen, welche ihren Holzbkdars bet dem Brenn­stoffamt gemeldet haben, in Frage. ES ist daher den gewerblichen Schrieben zu empfehlen, ihren Hol-zvedaN hierbei zu decken.

** Freibank. Freitag, 28. Jwvrar, ftnder Fleischverkauf von 1 Uhr ab statt.

** Der Reichsbund ber Kriegsbe­schädigten, Kriegshinterbliebenen und ehern.' Kriegsteilnehmer hat, wie er uns mitteilt, ab 1. Februar dS Js. den Kameraden Köhler, Gießen, als Sekretär für den Unterbezirk Ober* Hessen eirgritdlt Sitz ber Geschäftsstelle des Unter­bezirks unb der Ortsgruppe ist Gießen, Neustadt 29. Durch.' bie Anstellung eines Sekretärs ist ber Reichsbund nunmehr mich in ber Lag?, bie Sprech- stunden auf 3 Inge wöchentlich aurijubetmen. Se finden statt'. Montags von 36 Uhr nochm., Dienstags von 1012 Uhr norm., 36 Uhr nadm., Donnerstags von 36 Uhr nachm. ES wird allen kriegSbefchädi-tten Ättme-ab-m und Hin­terbliebenen kostenlos Rat unb Auskunft in Renten- unb Fürsorgeangelcgenheikm e teilt, Vertretungen beim Militärverforgungsgericht werben übernom­men, sowie Anträge formuliert unb erledigt.

** Tas Plakat in ber politi 1 chen Versammlung Ene rilt zu unterdiät-enbe agitatorische Wirkung erreichte gestern abend m einer kommunistischen Versammlung ber z im Kvm- munismuS abg sckwm't? h s ische Bi b rr er und Graphiker Dr. Daniel Greiner- Jugenheim. Im Anschluß an feinen Vortrag über Sozialis­mus unb ba5 Evangelium zeigte er Holz­schnitte aus seinem JrihanniS'Evangelium im Licht­bild. Tte in ber graphischen Wicdergabe starren, und leblosen Blätter erzelten in Großformat eine übe waschende, monumentale Wirkung die b.t Red­ner durch sarkastische Vergleiche mit den Zett- verhaltniflen Unterst ich. Dr ©rci :er will vom kirchlichen Christentum, kaS den flrir'g unterstützt habe, nichts driften. (St gab 1 e t n e Auslegung oei Evangelien, indem er eine schlickte Uddefche Le­gende vom ChristuSmenschen erzählte, ber ein Pro­letarier mit riesen Erkenntnissen bet sozialen Pro­bleme gewesen fei. Er kam zu AuSleg-mgen der Schrift, von einer kindlich treten Einfalt, wie fte nur bei rinem Künstler möglich ist, benutzte sie aber zu demagogischen Angriffen, die ihn als einen der gefährlichsten Hetzredner erkennen ließen. Nach dem zweistü digen 8ort aie stimmte er e kummu- nistiscke Gruppe auf der Bühne, wo bie rote Fahne mit dem Sowjetstern prangte, bie Internationale an, ohne icdoch von ben Anwesenden, die sich größtenteils aus Andersdenkenden zu jammensetzten.' unterstützt zu werden.

Landkreis ließen.

Das Rätsel von Großen-Linden.

In ber den großen Hörsaal ber UniveriitLt fast ganz füllenden Versammlung bet Hessischen Bereinigung für Dolkskunbe sprach gestern abend ber Prozessor für christliche Kunst an ber Marburger Universität Dr. Günther über bic Rätsel des Kirchenportaks zu Großen-Linden unb ihre Deutung. Der Sortragenbe stellte nach, einem kurzen Rückblick auf bie bisherigen DeutungS- versuche, die meist von Gießener Hochschulleckrem ausgegangen sind, bas Wenige fest, was bie Kirche- von Gwßen-Linden nach den wiederho ten Restau­rationen noch über ihre Vorgeschichte erkennen läßt, unb verwies nach stilistischen Anzeichen die Ent- stehungszeit beS Kirchenportals und ihrer Skulp-' tuten in bie Jahre um 1230. In einen R romanischer Tierphantastik sind an ben $

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